Kremsmünster Blog

Dieser Blog ist frei für alle, die anonym oder namentlich ihre Erfahrungen aus dem Internat und der Schule in Kremsmünster schildern wollen.

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953 Antworten to “Kremsmünster Blog”

  1. mj89 Says:

    Kirchliche Feiertage wie zB der Nikolo …
    Wo beginnt/endet die Zuständigkeit eines Staatsanwalts? Wenn zB der “Heilige Nikolo” gefeiert wurde, sah das in der Unterstufe so aus:

    2 Schüler der 8.Klasse durften (mit internatseigenen Kostümen) die Krampusse spielen. Eifrig wurden (von den Großen) Ruten gesammelt – die ja auch gebraucht wurden: Der Präfekt hat dem Nikolo schon eine Liste vorbereitet, wer mit “Laudate”, und wer mit “Punite” (=Bestrafen) zu versehen ist. Und “Punite” hat tatsächlich gemeint: Verdreschen!

    Zu Beginn des Rituals durften die Krampusse schon einmal wahllos auf die Zöglibge (im geschlossenen Raum!) einschlagen. In der “sportlichen” Variante konnte man versuchen, auszuweichen. (Ich hatte mich einmal im Kasten versteckt – und dafür im Nachhinein eine Ohrfeige vom Präfekten bekommen – wegen “Feigheit”). In der Abteilung des Pater L. hingegen gab es andere Spielregeln: Die Zöglinge mussten im Kreis sitzten, die Hände auf den Oberschenkeln – und die Krampusse konnten in Ruhe zuschlagen – und zwar fest!

    • ilias Says:

      wer kann sich noch an die Namenstagsfeiern des Präfekten N. zur Nikolozeit erinnern. Diese Besäufnisse unter den Augen sämtlicher Präfekten. Wir waren noch keine 16 Jahre alt und durften ( mussten) Bier und Wein “ad nauseam” kübeln. Damals wars vielleicht für einige noch halbwegs lustig, aber heute….?? Niemand hat den Eltern was erzählt. Das würde heute in einer viel transparenteren Welt nicht mehr funktionieren. Hoffentlich! Sonst lesen wir ähnliches wieder – in 20 bis 25 Jahren….

    • cyber Says:

      Ich war in der 4. Abteiling bei Pater L und hatte in 3. und 4. Klasse ernsthaft Angst vor dem Nikolotag. Noch heute krieg ich einen Schweissausbruch, wenn ich daran denke. Am schlimmsten war das wahllose Geprügel mit den Ruten am Anfang des Rituals. In meinen Jahren waren da Siebt- und Achtschüler am Werk, die voll, wirklich mit aller Kraft, zugeschlagen haben mit frisch geschnittenen Weidenruten. Die Kinder sind verschreckt herumgerannt, Möbel fielen um (speziell wenn jemand dahinter Deckung gesucht hatte). Am Ende lagen im ganzen Raum abgebrochene und weggeflogene Teile der Weidenruten. Wenn eine Rute “abgearbeitet” war, dann wurde eine neue genommen (die Kramperl hatten sogar entsprechend Ersatz dabei!). Am schlimmsten dran waren “freche” Kinder, die die Älteren irgendwie auf dem Kieker hatten, die wurden vor den Augen der Erzieher nach allen Regeln der Kunst und brutalst verdroschen. Viele hatten Striemen, die man noch Tage später gut sehen konnte. Manche Kinder haben doch tatsächlich gewagt zu weinen und sind dann erst recht als “verweichlicht” (O-Ton des Pater L) eingestuft und gleich nochmals verdroschen worden.

      Es etwas anderes war auch sehr verletzend bei diesem Ritual: Der “Nikolo” (ein Achtschüler) hat nämlich auch alles, was jeder einzelne “ausgefressen” hatte, vor versammelter Mannschaft ausgebreitet (Pater L hatte ihn augenscheinlich vorher genauestens instruiert).

      Als ich in der Oberstufe war, wurde das Ritual aufgrund der Vorjahres-Exzesse offiziell etwas “entschärft” (d.h. es gab eine Anordnung der Internatlsleitung, dass die Kramperl sich beim verdreschen der Kleinen “zu beherrschen” hatten).

      • martin Says:

        ich kenne übrigens jemanden, der (damals als Schüler der 8. Klasse, dem das schon sehr skurril vorgekommen ist) FOTOS davon gemacht hat! Das hat dem L. nicht einmal gestört …

        eventuell lassen sich die fotos bei bedarf sogar auftreiben.

    • Sternwarte Says:

      Es ist erschreckend wie viele sich ihre Mäuler zerreissen und doch keine ahnung von dem schulalltag der im stiftsgymnasium herrscht haben.

      Schweinehunde gibt es überall. Nicht nur in klöstern.
      Und vorallem gibt es sehr viele Patres die nur Gutes leisten!
      Ich selbst habe pater nikolaus als ehrwürdige person mit einem guten geist erlebt!

      Ps: selbst zeitungen,die sich üblich durch guten journalismus von boulevardzeitungen abheben, kontrolliern die apa-meldungen nicht und recherieren sehr schlecht. Es waren keine “padres” und ihren ämtern enthoben heißt nicht, dass sie aus dem kloster verwiesen worden sind.

      Vivat membrum academiae!

      • frühaufsteher: Says:

        Lieber “Sternwarte” – du postest den selben Text an verschiedenen Stellen – ist das Deine universelle Antwort auf alle Fragen?

        Was willst Du uns eigentlich sagen? dass die Menschen, die hier schreiben, Boulevard betreiben?

        P.Prior hat sich ausdrücklich dafür bedankt, in welcher Offenheit hier in diesem Blog zur Aufklärung beigetragen wird.

        Das “membrum” hat sich eben erfreulich weiterentwickelt – nicht mehr ein Block des Schweigens (auch über die Gewalt, die unter den Schülern herrschte), sondern ein solidarische Botschaft an alle Opfer: Wir lassen euch diesmal nicht im Regen stehen!

        Mit BurschHERRlichkeit hat dies natürlich nur mehr wenig zu tun. Kein Nachteil, wie ich meine. Und wenn ich nun ausschließlich auf das Feedback aus der eigenen Klasse vertraue, ist es auch kein Minderheitenprogramm. Wir werden morgen sogar ein eigenes Klassentreffen haben, zu dem einige eine lange Anreise in Kauf nehmen. Sehr kritisch und sehr entschlossen – aber sicher nicht, um uns “das Maul zu zerreissen”.

      • mag.pammer Says:

        er bleibt mönch, er bleibt priester, er bleibt im kloster.er sitzt halt jetzt in der bibliothek oder betreut die bienen,statt der buben.ein mönch mit ewigen gelübden kann ohne seine zustimmung gar nicht entlassen werden.da fährt der zug drüber.

      • Stifter Says:

        Weißt du Sternwarte, es stimmt schon, dass es Schweinehunde überall gibt. Nur bist du halt speziell in Konvikten diesen Schweinehunden permanent – nämlich Tag und Nacht – ausgesetzt. Du solltest also wirklich sehr vorsichtig sein, wenn du das dünne Eis betrittst und das Regime und den Kremsmünster Modus mit alltäglichen Systemen vergleichst. Nämlich jenen, bei denen deine die Möglichkeit haben deinen Striemen zu sehen, noch bevor sie verheilt sind. Und erinnerst du dich, dass jene mit Striemen manchmal auch drei Wochen Heimfahrverbot bekommen haben, nur damit auch gewährleistet wird, dass die Striemen verheilt sind und die Eltern davon nichts mitbekommen? – Zum Teufel mit deiner Scheinheiligkeit

      • ilias Says:

        Mäuler zerreissen???
        Keine Ahnung vom Alltag???
        Du wars offenkundig nicht dabei als Nik einen damaligen 6. Schüler zuerst 3 Watschen gegeben hat, ihm dann 2 Faustschläge in die Nieren gegeben hat, und als er am Boden gelegen ist noch 2 Mal mit den Füssen nach ihm getreten hat. For Nik was an honarable man! F…! Ich war DABEI!
        Das mit den Heimfahrverboten was Stifter hier postet kann ich ebenso nur bestätigen.
        Wenn Du die Verganheit noch immer verklärt siehst, so ist das dein Bier. Aber bezichtige bitte hier niemanden der Lüge ausser du weisst es wirklich besser

    • Helmut Lothaller, MJ 69 Says:

      Da wird wieder das Kind mit dem Bad ausgeschüttet. Damit das klar ist: null Verständnis für sexuelle Übergriffe! Ich habe von Pater A. auch ungerechtfertigt Watschen ausgefasst – glaubt mir, das war niemals lustig. Aber bitte werft auch alles Gute in die Waagschale, was uns in Krems-münster widerfahren ist: die gute Allgemeinbildung, die humanistische Ausbildung, Lehrer wie P. Theodorich, P. Ansgar, P. Willibrord usw. usf. Ich danke für jeden Tag, den ich in Kremsmünster erleben durfte. Auch wenn nicht immer alles Liebe und (der brennend heiße Wüstensand) Grieß-schmarrn war; der Gesamteidruch bleibt positiv. Dass alles, was vor allem im Bereich der sexuellen Übergriffe geschehen ist, verfolgt wird, ist gut. Pauschale Verurteilungen sind schlecht! Bitte nicht Unrecht mit Unrecht vergelten! Servus!

      • Hesse sitzt in der Messe, liest die Presse und stopft sich Kresse in die Fresse Says:

        Ich bin sehr darüber enttäuscht, dass du was von Humanismus redest. Humanismus laut Wikipedia:”
        1. Das Glück und Wohlergehen des einzelnen Menschen und der Gesellschaft bilden den höchsten Wert, an dem sich jedes Handeln orientieren soll.
        2. Die Würde des Menschen, seine Persönlichkeit und sein Leben müssen respektiert werden.
        3. Der Mensch hat die Fähigkeit, sich zu bilden und weiterzuentwickeln.
        4. Die schöpferischen Kräfte des Menschen sollen sich entfalten können.
        5. Die menschliche Gesellschaft soll in einer fortschreitenden Höherentwicklung die Würde und Freiheit des einzelnen Menschen gewährleisten.”
        Wahrscheinlich gab es die Humanistische Ausbildung, um uns zu zeigen, was wir dort nicht erfahren durften. Mein Kremsmünster war geprägt von Prügel, Hackordnung und Psychoterror. Ich habe gestern einen 22 seiten langen Brief an http://www.betroffen.at geschickt. Ich kann in meinem Leben in Kremsmünster mich nicht wirklich an Humanistische Momente erinnern. Natürlich gab es korrekte Erziehungspersonen auch, aber es gab auch mal einen Nazi, der Chinesen gerettet hat. Man wird, wenn bei den Nazionalsozialisten jemand dabei war, der nicht bei den Verbrechen mitgemacht hat, sagen, dass wegen der korrekten Leute der Nazionalsozialismus gut war. Ich finde auch, dass Professor Leberbauer immer sehr korrekt war. Er war eine Nicht-Sadistische-Insel, im Sadismus. Trotzdem, wie können die korrekten die Übermacht der nicht korrekten und nicht zur Selbstkritik fähigen Autorität die Stirn bieten. Noch heute beschreibt Rom unsere Worte als Geschwätz. Die korrekten konnten nur selbst gut sein, mussten aber die bösen schalten und walten lassen.

      • Karl Leiss, MJ 1955 Says:

        Helmut Lothaller, danke für Deinen Beitrag, der durchaus meiner Erfahrung entspricht und nicht den häufigen, anonymen, teils völlig negativen Äusserungen folgt.

    • Merlin Says:

      So schlimm all diese Psychodramen auch sein mögen. Ich kenne einige Patres nur von “draußen” und auch die Berüchtigten flüchtig. Schlimmere “Psycherln” als in der Welt so herumlaufen sind sie allerdings auch nicht, eher weniger übel als Viele in der Welt. Und was hat denn die antiautoritäre Erziehung schon hervorgebracht? Was da erst alles an “Therapiebedürftigem” entstanden ist. Leider gibt es kein Allheilmittel zur Kindererziehung. Ein bißchen mehr Gesamtsicht fände ich allerdings angebracht – denn auch ohne Watschn und Gewalt wird leider keine schöne, neue Welt entstehen. Es bleibt dann eben nur umso mehr Betrug, wie wir es gerade heute erleben.

    • lalibo Says:

      Es war alles vor 30 Jahren und deshalb ist es jz nur mehr nötig es aufzuklären

  2. mj1984 Says:

    pater L
    ich durfte ihn nur als professor (altgriechisch)genießen und gott sei dank nicht als präfekt.

    man hat mir dann vor ca 10-12 jahren als ich (zwecks verarbeitung?) einmal einen besuch machte, mitgeteilt, dass sie ihn aufgrund beschwerden vom schuldienst abgezogen hätten und mit einer pfarre aus dem umkreis betraut hätten.

    ich frage mich nur, warum wurde damals nicht schon den überall bekannten vorwürfen nachgegangen?

    • cyber Says:

      mir ist bis heute nicht klar, was Pater L zu seinem Regime in der 4. Abteilung bewegt hat. Ich würde sehr gerne von ihm hören, vor welchem Überlegunges-Hintergrund er damals meinte, 12 bis 14jährige Kinder derartig terrorisieren zu müssen. Ob man das heute nun als Misshandlung ansehen kann oder nicht, das spielt nach meiner Meinung eigentlich keine Rolle und ist bloss eine Frage der Definition; aber VERSTEHEN würde ich es schon gerne. Als Kind habe ich es nämlich nicht verstanden, ich war immer alleine mit meinem Schmerz, habe mich gefragt, was ich falsch mache und mich unverstanden gefühlt. Meine Eltern haben weggeschaut oder sich einfach (für sich selbst) passende Antworten zurechtgelegt. Das habe ich Ihnen nie verziehen, bis heute nicht. Der liebe Gott, zu dem ich damals betete, hat es mir auch nicht erklärt.

      Jedenfalls haben die beiden Jahre, die ich in der 4. Abteilung verbringen durfte, noch 30 Jahre später sichtbare Spuren auf meiner Seele und in meinem eigenen Verhalten hinterlassen.

      Das Regime des Pater L hat nach meiner Meinung auch massgeblich zu den rohen Sitten der Zöglinge untereinander begetragen. Die Brutalität der Kinder und Jegendlichen im Internat untereinander war, mit der nötigen Distanz betrachtet, durchaus erheblich gewesen. Erst später wurde mir persönlich klar, dass diese Art der Hierarchie und Hackordnung nicht unbedingt der “normale” Weg des Zusammenlebens in einer Gemeinschaft darstellt. Es fällt mir deshalb bis heute zB schwer, mich auf natürliche Weise in ein gegebenes soziales Konstrukt einzuordnen. Schliesslich habe ich es nur über den Weg physischer und psychischer Gewalt gelernt und vorgelebt bekommen.

      • mj1984 Says:

        ich bin damals als 13jähriger in die 4. klasse gekommen. meine eltern dachten sich anlässlich der 1200 jahre feier, dass das eine ausgezeichnete schule sein muss.

        da ich aus wien komme & etwas frühreifer war, war ich nicht wirklich die zielgruppe von figs interessen.

        aber die angst, der umgang mit uns schülern durch patres oder andere schüler war so arg, dass ich wegmusste.

        da auch meine eltern durch zahlreiche höflichkeitsantritte bei fig meinen plan zunichte machten rausgeworfen zu werden, bin ich dann halt beim pater l. in altgriechisch durchgefallen und habe 1982 kremsmünster verlassen.

      • xyz Says:

        xyzzzz

      • KINDERSCHINDER by EARL X Says:

        Ich sage Euch, auch mir fehlten nach dem anfänglichen Leugnen vom 11.3. anfangs tagelang diese Worte, die Ihr, meine Mitschüler in diesem Blog bereits für mich ausgesprochen hattet und die ich teilweise nicht treffender hätte formulieren können. Darum erlaube ich mir hochachtungsvoll einige Eurer Wort- und Satzkonstrukte teilweise als „pars pro toto“ unzitierterweise zu übernehmen und verweise somit auf den Gesamtblog und die Originalverfasser. EARL X

        KREMSMÜNSTERER KINDERSCHINDER
        ODER DIE GESCHICHTE EINER GERAUBTEN KINDHEIT

        Sie wollen Ihren Gschroppn loswerden, am besten gleich? Professionelle Sadisten und Vertuschungsprofis lösen in gesunder und gesicherter Umgebung Ihr Problem für die nächsten Jahre gegen finanzielle Unterstützung unserer totalitären, faschistoiden Folteranstalt. Geben Sie doch einfach Ihre Verantwortung an unserer Pforte ab, wir stehen über dem Gesetz!

        Ihr Kind erfährt bereits in der Unterstufe echte Schikanen, ernstzunehmende Demütigungen incl. Dauerschäden. Misshandlungen im Zuge von Gewaltexzessen sind selbstverständlich und bieten Ihrem Kleinen ein unvergessliches Erlebnis unter 24/7 Dauerstress und wiederkehrender Todesangst.

        In der garantiert karg bemessenen Freizeit sorgen wir für Abwechslung durch Unterricht in „türkisch tanzen“, Paarspiele wie z.B.: „Beutelung“, „Wie groß ist der Lausbub?“, oder “Hände an die Hosennaht!“ und „Schuftsau verdreschen”. Ein besonderes Highlight bildet der jährliche Krampusexzess in der 4. Abteilung  durch unsere Nachwuchspsychopathen.

        Nicht nur bei Hetzjagden wie „Vogelfrei“ erhält Ihr Kleiner künftig ausgiebig Bewegung, sondern auch bei „befohlenen Auspeitschungen“ und “Erschießungen mit Schlagbällen” im Turnsaal lernt ihr Jüngling schon bald um sein Leben zu laufen und erhält dadurch Kondition und überlebenswichtige Reflexe.

        Als oberstes Unterrichtsorgan kümmert sich der Schuldirektor Jakob „Jaques, die Grinsekatze“ Krinzinger mit seinem weissen dünnen Schlagzeigestab vorzugsweise um Schülerpopos. Natürlich völlig asexuell, denn für sowas und ähnliches ist ja unser klavierspielender

        Folterknecht, der Konviktsdirektor, „Pädo Alfons Mandorfer zuständig“. Dieser kranke Serientäter ist ein echt perverser Sadist, hat sich bereits in den 1960ern bewährt und wurde nun aufs Neue von uns verpflichtet!!! Seine riesige Hand, die auf die kleine Wange niedersaust, wird keiner je vergessen und auch nicht den eigentlich immer sauberen Geruch seiner Talarschärpe.

        Weiters konnten wir für unser hassorientiertes Team in der 4. Abteilung (KZ / Klinglmairs Zuchthaus) noch einen echten Tyrannen gewinnen. Seine strengen, brutalen und unfairen Züchtigungsmethoden fördern letztlich sogar Unterdrückung und grausamste Repressalien der Schüler untereinander, inclusive ernstgemeinter Todesdrohungen! Eine wahre Eliteausbildung in systematischer Demütigung und Gewalt im Zuge einer einzigartigen Schreckensherrschaft. Ihr Kleiner wird sich aus blanker Angst vor dieser Fratze im Stehen in die Pyjamahosen pissen So! (sprich: „SoooU“ – na, klingelt´s da für die Insider? Anm. d. Vf.)

        Keinesfalls versäumen sollte Ihr Sprössling den Spezialunterricht in: „Sadistische Strafpraktiken“ & „Öffentliche Erniedrigungen“. Highlights bilden Trommelfellverletzungen durch Ohrfeigen, Nierendrescher, büschelweise ausgerissene Haare, sexuelle Übergriffe wie „Ausgreifen und Eierzwicken“. Mit besonderer Schadenfreude überschatten unsere gottähnlichen Vertreter eine normale pubertäre Entwicklung durch vorgelebte Schwulitäten.

        Unsere Peiniger bieten garantierte *****-Traumatisierungen, abscheuliche seelische Grausamkeiten mit einzigartigem Erlebnisfaktor per se in einem System der permanenten Angst und aggressivster Misshandlung.

        Bei Eignung erfolgt die Aufnahme in die GESTIPO (Geheime Stifts Polizei, Anm. d Vf).

        Die wahren Leckerlis des Alltags allerdings sind Terror und blanker Hass, genährt durch tägliche Kopfnüsse, “Stereowatschn”, Gewaltexzesse wie Schlüsseldruck am Ohrläppchen, rituelle Ohrfeigen mit Haareziehen und Verdrehen des Kopfes sowie Kontaktverbot zum gleichaltrigen anderen Geschlecht bei Verhängung von Strafen wie wochenlangem Heimfahrverbot und Dauerstudium. Außenseiter und Verräter werden prinzipiell psychisch und körperlich systematisch fertiggemacht und wochenlang kontinuierlich angegriffen und drangsaliert zwecks Zerstörung ihrer psychischen Gesundheit.

        Disziplinierung und das Recht des Stärkeren sind die Grundpfeiler unserer Hackordnung in der Unterstufe – echt kranke Persönlichkeiten warten nur darauf, schon demnächst auf ihr Kind losgelassen zu werden. Gegen eine kleine Spende wird ihr Kind notfalls dann doch noch zum “Privilegierten“.

        Besuchen Sie auch bald anlässlich unserer kommenden Jubiläumsfeier in der Sternwarte die neue Sonderausstellung von Schikaniertrophäen unseres NSinfiltrierten-Geografieturnlehrers Wöran:

        Ausgerissene Haarbüschel!!!

        und erraten Sie dabei gleich die folgenden Preisfragen und gewinnen Sie ein Exerzitien-Wochenende:

        1. „Wieviel Kindertränen passen in den Tassilokelch“?
        2. „Wie lange dauert ein Sprung von der Sternwarte?“
        3. „Nach wie vielen Jahren werden die Ersten frühestens zu reden beginnen?“
        4. „Wie hoch ist die voraussichtliche Dunkelziffer der Opfer“?
        5. „Wieviele Schulgelder ist dem Stift eine geraubte Kindheit pro Jahr wert inclusive Zins und Zinseszins“?

        EARL X radiofreequency11@gmail.com

      • ErzBengel by EARL X Says:

        SCHEINHINRICHTUNGEN & KINDERSCHINDER!!! by EARL X
        sagt:
        März 19, 2010 um 3:43 am | Antworten

        NOTA BENE

        das nun folgende Konvolut beinhaltet tlw. Wort- und Satzstrukturen anderer Blogteilnehmer, weil diese kaum treffender zu formulieren sind. Respect!

        So. Und Ihr vom damaligen Konvent und Lehrkörper wollt´s nun plötzlich bis auf ein paar Gerüchte alle nichts davon gewusst haben?
        IHR FEIGLINGE!

        Hey, sogar wir 11-12jährigen haben´s ALLE gewusst das vom Fig und darüber deshalb nur gewitzelt, weil wir in dem Alter noch gar nicht verstanden haben worum es da eigentlich geht (Zitat: Na, bist auch schon auf`m Fons sein Schoss gsessn, hehe?)

        Ausserschwulische Anekdote :-) wenn nicht der BioStocki Weigerstorfer die (damals erst ca. 16jährige!!!) Uschi im Zuge einer Schulveranstaltung auf Stiftsgrund am Almsee vor unser aller 13jähriger Ohren gevögelt hätte, hätten wir vielleicht nie so schnell erfahren, dass es da noch was anderes gibt als Ausgreifen? Die Konsequenzen für Verrat wurden uns allen von ihm noch vor Ende der Naturschutzjugendwoche eindeutig klargemacht (Straftatbestand der gefährlichen Drohung). Aber getan hat doch der Stocki nie wem was, oder? Er hat sie übrigens dann anstandshalber eh bald geheiratet, soweit ich mich erinnern kann, oder?

        Hier haben erwachsene gebildete Leute – aus welchen Gründen auch immer – tatenlos zugesehen und ermöglicht, wie Jugendliche unter Ausnutzung ihrer schwachen Position JAHRELANG!!! misshandelt und gedemütigt wurden. Sie haben Jugendliche in einer für den heranwachsenden Menschen wichtigen und wesentlich prägenden Entwicklungs- und Erziehungsphase im Stich gelassen.

        Riesenschuld trifft auch die Eltern!

        Wer vom Stift hat die Basis für so ein Klima geschaffen und zeichnete damals dafür verantwortlich? Ich meine unsere Eltern haben diesem Schulstift schliesslich Geld für eine humanistische Eliteausbildung gezahlt. Und was war zu dieser Zeit ca. 1977-82 mit der Landesschulbehörde, nicht zuständig für Klosterschulen?

        Hey, ich meine hier sind SCHEINHINRICHTUNGEN (!!!!) passiert, oder war ich zweimal der Einzige? Wollte mich nach der 2. echt von der Sternwarte stürzen aber der Zugang war zum Glück nicht möglich …

        Was wussten die damaligen Obrigkeiten dieses Schulstiftes? Ja, Schuldirektor Jaques, auch du hast damals mit dem weissen Zeigestock zugeschlagen, wenn auch eher harmlos im Vergleich zu anderen, aber du Wicht hehe gehörst daher genauso zum Schlägertrupp, auch wenn du noch so schuldbefreiend Dauergrinsen kannst.

        Der Fisch fängt bekanntlich beim Kopf zum Stinken an und wo schon der Direktor den ganzen Tag mit seinem Zeigeschlagstock bewaffnet herumläuft, braucht der Lehrkörper sich nur mehr ein gutes Beispiel daran zu nehmen.

        Die mit unseren Erziehungsberechtigten ursprünglich vereinbarte und bezahlte Leistung wurde vom Stift keineswegs korrekt erbracht, wenn man mal von einer Eliteausbildung zu Sadismus, Machtmissbrauch und schwerst brutaler psychophysischer Misshandlung absieht.

        Hey, wacht´s auf – da haben sich kleine Kinder schon aus Angst vor dem Erwischtwerden echt in die Hosen gepisst und wurden daraufhin dafür auch noch öffentlich lächerlich gemacht!

        Freizusprechen von persönlichen Missbrauchsvorwürfen sind allerdings auch aus meiner Sicht der Pater „Schlazi“ Robert Huber, Pater Emmeram Anderer, Pater Alan Pointner, Pater Konrad Kienesberger und Pater Benno Wintersteller. Diese haben einen halbwegs anständigen Eindruck hinterlassen, obwohl sie mit dem System letztlich doch irgendwie unter einer Decke steckten und deren Mitwisserschaft eigentlich nicht wirklich in Frage gestellt werden dürfte.

        Wenn du gerade mal 12 Jahre bist und so ein fast 2m grosser strafmündiger 16-17jähriger pockennarbiger scharfgemachter Nachwuchspsychopath bzw Vorzeige-Erfüllungsgehilfe wie ein Phillipp Harmer spielt wochenlang bei jeder Gelegenheit mit deinem kleinen Kopf MIT VOLLER KRAFT Watschenball (insbesonders vor und in der Telefonzelle, während dich seine Buberl festhalten), bleibt einem letztlich nicht viel über, als bei Schutzbefohlenen Hilfe zu suchen. Verbessert hat sich die Situation daraufhin genau gar nicht, aber dafür ging es mindestens doppelt so arg weiter und er wollte mich glatt umbringen und hat mich überall im Stift gesucht und mir das auch durch andere ausrichten lassen was passiert wenn er mich erwischt. Ich musste mich aus Todesangst vor diesem scharfgemachten Ungeheuer und seinem irren Blick eine Zeitlang bei der “Schwester Aspro“ in der Krankenabteilung verstecken weil mir keiner vor ihm geholfen hat. Niemand hat ihn gestoppt! Na, Capo Harmer, wie viele Vorstrafen hast du wohl mittlerweile oder wie lebst du heutzutage deine Neigungen aus?

        Die Scheinheiligkeit dieser schwarzgewandeten Stiftsheroes gegenüber uns Schutzbefohlenen hat übrigens bei mir genau das Gegenteil des ursprünglichen Erziehungsziels bewirkt:

        ICH HABE SEIT DIESER ZEIT NIE WIEDER FREIWILLIG DEN WEG IN EINE KIRCHE ZURÜCKGEFUNDEN! Liebe und Vergebung wurde uns gepredigt, doch schon kleinste Vergehen wurden drakonisch bestraft.

        Sogar das Beichtgeheimnis wurde gebrochen im Sinne von subtilem Aushorchen, diese Infos intern weitergeben und dann dafür idealerweise durch eine Dritten abstrafen lassen. Ich hab das damals ausgetestet und beim Kinsky was gebeichtet was sonst keiner wissen konnte.

        Genau durch sowas verlierst du als Adolescens den allerletzten Glauben an einen etwaigen Herrgott und titulierst dessen irdische Vertreter zumindest in Gedanken nur mehr als Kuttenwixxxer, so wie es dir der “Widerstand“ ( = gemeint sind Ältere, die sich zum damaligen Zeitpunkt bereits organisiert hatten) bei heimlichen Zigaretten einst vorgeflüstert hat.

        Bin bereit vor jedem irdischen Gericht einen Eid darauf zu schwören dass das alles wahr ist, was da von meinen Mitschülern und mir an Abscheulichkeiten über die Zeit v 1977-82 im Blog behauptet wird und für alle, die noch Fragen zu diesem Thema haben erreichbar unter radiofreequency11@gmail.com

        Earl X

        PS: Leider ist es heutzutage in Ö noch immer nicht legal, die besagten Kinderschinder gnadenhalber an das Stiftstor zu ketten um diese dann der Öffentlichkeit zu überlassen.

        Die kommen echt davon damit!

        Ich meine diese Schweinehunde verhöhnen uns noch immer indem sie halbherzige Heucheleien veröffentlichen oder weiter dazu schweigen!
        Wie wär´s mal mit einer Stellungnahme des KZ-Präfekten? SooooU ???

        Echt zum Kotzen!

        Erst genau deshalb begann ich diesen Blog nämlich zu suchen!

        Lasst´s den Blog unbedingt öffentlich, ich glaube dass

        1. das erst die Spitze des Eisbergs ist, dass viele sich noch immer nicht zu reden getrauen wegen der GESTIPO (GEHEIME STIFTSPOLIZEI; Anm.d.Vf.) und dass

        2. die meisten Missbrauchsopfer eher unter den Frühaussteigern zu suchen sind (alle rechtzeitig rausgschmiss´n?) und nicht unter den paar Maturanten. Wir waren fast doppelt so viele als wir angefangen haben und die Gesichter derer, die es zumindest laut meiner Erinnerung beim Fons “erwischt” hat, hab ich auf den Maturajahrgangsfotos nicht gefunden!!!!!

        PPS:
        Im jahrelangen Vertuschen kriegt das Stift eine römische Eins eh klar. Übrigens, für wieviele uneheliche Kinder bezahlte das Stift seit 1960? 1980 waren es gerüchteweise gar nicht so wenig, nämlich angeblich 23 inclusive der vom Stift betreuten Diözesen. Na, ist da zufällig was Wahres dran?

        Man darf gespannt sein welch unentdeckte Leichen dort noch in diversen Stiftskellerabteilen lagern.

        by EARL X sagt:
        März 19, 2010 um 11:48 pm | Antworten

        Hallo Alexander Nader, bitte melde dich bei mir
        unter radiofreequency11@gmail.com

        Du hast ja so recht, es gibt in Wirklichkeit keine Sühne für das was man uns angetan hat.

        Wir waren in der selben Klasse und insbesonders bei dir kann ich mich noch sooo gut erinnern wie du bei grausamsten Züchtigungen stolz die Tränen unterdrückt hast: wie du die Lippen spitz zusammengepresst hast und nach oben geradeaus geschaut hast und noch versucht hast dabei zu lächeln um zu zeigen, dass du Schmerzen ertragen kannst …

        umso heftiger haben´s dann zugeschlagen …

        # by EARL X sagt:
        März 20, 2010 um 12:16 am | Antworten

        Der Tag der apokalyptischen RacheBengel ist gekommen :-)

        # ErzBengel by EARL X sagt:
        März 20, 2010 um 12:33 am | Antworten

        ihr müsst´s euch bitte vorstellen wie subtil mir dieser grindige Sadist von Konviktsdirektor damals 1977 in der 1. Klasse das Image eines Aussenseiters aufgedrängt hat, nachdem ich ihm nicht zu willen sein wollte:

        am Folgetag in der Musikstunde musste ich zu seiner Klavierbegleitung irgendein kompliziertes Lied vorsingen und er hat der GANZEN KLASSE ein Eis versprochen, “falls bei mir was Gscheites herauskommt” hehe. (Originalzitat!!!!!)

        Hey, ca. 30 Mitschüler und ca. 60 grosse erwartungsvolle Augen und du bist gerade mal ca. 11 Jahre alt und dieses Arschloch beginnt am Klavier zu spielen aber spielt nicht richtig im Takt!!

        Natürlich hab ich´s nicht geschafft richtig zu singen und wurde dafür anschliessend verdroschen, weil es kein Eis gegeben hat.

        Na?

        Sowas vergisst du niemals in deinem Leben !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
        # CORR. ErzBengel by EARL X sagt:
        März 20, 2010 um 12:41 am | Antworten

        … weil es WEGEN MIR kein Eis gegeben hat an dem Tag.
        # ErzBengel by EARL X sagt:
        März 20, 2010 um 12:56 am | Antworten

        und der Nikolissimo, der uns enthusiastisch mit feuchten Augen aus dem Buch

        “VERGIB MIR NATASCHA” laaange Zeit vorgelesen hat.

        Hey in dem Buch geht´s schwerstens um`s Frauen verprügeln incl. SM-Phantasien. > Liebe und Schläge und Verzeihung, wie beim Mandorfer!

        Hattet ihr euch eventuell alle untereinander bereits zuvor abgesprochen was ihr da letztlich mit kleinen Bubis in den nächsten 4 Jahren vorhabt´s?

        # kein_ak sagt:

        # GESCHMACKLOS by EARL X sagt:
        März 20, 2010 um 4:11 pm | Antworten

        GESCHMACKLOS?

        Was ist schon Geld, auf Eure Gräber schwor ich einst zu pissen!

        Wer nicht dabei war kann sich nicht vorstellen was damals abgegangen ist

        Eine kleine Anekdote: Im Schulalltag haben uns zuerst unsere Schutzbefohlenen misshandelt, anschliessend haben wir uns gegenseitig verdroschen, entsprechend der Hackordnung. Ich erinnere mich noch heute an die Schläge die zB der kleine Karli K. sonntagnachmittags abgekriegt hat. Dieses Arschloch von KZ-Häuptling hat sich den Buben extra übers Wochenende dabehalten und ihm Heimfahrverbot erteilt, dann hat er dem Karli im Separee Nachhilfestunden gegeben = geprüft!

        ”Kischis” wimmernde Schreie gingen 2 Stunden durch Mark und Bein und durch die ganze 4. Abteilung, pro nichtgewusstem Vokabel setzte er ihm eine Watschn die durch 2 Türen durchgeschallt hat. Als der arme kleine Gschrapp dann bei der versammelten Abendkontrolle mit hochrotem Gesicht noch wegen irgendwas weiterem angeklagt wurde, hat er sich aufgrund von Dauerstress in die PyjamaHosen gepisst. Daraufhin hat ihn der K(z)linglmair uns allen als Weichling vorgeführt und wir mussten ihn alle gemeinschaftlich auslachen.

        Das war übrigens der Tag an dem ich mir geschworen habe, eines Tages noch AUF EURE GRÄBER ZU PISSEN!!! (Leo, Fons und Konsorten), wenn es schon keine irdische Gerechtigkeit gibt auf dieser Welt.

        Geschmacklos? Naja, wir waren ja erst knappe 13. Aber ich war mir damals sicher diese Henker irgendwie zu überleben und Urin ist nicht geschmacklos! Was bitte treibt kleine Kinder so weit, derartige Gedanken zu entwickeln?

        Natürlich haben wir Opfer schlechte Schul- bzw Betragensnoten gehabt eh klar und genau wegen dieser wurden wir dann auch nach der Unterstufe aussortiert = rausgeschmissen.

        Zuerst die kleinen Buben systematisch ruinieren und dann ab auf den Müll mit diesen stigmatisierten Aussenseitern! Na, klingelt´s?

        Leo´s Misshandlungsrituale waren dermassen grausam und seine Watschen so fest, dass ich WOCHENLANGEN DAUERTINNITUS hatte. Aber als Adolescens glaubst halt du hörst jetzt die Engerl singen :-)
        und es ist nun eh alles wieder gut weil du deine Strafe gehabt hast!!!

        GESCHMACKLOS by EARL X radiofreequency11@gmail.com
        # ad GESCHMACKLOS by EARL X sagt:
        März 20, 2010 um 5:34 pm | Antworten

        Jetzt weiss ich auch wieder wie das kam mit der Idee auf deren Gräber einst verachtungsvollst zu brunzen:

        Kurz zuvor hatte ich knapp die 2. Scheinexekution durch die GESTIPO überlebt und ich habe bitterlich geweint und mir vorgestellt wie wohl mein Grab bzw die Inschrift ausschaun wird und so weiter.

        Die 16-17jährigen Buberl von der GESTIPO hatten vom K(z)linglmair die Lizenz für alles! Keiner hat diese gemassregelt oder zurückgehalten. Wenn ich dabei wirklich draufgegangen wäre, wäre ”ES” halt passiert habn´s mir anschliessend gesagt. Welch Abschaum der Gesellschaft nennt sich heute ALTKREMSMÜNSTERER!

        Hey, der Anstifter kriegt normalerweise die gleiche Strafe wie der Täter und Scheinexekutionen sind im Sinne des Erfinders nicht durchgeführte Auftragsmorde!

        Darum habe ich mich damals so viel mit Gräbern beschäftigt und kam auf diese Idee einst auf deren Gräber zu pissen nach der Geschichte mit dem K.K.

        Aber was willst schon viel machen als kleiner Gschropp, wenn dir nicht einmal dein Erziehungsberechtigter dieser Nazi zuhause am Wochenende glaubt (…übertreib net so, wird schon net so schlimm sein, wird eh an Grund ghabt haben etc.) bzw. diese SS-ähnlichen Taten auch noch gutheisst im Sinn einer strengen Erziehung?

        Dieser hat mich zum besseren Verständnis übrigens jahrelang mit dem Kosenamen PIMPFI tituliert, aber das ist ein anderes Kapitel. Die PIMPFEN waren übrigens der NS-Nachwuchs, wie ich erst vor ca. 2 Jahren leidvoll bei einer TV-Doku erfahren musste. Seufz. Kinderschinder!

        http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Jungvolk

      • DIE GRÖSSTE LÜGE ALLER ZEITEN by EARL X Says:

        DIE GRÖSSTE LÜGE ALLER ZEITEN by EARL X

        Sie werden es schwierig finden …
        Jene, die Autorität als die Wahrheit betrachten,
        anstatt Wahrheit als die Autorität.
        G. Massey, Ägyptologe

        Die christliche Religion ist eine Parodie auf die Sonnenanbetung, in welcher sie eine Figur namens Christus an die Stelle der Sonne setzten und ihm jetzt die Verehrung zukommen lassen, die ursprünglich der Sonne galt. Zitat Zeitgeist 2007 Der Film – Deutsch

        Hey für alle die den Film aus dem Jahr 2007 noch immer nicht kennen, das ist der wahre Zündstoff für euch, denn ihr wurdet alle miteinander belogen von der katholischen Kirche. Beginnt zwar etwas mühsam, wird jedoch ab der ca. 8. Minute interessanter und im weiteren Verlauf des ersten Drittels kongenial.

        Dieser Film rechnet im ersten Drittel (und genau um dieses erste Drittel geht es nur) schonungslos mit der katholischen Kirche ab und wurde übrigens zum freien Internetfilm des Jahres gewählt. Er setzt allerdings auch ein gewisses Mass an Intelligenz voraus.

        Also entweder irgendwo gratis runterladen oder ganz einfach den Stream bei Google anschaun http://video.google.com/videoplay?docid=1338572241371195960#

        Da beginnen´s dann plötzlich ganz laut zu läuten, die katholischen Gloggerl. Weil dieser Film stellt ihre Existenzberechtigung in Frage.

        by EARL X

      • IST DA JEMAND? by EARL X Says:

        IST DA JEMAND,

        Sonst gehen die Anstifter vom Stift nämlich stiften.

        Ist da jemand, der sowas gesehen hat oder dem ähnliches passiert ist?

        Wie man mir einst feige aus dem Hinterhalt vor der Telefonzelle einen Plastiksack über den Kopf gestülpt hat damit ich nichts mehr sehe und keine Luft mehr kriege. An den Stimmen habe ich sie trotzdem erkannt.

        Die haben mich reingedrängt in die Telefonzelle, abwechselnd zu fünft festgehalten und auf mich kleinen unbeirrbaren 11-12jährigen Gschroppen minutenlang wie von Sinnen eingeprügelt. Abwechselnd.
        Jeder darf mal :-(

        IST DA JEMAND??? Wem ist das noch so passiert?

        Und die haben erst von mir abgelassen als ich mich TOT gestellt habe.

        Da haben sie plötzlich zum ersten mal selbst verdammten Schiss gekriegt, sind wiederum feige davongelaufen und haben mich ganz allein liegen gelassen und keiner hat sich um mich gekümmert, weil in der Abteilung hat´s ja dann gleich die nächste Dresche gegeben von wem auch immer. Mann, auch ich habs echt von überall abgekriegt wenn ich nun so zurückdenke an die gute alte Zeit.

        DAUERSTUDIUM WAR EINE SCHÖNE STRAFE WEIL DA WAR ICH FÜR DIE GESTIPO UNANTASTBAR :-) WEIL DA WAR IMMER EIN SENIOR ODER SONSTWER IM STUDIERSAAL.

        Pater Nikolaus Zacherl und Pater Emmeram Anderer und bei wem was weiss ich noch, bei euch habe ich daraufhin geweint und gebettelt um Hilfe, aber keiner hat mich ernst genommen weil ich es mit 11-12 Jahren vielleicht noch nicht so gut sagen konnte, schon längst bis ans Mark eingeschüchtert war. Es wurde nichts oder nichts Ernsthaftes dagegen unternommen und eine Ruhe hatte ich erst nach deren Abgang nach der Matura. Kotz!

        Ich schwöre euch es gab Tage, da hätte ich es bevorzugt wenn dieser Terror durch meine Hinrichtung endlich GOTTSEIDANK :-( ein Ende gehabt hätte!!! Und das ist bitte kein Scherz.

        Und das habe ich mir auch nicht schön zusammengereimt.

        Ich bin vor Gericht bereit, notfalls sogar unter Hypnose von diesen Taten zu erzählen, falls meine Integrität in Frage gestellt werden sollte.

        Und ich habe bitterlich geweint und ich habe mich geschämt weil ich ja so ein Weichei bin und weinen muss und weil mich eh keiner mag. Und keiner wird mich je mehr mögen WEIL ICH BIN DER ABSCHAUM DIESER WELT. Weil ich habe es ja verdient hingerichtet zu werden. Ave Maria! JAHRELANG! Na?

        Eine andere Scheinhinrichtung ist mir übrigens auch wieder eingefallen durch das viele schreiben und zurückerinnern kommen so manche Bilder wieder: Es passierte nicht ganz so spektakulär im Winter mit einem Langlaufstock, wer mehr dazu wissen will kann mich ja anmailen. Und wenn ich die Namenslisten und die Gesichter von damals dazu in die Hände kriege, dann kann ich ihn auch heute noch identifizieren. So wen vergisst du NIEMALS!!!

        Zuletzt hat man mich ein paar Tage vor meinem Abgang noch kopfüber zum Fenster rausghängt mit den Armen nach vorne und ich war schon so gut wie ganz draussen auf jeden Fall mit DEM GANZEN OBERKÖRPER und hab mit den Händen in der Luft gerudert, nur am Gürtel hat man mich noch festgehalten, an den Füssen wurde ich geschüttelt.

        Und das ca. 1 Woche noch vor meinem Abgang in Kremsmünster.
        Damit ich ja meine Goschn halte. Worüber eigentlich?
        Hey, auch das war eine Scheinexekution, ihr SPÖTTER.
        Na? Nun noch immer stolz darauf ein Altkremsmünsterer zu sein?

        IST DA JEMAND? Dem es noch so gegangen ist?

        Und wenn man diese damals teilweise strafmündige, scharfgemachte Iuvenestrum-Partie heut vor einen Richter zerrt werden sie mit feuchten Augen beteuern dass sie selbst nur Opfer waren und instrumentalisiert wurden und weil das damals SELBSTVERSTÄNDLICH war, WEIL MAN ES IHNEN JA im Stift schon so VORGELEBT HAT und so weiter und so fort und überhaupt, alles und sowieso und der da redet ist ja sowieso nur ein Trottel gewesen oder noch immer einer usw. Stimmt auch. Nicht bezugnehmend auf den Trottel sondern auf deren Rechtfertigungen.

        Freiwillig zugeben wird da heut keiner mehr was. Brauchts ehrlich gesagt auch nicht mehr, weil letztlich prangere ich hier das Stift an für diesen Nährboden der Gewalt, euch gebe ich heute weniger Teilschuld.

        IST DA JEMAND?

        Eh klar, als Kremsmümsterer hat man ja nur den feigen Angriff aus dem Hinterhalt gekannt weil vorgelebt vom Leonhard Klinglmaier, wenn er wieder mal hinter einer Tür auf sein nächstes Opfer gewartet hat :-),
        der Hasso, welches zum falschen Zeitpunkt, nämlich während des (Dauer-)Studiums illegal den Schlafsaal betreten hat.

        Illegal nach seiner Rechtssprechung natürlich eh klar. Und Tusch hat´s gemacht, immer wieder. SADIST!

        Der Bussgürtel und 200.000 Vaterunser , 500.000 Ave Marias und 1.000.000 Rosenkränze (Rose = Liebe und Schmerz der Dornen) sind nicht genug für diesen Terroristen, da gehört ein konfessionsloser irdischer Richter her. Und ein konfessionsloser Staatsanwalt.

        WER ZUM HENKER HAT SOWAS ÜBER FAST 4 JAHRE ZUGELASSEN?

        Ja, ich weiss ins eigene Nest scheisst man auch heute noch immer nicht… Oder doch? radiofreequency11@gmail.com

        Demnächst erzähle ich euch von der allergrausamsten Strafe überhaupt!

        IST DA JEMAND? by EARL X radiofreequency11@gmail.com

      • Freischaltung Says:

        ich ersuche sie höfllichst meine Posts prompt freizuschalten,
        weil ansonsten sorge ich für die Veröffentlichung über die Medien
        und da lesen es noch viel mehr Leute. Na?

        EARL X radiofreequency11@gmail.com

      • TERRORPARAGRAF § 278a StGB by EARL X Says:

        Zitat ausm ONLINE-Standard ohne Werbung zu machen:

        TERRORPARAGRAF § 278a StGB

        Wenn nur einzelne Erzieher hinter den Übergriffen stecken,
        sieht es anders aus,
        “als wenn Übergriffe unter der Toleranz anderer passiert sind.”
        Sollten sich Übergriffe in der einen oder anderen Einrichtung als “systemimmanent” herausstellen,
        sei eine Anzeige nach § 278a StGB jedenfalls gerechtfertigt.

        Jetzt läuten sie aber schon lauter, die katholischen Gloggerln, oder?

        Wenn das alles rauskommt an Schweinereien die da passiert sind,
        dann verlieren die TERRORISTEN VON KREMSMÜNSTER!
        das Stift, den Almsee und wahrscheinlich auch den Rest der Liegenschaften.

        Das als Antwort für Euren Bestechungsversuch und
        dafür das man mich aus diesem Blog gesperrt hat
        WEIL ICH WIEDER MAL ZU UNBEQUEM WURDE.

        Blöde Ausreden, ich hab das gestern ganz genau ausgetestet.
        Was glaubt ihr wohl wie bin ich nächtens wieder in den Blog reingekommen?

        EARL X

  3. mj89 Says:

    wer hätte uns denn geglaubt?
    Pater A. war immer der netteste, freundlichste Mensch der Welt – solange meine Mutter dabei war, also etwa an Sprechtagen. Und so einem lieben Menschen, der noch dazu Priester ist, soll man weniger glauben als einem pubertierenden Kind?

    Eine kurze Umfrage unter einigen Mitschülern hat gezeigt, dass es allen gleich ging: Zu Hause nichts erzählen, weil das eh nix bringt …

    Und wie zum Hohn daher auch die ersten Reaktionen: Da hat sich einer etwas nach 30 Jahren zusammengereimt. Oder da hat jemand leider etwas als Missbrauch interpretiert (was wohl liebevoll gemeint war). Diese Verhöhnung ist das schlimmste und zeigt, dass von Reue wirklich gar nichts zu spüren ist!!!

  4. holboeck1 Says:

    Es gab auch andere
    Es hat aber auch andere Patres in Kremsmünster gegeben wie z.B. Prof. Dr. Theodorich Pichler, der in den Jahren 1958 – 1965 gewaltfrei unser Klassenvorstand gewesen ist und auch heute noch als Vorbild an Gerechtigkeit und Bescheidenheit von uns allen über seinen Tod hinaus geschätzt wird.

    Dipl.-Ing. Franz Holböck
    Maturajahrgang 1965

    • beobachter Says:

      Ja, auch die Guten sollten nicht vergessen werden. Wenn man z.B. Latein nimmt, was ja auch der besagte L. unterrichtet hat, fällt mir da gleich Pater Alan Pointl ein. Ebenfalls ein Vorbild an Gutmütigkeit, Verständnis und zugleich hohem Intellekt.

      Schade, dass er mit der Disziplin größere Probleme hatte, aber das Unterrichten war seine Sache nicht wirklich.

      Hier fielen mir noch einige andere Kandidaten ein, die positiv aufgefallen sind. Allerdings ist das OT.

    • Kopie Ilias Says:

      die Mehrheit war anders
      Zum Glück!!!! Das muss natürlich auch gesagt bzw, geschrieben werden. Es sollen jetzt aber die dunklen Geschehnisse ans Licht gebracht werden, und die Schuldigen öffentlich gemacht werden. Sie haben sich Dekaden hinter hohen Wänden und dunklen Zimmern versteckt, und waren sicherlich der irrwitzigen Meinung korrekt gehandelt zu haben. Es sei ihnen entweder nicht klar gewesen, dass man ihr Tun als Missbrauch deuten könnte, oder man bewerte aus heutiger Sicht die Dinge falsch. Kann es realitätsfremdere Ausreden geben?? Diese Leute müssen heute einsehen dass sie falsch und verwerflich gehandelt haben.

      • mj90krems Says:

        Pater Alfons weiß ganz genau dass er “falsch und verwerflich” gehandelt hat, er ist schlicht ein böser, sadistischer Mensch. Einsicht kann man sich von seiner Seite sicher nicht erwarten, ich glaube sogar dass er heute auch in hohem Alter immer noch alles tun wird um seine ehemaligen Opfer zu demütigen und seine eigene Haut zu retten. Ich hoffe nur dass ihm das dieses Mal nicht gelingen wird!

  5. zenzi69 Says:

    Verfolgung
    Jeder hat die Vorfälle gewusst. A. hat mich als kleinen schüchternen Buben nach der Jause zu sich bestellt. Ich hab mich vor lauter Angst im Kasten versteckt. Bei der nächsten Gelegenheit hat er mich beschimpft und wieder zu sich befohlen. Ich hab mich wochenlang versteckt und aus Angst auf Mahlzeiten verzichtet. Diese Angst war so massiv, dass sie auch nach 30 Jahren noch voll präsent ist. Ich war damals vollkommen hilflos, keiner hätte mir in irgendeiner Weise geholfen. A. hat sich immer nur Buben ausgesucht, die “gnädigerweise” die Schule besuchen durften, wo er sich sicher sein konnte, dass daheim keiner was sagt, und wenn doch, dass die Eltern nichts unternehmen würden. Kinder prominenter, gebildeter, aufgeschlossener Eltern waren tabu. Aber es gab ja einen “Pool” von Arbeiter-, Angestellten-, Bauernkindern aus dem er reichlich schöpfte. Hoffentlich hat diese ganze Scheinheiligkeit endlich einmal ein Ende und wirkliche Konsequenzen für die Täter.

  6. ghost40 Says:

    erstaunlich
    Im Stift Kremsmünster gibt es unzählige uneheliche Kinder der ach so heiligen Ordensbrüder. Seit den 60ger Jahren werden Unsummen an Kinderbeihilfe ausgezahlt, damals sogar noch in bar. Warum mussten die Benediktiner dann auch noch Kinder mißbrauchen? Sie hatten doch genung Sex-Partnerinen.

    • beobachter Says:

      Das gibt es heute auch noch. Nur, dass es aktuell der Ordensmann Musiklehrer (an der hauseigenen Schule) mit der ebenfalls im Haus tätigen Französischlehrerin treibt.

      Meine Kinder wissen es alle, nur der Abt sieht dem munteren Treiben zu. So, als wäre es ganz normal. Oder hat er als Einziger noch nichts davon gehört…..?

      • gast Says:

        was, sollte es so sein, privatsache ist, dich sicher nichts an geht und mit den vorwürfen absolut gar nichts zu tun hat

        • beobachter Says:

          Nein, Privatsache nicht, da vor den Augen der Schüler.

          Ja, mit der aktuellen Sache nicht direkt in Zusammenhang, jedoch passend zum Erstkommentar.

          • mj07 Says:

            Meine Erfahrungen des Schulgeschehens sind gewiss noch jünger als deine, “beobachter”. Jedoch gilt es eines festzuhalten:
            Dass der Musiklehrer mit der Französischlehrerin ein Verhältnis hat, das wissen deine Kinder und wohl auch ein Großteil aller Schüler. Dass er es mit ihr treibt, können sie das auch sagen? Oder entspringt diese Aussage einem Übermut der danach giert, die in den Medien berichteten Grausamkeiten durch “neue” Sensationen zu unterstreichen?

            Nach 8 Jahren im Stift und Kenntnis über das Verhältnis der beiden kann definitiv gesagt werden: das geschieht NICHT vor den Augen der Schüler und in welcher Weise diese “Beziehung” gelebt wird, entbehrt auch jeder profunden Kenntnis.

            Uns wurde gelernt, bei Sachverhalten zu abstrahieren und objektiv zu denken. So eine unqualifizierte Aussage gehört sicher nicht dazu und zeichnet keinen Humanisten aus.

            • kephas Says:

              Runter vom Gas, werter mj07!

              Nur weil man Tatsachen wiedergibt, die man nicht einmal als offene Geheimnisse bezeichnen kann, ist man nicht gleich ein schlechter Humanist.

              • ra Says:

                was heisst hier herunter vom gas?!
                das sind sachen, die nun wirklich in die privatsphäre gehen und mit so einem tiefen niveau beschrieben werden, dass ich die aufregung absolut verstehe.

                von tatsachen zu reden, ist hier nun einfach eine herausgenommene frechheit, da ich glaube, dass weder sie noch der herr beobachter dabei waren. das sind anschuldigungen, die wahr sein können, aber von denen sie nicht wissen, ob sie es sind und zu denen sie keineswegs auch nur irgendeine ermächtigung haben diese behauptung – und nicht mehr ist es, bis so etwas bewiesen ist – als wahrheiten darzustellen.

    • Herbert Says:

      Das halte ich für eine falsche Unterstellung. Mir ist nur eine einzige Person bekannt die bereits verstorben ist. Ich bin mir ziemlich sicher das dies so ziemlich einzige Person ist. Schließlich war ich 6 Jahre im Kloster und habe einiges mitbekommen

  7. tomtom Says:

    ………………….
    Auch Pater P. würde sich mehr Aufmerksamkeit verdienen, der wurde zwar aus dem Dienst im Internat vor wenigen Jahren abgezogen (warum wohl?), in der Schule ist er trotzdem noch tätig

    • beobachter Says:

      Wie ich von Freunden weiß, ist P. auch nicht mehr in der Schule zugange. Allerdings rechtfertigt das nicht die Taten von damals.

      Solange sich aber keine Opfer melden, wird kein Mensch was unternehmen können.

      Warum findet sich wohl niemand, der auch diese Taten anprangert? Das wäre der erste Fall, in dem juristische Schritte möglich wären, da nicht verjährt!

      • lx184 Says:

        schwerer Missbrauch verjährt angeblich erst nach 20 Jahren-gerchnet ab dem 28. Lebensjahr der Opfer. Es müsste eine Strafrechtler Auskunft erteilen was per definitionem “schwerer Missbrauch” ist. Denn diejenigen die es Anfang der 80er betraf sind noch keine 48. Damit würde Fig doch noch seine gerechte Strafe bekommen. Die Geschichte mit diesem P. war nach meiner Zeit.

  8. leinerich Says:

    Auch später…
    Mich wundert, dass hier immer von den 60er bis 80er Jahren die rede ist. Schläge im Speisesaal und Kopfnüsse mit dem Schlüsselbund standen in Kremsmünster selbst zu meiner Zeit noch an der Tagesordnung. Einmal schlug ein Pater einen meiner Mitschüler im Unterricht verkehrt ins Gesicht und traf ihn dabei mit dem Ring so “unglücklich” an der Nase, dass ihm das Blus nachlief. Grund: der Schüler hatte während dem Unterrricht in sein Heft gezeichnet. Die Vorfälle waren allgemein bekannt, selbst der Direktor wusste von diesen Praktiken. Das war 1993!

    • Michael Stöttinger Says:

      Lustig, das war ich. Hab durch einen totalen Zufall den Blog gefunden, zur blutenden Nase folgende Anmerkung: Es war P. Ferdinand Kinsky, was genau Grund für das starke Bluten war, ob Ring oder Schlüssel weiß ich nicht mehr. Am schlimmsten war aber nicht die blutende Nase, uns war allen klar dass Ferdinand eine bedauernswerte, kaputte Existenz war: Die nachfolgende “Aussprache” mit Prior Jakob (und KV Weigerstorfer) mit der Klasse hab ich bis heute nicht vergessen, Jakob hat mich ohne mit der Wimper zu zucken vom Opfer zum Täter gemacht, Weigerstorfer dabei zugesehen. Dieser Vorfall ist aber nicht repräsentativ und P.Jakob zu sagen was ich von ihm halte erübrigt sich – er war nicht mal unter seinen Mitbrüdern beliebt, den Mann hat wirklich nie jemand gemocht – keine schlechte Strafe für einen Priester (wenn er´s kapiert).

      Trotzdem war ich ein begeisterter Schüler. Mir ist sonst nie etwas passiert, P.Alfons und P.Benno verehre ich heute noch. Bei Alfons (und das werde ich ihm bald persönlich sagen) ist meine Meinung: Ich wurde nie geschlagen, aber selbst wenn: Aus meiner Sicht war ganz klar dass er kein Menschenfeind ist – er hat niemals psychische Gewalt ausgeübt – ich hab ihn sogar als Verbündeten gegen so manchen Lehrer oder meinen alten “Gegner” Herrn Ölsinger gebraucht (Ölsinger zähle ich eindeutig zu den “Guten”). Zu meiner Zeit, ca. 1990 war der meistgehaßte Lehrer mit Abstand ein Lateinlehrer namens Leonmeier (oder so ähnlich). Diesen halte ich für einen lupenreinen Psychopathen, ein Menschenfeind ersten Ranges, als Pädagoge völlig ungeignet. Er hat meines Wissens niemals jemanden geschlagen, die psychische Gewalt die er ausgeübt hat war aber viel schlimmer. Von meinen Klassenkollegen hätte niemand einen Alfons oder Benno zum Teufel gewünscht, diesen Leonmeier aber jeder. Geschichten über P. Leonhardt ect. kenne ich nur mehr vom Hörensagen, da ist mir wohl einiges erspart geblieben, alles in allem war ich aber sehr glücklich in Kremsmünster und ich werde diesen Eintrag (bewusst nicht anonymisiert) zum Anlass nehmen P. Alfons und P. Benno möglichst bald zu besuchen und mich zu bedanken: Ein anderes Gefühl ausser Dankbarkeit und Respekt hab ich nämlich nicht für die beiden. Ich glaube außerdem nicht dass ich einfach “Glück” hatte, spätestens zu meiner Zeit ist es nicht mehr zu regelmässigen Übergriffen irgendwelcher Art gekommen ist. Bei uns (Mit Herrn Ölsinger/P.Benno) jedenfalls kein einziges Mal.

  9. pinha22 Says:

    Mit dem Ring getroffen?
    ad Leinerich: sie schreiben, daß ein Mitschüler “mit dem Ring ‘unglücklich’ an der Nase getroffen worden ist?” Das kapiere ich nicht, die Benediktinerpatres tragen keinen Ring, ausgenommen der Abt. Doch der Abt von 1982-2006 war der Dipl.Ing. P. Oddo Bergmair, er hat 1. nie oder nur zur Abtweihe einen Ring getragen, er hat 2. nicht am Stiftsgymnasium unterrichtet, er war auch kein Erzieher im Internat 3. ist er ein friedlicher, zu friedlicher Mensch, sonst hätte er paar Patres früher vom Posten abgezogen oder gar rausgeschmissen, das war seine Sache freilich nicht. Insofern hat es ihm an Führungskompetenz gefehlt, was aber vielen Patres nur recht gewesen ist, so konnten sie tun, was sie wollten, denn es war “laissez-faire” angesagt, wie die zahlreichen postings hier zeigen.

    • mj1984 Says:

      nun, das mit dem ring lässt sich vielleicht so erklären, dass pater f. seinerzeit als geographieprofessor tätig, seinen schlüsselring über den mittelfinger gezogen hatte und damit während des unterrichts manchmall herumspielte.

      die, die schon einmal damit getroffen wurden haben diese “botschaft” durchaus verstanden.

    • Anonym Says:

      Wenn ich Ring lese, dann denke ich an das Schmuckstück, welches am Ringfinger getragen wird, aber nicht an einen Schlüsselring, danke für die Aufklärung. Aber mir wird richtig schlecht, angesichts der Fülle an fast grausamen Details, wenn ich z.B. an die “Nikolausfeiern” mit dem Schlagen der Kleinen durch die 7., 8. Klassler denke. Welch irre Welt im Namen des Jesus Christus da zelebriert worden ist – einfach nur verrückt & absurd muß ich sagen, direkt eine Gotteslästerung. Wenn ich die postings so lese, könnte ich glauben, diese Zöglinger waren in einem atheistischen Straflager irgendwo im Kommunismus&Stalinismus aber nicht von Präfekten betreut, die ein Studium der Philosophie&Theologie absolviert hatten, einzelne sogar mit Dr. Theol. abgeschlossen. Doch was nützt so ein Studium, wenn kranke Persönlichkeiten in so ein Kloster eintreten und dann auf die Kinder losgelassen werden. Der Glaubwürdigkeit der Kirche werden diese Postings wieder einmal ziemlich schaden, die Zahl der Kirchenaustritte wird vermutlich wieder steigen, was mich aber nicht mehr wundert. Ich hatte geglaubt, die Krise um Groer ist das Maximum, nun erlebe ich, es gibt doch noch eine Steigerung: Mißbrauch in Klöstern durch Gewalt und Sexuelle Belästigung. Heute zeigt sich ein gewisser Pater P. selber beim Staatsanwalt an. Mein Gott, wie harmlos sind da Leute, die halt mal vorehelich in’s Bett gehen im Vergleich zum Jugendmißbrauch.

  10. zenzi69 Says:

    Turnstunde
    Die riesige Hand, die auf die kleine Wange niedersaust, wird keiner je vergessen. Beliebtes Ritual im Turnunterricht: Wer zu spät kommt, muss durch ein Spalier mit Springschnüren “bewaffneter” Mitschüler laufen. Wer nicht stark genug zuschlägt, muss selber durchlaufen. Aufregen oder beschweren war leider nicht möglich, da es sich ja damals noch um eine Eliteschule mit extrem vielen Anmeldungen handelte und man froh sein musste dort unterrichtet zu werden.

  11. pedroelnegro Says:

    Erinnerungslücken
    ja ja der pater.a., an was der sich alles nicht mehr erinnern kann, mag, will …

    die handvoll kinder , die bei ihm im HARDES (griech. Unterwelt)lebten,

    die günstlinge, die mit ihm an einem tisch speisen durften,

    und die vielen watschn die verteilt wurden ( wahrscheinlich wirklich so viel, alsdass er sich an jede erinnern könnte )

  12. lx184 Says:

    Brutalität im Kloster – oder doch nur die…
    Genau so war’s!!
    nicht selten kam es zu mehreren Watschen wegen “Nicht Still Halten”. P.L. würde wirklich ein breiters Forum verdienen, wie der Kollege geschrieben hat. Es melden sich zum Glück immer mehr Betroffene, die die Dementi von P.A. immer unglaubwürdiger scheinen lassen.

  13. pedroelnegro Says:

    Brutalität im Kloster – oder doch nur die “G`sunde…
    also ich war ebenfalls mitte der 80er in kremsmünster und kenne natürlich die 3 besagten padres.

    im gegensatz man zweiflern habe ich die gewaltexzesse miterlebt ( z.B.: ein schüler kniet während des unterrichts vor der klasse, wird an den haaren gebeutelt und bekommt als draufgabe schläge bis er am boden liegt, wird dann wieder hochgezogen, kniet wieder, wieder schläge, umfallen, hochziehen, knien, schläge … nach ca. 10 min gehts dann mit dem musikunterricht wieder weiter )

    also mit der g`sunden Watschn hat das nix mehr zu tun, liebe ungläubigen – die schaut nähmlich so aus – bei einem der 3 padres:

    ritual einer G`sunden Watsch`n ( wie ich sie damals erlebt habe ):
    ruhig hinstellen, du wirst an den haaren gepackt und dein kopf wird zur seite gedreht, du hast das ruhig zu ertragen, dann der schlag, der kopf ist unbedingt ruhig zu halten, da ansonst die wiederholung der prozedur droht – solange eben, bis man den kopf nicht mehr aus angst wegdreht

  14. 1ton Says:

    kein Bedarf
    ich habe als schüler des stiftsgymnasiums kremsmünster aus der besagten zeit die (psychische und physische) gewalt der schüler untereinander als für mich wesentlich prägender in erinnerung als die gewalt die von seiten der erzieher im internat gegen mich ausgeübt wurde. was die damaligen erzieher betrifft wäre aus heutiger sicht mein hauptvorwurf deren mangelhafte pädagogische kompetenz. auslöser und ausgangs- und kernpunkt der anschuldigungen sind aber definitiv sexuelle übergriffe, und solche gab es in acht jahren internat weder gegen mich persönlich noch könnte ich sie dritte betreffend bestätigen. ich werde die entwicklungen weiterhin mit interesse verfolgen. ich habe aber kein ausreichendes bedürfnis auf aufarbeitung bzw. mediale ausbreitung.

  15. froheWissenschaft Says:

    und es sollte weiter gehen
    bei Paulus in 1. Korinther 13, dem Loblied auf die Liebe. Damals waren wir unseren Mitschülern, die es eben nicht nur als lustige Gerüchteküche betrachten durften, keine Hilfe. Aber unsere Eltern, oder die – wenigen – integren Patres und Lehrer ebenso nicht. (aber ich vermute, dass die Auflösung der Internatsschule in Kremsmünster ab 1990 in dieser Form in den „Gerüchten“ auch eine Ursache hatte. Gut so!)
    Im Übrigen waren sexuelle Übergriffe an Minderjährigen damals nicht auf das Internat und die katholische Kirche beschränkt, sondern sind auch in meinen anderen „familiären“ Umgebungen immer wieder geschehen. Wirkliche Konsequenzen hatte das wohl nie. In meinem Fall sind ja auch schon alle tot.
    Hey little bird fly away home, your house is on fire your children are alone.

  16. bambus Says:

    Silentium
    Ich war auch mitte der 80er jahre internatschüler. die vorwürfe gegenüber pater a. kann ich nur bestätigen. vogelfrei, schlüsselbund, auspeitschen, etc.
    ich weiß nicht wer sich noch erinnern kann, aber ihr werdet mir sicherlich recht geben: der ausdruck “SILENTIUM” gewinnt immer mehr an bedeutung. wer hätte das gedacht.

  17. froheWissenschaft Says:

    Der Club der toten Dichter
    Als ich das erste Mal den Film „Der Club der toten Dichter“ gesehen habe, nach der Matura in Kremsmünster, da dachte ich: „Genau so, nur viel schlimmer“.
    Davor?
    Was haben wir gelacht über den Pater A, einfach „Fig“ genannt, sein knallrotes Lovemobil (wir haben sehr viel Spaß) und das berüchtigte „rote Sofa“. Ein wenig gegruselt hat es uns, wenn ein Kamerad mit Schokolade bepackt im Schlafanzug zurückgekehrt ist vom roten Sofa. Wirklich beschreiben konnte der gar nicht, was geschehen ist.
    Ebensolcher apotropäischer Riten (Lachen ist gesund) haben wir uns gegenüber dem „KZ“, der Abteilung des Pater L., bedient. Freilich, einige sind direkt in Tränen ausgebrochen, wenn man den Namen nur erwähnt hat. Aber waren das nicht die „Schwachen“? Wer mokiert sich schon wegen ein paar hochgezwirbelter Schläfenhaare? Es tut halt ein bisserl weh. – Gefürchtet vor dem „KZ“ haben wir uns alle. Und gewusst haben das auch alle.
    Jetzt sind wir ein Kind, später erkennen wir es besser, heißt es sinngemäß

  18. Schlafsaal Says:

    Auferstehung ???
    Nach geklärten Vorfällen Mitte der 60er wurde unser gemeinsamer Freund “kaltgestellt”, also von der Abteilung in die Direktion verlegt. Unter den Zöglingen gabs ein Gemetzel, Betragensnoten 3 bis 4, schwere Sünder mussten die Schule verlassen, Eltern wurde Schweigen angeraten. Das alles war Mitte 60 bekannt.

    Wieso kann dieser Mensch in den 80ern wiederauferstehen und seine kranke Persönlichkeit ausrollen? Hatte nur er Kontinuität und nicht seine Vorgesetzten?
    Wieso ging das Kloster das enorme Risiko ein, einem Täter den Weg zum Serientäter zu ebnen? Ethik beiseite, historisches Mitfühlen ebenso: solche Betriebsrisiken gabs immer, und die Kirche ist üblicherweise MeisterIn im Umgang mit ihnen. Wieso wurde hier so “patschert” agiert?

  19. aha_aso Says:

    Sauerei
    Etliches von dem hier kommt uns allen bekannt vor oder nicht…
    Aber was hier auch mal gesagt sein soll, dass sich die Herren mit der weißen Weste mal fragen sollten, wieviel “kleiner” sie selber auf dem Gewissen haben…

    Ad ex: Vor einem aus dem Speisesaal gehen, zulange anstarren, schlechten Tag haben usw…
    UND VOR ALLEM: WARUM WAR VOGELFREI SEIN DENN SO SCHLIMM – WEGEN UNS SELBER!

    Ich wette einige von euch haben auch, wie jeder, und ich meine jeder von uns, die “watschn” vom Präfekten kassiert, die der kleinere nicht geben konnte. Gelebte Regel des Stärkeren (Älteren) und jeder hat es genossen. Das Gute, wenigstens wurde man damals als Älterer nicht derbstens von Kleineren beflägelt, und volljährig war keiner von uns.

    Euch allen kann ich nur gratulieren… kaum steht was in der Zeitung kommen die Raten aus ihrem Loch und “erinnern” sich daran, wie schlimm’s nicht war, und dass meistens für einen anderen den man damals kannte.
    Ein aufrichtiges Danke schön

    • dies ille, dies irae Says:

      lassen wir die Polemiken (“weiße Westen”) und Verunglimpfungen (“Ratten”) einfach beiseite. Ja, selbstverständlich wurde auch in Kremsmünster teilweise die erfahrene Gewalt weitergegeben. Eine Verallgemeinerung ist aber nicht angebracht. Es konnte die Gewaltspirale aber auch genauso erfolgreich durchbrochen werden. Ich habe es selber erlebt, dass erfahrene Gewalt eben NICHT wieder an die Kleineren und Schwächeren weitergegeben worden ist. Was mich in diesem Zusammenhang nteressiert ist, wo Räume für Gewalt explizit eröffnet werden, wie Gewalt begünstigende Strukturen geschaffen werden (Stichwort: “für VOGELFREI erklären” – vielleicht ist es kein Zufall, dass diese Diktion dem Nationalsozialismus entliehen ist). Vielmehr wäre doch zu erhoffen gewesen, dass in einer christlich orientierten Einrichtung eine Kultur des Friedens strukturellgefördert wird. Sollten die Schüler (“Studenten”) nicht von den Erziehern zum GUTEN erzogen werden?

  20. ovid Says:

    PATER N.
    Geh ich richtig der Annahme, dass der ebenso beschuldigte PATER N., der Intermins-Konviktsdirektor Ende der 90er (nach Pater A.)ist! Hat er nicht vor seinem langen Aufenthalt in Kärnten Englisch im Stift unterrichtet?

  21. tomtom Says:

    Passierte auch später noch
    Ich weiß davon, dass Eingriffe in die Intimsphäre auch noch später vorkamen. So habe ich einmal selbst, als ich nachts auf die Toilette ging, einen Pater aus einem Zimmer eines Mitschülers kommen sehn. Dieser war damals in der Maturaklasse und ich habe ihn am nächsten Tag gefragt, und er meinte er habe die ganze Nacht geschlafen und ncihts gemerkt. Eben der Pater war auch dafür bekannt, gerne mit jüngeren Schülern intime Gespräche zu führen und sie bei der Körperpflege zu beobachten.

    • mj80_x Says:

      Was für Zimmer ? Also in den 70er/80er Jahren gab es keine Zimmer, sondern nur Schlafsäle…. außer in der 7.Abteilung und von der war bis jetzt noch nie die Rede.

  22. fouxi Says:

    nicht nur padres haben geschlagen ……..
    ich kann mich leider nur all zu gut an einen hauptberuflichen nachhilfe lehrer in den frühen 70-ger erinnern (mathes, griechisch etc.) – mit namen ernst radon. der hat auch die schüler an eine wand stellen lassen (zitat: “hände an die hosennaht”) und mathem. formeln bzw. vokabeln abgefragt.
    und bei jeder falschen antwort hat er zugeschlagen (übrigends auch bei mädchen) dies alles geschah meist auch noch mit dem wissen und der duldung der eltern der nachhilfeschüler ……………

  23. Miia Says:

    Pater Alfons und noch mehr
    Also ich kann die Sache mit “Saufig! läuft schon jahrzehnte so; das wissen eigentlich alle Altkremsmünsterer. Und dann gibt es da zB die Geschichte, wo Schüler in das Zimmer eines Paters gerufen werden mit “… komm in mein Zimmer, es gibt frische Erdbeeren” Jeder weiß, was damit gemeint und verbunden ist. Die Einladung auszuschlagen traut sich keiner. Schon die um 1955 können dies bestätigen und zB die 1970 geborenen auch – es sind immer die selben Täter.

    Und dann noch zu den Watschn. Da gab es einen Schüler (geb 1970) der bekam so eine Watschn, dass er nicht nur verletzt war, sondern auch psychisch so mitgenommen war, dass er in der Folge die weißen Kalkwände im Stift ständig abschleckte – monatelang.

    Und fragt eigentlich nach den Schülern, die sich umgebracht haben? Sohn von Antal F. zb.

    • Mobbingcenter Sternwarte Says:

      Wer fragt heute nach dem psychischen Terror, dem die Kinder heute noch ausgesetzt sind ?

      • Mobbingcenter Sternwarte Says:

        Kremsmünster hat eine lange Hand . Es erreicht dich auch noch nach deinem weiteren Leben- außerhalb des Stiftes.

        • Mobbingcenter Sternwarte Says:

          Eine 13 jährige schreibt in ihr Tagebuch: “Wenn ich am Balkon stehe, spiele ich mit dem Gedanken nach unten zu springen, nur um nicht morgen wieder in das Stift gehen zu müssen.” und das ist noch nicht allzu lange her. Nur um zu erwähnen, dass der Terror nicht nur in den 50,60,70 Jahren stattgefunden hat. Nein auch heute werden Kinder im Stiftsgymnasium psychisch um Selbstmord getrieben. Voll absichtlich. Und die Patern machen gemeinsame Sache mit den weltlichen Professoren!!!!!

  24. leonhard_minutillo Says:

    groll?
    servus, wer spricht denn da?

    gar so einen groll heg ich nicht,ich hab auch keine anschuldigungen erhoben, oder? hab den anachronistischen zirkus sehr gut überstanden… aber anscheinend nicht alle, und wenn die gschichten mit der peitsche (!) etc. stimmen, dann grausts mir schon gewaltig, im nachhinein – gewusst hab ich davon nichts – du?

    der f.jedenfalls, der war meiner ansicht nach nur ein bissel grob und hat sich manchmal eben nur mit seiner berüchtigten nuss helfen können, is aber ein gentleman.

    grüsse aus berlin ;L.

  25. lx184 Says:

    es gab und gibt nichts zu tolerieren
    ich denke nicht dass alles toleriert oder als positiv bewertet wurde, weil gar nicht alles nach aussen gedrungen ist. Dass man eine “Xunde Watschn” als humanistisches Instrumentarium sieht lass ich mir ja noch irgendwie einreden, aber da Du ja MJ87 bist hast du sicherlich auch Dinge gesehen, die über die “Xunde Watschn” weit hinausgegangen sind. Jeder der in der 4.,5., oder 6. Abteilung bei den damaligen Präfekten L.,N.,B. war hat das mehrmals miterlebt. Von A. red ich jetzt gar nicht.
    Ich hoffe dass all jene es heute bei den eigenen Kindern deutlich besser machen- die die ich kenne tun es und das ist gut so. So wurde offensichtlich nicht zuviel zerstört

  26. Epple_Martin_MJ87 Says:

    damalige Akzeptanz bzw. Toleranz
    Es ist keineswgs gemeint, dass die Vorkommnisse per se zu tolerieren sind. Vielmehr wollte ich in meinem Statement zum Ausdruck bringen, dass die Dinge damals für alle Beteiligten (ausser für uns Kinder natürlich) offensichtlich akzeptabel bzw. tolerierbar waren. Ansonsten hätte es ja damals bereits breitere Diskussionen geben müssen. Natürlich ist es möglich, dass nicht immer alles “nach aussen” gedrungen ist, aber im Grossen und Ganzen wussten Eltern, Lehrkörper und Konvent doch durchaus bescheid.

    • gunter Says:

      bin deiner meinung. geändert hat schon (hoffe nur) EIN vorfall in den sechzigern schon nichts.
      die drei genannten instanzen waren offensichtlich hilflos.
      ein posting in der presse das ich über deine ehe gelesen habe, tut mir leid.
      lg

      • Martin_Epple_MJ87 Says:

        Vielleicht sollte ich hier noch anfügen, dass die Art von schwerem Missbrauch, der hier von einigen doch klar bestätigt wird, sicher auch damals bei den Eltern und dem (weltlichen) Lehrkörper zu Reaktionen geführt hätte, wäre dies in der hier geschilderten Massivität bekannt geworden. Ob es dem geistlichen Teil des Lehrkörpers, den anderen Präfekten und evtl. weiteren Konventsmitgliedern wirklich völlig unbekannt war, ist wohl eine Frage die die Untersuchung klären sollte.

        @gunter: über das Ende meiner Ehe ist schon so viel geschrieben worden, dass es vermutlich sowieso in die juristische Standardliteratur eingehen wird… danke Dir aber sehr für Dein Mitgefühl!

  27. mj90krems Says:

    Gute Idee
    Ich denke eine Soldidaritätsgemeinschaft ehemaliger Schüler könnte den Opfern eine Plattform bieten sich zu artikulieren ohne sich persönlich in die Öffentlichkeit stellen zu müssen. Ein Sprecher alleine wird wohl nicht reichen, wenn dahinter nicht eine kritische Masse von ehemaligen Schülern der 80er Jahre steht, also zumindest einer Handvoll Leuten pro Jahrgang die sich solidarisch zeigen ohne sich selbst zu stigmatisieren.

    Es wird ein offener Umgang vorgeheuchelt, aber gleichzeitig die Glaubwürdigkeit der Opfer in Frage gestellt, wie gerade erst von Schönborn. Soll man sich in dieser Situation also “vertrauensvoll” an die kirchlichen Stellen wenden, während sich die Täter ohnehin durch die nahende Verjährung der Vorfälle in Sicherheit wiegen? Die Stellungnahmen von P. Alfons sind schlicht zum kotzen, zeigen uns aber zumindest dass wir es immer noch mit derselben Person zu tun haben. Von Seiten des Klosters und der Altkremsmünsterer erwarte ich daher auch rein gar nichts.

  28. Pedro1970 Says:

    geplatztes Trommelfell
    und weisst Du warum der G.G. diese besagte Watschn bekommen hat ?
    Weil er sich am Sonntag ein Eis aus der Küche geholt hat. – und dafür ein geplatztes Trommelfell – das zählt für mich zu sadismus.

  29. XTN Says:

    Ihr kennt die Erdbeeren und die Schokolade
    genauso gut wie ich. Wir kennen den Hades und die rote Couch. Ich weiß was Fig vielen von uns angetan hat. Darüber hinaus spüre ich noch gut den Schlüsselbund auf meinem Hinterkopf – Tag Herr Fekt! Ich wünsche Fig der alten Sau ein langes Leben und hoffe dass er sich noch nicht dement gesoffen hat, damit er die Last seiner Schuld noch lange erlebt. Willkommen in unserer emotionalen Welt, willkommen in der Nox Aeterna

  30. mj90krems Says:

    Exzentriker
    Auch ich wünsche Pater A. aka Fig vorsichtig ausgedrückt nur alles schlechte dieser Welt. Aber verglichen mit ihm erscheinen mir heute Exzentriker wie Pater N. (“türkisch tanzen”) und Pater F. (“Schlüsselbund”) mit der nötigen Distanz fast schon als vernachlässigenswerte Exzentriker, wenn auch ihre damaligen Praktiken für sich alleinstehend schon objektive Misshandlungen darstellen.

  31. mj90krems Says:

    Konsequenzen?
    Ich bewundere den Mut der Opfer die nun bereit sind auszusprechen welche kranken Sadisten dort am Werk waren. Leider befürchte ich auch dass die bisherigen Fakten nur unzureichend beschreiben was dort in den 80ern wirklich passiert ist.

    Persönlich kann ich mich glücklich schätzen dass ich damals nie zu den berüchtigten “Nachhilfestunden” eingeladen wurde und damit kein Opfer sexueller Übergriffe seitens von Pater A. aka Fig wurde. Aber das “Rote Sofa” und Züchtigungen mit seiner “Peitsche” waren ein offenes Geheimnis seiner Praktiken im “Hades”. Die angesprochenen Demütigungen und Misshandlungen sind daher leider nur die Spitze des Eisbergs.

    Ich hoffe daher dass Pater A. seiner gerechten Strafe nun nicht entgehen wird, auch wenn die Reaktionen der Verantwortlichen alles andere als einen offenen Umgang mit dem Thema vermuten lassen. Ich zähle auch auf integre Persönlichkeiten in Kremsmünster die möglicherweise heute bereit sein könnten endlich offen zu sprechen.

  32. betroffen90er Says:

    Vorfälle in den 90er Jahren
    Mich wundert beim lesen dieser Kommentare sehr, dass immer nur von den 80er Jahren oder vom Zeitraum davor die Rede ist.
    Das wirkt so, als ob es all diese Dinge in den 90er Jahren nicht mehr gegeben hätte – was natürlich Schwachsinn ist, weil sie da genau noch so passiert sind.
    Aus strafrechtlicher Sicht sind die Vorfälle in den 90er Jahren sogar noch interessanter, weil diese noch nicht verjährt sind.
    Und wenn es darum geht unsere Kinder – oder die Kinder von anderen – zu schützen, dann find ich es noch viel wichtiger, dass auch die Taten von Patres (und nicht nur Patres), die jetzt noch aktiv sind ans Licht kommen.

    • kephas Says:

      Ich nehme einmal an, dass Du unter anderem Pater Pe_ _ _ _ meinst! Seines Zeichens ehemaliger Mathe- und Informatiklehrer.

      Jeder kannte und kennt die Gerüchte um ihn (sowohl Schüler als auch Lehrer). Und das hat nichts mit Gewalt zu tun sondern geht eindeutig in Richtung sexueller Missbrauch. Und das eine oder andere Gerücht bzw. deren Wahrheit kann ich bestätigen (zum Glück nur passiv).

  33. paulibaer Says:

    Gelöschter Post – Geplatztes trommelfell
    wurde zensuriert daher neuversuch:

    Geplatztes trommelfell

    ich kann mich noch erinnern, ich weiss auch wie der kollege heisst. Pater A. hat auch mir die schlimmste ohrfeige meines lebens verpasst. eigentlich habe ich die vorfälle von damals schon abgehakt, aber nun muss ich sagen, dass es mir wieder hochkommt. ich hoffe, die “schwarze sau” bekommt doch noch die gerechte strafe.
    paulibaer@gmx.at

    • martin Says:

      und für jeden, der hier immer noch an “gesunde erzieherische Maßnahmen” denkt, soll hier noch einmal der Grund für die damalige Gewaltorgie genannt werden: Die schlimmen Kinder wollten nicht so lange auf die Nachspeise warten (Eis), und haben sich direkt in der Küche angestellt …

      Die Watschn-Orgie hat jeden einzelnen betroffen, der mit seinem ergatterten Eis stolz zum Tisch zurückgehen wollte. Und ich weiß es noch wie heute, dass sich alle im Speisesaal einerseits vor Schreck fast in die Hosen gemacht haben, weil da soviel Gewalt im Spiel war – und andererseits voller Sensationsgier darauf gewartet haben, wen es als nächstes trifft.

      ohne jede übertreibung: ein klima der angst; und vor diesem Pater A. hab ich sogar in der 8. Klasse noch einen Höllen-Respekt gehabt, weil ich ihm jederzeit ALLES zugetraut hätte.

      ich wünsche mir eigentlich nur eines: es möge ihm nicht gelingen, das alles abzustreiten, und alle damaligen und heutigen eltern sollen wissen, welches monstrum hier am werken war

      • ilias Says:

        “Monstrum” triffts am besten. Wenn er (Fig) meint, dass das Knien vor oder neben ihm mit einer Wange in seinem Schoss, die andere Wange entweder seiner Watsche oder seinem Streicheln preisgegeben, nicht als Missbrauch verstanden werden sollte, dann frag ich Ihn folgendes:
        Waren die Untersuchungen ob die Vorhaut schon zurückgezogen werden kann auch kein Missbrauch. Genausowenig wie das Reiben seiner geröteten Fratze an den Schenkeln kleiner Buben. Hast du wirklich geglaubt, dass die Schokolade ein Schweigegeld auf ewig sind.
        Sic transit gloria tua!!!

  34. lx184 Says:

    “aus der heutigen Sichtweise”
    wir wissen nicht erst seit heute dass eure Watschen und Prügel die ihr uns (ich kann nur davon sprechen was mir und meiner Generation, und nicht vor oder nach mir passiert ist) verabreicht habt, jedes Mass an Erziehungsmassnahmen weit gesprengt haben. Wir reden hier auch nicht über die Watschen, die von GIGI oder Jaques, Sekti oder anderen gekommen sind. Wir reden über geplatzte Trommelfelle und blutende Lippen.
    Wir reden von Aschermittwochwatschen wo 12 jährige über 2 Reihen Pulte gesegelt sind. Wir reden über das Rezitieren der 12 Söhne Abrahams unter der Androhung massiver Prügel bei Fehlern, etc.
    Es hat “oft gedonnert über Kirchberg”! viel zu oft!! Das haben wir damals so empfunden, und so empfinden wir auch heute

  35. feliks Says:

    FRAGE AN DIE INSIDER:
    Lt. Homepage des Sifts Kremsmünster war Abt Ambros Eberhardt auch Schüler in Kremsmünster. Da steht:

    Geburtsjahr: 1952
    Ausbildungsweg: …, Hauptschule Neuhofen, Gymnasium Kremsmünster, …

    Er müßte also dort als Schüler in der Oberstufe etwa von 66 bis 70 gewesen sein.

    Wie wahrscheinlich ist unter diesem Aspekt, daß er damals absolut nichts von schweren Übergriffen aller Art mitgekriegt hat?

    • kephas Says:

      Der Versuch, Abt Ambros irgendetwas unterzuschieben (zumindest geht dieser Eintrag eindeutig in diese Richtung) ist “unter aller Sau”!!!

    • beobachter Says:

      Abt Ambros war natürlich Schüler an dieser Schule. Und sicher hat er die Gerüchte wie jeder andere gehört. Allerdings ist es höchst unwahrscheinlich, dass er da jemanden bewusst decken wollte.

      Vielmehr tut mir der neue Abt leid, dass er das Problem nach so kurzer Zeit im Ant “geerbt” hat.

      Ich wünsche ihm die Kraft, das alles durchzustehen.

    • feliks Says:

      unter jeder sau? na ok – soll sein. ich war selber nie im stift kremsmünster, kenne auch niemanden persönlich, der dort in der schule war – aber daß jemand, der seit den 60er jahren ununterbrochen dort war (schüler, klosterbruder, abt) – beim ersten auftreten von beschuldigungen erst einmal so tut, als falle er aus allen wolken darob, was die leute seiner mannschaft da so angerichtet hätten – das soll ich glauben?

      • kephas Says:

        Abt Ambros war nicht “ununterbrochen” im Stift. Er war vor seiner Wahl zum Abt lange Zeit in einer Pfarre tätig!

      • ra Says:

        gerüchte sind gerüchte. und derer gab und gibt es immer viele. dass dahinter immer wieder wahrheiten stecken, ist wohl nicht zu bestreiten, aber eben nur hin und wieder.
        ich bin dzt auch immer wieder am überlegen, was habe ich gewusst, wusste ich etwas oder bilde ich mir das dzt nur ein, weil alles nur so niederprasselt. da verschwimmen gerüchte, wahrheiten in einer grauzone, die einfach auch selbst schwer zu verstehen ist. das ist bei mir bestimmt nicht anders wie auch bei andren, die etwas “gehört/gewusst/oder geglaubt solches zu haben”.
        daher ist es auch für mich nicht ok, wenn man hier dem abt unterstellt, er hätte konkretes gewusst oder nicht gewusst. weil dass einfach anschuldigungen sind, die selbiges sind und einfach jeglicher konkreten grundlage entbehren.

      • Herbert Says:

        Hallo Mein Guter,

        Abt Ambros war nach der Matura bis zu seiner Abtwahl die meiste Zeit außerhalb des Klosters (Studium, Kaplan, Pfarrer). Ich empfehle mal nachzulesen in seinem Lebenslauf

        Gruß von einem Insider

  36. Immer wieder schön Says:

    von diesen alten Herrn zu hören :-)!
    Den L hab ich nur mehr in seinen letzten Tagen im Internat erlebt. Der A. muß man sagen hat mich zwar ordentlich in Punkto Watschn und 500x ich muß…. rangenommen – hat mir persönlich aber nicht geschadet – im Gegenteil hat er mich so doch gar nicht so schlecht auf die Gangart der heutigen Welt, eben auf seine Art, vorbereitet und ganz nebenbei unschuldig war ich nie. ;-)
    UND ich wage zu behaupten das der A eher auf reiche Mütter wie auf kleine Buben abgefahren ist!
    - Da fällt mir auch der P.E. (1.Abteilung bis 92) ein der ja verschiedene Mütter immer mit dem gleichen Schmäh – von wegen sie sei die Erste -
    rangenommen hat.
    Summa Summarum haben die Herrn in den 90ern! sexuell wenig für uns Buben übergehabt.
    Was mir allerdings in den letzten Jahren meines Wirkens im Stift zu denken gegeben hat, war die Ausstrahlung von P.P. aka Orsen und die Ansichten vom N. – beide haben mir aber nichts getan.

    mfg
    vom Mj98 (nicht der Klassensprecher)

  37. max Says:

    Wohin sollten sich die Opfer wenden? Sicher nicht an den kirchlichen Ombudsmann.

    • Geld oder Vergeltung Says:

      Wer sich Geld erhofft , dem empfehle ich den (kirchlichen) Ombudsmann und wens um Vergeltung geht (so wie mir), dem sei ans Herz gelegt noch zu warten bis die Zeiten wieder rauher werden!

    • dies ille, dies irae Says:

      ich bewundere alle, die als Opfer den Mut bisher hatten, sich direkt an den Abt des Stiftes zu wenden. Immerhin repräsentiert er das Stift, das damit angeklagt ist. Vermutlich geht es vielen wie mir, die diesen Weg nicht gehen würden. Es ist daher anzunehmen, dass die Dunkelziffer von Opfern noch größer ist. Es muss daher alles getan werden, dass sich alle Opfer von sexueller Gewalt sich trauen, darüber zu sprechen (egal ob in Kremsmünster oder sonstwo). Gerade weil es eben bisher keinen ausreichenden Schutz für die Opfer gab. Im Gegenteil: viele fühlen sich wahrscheinlich sogar in irgendeiner Art schuldig. Ich frage mich auch, ob es Eltern gab, die ihre Kinder aufgrund solcher Erfahrungen rausgenommen haben und zum damiligen Zeitpunkt froh waren, dass das nicht öffentlich geworden ist? Vielleicht braucht es hier auch noch ergänzende Strukturen, nicht bloß diözesane bzw. kircheninterne, um alle Opfer zu unterstützen?

    • Herbert Says:

      Eine Antwort die ich weitergebe

      Opfer von Gewalt und Missbrauch

      Wir möchten noch einmal darauf hinweisen, dass wir Opfer physischer und psychischer Gewalt sowie sexuellen Missbrauchs durch Patres unseres Kloster bitten, sich an die Ombudsleute der Kommission gegen Missbrauch und Gewalt der Diözese Linz zu wenden. Wir haben diese Vorgangsweise gewählt, da diese Kommission über die nötige Professionalität und Erfahrung verfügt und arbeiten ganz eng mit dieser Kommission zusammen. Als Ombudsleute sind seitens der Diözese UNABHÄNGIGE juristisch und psychologisch kompetente Experten eingesetzt. Wir möchten dadurch auch zum Ausdruck bringen, dass wir an einer transparenten und klaren Vorgangsweise interessiert sind und uns alles daran liegt, die bedauerlichen Geschehnisse aufzuklären und vor allem auch aufzuarbeiten.

      Eingaben richten Sie bitte an:
      Heinz Häubl
      Harrachstrasse 7, 4020 Linz
      (0676) 87 76 55 25
      k.h.haeubl(at)aon.at

  38. martin Says:

    und heute?

    die schule betont auf ihrer website (in einer extrem kurzen, lieblosen Nachricht, eingepfercht zwischen 400-jahre-tradition-und-Adalbert-Stifter-Nostalgie und der Ankündigung einer Theater-Premiere), dass das alles schnee von gestern ist.

    (http://www.stift-kremsmuenster.at/index.php?id=237)

    Aber im lehrkörper finden sich – direktor eingeschlossen – immer noch genug personen, die schon in den 80er-Jahren unterrichtet haben.

    Gretchenfrage: ist es glaubwürdig, dass die von nichts gewusst haben???

    so blind kann man gar nicht sein; aber eventuell ein bischen verlogen …

    • beobachter Says:

      Soviel ich in Erinnerung habe, soll sich das alles jedoch im Internat abgespielt haben. Wie weit da direkte Kontakte zur Schule bestanden, müsste man prüfen.

      • kephas Says:

        Natürlich haben die drei derzeit Beschuldigten auch im Gymnasium unterrichtet aber die Vorwürfe, um die es aktuell geht bzw. die aktuell in der Öffentlichkeit diskutiert werden, haben sich hauptsächlich im Internat zugetragen.

        • martin Says:

          Stimmt schon, es geht ums Internat, nicht primär um die Schule (wiewohl sich das manchmal sehr vermischt hat … ich hatte P.Alfons in Musik und Religion!)

          An die sexuellen Übergriffe denke ich hier gar nicht – aber an die exzessive körperliche Gewalt … mir kann jemand, der zeitweise sogar mit den Patres beim Mittagessen teilnimmt, die besagten Täter jeden Tag im Konferenzzimmer erlebt, und zumindest die Gerüchteküche der Schule gestreift haben muss, nicht erzählen, völlig überrascht zu sein.
          Die weltlichen Lehrer waren ja wohl nicht blind&taub&autistisch. Und da sehe ich pädagogisch zumindest … keine weiße Weste.

          • kephas Says:

            Aber alle waren immer sehr gut im (Ver)schweigen und Wegschauen. Sowohl Patres, Lehrer und auch wir ehemaligen Schüler.
            Wobei jeder der drei Gruppen natürlich aus anderen Gründen geschwiegen hat.

            Ich möchte niemanden in Schutz nehmen (nichts liegt mir ferner), aber jeder weiß, dass das mit der Gerüchteküche im Gymnasium bzw. im Stift immer so eine Sache war und wohl auch noch ist.
            Oft war es so, dass zuerst das Gerücht da war und dann erst die dazugehörige Tat folgte.

      • phoebe Says:

        Konvikt, Gymnasium, Konvent…. das ist doch alles einerlei, jeder der dort aus- und eingeht weiss oder wusste davon, bzw. bekam es irgendwann zu Gehör, speziell die aktuellere Sache um Pater P., und seinen Neigungen und Vorlieben, Herrn Ö. hört man oft genug die Kinder anbrüllen wenn man als Besucher den Innenhof betritt.
        Das ist ein derartiger Sauhaufen dort, das ist unvorstellbar, an Selbstgefälligkeit, Habgier, Egoismus, Verlogenheit und Scheinheiligkeit nicht zu übertreffen! Vieles würde hier den Rahmen sprengen und trägt nichts zumThema bei.
        Der Neid und die Gehässigkeit unter denMitbrüdern, trägt viel dazu bei, dass solche Tatsachen (nicht Gerüchte) unters Volk gestreut werden. Sich gegenseitig zu denunzieren ist dort (zum Glück) an der Tagesordnung.
        Ich glaube jedes Wort eurer Schilderungen über die abscheulichen Grausamkeiten.

  39. Who is afraid of Says:

    Thomas R.,

    Wenn wir hier schon über seelische Grausamkeiten reden, müssen wir den Konflikt natürlich auch in weltlichen Ebenen austragen. Und viel schlimmer, als alles andere in diesem Stift , habe ich Herrn R. in Erinnerung. Ein Paradebsp. für den Typ: Nach oben grüßen und nach unten treten. Ein Giftzwerg der Sonderklasse der auch ohne seinen Bart klar zu erkennen ist!
    Könnte wer einen Riedl-blog installieren?

    mfg MJ98 (wieder nicht der Klassensprecher)

    • mj97-H Says:

      Naja, der R. war aus gutem Grund nie ein sonderlicher Sympathieträger, das ist klar, aber solche Erfahrungen macht fast jeder Schüler. Das ist wohl keinen blog wert

    • Michael Paschinger Says:

      Angesichts der Tragweite diverser Entwicklungen bin ich glücklich das er meine schlimmste Erinnerung (von pädagogischer Seite!) ist und revidiere meine Aussage!

  40. martin Says:

    An mj8x!!!

    Wir sollten uns überlegen, Kategorien anzulegen!!! Vorschlag:
    (a) P.Alfons
    (b) … (jeweils für einzelne Personen, über die es genug zu sagen gibt …

    (…) Allgemeines
    (…) Wie könnte es weitergehen

    Hat jemand andere Vorschläge?

  41. diesdies ille, dies irae Says:

    unu Einige aktuelle Fragen: 1) Sind beim Stift Vorwürfe gegen weitere Personen eingetroffen (immerhin sollen sich fünf Opfer gemeldet haben)? Was sind die Konsequenzen? Gab/gibt es sofortige Suspendierungen wie in den bisherigen Fällen? 2) Darf die Öffentlichkeit davon ausgehen, dass solche Suspendierungen von Seiten des Stiftes aktiv betrieben werden und die Öffentlichkeit davon erfährt? Oder wird wieder gewartet, bis es aufgrund des medialen Drucks nicht mehr anders geht? 3) Wird es einen Dialog mit der Öffentlichkeit geben, bei dem alle Vorgangsweisen transparent und glaubwürdig vermittelt werden? (oder müssen wir dem Herrn Abt und dem Stift einmal mehr blind vertrauen). Wodurch können wir annehmen, dass das Stift einmal wirklich auf Seiten der Opfer steht und nicht eine reine Machtpolitik fährt (bei der es bloß um die Minimierung des Imageverlustes bzw. ökonomischen Schadens für das Stift geht bzw. um einen möglichst geringen Gesichtsverlust für die Täter – immerhin Priester und nicht Laien! nota bene: wir reden ja hier noch immer von der römischen, zentralistischen Priesterkirche, die ein Monopol auf Wahrheit und Moral beansprucht; wir reden nicht von irgendeinem x-beliebigen “Bodenpersonal”, das Fehler gemacht hat. Und wir sprechen bei den Benediktinerklöstern von den den – historisch und betriebswirtschaftlich betrachtet – sich am längsten erfolgreich haltenden wirtschaftlichen Institutionen, die die Menschheit hervorgebracht hat).

    er

    • mj90krems Says:

      Das Stift und die Kirche steht eindeutig nicht auf der Seite der Opfer, die Formulierungen des Abtes und Schönborns lassen daran keinen Zweifel. Auch die angeblichen Suspendierungen sind lediglich eine Verhöhnung der Opfer. Wie sehen diese konkret aus? Gibts keinen Nachschlag beim Dessert? Abendessen gestrichen? Die Täter finden sich auch nach wie vor auf der Homepage des Stifts mit ihren Funktionen: http://www.stift-kremsmuenster.at/index.php?id=822

      Ich denke die einzige Möglichkeit ist nur dass wir selbst schnell handeln. Und zwar nicht als Opfer, sondern gemeinschaftlich als ehemalige Schüler die sich geschlossen vor die eigentlichen Opfer stellen. Eine solidarische Erklärung an die Presse mit einer möglichst langen Liste von Unterzeichnern aus allen betroffenen Jahrgängen könnte ein Anfang sein, um die Sache nicht im Sand verlaufen zu lassen. Als nächster Schritt sollte eine Gruppe von uns mit juristischer Ausbildung selbst eine vertrauenswürdige Auskunftsstelle für die Opfer einrichten. Wichtig ist vor allem dass P. Alfons endlich zur Rechenschaft gezogen werden kann, aber auch das System der Angst und der Misshandlung im Allgemeinen mit seinen weiteren Akteuren endlich klar aufgeklärt werden kann.

      • martin Says:

        KONKRETER VORSCHLAG zur Umsetzung:

        1 ganzseitiges Inserat in einer großen Tageszeitung kostet … keine Ahnung wie viel, aber geteilt durch X kommt ein Betrag raus, den ich SEHR gerne beitragen würde.

        Inhalt:
        (1) KLARTEXT + Forderung, endlich angemessen damit umzugehen
        (2) Liste vieler Unterzeichner

        • mj90krems Says:

          Klingt gut, endlich ein konkreter Schritt, ich denke die Kosten sind hier Nebensache …

          Wie können wir anfangen uns zu koordinieren?
          Ich habe zum Beispiel gerade eine Einladung zum 20-Jährigen Maturajubiläum erhalten, die ich eigentlich bisher ignoriert habe. Ich werde diese allerdings nun zum Anlass nehmen, in meinem Jahrgang (82-90) für diese Initiative Unterstützer zu finden. Wie es aussieht gibt es ja auch noch einige weitere Jahrgänge hier, die das gleiche versuchen könnten.

          • martin Says:

            Ich denke, der konkrete nächste schritte wäre als erstes, diesen BLOG zu strukturieren, nämlich in wenigstens 2 Kategorien:
            (a) Erzählen, was WAR
            (b) Vorschläge sammeln / koordinieren, was wir
            => von der Schule etc erwarten, zB ehrliches, vollständiges, transparentes zugehen auf alle “stakeholder”, ohne Taktieren und Pseudo-Suspendierungen …
            => wie wir Druck erzeugen können, um genau das zu erreichen.

            Wenn die Forderung so ist, dass sie viele mittragen können, werden wir genug Mittel haben, um alles tun zu können, was notwendig ist!

            • mj90krems Says:

              vielleicht wäre es fast besser ein forum zu verwenden als ein blog, das könnte man dann auch halböffentlich gestalten.

              hier im blog schlage ich vor zumdindest gleich zwei neue threads zu starten:
              * erfahrungsberichte zu den übergriffen
              * planung von konkreten massnahmen

      • Herbert Says:

        Das empfinde ich eindeutig als Unterstellung. Die verdächtigten Patres werden erst von der Hompage entfernt wenn Sie sich gänzlich von Orden verabschiedet haben oder gestorben sind aus welchen Grund auch immer. Ein Familienmitglied verstößt man schließlich auch nicht aus der Familie aus einen reinen Verdacht hin. Dazu muss erst mal ausgiebig geprüft werden. Und sollte wirklich die Schwere der Verfehlung gegen dem Mönch sprechen dann wird er im Extremfall dauernd aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Für das erste reicht sicherlich eine Suspendierung speziell von dem Dienst wo so etwas wieder passieren könnte. Dies bezeichnet man auch als Beurlaubung.
        ein Insider

  42. Sudowitzky Says:

    Ich hatte mit diesem Thema schon abgeschlossen. Jetzt kommt wieder alles hoch. Ich habe gedacht, ich wäre der einzige gewesen. Wie blauäugig. Pater A. hat mich in den 70er Jahren sexuell über viele Jahre hinweg schwerstens sexuell missbraucht. Meinen Leidensweg über die letzten 37 Jahre hier zu schildern würde den Rahmen sprengen. Nur so viel: Seit 1995 bin ich in Therapie, da ich selbst pädophile Neigungen entwickelt und nach wir vor zum Glück erfolgreich unter Kontrolle habe. Der finanzielle und besonders der energetische Aufwand dafür ist enorm und unbeschreiblich. Pater A. hat mit mir 1995 schriftlich korrespondiert und mir versichert, dass es ihm sehr leid täte und ich der einzige Fehlgriff wäre. Er hat mir auch nicht unerhebliche Geldmittel für die Therapie überwiesen.

    Ich bin derart schockiert über seinen jahrzehntelangen Missbrauch anderer Kinder, dass ich jetzt die Beweismittel (Schriftverkehr inkl. Schuldeingeständnis samt Kontobewegungen) dafür einsetzen werde, dass dieses Ungeheuer den Rest seines Lebens hinter Gitter verbringen wird. Strafrechtlich werden diese Beweismittel vielleicht nicht mehr relevant sein (Verjährungsfrist), jedoch sollte es einen Richter schon beeindrucken und Einfluss auf jüngere Fälle haben. Bin Montag bei meinem Anwalt, um die weitere Vorgehensweise abzuklären.

    Es ist genug – LIEBER Pater A.

    • Anonym Says:

      hat wer eine Bombe detonieren gehört?

    • martin Says:

      DANKE für Deinen Mut!!!

    • mj90krems Says:

      Hut ab vor deinem mutigen Schritt, deine Schilderungen übertreffen meine schlimmsten Befürchtungen. Ich selbst war damals nicht der “Typ” von P. Alfons womit mir absehen von seinen laufenden Schikanen, Demütigungen und Misshandlungen glücklicherweise ein sexueller Missbrauch erspart geblieben ist.
      Damals war uns allen aber eigentlich immer klar was bei den Nachhilfestunden am “Roten Sofa” passierte, wir haben ja alle immer darüber “gescherzt”.

      Konkrete Vorkommnisse und Personen waren mir bis heute aber nie bekannt, was sich aber mit deiner Aussage nun klar ändert. Ich hoffe daher, dass nun auch weitere ehemalige Mitschüler den Mut finden endlich offen zu sprechen was dieses Monster wirklich getrieben hat. Und hoffentlich finden sich auch weitere Kollegen die diese solidarisch vor den vermutlich schwer erträglichen Konsequenzen in der Öffentlichkeit abschirmen. Denn ich glaube dass vor allem das bleibende Stigma des Opfers viele von uns davor zurückschrecken lassen sich zu den Vorkommnissen zu äußern.

    • martin Says:

      Jetzt muss es raus:

      Ich habe vor 2 Jahren eher zufällig ebenfalls eine Geschichte gehört, die ich für 100% glaubwürdig halte – in der selben “Preisklasse”. Bis dahin hatte ich dieses Zeit abgehackt, aber seit damals war ich nur noch schockiert. Keine unsittliche Berührung – sondern mehr.

      Also: es geht nicht um mich, aber um einen Mitschüler aus der damaligen Zeit (80er-Jahre). Die Details sind so stimmig, dass ich nie einen ernsten Zweifel am Wahrheitsgehalt hatte – was freilich immer noch keine Bestimmtheit ist, das muss man auch klar betonen.

      Derjenige wird sich selber melden wollen, oder eben nicht – er hat alles Recht der Welt, dies selbst zu entscheiden. Das muss jeder respektieren. Aber mit Deinem mutigen Schritt ist das Wichtigste schon erreicht: Der A. kommt damit nicht davon.

      Ich erzähle das nur deshalb, weil diese Geschichte (a) mein stärkster Antrieb ist, hier keine Ruhe zu geben, und (b) um Dir nochmal zu bestätigen: JA, er hat Dir wohl frech ins Gesicht gelogen … von wegen “Einzelfall” …

      • Anonym Says:

        Keine unsittliche Berührung, sondern mehr?!?!? Ja bitte, dann rufen sie sofort den Abt an oder die Staatsanwaltschaft, das ist ein Delikt für das Gericht. Keine falsche Rücksicht, hier geht es um kriminelle Handlungen nach dem Österreichischen Strafgesetzbuch.

    • cyber Says:

      Unfassbar! Ich kannte natürlich zu meiner Zeit die Gerüchte und hatte selbst immer einen eher zwiespältigen Eindruck von Pater A. Wieso?
      Es kam bei mir nie direkt zu sexuellen Übergriffen, zu zweideutigen Situationen aber durchaus und zwar genau dann, als ich neu ins Internat kam (ich kam in der 3. Klasse und blieb dann die 6 Jahre bis zur Matura).
      Als gerade 12jähriger kann niemand so richtig einordnen, was da abging, auch ich nicht, aber ich spürte instinktiv das Unbehagen. Als Pater A. merkte, dass ich nicht freiwillig mitspielte und mich auch nicht nachhaltig einschüchtern lassen würde, hat er schnell das Interesse verloren und mich in Ruhe gelassen. Er hat seine Möglichkeiten sozusagen durchaus systematisch abgecheckt. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

    • ilias Says:

      chapeau!

    • Hatschi/Ru Says:

      Ich danke Dir von ganzem Herzen!
      Auch ich bin in diesem Saustall in Depressionen verfallen.
      Ich kam und komme mir in Kremsmünster immer mehr wie ein Fremder vor. – Nochmals lieben Dank – rühr dich!

    • Herbert Says:

      Zum einen kann man einen schweren sexuellen Mißbrauch hier nicht nachprüfen wenn zu wenig in die Details gegangen wird. Zum anderen bitte ich dich an folgende Stelle zu wenden:

      Opfer von Gewalt und Missbrauch

      Wir möchten noch einmal darauf hinweisen, dass wir Opfer physischer und psychischer Gewalt sowie sexuellen Missbrauchs durch Patres unseres Kloster bitten, sich an die Ombudsleute der Kommission gegen Missbrauch und Gewalt der Diözese Linz zu wenden. Wir haben diese Vorgangsweise gewählt, da diese Kommission über die nötige Professionalität und Erfahrung verfügt und arbeiten ganz eng mit dieser Kommission zusammen. Als Ombudsleute sind seitens der Diözese UNABHÄNGIGE juristisch und psychologisch kompetente Experten eingesetzt. Wir möchten dadurch auch zum Ausdruck bringen, dass wir an einer transparenten und klaren Vorgangsweise interessiert sind und uns alles daran liegt, die bedauerlichen Geschehnisse aufzuklären und vor allem auch aufzuarbeiten.

      Eingaben richten Sie bitte an:
      Heinz Häubl
      Harrachstrasse 7, 4020 Linz
      (0676) 87 76 55 25
      k.h.haeubl(at)aon.at

      Gruß von einem Insider

    • Melior Says:

      Ich bin mir da jetzt gar nicht mehr so sicher, ob Sudowitzkys Geschichte hier noch glaubwürdig ist (falls er jetzt der gleiche Sudowitzky am Ende des Blog II ist) Er hat sich hier nie wieder an der Diskussion beteiligt, obwohl er am Anfang eine deiner unglaublichsten und geheimsten Erlebnisse (Geld, unglaubwürdige schriftliche Schuldeingeständnisse, …) ganz öffentlich präsentiert hat, da müsste ihn doch noch diese sehr kontroverse Diskussion zu noch einem Kommentar hingerissen haben.

      Am Ende des Blog II dann zwei emotionslose allgemeine Fragen zu stellen passt irgendwie nicht ganz. Wie gesagt ich kann mich auch irren, da ja alles anonym ist, kann hier jeder als “Sudowitzky” was reinschreiben.

  43. feliks Says:

    Suspendierungen – wovon eigentlich? insgesamt tauchen da, wenn ich das richtig mitgezählt habe, sechs namen von patres auf, die von ex-schülern diverser übergriffe beschuldigt werden. fünf davon (A. B. L. F. N.) sind aus altersgründen offenbar nicht mehr im schul- und internatsdienst (“Gymnasialprofessor in Ruhe”), des sechste (P.) wurde auch abgezogen und kümmert sich um das archiv, die bibliothek und die baustellen im stift (“Stiftsschaffner (Bauamt), Bibliothekar, Archivar”)

    quelle: http://www.stift-kremsmuenster.at/index.php?id=822

    was ändert sich da jetzt wirklich?

  44. Gast Says:

    hat hier jemand ein Bombe detonieren gehört?

    • martin Says:

      Frag doch Pater A!

      “Nein, das musst Du Dir nach 30 Jahren zusammengereimt haben. Schade, dass du es als Bombe interpretiert hast.”

      (zweiter Versuch:”Früher hätte man das nicht als Bombe gesehen. Vielleicht sieht man das heute anders”)

      Und daher: “Wichtig ist jetzt die Barmherzigkeit.”

  45. schiefer tag 2010 Says:

    wo bleibt die Entschuldigung gegenüber den Eltern der “Studenten” aus den 80er Jahren, wo bleibt der Dialog mit ihnen? Sie machen sich Vorwürfe, ihr Vertrauen wurde missbraucht, sie sind erschüttert! Diesbezüglich keine Stellungnahme bzw. Aktivität von Seiten des Stiftes! Arbeiten sie schon an der Sache, oder beten sie noch?
    E

    • feliks Says:

      die eltern können sich auch geich bei den kindern entschuldigen, die so dort hingeschickt haben. was ist denen nur eingefallen, ihre kinder dort einzuschulen? das ist verrat am eigenen nachwuchs.

  46. hessea Says:

    (Strukturelle) Gewalt
    Ich durfte leider das Stift Kremsmünster 6 Jahre lang zu besuchen.
    Mir erzählte ca 1988 ein Kollege, dass er beim ‘Fig’ am Schoß gesessen sei und er gespürt hätte, dass er einen Steifen gehabt hat”. Ich wollte es damals nicht so glauben, ich war ja nicht direkt betroffen. Nicht jede Berührung von einem Pater gegenüber einem Kind ist sofort abnormal. Heute sehe ich aber, es gab die “Infrastruktur”, die einem Pädo die Überschreitung gewisser Schwellen ermöglichte.
    Sexualität betraf mich weniger, es gab mal 2 zudringliche Vorfälle mit 3 Mitschülern. Mein Problem war eher die Gerade von der “Jesusvertretern” nicht erwartete Gewalt.
    Junge mussten sich Machtritualen gegenüber Älteren unterordnen, z.B. kalt am Putzwaschbecken Kopf duschen lassen. Wer das nicht OK fand, durfte leider Faustwatschen erfahren. Es war geduldet und wurde nur unterbunden, wenn es wieder mal ausuferte. Auch gab es eine Hierarchie, z.b. wer zuerst den Speisesaal verlassen durfte. Wehe… Die Hackordnung wurde durch ein offizielles Seniorensystem verstärkt. D.H. die Erzieher hatten kontrollierende ältere Schüler, jüngere überwachend.
    Das förderte auch die Rituale der Älteren.
    Nicht jeder schaute weg, aber am System ändern konnte so keiner was in einem tradatitionsbewussten Kloster.
    “Warum gingst du nicht weg?” fragte ich mich oft “Wenige Frauen, die von ihrem Mann geschlagen werden laufen weg” weiß ich heute. Außerdem lehrte Jesus, dass man verzeihen soll. Ich glaubte das und war so Spielball eines Sadisten.

  47. Gast aus Kremue Says:

    Altkremsmünsterer
    Ich habe ebenfalls dort maturiert (in der 90-ern) und bin auch sehr stolz darauf, aber deshalb möchte ich die Augen vor der Realität nicht verschließen.
    In der Unterstufe habe ich viel an psychischer und physischer Gewalt mitbekommen, und es gab immer wieder Gerüchte von sexuellen Übergriffen an Burschen z.B. Begrapschen an den Genitalien.
    Diese drei Patres haben mächtig Dreck am Stecken!!! Vor allem der Hauptbeschuldigte ist ein psychisch schwer gestörter Mensch – ein Sadist!

  48. cremifanensia nova et vetera Says:

    peinlich, wenn man auf die website des Altkremsmünsterer Vereines schaut, dass es dazu nichts gibt. Hätte ja sein können, dass dort informiert wird, dass das Stift in einen Dialog mit dem Verein getreten ist oder etwa eine Reaktion des Leitungsgremiums des Vereins. Wird auch interessant sein, ob bzw. wie die aktuellen Entwicklungen bei der bald stattfindenden Generalversammlung aufgegriffen werden.

  49. Friedrich Mark Says:

    Sudelkampagne
    Ich habe acht Jahre am Stiftsgymnasium und im Konvikt Kremsmünster verbracht.

    Während dieser Zeit habe ich nie einen sexuellen Missbrauch erlebt oder wahrgenommen. Auch meine Kameraden haben nie von sexuellen Missbräuchen berichtet.

    Ich halte das alles für eine bösartige, massenhysterische Sudelkampagne. Die wahren Opfer sind die Patres, die jetzt als Täter verunglimpft werden.

    Ich hoffe sehr, dass das Stift Kremsmünster und seine Patres diesen feindseligen Ansturm unbeschadet überstehen.

    • Gast Says:

      Re: Sudelkampagne
      Geh bitte! Wann hast du denn bitte maturiert? Letztes Jahr?
      Frag mal die Leute die in den 80ern und 90ern maturiert haben. Die erzählen Geschichten, dass einem schlecht wird.
      Ich hoffe nicht, dass die Patres (A., B. & B.) das unbeschadet überstehen – die sollen ihre Rechnung präsentiert bekommen! Aber so wie wir das Stift kennen, wird das wohl nicht passieren!
      Warum hat damals keiner reagiert? In der Gemeinschaft war das sicher bekannt, aber Angst hatten sie alle…genauso wie heute bei einem gewissen Pater P.

    • ED Says:

      Re: Sudelkampagne
      Genau der hier (und auch weiter unten von anderen Absolventen)zum Ausdruck gebrachte Korpsgeist – was nicht sein darf das nicht sein kann – macht es für die Opfer so schwierig, mit Ihren Erfahrungen an die Öffentlichkeit zu gehen. Bestes Beispiel ist wohl Josef Hartmann, der die Affäre Groer aufdeckte (Zitat Kirche Heute 4/1998: “März 1995 trat ein gewisser Hartmann an die Öffentlichkeit und beschuldigte Kardinal Groer, ihn sexuell mißbraucht zu haben.”).

    • Altkremsmünstererin Says:

      Re: Re: Sudelkampagne
      Geh bitte, es war doch allgemein bekannt, dass gewisse Patres so manchen aufs Zimmer kommen haben lassen und intime Fragen rund um Sexualität gestellt haben, auch die am Vormittag erwähnte Episode mit P. Alfons und dem roten Sofa ist unter ehem. Altkremsmünsterern bekannt. Und was das abwatschen betrifft, ich hab selbst gesehen, wie Pater A. in den 90er Jahren dem Paschinger vor allen anderen im Speisesaal eine gerissen hat, und auch einen Klassenkollegen von mir nach einem Opernbesuch im Bus. Und das allein ist ja eigentlich schon schlimm genug.

    • Bjargi Says:

      Re: Re: Re: Sudelkampagne
      Dass es Ohrfeigen gegeben hat, bestreitet denke ich niemand.

      Aber ich für meinen Teil kann nur sagen, dass mir in acht Jahren weder von einem roten Sofa noch von sonstigen sexuellen Missbrauchsfällen etwas zu Ohren gekommen wäre. Wenn es so wäre, würde ich es sagen.

    • cremifanensia nova et vetera Says:

      ja, sexuelle Gewalt (gegen Kinder, gegen Frauen) kommt auch in keinen Familien, schon gar nicht in den besten Familien, vor…
      diese Debatte gab´s doch schon in den 60er, 70er Jahren
      noch immer nichts dazugelernt?
      in den 90ern gab´s z.B. an der Uni Wien ein Symposium zum Thema sexueller Mißbrauch in der Kirche.
      das Problem ist komplex. Aber, ein Punkt ist dabei klar herausgekommen: früher haben Eltern ihre Autorität am Tor des Internates abgegeben und diese den Erziehern übertragen, den Kindern wurde nichts geglaubt, was es nicht geben kann, durfte es nicht geben…
      wir sollten also nicht zurückfallen zu sagen, das könne es nicht gegeben haben, alle “reimen sich bloß etwas zusammen”
      warum sollte gerade Kremsmünster ausgenommen sein, bei x Vorfällen in Deutschland, Irland, den USA usw….
      außerdem hat gerade eine solche Argumentation den Boden dafür genährt, dass nicht nur nichts herauskommt, sondern sich Täter geschützt fühlen – gut, wenn dieser circulus vitiosus durchbrochen wird und dadurch auch Prävention geschieht! und solltest Du immer noch glauben, dass dies nur eine Sudelkampagne ist, dann frage ich mich, warum es Jahrzehnte danach soviele “Ressentiments” gibt. Vielleicht, weil viele noch immer nicht einsehen wollen, dass diese “harte Schule” “eine gute Schule” fürs Leben gewesen sein soll?

    • Michael Paschinger Says:

      Liebe Altkremsmünstererin, wahrscheinlich B…!

      dem P. hätte gereicht! und der Prof. R. war für mich persönlich schlimmer als der offensichtlich allseits verhasste P.A.

      mfg P.

    • Altkremsmünsterer Says:

      Hab Anfang der 90er maturiert und nicht Mal annähernd eine gefangen. Selber gesehen habe ich es vielleicht 1, 2 Mal in acht Jahren.

      Die Gerüchte über mehr als nur eine Watschn hats immer gegeben und ich bin sicher, sie stimmen. Gehört alles auf den Tisch und die Täter zur Verantwortung gezogen, ohne Gnade.

      Vielen Schülern ist eine Watschen glaub ich nicht Mal wahnsinnig schlimm vorgekommen, weil ihren ach so christlichen Eltern wohl auch die Hand ausgekommen ist…
      Und zu den Krampus-Geschichten: Die jüngeren konnten es ja kaum erwarten, endlich auch älter zu sein und dann auch Krampus spielen zu dürfen.

      Dass zB Pater F. jetzt so kritisiert wird, ist auch feig. Ja, er hat einmal eine Kopfnuss gegeben, die ich gesehen hab, und das lehne ich wie jede körperliche Maßnahme ab. Aber ansonsten war er sehr sehr ok (vielleicht war er in den frühen 80ern und 70ern anders, kann sein, möchte niemanden, der sich als sein Opfer sieht, zu nahe treten, aber in dieser Stimmung vermischen sich jetzt Dinge, die nicht miteinander zu vergleichen sind).

      Und ja, auch weltliche Lehrer waren ziemliche Schleimer zum Teil. Aber es gab großartige Menschen wie Pater Albert, Pater Severin und andere.

  50. Altkremsmünsterer Says:

    Hysterie, nein danke!
    Ruhig und sachlich nochmal lesen. Das meiste dieser Vorwürfe ist ja nix als hirnverbrannter Schmahfuh, die ganze Berichterstattung findet sich bei den oön, “hatte eine Glocke”, “mußte Latein übersetzen”, na furchtbar.
    Kenne alle drei Patres von meiner Schulzeit. Alle mögen streng, vielleicht aus heutiger Milchbubisicht auch grob gewesen sein.

    ABER nie ist ein Mißbrauch passiert. Sieht man ja wie verzweifelt von irgendwelchen Schmierfinken versucht wird Äpfel (angeblicher Mißbrauch) mit Birnen (harte Erziehungsmaßnahmen) zu vermischen.

    Ich KENNE alle der beschuldigten Patres, NIE im Leben hat einer dieser drei honorigen Personen mit Mißbrauch auch nur im Entferntesten zu tun.

    Ich hoffe, dass Abt Ambros MUMM genug hat, sich schützend vor seine Mitbrüder zu stellen und sie nicht vor irgendwelchen “Pressekrawuzis” besudelt im Regen stehen lässt.

    • Gast Says:

      Re: Hysterie, nein danke!
      Pater A. ist regelmäßig die Hand “ausgekommen”. Und zwar auch noch in den 90er Jahren (auch wenn es nur die berühmte “Stereo” war).
      Und wer das bestreitet hatte ihn nie im Musikunterricht, im Chor oder war nicht im Internat.
      Nach seinem Abgang als Konviktsdirektor hat sich aber alles drastisch – und zwar zum Positiven – geändert!

    • kephas Says:

      Das klingt aber doch sehr nach Realitätsverweigerung!!

      Nur weil Du zu jenem (sicherlich größerem) Teil gehörst, der nicht missbraucht wurde, heißt das nicht, das andere, die sehr wohl missbraucht wurden oder dies zumindest mitbekommen haben, Blödsinn erzählen.

      Deine Argumentation könnte direkt von Pater A. stammen.

      Interessant wäre natürlich, wann Du im Stift warst?!

    • pedroelnegro Says:

      ich frag mich ehrlich wie informationsresident kann man eigentlich sein

    • lx184 Says:

      Es geht doch nicht um das Übersetzen und um ein paar Ohrfeigen. Es geht vielmehr um das Prügeln und den sex. Missbrauch. Sei glücklich dass zu deiener Zeit das Gröbste vorbei war. Die Wölfe sind offenbar grau geworden. Von Sudelkampagne und Verleumdung zu sprechen ist allerdings ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen ( schon wieder..;-) , die zum Grossteil lange vor Dir dort waren. Sei dir gewiss, dass alle die hier gepostet haben auch diese “Honorigen Herren” und deren Handschrift bestens kennen. Glaubst du im Ernst wir haben uns alle am Montag oder Dienstag getroffen und uns für ein fröhliches HALAlI auf diese Herren eingestimmt. Du warst wahrscheinlich gerade mal dem Kindergarten entwachsen als es für uns “über Kirchberg gedonnert” hat, wir nach der Jause oder dem Abendessen auf Figs rotem Sofa Platz nehmen durften, bei F. eine Beutelung bekamen, oder bei L. in den Genuss der “ersten Eziehungsstufe” nach ein paar saftigen (im wahrsten Sinne des Wortes) Watschen gekommen sind. Wir wahren alle keine Heiligen und mit Sicherheit keine Milchbubis.

  51. Mag. Manfred Behr Says:

    Altkremsmünsterer
    Zuerst vorweg, Kindesmißbrauch besonders an schutzbefpohlenen ist absolut krank und verwerflich, keine Frage!
    Ich bin selbst Altkremsmünsterer (Maturajahrgang 97) und habe gerade mit einem ehemaligen Klassenkollegen konferiert.
    Fakt ist, dass es so etwas zu unserer Schulzeit sicher nicht gegeben hat.
    Lesen Sie sich doch bitte den Bericht in der Presse noch einmal genau und ohne jede Hysterie durch. “Schläge mit dem Schlüsselbund” mag sich schlimm anhören, doch Kindesmißbrauch ist dies nicht, und dient nur dazu in übelster Revolverblattmanier (ade bürgerliches Blatt, ade) dem ganzen zusammen mit anderen Kunstgriffen garniert eine Dramatik zu geben, die den Begriff Journaille zu Recht verdient.
    Beim Anschuldiger handelt es sich wohl um einen Trittbrettfahrer, dem äußerst fad und unwohl im Kopfe ist.

    Das Gefährlichste an Kremsmünster waren in der Realität vielleicht die Stiftsschank und der Hanimoar.

    • Sudowitzky Says:

      Sie haben wohl meinen Beitrag nicht gelesen. ICH habe den schriftlichen Beweis des sexuellen Missbrauchs mit Originalunterschrift von Pater A.

      • kephas Says:

        Achtung: Der Beitrag von Mag. Behr stammt von gestern!!!

      • Herbert Says:

        Dann wende dich an die Stellen wo die Sache konstruktiv angeschaut wird. Auf dieser Seite ist eine so schwere Beschuligung problematisch weil Sie Pater A. in ein schlechtes Licht rückt aber hier nicht wirklich nachgewiesen werden kann. Bei allem Mitgefühl wenn dir dieses Leid wirklich angetan wurde. Theroretisch könnte hier jeder so eine Behauptung aufstellen. Der eine glaubt Sie der andere nicht.
        einer der an Wahrheit interessiert ist

        • MW Says:

          dann kritisieren Sie bitte auch jene, die einfach die behauptung aufstellen, es hätte kein missbrauch stattgefunden, und damit sämtliche opfer lügen strafen! Sie halten es offenbar für problematischer, wenn jemand, dessen fehlverhalten längst aufgeflogen ist, “in schlechtes licht gerückt wird”, als wenn jemand opfer als lügner bezeichnet. durch ihre zusammenarbeit mit der ombudsstelle sollten Sie eigentlich über genügend information verfügen, um das aufklären zu können.

          nicht die beschuldigungen sind problematisch, wie Sie das beschämenderweise formulieren, sondern die tat und die diskreditierung der opfer. ich würde Sie bitten, abstand davon zu nehmen, pater A. davor schützen zu wollen, in “schlechtes licht gerückt” zu werden. letzteres hat er nämlich schon längst selbst getan.

          nur so als gedankenanstoß dafür, ob sie in zukunft lieber die berichte der opfer oder die überheblichen behauptungen der relativierer, die opfer seien lügner, kritisieren wollen:
          wie viele fälle gibt es, wo eine derartige beschuldigung erfunden wurde? und wie viele fälle gab es, wo derartige beschuldigungen der wahrheit entsprachen? informieren Sie sich mal.

  52. Bjargi Says:

    Re: Altkremsmünsterer
    Ich (Maturajahrgang ebenfalls 97) möchte mich meinem Vorredner anschließen.

    Zugegeben war die Erziehung in Kremsmünster, besonders in der Unterstufe, hart. Was aber nicht nur auf die Erzieher selbst, sondern auch auf die Hierarchien innerhalb der Schüler zurückzuführen ist. Aus heutiger, teilweise überkorrekter, Sicht mag die früher auch außerhalb katholischer Einrichtungen weit verbreitete „Watsche“ natürlich ganz furchtbar anmuten, jedoch kann ich für meinen Teil bestätigen, dass in Kremsmünster niemand im engeren Sinn „verdroschen“ worden ist (schon gar nicht mit Gegenständen) und dass echter, d. h. sexueller, Missbrauch zu keiner Zeit ein Thema unter den Schülern gewesen ist. Meiner Ansicht nach wäre ein solcher aufgrund der eher beengten Lebensbedingungen auch nicht auf Dauer zu verheimlichen gewesen.

    Natürlich waren viele Schüler dem streng hierarchischen Leben und den streckenweise sehr steilen Anforderungen des Lernstoffs nicht ganz gewachsen und mussten die Schule vorzeitig verlassen. Es würde mich nicht wundern, wenn hinter den nun, zu einem medial günstigen Zeitpunkt, aufgetauchten Anschuldigungen der Versuch stecken würde, eine alte Rechnung zu begleichen.

    • martin Says:

      dann freut es mich ja, dass sich die Schule nach 1990 geändert haben dürfte …

      lasst euch etwas zeit mit vorschnellen Schlussfolgerungen. aus 2 gründen:

      (1) Ihr ward damals noch gar nicht an der Schule (die Vorwürfe beziehen sich auf die 70er und 80er Jahre). Es gibt aus dieser Zeit hunderte Zeugen.
      (2) Es werden Sachen ans Licht kommen, die so hieb und stichfest sind, dass man darüber gar nicht mehr diskutieren braucht.

      Daher meine Bitte: Lasst diejenigen, die betroffen sind, doch erstmal zu Wort kommen. Was treibt euch denn an, hier Zweifel anzumelden, obwohl ihr damals teilweise noch nicht einmal in der Volkschule ward.

      Loyalität (zu was immer) hin und her – das ist nicht besonders gescheit. Und gegenüber den Opfern auch ziemlich daneben.

      • kephas Says:

        Das Internat hat sich nach 1997 geändert, nachdem Pater A. nicht mehr Konviksdirektor war.
        Ich finde es nur schräg, dass danach Pater N. als provisorischer Konviktsdirektor eingesetzt wurde, obwohl der ja offensichtlich auch kein Unschuldslamm war.

    • mj90krems Says:

      Liebe Kollegen, es freut mich zu sehr hören, dass eure Schulzeit in Kremsmünster während der 90er positiv in Erinnerung geblieben ist, obwohl ich anderen Kommentaren ansatzweise entnehme, dass es auch in dieser Zeit wohl noch zu aus heutiger Sicht untragbaren Übergriffen gekommen ist.

      Ich hoffe aber auch dass Ihr aus den vorangegangen Postings ablesen könnt, dass es während der Zeit in der P. Alfons Konviktsdirektor war leider nicht so gut gelaufen ist. Ich bitte Euch das zu respektieren! Auch wenn es natürlich auch zu unserer Zeit durchaus viele integre Persönlichkeiten im Gymnasium und Konvikt gab, die auch ich in positiver Erinnerung habe, ändert dies nichts an der Tatsache dass nun die Zeit gekommen ist, die wirklichen Täter aus dieser Zeit zur Rechenschaft zu ziehen.

      • Manfred Behr (MJ 97) Says:

        Das, was uns zunächst eher total überraschte war ja, dass der selbe Pater A. noch in den 90ern Konvikts- direktor war, wir hatten ihn auch in Musik und glaube uns oder nicht, alle Klassenkollegen sind bei diesen Vorwürfen aus den Wolken gefallen.
        Ich habe dies ja schon an anderer Stelle gepostet, das Gute an diesem Blog ist ja, dass andere, die viel durchmachten mußten, hier ja zur Information sehr viel beitrugen. Aber Du wirst sicherlich verstehen, dass diese Vorwürfe zunächst so unglaubwürdig klangen, eben weil sie so unglaublich waren und eben von dem was wir erlebten doch in nicht geringem Maße abwichen. Fakt ist, dass wohl keiner informationresistent ist und diese Taten wohl zum größten Teil zur bitteren Wahrheit dazugehören.

        • mj97-H Says:

          Ich bin keineswegs “aus allen Wolken gefallen”, werter Klassenkamerad, und erstaunlicherweise ging´s allen, mit denen ich bislang darüber gesprochen habe, ebenso. Dass man als Erst- und Zweitklassler vorm A. besser auf der Hut sein sollte, war unter den Hadesinsassen jedenfalls auch in den frühen 90ern verbreitet. Ich habe selbst keine expliziten Übergriffe erlebt, aber doch einiges klar Grenzüberschreitendes beobachtet. Die Gerüchte waren ohnehin leidlich bekannt.

          Daher bitte nicht gleich für “alle Klassenkameraden” sprechen, nach meiner Einschätzung dürfte diese beneidenswerte Arglosigkeit bestenfalls auf die Hälfte der Kollegen zutreffen.

    • mj97-H Says:

      Werter Klassenkamerad,
      Missbrauchsvorwürfe kann ich für die 90er auch nicht bestätigen. Dass das gesellschaftliche System Kremsmünster noch um 1990 totalitär, sozialdarwinistisch und im Grunde faschistisch war, daran gibt´s freilich nichts zu deuteln. Disziplinierung und das Recht des Stärkeren waren die Grundpfeiler der Ordnung, die Gewalt war systemimmanent (siehe die freiwilligen Kapos, z.B. Hofm., Hifn., Enth., um nur ein paar zu nennen).

      Der terreur wurde von den bekannten Gestakten (Fons, Blader, Fekt, Sekti) angeleitet. Das hat sich dann erst mit dem zunehmenden Einfluss integrer Gestalten wie Severin, Düsi und die jüngeren Patres gewendet.

  53. kephas Says:

    Die letzten Beiträge stammen alle aus dem OÖN-Forum und zwar von gestern?!

    • mj8x Says:

      ich habe mehrere beiträge aus den oön, standard und presse foren hierher übertragen. ich wollte erfahrungs-berichte sammeln und besser zugänglich machen.
      das hätte ich wohl jedesmal klar stellen sollen, es schien mir aber nicht so wichtig…

  54. dies ille, dies irae Says:

    Nicht nur von Seiten des Stiftes erwarte ich mir ein konsequentes Handeln. Auch von Seiten Abt Christian Haidinger, ehemaliger Pater von Kremsmünster und Religionslehrer. Heute ist der oberster Benediktiner in Österreich (“Abtpräses”). Was hat er gewusst? Was ist sein Beitrag zur Aufarbeitung der Causa heute? Die Bitte um Barmherzigkeit für die Täter möchte ich an der Stelle nicht hören. Das kann am Schluss eines glaubwürdigen Prozesses kommen, nicht aber am Beginn.

  55. mj90krems Says:

    Wenn wir es schaffen sollten selbst das Schweigen zu brechen, besteht vielleicht auch die Hoffnung dass einige der damals relativ integren Patres aus Kremsmünster sich dazu bewegen lassen offen Stellung zu nehmen. Ich glaube kaum dass aktive Benediktiner dazu bereit wären, da diese vermutlich immer mit direktem Konsequenzen im Kloster, vom Bischof oder aus Rom rechnen müssen.
    Mir fällt dazu aber konkret P. Emmeram ein, der soweit ich weiß aus dem Kloster ausgetreten ist. Unabhängig von seinen persönlichen Gründen für diesen Schritt. könnte ich mir vorstellen dass er vielleicht heute bereit sein könnte die Zustände während der 80er als “Insider” aufzuklären und eventuell auch gegen seine ehemaligen Mitbrüder auszusagen. Hat jemand von euch noch Kontakt zu ihm?

    • martin Says:

      dazu kann ich dir noch eine mega-skurrile “anektote” erzählen, die auch den angesprochenen p.emmeran interessieren dürfte:

      p.emmeran war jahrelang präfekt von eingeschüchterten 10-jährigen, bevor er 1988 umzog und die 6. abteilung übernahm (vorwiegend 7. und 8. Klasse). ich war damals in der 8., und wir hatten von Anfang an unsere kleinen Scharmützel mit ihm. Da hat uns Fig bei der Jause zugezwinkert und schelmisch gefragt, ob wir unseren Präfekten „heuer auch schön fertigmachen”.

      Nach einem halben Jahr, in dem wir uns als renitente, vom Internat abgestumpfte Nachwuchs-Monster nichts geschenkt haben, war P.Emmeran so verzweifelt, dass er uns alle zum finalen Prozess zu P.Alfons geschickt hat. Ich hatte (körperlich!) panische Angst, es überspannt zu haben. Aber passiert ist dann etwas ganz anders: P.A. hat laut gelacht. “Ich kann euch ja nicht schimpfen, ihr seid ja schon so groß. Werdet ein bißchen braver” -grins …; im Klartext: „Vogelfrei“ war in diesem Fall kein armer Teufel aus der Unterstufe, sondern der ungeliebte P.Emmeran.

      Im Nachhinein eine unglaubliche Geschichte. Lang war der Emmeran dann auch nicht mehr im Stift … der hasst uns wahrscheinlich heute noch für unsere Gemeinheiten, wofür eine Entschuldigung wirklich angebracht wäre.

      @A.H.: ich weiss, dass du diesen Blog sicher genau liest … das war doch genau so, oder?

  56. mj8x Says:

    ein erlebnis mit pater a:
    ich war in der 2. oder 3. klasse. ich musste zu ihm aufs zimmer, irgendetwas holen oder bringen. durch die beiden türen durch in diesen eigentlich schönen, hellen raum, mit parkett, den vielen uhren und alten möbeln. in der mitte ein tisch und dahinter das rote sofa.
    pater a saß auf dem sofa und sagte, ich solle zu ihm kommen. mir war das nicht recht, ich wusste, er würde wieder unangenehm und zudringlich werden, mir seine nähe aufzwingen, mich anfassen. ich wusste auch damals schon, dass er schüler sexuell missbrauchte (wie ich das heute nennen würde). ich ging aber doch hin, was sollte ich denn tun… als ich vor ihm stand, fasste er mich an den hüften und wollte mich auf seinen schoß setzen. das war mir aber zuviel – ich habe mich losgerissen und bin hinter den schreibtisch weggelaufen. er ist mir – wie im spiel nach – und wollte mich fangen. irgendwie habe ich es dann geschafft, durch die tür nauch draußen zu flüchten.
    und danach hatte ich angst, für mein weglaufen bestraft zu werden.

    • Herbert Says:

      Ich bitte deine Erfahrung an eine Stelle zu deponieren wo konstruktiv damit gearbeitet wird. Z.B.: Abt oder Ombudsstelle.

      mit freundlichen Grüßen

      einer dem Aufklärung wichtig ist

  57. jasowars Says:

    War Ende der 70er in der Unterstufe und kann die bereits geposteten Berichte voll bestätigen. Mich wundert, dass noch es noch keine Postings zum Turnographie-”Professor” und Altnazi W. und dessen Knecht B. gibt.
    Kann mich noch gut an Spießrutenläufe, den Spanischen, Boxkämpfe im Turnsaal, Hechtrollen ohne Matten, Hinrichtungen mit Schlagbällen, Aufmärsche, Schlagballspiele mit gezielten Weichteiltreffern von B., usw…. erinnern.

  58. mj85 Says:

    Trotzdem ändert das nichts an den Dingen die vorgefallen sind und die werden auch nie ungeschehen gemacht werden können.

    Jedoch frage ich mich eines: Was wollt “ihr” durch all das bezwecken? Wollt ihr Aufarbeitung? Dann gründet eine Selbsthilfegruppe und ladet ggf. den P.A. oder Konsorten dazu ein. Dass juristische Strafverfolgung oftmals nicht mehr möglich ist, ist zu bedauern doch dann akzeptiert das doch einfach?! Vergleichbar mit dem Simon Wiesenthal Center die 70 Jahre nach dem Krieg, Offizieren mit Alter > 90 auf der ganzen Welt nachjagen…sry aber what for?

    Seid ihr gläubige Christen? Glaubt ihr denn nicht, dass sich Menschen nach ihrem Tode verantworten müssen bei einem Gericht bei dem es keine Verjährung gibt und das wahre Begebenheiten be-/verurteilt?
    Also was bezweckt ihr? Selbst wenn das Stift unzählige Missbrauchsfälle zugeben würde, was habt ihr davon? Seid ihr so armselig und persönlichkeitsschwach, dass ihr auf diese winzige Genugtuung aus seid?

    Der komplette Schulapparat, das Konvikt/Tagesheim, das ganze Stift verfolgt heutzutage andere Methoden als noch vor Jahrzehnten. Also freut euch doch, dass sich etwas geändert hat. Aber seht ihr denn nicht, dass zahlreiche ehrliche und aufrichtige Patres durch eure Anschuldigungen ebenfalls diskreditiert werden? Dass ihr den Ruf des Stiftes und der Schule zerstört, die den meisten von uns DIE Ausbildung und das Wissen verschafft hat, dank welchem wir im postskolaren Leben uns gegen andere durchsetzen können und besser sind als andere?

    Rache und Vergeltung sind nie die Lösungen für Probleme und wer jetzt meint, er müsse den Patres ein auswischen und sich über sie stellen, der ist in gewisser Weise genauso ein Sadist und geistig “eine arme Sau”. Wer Probleme hatte mit Missbrauch o.ä., der solle sich doch ans Stift wenden und erstmal dort eine Lösung suchen. Der Weg über die Medien ist feig und schadet vor allem Unschuldigen.

    My two cents.

    • kephas Says:

      Deine Kritik mag bis zu einem gewissen Grad durchaus berechtigt sein, aber:

      1. Wenn man Deiner Argumenation mit den gläubigen Christen folgt, dann schaffen wir am Besten gleich unser Justizsystem ab. Im Himmel bekommt ja ohnehin jeder seine “gerechte Stafe”.

      2. Ich gebe Dir völlig Recht, dass jetzt viele zum Handkuss kommen, die das nicht verdient haben bzw. für andere einstehen müssen, die lange vor Ihrer Zeit “gewirkt” haben. Mit Schweigen sollte man dem Ganzen trotzdem nicht begegnen. Das hat man lange genug gemacht.

      3. Nicht “wir” haben den Ruf ruiniert sondern jene, die jahrzehntelang ihre Autorität ausgenutzt haben um andere “zu missbrauchen”.
      Außerdem leidet der Ruf eines Jeden von uns Absolventen, wenn wir den aktuellen “Vorwürfen” mit Schweigen und Ignoranz begegnen.

      4. Dem Großteil geht es weder um Rache noch um Vergeltung. Es geht um lückenlose Aufklärung, um dann einen ehrlich gemeinten Neustart zu ermöglichen.

      • mj85 Says:

        Ich beziehe mich direkt auf die Punkte:

        1. Ich war nicht darauf aus, Gott als alleinigen Richter zu bewerben. Und trotzdem ist Gott der Richter, bei Angelegenheiten die nach weltlicher Justiz verjähren.

        2. Das stimmt, Schweigen ist keine Lösung. Eine Rufschädigung und implizite Verleumdung von einer Gesamtheit aber auch nicht. Und ich verwehre mich gegen die präsente Mentalität, dass intime Angelegenheiten an Leute herangetragen wird, die es nichts angeht und die verleitet sind, sogleich falsche Schlüsse zu ziehen (nicht zuletzt die Medien).

        4. Dass es mit Konvikt/Tagesheim bergab geht, ist offenkundig. Da sich die Schule und das Stift aber seit längerem reformiert haben, stellt sich die Frage der Notwendigkeit eines Neustarts. Sowas geht nicht von heute auf morgen oder mit “Schalter umlegen”.

        Dazu kommt, dass Außenstehende leider vielmals nicht differenzieren können, dass diese Missbräuche Vergangenheit sind und JETZT nicht mehr vorkommen. Die Rufschädigung betrifft die Gegenwart.

        • mj90krems Says:

          ad 1. Wenn die betroffenen Priester schon daran glauben, fände ich es gut wenn diese in ihrer eigenen Hölle enden. Die Justiz ist jedoch der bessere Partner bei der Vergeltung von Straftaten.
          ad 2. Niemand ist an einer Rufschädigung interessiert. Die damaligen Täter sind voll dafür verantwortlich, nicht jene die sich nun zu Wort melden. Es handelt sich hier auch nicht um “intime Angelegenheiten” sondern um Straftaten.

        • kephas Says:

          Ich kann natürlich nicht für alle Poster diese Blogs sprechen. Ich nehme mir aber die Freiheit, das Wort “wir” zu benützen.

          Wir verleumden niemanden bzw. wir haben sicher nicht die Absicht, jemanden zu verleumden. Das machen die Medien, und wie wir alle wissen, können die das sehr gut.

          Der Großteil der Beiträge gibt “Fakten” wieder, d.h. selbst Erlebtes, Erfahrenes oder Ähnliches.
          Und es geht nie um das Stift oder das Gymnasium als Ganzes sondern immer um konkrete Personen (zw. 3-6), die nachweislich Handlungen gesetzt haben, die nicht in Ordnung waren bzw. sind. Ob diese damals üblich waren ist eine andere Sache und darf keinesfalls als Entschuldigung vorgeschoben werden.

          Dass ein öffentliches Forum nicht das idealste Medium ist, um solche Vorwürfe zu behandeln, stimmt. Es ist aber jedenfalls besser, als tat- und wortlos zuzusehen.
          Hier wäre auch der Altkremsmünsterer Verein bzw. dessen Vorstand gefordert, tätig zu werden -> Stille!

          Die Schule hat jedenfalls schon den Turn-Around geschafft. Ob dieser von jedem (Lehrerfolg, Methoden etc.) als der richtiger Weg empfunden wird, wage ich nicht zu sagen. Dafür bin ich zu wenig Pädagoge. Sie sind aber jedenfalls auf einem guten Weg und Verbesserungspotential gibt es immer.
          Auch das Konvikt hat den Turn-Around geschafft. Jedenfalls um das zig-fache besser als damals (80er). Dass die “Gesellschaft” das Angebot eines Internats nur noch in sehr vereinzelten Fällen annimmt, ist eine andere Sache, die die verschiedensten Gründe hat.

          Mir gings oben aber eher um den Neustart in Bezug auf den Ruf der Schule.
          Fakt ist, dass auch die jetztien Abgänger immer noch vom Ruf der “damaligen Eliteschule” profitieren. Das dieser Ruf jetzt mehr als “angekratzt” ist, ist klar.
          Jetzt sollte man die Chance (ich weiß, das klingt in diesem Fall etwas sarkastisch) nützen, um altes – nach dessen Aufklärung – abzuschließen und rufmäßig neu durchzustarten.

        • dies ille, dies irae Says:

          Ich sehe es als Aufgabe des Stiftes und Gymnasiums an, ALLE Fälle aufzuklären und daher auch zu Trage zu bringen, OB es in JÜNGERER Zeit Missbrauchsfälle gegeben hat. Wie könnte das Stift ausschließen können, dass es nicht auch seit den 80ern bis heute Vorfälle gegeben hat? Das Stift würde sich doch lächerlich machen, dies mit Gewissheit zu behaupten und auszuschließen und dann käme doch etwas zu Tage! In diesem Sinne müsste wohl auch eine entsprechende Vorgangsweise im Gespräch bzw. Kontakt mit den Eltern der jetzigen Schülerinnen und Schüler gewählt werden. Wieviele von ihnen werden sich wohl Gedanken machen über IHRE Kinder, die jetzt diese Schule besuchen?

    • cremifanensia nova et vetera Says:

      na, hallo!
      was heute in den Medien läuft, ist doch vom Stift zu verantworten!
      die Missbrauchs-Debatte in den Medien läuft jetzt schon ca. zwei Monate
      was hat das Stift getan? gehofft, dass alles vorbeizieht! worum geht´s jetzt? alles ans Tageslicht befördern, offener Umgang in jeder Hinsicht. das ist den Opfern geschuldet einerseits, das ist auch für alle Seiten das beste! zu glauben, die Krise meistern zu können durch Schweigen, kann doch wohl niemand mehr als die richtige Strategie verstehen. im übrigen ist es widerlich, allen sich Äußernden von vorneherein schlechte Absichten zu unterstellen!

    • martin Says:

      Lieber mj85,

      ich gestehe Dir natürlich zu, es absolut gut zu meinen. Aber inhaltlich kann ich Dir wirklich nicht folgen.

      Ich sehe in der ganzen Aufregung eine Gemengelage aus 2 verschiedenen Motiven bzw. Anliegen:

      (1) Obwohl das Thema „Missbrauch in Internaten“ seit Wochen am Köcheln ist, hat es weder die Schule, noch der Altkremsmünsterer-Verein, noch einer der Täter, der Mühe Wert gefunden, proaktiv eine glaubwürdige Platform zu schaffen, um das Erlebte überhaupt einmal artikulieren zu können. Lies Dir noch mal das unglaublich bewegende Posting von User „Sudowitsky“ durch! Er hat tatsächlich jahrelang geglaubt, ein Einzelschicksal zu sein! (Weil P.A. ihm versichert hat, dass dies so wäre … eh klar; ist es anmaßend, das perfid zu nennen?)

      Es ist mehr als natürlich, nachvollziehbar, und sicher nicht „mediengeil“, in einer Internetplattform diese Erfahrungen jetzt auszutauschen. Im Gegenteil – es ist die einzige Basis dafür, überhaupt einmal zu begreifen, von welcher Dimension wir hier reden. Ginge es nach der Schule, hätten wir bis heute nichts als das beschönigende Bild von ein paar „Berührungen“ und einer Watsche, die damals vielleicht eh üblich war, und böse Absicht war auch keine dahinter. Soll ein solches – haarsträubend falsches – Bild Basis für einen nächsten Schritt sein? Ich will mir noch gar nicht ausmalen, was in diesem Brief stehen wird, den sie an die Eltern (der jetzigen) Schüler schicken wollen. An die Eltern der Geschädigten denkt in der knappen Erklärung der Schule ohnehin niemand.

      (2) Neben dem, was WAR, geht es auch darum, was IST. Die handelnden Einzelpersonen haben sich sicher geändert – aber eines ist 100% gleich geblieben: Mauern, Abwiegeln, Opfer als nicht ernstzunehmend hinstellen (oder Ihnen gar unlautere Absichten zu unterstellen! Daran streift Dein eigener Kommentar nämlich gefährlich nahe an, und das passt auch zum Kommentar von Kardinal Schönborn gestern in der ZIB 2 – sinngemäß: es kann kein Zufall sein, dass ausgerechnet jetzt so viele böse Angriffe auf die Kirche kommen … Verschwörung … besser intern abhandeln …)

      Ich habe – noch BEVOR die große Aufregung losgegangen ist – aus Instinkt und Naivität ein Email an die Direktion geschrieben. In bester, ehrlicher Absicht. Inhalt des Mails sinngemäß: da es nur eine Frage der Zeit sein kann … bitte der Schule und uns allen einen großen Gefallen tun und auf Verdachtsmomente von Anfang an nicht mauern, sondern OFFEN und TRANSPARENT reagieren. Das Ergebnis kennen wir alle: „Hirngespinst“ … Nebelgranaten a la „Suspendierung“ (von was denn? Vom Fischen?) …

      ERGO – WAS ICH GERNE HÄTTE:

      (a) Es gibt eine Menge von Dingen, die dringend aufklärungsbedürftig sind. Neben den harten Bandagen der sexuellen Missbrauchsfälle taucht vor allem immer wieder der Hinweis auf, dass P. Alfons schon in den 60 Jahren „aktenkundig“ geworden ist. Ich will ein klares und glaubwürdiges Dementi vom Stift, dass hier nicht hunderte von Schülern GROB FAHRLÄSSIG und WISSENTLICH diesem Monster ausgeliefert wurden. Das ist keine Geschmacksache – das wäre ein Megaskandal. Und meine Sch…-Zeit wäre um den unglaublichen Aspekt reicher, dass dies zu verhindern gewesen wäre.
      (b) Die Schule hat es bis jetzt noch nicht einmal der Mühe Wert gefunden, sich bei den Eltern der damaligen Schüler zu entschuldigen. Warum das so ist, ist klar: weil die Schuld an einzelnen Personen festgemacht werden soll. Gewusst haben es aber ALLE, und weggeschaut haben auch ALLE.
      (c) Würde es den Betroffenen ein ehrliches Anliegen sein, Reue zu zeigen und Versöhnung zu wollen, könnten sie ja von sich aus erzählen, wie das damals war. Dass das ohnehin auffliegt, sollten sie doch seit Wochen wissen. Aber das wäre ja schlecht für den Ruf der Schule …

      Insofern ist es absolut eine Frage des HEUTE – nicht des Gestern, und auch nicht fürs Jenseits. Würden die eine ehrliche Aufarbeitung wollen, hätten sie viele Gelegenheiten gehabt, dies zu beweisen. Mir fehlt der Glaube. Und zwar heute mehr als gestern.

    • ein Kollege Says:

      lass uns im Juni drüber reden-spätestens! Andere Jahrgänge reden schon vorher drüber. Schaffen wir das auch?

    • Herbert Says:

      Diesen Beitrag finde ich konstruktiv

  59. mj90krems Says:

    Haha, der war gut! Das Stift hat mit seinen bisherigen Reaktionen und den “Suspendierungen” klar gezeigt dass kein Interesse an wirklicher Aufklärung besteht. Auch Schönborn zieht es ähnlich wie Du vor erst einmal die Motive der Opfer in Frage zu stellen als von den Tätern klare Stellungnahmen zu fordern.
    Sollten sich das Stift, Internat und Gymnasium heute wirklich derart verändert haben dann hätte ich mir eigentlich erwartet dass die Anschuldigungen gegen z.B. P. Alfons intern wohl sehr schnell aufgeklärt werden könnten. Leider schweigen aber die Mitbrüder und haben von nichts gewusst …

    • mj90krems Says:

      Hier übrigens der Link zu den Aussagen von Schönborn und seinen Anhängern, die nur darauf zielen die Opfer zu diskreditieren. Diese stehen in grobem Widerspruch zu seinen “offiziellen” Stellungnahmen zu einem “offenen und ehrlichen” Umgang.

      http://tvthek.orf.at/programs/1211-ZiB-2/episodes/1287777-ZIB-2/1291203-Dioezesanversammlung-von-Missbrauchsskandalen-ueberschattet

    • Herbert Says:

      Wenn die Mitbrüder davon erfahren sollten, dann muss ein betroffener Schüler nach dem Vorfall einen anderen Pater/Frater davon mal erzählen. Schließlich habe ich noch nicht gehört hier im Forum das Patres Zeugen des Geschehens sind, auch habe ich noch nichts davon gehört das einem anderen davon berichtet wurde. Also wie soll ein anderer Mitbruder davon erfahren?

      • mj90krems Says:

        Es gibt hier im Forum einen Bericht zu einem Vorfall in Zusammenhang mit Pater B., der laut einem der betroffenen damaligen Schüler gemeinsam mit drei Kollegen an einen externen Vertrauensmann gemeldet und dann an den damaligen Abt weitergeben wurde. Der Fall wurde zwar “gelöst” aber offenbar vertuscht. Ähnliches scheint sich in Zusammenhang mit Pater A. in den 60ern zugetragen haben. Daraus schließe ich dass den Verantwortlichen derartige Fälle bekannt sein müssen. Das Stift hat ja ein Archiv, mit Dokumenten aus dem Mittelalter bis in die Gegenwart nehme ich an.

        • Herbert Says:

          Einerseits bin ich da zuwenig informiert da ich nie ein Ewig Professe war. Andererseits kann ich mir vorstellen das früher das Problem eher intern gelöst wurde. Angenommen ich bin Familienvater und mein Sohn vergewaltigt ein Mädchen und ich bekomme das mit. Dann fällt es mir auch sicherlich nicht ganz leicht zu Polizei zu gehen. Es kommt dann aber sicherlich auf die Beziehung an zu meinen Sohn, ob er reumütig ist ob er eine Beziehung zu dem Mädchen hatte inwieweit ich vom Gesetz her verpflichtet bin ihn anzuzeigen. Ich denke für das Stift Kremsmünster ist es ein Lernprozess und über sexuelle Mißbrauch war lange Zeit reden Tabu. Es gibt zwar schon ein Gesetz über das Verbot von körperlicher Züchtigung in Schulen von 1974. Aber es gibt noch genug Fälle danach nicht nur in Kremsmünster. Ich habe von dem neuen Abt, dem neuen Prior, dem neunen Novizenmeister und dem aktuellen Konviktsdirektor einen sehr guten Eindruck und ich bin mir gewiss das Sie wirklich um eine ehrliche Aufarbeitung bemüht sind. Sollte der Abt nämlich zuwenig kooperieren mit den Diözesanstellen dann kann ein Rücktritt unausweichlich sein (siehe Ettal) und ich bin gewiss Abt Ambros läß es nicht annähernd soweit kommen.

          mit freundlichen Grüßen
          von einem Insider

        • mj90krems Says:

          Um bei deinem Beispiel zu bleiben:
          Die betroffene Frau hat nun nach mehreren Jahren den Entschluss gefasst über ihre Vergewaltigung zu sprechen, den Sohn und den Vater, der ja die Tat damals gewusst und vertuscht hat darauf direkt anzusprechen.
          Der Vater versichert nun der Tochter in einem “‘überraschten” Ton dass er davon zum ersten Mal hört, während sein Sohn in einer ersten Stellungnahme darauf beharrt dass sich die Frau das “alles nur so zusammenreimt”, als sich der Verdacht erhärtet gibt er an sich nicht bewusst gewesen zu sein dass das damalige Mädchen die Vergewaltigung als solche empfunden hatte.
          Der Vater (der den Fall seit Jahren kennt) bittet nun die Tochter doch weiter zu schweigen, und sich vertrauensvoll an seinen Bruder zu wenden, der ihr versichert für Aufklärung zu sorgen.

        • mj90krems Says:

          Jetzt hab ich das Beispiel vermasselt: statt “Tochter” sollte es eigentlich “Frau” heissen am Ende.

        • mj90krems Says:

          Am Ende schreibt der Sohn dann der Frau einen Brief in der er ihr versichert sie immer geliebt zu haben.

        • mj90krems Says:

          Jetzt hab ich zwar das Beispiel chronologisch schon etwas durcheinander gebracht, möchte es aber trotzdem weiter ausführen:

          Die Frau merkt dass sie auf diesem Weg wohl nicht viel erreichen wird, und wendet sich an die Presse. Auf diesem Weg erfahren zahlreiche weitere Frauen von diesem Fall, die der Sohn während der folgenden Jahre zwar ohne Wissen des Vaters, sich jedoch indirekt unter seinem Schutz wähnend, ebenfalls wiederholt vergewaltigt hatte.
          Diese Frauen schildern nun ebenfalls ihre leidvollen Erfahrungen in einem Internetforum, und gelangen erstmals zur Einsicht dass sie alle nicht allein mit ihrem Schicksal sind.
          Außerdem melden sich noch weitere Frauen zu Wort die offenbar von mehreren Brüdern der selben Familie ebenfalls misshandelt wurden.
          Der Vater und die weiteren Familienmitglieder sind jedoch um Schadensbegrenzung bemüht und bitten die Opfer sich doch auch an den Bruder des Vaters zu wenden. Weitere Familienmitglieder üben jedoch zusätzlichen Druck auf die Opfer aus, doch nicht den guten Namen der Familie in der Öffentlichkeit zu besudeln.

          Naja, nicht alles was ein Vergleich ist hinkt hoffe ich …

  60. mj90krems Says:

    hier ein aktuelles foto unseres alten bekannten, vielleicht hilft das ja die erinnerungen aufzufrischen. wer das nicht will, sollte lieber nicht auf den link klicken.

  61. H Says:

    Liebe Freunde,
    seit gestern verfolge ich die Medienhetze der OÖ Nachrichten gegen das Stift Kremsmünster und unsere Schule und bin entsetzt. Entsetzt nicht nur über die Niveaulosigkeit dieser Zeitung sondern über die im Internet zwischenzeitlich veröffentlichten Beiträge einiger Altkremsmünsterer. Es ist für mich eine verantwortunsglose Sauerei mit diesem Thema so umzugehen.
    Ich bin stolz in diese Schule gagangen zu sein! Ich bin stolz auf das Stift Kremsmünster!
    Haltet Euch doch ein bisschen zurück! Pauschalanschuldigungen sind fehl am Platz. Es gab viele großartige Lehrer und Erzieher an dieser Schule.
    Jemand, der offenbar nicht einmal in der Lage war, dieses Gymnasium zu absolvieren sondern ein Schulabbrecher war, tritt medial etwas los und ein paar Wichtigtuer heulen ebfalls darauf los. Das kelt mich mehr an als der Fall Pater A.
    Auch ich kenne Gerüchte aus meiner Schulzeit – ich kenne aber aus meiner Klasse keinen einzigen Mitschüler, dem etwas widerfahren wäre. Ich frage auch, warum nicht jemand den Konviktsrat etc. eingeschaltet hat. Jetzt wird via Internet zu Felde gezogen. Ekelig!!!
    Wenn es Übergriffe gegeben hat, müssen diese aufgeklärt werden. Aber doch nicht das Stift und die Schule pauschal als Folteranstalt postulieren!

    Ich wusste gar nicht, dass es unter den Absolventen so viele Arschlöcher gibt!

    • mj85 Says:

      Dieser Beitrag widerspiegelt auch meine Meinung und unterstreicht meine früheren Aussagen in diesem Forum.

      • H Says:

        Ich denke, dass ich in den nächsten Tagen noch einige Freunde motivieren werde sich ähnlich zu äussern. Kremsmünster braucht gerade jetzt unsere Solidarität!

        • hermann huber Says:

          endlich gibt es auch in diesem forum einmal gegenstimmen.
          denn leute di sich hier lautstark ohne vollen namen und sonstigen angaben melden, sind keine wirklichen opfer! der richtige weg wäre sich bei der ombudsstelle oder sich direkt in der abtei zu melden. das stift ist sehr bemüht die vorfälle aufzuklären und wie man sieht, auch sehr grawierende konsequenzen daraus zu ziehen und braucht keine pauschalierer und hetzter, die meinen, weil sie in einer katholischen schule waren, vl gezwungenmaßen von ihren eltern, jetzt eine gelegenheit zu finden, sich an der schule zu rächen! das ist nicht richtig und entspricht auch nicht der wahrheit, wie es heute in der schule und im internat zugeht!!!

    • mj90krems Says:

      Vielen Dank für deinen Beitrag! Du findest es also niveaulos, wenn jemand endlich ausspricht was ihm vor mehr als 20 Jahren angetan wurde? Erscheinen Dir die Berichte auf dieser Seite oder in diesem Artikel als unglaubwürdig?

      http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/art4,350280

      Du sagst Du kennst Gerüchte schon aus deiner Schulzeit, warum glaubst Du also dass es sich hier um eine Medienhetze handelt? Nur weil sich keiner deiner direkten Kollegen bisher Dir gegenüber offenbart hat, heisst das noch lange nicht dass an den Gerüchten die Du damals gehört hast nichts dran war. Ausserdem belegt gerade Deine Reaktion warum so lange niemand darüber gesprochen hat.

      • H Says:

        Wie gesagt: alles soll aufgeklärt werden. Wir leben in einem Rechtsstaat, wo es dazu verfassungsrechtlich eingerichtete Institutionen gibt. Die OÖN gehören jedenfalls nicht dazu. Daher denke ich, dass es einigen Altkremsmünsterern nicht um die Aufklärung geht, sondern um Rache und Wichtigtuerei – warum geht man nicht zur Behörde sondern bringt das ganze Stift in ein schiefes Licht???
        Und manche Dinge hier sind einfach lächerlich, wie zB der Beitrag zum Nikolo. Vielleicht schreibt jetzt auch noch, dass der Sau-Hans oder der Itzenthaler jemanden missbraucht haben!

        • mj90krems Says:

          Aus welchem Maturajahrgang bist Du? Könntest Du bitte die Gerüchte die Du damals gehört hast etwas näher erläutern?
          Kannst Du uns vielleicht auch über Deine Erfahrungen in der 4. Abteilung berichten, falls Du dort warst?
          Mich würde interessieren wie ein stolzer Altkremsmünsterer diese Zeit beschreibt. Natürlich erwarte ich nicht dass Du Dich den pauschalen Anschuldigungen anschliesst, sondern lediglich einen subjektiven Erfahrungsbericht deinerseits. Danke im Voraus!

          • H Says:

            ich habe absolut keine Lust mich an dieser Kampagne zu beteiligen und werde hier nicht öffentlich zum Besten geben.
            Die Weicheier sollen zum Psychiater gehen, wenn sie mit Pater L. nicht zurecht gekommen sind. Er war ein großartiger Altphilologe und ein strenger Lehrer. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich ihn treffe. Und er ist auch bei unseren Maturatreffen ein immer gern gesehener Gast.

    • kephas Says:

      Hättest Du Dir die Mühe gemacht und den ganzen Blog gelesen, dann wüsstest Du auch, dass niemand von “uns” hier schreibenden Altkremsmünsterern die Schule oder das Stift pauschal verurteilt.

      Die meisten von uns sind stolz, in diese Schule gegangen zu sein!

      Trotzdem dürfen wir uns sehr wohl von gewissen Personen distanzieren, die in der VERGANGENHEIT im Stift “gewirkt” haben.

      Gratuliere, dass es in Deiner Klasse keine Vorkommnisse gab. Es wäre auch traurig, wenn es von den ~ 1000 Absolventen seit 1975 von jeder Klasse jemanden direkt betrifft.

      Die einzige offenkundige Pauschalierung ist der letzte Satz Deines Beitrages!!

    • MJ99 Says:

      Stolz oder nicht – diese Frage stellt sich hier nicht. Die mediale Verbreitung ist notwendig, das wird das Stift dazu zwingen, etwas zu tun. Schließlich muss man verhindern, dass so etwas nicht mehr vorkommt.
      1. Also ich wahr wohl in der Lage dort zu maturieren und bin mir sicher viele andere hier auch!
      2. Hinter jedem Gerücht steckt ein Körnchen Wahrheit! (Und hier gab es auffällig viele Gerüchte)
      3. Du schreibst von Niveaulosigkeit und verwendest Wörter wie A….loch – dem muss man nichts mehr hinzufügen

    • MJ8X Says:

      Cool down, folks… Dass der eine oder andere hier meint, noch offene Rechnungen begleichen zu müssen, zeigt doch nur, wie sehr er sich seit seinem Schulabschluss “weiterentwickelt” hat und an “Reife” gewonnen hat. Muss man doch gelassen sehen. Offenbar stellte die Schulzeit in Kr für manch einen den absoluten Höhepunkt seiner unvergleichlichen Karriere dar.

      Wer will diesen armen Geistern schon nach 20 oder 30 Jahren mitteilen, dass sie es eventuell verpasst haben könnten, nach der Matura ins wirkliche Leben einzusteigen und stattdessen nur mit ihrem mittlerweile breiten Hintern auf demselben Plätzchen wie eh und jeh Sauerstoff verbrauchen??

      • Froske Says:

        Ich finde dieses friedhöfliche Mäßigungsgerede eine Frechheit. Genau das gleiche könnte man zu jedem Ex-Mitglied von Strafanstalten unterschiedlicher Härte sagen. Dein Argument ist nichts anderes als ein Totschagargument für Opfer. Opfer sollen also deiner Meinung nach verzeihen und vergessen, möglicherweise auch noch aufhören, Sauerstoff zu verbrauchen. (mit Cyklon-B?)
        Ich finde du gehörst einfach zu denen, die wegschauen. Für dich ist alles ganz cool. Lass dir als Beweis ein paar in die Fresse hauen, dann kannst du zeigen, wie cool du bist und welche Reife du hast, mach doch mal vor, keinen Sauerstoff mehr zu verbrauchen.
        Ich finde den Vorwurf an manche Opfer, nach der Schule versagt zu haben eine Verhöhnung. Du kannst froh sein, dass du Karriere gemacht hast, aber nicht weil du so toll warst, sondern weil es eben andere nur fast so gut waren als du. Das wäre allerdings ein sehr ehrlicher Karriereweg, meistens läuft es doch über Freunderlwirtschaft. Ich selbst habe keinen Breiten hintern, habe das Leben nicht verpasst. Bin ganz zufrieden, was ich trotz dieser Prügel, die mich aus dem Internat als depressives Irrenanstaltnahes Wrack kommen ließen, trotzdem erreicht habe. Ich habe nach dieser Schule eigentlich nie mehr so viel Gewalt erlebt und finde die Hier geschriebenen Vorwürfe total nachvollziehbar. Es mag sein, dass der eine oder andere von gewissen Vorfällen verschont blieb, vor allem wenn er einflussreichen Eltern (bitte für alle) hatte. Außerdem stand ein Pater nun mal nicht auf jeden, du stehst ja auch nicht auf jede Oide. Es gab eben süßere Jungs als andere und es gibt auch immer einen Schwächsten, der der Hackordnung zum Opfer fiel. Ich coole sicher nicht down, du kannst ja zu deinen Lehrerfreunden arschkriechen gehen.

        • MJ8X Says:

          Sachlichkeit ist offenbar auch nicht wirklich Deine grosse Stärke. Vielleicht sind die Langzeitschäden bei Dir ja tatsächlich besonders ausgeprägt (dann lass Dir bitte professionell helfen), vielleicht bist Du aber auch einfach nur auf Dich und Dein Leben sauer und suchst eine Projektionsfläche, der Du Schuld an allem geben kannst. Da kommt dann diese Diskussion hier schon sehr gelegen, denn da darf ja dann auch wirklich jeder Primat mitgröhlen. Ratten kommt aus Euren Löchern, hier spielt die Musik!

          • Froske Says:

            Gut, ich will nicht jeden schlecht reden. Ich sehe z.B. den ‘Fig’ nicht als Monster, sondern er hat eben aufgrund der Umgebung, in der er lebte Grenzen überschreiten können, ich glaube auch, dass er engagiert war und auf gewisse weise Täter und Opfer seiner Triebe. Dass so vieles unaussprechlich war, ermöglichte, das zu tun, was damals unaussprechlich war. Vielleicht hätter er innegehalten, wäre er was solche Taten betrifft, aufgeklärt gewesen.
            Eine sehr gute Meinung habe ich von Professor Bankler, ein Vorbild an Gerechtigkeit und Sachlichkeit, sowie Emmeram Anderer. Es waren nicht alle Monster, und nicht jeder war nur schlecht oder gut. Was einen Turnlehrer anbelangt, finde ich die Demütigungen, sein Bedürfnis, sich bei meinen Klassenkollegen zu profilieren und ein paar junge Menschen als Trottel hinzustellen, z.B. unsachlich. Ich finde dass hier Gefühlsausbrüche durchaus angebracht sind. Das Leben besteht bei sehr vielen Menschen nun mal aus Gefühlen, z.B. Geilheit ist ja für unsere Art wichtig, aber eben nicht gegenüber Kindern. Da ist Geilheit vielleicht das falsche Gefühl. Ich sehe mich auch als Primaten. Wer auf Darwins Seite steht, für den ist das auch kein Problem. Ich denke, dass die geäußerten Gefühle der betroffenen angemessen und nachvollziehbar sind. Die meisten von uns sind keine programmierbaren Mikrochips.
            Andererseits wird dies mein letzter Kommentar sein. Ich denke, für dich ist halt Sachlichkeit das Maß aller Dinge, in gewisser Weise ist eine rein sachliche Einstellung zum Leben bewundernswert. Also wenn du es schaffst, beim Zahnarzt dir keine Spritze geben zu lassen, vor allem da das 10 – 20 Euro spart, hast du mir was voraus. Wenn du dann auch noch keine Frau oder Freundin hast, denn sachlich gesehen ist so was ja nicht nötig, Hut ab, dann stehst du evolutionär über uns. Das Ziel von uns Primaten ist, schmerzarm durchs leben zu kommen. Der Sinn von Schmerz aber ist, dass man ihn nicht vergisst, sonst würden wir ja immer wieder auf die Herdplatte greifen. Tja, deswegen leider die Unsachlichkeit

    • Herbert Says:

      Konstruktiv, bis auf dem letzten Satz der gefällt mir nicht. Ich kann mir vorstellen das das eine oder andere Geschichten erfunden ist. Ich bin mir aber sicher das nicht alles aus der Luft gegriffen ist. Also darf ich dich hier auch um Mäßigung bitten. Speziell der letzte Satzt muss nicht sein.

  62. a Says:

    Kann H nur zustimmen!

    • martin Says:

      weisst du eigentlich, was du da schreibst?

      das macht mich fast noch trauriger und fassungsloser als die meisten anderen berichte

      was hat diese erziehung aus euch gemacht hat ???

      denkt ihr nur in kategorien “weichei”/”nicht-weichei” – oder in alter tradition “schuftsau!” …

      lies dir weiter oben noch einmal durch, wo jemand beschreibt, sogar ein schriftliches geständnis vom P.A. zu besitzen – und dieses auch öffentlich machen wird. und ihr redet da von einer sudelkampagne?

      das ist einfach nicht ernstzunehmen, sorry. werdet erwachsen!
      Was sie den kindern in kremsmünster als allererstes gestohlen haben war die Fähigkeit zur Empathie!

      • Knef Says:

        @Martin: “Was sie den kindern in kremsmünster als allererstes gestohlen haben war die Fähigkeit zur Empathie!” – Du hast es auf den Punkt gebracht! Genau diese Empathie geht vielen mittlerweile Erwachsenen noch heute ab… :(

      • Albert Hesse Says:

        Sowie die Fähigkeit zur Zivilcourage. Kremsmünster hat uns Zivilcourage systematisch aberuzogen.

  63. kv87 Says:

    Liebe Freunde, „Dieser Blog ist frei für alle, die anonym oder namentlich ihre Erfahrungen aus dem Internat und der Schule in Kremsmünster schildern wollen.“ – das war mal das Thema.
    Die Welt ist nicht schwarz und nicht weiß. Vor den meisten Professoren meiner Zeit habe ich auch heute noch größten Respekt – nicht nur fachlich, sondern auch menschlich. Es gab durchaus welche, die schwere Schicksale gemeistert und durch ihr Verhalten Beispiel gegeben haben. Das fehlt mir bei Euren Stellungnahmen irgendwie. Wie die weltlichen Professoren dazukommen, ausschließlich Negatives zu lesen, weiß ich nicht.
    Die Stellungnahmen zeigen aus meiner Sicht ausschließlich die „dunklen Seiten“, die ich als Halbexterner zugegebenermaßen nicht miterlebt habe. Die Gesamtsicht scheint mir verzerrt.
    Auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen: Ich empfand (und empfinde) auch Pater F allenfalls als „ausgeprägte Persönlichkeit“, aber als durchaus liebenswert; seine Sympathiewerte waren nach meinem Eindruck durchaus hoch – zum Unterschied jener einiger Ungustln meiner Altersklasse. Und bei einigen meiner Altersklasse entsprach das Ungustl sein definitiv dem habitus – und nicht der Erziehung. Kurz, es menschelte halt schon auch auf beiden Seiten. (Von dem, was wir manchen jungen Lehrern angetan haben, gar nicht zu reden.)
    Die Missbräuche waren unter den Schülern meiner Jahrganges definitiv bekannt, das Klima aber nicht dazu angetan aufzustehen und zu sagen, das ist nicht in Ordnung, das lassen wir uns nicht gefallen. Das Wichtigste, aus Kindern gerade aufrechte junge Erwachsene zu machen, scheint mir bis zur 7. Abteilung nicht Ziel des Internates gewesen zu sein; deswegen blieb das nach außen hin auch immer halb unter der Decke. Die Schule war aus meiner Sicht aber überwiegend bemüht, aus uns geradlinig Menschen zu machen. Gegen Missbrauch aufzustehen ist wichtig. Gut, dass es dafür Anlass gibt. Das gezeichnete Gesamtbild ist aber, jedenfalls was die Schule betrifft, verfälscht.

    • Konviktsnummer x Says:

      Einge der hier dargestellten persönlichen Berichte machen sehr betroffen! Ich finde es wichtig, dass es unter Männern einmal möglich ist, solche Erfahrungen und Gefühle zu äußern. Machen wir doch Schluss mit der alten “Burschen-”HERRlichkeit! Im Nachhinein stimmt mich auch traurig, dass einzelne Patres in eine Aufgabe gepresst worden sind, deren sie nicht gewachsen waren. Wieviel Leid hier auch “Mitbrüdern” angetan worden ist. Ich denke da ganz besonders auch an Pater K., der den Schülern in keinster Weise gewachsen war. An ihm wurde viel abgeladen.Ich denke, dass diese “Personalpolitik” von Seiten des Stiftes auch reflektiert werden müsste. Hier war wohl die Institution wichtiger als die Person.

      • ra Says:

        da muss ich ihnen vollkommen recht geben.
        viele waren der situation nicht gewachsen, hatten probleme damit umzugehen. ich will einmal einen sehen, wie er über jahre hinweg um die 40 buben halbwegs im griff hat ohne eine spezielle ausbildung dafür zu haben, strafen austeilen zu dürfen und hin und wieder eine psychologische betreuung.
        ich erinnere mich hier nur an aufsichtspersonen, die noch in den 90ern und später von den schülern zum heulen gebracht wurden, weil sie der situation nicht gewachsen waren.

        am meisten macht mir aber zu schaffen, dass hier sexueller missbrauch mit “watschen” gleichgestellt wird. mmn spielt das schon auf einer ganz anderen ebene.

      • Hatschi/Ru Says:

        Lieben Dank – stimmt nur zu gut!

      • Hatschi/Ru Says:

        Herzlichen Dank! – Stimmt vollkommen – was fehlt ist eine Geschichte der Dummheit!

    • mj87 Says:

      KV, schoen geschrieben. Stimme dir zu, dass es auch unter den Schuelern ordentliche “Ungustln” gab, die es auch den Professoren schwer gemacht haben. Stichwort A.H.P oder M.E. aus deiner Klasse. Weisst sicher, wen ich meine?

      • mj90krems Says:

        Es ist bestimmt richtig dass die Gewalt und der rohe Umgang die den Schülern vorgelebt wurden sich im Umgang untereinander und auch gegenüber hilflosen Lehrern wieder weitergegeben wurde. Diese Hackordnung existiert auch in öffentlichen Schulen soweit ich das beurteilen kann, viele Lehrer sind psychisch nicht dem Umgang mit renitenten Schülern gewachsen. Ich persönlich bedaure es auch dass die aufgestaute Wut an diesen oft sehr umgänglichen und vor allem auch kompetenten Lehrern ausgelassen wurde.
        Im Sinne der ursprünglichen Diskussion glaube ich aber nicht dass in Kremsmünster je einem Lehrer die physischen Gewaltexzesse angetan wurden die von manchen Schülern hier erlitten wurden, und ich denke auch es wäre absurd zu glauben ein Schüler hätte sich je an einem Lehrer oder einer Leherin vergangen. Also lassen wir die Kirche auch bei diesem Thema im Dorf.

    • Herbert Says:

      Danke für den Beitrag!

  64. mag.karl-georg holter Says:

    ich habe in der nun viel kritisierten Zeit,nämlich 1983,in Kremsmünster maturiert und möchte einige Dinge aus meiner Sicht beleuchten:
    Richtig ist,dass Ohrfeigen verabreicht wurden,aus heutigem Rückblick nicht verständlich,damals aber in a l l e n Schulen letztendlich als ultima ratio angewendetes Erziehungsmittel.Sexuellen Missbrauch habe ich zu keiner Zeit erfahren,sollte es ihn gegeben haben,ist er seriös aufzuklären.
    die Hetzjagd auf Personen,die hier fast schon als “Spassgesellschaft”betrieben wird,bringt keinem was,die Frage “cui bono?”darf gestellt werden. Aufklärung unter Achtung der wechselseitigen Menschenwürde ja,Inquisition,Hetze und Lust am Trittbrettfahren nein.

    • H Says:

      Danke lieber Freund! Langsam kehrt mein Glaube an die Vernunft zurück, wenn sich weitere Leute in unserem Sinne auch zu Wort melden!

      • Wernhermj89 Says:

        Aber eins wird doch in jedem Fall gewiss: Wer Schutzbefohlene in die Obhut anderer begibt, muss das genau prüfen. Die Kirche, das Kloster sind kein Gütesiegel per se. Der Ruf einer Schule reicht da offensichtlich nicht aus. Der Konviktsdirektor ist jedenfalls nicht irgendeine Privatperson, sondern die damalige Gallionsfigur des Internates.

        Dass vermeintliche Eliteschulen hinter geschlossenen Türen allerlei anstellen, ohne kontrolliert zu werden, hat sich ja nun nicht zum ersten Mal in Kremsmünster so gezeigt, sondern bildet eine verbrecherische Spur in der ganzen Welt, über alle Jahrzehnte und Kongregationen.

        Warum es damals in Kremsmünster, wo wir alle ziemlich genau Bescheid wussten(!), nicht möglich war, dem Einhalt zu gebieten, ist die spannende Frage, die auch gerne einer wissenschaftlichen Klärung, ganz ohne das Internetgedöns, bedarf, um den subjektiven Anteil zu minimieren. Zunächst ist es aber gut, dass durch die Zeugnisse allen(?) die Augen geöffnet wurden, dass es hier mehr als Kopfnüsse gab.
        Aber daran scheinst du dann wohl eher nicht so heiß interessiert zu sein. “Was einen nicht umbringt, macht einen stark”, hat ja schon Pater Rupert immer gesagt.

        • Konviktsnummer x Says:

          In Irland befasst/e sich offensichtlich eine staatliche Kommission mit den Missbrauchsfällen. Jedes Opfer von Gewalt konnte und kann sich direkt dorthin wenden. Es wird wohl als nächsten einen politischen Schritt und damit die Schaffung einer unabhängigen Instanz brauchen, um wirklich in Sachen Aufarbeitung, Rechtssicherheit und Prävention voranzukommen.

        • konviktsnummer x Says:

          Es sagt übrigens auch der Vorsitzender der Superiorenkonferenz der männlichen Orden Propst Maximilian Fürnsinn (auf die Frage von NEWS, was es noch brauche): “Kirchenferne Opferanwälte und unabhängige Ombudsstellen. Die, denke ich, würden sich in der Aufarbeitung und Aufklärung von Missbrauchsvorwürfen leichter tun.” (NEWS, Ausgabe vom 11.3.2010)

    • martin Says:

      Lieber Georg,

      das CUI BONO darf in der tat hinterfragt werden – und dein beitrag war auch sehr sachlich.

      Du bist doch Jurist, oder? eine sache beschäftigt mich, und wenigstens hypothetisch würde mich deine meinung sehr inetessieren

      WENN es sich
      (1)als richtig herausstellt, dass P.A. mehrfachen sexuellen Missbrauch betrieben hat (und wenn Du weiter oben nachliest, gibt es für mind. 1 bisher NICHT bekannten falls ja sogar schriftliche Beweise) – und bis heute leugnet er das ja strikt ab, und
      (2) es stimmt, dass tendenzen seit den 60er-Jahren intern bekannt waren (auch dazu wird etwas handfestes auftauchen),

      DANN … hätte das Stift aber schon eine gewaltige Verantwortung für alles, was danach noch passiert ist. Oder würde das auch unter CUI BONO fallen?

      Im Übrigen wäre es mir auch lieber gewesen, es hätte von Seiten der Schule oder des AK-Vereins proaktiv eine andere, nicht notwendig öffentliche Möglichkeit gegeben, ein solches Forum zu bieten. Die Reaktionen sind erst dann aufgekocht, als primitiv abgestritten wurde, dass jemals “irgendetwas” gewesen sein könnte (“Hirngespinste”). Der Schlamassel liegt also in der Medienarbeit des Stiftes, nicht in diesem – privaten, spontanen, nicht bösartig fremdgesteuerten – Forum.

      Und wenn dann Menschen, die von eigenem Missbrauch (s.o.) berichten, als “Weicheier” und “Besudeler” beschimpft werden, bekommen für mich solche Worte wie “Inquisition, Hetze und Trittbrettfahren” eine etwas sensiblere Note als bei einer Stammtischdiskussion. (Und da ist ausdrücklich nicht Du gemeint, aber doch jene, denen da der Glaube an die vernunft aufgeht …?)

    • anderhund Says:

      So ein Schwachsinn!
      Habe 81 am BG Wels maturiert. Ohrfeigen waren dort und damals NIE und NIMMER als Erziehungsmittel anerkannt und wurden m.W. auch nie angewandt, auch nicht als ultima ratio. Insofern sind die Kremsmünsterer Methoden für die damalige Zeit ein absoluter Anachronismus!
      Was mich als “Altkremsmünsterer” i.w.S. (Noviziat etc. Anfang der 80er) brennend interessiert: Was wussten die damaligen Obrigkeiten (Abt Albert, Prior und Direktor P. Jakob, die Präfekten der anderen Abteilungen), aber auch die damaligen jungen Kleriker – fast alle wieder ausgetreten -. von denen viele ja auch das Stiftsgymnasium absolviert hatten, und die übrigen Mitbrüder von den geschilderten Praktiken?
      Ich staune über die Abgründe, die sich hier auftun – aber, genau betrachtet, wundert’s mich auch wieder nicht, und schon gar nicht, dass es genau DIE waren, die ich als die Abgehobendsten und die Oberästheten abgespeichert habe. Und am Sonntag nach dem Hochamt gab es immer ein Schnapserl für die Kleriker bei dem einen, an einem hohen Fest bei dem anderen…
      Macht alles öffentlich! Die Verlogenheit der rkK muss ein Ende haben – mit dem Evangelium hat das alles nix mehr zu tun, das wusste ich schon nach einer Woche Noviziat…

    • ilias Says:

      jumbo- schön von dir zu hören. das Cui bono interessiert hier nicht. Du warst bei der Kapelle und offensichtlich verschont. Ich weiss aber aus der damaligen Zeit dass dich der N. mitunter fest auf dem KIeker hatte.

  65. irgendeiner ders a gschoft hot Says:

    A und H es gfoits ma….wir san wir san mir ….. härter wia die Stier und de Schuftsau do obn der wer mas gebn! und dan kauf ma si an gspritztn!

    fehlt euch zwa gsichter de guade oide Stimmung ha….?

    dann fohrts noch Traiskirchn und loßts eich für Vogelfrei erklären ihr Deppn!

    und dein lieber Freund bin i sicher ned!

  66. irgendeiner ders a gschoft hot Says:

    und lust am trittbrettfahren …sowas deppads!

  67. mj8x Says:

    http://derstandard.at/1268402692601/Kommentar-der-anderen-Der-andere-Zorn-eines-Altkremsmuensterers

    • mj90krems Says:

      Es freut mich dass sich damit nun schon eine Persönlichkeit unter den Altkremsmünstern gefunden hat, die sich sachlich mit zum Thema an die Öffentlichkeit wendet. Ich denke das zeigt auch dass noch mehr von uns diesen Schritt machen können! Also versuchen wir den Plan einer gemeinsamen Stellungnahme weiterzubringen?

      • martin Says:

        also bei mir ist kurz vor mitternacht das email heissgelaufen – es wird wohl kurzfristigst ein informelles klassentreffen geben, bei dem wohl klartext geredet wird.

        mein gefühl sagt mir: die plattform, die hier am ende des tages klare statements fordern wird, wird gross und prominent sein.

        Lass uns abwarten, was sich bis mitte nächster woche tut. einerseits auf ebene der “ehemaligen” – da sehe ich in meinem email-account viel entschlossenheit, klar schiff zu machen – und wenn sich einzelne klassen auf etwas einigen, können wir uns ja absprechen. und andererseits bin ich auch noch gespannt, ob die schule doch noch kapiert, dass sie medial im 21 jahrhundert angelangt sind …

        aber so oder so – den teppich gibt es nicht, unter den man das noch kehren könnte!

  68. Konviktsnummer xkonviktsnummer x Says:

    Am Samstag, den 13.3.2010 findet im Stift Kremsmünster laut website ein besonderes Ereignis statt: Ein Medjugorje-Tag mit der “Seherin” Ivanka Ivankovic. Dazu fällt mir ein besonders unangenehmes Ereignis ein: Einmal beim Mittagessen hat Pater A. folgendes vor den Schülern gesagt. Der Wortlaut war ungefähr so: “Wisst Ihr ich habe Euch etwas Trauriges zu sagen. L. ist bei einer Wallfahrt nach Medjugorje gestorben”. Und zwar war dies in einem süffisanten Ton, der mir heute noch in bester Erinnerun g ist. Es werden sich viele erinnern, dass L. als Reinigungskraft in der 1. Abteilung tätig war und allseits stets verachtet worden ist. Von Seiten der Patres hat man hier nicht entgegen gewirkt. Nein, man hat sich auch noch selbstversändlich als “Herr” bzw. “Herren” ansprechen lassen. Und Pater A. hat selbst noch posthum das Geringschätzen dieser Frau öffentlich von oben gutgeheißen. In memoriam L.!

    • vorzeitig gewechselt Says:

      Auch wenn´s nicht ganz hierher passt: Das mit den Reinigungskräften ist sowieso so eine Sache! Ich habe manche von ihnen als sehr mütterlich erlebt, als Lichtblick im System, aber sie wurden von uns Zöglingen recht geringschätzig behandelt. Oder habe ich das falsch in Erinnerung?

  69. mj8x Says:

    ein erlebnis mit pater n. z.
    wir hatten ihn, in der unterstufe, in englisch. ein großer, athletischer mann mit schwarzen haaren und einer gewaltigen stimme, die er auch einzusetzen wusste. sein unterricht war eigentlich gut, oder zumindest relativ gut, im vergleich zu anderen fächern, abwechslungsreicher, begeisterter. immer wieder, wenigstens.
    aber dahinter steckte auch die gewalt. als mittel der disziplinierung von uns kindern fand regelmäßig folgendes statt: der betreffende wurde vor die ganze klasse gerufen, musste sich vor der tafel, mit blick zum professor aufstellen. dann hieß es von pater n. z.: “hände an die hosennaht, mannhaft ertragen!” und er haute dem kind eine ohrfeige herunter, deren schall ich heute noch höre. richtig fest und ohne mitleid. natürlich ohne mitleid…

    • vorzeitig gewechselt Says:

      An diesen Spruch habe ich mich beim Lesen ganz plötzlich wieder erinnert! Ich farge mich, was alles in meinem gnädigen Erinnerungsvermögen noch verborgen ist…

  70. mer xKonviktsnummer x Says:

    Kann sich noch jemand erinnern an den Spruch, den wir bei Pater N. immer zu Beginn der Stunde an die Tafel schreiben mussten?

    Das Leben ist hart. Nur die Harten kommen durch. Von diesen nur 10%. Und oft nicht einmal diese.”

    Im Nachhin ist mir der Spruch immer wieder eingefallen im Zusammenhang mit Neoliberalismus, Sozialdarwinismus etc. Ich kann bis heute nicht verstehen, was das in einer Schule, die sich als christlich versteht, sollte? Warum stand da nicht: “Alle unsere Solidarität den Schwachen, Ausgegrenzten und Armen”?

    • ilias Says:

      “Das Leben ist hart. Nur die Harten kommen durch. Von diesen nur 10%. Und oft nicht einmal diese.”
      der Vigolau hats ja geschafft. Als Spross einer wiener Zuckerlfamilie verdrosch er in den den 80ern nicht nur seinen Neffen Sebastian V. mit dem berühmten Overhaed Kabel, sondern viele seiner “Anvertrauten” entweder mit dem Zeigestab oder in Ermangelung desselben, mit Händen und Füssen ( es gibt Zeugen hierfür).
      Es stimmt, dass sich die Zeiten geändert haben, und eben deswegen melden sich soviele Leidensgenossen aus den 80 ern. Wir sind heute genauso alt, wie unsere Peiniger zu dieser Zeit.
      Mögen sie Alle ihre Strafe dafür bekommen-hoffentlich!!!!

  71. kv87 Says:

    weil die Zeit eine andere war?

    • martin Says:

      auch – in dem sinne jedenfalls, dass alle weggeschaut haben, und diese Bereitschaft heute nicht mehr im selben masse besteht. gut so!

      Und weil so viel darüber geschimpft wird, dass sich Menschen nun öffentlich über das Internet austauschen – auch gut so. Hier hat sich die zeit ebenfalls geändert – in einer Weise, die es eben nicht mehr durchgehen lässt, “von der Kanzel” (metaphorisch – gemeint ist die Inszenierung der Pressekonferenz) eigene Fakten zu schaffen. Das ist die eigentliche Revolution, die hier gerade stattfindet. Wiederum: gut so.

  72. Mampfi Says:

    Habe 89 maturiert und war gerne in Kremsmünster, habe die Zeit als zeitweise hart in Erinnerung, denke aber auch gerne zurück. Andererseits hatte sie dunkle Seiten, nach Lesen Eurer Postings ist mir aber nun klar, was viele durchgemacht haben. In welchem Ausmass hier Sachen stattfanden, habe ich damals nicht kapiert und erst langsam wird mir das alles offenbar.

    Hier meine Erinnerungen:

    Ich war einer der Hadeszöglinge, und das rote Sofa war unter uns ein running gag, für mich bis vor Kurzem auch nicht mehr. Das hat sich nun geändert. Ich selbst bin allerdings nie angegriffen worden.
    Eine Hadesszene hat sich allerdings sehr in mein Bewusstsein gebrannt: es gab Anfang der 80er Jahre immer wieder kleinere Läusepidemien, und im Anschluss die üblichen Reinigungsaktivitäten. Ein Mitschüler (S.V., “Lederhose”) hatte seine Bettwäsche offensichtlich nicht gewechselt. A. hat das gesehen, hat vor dem Lichtabdrehen (S.V. im Pyjama) aus der Lederhose des Schülers den Gürtel herausgezogen, und mit voller Kraft den am Bett sich windenden Buben verdroschen (anders kann man das nicht ausdrücken). Ich hab die Decke über meine Ohren und Gesicht gezogen, und war total verängstigt, so was hatte ich noch nicht erlebt. Ich war damals 10 oder 11 Jahre alt.

    A. führte ein Vokabular, dass der damals noch weniger als heute vergangenheitsbewältigten Zeit entsprochen haben mag: “wir sind doch hier nicht in einer Judenschule”, “mit deinen blonden Haaren hätte der Adolf seine Freude gehabt” sind mir momentan in Erinnerung.

    Die Vorfälle mit der Watschen und Trommelfellriss nach selbstständigen Holens einer Schüssel Eis (G.G.), die rituellen Ohrfeigen mit Haareziehen und Verdrehen des Kopfes, Vogelfreiheit, öffentliches Vorführen von Schülern beim Essen kann ich bestätigen.

    Die Krampusexzesse in der Unterstufe sind mit ebenfalls in entsprechender Erinnerung. Ich erinnere mich an eine Intervention von Eltern, als es zu Striemen im Gesicht eines Buben kam, es dauerte eine Zeit bis der “Krampus” eruiert werden konnte.
    Spiessrutenläufe beim Turnunterricht kenne ich auch noch. Im Übrigen fand ich auch die Sportart Medizinballvölkerball als eher Turnstundenuntauglich.

    Andererseits möchte ich auf die vielen Lehrer und Patres hinweisen, die mich und uns gut behandelt haben und mir ein hervorragendes Handwerkszeug für mein späteres Leben mitgegeben haben. Ich hatte (auch nicht klerikale) Lehrer, die sich immer wieder in Ihrer Freizeit unentgeltlich hinsetzten um mir Bücher zu erklären, die ich noch nicht ausreichend verstand (und zwar jenseits der Unterrichtstoffes) und dergleichen. Ich bekam Zugang zu Ressourcen der Schule, die meine Interessen und Talente förderten, was mich bis heute prägt. Und ich hatte einen Klassenvorstand, den ich wohl als Archetyp eines idealen Lehrers werten kann (E.H.).

    Ich hoffe summa summarum, dass ein Reinigungprozess passiert, und das überdauert, was den jetzigen und künftigen Studenten von Nutzen ist.

    Abusus non tollit usum

    • martin Says:

      mampfi, ich bin – bzgl der positiven ausnahmen, insbes. e.h. – 100% deiner meinung. aber was wir am dienstag doch diskuttieren sollten: kann es wirklich sein, dass sie gar nichts mitbekommen haben? wir sollten ihn fragen, er ist ehrlich genug, uns das zu sagen!

      • Mampfi Says:

        Martin, ich hab gedacht, ihn in einem 2. Schritt zu kontaktieren, sofern unsere Klassen das wollen (ich möchte hier nicht vorgreifen). Wir klären das am Dienstag unter uns.

        Sollten noch “Frühaussteiger” des späteren MJ89 hier mitlesen, bitte mit jemanden von der Klasse Kontakt aufnehmen, ihr seid herzlich willkommen bei einem Treffen am Dienstag 16.3, 20.00 Uhr (Zentralraum OÖ – Ort wird noch festgelegt).

        • mj 1989 Says:

          bitte nur kein Wirtshausgespräch, sondern in einem geeigneten Rahmen, z.B. Seminarraum, Sesselkreis, wo alle gleichberechtigt zu Wort kommen, eventuell mit externer Moderation. Eine Stammtischrunde mit Bier ist nicht der adäquate Rahmen, um hier ernsthaft zu reden. Da verfallen wir in die alten Muster des Umgangs mit dem Geschehenen wie gehabt. Ich gehe davon aus, dass alle darin übereinstimmen, dass es um ein ehrliches Hinhören und Wahrnehmen gehen muss und um die notwendige Offenheit, vieles auch neu zu bewerten. Ich verstehe, dass dies nicht selbstverständlich ist: Jeder hat sein Bild von der Vergangenheit – das war mitunter auch bequem. Außerdem sind wir männlich sozialisiert – da sind wir es nicht gewohnt, als Männer Gefühle zuzulassen. Schließlich haben wir ja gelernt, hart zu sein (zu uns und wahrscheinlich auch zu anderen).

        • vorzeitig gewechselt Says:

          In dem Zusammenhang: Weiß jemand von einem Treffen oder sonstiger Absprachen der Jahrgänge 1986 oder 1987?

  73. thun Says:

    Was ich nicht verstehe ist die Passivität, mich hat im Leben genau ein Lehrer geschlagen, den hab ich mir 2 Jahre nach der Matura geholt und damit war die Sache für mich erledigt und für ihn vielleicht eine Anregung Kinder nicht mehr zu schlagen. Interessanterweise scheint er mich nicht angezeigt zu haben weil er vielleicht mehr zu verlieren hatte als das bißchen Blut.

  74. mj80_x Says:

    Freunde !
    Ich hab mir jetzt mal die ganzen Einträge hier durchgelesen und bin schon etwas erstaunt, was hier alles als Skandal tituliert wird und wie mit einigen unserer ehemaligen Professoren ins Gericht gegangen wird, die dies meiner Meinung nach nicht verdienen und ANDERSEITS aber auch wieder sehr wohl verdienen. Bis der zweiten Gruppe erstaunt mich aber daß ihr mit diesen Vorfällen erst jetzt daher kommt und nicht schon viel früher diese Mißstände öffentlich gemacht habt…. wieviel wäre da anderen erspart geblieben worden !
    Ich habe alle besagten in meinen 8 Jahren in Kremsmünster (MJ80) erlebt und möchte ganz kurz meine Meinung zu den besagten äußern:
    Pater B. W.:
    ich habe ihn als Präfekten der 5. Abteilung und als Englisch Professor über 8 Jahre erlebt. Ich versteh überhaupt nicht, daß gerade er im Zusammenhang mit Mißbrauchsfällen hier erwähnt wird. Pater B. habe ich als ausgesprochen guten Pädagogen und sehr guten Lehrer in Erinnerung. Ein äußerst menschlicher, hoch gebildeter und sehr angenehmer Zeitgenosse. Gerade als pubertierender Jugendlicher war er einer der wenigen Patres mit dem man tiefgründige und selbstfindende Gespräche führen konnte, und dies nicht in der missionarischen Penetranz eines Paters N.Z. Nur um dies hier unmißverständlich klarzustellen: Ich habe von P.B. weder einmal nur irgendeine körperliche Mißhandlung erlebt, noch davon gehört oder eine solche mitangesehen. Den einzigen Wutausbruch, an den ich mich erinnern kann, erlebte ich anläßlich eines Sabotageakts von einigen Schülern, als diese ihm die Stromversorgung für das tägliche Abspielen seiner “English News” immer wieder unterbrachen und er, als er dahinterkam mit hochroten Kopf die Schularbeitshefte in den Klassenraum schleuderte…. wir waren schon ziemliche Satansbraten ! Es gab auch weder Vorkommnisse, noch irgendwelche Gerüchte, zum Thema sexuellen Missbrauchs von seiner Seite an Schülern. Ich bin ihm heute noch dankbar für sein Wirken und hoffe, daß sich Verdächtigungen in seiner Richtung als unhaltbar und vollkommen haltlos herausstellen werden.
    Pater L.K.
    Ich hatte das „Vergnügen“ in seiner 4. Abteilung zu verbringen und ihn als Latein und Griechischprofessor zu erleben. Meiner Meinung ist P.L. ein weltfremder Mensch, der glaubt durch das Studium der Altphilologie die Weisheit der Menschheit aufgenommen zu haben und damit auf jede Frage eine Antwort gefunden zu haben. Die offensichtliche Diskrepanz mit dem wahren Leben versuchte er mit Gleichgestellten durch hochgeistige, „witzige“ Bonmots wettzumachen, obwohl diese in Wirklichkeit oft an der wahren Fragenstellung vorbei gingen. Als Pädagoge war er schlichtweg unbrauchbar und versuchte diesen Mißstand durch übertriebene Härte und teilweise Brutalität auszugleichen. Das Seil in den Zwischentüren zu seinen Kemenaten, gleich neben dem Jagdgewehr hängend, ist allen Studenten seiner Abteilung sicher ein Begriff, genauso wie sein schon geschilderter Spezialgriff mit dem Schlüsseldruck am Ohrläppchen. Außerdem verstand er es perfekt in seiner Abteilung diese Hirachie aus Senioren und Fußvolk aufzubauen und, die ohnehin latent verhandene, teilweise extreme Brutalität unter den Schülern, zu fördern und für sich zu nutzen. Der Vergleich mit einem KZ ist also durchaus angebracht, zumindest was die Capo Strukturen anbelangt. Trotzdem muß auch in seinem Fall gesagt werden, daß weder Gerüchte noch Tatsachen für irgendwelche sexuellen Belästigungen vorhanden waren. Seine körperlichen Züchtigungsmaßnahmen waren selten, die Erzählungen davon weit häufiger und damit die Furcht groß. Insgesamt muß ich sagen, daß er mir nicht wirklich beeindruckt hat und ich recht bald gelernt hatte mit diesem Typen umzugehen. Zurückblickend muß ich sagen, daß ich ihn nicht als außergewöhnlichen Fall betrachten würde, sondern einfach als Kind seiner Zeit… eigentlich nicht besonders erwähnenswert !
    Pater N.Z.:
    ich erlebte ihn als Präfekten in der 6.Abteilung und kann nur sagen, daß er mir nie sympathisch war. Seine unkontrollierten Ausbrüche, sein penetranter missionarischer Eifer, der Versuch ständig ins Innere seiner Zöglinge vorzudringen, war mir schon damals äußerst unangenehm und ich bin ihm aus dem Weg gegangen, wo ich nur konnte. Die unter seiner Schirmherrschaft veranstalteten, teilweise eher peinlichen, Jugendvespern waren für uns eher Anlass und Möglichkeit die Stiftsmauern für feucht, fröhliche Saufgelage länger zu verlassen, da wir ja offiziell an denen teilnahmen ;-) Körperliche Züchtigungsmaßnahmen seinerseits waren weniger unangenehm, wie die darauf folgenden stundenlangen Verhöre. Kollegen meines Jahrgangs werden sich noch an die „Moped“-Affäre erinnern….. Trotzdem muß ich auch in seinem Fall sagen, daß ich weder von Gewaltexzessen gehört habe, noch diese erlebt habe. Zumindest nicht wirklich Dinge, die nach 30 jahren noch besonders erwähnenswert sind….
    Pater A.M.:
    tja, da haben wir es allerdings schon mit einem Kaliber zu tun. Auch ich bin mehrmals in den Genuss der roten Couch gekommen. Ich habe dies damals allerdings eher als skurril empfunden, da ja nicht wirklich was passiert ist, dies mit meinem heutigen Wissenstand interpretierend ! Es kam ja, zumindest bei mir, nicht wirklich zu sexuellen Handlungen. Ich empfand es eher als eigenartig, wieso er mich nach dem Essen plötzlich in sein Gemach verschleppte und mir, mit einer von ihm ungewohnten, zärtlichen Art und Weise die verschiedenen Artefakte in seiner Wohnung erklärte und zeigte. Das Ganze war mir eher unangenehm, berührte mich aber nicht besonders und hat, soweit ich das beurteilen kann, auch keine besonderen Spuren hinterlassen. Trotzdem kann ich mir im Fall von P.A. durchaus vorstellen, daß es da zu schwerwiegenderen Vorfällen gekommen ist. Ich muß in seinem Fall auch sagen, daß davon immer geredet wurde und gerade in der Oberstufe, seine Neigungen offen diskutiert wurden. Jedenfalls war Fig in unserer Klasse eindeutig für seine Neigung bekannt und ich kann mir nicht vorstellen, daß dies seinen Mitpatres nicht bekannt war !
    Genau in seinem Fall trifft sehr wohl Jaques, Odo, und auch Pater Christian eine Mitschuld, weil diese sicher davon gewußt haben und ihn von seinem Posten nicht entfernt haben. Aber auch die anderen Mitbrüder, auch die, die ausgetreten sind, hätte hier was unternehmen können.
    Meiner Meinung nach ist P.A. der einzige Fall, der wirklich einer Untersuchung bedarf !

    Pater F.: was wollt´s den mit dem Fekt? Der war doch wirklich harmlos….a bissl Skat spielen und ab und zu mit einer Gräfin an Likör trinken… harmlos ….
    Pater B: der zweite mit B…… wer soll den das jetzt sein. Doch nicht unser Geschichts- und Deutschlehrer. Meiner Meinung ein guter Lehrer, hab viel von seinem Unterricht bis heute mitnehmen können und möchte die Unterrichtszeit mit ihm nicht missen. Überhaupt keine Vorkommnisse, die in die obigen Kategorien fallen. Ein guter Mann !
    Prof.Wö:
    tja, ein harter Knochen. Ging durch das Stahlbad des WKII und hat natürlich ganz andere Methoden zur Erziehung gelernt. Durchaus brutale Methoden, dabei aber immer gerecht und angemessen. Sein „An die Wand stellen“ war schon heftig, allerdings auch mehr psychisch, wie körperlich. Daneben war er aber ein guter Geographielehrer, auch von seinem Unterricht zehre ich noch heute. Auch für ihn gilt, daß er kein Fall für „Aufdecker“ ist…. Genauso wie sein damaliger Gehilfe B., über den ich eigentlich nur Gutes sagen kann.
    Danaben hatten wir das Glück weitere gute Lehrer zu haben, denke hier an Prof. Hei. , der mir persönlich sehr sympatisch war und von dem ich viel gelernt hab, und weiteren, für deren Aufzählung mir jetzt die Zeit nicht mehr reicht.
    Ein Wort noch zu den Schülern:
    Ich habe in meinem weiteren Leben nie mehr soviel Brutalität, Unterdrückung und Repression erlebt, wie die Studenten bereit waren sich untereinander angedeihen zu lassen. Da waren die Maßnahmen der Patres ein Kinderspiel dagegen. Ich denke oft noch mit Grauen, ja auch mit schlechtem Gewissen, da ich in dieser Beziehung auch nicht unschuldig war, an so manche Szenen zurück. Einzelne Schüler wurden systematisch fertiggemacht, psychisch und auch körperlich.
    Abschließend möchte ich festhalten, daß ich es falsch finde hier alle nur denkbaren Formen von Fehlverhalten in einen Topf zu schmeißen und, aus heutiger Sicht falsche Erziehungs-, bzw. Züchtigungsmethoden, in einem Atemzug mit offensichtlichen, oder möglichen, sexuellen Missbrauch zu nennen. Zweiteres ist ein Verbrechen und gehört entsprechend aufgeklärt und auch gesühnt. Ersteres aus der damaligen Zeit heraus zu erklären, aus heutiger Sicht nicht richtig, aber trotzdem kein Fall, der einer Aufdeckung bedarf.
    Ich kann nur sagen, daß ich trotz so mancher Schwierigkeiten mit den handelnden Personen, meine Zeit in Kremsmünster nicht missen möchte und eigentlich viel profitiert habe, trotz oder gerade wegen dieses Zwangs sich hier durchzusetzen oder arrangieren zu müssen.

    • signore mm Says:

      Sehr gut beschrieben.

      A. war schon damals für mich die Verkörperung des Bösen, ich hatte einfach nur Angst vor ihm, N. ein religiöser Eiferer, der mich bei jeder Begegnung in Unruhe versetzte.

      Als “Externer” kann ich über Vorkommnisse im Internat nicht viel sagen, einige wenige “Kameraden” waren aber – nicht zu mir – von einer Gnadenlosigkeit im Umgang miteinander, die mich heute noch erschreckt.

    • mj81 Says:

      Kann mich mit deiner Stellungnahme gut identifizieren, nicht jedoch mit der vom Kollegen “H” (ich vermute fast aus meinem Jahrgang). Habe nach mehr als 30 Jahren noch viele gute Erinnerungen, auch wenn mit der zeitlichen Distanz Einiges kritischer zu sehen ist.
      Zwei “Pädagogen” bereiteten mir in den 70-er Jahren allerdings von Anfang an Unbehagen: P.A. und P.L.
      P.A. war und ist für mich die Inkarnation des Zynischen (ironischerweise war die griech. Wurzel des “Zynischen” in dessen Gesicht schon damals ablesbar). Gott sei Dank kam ich “nur” einmal in den Genuss der vielzitierten roten Couch – auf seinem Schoss sitzend, gekitzelt und begrapscht bis zu den Genitalien, für mich damals höchst unangenehm. Zum Glück belastete mich dieser Vorfall später nicht mehr, in Erinnerung blieb mir eigenartigerweise sein Lobpreis der Kernseife. Bei späteren, wenigen Kontakten nach der Matura, vermied er mir gegenüber stets den Blickkontakt.
      P.L. war für mich unter den Lehrern der Sadist schlechthin (ich hatte ihn “nur” 4 Jahre in Griechisch). Mit seiner manierierten und weltfremden Rhetorik sowie seinem erniedrigenden Gehabe gegenüber wehrlosen Schülern kompensierte er wohl manche intellektuelle Defizite. Ein “großartiger Altphilologe” war er mit Bestimmtheit nicht (außer man vermeint dies zu sein, wenn man 200 unregelmäßgie Verba runterrattern kann); das war wohl eher P. Alan (s. “Cursus Latinus” und “Cursus Graecus”, u.a. als Vorbereitung für P.L.s Maturanten). Wenn man ihn heutzutage im Almtal antrifft (wo er als “Schnorrer mit dem Mopedauto” angeschrieben ist), ist die Kommunikation stets eine skurille bis peinliche.
      Mit den diversen Stolzheitsbezeugungen mancher Altkremsmünsterer verbindet mich nichts: ich bin dankbar für die umfassende Ausbildung und stolz, die 8 Jahre erfolgreich und unbeschadet überstanden zu haben.
      Die aktuelle Diskussionn ist positiv und wichtig, auch wenn Manches überzogen erscheint. Der Imageschaden ist für das Stift Kremsmünster und damit auch für die Altkremsmünster enorm, die Verantwortung dafür ist bei einigen wenigen “Pädagogen” zu suchen.

    • krankenabteilung Says:

      ziemlich genau getroffen !
      kann dir in allem gut zustimmen, seh ich genauso.

    • mj8* Says:

      ad Pater B.W.
      sein verhalten wurde durch seinen immer stärker werdenden hang zum alkohol bestimmt. kann mich noch erinnern wie er sich im suff an der tür zum stiegenaufgang zur 5./6. abteilung verletzte und dies dann als “kreislaufschwäche” tituliert wurde.

      • mj90krems Says:

        Ich glaube solche Geschichten gehören wirklich nicht hier her, da sie nur dazu dienen eine Person in ein schlechtes Licht zu rücken, ohne wirklich zum eigentlichen Thema beizutragen.
        Wenn Du keinen direkten schwerwiegenden Übergriff zu berichten hast, sind solche Ausrichtereien der Sache nicht dienlich, sondern schädigen nur die allgemeine Vertrauenswürdigkeit der anderen, ernst gemeinten Berichte.

        • mj8* Says:

          sollte dies so aufgefaßt werden, möchte ich mich dafür entschuldigen. sollte nur eine ergänzung zum kommentar vom mj_80x und dessen frage zu P. B. sein. jedoch hat sich P. B. niemals bei mir entschuldigt, für eine völlig grundlose watschn von der art, die man nicht so schnell vergisst. dies war natürlich eine ganz normale erziehungsmethode in den frühen 80ern und kein schwerwiegender übergriff.
          also entschuldigt nochmals die störung.

      • mj80_x Says:

        erwartest du, daß alle tätigen nur engeln sind ?
        ich glaube kaum, daß du damals wirklich beurteilen konntest, was der grund für seine verletzung war ! solche geschichten haben hier nichts verloren, sind kontraproduktiv und untergraben den wahrheitsgehalt und die ernsthaftigkeit der wirklich wichtigen aussagen.
        Hätten sich alle Erzieher so vorbildlich zu den Studenten verhalten wie Pater B.W., müssten wir diesen blog nich führen.

        • mj8* Says:

          1.) beurteilt wurde dies durch den behandelnden pater (unseren präfekten und einem echten vorbild an güte. danke P. Albert für die 2 Jahre in der 7. abteilung. es waren mit abstand die schönsten jahre im internat.)
          2.) sah und sehe ich den grund der differenten beurteilungen, die du ja selber angesprochen hast. ich habe beides in meinen 3 jahren in seiner abteilung erlebt.
          3.) wenn du mj80 bist, hast du diese veränderungen nicht mehr miterlebt.
          4.) und um nicht als kompletter gschichtldrucker dazusehen, hier ein auszug aus einem anderen posting:
          ——————————————————-
          gastlicher mj9x sagt:

          März 14, 2010 um 10:02 am | Antworten
          zu. p.b. w. weiter oben wird er in schutz genommen. zu teil zu recht, ich habe nie etwas miterlebt was als sexueller missbrauch zu werten sei – aber: er war einer der ärgsten prügler! es mag stimmen, dass seine gewaltbereitschaft mit seinem konsum stieg, aber die letzten jahre als präfekt erreichte sein prügeln einen tragischen höhepunkt. ein schulkollege war einer seiner lieblinge und wir waren im selben schlafsaal. wöchentlich (meist donnerstags nach der schank) stürzte b mitternachts ins zimmer, zerrte ihn aus dem bett, stellte ihn an die wand und prügelte minutenlang mit fäusten und füßen auf ihn ein, bis dieser weinend und schreiend auf den boden zusammengerollt lag

          ——————————————————-
          ich hoffe, ich habe damit jetzt alle unklarheiten zu meinem posting beseitigt und löse damit keine endlosdikussion aus.

    • Herbert Says:

      Danke für den konstruktiven Beitrag

    • vorzeitig gewechselt Says:

      Meines Wissens ist Pater B.W. nich mit Missbrauchsvorwürfen konfrontiert, oder bin ich da falsch informiert?

      • mj80_z Says:

        P. Benno ist weder mit Mißbrauch- noch mit Gewaltvorwürfen konfrontiert.
        Auch in diesem Blog gibts keinerlei Vorwürfe, im Gegenteil.
        P. Benno war ein hervorragender Pädagoge.
        Aber ich muss es nochmals sagen: gewusst haben es damals wahrscheinlich mehrere, weggesegen haben sie alle …

  75. mj89usa Says:

    Ja, es ist auch bis nach San Diego gedrungen, allerhand, was sich da so abspielt. War wohl vorherzusehen, mit all der juengsten schlechten Presse punkto Internatsschulen…

    Ich blicke gerne auf die Zeit in Kremsmuenster zurueck, und ich fand dass ich relative gut erzogen aus dem Internat kam. Dazu gehoeren die oft unnoetig schmerzhaften Erfahrungen mit unseren Erziehern ebenso wie die Freundschaften und der Zusammenhalt mit den Mitschuelern. Zu keiner Zeit, jetzt oder damals, habe ich mich missbraucht gefuehlt.

    Das soll aber nicht heissen, dass kein Missbrauch vorhanden war. Es tut mir leid zu hoeren dass Mitkollegen bleibende physische und psychische Schaeden davongetragen haben, und einige Blog-Eintragungen sind in der Tat schockierend. Ich hoffe, dass diese Faelle nun ein-fuer-allemal aufgeklaert warden, und zwar ohne Volkshetze und Schmierkampagne, aber mit Transparenz und Ehrlichkeit.

    Aus meiner persoenlichen Erfahrung waren einige Patres nicht gerade geniale Erziehungskuenstler. Man kann nur hoffen, dass sich das Stift in dieser Hinsicht modernisiert hat und sadistische/machthungrige Choleriker (und/oder Alkoholiker) nicht in die Erziehung von Kindern einbezieht. Der Kommentar von Josef Aigner im Standard bringt es wohl recht gut artikuliert auf den Punkt, es gibt viele Arten des Missbrauchs, der sexuelle ist halt der ‘sensationsgeilste’.

    Ich weiss nicht, wie es Euch geht, aber als Altkremsmuensterer aus dieser Zeit haette gerne eine offene, dringende und ausfuehrliche Aufarbeitung von Seiten der Stiftsfuehrung. Das betrifft einerseits, dass diejenigen, die sich nachweislich an Kindern vergangen haben, zur Rechenschaft gezogen werden, sowohl was die Zukunft der Erziehungsmethoden der Klosterschule betrifft. Verstecken hinter den Moenchsrockzipfeln (oder in einer abgelegen Pfarrei) geht heute nicht mehr, und zwei Zeilen auf der website sind nach alter Schulbewertung auch ‘nicht genuegend’.

    Mampfi, ich stimme voellig mit dir ueberein, besonders das positive am Ende, e.g. betreffs E.H. als unser Klassenvorstand. Er war ein echtes Vorbild!

    Bertl

    • mj87 Says:

      Robert, stimme mit dir ueberein. Ich hatte vorwiegend gute Prifessoren, aber wie in jeder Gruppe >N Elementen kommt das Gesetz der grossen Zahlen zur Anwendung, und es gab auch weniger gute. Die berichteten Uebergriffe, falls es sie gegeben hat, muessen aber lueckenlos aufgeklaert werden. Uebrigens, auch ich bin einige Male auf der roten Couch gelandet, unwohl war mir schon, aber es ist auch auch nichts Spektakulaeres passiert, ausser dass kopfueber auf seinem Schoss gesessen bin, er seinen Kopf zwischen meinen Unterschenkeln, ich mit dem Kopf den Boden beruehrend. Ich habe sowieso nur auf die Schokolade am Ende einer derartigen Session gespitzt, der Rest war fuer mich nur notwendige “Vorarbeit”. Schaden habe zumindest ich, glaube ich, nicht genommen.

      • Fee Wind Says:

        mmhhh….ich will hier jetzt nichts lostreten, aber…
        Ist dir eigentlich bewusst, wie sich das anhört?!?!? Meinst du das wirklich ernst, was du da geschrieben hast, dass das eigentlich eh harmlos war?

        • mj87 Says:

          Nein, als harmlos sehe ich das heute nicht. Als 10-12 jaehriges Kind weiss man aber natuerlich noch nicht, wie man das einzuordnen hat bzw versteht die Tragweite noch nicht. Ich schildere nur ich ich es damals empfunden habe – als Kind.

  76. der brave heide Says:

    1967 eintritt in kremsmünster, abteilungspräfekt leonhardt klingelberger, ein sadist wie aus dem bilderbuch. ich sah auf armlänge entfernung, wie er meinem mitschüler andreas (?) kaindl aus wut wegen einer schwätzerei das ohrläppchen durch gewaltsames schütteln mehrere millimeter tief einriss. ich selbst erhielt vom konviktsdirektor pater jakob (fam.name vergessen) prügel mit dem stock aufs gesäß, wegen einer rauferei mit einem mitschüler. das aber nur zum aufwärmen. dazu hatten wir einen musikprofessor, pater alfons mansdorfer, der watschen vergab, während man den kopf in seinen schoss legen musste. in pleno publico natürlich, er stand im ruf, mit schülern aus der oberstufe rumzutun, dafür aber keine beweise.

    mein liebling war aber pater benedikt pitschmann, präfekt für die 4. klasse und nachtschwärmer. er kam gern so gegen mitternacht in den schlafsaal und griff einen nach dem andern aus, masturbierte uns also. ich sah ihn immer wieder von bett zu bett huschen, er hatte so seine lieblinge, die er häufig besuchte, bei mir liess er es gott (?) sei dank sein nach dem ersten mal, ich hatte mich weggedreht. ich sprach darüber mit mitschülern, und zu viert wendeten wir uns an pater janda vom petrinum, der den abt informierte. die “besuche” hörten schlagartig auf, jedoch ansonsten geschah – unfassbar! – nichts. der täter kam erst im nächsten schuljahr in die bibliothek.

    • mj90krems Says:

      Danke für deinen Bericht, ich hatte mich schon bei den vorherigen Berichten zu Pater B. gefragt, was denn hier die Hintergründe sein könnten, denn ich habe ihn aus den 80ern als sehr netten, und vor allem harmlosen Lehrer in Erinnerung.

      Dein Bericht ist gerade deshalb so schockierend, weil neben den Tätern wieder einmal die Rolle der Verantwortlichen des Stifts damals und heute klar in Frage gestellte werden muss. Wenn Du damals schon als Kind den Mut hattest Dich zu wehren und sogar geschafft hast mit deiner Beschwerde die “Besuche” abzustellen, dies aber für B. außer einer Versetzung in die Bibliothek keinerlei Konsequenzen hatte, dann bin ich der Meinung dass sich auch die Verantwortlichen mitschuldig gemacht haben.

      Genauso wie mit Pater Alfons der offensichtlich nach einschlägigen Vorkommnissen in den 60ern als Konviktsdirektor zum Serientäter werden durfte, stellt sich mir die Frage warum ich dann in den 80ern noch fahrlässig Pater B. als Lehrer ausgesetzt war. Bei Pater Alfons kennen wir aus den 80ern alle die Folgen, ich hoffe allerdings dass mit B. nichts weiter passiert ist.

    • mj90krems Says:

      Womöglich ist jener Pater Janda vom Petrinum heute an einer Aufklärung interessiert, sollte er noch am Leben sein.

      • der brave heide Says:

        bezüglich aufklärung hab ich meine zweifel. schon anlässlich der groer-geschichte kontaktierte ich zwei betroffene mitschüler, alleine hatte ich angst und die wollten es ruhen lassen. diesmal wollte ich nicht mehr stillhalten. die betulichkeiten in diesem blog geben mir recht. dass in einem christlichen internat zumindest ein gutteil des personals anständig ist, soll man nicht loben müssen.
        ich will keine rache, auch wenn ich eine mords wut auf die tollen brüder habe. dazu sei gesagt, dass ich auch gute erzieher hatte, die – zumindest aus dem gefühl heraus – wussten, wie man mit heranwachsenden umgeht, pater christian sei hier etwa genannt.
        jedoch sollte für priester dasselbe gelten wie für normale leut: wenn man was verbockt hat, muss man dafür gradestehen. ein paar mühsam abgerungene entschuldigungen mit eingebautem rückwärtsgang sind zu wenig. so wie der pressesprecher des stiftes (sinngemäss, siehe video bei OOe Nachrichten) meinte, das käme ja in familien auch vor, ist das entweder naiv oder zynisch.

      • vorzeitig gewechselt Says:

        Die Janda-Brüder waren später Professoren an der PADL. Falls es sich um Janda Josef handelt, der ist leider schon vor Jahren verstorben. Janda Gunther, sein Bruder, lebt meines Wissens noch.

    • MJg75 Says:

      Dein Bericht über P.Benedikt/Präfekt der 4. Abteilung (sein letztes Jahr war 1970/71) stimmt zu 100% – auch ich wurde wach und drehte mich zur Seite. Ich war auch daran beiteiligt, dass wir G. Janda informierten – es ging genau so aus, wie Du es beschreibst. Ich war damals völlig verstört und hatte beschlossen, ein Zeichen zu setzen, um zu zeigen, dass ich sehr wohl wusste, was er tat: ich lernte nichts mehr im Freigegenstand Stenographie, in dem er unser Lehrer war, gab leere Zettel beim Test ab und versuchte, auf diese Weise meinen Protest zum Ausdruck zu bringen. Es hatte die Wirkung, dass man mich in Ruhe ließ – scheinbar wurde verstanden, dass ich mich wehren würde.

  77. koesseldorfergeschaedigter Says:

    Nachdem ich was Glauben betrifft, desillusioniert worden bin, frage ich mich, was sollte jemanden, der eine definitif tödliche Krankheit im Endstadium hat, davon abhalten, seine ehemaligen Tyrannen zur Rechenschaft zu ziehen. (Ja, ich weiß, körperliche Schwäche, aber bis es so weit ist, kann man nur hoffen, es war keine Fehldiagnose)
    Nach diesem Kremsmünster, diesem Ort des Friedens und der Gerechtigkeit, denke ich, es gibt auch andere Möglichkeiten als das Christliche Jenseits. Vielleicht keines, vielleicht eines wo Böse belohnt werden, vielleicht ist das Leben auch ein Casino. Du kommst in die Lebenslotterie und dann wird gelost: “Super, ich werde ein Papagei. Oder, scheiße, schon wieder Wespe”.
    Meiner Meinung nach ist der Segen einer tödlichen Krankheit darin begründet, dass man ohne Verschlimmerung der eigenen Lage das Leben seiner ehemaligen Peiniger zerstören kann, so wie sie einem das Leben zerstört haben. Aber leider schwant einem immer noch die gut eingeimpfte Restangst vor der Hölle, und man soll ja laut Jesus alles verzeihen.
    Da ich leider gesund und munter bin, werde ich mich auf weniger sanktionierte Aktionen beschränken müssen, wie z.B. Blumen auf dem Grab meines ehemaligen Physiklehrers auf natürliche weise vor der Witwe (gleichgültige Französischlehrerin, viel Gebetet:Heuchelei, Selbstbetrug) düngen. Bleibt nur für 1 2 Personen zu hoffen, dass ich schlagartig aus dem Leben scheide, oder lange am Leben bleibe

    • der gleiche wie vorher Says:

      Also, ich möchte sagen, es geht nicht im ganzen Leben nur um Rache. Ich habe eigenlich auch besseres zu tun und mein Leben ist ganz OK, also man kann sagen, ich habe es geschafft. Leider drängen sich die Erniedrigungen immer wieder auf und des Nachts wälze ich mich gelegentlich unter ihnen, versuche das alles aber nicht zu “üben.” Also, man kann froh sein, dass es auch andere Dinge gibt, wie z.B. Frühling, Liebe, gutes Essen, Geld am Ende des Monats, Gesundheit. Bei all dem Schönen im Leben hälfe mir eine Strafe/Verurteilung, Schmerzensgeldzahlung, Reue, oder irgend ein amtlicher Akt, dass einem nicht immer wieder die Wut hochkommt und damit dieses Thema für mich einen Punkt findet, an dem ich sagen kann, ja jetzt ist Genüge getan. Ein Punkt, an dem ich sage, es ist jetzt für mich erledigt, einen Abschluss finden. So dass ich es nicht vergesse, aber einen Abstand bekomme, der mich nicht mehr einholt. Ich will sagen, es war teil meines Lebens, aber es ist vorbei. Das wäre wirklich eine Erleichterung

  78. Olaf Hemsen Says:

    Liebe Kremsmünsterer Freunde!

    Nach den Medienberichten der letzten Wochen kommen für mich die Berichte über Kremsmünster nicht unerwartet. Viele von uns verbinden mit Kremsmünster Erinnerungen, gute wie schlechte. Jeder hat Dinge auf seine Art erlebt und empfunden. Manche Dinge erscheinen 30 Jahre später in ganz anderem Licht als wir sie damals erlebt haben.
    Ich finde es gut, dass das jetzt ausgesprochen wird. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass wir in diesem Blog nicht unter uns sind (obwohl die Wortmeldung natürlich viele Insider erahnen lassen). Wir riskieren mit der Veröffentlichung von „Interna“ ein Meinungsbild in der Öffentlichkeit, das kaum die Gesamtheit des Erlebten darstellt.
    Manche Vorwürfe wiegen allerdings schwer, sie müssen penibel und gewissenhaft untersucht werden, gängiges Recht verlangt jedoch, dass solche Vorwürfe im Sinne aller Beteiligten nicht in der Öffentlichkeit abgehandelt werden.
    Ich bitte daher, diese Vorwürfe aber auch alle anderen Wahrnehmungen, die der Wahrheitsfindung dienen, an die zuständigen Stellen (wie z.B. Abt Ambros) und Behörden weiterzuleiten, die darüber befinden werden. Eine Ausbreitung in der Öffentlichkeit bedient nur die Sensationslust mancher Zeitgenossen.

    Euer Olaf Hemsen, MJ 1988
    hemsen@aon.at

    • mj90krems Says:

      Die Verantwortlichen im Stift haben sich durch ihre scheinheilige Stellungnahme und die absurden “Suspendierungen” als vertrauenswürdiger Ansprechpartner disqualifiziert. Entgegen besseren Wissens – du kannst mir nicht erzählen dass man heute im Stift nicht über die hier beschriebenen Vorgänge und Vertuschungen der Vergangenheit Bescheid weiß – wurde eine überraschte Miene zum bösen Spiel gemacht und noch dazu P. Alfons eine Gelegenheit geboten in einer ersten Stellungnahme das Opfer zu demütigen.
      Du schlägst also vor erst einmal mit diesen Leuten zu reden und ihnen unsere Sorgen anzuvertrauen? Wach auf ….

      • Olaf Hemsen Says:

        Ich stelle mich auch gerne zur Verfügung, die Berichte treuhänderisch zu sammeln. Ich wünsch mir nur einen sorgsamen Umgang mit den Informationen.

        Olaf

        • martin Says:

          Das Gymnasium könnte ja so mutig sein, auf der eigenen Domain ein Forum einzurichten – ohne Zensur-Admin im Stift – und dann sollten auch die Eltern mitreden – und natürlich auch die Beschuldigten direkt antworten – falls sie mehr Phantasie haben als “Ich habe alle meine Schüler immer gern gehabt und war manchmal jähzornig / wollte nie etwas Schlechtes …”.

          Olaf, es gäbe genug, was das Gymnasium selbst tun könnte. Diesen (nicht grossartig organisierten, sondern sehr spontanen) Blog gibt es doch NUR deshalb, weil Gymnasium und Stift in Form ihrer ersten Reaktionen gar keinen Dialog gesucht haben – und dies auch jetzt noch nicht wirklich sehr konsequent tun.

          Dein Angebot in Ehren – aber das solltest Du denen nicht abnehmen …

  79. kephas Says:

    Mittlerweile wurde auf der Altkremsmünsterer-Homepage eine Stellungnahme des Abtes und des Priors veröffentlicht:

    http://www.altkremsmuensterer.at/daten/Stellungnahme.pdf

  80. Fee Wind Says:

    Stellungnahme: “Doch wollen wir auch eines formulieren, ohne manchen Zorn und manche Anklage, ohne die Klagen der Betroffenen und Opfer in irgendeiner Weise zu relativieren: Wir kennen die Erzählungen und Nachrichten, in denen mit Dankbarkeit auf die Kremsmünsterer Jahre
    geblickt und auf viel Gutes verwiesen wird”
    Bei allem Respekt den beiden Verfassern gegenüber, aber SO REAGIERT MAN NICHT AUF SEXUELLEN MISSBRAUCH AN KINDERN!!!

    Ihr habt auch die anderen Geschichten gekannt…
    Bitte engagiert einen Presseprofi, Pressearbeit ist definitiv nicht eure Stärke.

    • mj85 Says:

      Was an den genannten Aussagen ist nicht richtig? Du gehörst offenbar auch zu den Menschen bei denen sich alles was Missbrauch genannt wird, auf Sex reduziert. Ohne jetzt Kleriker zu sein oder mich auf eine Seite zu schlagen: Sagt das Stift nix, is es nicht recht; sagt es was, passts auch nicht. Aber was wollt “ihr” hören??? Unverblümt sage ich:
      Dieses Raunzen und Kritisieren an allem verdirbt unsere Gesellschaft und nicht zuletzt deinen Charakter. Viel Spaß noch mit den Albträumen…

      • MW Says:

        hier geht es um respekt den opfern gegenüber! dass nicht ALLES an einer schule schlecht war, “nur” weil einige patres ihrem sadismus und ihrer pädophilie freien lauf ließen, ist ohnehin klar.
        wenn man sich für etwas entschuldigt, und das ehrlich meint, sollte man diese entschuldigung nicht dadurch relativieren, dass man darauf verweist, dass andere sich für die genossene erziehung bedankt haben. das ist einfach völlig daneben. vor allem, wenn man an der halbherzigen entschuldigung des pater alfons, welche vom stift pressewirksam auf der homepage veröffentlicht wurde, erkennen kann, dass wenig wert darauf gelegt wurde, dem täter das ausmaß seiner taten bewusst zu machen. (es ist VÖLLIG unpassend, die taten damit zu relativieren, dass der pater “seinen gefühlen vielleicht manchmal in unangemessener weise ausdruck verliehen hat” – es hat NICHTS, aber schon rein gar nichts, mit dem ausdruck von gefühlen zu tun, wenn schüler für vogelfrei erklärt werden und andere schüler ermuntert werden, auf den vogelfreien einzuprügeln, oder wenn schüler sexuell belästigt werden)

  81. MJ8X Says:

    ein Kollege aus MJ87 hat das bereits vorgestern sehr treffend formuliert und sehr viel Zustimmung von anderen Altkremsmünstereren (und Aussenstehenden) erhalten. Leider machen sich die Verantwortlichen offenbar nicht die Mühe, das zu lesen. Denn in der Diskussion um diesen Beitrag ist auch ebendieser Altkremsmünstererverein erwähnt, der jetzt prompt – genau wie dort befürchtet – offenbar keine eigene Meinung dazu hat.

    aus OÖN von vorgestern, inzwischen zitiert an div. anderen Orten:

    von: Epple_Martin_MJ87
    11.03.2010 17:20 Uhr
    Schlechtes Krisenmanagement

    Die antiquierten Erziehungsmethoden in Kremsmünster in den 80er Jahren waren weithin bekannt und akzeptiert. Was heute als Missbrauch angesehen wird, wurde damals entweder toleriert oder aber von Konvent, Lehrkörper und Eltern gleichermassen als positiv und im Sinne einer guten humanistischen Kindeserziehung begrüsst.

    Daher ist es doch völlig sinnlos und zeugt von mangelndem Verständnis des Problems und schlechtem Krisenmanagement seitens der Abtei, wenn man jetzt gleich einmal ein paar pensionierten Patres ihre Ämter entzieht und sie so an den Pranger stellt. Es hilft den ehemaligen Erziehern nicht dabei, einzusehen, was (ex post, nach heutigen Massstäben wohlgemerkt) bereits damals vielleicht hätte hinterfragt werden sollen und es hilft denen, die darunter gelitten haben, auch nicht wirklich dabei, es z.B. für die Erziehung und Ausbildung der eigenen Kinder besser zu machen.

    Der Abtei ist ein geeignetes, professionelles und dialogfähiges Krisenmanagement dringendst zu empfehlen.

    • mj8xkrems Says:

      Fairerweise muss man aber auch darauf hinweisen, dass gerade M.E., der den oben genannten Eintrag in den OOEN geschrieben wohl einer der schwierigsten und jähzornigsten Schüler der 80er Jahre gewesen sein dürfte, mit dem die oft überforderten Patres fertig werden mussten. Jeder, der in seinen Aktionsradius kam, wird dies sofort bestätigen können. Auch dass gerade er sich des öfteren mit dem viel kritisierten Pater A. überworfen hat, nachdem er ihn zuvor bewusst mit beleidigenden Aussagen provoziert hatte. Ich habe selbst miterlebt wie er Pater A. trotzig zugerufen hat “Von Euch weltfremden Pfaffen lasse ICH mir sicher nichst sagen” (worauf Pater A. schlicht der Kragen geplatzt ist und eine ordentliche Ohrfeige austeilte – was jedoch durch nichts zu rechtfertigen ist). Dass gerade M.E. sich jetzt als grosser Kritisierer engagiert, finde ich – gelinde gesagt – sehr bedenklich.

      • mj90krems Says:

        Tja, fairerweise muss man auch darauf hinweisen dass Martin hier wohl einen Fehler gemacht hat sich in dieser Phase mit vollem Namen zu äußern.
        Damit hat er sich leider den alten Mechanismen ausgeliefert, dass jene Drecksarbeit die nicht von den “Erziehern” erledigt werden konnte dann eben von den Mitschülern übernommen wurde. So funktionierte das eben damals, und offenbar auch heute noch.
        Ich finde unter diesen Umständen seine damalige Aussage als mutigen Schritt einer starken und vermutlich auch renitenten Persönlichkeit eines Heranwachsenden, der sich eben nicht kampflos seinem Peiniger ausliefern wollte. Gerade deswegen hat er meiner Meinung nach auch heute das Recht sich als “großer Kritisierer” zu engagieren. Weiter so!

        • leonhard minutillo Says:

          ich find’s eher bedenklich bzw. ausgesprochen arm, das du, “mjkrems”, hier anonym jemanden kritisierst, der heute mit seinem namen zu seiner meinung steht, und der offensichtlich damals schon etwas mehr mumm hatte als du.

        • klaus voithofer Says:

          Mein Lieber, also jetzt mal halblang. Wo sind wir bitte, dass es notwendig erscheint, entweder anonym auftreten zu müssen oder – hat man die Courage seinen Namen zu nennen – statt mit inhaltlichen Argumenten mit Einwänden gegen die eigene Person konfrontiert zu werden? Die Relativierung der Botschaft durch Angriff auf den Boten ist wohl allen geläufig, aber nicht statthaft. M.E. war auch einer der wenigen, der unbeirrt, ohne Angst vor Autoritäten und den Folgen seines Handelns zu seiner Meinung stand

          • mj8xkrems Says:

            Ich möchte meine Aussage bezüglich M.E. zurücknehmen und entschuldige mich dafür. Natürlich soll jemand seine Meinung sagen dürfen, egal welche Vergangenheit er hat, und egal ob jemand in seiner Kindheit als schwierig galt. Schliesslich kann man sich ja entwickeln.

            Auch möchte ich klarstellen, dass eine Ohrfeige des Herrn Pater A. in keiner Weise gerechtfertig, egal ob auf welche Weise er proviziert wurde.

      • mj90krems Says:

        Ich möchte hier in diesem Zusammenhang auch noch hinzufügen, dass mir immer klarer wird dass P. Alfons seine “Lieblinge” eben aufs Sofa geholt hatte und seine Widersacher oder die hässlichen im Gegensatz dazu körperlich gequält und öffentlich erniedrigt hat.
        Im Nachhinein fällt mir auch wieder sein Tisch im Speisesaal ein, wo seine Günstlinge Platz nehmen durften die er ja in der Öffentlichkeit bevorzugt behandelte. Hatte dieser nicht einen speziellen Namen?

      • martin Says:

        sorry, aber das ist ein ziemlich gemeiner “tiefschlag”, ihm das hier vorzuwerfen!!!

        aber du greifst damit einen sehr wichtigen punkt auf: JA, viele von uns sind in diesem Käfig selbst zu kleinen monstern geworden! ich selbst war nach jahrelanger abstumpfung am ende der “karriere” absolut skrupellos gegenüber jedem erwachsenen – marke extra-schwierig plus. und ich sollte mich noch bei sehr viele in kr. im nachhinein persönlich entschuldigen.

        nur soviel: am elternhaus lag das nicht.

        später hat es das leben sehr gut mit mir gemeint, ich hab sogar das schulfach “Empathie” noch erfolgreich nachholen können.

        Und das sollte mich also im nachhinein davon ausschliessen, heute kritisch zu sein? NEIN – ganz im Gegenteil. Und dieses Recht hat M.E. allemal!!! (und seine Postings gehören zu den sachlichsten und gescheitesten im ganzen Blog!)

        Martin Epple – Danke! Bitte weiter einbringen!

      • mj89usa Says:

        find ich ganz schaebig so ueber den Martin als ehemaligen Klassenkollegen herzuziehen. Ich kann mich sehr wohl noch erinnern, wie manche Leute ihn zu deren Belustigung so richtig provoziert haben…da warst du ja dann sicher auch voll dabei, oder? Ich als sein Bruder hab’s gar nicht lustig gefunden, und meiner Meinung nach ist das auch nicht zu weit entfernt von Missbrauch. Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.

        • mj8xkrems Says:

          Ich habe meine Aussage zu M.E. schon oben zurückgenommen, und entschuldige mich hier nochmals. Ich wollte nur der Vollständigkeit halber erwähnen, dass es eben auch für die Patres nicht immer leicht war, mit den Studenten in ihrer persönlichen Vielfalt umzugehen. Einige waren einfach schwieriger als andere, das bestreitet ja wohl niemand. Aber natürlich anerkenne ich das Recht, dass sich jeder heute frei zu den Zuständen von damals äussern darf, und zwar völlig egal von dem, was vor 30 Jarhen passiert sein mag. Man kann sich ja entwickeln. Auch seine “Pfaffen” Aussage, die ich damals zumindest als ungeheuerlich empfand, rechtfertigt natürlich in keinster Weise eine Ohrfeige von Pater A. Über den Charakter von M.E. mache ich keine weitere Aussage, das gehört in der Tag nicht hierher. Jeder der ihn kannte, wird sich ja seine eigene Meinung bilden können. Vielleicht habe ja die Kollegen aus seiner Klasse eine andere Meinung. Ich jedenfalls hätte die Patres niemals als “rückständige Pfaffen” bezeichnet, auch heute nicht, nachdem soviel ans Tageslicht getreten ist, was ich auch aufs Schärfste verurteile. Und als blosses Sagen der eigenen Meinung will ich zumindest es nicht bewerten. Das ist meine Meinung.

      • g_mj87 Says:

        Danke Martin, du hattest damals schon den Mut, dem Alfons ins Gesicht zu sagen welch ein Arschloch er ist. Und Danke Martin, dass du den Großen die auf uns eingedroschen haben die Sessel um die Ohren hast fliegen lassen. Bravo. Heute beweißt du den selben Mut und Entschlossenheit – bitte weiter so.
        An alle damaligen Altkremsmünsterer-Kollegen, die hier versuchen die sadistischen Machenschaften des Pater Alfons und seinen Gehilfen als „Normal“ und „aus damaliger Sicht war das OK“ zu verharmlosen: Hey, wir lebten in den 80ern und nicht im Mittelalter !! Manche empfanden es vielleicht als normal, weil wir nichts anderes kannten. Habt ihr euch nicht weiterentwickelt? Nein das war auch damals keineswegs normal. Drescht ihr heute als Väter auf eure eigene Kinder ein ? Wahrscheinlich wendet ihr auch Erziehungsmethoden wie „Beutelung“ oder „wie groß ist der Lausbub?“ an, die ihr im KZ beim Leonhard gelernt habt.
        Pater Alfons ist ein perverser Sadist, das sei hier noch einmal eindringlich in Erinnerung zu rufen, der für seine Taten von einem weltlichen Gericht bestraft werden muss. Ich hoffe er weiß, was man in Stein mit Kinderschändern macht. Bei ihm wusste man meist nie, ob er zuschlagen oder streicheln würde, wenn er einem holte. Ich habe heute noch den Geruch seiner Kutte im Kopf eingebrannt. Er tyrannisierte mich über Jahre hinweg, weil ich einmal zu ihm „Kinderficker“ sagte, nachdem er mir in die Pyjamahose gefasst hatte (ich spitzte halt nicht auf Schokolade !) – Unzählige Ohrfeigen (keine Xundn Watschn, sondern von der schon des öfteren hier beschriebenen Sorte) wegen Nichtigkeiten und viele VOGELFREIs – manche von euch, liebe Freunde habt dabei wie verrückt auf mich eingedroschen. Die Brutalität unter den Schülern war das Ergebnis der Erziehungsarbeit der besagten Padres. Dazu drohte er ständig mit Rauswurf aus der Schule, darum sagte ich auch zuhause nie etwas, da ja die Eltern sooo stolz waren, dass ihr Bub in solch eine angesehene Elite(?)-Schule gehen durfte. Es dauerte gut drei Jahre, bis er wieder von mir abließ.
        Aber ich habs überstanden, nach dem Motto: „Was einem nicht umbringt …“ Also kein Weichei? Oder doch ?. Auf der Uni lernte ich dann das normale Leben kennen und das gefiel mir wesentlich besser. Alle meine Kinder gehen heute auf ein weltliches Gymnasium. Kremsmünster kam keinesfalls in Frage, das war bei mir seit damals fix. Aber heute glaube ich, sind die Zustände in Ordnung, wenn ich sehe, dass Leute wie der Boxi dort wirken, einen der wenigen 8.-Klasslern, die ich als Kind schon sehr schätzte.

        • Ratschlag von g_mj87 ?? Says:

          Lieber g_mj87,

          Oben erteilst du den folgenden Ratschlag: “Danke Martin, du hattest damals schon den Mut, dem Alfons ins Gesicht zu sagen welch ein Arschloch er ist. Und Danke Martin, dass du den Großen die auf uns eingedroschen haben die Sessel um die Ohren hast fliegen lassen. Bravo. Heute beweißt du den selben Mut und Entschlossenheit – bitte weiter so.”

          Ich frage dich: Wie kann man nur so einen Ratschlag erteilen? Sind es nicht gerade diese Handlungsweisen, die wir zu überwinden suchen. Gewalt mit Gewalt zu beantworten, führt nie zum Erfolg. Jemanden auch noch zu gratulieren dass er anderen mit dem A-Wort beschimpfen soll, oder Sesseln herumschmeisst, ist noch eine Steigerung.

          Nach dem mehrfach zitierten Artikel im Standard hatte ich gehofft, es waere der Beginn der Aufarbeitung.

          • g_mj87 Says:

            Ja du hast natürlich recht. Ich wollte ihn verteidigen, da es mich extrem aufregt, wenn heute Leute über ihn so blöd schreiben und ihn für sein damaliges Tun (als Kind !) anprangern und @Altkremsmünsterer2 so primitiv blosstellen zu versuchen. Ich wollte damit ausdrücken, dass ich sein heutiges Aufdecken, nochdazu mittels vollem Namen als außerordendlich mutig empfinde.

            • Ratschlag von g_mj87 ?? Says:

              Auch ich finde das Blosstellen eines Schülers nicht ok. Andererseits, irgendetwas Wahres wird ja wohl dran gewesen sein, oder? Und man wird ja wohl zur Sprache bringen dürfen, dass auch die Lehrer mit den Schüler zu kämpfen hatten, nicht nur umgekehrt.

              Also: Verteidigen ist ja schön. Aber mit den richtigen Ratschlägen bitte! Als Journalist hat man da auch eine besonderer Verantwortung.

              Auch bin ich dagegen, das Stift pauschal abzuurteilen. Du hast ja sicher auch viele positive Erfahrungen gemacht, mit den guten Lehrern und Patres, oder etwa nicht?

      • Martin_Epple_MJ87 Says:

        Mittlerweile habe ich gelesen, dass ein “Krisenstab” eingerichtet wurde. Ich frage mich, ob und wie die Betroffenen, also die ehemaligen Schüler, dort eingebunden sind. Man kann doch nicht ernsthaft Vorfälle aufklären wollen, ohne alle Parteien am Tisch vertreten zu haben! Weiss jemand diesbezüglich etwas genaueres?

        Übrigens war ich doch etwas überrascht, dass es nach fast 25 Jahren immer noch so polarisiert, nur weil ich meine Meinung äussere…

        • vorzeitig gewechselt Says:

          Im Krisenstab geht es meines Wissens vorerst darum, welche Schritte aus Sicht des Klosters zu setzen sind. Daher sind in dieser Phase auch keine Betroffenen vertreten. Laut Aussage dieses Krisenstabes arbeitet man aber mit den staatlichen und diözesanen Stellen zusammen, die ja die Opfer vertreten.

  82. max Says:

    Ich kann die Gewaltexzesse von Pater Alfons nur bestätigen, haben sie auch oft genug selber genießen müssen. Die Schreckensherrschaft von Pater L. sind auch allen bekannt.
    Aber ein Pater geht mir in dieser Sammlung noch ab, Pater Robert, auch er hat weit über die Maßen zugeschlagen. Ich weiß von einem Fall, bei dem ein Schüler mehrere Tage unter Kopfschmerzen und Schwindel litt.
    Auch Pater Robert hatte seltsame Angewohnheiten, er ging regelmäßig nach Mitternach durch den Schlafsaal und deckte die Buben zu oder befahl den Buben im Waschraum sich im Intimbereich gründlich zu waschen und beobachterte dies genau…

    • mj90krems Says:

      Ich denke wir sollten in den weiteren Schritten auch die Prioritäten setzen. Meinem Informationsstand nach gibt es zwei Erzieher (Pater A. und Pater B.) denen konkreter schwerwiegender sexueller Missbrauch nachgewiesen werden kann. Außerdem gibt es mit Pater L. noch einen dritten Fall in dem sogar die Praxis der wiederholten körperlichen Züchtigungen die damals im Konvikt als “normal” galt überschritten wurde und als klare Misshandlungen und Körperverletzungen nachgewiesen sind.

      Es gibt natürlich viele weitere Fälle die auch andere Erzieher wie etwa Pater N. oder Pater F. betreffen, welche auch ihre ritualisierten Misshandlungen täglich praktizierten, die für sich allein stehend natürlich aus der heutigen Sicht krankhaft sind, aber im Vergleich zu den oben genannten vermutlich im Sinne des Stockholm-Syndroms als sympathisch erschienen.

      Alle weiteren Züchtigungen durch andere Erzieher sehe ich in diesem Zusammenhang momentan nur als Teil des allgemeinen Systems, falls es aber konkrete Anhaltspunkte geben sollte, dass noch weitere Erzieher die Grenzen (wo auch immer diese zu ziehen sind) überschritten haben, sollte dem auf jeden Fall nachgegangen werde.

      Zu guter Letzt bleibt natürlich auch noch die Geschichte der systematischen Gewalt der Schüler untereinander, die durch verschiedene Strukturen gefördert wurde: Vogelfrei (Pater A.), Krampusexzesse (Pater L.)

      • kephas Says:

        Man vergesse bitte auch nicht auf Pater P., vor allem weil er bis nach 2002 “gewirkt” hat und erst dann wegen mangelnden pädagogischen Fähigkeiten vom Unterrichtsdienst abgezogen wurde.

        • mj90krems Says:

          Pater P. war erst nach meiner Zeit tätig, ich habe erst dieser Diskussion entnommen, dass er in den 90ern anscheinend die “Nachfolge” von Pater A. übernommen hatte.

          Nachdem es in diesem Fall offensichtlich noch keine konkrete Anzeige gibt, möchte ich die möglichen Opfer ermutigen sich hier und bald zu äußern, weil konkret die Möglichkeit besteht, dass diese Fälle noch nicht verjährt sind. Außerdem zeigt auch dieses Beispiel, dass das Stift keine Aufklärung sucht, weil ich mir in diesem Fall eine klare Selbstanzeige erwarten würde. Leider müssen aber auch hier die Betroffenen wohl den ersten Schritt setzen, der natürlich nicht einfach ist.

      • Buuuursch Says:

        “Stockholm-Syndrom”! Ich lach’ mich kaputt! – Warum nennst du ihn denn nicht richtig beim Namen? “Fick” war sein Kampfname, nicht “Fig”.

        Ansonsten würde ich Deine Einträge alle unterschreiben.

        • mj90krems Says:

          Ich gebe zu das Stockholm Syndrom ist weit hergeholt, ich habe nur versucht auszudrücken, dass Erzieher wie P. Ferdinand oder P. Nikolaus trotz ihrer rituellen Gewalt für einige auch Sympathieträger waren. Nicht für mich allerdings …

          P. Alfons aka Fig hat als Ausgeburt des Bösen sicher niemandem den Anlass gegeben ihm irgendwie geartete Sympathie entgegenzubringen. Außer vermutlich viele Eltern, denen er immer wie verwandelt süß zugelächelt hatte.

  83. Attila Says:

    (Bin kein Kremsmünsterer, insofern finde ich es logisch, wenn mein Posting hier sofort gelöscht wird. Es soll dann halt ein Denkanstoß für den Blogbetreuer sein.)

    Was mir auffällt, ist die völlige Abstinenz von Lösungsstrategien für das Problem in diesem Forum. Was klar ersichtlich ist, ist die Zerstörung der psychischen Gesundheit durch sexuellen Missbrauch bei unter 13Jährigen – und die Weitergabe der pädophilen Neigung an die Opfer. Wir können davon ausgehen, dass etwa Pater A. in seiner Kindheit schwer missbraucht wurde. Es sollte hier nicht nur um die Aufarbeitung der Ereignisse, sondern auch um die Möglichkeiten zur Durchbrechung dieser Kausalitätskette gehen: Was kann das Opfer tun, um aus diesem Sumpf wieder herauszukommen und nicht als nächster Pater A. zu enden?

    Damit im Zusammenhang auch meine zweite Frage: Wie war es möglich, dass sich die Schüler des Stifts nicht gegen die Unterdrücker organisierten (abgesehen von der Vierergruppe, von der berichtet wude)? Ich selber bin MJ80 in einer Salzburger Klosterschule (allerdings extern) und kann mir nicht erklären, wie es noch in den 80er Jahren möglich war, eine derartige Autorität aufzubauen, wie sie in Kremsmünster herrschte.

    Es geht mir um das Verständnis der Zusammenhänge, damit wirklich etwas verbessert werden kann.
    1. Was brachte die Schüler in die Situation, sich nicht gegen eine ungerechte Autorität zu wehren , ja sogar mitzuspielen?
    2. Welche Strategien waren erfolgreich beim Ausstieg aus dem Terror? D.h. Wie verhielten sich die Schüler, die für die Patres unantastbar waren, und durch welche Erlebnisse wurden sie geprägt und gestärkt?

    • vorzeitig gewechselt Says:

      Attila, ich kann dir nur aus meiner Sicht antworten: In meiner unmittelbaren Gegenwart gab es nur Gerüchte. Ich wusste damals von keinem, ob er direkt betrofen war – auch heute noch nicht. Doch selbst wenn ich es gewusst hätte, wäre ich wohl stumm geblieben. Wer hätte uns geglaubt? Es wurde uns auch oft genug gesagt, welches Glück wir hätten und welche Opfer unsere Eltern bringen würden, damit wir in diese Schule gehen dürften.

      ad 2. Warum z.B. ich nicht zu den Opfern gehörte, weiß ich nicht. Vielleicht entsprach ich nicht dem Beuteschema, vielleicht aber half es auch, dass meine Eltern alle Patres in Kremsmünster gut kannten.

  84. fr. Franz Says:

    Sehr geehrte Damen und Herren!
    Als junger Mönch von Kremsmünster verfolge ich die Medienberichterstattung sowie die Einträge auf diesem Blog! Obwohl ich nicht dem internen Krisenstab angehöre, kann ich Ihnen versichern, dass seitens des Stiftes alle Vorwürfe und Stellungnahmen ernst genommen werden und Abt Ambros sehr daran interessiert ist, die vorgebrachten Fälle aufzuklären und vor allem auch aufzuarbeiten.
    Da wir sehr daran interessiert sind, dass unsere Vorgehensweise klar und transparent ist, finden Sie alle aktuellen Stellungnahmen auf unserer Homepage http://www.stift-kremsmuenster.at
    Mit herzlichem Dank für alle Offenheit Ihrerseits und besten Grüßen aus Kremsmünster
    fr. Franz Ackerl OSB

    • mj90krems Says:

      Vielen Dank Fr. Franz für den Hinweis auf die neuesten Stellungnahmen seitens des Stifts Kremsmünster. Diese geben Anlass zur Hoffnung, dass sich die verantwortlichen Stellen nach entsprechendem Druck nun ernsthaft mit den Vorkommnissen im Konvikt auseinandersetzen wollen. Ich hoffe auch dass die Berichte an dieser Stelle allesamt als authentisch erkannt werden, und es auch zu klaren Konsequenzen für die Täter als auch zu einer uneingeschränkten Unterstützung der Opfer kommen wird.

      Es freut mich auch dass es von P. Alfons erstmals eine direkte Stellungnahme zu lesen gibt, wenn auch diese in Kenntnis seiner Persönlichkeit nicht wirklich als ernsthaftes Schuldeingeständnis zu bewerten ist, sondern eher als ein Ringen um Vergebung. Besonders verstörend finde ich jedoch ihn im Bild über seinem Schreiben zufrieden links am Mittagstisch sitzend sehen zu müssen.

      http://www.stift-kremsmuenster.at/index.php?id=402&tx_ttnews%5Btt_news%5D=715&cHash=3b06606833e2822b4ea539aab32069e0

    • konviktsnummer x Says:

      Sehr geehrter Frater Franz Ackerl, gut dass Sie sich einbringen! Eine Frage im Sinne der Transparenz: Propst Maximilian Fürnsinn, der Vorsitzende der Superiorenkonferenz der männlichen Orden empfiehlt im PROFIL, dass sich Täter selbst anzuzeigen. Gibt es von Seiten des Herrn Abtes ebenfalls eine solche Empfehlung? Bzw. ist es Ihres Wissens schon zu solchen Selbstanzeigen gekommen? mfg, ein ehemaliger Zögling

      • fr. Franz Says:

        Liebe Konviktsnummer x!
        Wir wissen, dass es sich bei den bedauerlichen Vorkommnissen nicht um einen Einzelfall handelt. Heute wird der Krisenstab – dem ich nicht angehöre – die weitere Vorgehensweise beraten. Es ist aber der ausdrückliche Wunsch des Abtes, alle Fälle zu thematisieren und aufzuarbeiten.

    • krankenabteilung Says:

      Alles Gute bei der Aufarbeitung !

  85. harrytisch2009 Says:

    solange es niemandem so ergeht wie es major a.d. alfred schloch in steinbrunn ergangen ist:

    http://bluthilde.wordpress.com/2010/03/12/spiel-mit-der-reitgerte/

  86. Anonym Says:

    Auch ich besuchte erst in den 90er Jahren – also ca. 20 Jahre nach den bestätigten Vorwürfen – die Schule in Kremsmünster. Ich habe die Medienberichte verfolgt, einiges in diesem Blog gelesen, mich mit Klassenkollegen und Unbeteiligten ausgetauscht.

    Was den Opfern – vor allem denen, die sexuell missbraucht wurden – wirklich passiert ist, finde ich furchtbar. Da dies nun scheinbar seit 30 Jahren in der Vergangenheit liegt und ich selber nur unbestätigte Gerüchte – die ja immer schon in aller Munde waren – kannte will und kann ich mich über die Vorgehensweise und Reaktionen der Opfer nicht äußern. Ich wünsche allen Betroffenen, dass sie so gut wie möglich für das was ihnen widerfahren ist entschädigt werden und hoffentlich irgendwann über ihre psychischen Schmerzen und Verletzungen hinwegkommen können!

    Bei den Reaktionen aller anderen – Die man u.A. in diversen Tageszeitungen ganz in der Art “Ja, stimmt so was hab ich auch gehört und ein Kollege von mir hat mal eine Stereowatsche abgefangen” lesen kann – fehlt mir jedoch etwas Integrität, die man von Personen die über eine höhere Ausbildung verfügen, erwarten kann. – Möchte mann zumindest meinen.

    Fakt ist jedoch, dass Kremsmünster als Ort, das Kloster und vor allem die Schule einen ungehörigen Imageschaden erleiden werden. – Was vielen ja auch gefallen wird. Dass die Betroffenen ohnehin schon lang nicht mehr im Amt sind und es das Internat in der Art, wie es damals war, schon lang nicht mehr gibt bedenkt niemand.

    Der rauhe Wind, der auch in den 90ern tw. noch wehte war damals(!!!) leider normal und zeitgerecht. Für mich, der sich an Stereos, Nüsse, fliegende Holzschlapfen, Jägerball usw. noch gut erinnern kann sind die Erinnerungen an Kremsmünster folgende: (ich besuchte auch andere Schulen)

    Mir wurde in Kremsmünster ein absolut geschütztes, schönes und sicheres Umfeld geboten, das tw. sogar sehr intellektuell und wertvermittlend war.

    Die Freunde, die ich während dieser Zeit gewinnen konnte sind heute noch meine besten. Ich für meine Verhältnisse erinnere mich sehr gerne an meine Schulzeit in Kremsmünster!

    In der anderen Schule, die ich besuchte schaute das ganz so aus (Man verzeihe mir, dass ich das Gewürz “Namen” hier aus dieser Suppe lassen möchte): “Professionelle” Drogendealer waren Klassenkameraden, Messerstecherein oder Schlägereien mit Baseballschlägern waren nicht selten. Die verschiedensten Klassen und Gruppen mussten tw. die Schule zu verschiedenen Zeiten verlassen um Gruppenschlägereien vorzubeugen. Vielleicht verstehen jetzt manche der Kläger was ich mit geschütztem Umfeld in Kremsmünter meine!

  87. martin Says:

    Wer interessiert sich eigentlich für die Eltern der damals Betroffenen?

    Wenn (tw. selbst in diesem Blog) immer wieder angeführt wird, die körperliche Gewalt war “in gewissem Ausmaß” damals normal, dann sollte man einmal die Eltern von damals fragen, ob sie das tatsächlich auch so gesehen haben.

    Und wie müssen sich Eltern fühlen, die sich damals für eine christliche Erziehung im kath. Internat entschieden haben – damit dürfte das ja wohl nicht wirklich viel zu tun gehabt zu haben (siehe auch das Posting eines damaligen Novizen – er hatte gerade einmal eine Woche gebraucht, um zu wissen, wie es im Stift “so läuft” – und das das mit christlich eher nicht ganz so deckungsgleich war).

    UND: wie sollen sich Eltern fühlen, wenn sie das Gefühl bekommen müssen, ihre Kinder einem Wiederholungstäter ausgesetzt zu haben, obwohl das Stift davon gewusst hat …?

    (wenn P.A. seit Mitte der 80er regelmässig Geld für die Therapie des oben postenden Missbrauchsopfers überwiesen hat – hat er das tun können, ohne dass irgendjemand im Stift kritische Fragen stellt, wofür er soviel Geld braucht ???)

    Es geht eben NICHT nur um Einzelpersonen – sondern auch um das jahrelange Vertuschen – und das ist um nichts weniger schlimm.

    Letzte Anmerkung dazu: Viele weltliche Professoren von heute waren schon in den 80er-Jahren am Gymnasium. Mir fallen über sie keine Dinge ein, die negativ genug waren, um hier alte Wäsche zu waschen – im Gegenteil! Aber: Wenn die damals tatsächlich NICHTS gemerkt und gewusst haben wollen, wie wollen sie dann heute so selbstbewusst hinausposaunen, dass das heute nicht mehr möglich ist?

    Und das sollte den ELTERN VON HEUTE zu denken geben.

    Lieber Wolfgang & Co – habt ihr damals wirklich gar nichts mitgekriegt? Und wenn JA, hättet ihr das den Eltern gegenüber nicht publik machen MÜSSEN ???

    • Anderhund Says:

      Kleine Richtigstellung:
      Ich habe nicht mitbekommen, dass es Übergriffe auf Schüler gegeben hat, nicht nach einer Woche und nicht nach einem Jahr Noviziat.
      Ich habe aber sehr wohl und sehr schnell mitbekommen, dass Schein und Sein sehr weit auseinanderklafften, dank eigener Anschauung und zahlreicher Gespräche, die ich damals mit verschiedenen kremsmünsterer und später auch Mitbrüdern aus anderen Klöstern und Orden geführt habe. Dieses Thema würde aber einen eigenen Blog füllen.
      Sehr wohl mitbekommen habe ich aber auch, dass manche der Präfekten ziemlich gefürchtet waren und in ihren Abteilungen ein strenges Regiment führten.
      Die Frage, die mich im Rückblick beschäftigt zielt in die Richtung, was die Mitbrüder damals von den Übergriffen wussten bzw. ob die Gewalttätigkeiten ohnehin als Teil des Systems toleriert wurden. V.a. kann ich mir einerseits kaum vorstellen, dass die von mir hoch geschätzten P. Prior Jakob und Abt Albert nichts wussten, aber andererseits auch nicht, dass sie nichts dagegen unternommen hätten.
      Ich will diesen Blog nicht weiter mit meinem Senf verfeinern – falls mir jemand etwas dazu erklären kann, bitte gerne per e-mail: fran2heit@gmx.net (ich gehe davon aus, dass zahlreiche ehemalige Mitbrüder hier mitlesen… Was mich wirklich erstaunt ist, dass wir alle hier, offenbar auch Jahrzehnte später, immer noch unser Kremsmünster-Bündel mit uns herumschleppen, wo einige feine aber auch zahlreiche schlimme und unaufgearbeitete Sachen drin stecken…)

      • martin Says:

        klarstellung: hab auch nicht die sexuellen übergriffe gemeint, sondern genau den “schein und sein” … und das strenge “regime” … wollte dich nicht falsch zitieren! es geht mir nur auf den sack, wenn schule&stift heute so kommunizieren, als hätten sie aus heiterem himmel von einer welt erfahren, von der sie nichts wussten. das hilft einfach nicht weiter, wenn man gleichzeitig von offenheit spricht …

  88. mj8x Says:

    ein erlebnis mit pater a.

    wisst ihr noch, wie in der ersten klasse wolfgang n. von ihm verdroschen wurde? es war in der musikstunde, im musikzimmer in der schule, wolfi muss irgend etwas gesagt haben, was pater a. nicht gepasst hat, ich weiss auch nicht mehr, was der auslöser war. jedenfalls ist pater a. aufgesprungen und hat ihn vor die tür auf den gang gezerrt und dort auf ihn eingeschlagen und auf ihn losgebrüllt. ich habe solche brutalität und solchen jähzorn weder vorher noch nachher erlebt. pater a. hat gar nicht aufgehört ihn zu schlagen, wie im rausch und unkontrolliert, bis wolfi nur noch gewimmert hat. es gab überhaupt keinen irgendwie nachvollziehbaren grund für diesen ausbruch der gewalt. wir sind im musikzimmer gesessen, wie versteinert, konnten nicht sehen was sich draußen abspielt, nur hören. das war während des unterrichts, hat sich am gang im gymnasium zugetragen, die ganze schule war voll mit schülern und lehrern.

    wolfgang n. war acht jahre lang unser klassenbester. er wurde direkt nach der matura zum bundesheer eingezogen und hat sich dort mit einem gewehr erschossen.

    ich denke oft an dich, wolfgang.

    • martin Says:

      und an dieser stelle auch ein andenken an Paul F. – ein Jg später. Hat sich ebenfalls kurz nach der Matura das Leben genommen.

    • martin Says:

      korrektur: ich glaub, 2 jg später … aber das spielt eh keine rolle mehr

    • Alter Hase Says:

      Also Leute, langsam wird mir die Sache unheimlich! Während in den 60-er und 70-er Jahren offenbar noch ein erträgliches, wenn auch illegales Ausmaß gehabt haben dürften, scheinen diese pathologischen Leute a la P.A. und andere mit dem Alter immer ärger geworden zu sein!

      Wenn ich an Maturatreffen der älteren Generationen denke, waren diese Sachen zwar da, aber nicht mit dieser destruktiven Gewalt, in dieser perversen (und nichts anderes sind diese Gewaltexzesse) Intensität.

      Man sollte die Leute sofort von jeglichem Kontakt mit Kindern und Jugendliche abziehen, am besten das Internat überhaupt völlig zusprren oder verweltlichen. Das sind ja hochkrimninelle Ausmaße, in die sich das ganze entwickelt haben muss.

    • mj85 Says:

      Vielleicht ein bisschen gar weit hergeholt, was?
      Leute wie du/ihr tragt wesentlich dazu bei, dass Berichte verfälscht und verzerrt dargestellt werden. Klar ist es nicht auszuschließen, dass P.A. zum Selbstmord von gewissen Leuten sein Übriges getan hat. Ihm das jetzt aber quasi zu attestieren und in direkten Zusammenhang zu finden, ist äußerst geschmacklos und entbehrt jeglicher logischen Konsequenz.

      Wer sagt, dass da nicht andere Faktoren auch eine wesentliche Rolle gespielt haben? P.A. ist zweifellos aus menschlicher Sicht unterste Schublade. Das was jetzt hier aber verlautbart wird, ist einzig und allein Rufmord und niveaulos zugleich.

    • mj8* Says:

      wolferl du bist nicht vergessen und auch nicht der fuchshuber johann, dessen tod aber einen anderen grund hatte.

    • vorzeitig gewechselt Says:

      Ich bin erschüttert!!!
      Ich kann mich an diese Musikstunde dunkel erinnern.
      Das mit Wolfis Tod wusste ich nicht!

  89. Bessy Says:

    @mj8x
    jetzt wirds aber geschmacklos, solche zusammenhänge herzustellen!

    @blog-admin
    ich finde, ihr solltet den blog beenden oder nur für altkremsmünsterer zugänglich machen, denn mit solchen “erzählungen” bedient ihr nur die medialen geier, die über kremsmünster und anderen schreckensgeschichten aus der vergangenheit kreisen!

    das dient sicher keiner sachlichen aufarbeitung und hilft vorallem auch nicht den betroffenen auf beiden seiten!

    mj 1990

  90. Bessy Says:

    detto @martin!

    • NACHRICHT AN DEN "KRIESENSTAB" Says:

      da kann ich dir leider nicht folgen … “erzählungen” sind das leider keine. und im übrigen gibt es nicht wenige katholische institutionen (zB die KA), die genau diese form der aufarbeitung als unabdingbar sehen, nämlich: alles auf den tisch und endlich öffentlich machen. das fehlen von öffentlichkeit hat erst dazu geführt, missstände jahrzehntelang unter den teppich zu kehren.

      zu deinem vorschlag, ein geschlossenes forum zugänglich zu machen:
      diese idee, ein geschlossenes forum anzubieten, wurde hier ohnehin – von mir und anderen – wiederholt aufgegriffen. samt bedingungen, wie das funktionieren könnte, und der idee, auch zB die eltern und die direkt betroffenen einzubinden. ideal wäre auch ein professioneller, unabhängiger moderator – den die schule bezahlen soll!

      die schule könnte auch die domain/technische infratsruktur zur verfügung stellen. das wäre ein mindestmass an dialogbereitschaft.

      • mj85 Says:

        Warum sollte die Schule das jetzt tun?
        Auf der Stiftswebsite ist angegeben, an wen man sich wenden soll um offiziell Aufarbeitung zu betreiben. Plattformen wie diese dienen nur den Mediengeier.

        Ich bin wahrlich bestürzt über die Propaganda und Illoyalität einiger hier. Nach solider Bildung müsste ein Mindestmaß an Objektivität und Fairness vorherrschen was hier aber augenscheinlich nicht der Fall ist. Manche hetzen hier in niveaulosester Manier… als stolzer Altkremsmünsterer schäme ich mich für euch…

        • martin Says:

          Das hast du völlig verkehrt herum verstanden – der vorschlag ist doch voll im Interesse der Schule!

          die schule selbst ist nach eigenen stellungnahmen daran interessiert sein, in aller offenheit allen vorwürfen nachzugehen und diese aufzuarbeiten. das muss sie (aus bestem interesse) auch tun, um im bestgemeinten sinne zu kanalisieren, zu strukturieren, und positive nächste schritte abstimmen zu können. Auf gut deutsch: die agenda wieder selber bestimmen … wenn sie das nicht macht, kann sie nur zusehen, wie der tsunami seine wellen aufbaut und sie von oben bis unten durchtränkt.

          das hat NICHTS mit diesem blog zu tun. der initiator dieses blogs hat es geschafft, die diskussion aus den öffentlichen zeitung (online-standard, oön, etc) wegzubringen.
          jedem, dem es nicht recht ist, in welcher form hier öffentlichkeit hergestellt wird, sollte bitte anerkennen, dass die diskussion in jedem fall geführt wird. die frage ist nur wo. in diesem blog ist das schon viel besser als in der oön und im standard; und ein moderiertes forum wäre nochmal besser …

          für menschen mit hintergund in der online-branche: siehe phänomen der uni-proteste; nicht zentral koordiniert; völlig an der öh dabei; nicht wegzureden und wegzuschreiben. das ist eine faktische konsequent des internet. keine bösartigkeit, keine mediengeilheit, keine verschwörung, sondern soziale realität.

          DAHER NOCHMAL: Positiv gemeint – die Schule kann beitragen, eine sehr offene Diskussion “nach innen” zu führen statt in einem offenen Blog. Sie muss nur ein Angebot machen, dass jene überzeugt, die nicht zensuriert und überhört werden wollen. Ein professioneller Moderator wäre dabei das mindeste.

          • mj85 Says:

            Teilen des Postings muss ich zustimmen. U.a. dem Faktum, dass es besser ist, das ganze hier zu führen als in den ÖON.

            Nichts desto trotz impliziert ein log ZWEI Parteien und nicht ein Unzahl. Wie leider auch ersichtlich, wird hier ohne Unterlass gewertet. Der eine fängt was vom anderen auf, verändert dadurch zweifellos seine eigenen Ansichten (tendenziell zum Schlechteren) und theatralisiert das ganze umso mehr.

            Ob ein Moderator etwas sinnvolles wäre, wage ich zu bezweifeln weil dann gewiss zahlreiche Klagen und Anrufungen des Mods kämen, er solle doch gewisse Posts löschen oder einschreiten. Desweiteren sehe ich nicht ein warum die Schule hier das Zentrum der Probleme ist.

            Genau genommen handelt es sich um vereinzelte Patres denen etwas anzulasten ist. Welche Verantwortung die Schule in der heute existierenden Form (mit “erneuertem Management”) trägt, ist Streitsache. Das Stift hingegen als Protektor der belasteten Patres ist hier die Institution, an die es sich zu wenden gilt.

            Warum wollen soviele hier das gesamte Stift, die heutige Schule und die Gesamtheit des Lehrkörpers/der Patres diskreditieren? So differenzieret doch zwischen einzelnen Dingen und Menschen, den früheren und den heutigen! Dass Pauschalverurteilungen nicht das Beste sind, hat sich vor 70 Jahren schon herausgestellt. Die Menschheit hat seitdem aber scheinbar wenig dazu gelernt…

      • Bessy Says:

        @ “kri(e)senstab”

        ich meinte mit “erzählungen” auch konkret solche zusammenhänge wie “in der ersten klasse geschlagen worden zu sein” und “fast zehn jahre später selbstmord”. wer kann solche aussagen beweisen? wer kennt schon wirklich die psychischen beweggruende für eine solche tat? ich traue mir nicht zu, solche aussagen zu tätigen – und ich glaube da kann man von den kremsmuensterer maturanten schon ein wenig objektivität einfordern.

        mj 1990

        • martin Says:

          dein einwand ist fair und gut. aber so eine direkte kausalität hab ich mit paul auch nicht hergestellt. wollte ich zumindest nicht.
          also einverstanden!

          • Bessy Says:

            daran sieht man mal wieder: “die botschaft ensteht beim empfänger!”

            - daher ist der ganze blog zu hinterfragen, da man nicht abschätzen kann, wie die “botschaften” bei den verschiedenen empfängern (und deren hat ein öffentlicher blog sehr, sehr viele) ankommen:

            bei opfern,
            bei vermeintlichen tätern (noch gilt in österreich die unschuldsvermutung),
            bei medien,
            bei eltern,
            bei schülern,
            bei altkremsmünsterern,
            bei trittbrettfahreren,
            bei interessierten,
            bei politikern,
            bei kirchenvertretern,
            bei …

  91. xyz Says:

    xyz

  92. NACHRICHT AN DEN "KRIESENSTAB" Says:

    Bitte lesen Sie nocheinmal den eindringlichen Apell von Martin Epple (OÖN…), sich eine professionelle Beratung für Medienarbeit zu leisten!!! Es zeigt sich laufend, wie Recht er hat!

    P.A. – Reaktion die Erste: “Hinrgespinst …”
    P.A. – Reaktion die Zweite – sinngemäss: “Muss von den Kindern wohl falsch interpretiert worden sein”

    und jetzt darf er eine solche “Entschuldigung” abgeben ???:

    http://www.stift-kremsmuenster.at/index.php?id=402&tx_ttnews%5Btt_news%5D=715&cHash=3b06606833e2822b4ea539aab32069e0

    Zitat: “Meine Schüler habe ich ausnahmslos gern gehabt. Mag sein, dass ich meine Gefühle oft zu wenig, manchmal auch gar nicht – bei anderen Gelegenheiten dann wieder zu deutlich und auf unzulässige Weise gezeigt habe. ”

    Wie entrückt man man sein, von “zu deutlicher Zuneigung” zu sprechen, nach all dem, was bekannt ist? Die ganze Erklärung klingt so zynisch, dass ich 100% sicher bin, dass sie von ihm ist. Darf man Dinge nicht beim Namen nennen: “Sexuell Missbraucht” wäre zum Beispiel ein guter Anfang.

    Entweder P.A. ist nicht mehr in der Lage, die Wirkung seiner eigenen Aussagen einzuschätzen – dann sollte er zum Schutz des Stiftes kein solches Forum bekommen. Oder aber, es gelingt endlich einmal eine Entschuldigung, die nicht wie eine Verhöhnung klingt.

    (Vielleicht meint er es ja gar nicht verhöhnend, so unglaublich das auch wäre – aber bei mir kommt es 100% genau so an! Und dieses Feedback bekomme ich von vielen)

    Und noch ein zweiter Tipp: Wenn man sich schon an die “Altkremsmünsterer” wendet, und dabei auch auf den vielen Zuspruch hinweist, den man erhalten hat, könnte man sich – das wäre ein edler Zug – doch deutlich von jenen Reaktionen aus dem AK-Verein distanzieren, die vom ersten Tag an von einer frei erfundenen Besudelungskampagne gesprochen haben (Leserbrief => mit Solidaritäts-Email an den Herrn Abt, in dem versichert wird, dass – sinngemäss – kaum ein Absolvent solche ungeheuerlichen, erfundenen Behauptungen glauben würde…

    (und deshalb hat der AK-Verein für mich in dieser Situation ohnehin jede Berechtigung verloren, als Adressat für die Betroffenen zu fungieren. Aber das ist eine eigene Geschichte.)

    • mj90krems Says:

      Alle die P. Alfons kennen wissen dass seine Entschuldigung vermutlich 100% zynisch gemeint ist. Trotzdem muss man anerkennen, dass er sich mit seinem dritten Versuch langsam an die Wahrheit annähert. Vielleicht klappt es ja dann beim nächsten Mal schon die Dinge beim Namen zu nennen. Wir dürfen gespannt sein …

    • der brave heide Says:

      ich seh das ähnlich. mit uns wurde nicht gerade zimperlich umgesprungen, und das gehört auf den tisch. im übrigen ist der schmerz, jetzt als täter aufgedeckt zu sein, wohl heilsamer als der schmerz durch diese leute geschädigt worden zu sein, auch wenn ein aufrechnen in wahrheit sinnlos ist.

      das schreiben von alfons fand ich absolut unpassend und distanzlos. liebevoll gemeint, aber ab und an ein bisserl unzulässig verhalten? oh mein gott!

  93. Michael Paschinger Says:

    Sehr geehrte Kollegen!
    Bis zum Beitrag Sudowitzki hat mir der õffentliche Charakter dieses Blogs durchaus zugesagt!
    Mittlerweile bin ich der Meinung das wir in diesem Rahmen wem auch immer definitv mehr schaden als helfen!
    In mir kommen immer mehr Geschichten hoch die ich Gott sei dank verdrängt hatte!
    Versteht mich nicht falsch ich bin für völlige Aufklãrung allerdings wirds jetzt wirklich heftig!
    Man sollte den Frieden schließlich mit sich selbst machen!

    Stehe unter michael.paschinger@a1.net für jegliche Kritik aber auch konstruktive Aufarbeitung zur Verfügung!

    So long M.P.

  94. Bessy Says:

    dieser ganz blog widerspricht eigentlich dem “blog-konzept”!
    das ganz ist eigentlich ein unkontrollierter “chat”-room ohne moderator!
    der verantwortliche sollte die seite rausnehmen!

    mj 1990

    • martin Says:

      ohne alternative? reim dir mal zusammen, was dann passiert. in facebook möchte ich das noch weniger lesen als hier … so funktionert das nicht.

      nochmal: moderiertes forum, angesiedelt beim schulerhalter, moderator ist extern und profi (bezahlt vom stift).

      was spricht dagegen?

    • mj90krems Says:

      Du hast recht, dieses Forum ist zwar technisch nicht optimal, aber immer noch besser als die vorherigen Diskussionen im Standard und OON wie @martin schon angemerkt hatte.
      Solange es aber keine geeignete Alternative gibt, ist ein Ruf nach einer Schließung jedoch kontraproduktiv. Die Diskussion kommt ja gerade erst in Schwung, und es ist natürlich auch wichtig die Inhalte zu erhalten, auch wenn es mittlerweile schon etwas unübersichtlich wird.
      Solltest du die Seite rausnehmen wollen, weil dir die Inhalte unangenehm sind, dann kann ich ich dem leider nicht zustimmen.

      • Bessy Says:

        @”Solltest du die Seite rausnehmen wollen, weil dir die Inhalte unangenehm sind, dann kann ich ich dem leider nicht zustimmen.”

        du wirfst anscheinend gerne mit provozierenden unterstellungen um dich!

    • der brave heide Says:

      find ich aber gut, dieses unkontrollierte, und hochinteressant. was sollte der moderator beitragen? unliebsames und gern verdrängtes streichen? zu ruhe und ordnung aufrufen?
      im übrigen ist wohl jeder, der betroffen ist, dieser tage aufgeregt und durcheinander. da hilft mitteilen, austauschen. verdrängen hat ausgedient, auch wenn es schwer fällt, da mal gründlich reinzuschauen, was so alles mit goldenen erinnerungen übertüncht ist.

      • Bessy Says:

        ein moderator würde z.B. sagen, dass das die falsche antwort auf meine kritik war! bei der kleinsten kritik an der “art” dieser diskussion gleich mit unterstellungen attackiert zu werden spricht nicht für die sache!

        da werden euch die diskussionspartner abhanden kommen …

        mj 1990

    • mj90krems Says:

      Wenn jemand die Diskussion “live”führen will könnte man auch einen IRC Channel einrichten. Das wäre dann aber weniger öffentliche und leider auch flüchtige Information.

  95. Michael Paschinger Says:

    Andere Alternative! Nachdem viele Juristen unter uns sind, würde ich dies ausnutzen und ein vom Stift komplett unabhängiges – von mir aus professionell moderiertes – Forum vorschlagen und anschließend die Ergebnisse in Form einer von allen unterschriebene Stellungnahme vorlegen!

    • martin Says:

      JA, das wäre noch besser!

      Meine Motivation, nach vielen Jahren, in denen ich diese Zeit “abgehackt” hatte, nun sehr viel Interesse an einer offenen Aufarbeitung zu entwickeln, hatte einen einzigen Auslöser: Das Mauern, Verleugnen und sich blöd stellen der Verantwortlichen.

      Deinen Vorschlag kann ich in diesem Sinne nur 100% unterstützen!

    • mj85 Says:

      Warum nicht ein Wiki? Das wird von Usern selbst moderiert und dadurch, dass alle gleichermaßen mitarbeiten, Themen ergänzen und bearbeiten können, ließe sich “unter Umständen” (!) ein gewisses Maß an Objektivität erarbeiten.

      Ggf. ließe sich eine Art Bericht ausarbeiten, sämtliche Erlebnisse umfassend. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass im Falle der Fortführung dieses Colloquiums auch eine Offenlegung der Identität stattfinden sollte. Da momentan in dieser Causa ohnehin ein völliger Tabubruch erfolgt und jeder aufgerufen ist, zu erzählen was ihm widerfahren, würde vielleicht so mancher unter Wertschätzung seines guten Namens mehr zur Objektivität, denn zur Hetze tendieren…

    • krankenabteilung Says:

      eigentlich wieder typisch !
      jetzt wird über das blog diskutiert und nicht über den Inhalt !
      lasst es nur so weiterlaufen….es bleibt nur noch wenig zeit für eure statements….in 2 wochen interessiert das eh keinen mehr !

      • Michael Paschinger Says:

        genau …. deswegen wie gesagt – her mit motivierten Juristen die mit feiner Klinge ausformulieren was dieser Blog hervorgbracht hat!

        • mj90krems Says:

          Um sich wieder auf die eigentlichen Inhalte und Erfahrungsberichte zu besinnen:
          Vielleicht könnte mj8x als ersten Schritt, die wirklich (strafrechtlich) relevanten Beiträge schon hier in einem neuen Blog-Post zusammenfassen und wir können diese dort dann weiter (hoffentlich konstruktiv) kommentieren und ergänzen.

  96. xyz Says:

    Das Stift braucht keine Juristen, das Stift braucht PSYCHIATER!!!

  97. xyz Says:

    x

  98. Bessy Says:

    ich bin weg aus diesem chat!

  99. mj8* Says:

    die nikoloekzesse fanden erst ein ende als eine putzfrau (?) in ihrem zimmer vor der 2. abteilung einen herzinfarkt erlitt. soviel zu den harmlosen nikolofeiern für die unterstufe.

    • tischdiener Says:

      nur dass die im stift nicht putzfrauen genannt wurden, sondern “dienerinnen” – zumind. in den 80ern. die waren i.d.r. aus einfachsten verhältnissen und hausten in winzigen kämmerchen verteilt über das internat. der soziale status dieser armen frauen war die niedrigste hierarchiestufe von allen.

      ein poster weiter oben hat eine geschichte erwähnt, die ich auch noch in erinnerung hatte. als die “luisi” kurz nach der pensionierung verstorben ist, hat P.A. die auf eine Art und Weise im Speisesaal verkündet, die derart erniedrigend war … “Ich hab eine traurige Nachricht (grins grins) bitte nicht lachen (grins) die Luisi ist auf einer Wallfahrt nach M. gestorben (grins).

      • mj8* Says:

        ich wollte bewußt diesen ausdruck nicht verwenden. er ist mir einfach zuwider.
        auch mir ist diese geschichte noch in erinnerung und gerade die loisi war eine herzensgute frau.

  100. P. Arno Says:

    Ich habe 1974 maturiert und bin anschließend ins Kloster eingetreten. Als erstes möchte ich nach dem Lesen der über 200 Kommentare allen, die Schaden erlitten haben, sagen: wir im Stift sind sehr bemüht, dass alles ans Licht gebracht und bestmöglich aufgearbeitet wird, was in den besagten Jahrzehnten bedauerlicherweise vorgefallen ist.
    Als Schüler haben wir seinerzeit – leider – über kolportierte sexuelle Übergriffe mehr gewitzelt als ernsthaft gesprochen; auch waren wir uns möglicher Spätfolgen zu wenig bewusst, sonst hätten vermutlich einige Mutige die Vorfälle dem damaligen Abt gemeldet.
    Als ich 1974 ins Kloster ging, hörte ich von keinem weiteren Übergriff mehr (habe auch nie nachgefragt). Später (in Barreiras bzw. Pfarren) ging auch keine diesbezügliche Meldung hinaus.
    Der Hauptangeklagte, unser ehem. Konviktsdirektor, hat vorgestern, als er mit den diversesten Meldungen konfrontiert wurde, von einer Katastrophe gesprochen, die er ausgelöst habe, und ist nach meinem Empfinden völlig gebrochen.
    Der im Stift eingerichtete Krisenstab wird jeweils, sobald neue Entwicklungen oder Fakten vorliegen, unverzüglich an die Öffentlichkeit gehen. Eine Bitte: Was persönlich in einer Konfrontation Täter – Opfer bereinigt werden kann, sollte zuerst auf dieser Ebene versucht werden. Dafür werden wir gern die Voraussetzungen schaffen.
    Unzählige Menschen (im Kloster, Gymnasium, Altkremsmünsterer, Bewohner des Stiftsortes und viele, die dem Stift bzw. der Kirche verbunden sind) leiden sehr unter der gegenwärtigen Situation. Danke für alle Zeichen der Verbundenheit und das Zusammenstehen in dieser Krise.

    • mj80_x Says:

      ich kann mir das gut vorstellen, daß für P.A. nun eine welt zusammenbricht.
      der damm bricht !
      der damm, den er über jahrzehnte durch vertuschung, gewalt und auch selbsttäuschung aufgebaut hat. P.A. ist ja nicht dumm. Er weis und wußte ganz genau was er tat und ich bin mir auch sicher, daß er ein entsprechendes unrechtsbewußtsein hatte. Man muss sich diese spannung in diesem Menschen vorstellen…. eine spannung die nun aufbricht….
      trotzallem ist P.A auch ein mensch…und er hatte auch gute seiten, das sollte man ihm schon auch zugestehen (alle die unter ihm gelitten haben mögen mir diese feststellung verzeihen, aber es ist halt so ! es gibt nicht nur schwarz/weiß). A. hat uns über 8 Jahre als Klassenvorstand begleitet und wurde von uns auch als hilfsbereiter und durchaus zugänglicher Erzieher wahrgenommen. Von der zeit der oberstufe, kann ich eigentlich nur positives berichten.
      Pater Arno, du schreibst er ist vollkommen gebrochen. Wenn nur ein Bruchteil der hier geäußerten Vorwürfe stimmen, dann hat er dazu beigetragen, oder war der Grund, daß viele ihm anvertrauten kinder massiven schaden genommen haben…. wieso soll es ihm jetzt anders gehen ?
      Trotzdem, im sinne der christlichen nächstenliebe, tut er mir eigentlich leid und er kann sich wahrscheinlich glücklich schätzen in einer klösterlichen gemeinschaft eingebettet zu sein, die ihn nicht vollständig fallen lassen wird.

    • mj90krems Says:

      Sehr geehrter P. Arno, es freut sehr mich von einem Vertreter des Stifts eine ehrliche Stellungnahme zu lesen. Ich finde es auch sehr gut erstmals auch eine Darstellung zu lesen in der klargestellt wird wer diese Katastrophe zu verantworten hat. Bisher wurde die Verantwortung jenen zugeschoben, die offen über die Vorgänge im damaligen Konvikt gesprochen haben, ich sehe diese Entwicklung daher sehr positiv.

      Ich habe allerdings immer noch Zweifel an der Einsicht des Hauptbeschuldigten Pater A., seine dritte Stellungnahme lässt immer noch die klaren Worte vermissen, dass er bewusst über Jahrzehnte hinweg vermutlich Dutzende seiner Schutzbefohlenen schwer missbraucht, misshandelt und systematisch gedemütigt hatte. Seine damalige Praxis zielte oft gerade darauf ab Schüler, die sich ihm widersetzten mit seinen Handlungen oder durch das Aufhetzen der Mitschüler gezielt zu brechen.
      Sollte er also nun nach drei Tagen der öffentlichen Diskussion selbst “gebrochen” sein so wage ich das zu bezweifeln, nachdem er dies bei uns über einen Zeitraum von acht Jahren praktiziert hatte, und wir waren noch Kinder. Meiner Meinung nach ist es daher noch zu früh Mitleid und Vergebung zu erwarten, solange er sich nicht der Tragweite seines Handelns bewusst wird und dies auch offen ausspricht.
      Angesichts der Tatsache dass eine strafrechtliche Verfolgung seiner Vergehen heute nicht mehr möglich ist, ist der öffentliche Druck den er im Moment zu erleiden hat vermutlich eine geringe Belastung verglichen zu einem öffentlichen Prozess. Ich sehe als einzig mögliche Konsequenz ein umfassendes Geständnis noch bevor die Ermittlungen in seinem Fall beginnen.

      Dies erwarte ich übrigens auch von den weiteren Beschuldigten die bereits in diesem Forum erwähnt wurden, vor allem eine genauere Klärung der Vorwürfe an Pater P. wäre angebracht. Sollte hier ähnliches passiert sein, kann nur ein baldiges Schuldeingeständnis der erste Schritt sein, noch bevor weitere Vorfälle gemeldet werden, denn nur so kann das Stift vermeiden, dass diese öffentlich diskutiert werden.

    • MW Says:

      was persönlich bereinigt werden kann, sollte zuerst auf dieser ebene versucht werden?!
      ist nicht bereits genug passiert, um dieser tradition ein ende zu setzen?!
      missbrauch und gewalt an schülern KANN nicht persönlich bereinigt werden, weil missbrauch und gewalt nur in den seltensten fällen tatsächlich nur an einem opfer ausgeübt werden, und solange ein thema nicht öffentlich diskutiert wird, werden sich nicht annähernd alle opfer melden, um eine “bereinigung” der tat zu fordern.
      die tradition der kirche, dieses thema zu tabuisieren und möglichst nur unter vier augen zu erledigen, hat dazu geführt, dass viele täter auch äbte und vikare täuschen konnten und glauben machten, nur ausnahmsweise bei einem opfer straffällig geworden zu sein, worauf die täter aus falsch verstandener barmherzigkeit im dienst blieben und sich oft genug an weiteren kindern vergingen.
      außerdem haben die opfer ein recht darauf, dass missbrauchsfälle öffentlich diskutiert werden, wenn sie das wollen. wieso sollten opfer glauben müssen, die einzigen zu sein, denen “so etwas” passiert ist, und sich gedanken darüber machen müssen, weshalb gerade sie “ausgewählt” wurden? wenn die kirche sich als seelsorger betrachtet, sollte sie auch mit aller konsequenz hinter den opfern stehen und dafür sorgen, dass missbrauchstäter konsequenzen zu spüren bekommen (jemanden zu lieben und jemandem zu verzeihen heißt noch lange nicht, dass man keine konsequenzen ziehen und sich über weltliche gesetze hinwegsetzen soll) und es nicht zu weiteren missbrauchstaten kommen kann!
      gegen abtreibungen laufen viele würdenträger öffentlich sturm, missbrauch hingegen soll möglichst still und heimlich abgehandelt werden, nur weil der halt auch von kirchenleuten begangen wird??

  101. max Says:

    zurück zum eigentlichen Thema. Ich habe den gesamten Blog gelesen und hatte heute nach über 30 Jahren wieder Alpträume.
    Warum nennt man die Täter und das sind sie, nicht alle beim vollen Namen? Sie müssen für ihre Verfehlungen bestraft werden!
    Außerdem sollten sie nach ihren Verfehlungen in Kategorien aufgelistet werden Kinderschändung, Kindesmißhandlung und vielleicht auch die wirklich Guten.
    Vielleicht hilft es den vielen geschundenen Kinderseelen!!!
    Und wie viele von uns Erwachsenen haben ihre Erlebnisse bis heute nicht aufarbeiten können?
    Pater Alfons hat eine Entschuldigung abgegeben, die ich nicht bewerten möchte und wo sind die weiteren Entschuldigungen???

    • mj90krems Says:

      Hallo Max, ich hatte in den Jahren nach Kremsmünster immer wiederkehrend den gleichen Albtraum:
      Aus irgendeinem Grund sah das Schulsystem vor dass man nach einigen Jahren noch einmal ein Schuljahr zur Vertiefung absolvieren musste. In meinem Traum sah ich dies immer als willkommene Gelegenheit mich endlich den Misshandlungen und Demütigen zu widersetzen, da ich ja schon erwachsen war. Leider hatte ich es in keinem dieser Träume geschafft dies zu auch nur annähernd zu erreichen. Die Akteure waren auch in meinem Unterbewusstsein immer noch in der Lage mich niederzudrücken, ich fand es selbst unglaublich wie weit ich diese in ihrer Bosheit verinnerlicht hatte.

      Glücklicherweise hat sich nach einiger Zeit gelegt und ich hatte eigentlich nach dieser anfänglichen Depression in der Freiheit ein zufriedenes Leben ohne mich allzusehr mit der Vergangenheit zu belasten.

      Durch die Ereignisse der vergangenen Tage sind zwar meine Alpträume nicht zurückgekehrt, aber es hat mich die Realität eingeholt, alles kommt wieder hoch, so wie viele von euch. Ich habe aber auch die berechtigte Hoffnung dass ein Schuldeingeständnis der Peiniger diese dann auch in meinen Träumen zahnloser werden lässt, sollten diese eines Tages wiederkehren.

  102. mj80_x Says:

    eine frage an alle:
    hab mir gerade überlegt, was P.A. jetzt eigentlich machen kann, oder soll…. und bin eigentlich auf keine richtige antwort gekommen. Ungeschehen kann er ja die dinge nicht mehr machen.
    sühnen ? wie soll den das aussehen ?
    entschuldigen ? wie kann man sich für ein jahrzehntelanges verhalten entschuldigen ?
    was erwartet ihr konkret von ihm ?

    • der brave heide Says:

      von alfons, benedikt, leonhardt erwarte ich mir gar nix. das sind kranke menschen, denen geholfen werden muss. eine entschuldigung macht nur sinn, wenn der täter verstanden hat, wass er angerichtet hat.

      beim stift, das vertuschte und wegschaute, also abt und mitbrüder, schaut die sache aus meiner sicht anders aus. es wurden straftaten nicht unterbunden und schon gar nicht zur anzeige gebracht. es wurde nach der benedikt-affäre nicht die geringste hilfestellung geleistet, kein wort darüber geredet, pädagogische leistungen verweigert, um alles ruhigzustellen. auf die seelen der betroffenen wurde nicht geachtet. benedikt blieb ja noch monatelang präfekt und weiterhin professor. was das für eine zumutung und dreistheit war, ist mir erst jetzt fassbar.

      ich erwarte daher eine konkrete auflistung aller missbrauchstaten, mitsamt täter und dauer der handlungen, wohl am besten in einem unabhängigen bericht, wie schon angeregt.
      dazu auch die frage der wiedergutmachung und entschädigung der opfer. hier ist wohl eine lösung wie in irland anzustreben.

    • MJ1980-y Says:

      Von Alfons erwarte ich mir Wahrhaftigkeit ( und nicht irgendwelche Statements, die all das Geschehene wieder relativieren und bagatellisieren)
      Vielleicht könnte er eine Anleihe bei Jan Sobrino nehmen: Ein ehrliches Sehenwollen der Wirklichkeit, dem Wirklichen gegenüber treu bleiben , und letztlich auch dem “Mehr” der Wirklichkeit entsprechen und sich von ihm leiten lassen ( aus Sobrino: “Geist, der befreit”)

  103. brick Says:

    Zur Aufarbeitung der aus dem Pflichtzölibat resultierenden Fehlentwicklungen sollte auch das Verhalten einzelner Kremsmünsterer Patres zu Frauen beleuchtet werden. Der ehemalige Pfarrer v. Pettenbach Pater Augustin hatte vier Kinder von vier verschiednen Frauen

    • Anderhund Says:

      Dieser Kommentar ist hier ziemlich überflüssig und die inhaltliche Aussage nicht gegenstand dieses Forums und inhaltlich auch nicht korrekt. Wie weiter oben schon festgestellt wurde: es gibt/gab nicht nur schwarz und weiß, sondern dazwischen alle Graustufen, wobei der Zölibat natürlich ein grosses Thema darstellt.
      Falls jemand etwas fundiertes dazu lesen möchte, bitte:

      http://www.sueddeutsche.de/politik/309/504521/text/

      @ P. Arno: danke für die Klarstellung bzgl. des Hintergrundwissens der damaligen jungen Mitbrüder.
      Als persönliches Statement darf ich noch anfügen, dass mich die ganzen Sachen, die ich hier lesen muss, sehr betroffen machen, sind wir doch alle im engeren und weiteren Faltenwurf des Stiftes gross geworden, es ist ein wenig so als würde man erfahren, dass der eigene Vater ein Kinderschänder war. Trotzdem bin ich der Meinung, dass – bei allen schlimmen Konsequenze, die das für Euch hat und haben wird – ein längst überfälliger Reinigungsprozess eingeleitet wurde, der die katholische Kirche von Grund auf verändern wird.

  104. Bessy Says:

    ich bin nach wie vor der meinung dieser absurde blog tut der sache nichts gutes und vorallem hilft er den betroffenen nicht!

    schließt ihn endlich!
    anonym kann doch hier jeder irgendwas reintippen!

    @brick wer öffentlich Namen nennt und solche intimen Informationen preisgibt, der sollte auch seinen eignen namen nennen!

    mj 1990

    • Kevin Krennhuber Says:

      Lieber Bessy!
      1. Wenn du schon forderst, die Identitäten in diesem Blog offenzulegen, dann solltest du das auch tun. ‘Bessy’ ist vielleicht für deine unmittelbaren Klassenkollegen nachzuvollziehen, aber sicher nicht für den Rest der BlogleserInnen.
      2. Ich gebe dir völlig Recht, dass dieser öffentliche Blog mit sich bringt, dass viele Erinnerungen und Erfahrungen vermischt werden und dass viel Kritik geäußert wird, die mit den eigentlichen Vorwürfen, nämlich sexueller, psychischer und physischer Gewalt, wenig zu tun haben. Ich bin auch enttäuscht von jenen, die nun (mehr oder weniger harmlose) Geschichten ausgraben, die wahrscheinlich jedem von uns in irgendeiner Form passiert sind, und diese jetzt pauschal gegen das Stift anführen. Inwieweit die Erziehungsmethoden damals (zu meiner Zeit genauso wie in den 70ern, 80ern, wenn auch zum Großteil nicht mehr in dieser enormen Brutalität – zumindest, was ich mitbekommen habe) Anachronismen waren ist Diskussionssache. Sexueller Missbrauch von Kindern sowie systemathische psychische und physische Folter von einzelnen ‘Schutzbefohlenen’ ist aber meines Erachtens absolut indiskutabel!!
      3. Und damit komme ich zur guten Seite dieses Blogs:
      Gerade dass hier unmoderiert und unzensiert geschrieben werden kann bewirkt ja, dass viele, die ihre traumatischen Erinnerungen bisher verdrängt haben, sich jetzt ein Herz nehmen und sie endlich verbalisieren, weil sie erkennen, dass sie damit nicht alleine sind. Die Scham des Einzelnen wird so zu einer gemeinsamen Erfahrung und damit besser artikulierbar, als einzeln. Wer hier im Blog liest, dass es auch anderen so gegangen ist, der traut sich vielleicht eher jetzt aucvh mit dem Stift und der Kommission in Kontakt zu treten. Und das ist unbedingt zu begrüßen! Dass hier auch jenen eine Plattform geboten wird, die nur wiede ihr zartes Ego streicheln wollen (Stichwort: harte Jungs vs. Weicheier) ist schade, aber nicht die Schuld des Blogs, sondern wenn schon die des Konzeptes ‘Öffentlichkeit’ und ‘Anonymität’. Darum bin ich auch dagegen, diesen Blog zu schließen, wenngleich eine bessere Struktur natürlich sehr wünschenswert wäre.

      Kevin Krennhuber MJ 1996

      • Kevin Krennhuber Says:

        Eines noch, was ich auch noch loswerden möchte:
        Es muss gerade hier in diesem Blog unbedingt festgehalten werden, dass die aktuell im Konvikt tätigen Schlüssel-Personen, meiner Meinung nach, von einem völlig anderem Kaliber sind!
        Den aktuellen Konviktsdirektor Pater Tassilo hatte ich in der 1 u. 2 sowie in der 7 u. 8 Klasse als Präfekt und ich kann mich an keine einzige Situation erinnern, in der er Gewalt, ob psychischer oder physischer Natur, angewendet hätte. Dennoch hat seine Art der Erziehung funktioniert. Wenn mir damals seine Autorität im Vergleich zu anderen handelnden Personen (Pater Alfons, Pater Leonhart) fast etwas zu ‘soft’ vorkam so war es im Nachhinein betrachtet wohl der längst überfällige Aufbruch zu einer neuen Zeit im Konvikt.
        Auch den aktuellen Prior Pater Daniel habe ich nur in allerbester Erinnerung!
        Dies sei jenen Aussenstehenden gesagt, die hier im Blog nach dem nächsten Aufmacher suchen…

        Kevin Krennhuber
        MJ 1996

  105. Bessy Says:

    siehe dazu auch die aktuelle bitte des klosters:

    Opfer von Gewalt und Missbrauch

    Wir möchten noch einmal darauf hinweisen, dass wir Opfer physischer und psychischer Gewalt sowie sexuellen Missbrauchs durch Patres unseres Kloster bitten, sich an die Ombudsleute der Kommission gegen Missbrauch und Gewalt der Diözese Linz zu wenden. Wir haben diese Vorgangsweise gewählt, da diese Kommission über die nötige Professionalität und Erfahrung verfügt und arbeiten ganz eng mit dieser Kommission zusammen. Als Ombudsleute sind seitens der Diözese UNABHÄNGIGE juristisch und psychologisch kompetente Experten eingesetzt. Wir möchten dadurch auch zum Ausdruck bringen, dass wir an einer transparenten und klaren Vorgangsweise interessiert sind und uns alles daran liegt, die bedauerlichen Geschehnisse aufzuklären und vor allem auch aufzuarbeiten.

    Eingaben richten Sie bitte an:
    Heinz Häubl
    Harrachstrasse 7, 4020 Linz
    (0676) 87 76 55 25
    k.h.haeubl(at)aon.at

  106. Bessy Says:

    siehe dazu auch den aufruf des stifts:

    Opfer von Gewalt und Missbrauch

    Wir möchten noch einmal darauf hinweisen, dass wir Opfer physischer und psychischer Gewalt sowie sexuellen Missbrauchs durch Patres unseres Kloster bitten, Sich an die Ombudsleute der Kommission gegen Missbrauch und Gewalt der Diözese Linz zu wenden. Wir haben diese Vorgangsweise gewählt, da diese Kommission über die nötige Professionalität und Erfahrung verfügt und arbeiten ganz eng mit dieser Kommission zusammen. Als Ombudsleute sind seitens der Diözese UNABHÄNGIGE juristisch und psychologisch kompetente Experten eingesetzt. Wir möchten dadurch auch zum Ausdruck bringen, dass wir an einer transparenten und klaren Vorgangsweise interessiert sind und uns alles daran liegt, die bedauerlichen Geschehnisse aufzuklären und vor allem auch aufzuarbeiten.

    Eingaben richten Sie bitte an:
    Heinz Häubl
    Harrachstrasse 7, 4020 Linz
    (0676) 87 76 55 25
    k.h.haeubl(at)aon.at

  107. gastlicher mj9x Says:

    verfolge die berichterstattung und auch ‘unsere’ beiträge von beginn an und es hat einiges ausgelöst in mir. war nach der viel beschriebenen zeit der achziger im internat, muss aber leider bestätigen, dass sich nicht viel geändert hatte zu erzählungen die ich von älteren gehört hatte.
    bin noch nicht sicher ob es der richtige weg ist hier alles offen zu legen, habe seit tagen jedoch das bedürfnis das zu tun.
    p.a. wurde bereits ausreichend besprochen, viele harte, brutale, wilde prügelexzesse sind mir in erinnerung, streicheln und zärtlichkeiten genauso, was mich jedoch sehr lange bewegt hat waren psychospielchen (oder derbe scherze). so erklärte er mir jedes mal wenn er mich sah, ich hätte aids, weil ich so schmächtig war. nun war das als 10 jähriger, zu einer zeit als aids noch nicht besonders bekannt und wenige gut informiert waren für mich als (noch) kind jedes mal eine brutale todesdrohung. ich traute mich nicht mit jemandem darüber zu sprechen, da ich (vermeintlich) dachte ansteckend zu sein, sterben zu müssen und ich fürchtetet jahre später noch von der leichtesten krankheit hingerafft zu werden. es hat lange gedauert, bis ich das ablegen konnte.
    zu. p.b. w. weiter oben wird er in schutz genommen. zu teil zu recht, ich habe nie etwas miterlebt was als sexueller missbrauch zu werten sei – aber: er war einer der ärgsten prügler! es mag stimmen, dass seine gewaltbereitschaft mit seinem konsum stieg, aber die letzten jahre als präfekt erreichte sein prügeln einen tragischen höhepunkt. ein schulkollege war einer seiner lieblinge und wir waren im selben schlafsaal. wöchentlich (meist donnerstags nach der schank) stürzte b mitternachts ins zimmer, zerrte ihn aus dem bett, stellte ihn an die wand und prügelte minutenlang mit fäusten und füßen auf ihn ein, bis dieser weinend und schreiend auf den boden zusammengerollt lag und b. aus dem zimmer stampfte. wir versteckten uns unter der decke, hielten den mund und waren froh dass es uns nicht erwischte – wir waren helden!
    zu pater n.z. möchte ich nur sagen, dass es ein wahnsinn war genau ihn als psychologischen betreuer für die schüler einzusetzen – das ist doch hohn. aber typisch irgendwie.
    was mich noch wundert ist dass pater p. nicht mehr aufmerksamkeit bekommt. er war in den neunzigern ein ständiges thema, aber da können andere noch mehr konkretes erzählen. es gab öffentliche beschwerden gegen ihn, in denen sexuelle vorwürfe immer auch ein thema waren. kann mir schon vorstellen, dass das auch ein grund war ihn zu suspendieren von seinen unterrichtstätigkeiten anfang zweitausend.
    was für mich wichtig ist, ist endlich einmal erlebtes zu thematisieren. ich dachte auch lange, dass nur ich das unbehagliche gefühl hatte zu viel nähe verspührt zu haben. darüber geredet wurde im internat nie. nur gescherzt (jetzt ist mir klar, dass viele scherze einen traurigen wahren hintergrund haben werden). das bringt mich zum nächsten punkt. wir alle haben uns nicht korrekt verhalten zu der zeit, haben schwächere schlecht behandelt, haben weniger als nötig zusammengehalten und haben mitschülern unrecht getan, die ihre störungen möglicherweise erst in kremsmünster unter tragischen umständen erlangt haben. mir ist bewusst, dass wir auch angehalten wurden uns unkorrekt zu verhalten und dass dinge wie vogelfreiheit und schläge vor gruppen dieses verhalten schüren, aber aus heutiger sicht wäre ich gerne stärker gewesen und hätte mich mehr gewehrt.
    ein weiterer zentraler punkt ist dass viele lehrer, mitbrüder etc. diese vorgänge durch durch schweigen und tatenloses zusehen zumindest ermöglicht haben. schade. es waren immer wieder lehrer beim mittagessen anwesend und haben live miterlebt wie es da zugegangen ist. auch auf ausflügen, im theater, bei auslandswochen etc. wurde definitiv immer wieder lehrern über vorgänge berichtet.
    ich hoffe dass man mutig eine ehrliche auseinandersetzung anstrebt.
    zum schluss möchte ich aber auch noch darauf hinweisen, dass ich viele nette, gute freunde gefunden habe in kremsmünster. auch möchte ich festhalten, dass durch diese aufdeckungen sehr gute pädagogen, präfekten und stiftsangehörige und freunde mit unangenehmen vorwürfen in kontakt kommen, für die sie nichts können. es gibt menschen in kremsmünster vor denen ich großen respekt habe und denen ich vieles zu verdanken habe.

  108. MJ1980-y Says:

    was mir so in diesen Tagen in den Sinn kommt:
    - der 11. März war einer der besten Tage seit langem: endlich ist öffentlich geworden, was alles im Intenat vorgefallen ist. ein Gefühl von großer Erleichterung war da bei mir mit dabei: Dinge, die ich nur mit ganz wenigen Leuten beredet habe, sind öffentlich geworden, endlich.
    - auch ich bin Opfer von Alfons: von ihm auf seinen Schoß gesetzt und dann ausgegriffen werden: ich erinnere mich noch immer an den Schmerz, der beim Zusammendrücken der Hoden entstand; und dazu das Gefühl, ihm hilflos ausgeliefert zu sein; dazu seine Watschen, sein mich an sich Drücken, das Streicheln etc..; die ganz argen Dinge, wie sie hier auch geschildert werden, sind mir zum Glück erspart geblieben.
    -Ich meine, dass es bei mir im Wesentlichen Alfons, Leonhard und Wöran waren, die mich traumatisiert haben; bei Alfons die pädiphilen Annäherungen, die Leonhard der praktizierte Sadismus und bei Wöran eine brutale Pädagogik.
    - ein Teil des perdiden Systems war auch, dass wir als Opfer zu Tätern gemacht wurden, z.B. durch die von Wöran befohlene Mitwirkung bei “Erschießungen” mit den Schlagbällen im Turnsaal, oder durch die geförderte Brutalität der jeweils Älteren gegen die Jüngeren, durch das System der “Senioren” in den Abteilungen etc.etc..
    -natürlich gab es auch gute Lehrer (Benno zB. war für mich ein großartiger und engagierter Pädagoge); Die Lehrer, egal ob geistlich oder weltlich haben das System gestützt, zumindest hat keiner in einer für mich wahrnehmbaren Weise etwas dagegen unternommen; ich kann mir nicht vorstellen, dass andere “saubere” Präfekten, Mönche oder Lehrer von alle der Brutalität und von Missbrauchsvorfällen nichts gesehen, gehört oder geahnt haben,
    -das ist wohl Teil einer vielleicht schon Jahrhunderte alten Kultur der kösterlichen Erziehung; nichts sehen wollen und schädigendes Verhalten gegenüber den Schwächsten hinnehmen;
    -ich frage mich, wie wir mit unseren Gefühlen angemessen umgehen: Schmerz, Wut, Hass, Trauer, Erleichterung, Freude, alles mögliche kommt da daher; für mich wird da noch manches an Trauerarbeit und Aufarbeitung zu leisten sein, möglicherweise sind aber auch gemeinsame Akte von Betroffenen wichtig.
    -in der aktuellen Ausgabe der “Zeit” wird “heillose Einsamkeit” als die Verfassung der Opfer in den Internaten beschrieben; das kann ich gut nachvollziehen; ein Stück davon begleitet mich wohl immer noch
    -wie das Stift und die Schule mit all dem klar kommt ist mir ziemlich egal
    -in gewisser Weise ist Alfons vielleicht sogar derjenige, der am allerschlechtesten dran ist: Vermutlich war er wirklich selber Opfer, und er hat im Laufe der Jahrzehnte enorm viel Schaden bei sehr vielen Leuten angerichtet; Jetzt – und all die Jahre vorher- muss er mit seiner Schuld leben; und trotzdem: Er war Täter und hat in abscheulicher Weise gehandelt.
    - das Stift hat es bisher nicht der Mühe wert gefunden, ein mail von mir vom Donnerstag auch zu beantworten
    -strukturelle Gewalt war ein prägendes Element der damaligen Internatsszene.
    - was ich mir vom Stift oder von der Kirche erwarte ? Ich weiß es vermutlich selber noch nicht: Geld wohl nicht ( meine Therapie kann ich mir auch selber zahlen), vielleicht anerkennen und würdigen all des Schlechten, was da geschehen ist; das Schreiben von Alfons kann es wohl nicht gewesen sein, auch nicht igendwelche Schreiben , in denen von Bedauern und von Aufklären die Rede ist.

    • fr. Franz Says:

      Ich weiß, dass Abt Ambros am Montag alle Mails persönlich beantworten wird. Entschuldigen Sie bitte, dass es aufgrund der Turbulenzen einfach etwas dauert. Aber wir nehmen alle Mails ernst und sind bemüht, adäquat zu reagieren!

  109. mj94_morli Says:

    Mit großem Interesse habe ich die Diskussion und diesen “Blog” in den vergangenen Tagen mitverfolgt. 8 Jahre in Kremsmünster, die endende Kindheit, die Jugend, im Internat zu verbringen gehört sicher zu den prägensten Erlebnissen, die einem das Leben mitgeben kann. Auch finde ich interessant, daß sich die Diskussion quer über alle Jahrgänge erstreckt. Um beim Eingangsbild der Nikolofeier zu bleiben, da diskutiert der damalige Drittschüler mit dem damaligen Achtschüler, damals Welten und eine Weidenrute getrennt, heute vereint im Aufarbeiten des Erlebten. Und zum Aufarbeiten gibt es ja genug. Dafür danke ich, den diese umfassende Sicht der Dinge erhält man sonst nicht.
    Trotzdem muss ich mich der Sicht von Bessy anschließen. Ein anonymer, öffentlicher Blog hilft gar nichts. Jeder kann irgendwas reintippen, nur der Insider erkennt vielleicht den Wahrheitsgehalt. Ein Außenstehender kann überhaupt nicht unterscheiden. Das offene Forum dient nur der Sensationsgier der Medien und unbeteiligter Gaffer.

  110. mj80_z Says:

    Betroffene, bitte meldet Euch und redet darüber.
    Auch das ist Therapie …
    Aber bitte trennt immer zwischen sexuellem Missbrauch und schon damals nicht mehr zeitgemäßen Züchtigungsmethoden.

  111. maturajahrgang 09 huber hermann Says:

    8 jahre kremsmünster- eine schreckensherrschaft auch heute noch.
    sicher nicht. das stift ist heute eine zwar strenge, aber vor allem gerechte Bildungseinrichtung, die schon sehr viele gute leute hervorgebracht hat.
    die jetzt bekannt geworden fälle von sexuellen Missbrauch sind krank und untentschuldbar, aber es ist auch nicht richtig eine Bildungseinrichtung, die schon seit mindestens 8 Jahren, den das kann ich aus eigener konviktserfahrung berichten, nichts mit solchen fällen zu tun hat und hatte, so in den verruf zu bringen. Man darf so etwas auf keinen fall unter den tisch kehren, nur eine etwas subtilere vorgehensweise hätte glaube ich sowohl den opfern als auch dem stift weniger scham und schmach bereitet. ich kann nur sagen das stift war eine gute schule fürs leben und hat mir sicher in keiner form geschadet, ganz im gegenteil.
    mj 09

    • martin Says:

      wobei zu diskutieren sein wird, was jene (heutigen) lehrer wussten, die schon damals an der schule waren.

      es ist absolut unglaubwürdig, dass sie NICHTS mitbekommen haben – unternommen haben sie aber nichts. (siehe auch einige Postings weiter oben)

      das ist auch vor folgendem Hintergrund wichtig: wenn sie DAMALS tatsächlich nichts mitbekommen haben, dann waren sie derart taub&blind, dass sie auch HEUTE nichts mitkriegen würden. Nicht sehr beruhigend, oder?

      es wäre schön, wenn sich nicht nur die schüler von heute zu wort melden, sondern auch das angesprochene lehrpersonal.

      • Noch an Schule Says:

        Natürlich wussten oder wissen die heutigen Lehrer davon, dass früher die Erzeihungsmethoden viel rauher und härter waren, aber meiner Ansicht nach wusste keiner davon, dass es sexuelle Übergriffe von Professoren bzw. Präfekten auf damalige Schüler gab.
        Dies ist auch klar an der Reaktion des heutigen Lehrerpersonals abzuleiten.

        • Mj07 Says:

          Ob es konkrete sexuelle Übergriffe gab weiß ich nicht, doch existierten Gerüchte und auch, in diesem Kontext nun vielleicht anders zu interpretierende, Übergriffe eines Pater P.
          Und: Geschlagen und körperlich gezüchtigt (natürlich in keinster weise vergleichbar mit den Jahren und Jahrzehnten zuvor) wird und wurde im Stift noch immer.

          • kephas Says:

            Mittlerweile wurde von der Homepage des Stiftes auch das Foto von Pater P. (sowie aller anderen Beschuldigten bzw. hier Erwähnten) entfernt.

          • anderer mj07 Says:

            Lieber Klassenkollege,

            wer auch immer sich hinter deinem Pseudonym verbergen mag, dem möcht ich raten, auf genaue Wortwahl zu achten.

            Möglicherweise besuchten wir 8 Jahre lang die gleiche Klasse. In meiner war es jedenfalls so, dass Pater. B.W. zuletzt in der 2. Klasse einem Schüler eine Watschen verabreicht hat, welche er sich auch verdient hatte. Und ich war gewiss nicht 8 Jahre lang blind in der Schule, doch dass geschlagen und gezüchtigt wird/wurde, ist schlichtweg FALSCH. Es gab keinen einzigen Prof. vor dem wir hätten Angst haben müssen. Im Gegenteil! Nicht zuletzt dank des hervorragendsten KVs und unheimlich wertvollen Menschen Ernst Heinisch an unserer Seite.

            Gerüchte über den Lehrkörper und Präfekten gab es immer. Jemandem dann aber Übergriffe anzulasten, ist eine eigene Kategorie für sich. Ich ergreife nicht Partei für Pater P. doch wenn sowas geäußert wird, dann doch bitte nur mit konkretem Hintergrundwissen. Alles andere ist Verleumdung und stachelt nur Nichtwissende an, hier wieder etwas rein zu interpretieren was so nie stattgefunden hat!

            • mj07 ein anderer Says:

              Als Verleumdung würde ich das nicht bezeichnen eher als Aufforderung auch solchen wenn auch vielleicht vorerst unbegründeten Verdachtsfällen nachzugehen um eben Generalpräventive Maßnahmen ergreifen zu können und vorzusorgen dass sich solche Vorfälle niemals wiederholen. Anbei sei noch gesagt dass selbst ich, zwar eine “berechtigte”, aber dennoch, “Watschen” in der 7 oder 8(!) bekommen habe..mehr sei dazu nicht zu sagen..

            • MW Says:

              das ist nicht verleumdung, sondern deutet darauf hin, dass auch in den letzten jahren noch gerüchten nicht ordentlichen nachgegangen wurde, sonst wären die gerüchte ja mittlerweile aufgeklärt worden!
              wenn es an meiner schule gerüchte über sexuelle belästigungen gegeben hätte, wäre der aufruf ergangen, wer etwas darüber weiß, solle sich melden, und damit wäre das thema erledigt worden (wenn auf das gerücht konkrete anschuldigungen folgen, mit einer suspendierung des lehrers und weiterer aufklärung der fälle, ansonsten wäre das gerücht ja hinfällig, wenn sich trotz aufforderung niemand meldet)

        • martin Says:

          Ich hab gar nicht angedeutet, dass es auch Wissen über sexuellen Missbrauch gegeben hat. Aber “härtere Erziehungmaßnahmen” gingen ja selbst damals weit über das hinaus, was tolerierbar war.

      • mj90krems Says:

        Hallo, nachdem Du anscheinend heute noch an der Schule und vielleicht auch im Konvikt bist, hätte ich eine Frage die vielleicht auch konkret Licht in das Verhältnis von Veränderung und Kontinuität bringen könnte:

        Gibt es im Speisesaal des Konvikts eigentlich noch die Teller mit grünem Rand?
        Kannst Du vielleicht eines davon besorgen und uns hier beschreiben was genau hinten am Porzellanstempel zu lesen bzw. zu sehen ist?

        • mj84 Says:

          Es scheint, als ob hier ein sehr gründlicher Reinigungsprozeß stattfindet. Hoffentlich entsteht keine neue Debatte, die vom eigentlichen Problem ablenkt.

        • Bessy Says:

          @mj90krems
          du hast mir weiter oben eigentlich geantwortet, dass du nicht provozierend sein willst – das scheint aber nicht so!
          mj 1990

        • mj90krems Says:

          Ich habe bewusst selbst nicht erwähnt, was auf besagten Tellern zu sehen ist. Ich finde es im Hinblick auf die Beteuerungen, dass das Konvikt heute ein Anderes ist eine relevante Information ob diese im Jahr 2010 noch immer verwendet werden. Sollte das nicht so sein wie ich hoffe, würde ich das Thema hier auch nicht im Detail erläutern, weil irrelevant.

        • otto k. 01 Says:

          ich halte es für sinnvoll erlebtes zu thematisieren und auf diese weise und mit dieser grundlage einen dialog mit dem stift zu beginnen. wie oben bereits erwähnt wäre auch eine inhaltliche prüfung der vorfälle durch juristen unter euch durchaus wünschenswert.

          ein vorschlag: dadurch dass sich die vorwürfe von den sechziger bis ins neue jahrtausend ziehen, wäre es möglicherweise vorteilhaft wenn sich aus jedem jahrzehnt zwei altkremsmünsterer (notwendigerweise internatsschüler) finden, von denen persönliche eindrücke des jeweiligen jahrzents gesammelt werden und die dann gemeinsam das gesammelte (als delegation) vortragen können.
          es hätte den vorteil, dass die diskussion in ‘unseren’ händen bleiben würde und es wäre ein konstruktiver weg unser erlebtes an das kloster herantragen zu können, ohne dass etwas ‘untergeht’. es wird wohl im sinne aller betroffenen sein zu gewährleisten, dass ein möglichst detailiertes bild der zustände transportiert und aufgearbeitet wird.

        • mj03 Says:

          I hab zwar keine Ahnung was auf den Tellern gstanden is… jetzt aber Teller vom Konvikt da irgendwie zu verunglimpfen is lächerlichst. Tschuldigung aber spinnts ihr a bissl?!
          Seids ihr geistig immer noch 16?

          Anders kann i mir des ned erklären wann wer a Erziehungsmoral von Tellern ablesen will. Also alles was recht is…. was findets denn als nächstes, damit Stift/Konvikt/Schule schlecht gmacht werden??

          • kephas Says:

            Auch wenn es sich um einen öffentlichen Blog handelt, sollte man sich jedenfalls einer gewissen Sprache bedienen und gegenseitige Beschimpfungen unterlassen!!!

            Außerdem war das “Thema” für mj90krems schon abschließend erledigt.

          • mj90krems Says:

            Stimmt, die Teller selbst sind völlig irrelevant. Symbole und die damit verbundene Geisteshaltung jedoch nicht. Ich möchte daher P. Tassilo danken wenn er diese aktiv entfernen lassen hat, es gibt mir Anlass zur Hoffnung das wirklich ein neuer Geist im Konvikt herrscht.

  112. kephas Says:

    Grund, warum sich der Vorstand des Kremsmünsterer Vereins offiziell (noch) nicht zu Wort gemeldet hat:
    “Da sowohl “Opfer” als auch die (meisten) vermeintlichen “Täter” Absolventen unseres Gymnasums sind, werden wir keine offizielle Stellungnahme abgeben.” [Anm.: nicht wortwörtlich aber jedenfalls sinngemäß wiedergegeben]

    In diesem Zusammenhang sei auch auf die am 26.03.2010 um 19 Uhr in der Stiftsschank stattfindenden Generalversammlung des Kremsmünsterer Vereins hinzuweisen (siehe Homepage).

  113. Alter Hase Says:

    Die Herrn vom A-K-Verein scheinen die Sache sehr ernst zu nehmen, wenn sie beide Arten von Betroffenen nur unter “…” stellen….

    Und was hat eine Stellungnahme damit zu tun, dass Opfer wie Täter Absolventen des Gyms sind??

    Ich empfinde dieses Schweigen als eine äußerst peinliche, ja unerträgliche Haltung eines Vereins, in dem sich – so dachten wir doch alle – intellektuell Ernstzunehmende Herren befinden!

    • kephas Says:

      Zur Klarstellung: Die Gänsefüßchen stammen von mir!!

    • mj85 Says:

      Die Frage des Intellekts stelle ich mir nicht primär beim Verein sondern vielmehr bei so manchem Blogposter hier…

    • ra Says:

      “lesen heisst buchstaben vergleichen”, wie es so schön heisst. finde es ziemlich dumm von intellekt zu sprechen und selbst zu kommentieren ohne auch nur ansatzweise den vorhergehenden beitrag gelesen (bzw. verstanden) zu haben.

      anderseits frage ich mich warum der altkremsmünstererverein unbedingt eine stellungnahme abgeben soll. wem würde das etwas bringen? soll sich der verein ebenfalls für die taten entschuldigen? das ist vollkommen sinnlos, da der verein nun wirklich nichts verbrochen hat.

      • kephas Says:

        Meiner Meinung nach ist es ein großer Unterschied, ob man keine Stellungnahme abgibt (aber trotzdem Handlungen setzt) oder ob man gegenüber seinen ordentlichen Mitgliedern (und das ist das größte Teil von uns Postern) gänzlich schweigt.

        Ich hätte mir zum Beispiel erwartet, dass man, wenn man schon eine eigene Homepage betreibt, dort entsprechende Links zu den zuständigen Anlaufstellen (Ombudsstelle etc.) setzt. Das wäre auch im Sinne unseres Spruches “Fides et Auxilium”!

        • ra Says:

          könnte daran liegen, dass der großteil der zuständigen personen berufstätig ist oder studiert. zudem leben sie an verschiedenen orten, was es noch komplizierter macht. jeder, der einmal in einer vereinsleitung war, weiss das. immerhin sollte man bedenken, dass diese freiwillig die leitung übernehmen, was an sich eine sehr gute sache ist.

          die anlaufstellen auf die altkremsmünsterer homepage zu geben, finde ich zum beispiel wiederum eine gute idee.
          darauf wäre ich nicht gekommen, da ich sie schon auf der stiftshomepage gelesen habe. haben sie das auch bei ihrer rücksprache bzgl einer wortmeldung mit dem vorstand vorgeschlagen?

  114. xyz Says:

    abc

  115. P. Daniel Says:

    Als Prior des Klosters danke ich allen für ihre deutlichen und offenen Stellungnahmen.
    Es kamen neue Vorwürfe sexuellen Missbrauches auf. Die Fälle von P. Alfons, P. Benedikt und P. Petrus werden nun den staatlichen Behörden vorgelegt.
    Ich darf auf die heutige Sendung im ORF, in “OÖ-heute”, um 19.00 Uhr verweisen und auf die Sendung “Thema” am Dienstag um 21.15 Uhr.
    P. Daniel Sihorsch

    • mj90krems Says:

      Sehr geehrter Herr Prior,
      ich begrüße diesen Schritt und die klaren Worte in die er gefasst ist!
      Vielen Dank für Ihre direkte Stellungnahme, nach drei Tagen der Ungewissheit können viele hier vielleicht wieder ruhig durchatmen.

    • fr. Franz Says:

      Korrektur: Die Sendung “Thema” wird am Montag, 15. März um 21:10 Uhr auf ORF 2 ausgestrahlt. Verzeihen Sie den Fehler!

  116. H Says:

    Vor rund zehn Jahren erschien Roland Girtlers Buch “Die alte Klosterschule. Eine Welt der Strenge und der kleinen Rebellen” – Kapitel für Kapitel beschreiben das Leben an der Schule und im Interat, wie es Girtler erlebt hat. Dabei werden auch Aspekte wie Gewalt und Sexualität nicht ausgespart. Eine empfehlenswerte Lektüre in diesem Zusammenhang! Und vor allen der Beweis, dass sich sehr schon jemand mit dem Thema öffentlich befasst hat.

    • der brave heide Says:

      dein buch kenn ich nicht. hilfreich ist auch mike lew, victims no longer.

    • mj81 Says:

      Girtlers Buch beschreibt primär die Verhältnisse der 50-er und 60-er Jahre des vorigen Jahrtausends. Er hat mich vor rd. 10 jahren kontaktiert, weil er auch jüngere “Gschichten” haben wollte. Ich erzählte ihm 2 aus den 70-ern, eines fällt unter die Rubrik “Der gütige und heitere Professor”, die 2. in die Rubrik “Der niederträchtige und sadistische Professor”. Girtler berichtete mir, dass er ob des Buches vom offiziellen Kremsmünster eher geschnitten wurde (1 x war er in Kremsmünster vom AK-Verein eingeladen) und der nämliche P.A. ihn einmal in seiner zynischen Art “blöd” angeredet hat. In einem Gespräch vor 2 Tagen hat er gemeint, dass ihm aus seiner persönlichen Wahrnehmung in den 50-er Jahren nichts über sexuelle Übergriffe bekannt ist. Von P.A.s Neigungen wurden ihm allerdings Erzählungen aus 2./3. Hand zugetragen. Offensichtlich ein Phänomen, das unmittelbar mit P.A.s Wirken an der Schule und im Internat begann. Er wurde diesbezüglich auch aktuell von der APA kontaktiert, von wegen sexueller Übergriffe etc. Dazu passend ebenfalls eine “empfehlenswerte” Lektüre über katholische Internatserlebnisse in der heutigen Presse am Sonntag, einerseits von Michael Köhlmeier (“Ich kann sehr viel über Gewalt erzahlen”), andererseits von Josef Haslinger (“Über Pädophilie”)

      • martin Says:

        vor nicht ewig langer zeit hat selber herr girtler 2 seiten in der sonntagskrone gefüllt – mit einem ganz anderen bild: sinngemäß “war insgesamt eine klasse zeit” – von kritik kaum eine spur. (ich weiss das deshalb noch so genau, weil uns diese schön-malerei unter ehemaligen mitschülern so auf die nerven gegangen ist)

        und wenn ich mich ganz irre, liegt dieser artikel zeitlich nach besagtem buch. als “kronzeuge” ist herr girtler für mich daher mindestens äquivalent.

        • derselbe Says:

          tippfehler: gemeint war natürlich nicht “äquivalen”, sondern “ambivalent”. Obwohl es diesem Fall ein nicht unkomisch Wortspiel wäre.

    • thx1138 Says:

      Zu dem Buch ist anzumerken: Der Autor ist ein (inzwischen emeritierter) Fachkollege von mir und hat sich im Gespräch mit mir immer als besonders unkritischer und stolzer Altkremsmünsterer gezeigt. Mein Einwände aus eigener leidvoller Erfahrung hat er regelmäßig als Übertreibung abgetan oder einfach nicht nachvollziehen können. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass es ihm wie vielen unseren Kollegen geht: Sobald die Sprache auf “Kremsmünster” kommt, geht jegliches Differenzierungsvermögen verloren. Es schein nur Kritiker auf der einen Seite und nur Verklärer auf der anderen Seite zu geben. Wohl gemerkt: Das bezeiht sich jetzt allgemein auf das “Erziehungssystem Gym Kremsmünster”. Die erschreckenden Missbrauchsschilderungen machen ihn wahrscheinlich genau so fassungslos wie mich und viele andere.

  117. otto k. 01 Says:

    das ist irgendwie falsch wo reingerutscht, also nochmal.

    ich halte es für sinnvoll erlebtes zu thematisieren und auf diese weise und mit dieser grundlage einen dialog mit dem stift zu beginnen. wie oben bereits erwähnt wäre auch eine inhaltliche prüfung der vorfälle durch juristen unter euch durchaus wünschenswert.

    ein vorschlag: dadurch dass sich die vorwürfe von den sechziger bis ins neue jahrtausend ziehen, wäre es möglicherweise vorteilhaft wenn sich aus jedem jahrzehnt zwei altkremsmünsterer (notwendigerweise internatsschüler) finden, von denen persönliche eindrücke des jeweiligen jahrzents gesammelt werden und die dann gemeinsam das gesammelte (als delegation) vortragen können.
    es hätte den vorteil, dass die diskussion in ‘unseren’ händen bleiben würde und es wäre ein konstruktiver weg unser erlebtes an das kloster herantragen zu können, ohne dass etwas ‘untergeht’. es wird wohl im sinne aller betroffenen sein zu gewährleisten, dass ein möglichst detailiertes bild der zustände transportiert und aufgearbeitet wird.

  118. gunter Says:

    grundsätzlich reden hier erwachsene über sachverhalte die zum teil 30 jahre her sind und somit der menschlichen übertreibung unterworfen sind. weiters sind wir alle hier in den genuß einer profunden humanistischen ausbildung gekommen, die ohne das stift und die enge gemeinschaft nie diese tiefe erreicht hätte, ohne die – unbetroffene – blogger niemals hier so emotionalgepostet hätten.
    jeder hier wußte von vorkommnissen, jeder von uns hätte einen menschlich und emotional betroffenen kameraden unterstützen können, getan hat es niemand.

    es gab einmal eine sechste klasse, die sich gemeinsam vom unsinnigen schulsport-tag (o.ä.) befreit hat und somit für alle und für alle zeiten;
    draconische maßnahmen der “verwaltung” eingeschlossen. (die trotz androhung nicht eingetroffen sind… wundert mich bis heute!)
    mit einem studenten-plebiszit ist auch damals einem kameraden, der sich am eigentum anderer vergangen hatte, der hinauswurf erspart geblieben.
    möglichkeiten hatten wir immer.

    denn wer außer p.benno, p.christian, weiland abt oddo, p.robert und später p.severin und sicher ernst heinisch hat uns aufgezeigt, wie man mit kratzbäumen wie p.leonhard, p.alphons, manchmal p.nikolaus oder anderen widrigkeiten des lebens in dieser insel die sich kremsmünster nannte, umgehen kann?

    obwohl wir kinder waren, nehme ich das versagen der kameraden-haftung als persönliche schuld in meinem leben mit.

    ich will mich nicht schämen müssen, kremsmünsterer zu sein.
    da klingt doch der gewählte wahlspruch “fides et auxilium” wie hohn, geradezu zynisch….

    trotzdem: augures!
    und ich möchte meiner hoffnung ausdruck verleihen, daß den opfern widerlicher sexueller erlebnisse genugtuung beschieden wird und wir alle überlegen, warum wir damals geschwiegen haben.

    • Attila Says:

      Warum geschwiegen?

      Das hängt einzig und allein von der Gruppe ab (bei Minderjährigen). Es gibt Gruppen (seltener), in denen es sozial eher akzeptiert ist zu sprechen und Widerstand zu zeigen, und andere (öfter), in denen man besser überlebt, wenn man kuscht.

      Je höher die gesellschaftliche Position, desto eher Fall 2. Ich vermute, in Kremsmünster ist der Anteil gesellschaftlich “hoch”stehender Schüler relativ hoch. Kinder aus gutem Haus sind meistens keine guten Kämpfer. Wenn sie trotzdem kämpfen und aufbegehren, haben sie nämlich nicht nur die Patres zum Feind, sondern auch die Eltern.

      Ihr braucht euch deswegen keine Selbstvorwürfe zu machen. Wichtig ist zu sehen, was passiert ist, und zu verstehen, warum es passiert ist.

  119. P. Daniel Says:

    Verzeihung: Die Sendung “Thema” wird am Montag, 15. 3., um 21.10 Uhr auf ORF 2 ausgestrahlt.
    P. Daniel

  120. Manfred Behr (MJ 97) Says:

    Lieber Gerwin,

    vielen Dank für die Zusendung des Link!

    Auch ich geöre zu denen, die am Beginn der ganzen Affäre und folglich auch der Diskussion, auch großteils aus Mangel an persönlicher leidvoller Erfahrung, sich gedacht haben, dass die Anschuldigungen so nicht stimmen können.

    Ich danke daher allen Altkremsmünsterern bzw. ehemaligen Schülern, die an dieser Stelle zur konstruktiven (!) Information beigetragen haben.

    Was ich aber bei der in verschiedenen online-Medien und auch hier geführten Diskussion vermisst habe und auch weiterhin vermisse, ist dass nicht die verschiedenen Themenbereiche getrennt voneinander diskutiert wurden und ständig die verschiedenen Bereiche von Gewalterfahrung vermischt wurden und werden: Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe, Prügelorgien und “Gsunde Watschen” usw.usf.

    Beim Lesen der dann verkürzten Medienberichte musste dann zwangsläufig der Eindruck entstehen, dass es sich bei allen Beschuldigten um die übelste Sorte von Kinderschändern handeln muß.

    Das hingegen ein jeder Vorwurf genau überprüft gehört zeigt bei all der Traurigkeit der berichteten Beiträge wohl die Schilderung eines “Vorfalls”, den einer meiner Klassenkollegen in einem oline Medium sich zu “schildern” bemüßigt fühlte.

    Um die Schwierigkeit aufzu- zeigen, die es mit sich bringen wird echte Übergriffe von “Gschichteln” zu unterscheiden, erlaube ich mir in kurzen Worten den Bericht von “heinerich” zusammenzufassen und dann zu erzählen was wirklich passierte.

    Heinerich schildert, dass auch zu seiner Schulzeit brutale Übergriffe auf Schüler keine Seltenheit gewesen, so hätte einer seiner Lehrer, Pater xy (= ich verzichte an dieser Stelle konsequenterweise an jegliche Art von Namensnennung) einem seiner Mitschüler brutal mit einem Schlüsselbund ins Gesicht geschlagen hätte, sodass in weiterer Folge das Blut hervorgestoßen bzw. dieser blutverschmiert gewesen sei.

    Ich sehe mich als Augenzeuge an dieser Stelle zur Richtigstellung veranlasst!

    Besagter Pater war dafür bekannt bei kleinen Unregelmäßigkeiten s.g. “nuts” mit seinem Schlüsselbung auszuteilen, wobei ich jetzt nicht behaupten möchte, solche “nuts” als besonders vernünftigen Ausdruck von Erziehungsarbeit zu halten. Faktum ist, dass diese “nuts” zwar kurzfristig weh taten, aber sicherlich darüber hinaus keine bleibenden Schäden oder dergleichen hinterließen.
    Besagter Pater war gerade dabei eine “nut” zu setzen, als der anvisierte Schüler sich umdrehte bzw. den Kopf wendete. So kam es, dass die Nuss auf das Nasenbein landete, ein starker Blutstrom auf dem reinweißen Edelsweater allein schon optisch den Eindruck des Geschehenen verstärkte, zuzüglich des sicherlich realen Schmerzes des Angriffsziels.

    Fazit: Direktion verständigt, Eltern eingebunden (!), Entschuldigung und eine spürbare Zurückhaltung des Paters bei zukünftigen “Nuts”-Aktionen!

    Warum mein ehem. Mitschüler dieses doch vergleichsweise harmlose Unglück zur Diskussion stellte (wohl nach dem Motto, “Hilfe, Hilfe auch ich möchte etwas sagen, weiß nur nicht genau was”), noch dazu unter Weglassung der eigentlich essentiellen Informationen ist mir schleierhaft und stimmt mich ehrlich gesagt auch traurig, da wie bereits schon oben festgehalten, etwas fragwürdige Erziehungsmethoden nicht mit gewalttätigen Übergriffen, sexuellen Übergriffen oder gar Vergewaltigungen (ich hoffe, dass uns wenigstens dies als Gemeinschaft erspart bleiben wird, fürchte aber, dass dem nicht so ist) in einen Topf geschmissen werden sollten.

    Dies kann den tatsächlichen Opfern, auch der Aufklärung tatsächlicher Übergriffe, wohl in keiner Weise eine Hilfe sein.

    Ein weiteres Posting, das wohl ebenfalls vom betreffenden Klassenkollegen stammt, soll hier ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. In diesem fielen dann Begriffe im Zusammenhang mit dem Stift und Konvikt wie “faschistisch” und “sozialdarwinistisch”.

    Spätestens hier fehlt mir jedes Verständnis und ich muß wohl mit Recht fürchten, dass mein ehemaliger Mitschüler auch etwa einen Öffentlichen Verkehrsbetrieb oder auch ein Bettwarengeschäft für eine obskure & “faschistische”, selbstverständlich auch “sozialdarwinistische” Organisation halten wird, wohl aus dem einfachen Grund, dass dort wie in jedem Betrieb eine Hierarchie gegeben ist und ihm selbst nicht alle Facetten des internen Betriebs zugänglich sind, was allein wohl schon für eine individuelle Massenpanik im Hirnkastl von besagtem Mitschüler sorgen dürfte.

    Ich bedauere jedenfalls zutiefst hören zu müssen, dass es offensichtlich auch zu sehr schweren sexuellen Übergriffen an ehemaligen Mitschülern und Altkremsmünstererkollegen gekommen ist, nein, ich bin eigentlich sprach- und fassungslos.

    Jedenfalls liebe Grüße an alle!

    P.S. Auch wenn mein Beitrag etwas lang geraten ist, war dies mit Recht notwendig, weil gerade bei der Schwere der Anschuldigungen und der unglaublichen Vorfälle, es doch gelten muß Unschuldige vor Verdächtigungen zu bewahren und hierzu ist nun einmal auch eine etwas langatmige, dafür hoffentlich differenzierte Sichtweise von Nöten.

    • mj97-H Says:

      Lieber Manfred,

      Nachdem ich Deine Ausfälle auf mich beziehe, eine kurze Klarstellung:

      1. Der User mit dem Nick “Leinerich” und ich sind nicht identisch, dieses von Dir inkriminierte posting ist also nicht von mir, mithin Dein Furor in diesem Überschwang unangebracht.

      2. Dass der Umgang in totalen Institutionen (Goffman) wie geistlichen Internaten bei schlechter Transparenz und und totalitär sozialisierten Führungskadern schnelle ein faschistoide Tendenz aufweisen kann und grundsätzlich zum Sozialdarwinismus neigt, brauchen wir hier nicht zu diskutieren, da hat wohl jeder seine eigene Meinung. Ich bitte allerdings (einmal mehr) um etwas Zurückhaltung, verbale Mäßigung und Reflexion.

      • Manfred Behr (MJ 97) Says:

        Lieber Heinzi,

        ich nehme zur Kenntnis, dass Du nicht hinter dem Namen “Heinerich” postest, sondern Karli, Andi oder Michi, und dass es sich beim Stift um eine totalitäre, faschistische Organisation handelt, natürlich nur je nach Meinung ;-)

        Alles Gute

    • Robert MJ06 Says:

      Ich möchte mich beim vorhergehenden Posting von M. Behr einklinken.

      Auch mir macht es sehr zu schaffen, dass hier verschiedene Vorwürfe einfach auf einen Haufen geschmissen werden und – ich hoffe ich darf zitieren – “Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe, Prügelorgien und “Gsunde Watschen” usw.usf.” als ein und das selbe dargestellt werden. Das sind sie weder in der realen Ausführung, noch im Strafrecht.
      Zudem spielt in nahezu keinem der Berichte die jeweilige Situation, die Zeit, die Sitte und Moral der selbigen eine Rolle. Es wird nicht differenziert und damit tut man manchen Menschen (egal ob Professoren, Patres oder Präfekten) einfach Unrecht.

      Es tut mir leid, was hier manchen passiert ist und es gibt Dinge, die sind nicht zu tolerieren, gehören angezeigt und aufgeklärt, aber man muss es jeweils im gegebenen Kontext sehen und darf schon gar nicht andere mit hineinziehen, die damit nichts zu tun haben.

      Ich bitte euch auch nicht auf die derzeitigen Schüler unseres Gymnasiums zu vergessen, denen es zur Zeit auch nicht wirklich prächtig geht und die sich derzeit so einiges – darunter viele verletzende und einfach dumme Kommentare – anzuhören haben.

  121. Konviktnummer x Says:

    Das Stift hat Erklärungsbedarf, warum es jetzt eine Stellungnahme von Pater Alfons zu den im Raum stehenden Vorwürfen auf seiner website veröffentlicht hat!

    Gehört etwa P. Alfons selbst dem „Krisenstab“ an bzw. welche Autorität hat er noch im Stift, dass der Veröffentlichung seiner Position auf der offiziellen Seite stattgegeben worden ist?

    Warum wird in Kauf genommen, dass durch seine relativierenden und problematischen Formulierungen den Opfern direkt frech ins Gesicht gelacht wird? Und der mutmaßliche Täter sein Spiel der Demütigung auf diese Weise weitertreiben kann?

    Warum gibt der Krisenstab bzw. der Abt die „Definitionsmacht“ aus der Hand? Ist man wirklich so gutgläubig, A. nach all seinen bisherigen widersprüchlichen Aussagen diese Version einfach so abzunehmen? Oder glaubt man gar, es dem Mitbruder „schuldig“ zu sein, dass sein Version Öffentlichkeit kommt?

    Warum riskiert das Stift, dass der erst am Beginn stehende Prozess der Aufarbeitung mit dieser Aktion in ein schiefes Licht gerückt und unglaubwürdig wird? Warum riskiert man den Eindruck, dass einem Mitbruder/Priester mehr geglaubt wird als den ehemaligen Schülern, denen bisher noch nicht einmal volles Gehör geschenkt worden ist.

    Täte man nicht besser daran, diesen Herrn von der Öffentlichkeit fern zu halten, bis alles restlos aufgeklärt ist? Als Journalist würde ich sofort versuchen, ein Interview mit ihm zu bekommen. Diese Person und seine „Sager“ sind doch ein gefundenes „Fressen“ für die Medien! („wollte nie ein Sadist sein“ etc.). Darf Pater A. Interviews geben?

    Muss man nicht davon ausgehen, dass dem Beschuldigten (z.B. aufgrund des enormen öffentlichen Drucks und der kurzen Zeit seit Publik werden der Vorwürfe) die Fähigkeit zur Einsicht fehlen kann bzw. die echte Bereitschaft, sich ehrlich zu äußern?

    Vielleicht stellen sich anderen Betrachtern und Betrachterinnen noch weitere Fragen in diesem Kontext!

    • kephas Says:

      Den Bildern von “Oberösterreich heute” folgend, gehören folgende Personen dem Krisenstab an (ohne Gewähr):

      Abt Ambros
      Prior P.Daniel
      P. Arno (Dechant und Pfarrer von Kremsmünster)
      P. Bernhard (Pressesprecher des Stiftes)
      P. Tassilo (Konviktsdirektor)
      Mag. Wolfgang Leberbauer (Gymnasialdirektor)

  122. Konviktnummer x Says:

    Sehr geehrter Herr Abt, sehr geehrtes Stift,

    vielleicht lesen sie dieses Posting und möchten dazu Stellung beziehen!

    Über die Medien wurde transportiert, dass die drei verdächtigen Personen des „Amtes enthoben“ worden sind bzw. „suspendiert“ worden sind. Das ist natürlich PR-tauglich.

    Die Zweifel über den Gehalt dieser Maßnahmen sind aber auch in diesem Forum laut geworden. Insider wissen, dass die drei Herren als Professoren bzw. Erzieher ohnehin schon in Pension sind.

    Allerdings, das ist der springende Punkt: Alle sind Priester und haben dieses Amt mit Sicherheit noch ausgeübt. Was bedeutet diese „Suspendierung“ für ihre Tätigkeit als Priester? Dürfen sie weiterhin seelsorglich tätig sein, z.B. Sakramente spenden (hl. Messe feiern, Beichte hören,…) Oder „ruht ihr Priesteramt“? Ist ihnen jetzt untersagt, seelsorglich tätig zu sein?

    Nächster Punkt: Folgt – im Falle der Aufdeckung von (sexueller) Gewalt in den drei Fällen bzw. in welchen Fällen auch immer – die Aberkennung des Priesteramtes (der „terminus technicus“ ist mir leider nicht geläufig) bzw. eine zwangsweise Laiisierung?

    Oder anders ausgedrückt: Muss vielmehr davon ausgegangen werden, dass jemand, der eines Missbrauchs schuldig geworden ist, weiterhin Priester sein darf?

    Vielleicht gibt es hier auch Kirchenrechtler bzw. Theologen, die dazu etwas sagen können.

    • kephas Says:

      Werter “Konviktnummer x”.

      Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, aber könnte es sein, dass Sie kein Altkremsmünsterer sind? Die formulierten Fragen klingen sehr nach Journalist?!

    • Robert MJ06 Says:

      Da es sich bei der Priesterweihe um ein Sakrament handelt, bleibt diese selbst beim Verlust des klerikalen Standes aufrecht(Can. 290 des CIC).

      Der Abt kann den Priester nur seiner Ämter (Pfarrer usw.) entheben. Ob der Priester “privat” Messen liest etc., darauf hat das keinerlei Einfluss.

      • TatzelMJ87 Says:

        Das Priesteramt bleibt immer bestehen, aber der Priester/Kleriker kann den klerikalen Stand verlieren (Can 290) (durch richterliches Urteil bzw. Verwaltungsdekret, in dem die ungültigkeit der Weihe festgestellt wird, durch die rechtmäßige Strafe der Entlassung, durch den Papst (heiligen Stuhl=Laiisierung);
        der Priester kann mit dem Abt bzw. bei Weltpriestern mit dem Bischof eine Verienbarung (beidseitig) treffen, dass er seine priesterlichen Tätigkeiten nicht mehr ausübt (ist üblich bei Laiisierungsverfahren bzw. auch während anderer schwebender Verfahren) inwieweit der Abt/Bischof das Recht hat, das auch von seinem Mitbruder einzufordern kann ich nicht genau sagen (obwohl mir einige Fälle bekannt sind, wo das meiner Ansicht nach de facto so war)

  123. kephas Says:

    Link zum heutigen Bericht von “Oberösterreich heute”:

    http://tvthek.orf.at/programs/70016-Oberoesterreich-heute

    • mj90krems Says:

      Ich habe den Bericht gerade gesehen und bin erleichtert dass das Stift endlich klare Worte gefunden hat und auch entsprechend glaubwürdige Maßnahmen angekündigt hat. Der eingeschlagene Kurs aktiv mit den Behörden zu kooperieren scheint mir der einzig gangbare Weg, vor allem im Hinblick auf die noch nicht verjährten Fälle.
      Danke an den Herrn Abt und den Krisenstab für diesen ehrlichen Schritt!

  124. Frage an die PATRES, die den Blog lesen! Says:

    Der Poster “Sudowitsky” berichtet weiter oben:

    >> Pater A. hat mit mir 1995 schriftlich korrespondiert und mir versichert, dass es ihm sehr leid täte und ich der einzige Fehlgriff wäre. Er hat mir auch nicht unerhebliche Geldmittel für die Therapie überwiesen.<<

    Es würde mich interessieren, ob es im Stift für eine Einzelperson überhaupt so ohne weiteres möglich ist, nicht unerhebliche Geldmittel zu überweisen, ohne jemandem sagen zu müssen, wofür? Und das womöglich nicht nur einmalig, sondern über einen längeren Zeitraum? (Im Posting geht es ja wörtlich um Kontobewegungen (sic!) – Mehrzahl!!!)

    War P.Alfons da alleine zeichnungsberechtigt? Oder mußte das nicht noch jemand abzeichnen? [Und falls er hier unter Vorwänden agiert hat - war dies dann immer noch ein Beispiel für jenes affektive Handeln, auf welches seine publizierte Entschuldigung so offensichtlich abzielt?]

    Kann der Abt ausschließen, dass es noch andere Zahlungen an weitere Opfer gegeben hat – und somit implizit ein Wissen um die Tat als solche?

    • MW Says:

      Offenbar ist den Geistlichen doch nicht so viel an Aufklärung gelegen. Während auf jede Erzählung eines Opfers die Bitte folgt, sich doch beim Kloster zu melden (und zwischen den Zeilen die Aufforderung steht, in der Öffentlichkeit am besten zu schweigen, während dem Täter Alfons eine öffentliche Plattform für seine gottlosen Verharmlosungen seiner Taten geboten wird), wird auf Fragen wie obige nicht geantwortet.. Ich hoffe sehr, dass sich das noch ändert, und zwar auf eine ehrliche Art und Weise.

      • Bessy Says:

        warum sollte der offizielle krisenstab zu solch internen Dingen, die per anonymer frage gestellt werden, im detail antwort geben?

        würdest du das in deinem eigenen privaten leben machen? in einem blog, der vermutlich im “ewigen hauptspeicher” des internets gepeichert bleiben wird?

  125. Bessy Says:

    @Konviktnummer x

    es wurde vom herrn abt bereits im tv (ORF heute OÖ, 19.00 uhr) mitgeteilt, dass die sache den behörden übergeben wird (siehe auch im blog weiter oben!) – da gehts nicht nur um “pr-tauglichkeit”, sobald polizei und staatsanwalt informiert werden!

    auch solltest du nicht anschwärzen, dass auch die beschuldigten sich öffentlich zu wort melden dürfen, solange es solche blogs wie diesen hier gibt!

    mj 1990

    p.s. meine meinung kennt ihr ja: nehmt diesem blog die öffentlichkeit solange er auf diese weise geführt wird (ist auch technisch im wordpress eine einfache sache)!

    • widerspruch Says:

      Lieber Bessy!

      Deine Meinung zum Thema “Beendet den Blog” respektiere ich – das Argument der “Qualitätskontrolle” ist berechtigt, und auch der Hinweis, dass ein Blog nicht unbedingt das richtige Format ist.

      Ich sehe aber überhaupt keine Alternative – und sehe mich hier in bester Gesellschaft:

      “Wir sind an einer Aufarbeitung und vollständigen Klärung interessiert, und sind im Grunde dankbar, dass Ihr dies offen zur Sprache bringt.”

      stammt von wem? vom abt!

      hypothese: ohne diesen blog würde P.A. heute immer noch behaupten, es handle sich um ein missverständnis.

      Der Poster “Manfred Behr (MJ97)” bringt ebenfalls sehr gute, berechtigte Hinweise ein, welche Probleme er in dieser Form der Darstellung ausmachen kann. Und ich stimme ihm zu! Aber er schreibt auch etwas anderes:

      >> Auch ich gehöre zu denen, die am Beginn der ganzen Affäre und folglich auch der Diskussion, auch großteils aus Mangel an persönlicher leidvoller Erfahrung, sich gedacht haben, dass die Anschuldigungen so nicht stimmen können.

      Ich danke daher allen Altkremsmünsterern bzw. ehemaligen Schülern, die an dieser Stelle zur konstruktiven (!) Information beigetragen haben.<<

      Erst durch die Breite dieses Blogs konnten viele Menschen wahrnehmen, dass nicht alles automatisch eine Sudelkampagne ist, nur weil es unangenehm ist. (Und um hier ganz klar zu sein: Von einer Sudelkampagne hast Du nie gesprochen – das war nicht auf Dich gemünzt. Aber zB übereifrige Leserbriefschreiber aus dem AK-Verein müssen sich im Nachhinein schon fragen lassen, ob sie etwas vorschnell waren mit ihren Anschuldigungen).

      und wie gesagt – meine Meinung ist hier eben anders als die Deine – ohne diesen Blog wären wir seit einer Woche inhaltlich wohl immer noch bei solchen kindischen Unterstellungen wie "Rachsucht eines Ex-Schülers, der nicht einmal den Abschluss geschafft hat" – nachzulesen auch HIER in diesem Blog.

      • Bessy Says:

        lieber widerspruch!

        da bin ich voll deiner meinung, aber irgendwann ist es auch mal genug! wie es so schön heißt: “man soll aufhören, wenns am besten ist!” und ich finde eben der punkt an dem der blog am besten war ist bei weitem überschritten!

        Bessy
        mj 1990

  126. Mampfi Says:

    Betrifft:
    TREFFEN MJ89 bzw. sämtliche Kollegen die je in unseren beiden Klassen waren (und nur diese).

    Ziel:
    Miteinander koordiniertes weiteres Vorgehen

    Wann/Wo?
    Zusammenkunft am kommenden Dienstag 16. März 19:30h in LINZ, genauer Ort wird persönlich bekanntgegeben.
    Gut erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmittel.
    Habe an alle mir zur Verfügung stehenden Emailadressen die Einladung mit Details vor 15 Minuten versandt. Alternativ bitte jemanden aus der Klasse kontaktieren.

    • MJ 89-erwischt Says:

      Ja ich war auf der Couch, so mit Hose runter….
      Ja ich musste mit ihm Zimmer und Bett teilen…
      Nähere Details will ich euch ersparen, gehe den Weg über die Kommission.
      Nur für euch zur Info, daß es unter vielen anderen auch einen 89´er erwischt hat.
      Wünsche euch gute Gespräche am Di.

      • Mampfi Says:

        Danke für die Offenheit und die Information, ich werde sie so morgen weitergeben. Als unser Klassenkamerad erhältst Du ohnehin sämtliche Ergebnisse, was wir morgen besprechen werden.

  127. mj80_x Says:

    Die Bilder von P.Benedikt, P. Leonhardt und P.Petrus wurden von den Webseiten entfernt …….

    • mj03 Says:

      Und? Sind wir um eine glorreiche Weisheit reicher…mei Gott sei Dank gibts wieder was zum hussen…

      • Attila Says:

        Natürlich ist es schmerzhaft, wenn man die Vorbilder zu verlieren droht, auf die man sein Leben aufbauen will, das will ich dir gar nicht absprechen.

        Wesentlich schmerzhafter aber ist es, wenn man psychisch geschädigt wurde und gezwungen ist (oder wird), lebenslang darüber zu schweigen.

        Für viele Mitglieder letzterer Gruppe ist dieser Blog die erste Möglichkeit zu einem hoffnungsvollen Aufatmen, eine erste Aussicht auf die Befreiung von ihren seelischen Qualen.

        Davor solltest du Respekt haben!

  128. Manfred Behr (MJ 97) Says:

    Brief an unsere Absolventen

    Brief von Abt Ambros und Prior P. Daniel vom 12. März 2010 an die Altkremsmünstererinnen und Altkremsmünsterer

    Liebe Altkremsmünstererinnen und Altkremsmünsterer
    Neben all den Medienmitteilungen zu Missbrauchs-Vorwürfen wollen wir uns direkt an Euch wenden.
    Immer mehr Betroffene und Opfer melden sich, die während ihrer Internats- und Schulzeit in Kremsmünster in körperlicher und seelischer Hinsicht viel Leid erfahren mussten. In Zeitungen, in Fernsehberichten, im Internet und in Internet-Foren werden Vorwürfe sexuellen Missbrauchs sowie physischer und psychischer Gewalt formuliert. Die vielen „Postings“ sprechen eine deutliche Sprache. Mitbrüder, ehemalige Lehrer und Erzieher, werden als Täter namentlich oder mit Initialen genannt.
    Wir sind erschüttert einerseits über die geschilderten Vorkommnisse, andererseits über ihre Anzahl, ob sie nun viele Jahre zurückliegen oder in jüngerer Vergangenheit geschehen sind. Eine anfängliche Leugnung durch einen Mitbruder wurde zurückgenommen, und in der Pressekonferenz am Donnerstag, 11. März, wurde dieser Mitbruder mit folgenden Worten zitiert: „Es ist so passiert.“ Auch die beiden anderen Patres, denen gewaltsame Handlungen vorgeworfen werden, sind geständig, auch wenn sie dies in der damaligen Zeit anderes gesehen, bzw. in einen vermeintlichen gesellschaftlichen Verhaltenskontext gestellt haben.
    Wir sind an einer Aufarbeitung und vollständigen Klärung interessiert, und sind im Grunde dankbar, dass Ihr dies offen zur Sprache bringt. Auch wenn sich die äußeren Strukturen des Internates seither vollständig verändert haben, liegt es nun an der Klostergemeinschaft, missbrauchsfördernde Strukturen ehrlich zu hinterfragen und aufzuarbeiten.
    Doch wollen wir auch eines formulieren, ohne manchen Zorn und manche Anklage, ohne die Klagen der Betroffenen und Opfer in irgendeiner Weise zu relativieren: Wir kennen die Erzählungen und Nachrichten, in denen mit Dankbarkeit auf die Kremsmünsterer Jahre geblickt und auf viel Gutes verwiesen wird.
    Im Namen der ganzen Klostergemeinschaft und ausdrücklich im Namen der in den Medien genannten Mitbrüder bitten wir um Entschuldigung.
    Abt Ambros Ebhart
    Prior P. Daniel Sihorsch

    • kephas Says:

      Ein entsprechender Link befindet sich bereits weiter oben (incl. die dazupassenden Beiträge!)

      Trotzdem Danke!

    • martin Says:

      Den guten Willen des Schreibens will ich nicht in Abrede stellen. Aber die gewählte Argumentationslinie ist für mich der eigentliche Teil des Problems.

      Die “Hauptbeschuldigten” werden nun scheibchenweise, wo es sich nicht mehr verhindern lässt, persönlich verantwortlich gemacht.

      Die Frage aber, ob das System als solches katastrophal versagt hat, wird gar nicht erst gestellt. Gerade in Hinblick darauf, wie sich solche Dinge in ZUKUNFT verhindern lassen, sind diese Fragen aber ungemein wichtig. Selbst wenn P.A. sich irgendwann einmal glaubwürdig entschuldigt, kann dies ja im Grunde niemanden mehr entschädigen.

      Ein Beispiel von vielen: Die in diesem Blog schon oft kommentierte “Eis-Watsche” mit gerissenem Trommelfell. => Was ist da eigentlich schief gelaufen, dass kein Staatsanwalt je ermittelt hat? Hat der Arzt etwa nicht angezeigt? (Ich bin kein Jurist, aber gibt es da keine Anzeige-PFLICHT!?) Oder wurde hier vertuscht? Und warum blieb der Vorfall ohne jede Konsequenz für den Täter?

      Ich finde es billig und zu einfach, hier die PR-Maschine mit der “Auslieferung” einiger Einzelpersonen zu bedienen, die man ohnehin nicht mehr decken kann.

      ERGO: Ich erkenne die Bemühungen des Stiftes selbstverständlich an! Es hat sich in einer Woche sehr viel bewegt (und wer kann schon sagen, ob es ohne dieses Blog dafür je den notwendigen Druck gegeben hätte!).

      ABER: Bitte, lieber Krisenstab, erweckt nicht den Eindruck, das Problem wäre alleine an handelnden Einzelpersonen festzumachen. Das wäre – leider! – viel zu einfach.

      • ergänzung (auch martin): Says:

        im schreiben an die altkremsmünsterer werden die begünstigenden Strukturen schon in einem Satz erwähnt – das muss man anerkennend hervorstreichen.

        aber in der darstellung nach aussen (ORF, Printmedien …) trifft meine analyse denke ich schon sehr gut zu!

  129. pseudonym Says:

    Gewalt

    Ich möchte noch etwas über erst vor kurzem verübte gewalt im internat berichten. Es steht zwar in keiner relation zu den in obenstehenden beiträgen, aber ich denke, dass es durchaus auch angesprochen werden sollte. Ich war in der zeit von 1999 bis 2004 im internat und habe mit eigenen augen drei übergriffe auf mitschüler gesehn.

    1: wegen einer lappalie ließ ein präfekt (pater s.) die köpfe zweier internatler mit einem im ganzen gang laut vernehmbaren “duscher” zusammenkrachen.
    2: besagter präfekt zog derartig stark and dem ohr eines mitschülers, dass es anschließend blutete.
    3: ein anderer präfekt (weltlicher, er war und ist für seine schweren holzpantoffel bekannt) schoss mit seinem schuhwerk (besagte holzpantoffel) aus einer distanz von ca 3 metern mit voller kraft auf das schienbein eines mitschülers. Ein riesiger bluterguss und vorübergehendes hinken waren die folge. Im gegensatz zu pater s. entschuldigte sich aber der präfekt anschließend dafür.

    Ich persönlich halte kremsmünster nach wie vor eine großartige schule, aber derartige übergriffe (sexueller missbrauch und offene gewalt) müssen zur sprache gebracht und geahndet werden.
    Ich verstehe beim besten willen die meinung einiger altkremsmünsterer nicht, die ausschließlich von einer übertriebenen medienhetze sprechen und mehr oder weniger alles verleugnen.
    Das ist meiner meinung nach eine ungeheure beleidigung gegenüber den betroffenen.

    • Alter Hase Says:

      Da bin ich aber froh, dass ein junger Absolvent von so was berichtet: das sind einfach untragbare Zustände, UNTRAGBAR. Das ist strafbare Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und es ist unfassbar, dass das auch nach 2000 noch vorkommt, nicht nur zu unserer Zeit (60-er Jahre)!Da schnallst einfach ab, wie man heute sagen würde!

      Und wer von den Kremsmünsterervereinsmaiern oder von den Loyalitätsaposteln so etwas verharmlost, der macht sich selbst mitschuldig, Freunde!

      Wenn die Schule wirklich so graßartig war (zu meiner Zeit war sie’s nicht, weil man den Lehrkörper zwanghaft mönchisch halten wollte…), dann müsste sie eine Art von Bildung vermittelt haben, die so etwas eindeutig, aber ohne jeden Zweifel eindeutig schärfstens verurteilt!

      • mj8* Says:

        alter hase ich muss dir zu 100% beipflichten. es gibt einfach keine gesunde watsche und das hat sich in 99% der schulen beieits in den 80-er jahren umhergesprochen.
        nach der pensionierung der alten prüglergarde hätte ich nicht mehr mit einem solchen bericht gerechnet.

    • Michael Paschinger Says:

      Also ich hab mich oben bereits entschuldigt das ich den Riedl in diesem Blog genannt hab – aber falls der s der sigi und der Holzschlapfenmensch der ö ist, ist das im Zusammenhang mit den heutigen Ereignissen sowas von lächerlich! Von mir aus eröffnen wir einen Chatroom und unterhalten uns über fehlgeleitete Schlapfen – von denen ich dir allerdings im vorhinein versprechen kann, das sie dich nie im Traum einholen werden. Selbiges gilt für jenen der den P.Robert ich wiederhole den P.Robert verunglimpft hat!

      Alles gute noch und schöne Grüße an andere 90er die mittlerweile aktiv geworden sind!

      • otto konrad Says:

        kann dir nur beipflichten michael,
        und jeder muss noch irgend etwas beitragen….
        ich denke dieser blog hat sich inzwischen selbst erledigt, es geht doch schon länger nicht mehr um konstruktive aufarbeitung, sondern wer wann was wo wie gesehen gehört und gemacht haben könnte….
        altkremsmünsterer es tut mir leid, aber ich schließe mich der meinung an, dass dieser blog lange genug ein forum geboten hat und nicht zuletzt aus respekt denen gegenüber denen wirklich schlimmes widerfahren ist, gehört dieser blog geschlossen. hier wird sich doch nur noch das maul zerissen und herumtheoretisiert und schon lange nicht mehr sachlich argumentiert. aber zumindest das haben einige in den acht jahren offensichtlich vortrefflich gelernt.

      • pseudonym Says:

        @ Michael Paschinger

        Ich habe bereits erwäht, dass die von mir geschilderten vorfälle in keiner relation zu den aktuellen vowürfen stehen. Und trotzdem bin ich der meinung, dass sie angesprochen werden sollten.
        Gewalt gegen minderjährige KANN IN KEINER WEISE TOLERIERT WERDEN. Dies ist auch kein dummes maulzerreißen meinerseits, sondern ich habe tatsachen geschildert, die ich mit eigenen augen gesehen habe und einfach nicht mehr passieren sollten. Ich hoffe du kannst dich dem anschließen

        • Michael Paschinger Says:

          Lieber Pseudonym,
          Hier gehts um einen Menschen dem der Eintrag in diesem Blog mehr wehtut als die Summe aller Schlapfen die heute weltweit verschoßen werden ….!
          Wenn derjenige vom Kaliber A oder L wäre…. würd ich mich sicher nicht so ärgern aber ich kann über den besagten Schlapfenjäger wirklich und wirklich gar nichts aussetzen und fühle mich verpflichtet mich klar auf seine Seite zu stellen! Also klag den Schmied und nicht den Schmiedl… nichts für ungut
          M.P

        • Michael Paschinger Says:

          Nebenbei Freund…. Wenn ich mich richtig entsinne – im Vergleich zu den Watschn die ich durchaus auch von Maturanten während meiner Unterstufenzeit bekommen habe kommen mir deine Geschichten wie ein lockeres Auslaufen beim Karlheinz vor!

      • sabine Says:

        dem kann ich als mutter nicht zustimmen. mir ist es nicht recht, wenn meinen kindern von lehrern oder erziehern schlapfen etc. hinterhergeworfen werden. ich denke ein erzieher(lehrer) muss aufgrund seiner ausbildung über andere pädagogische mittel verfügen, kinder falls nötig, masszuregeln. ich erziehe meine kinder gewaltfrei und erwarte mir das auch von der schule, der ich meine kinder anvertraue. diese personen sind vorbilder und haben sich auch so zu verhalten, dann wird ihnen mit sicherheit der nötige respekt entgegengebracht. würden sie zu hause ihrer familie bzw. den kindern auch die köpfe zusammenschlagen oder schuhe nachwerfen? ich hoffe doch nicht. und um das auch hier nochmal zu erwähnen es steht in keiner relation zu den anderen geschehnissen! aber wo fängts an und wo hörts auf. es ist auch eine frage der hemmschwelle und der duldung, und so etwas sollte man gerade jetzt sensibel behandeln und im keim ersticken!

  130. xxx Says:

    xxx

  131. pedroelnegro Says:

    schön langsam könnte man sich überlegen wie `s weitergehen kann. die öffentliche schilderung unserer erlebnisse hat im moment seinen zweck erfüllt, führt uns aber an dieser stelle nicht mehr weiter.

    1. wer kümmert sich eigentlich um die opfer und geschädigten ?
    2. wer kann und lässt ihnen die entsprechende hilfe zukommen ?
    3. sollte man nicht eine gruppe von unabhängigen spezialisten installieren, die zwischen den opfern, denen die konstruktives beitragen wollen und den dzt. verantwortlichen patres moderiert, vermittelt. aus taktischen gründen halte ich die inanspruchnahme der unabhängigen diözesanen Ombudsleute für den falschen weg.

    der ausschluß der öffentlichkeit wäre jedenfalls wüschenswert, nicht um unrecht zu vertuschen, sondern damit wäre sichergestellt, daß alle ( mit ausnahme der täter natürlich ) ihr gesicht bewahren können. abt ambros und die mitglieder des krisenstabs sind eben keine täter, und haben sich daher bei der aufarbeitung und bewältigung der krise eine ehrliche chance verdient – und das sagt einer, der die letzten 25 jahre kein gutes haar an der kirche i.w.s. und an kremsmünster i.e.s. gelassen hat.

    • kephas Says:

      Fairerweise sollte man dem Kristenstab auch etwas Zeit zum Arbeiten geben. Abgesehen von anfänglich missglückten öffentlichen Stellungnahmen, scheinen sie ihre Arbeit sehr ernst zu nehmen und gut zu machen.

  132. sternwarte Says:

    Es ist erschreckend wie viele sich ihre Mäuler zerreissen und doch keine ahnung von dem schulalltag der im stiftsgymnasium herrscht haben.

    Schweinehunde gibt es überall. Nicht nur in klöstern.
    Und vorallem gibt es sehr viele Patres die nur Gutes leisten!
    Ich selbst habe pater nikolaus als ehrwürdige person mit einem guten geist erlebt!

    Ps: selbst zeitungen,die sich üblich durch guten journalismus von boulevardzeitungen abheben (zB Presse) , kontrolliern die apa-meldungen nicht und recherieren sehr schlecht. Es waren keine “padres” und ihren ämtern enthoben heißt nicht, dass sie aus dem kloster verwiesen worden sind.

    • kephas Says:

      Wie ich heute von Angestellten des Stiftes erfahren habe, scheint die von den meisten Medien (v.a. Krone, OÖN etc.) geführte Hetze und bewusste Teildarstellung der “Vorkommnisse” aufzugehen. Und das meine ich jetzt absolut nicht im positiven Sinn.
      Aktuelle Schüler und Lehrer werden angepöbelt, Mitarbeiter von Einrichtungen des Stiftes (Klosterladen etc.) erhalten Drohanrufe und Drohmails (natürlich von Personen, die nie auch nur einen Fuß ins Stift gesetzt haben, dafür aber täglich brav ihre die einzige Wahrheit verbreitende Krone o.Ä. lesen).

  133. mj80_z Says:

    Liebe Freunde,

    ich bin der Ansicht daß man in dieser heiklen Sache beim Wesentlichen bleiben sollte.
    Ich meine damit meine bereits o.a. Trennung zwischen
    - mehr oder weniger strengen, sadistischen, unfairen, usw. Züchtigungsmethoden und
    - dem Straftatbestand des sexuallen Missbrauches unter Ausnutzung einer besonderen Stellung bzw. unter Androhnung von Sanktionen.
    Auch andere Anschuldigungen haben hier nichts verloren, sonst steht hier noch jedermann am Pranger. Da liest man Sachen wie: “Der X hat gesoffen, der Y hat Mütter verführt, der Z hat …”.

    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob nicht alle im näheren Umfeld der Täter und Opfer in irgendeiner Weise Schuld an solchen Vorkommnissen tragen.
    Hätten wir Mitschüler etwas merken müssen ?
    Hätten wir 10 bis 14-jährigen Mitschüler in den 70-ern anders reagieren sollen ?
    Vielleicht haben wir dieses Thema nicht so schwerwiegend empfunden oder war uns unser eigenes Hemd näher …
    Wir hatten doch selbst Angst vor den Sanktionen …

    Wie aber bereits mehrmals beschrieben, kann auch ich mir nicht vorstellen, daß das gesamte kirchliche und weltliche (zu unserer Zeit noch in der Minderheit) Lehr- und Erziehungspersonal nichts von alledem bewerkt hat und wusste.
    Hier muss ziemlich viel vertuscht worden sein.
    Hier haben erwachsene gebildete Leute – aus welchen Gründen auch immer – zugesehen, wie Jugendliche unter Ausnutzung ihrer schwachen Position misshandelt und gedemütigt wurden.
    Auch sie haben Jugendliche in einer für den heranwachsenden Menschen wichtigen und wesentlich prägenden Entwicklungs- und Erziehungsphase im Stich gelassen.

    Das schlimme ist nur, daß derartigen Vorkommnisse nicht der Vergangenheit angehören, sondern überall noch gang und gäbe sind.
    Worum gehts eigentlich ?
    Gehts um Rache, Gerechtigkeit, dem Fig eins auszuwischen, ihm alles zurückzuzahlen ?
    Ich vertraue hier unserem Rechtsstaat.

    Ich sehe aber auch eine Chance.
    Jeder kann aus allem für sich und seine Umwelt etwas lernen, jeder kann alles besser machen …
    Jeder kann seinen Beitrag leisten, solche Schweinereien in Zukunft zu verhindern …

    Meine Appelle richten sich …
    … an alle Betroffenen, sich zu melden und sich eventuell selbst damit zu helfen (Schüler, Lehrer, Mitwisser, Dulder, …)
    … an alle Leugner, die Aussagen von Betroffenen nicht in Frage zu stellen. Oder glaubt ihr, die haben nix besseres zu tun, als in einem anonymen Blog Geschichten über P.A., P.B. oder P.C. zu erfinden … ?
    … an alle selbsternannten Aufdecker, die dem gesamten Lehrkörper irgendwas anhängen wollen, sich auf das wesentliche zu beschränken.
    … an Eltern von Kindern im gefährdeten Alter: redet mit Euren Kindern, macht Eure Kinder stark (siehe zB http://www.wsd-pro-child.at).
    … an Abt Ambros: nützen Sie die Chance, daß die Kirche solche Fälle endlich einmal sauber und transparent löst.

    Diese Causa ist für uns betroffene etwas prägendes, aber leider nichts neues und einzigartiges.
    Es ist halt ärgerlich, wie in der Vergangenheit damit mehr oder weniger falsch umgegangen wurde.
    Die Kirche hat jetzt die Chance, aus diesen negativen Schlagzeilen etwas positiives zu machen: endlich mal aufzuräumen anstatt zu vertuschen.
    Jedoch geht das nur mit Unterstützung von weiter oben bis nach Rom. Mal sehen …
    Vielleicht schaffts die Kirche auch, daß nicht noch mehr Schäfchen davonrennen, wenn hier endlich mal etwas nachhaltiges passiert.

    Bei Abt Ambros habe ich das Gefühl, es wirklich erst zu meinen.
    Ich wünsche ihm alles Gute, seinen Konsequenten Weg durchzuhalten, auch wenn der Südwind mal etwas zurückpfeifft …

  134. nochimstift Says:

    Das neueste:

    P.P. hat sich selbst angezeigt!

    Man darf gepsannt sein welche Lawine jetzt folgt…

  135. cerberus Says:

    Das Tor soll jedem offen stehen, der ehrbar will durch selbes gehen.

    Ich danke allen, die diese zum Teil so erschütternden Berichte gepostet haben und den Ball am Laufen hielten.

    Auch für die heutige Generation von Lehrern und Schülern wird damit der Neuanfang, die Konzentration auf die Würde jedes Einzelnen auf lange Sicht leichter gemacht.

  136. mj80_z Says:

    Leitartikel: Die letzte Chance für die Kirche

    http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/leitartikel/art11085,350617

    Sexueller Missbrauch geschieht überall – in der Familie, in Schulen, Vereinen, Kirchen. Statistiken werden in Umlauf gebracht, wonach in der römisch-katholischen Kirche Missbrauch nicht überdurchschnittlich auftrete. Sie werden lanciert mit der verständnislosen Frage, warum denn nun alle Augen auf die Kirche gerichtet seien.

    Das ist zynisch, besonders wenn es mit der Vermutung kombiniert wird, dass sich das alles einige ehemalige Zöglinge zusammengereimt hätten. Niemand bekennt aus Jux, dass er sexuell missbraucht wurde. Dazu bedarf es großen Mutes, Zeit und der Gewissheit, sich von einem System zu lösen, das Schuld und Sühne zum Teil völlig pervertiert hat.

    Die Welt schaut auf die römisch-katholische Kirche, weil zutage tritt, dass sie selbst oder zumindest ein Teil von ihr an höchsten moralischen Ansprüchen gescheitert ist, die sie stets vor sich hertrug. „Das tut man nicht“ war zentraler Satz eines Systems, das als elftes Gebot hinzufügte: „Du sollst nicht darüber reden!“ und das über Jahrhunderte ein Monopol auf die Wahrheit für sich beanspruchte. Dass ein solches System Nährboden für einen problematischen, weil verdrängenden Umgang mit Sexualität, insbesondere mit Homosexualität bildete, war schon lange klar, wurde aber von Rom abwärts mit schlechtem Gewissen systematisch ignoriert.

    Jetzt, da dies alles aufbricht, hat die Kirche in Europa ihre letzte Chance. Sie muss sich den Opfern stellen, ihnen helfen. Sie muss bei den Tätern abseits von Verjährungsfristen die Konsequenzen ziehen, die nicht damit enden können, dass sie nicht mehr als Erzieher arbeiten dürfen. Es wäre zu simpel, jetzt einfach den Zölibat in Frage zu stellen. Aber die Frage nach der Angemessenheit von Hierarchien und Strukturen sowie dem Primat des Männlichen wird Papst Benedikt nicht erspart bleiben, will er nicht riskieren, dass die katholische Kirche zur Randerscheinung wird und die guten, von Nächstenliebe geprägten Initiativen noch mehr darunter leiden.

    • cerberus Says:

      Am Ende geht es um Prävention von Straftaten.

      Es ist meine Sache nicht, dass ich der Kirche ihr Selbstverständnis von Amt und Amsträger vorschreiben möchte.

      Eine Körperschaft öffentlichen Rechts sollte sich jedoch allen Qualitätsstandards, die zur Verfügung stehen, unterwerfen.

  137. kephas Says:

    Neue Stellungnahme von Abt Ambros ist online:

    http://www.stift-kremsmuenster.at/index.php?id=402&tx_ttnews%5Btt_news%5D=718&cHash=d8557d42db92b7cc310bef68be9fc4be

  138. mj90krems Says:

    Nach zu vielen Stunden die ich nun adrenalingeladen damit verbracht habe so wie viele andere von uns dieses Forum zu lesen und zu kommentieren, möchte ich im Hinblick auf den morgigen Arbeitstag versuchen ein optimistisches Resümee der Ereignisse zu ziehen.

    Jener Kollege der den Stein ins Rollen gebracht hatte muss sich nun hoffentlich nicht mehr den Vorwurf gefallen lassen “sich aus Rache irgendetwas zusammengereimt zu haben” oder sich in falsch gelebter Loyalität zur Schulgemeinschaft von anderen Altkremsmünsterern als Versager oder Nestbeschmutzer beschimpfen lassen. Er und viele andere, die sich in den vergangenen Tagen offen über ihre oft schmerzhaften Erlebnisse geäußert haben, wissen nun dass eine große Anzahl – vielleicht bald sogar die Mehrheit – ihrer Kollegen zumindest heute im Nachhinein versucht sich vor sie zu stellen.

    Der Druck der vergangenen Tage, einerseits über die Medien aber nicht zuletzt aus diesem Forum hat die Verantwortlichen dazu gebracht nach anfänglichem Mauern und Zögen nun einen sehr ehrlichen und auch glaubhaften Weg einzuschlagen, der eine tatsächliche Aufklärung, Wiedergutmachung und Sühne der Taten verspricht.

    Es wurde auch der glaubhafte Eindruck vermittelt dass das Gymnasium und das Konvikt heute ein anderer und sicher freundlicherer Ort ist als ich ihn in während der 80er in Erinnerung habe. Ich habe auch Grund zur Hoffnung dass das Stift, die Lehrenden und Erzieher in Zukunft schneller und offener handeln werden, sollte es je wieder zu vergleichbaren Vorfällen in ihren Reihen kommen.

    • Aufdecker Says:

      Es war mir niemals ein Anliegen ein Nest zu beschmutzen, oder die Institution “Stiftsgymnasium Kremsmünster” zu verraten oder in ein schlechtes Licht zu stellen.
      Ich habe Vorkommnisse geschildert, die mir passiet sind, oder ich unmittelbar gesehen habe. Ich habe keine Dinge “Narrato referre” erzählt, da ich den Wahrheitsbeweis schuldig bleiben müsste. Die mittlerweile hunderten postings von anderen Übergriffen vor und nach meiner Zeit geben mir in meinem Tun Recht. Ich wollte vor allem den damals, heute und zukünftigen Verantwortlichen vor Augen führen, dass nicht alles Gold ist was glänzt. Es ist Aufgabe der Verantwortlichen genau hinzuschauen was passiert, und die eine oder andere Beschwerde ernst zu nehmen. Nicht immer wegschaun und als Phantasie oder “Zusammenreimen” abtun.
      Es gab zahlreiche Postings welche die Gerüchte von denen ich früher hörte, als selbst erlebt bestätigen. Es ist gut dass das Stift nun scheinbar “Tabula Rasa” macht, und P.P. eine Schverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft abgibt.
      Geschätzter Herr Abt, Werter P. Prior, lieber Wolfgang
      Ich habe in den Jahren in denen ich in Kremsmünster war sehr viel an Wissen und Bildung erhalten, worüber ich sehr dankbar bin. Ich habe Freunde fürs Leben gefunden, und einen Gemeinschaftssinn er-und gelebt der beispielgebend ist. Das werde ich nie vergessen Ich habe aber auch negative und abstossende Dinge erlebt, die ich ebenfalls nicht vergessen werde. Ich habe mich schon seit langem mit dem Gedanken getragen diese Vorkommnisse öffentlich zu machen. Offensichtlich war JETZT der richtige Zeitpunkt. Wir als Kinder haben die Übergriffe wahrscheinlich als nicht so schlimm erlebt, weil viele davon wussten. Als wir Männer waren haben wir uns geschämt, und deswegen geschwiegen.
      Ich mache keinen Unterschied zwischen den sexuellen Übergriffen seitens P.A.( und anderer vor und nach mir) und den Verprügelungen durch eben diesen , P. Leonhard und P. Nikolaus ( nota bene: ich meine nicht mehr oder weniger harmlose Waschen- falls es solche überhaupt gibt, sondern echte Prügel).
      Wenn aus den 80ern jemand diese Vorfälle leugnet, hat er sie erfolgreich verdrängt, und es bleibt zu hoffen dass sie niemehr hervorbrechen. Die meisten von damaligen Kindern sind heute Väter und machen Ihre Sache hoffentlich gut.
      Pater heisst Vater. Bei einigen schmeckt dieses Wort bitter.
      Die meisten waren ok. Einige waren sehr gut. Wenige waren der Horror.
      Ich möchte dass jene Patres, die sich etwas zu Schulden kommen liessen, offen und ehrlich bei ihren Opfern um Verzeihung bitten. Das soll jedoch anders aussehen als bei P.Alfons ( ” da hat er sich was zusammengereimt – kann mich konkret an nix erinnern- soll nicht als Missbrauch verstanden werden-vielleicht doch- Gefühle zu sehr gezeigt-alle Schüler gern gehabt-War nicht so gemeint….).

      Ich wollte dem Stift als Institution niemals Schaden zufügen. Da das nun geschehen ist bitte ich um Vergebung dafür. Ich habe mit meinen Schilderungen eine Lawine losgetreten, von deren Ausmass ich überwältigt bin. Ich ersuche Sie alle Vorwürfe ernst zu nehmen und zu prüfen.
      Ich verlange für alle Betroffenen eine formelle Entschuldigung.
      Fides et Auxilium (per omnes)

      • martin Says:

        VORSICHT – gefährlicher reflex … leider bei vielen gut eingeübt:

        du brauchst dich doch für nichts zu entschuldigen und um vergebung bitten!

        BITTE – falls P.Prior oder ein anderer Pater dies liest: Können Sie dies auch noch einmal bekräftigen, dass niemand um Vergebung bitten braucht, weil er hier offen gesprochen hat? Der “Mantel des Schweigens” ist es doch gerade, der der Institution am meisten geschadet hat!

        • Aufdecker Says:

          ich bitte diejenigen um vergebung, die wegen meines Ganges an die Öffentlichkeit ZU UNRECHT diskreditiert werden.
          Bei den Peinigern will ich mich nicht entschuldigen, da ich sicher keine Schuld auf mich geladen habe. Sei beruhigt, dass es sich um keinen antrainierten Reflex handelt.
          Danke trotzdem

  139. mj200x Says:

    Im Laufe der Aufregung der letzten Tage hat sich ein Freund bei mir ausgesprochen. Er hat mir erzählt, dass er in den 90er von einem Pater im Zuge eines Auslandsaufenthaltes sexuell “ausgegriffen” wurde. Die Art wie er mir das erzählt hat, lässt mich NICHT an der Schwere der “Tat” zweifeln. Er hat nie davon erzählt weil es ihm peinlich war bzw. noch immer istl. Aus Angst vor zu viel Wirbel bzw “was sich die Leute von ihm dann denken würden” will er nichts unternehmen. Kann ich Anzeige erstatten? In wiefern würde das was bringen, wenn das “Opfer” nicht bereit sein wird seine Aussagen zu bestätigen?

    • mj80_z Says:

      Bin kein Jurist, aber vom Gefühl her meine ich:
      laß die Finger davon.
      Der Täter wird schon bei den anderen Anschuldigungen dabei sein.
      Das Opfer wird irgendwann dazu bereit sein.
      Hinter seinem Rücken kannst Du seinem Bewältigungsprozess nur schaden und sein ev. Trauma nur verstärken.

    • mj80_z Says:

      Nachsatz:
      sei weiterhin ein Freund und schenk ihm Dein Ohr und Deine Zeit.
      Er muss Dir vertrauen, daß Du nichts ohne sein Wissen unternimmst.

      Die rechtliche Sache musst Du abklären: ist er minderjährig ? hast Du dann Meldepflicht ?

    • kephas Says:

      Ich würde zumindest der Ombudsstelle eine umfassende (evtl. anonymisierte) Sachverhaltsdarstellung übermitteln. Ob Du oder Dein betroffener Freund dies machen ist gleich.
      Eine (anonyme) Anzeige würde ich an Deiner Stelle nur machen, wenn Dein Freund ausdrücklich damit einverstanden ist.

  140. TatzelMJ87 Says:

    Erst gestern hat mich ein Maturakollege auf diesen Blog aufmerksam gemacht, habe ihn mit Interesse gelesen und heute Nacht ist mir vieles durch den Kopf gegangen.
    Habe auch lange überlegt, ob ich überhaupt was posten soll. Für mich gehören (immer noch) die 8 Jahre in Kremsmünster mit zu den schönsten meines Lebens. Für mich hat es gepasst und was nicht so schön war, habe ich wahrscheinlich verdrängt oder vergessen.
    Zum einen gehörte ich zu den “Privilegierten”: war in 8 Jahren Internatszeit nie in der IV. Abteilung bei P.Leonhard oder VI. Abteilung bei P.Nikolaus, war auch nie im Hades oder wurde es für “Wert befunden” am roten Sofa Platz zu nehmen bzw. musste öffentliche Demütigungen erleiden, weil meine Dummheit oder andere Unfähigkeit vor den anderen zur Schau gestellt wurde (zumindest nicht sehr häufig).
    Auf der anderen Seite sind mir, waren, denke ich, uns allen, die Gerüchte über P.Alfons bekannt und es wurde darüber gewitzelt bzw. war uns allen auch bewusst, wie hart P. Leonhard und P.Nikolaus sein konnten und wir litten zwar mit den Mitschülern mit, die davon berichteten, aber wirklich aufstehen, dagegen aufbegehren wollte/konnte keiner. (P.Petrus war nach unserer Zeit, die Vorwürfe gegen P.Benedikt sind für mich absolut neu)
    Was mir zu denken gibt, ist die Selbstverständlichkeit mit der das im Alltag damals Platz hatte: von den älteren Schülern wurde uns gesagt: die sind halt so bzw. höchstens ein: “wenn es dir möglich ist, geh ihnen aus den Weg und schau, bzw. schätze dich glücklich, wenn du nicht in ihren Abteilungen landest.”
    Schwäche bzw. Sensibilität, ich möchte fast sagen, in jeder Hinsicht, war etwas, das wenig Platz hatte und zumindest ich für mich kann sagen, habe relativ schnell mir antrainiert, Gefühle auszublenden, zu funktionieren, dem zu entsprechen, was erwartet wurde:
    Was mir vor allem im Nachhinein Sorge bereitet sind all die, die in den 8 Jahren “auf der Strecke blieben”, die aus welchen Gründen auch immer rechtzeitig gegangen sind, weil sie gesehen haben, das “System” ist nichts für sie bzw. geflohen sind, nachdem sie schon “Schaden genommen” haben bzw. auch die, die jahrelang die Härte eines P. Leonhard oder P.Nikolaus über sich ergehen lassen mussten und niemand aus dem Umfeld (andere Lehrer, Kloster, Eltern, Mitschüler) hat was versucht, etwas dagegen zu tun, aufzubegehren. Sondern es galt als selbstverständlich und normal.
    Im Nachhinein tut mir das sehr leid, auch wenn mir bewusst ist und ich eingestehe, dass ich aus heutiger Sicht damals zu feig war, etwas dagegen zu tun oder aus damaliger Sicht niemals so dumm gewesen wäre, aufzubegehren und alleine dagegen aufzutreten bzw. es mir auch deswegen nie in den Sinn gekommen wäre, weil es einfach von den Großen und allen als “normal” und “passend” für uns kleine, die wir als Zehnjährige nach Kremsmünster kamen, hingestellt wurde und mit diesem System groß geworden sind.

    • vorzeitig gewechselt Says:

      Danke, Tatzel, tut gut, das zu hören! Ich bin einer von denen, die frühzeitig ausgestiegen sind. Da ich eine Vermutung habe, wer du bist, werde ich dir über deinen Facebook-Account noch mehr schreiben!

  141. walter trückl Says:

    liebe betreiber dieses forums,
    als altkremsmünsterer der 92 nach kremsmünster ins internat gekommen ist, möchte ich dich ganz herzlich biten diesen blog zu schließen. ich habe aufmerksam verfolgt was hier geschrieben wurde und mir scheint, dass dieser blog in den letzten tagen einen wandel vollzogen hat, der in keine gute richtung geht. auch ich war schockiert von den vorwürfen und hoffe auf aufklärung in den expliziten fällen für die es keine angemessenen entschuldigung gibt. mein respekt gilt denen die den mut hatten endlich ihr schweigen brechen zu können und ihnen widerfahrenes unrechtes verhalten zu artikulieren. auch ich wurde durch die detaillierte schilderung des internatslebens wieder zurückversetzt in die zeit im stift und es kamen unliebsame erinnerungen in mir hoch, doch:
    was hier nun passiert hat mit aufarbeitung, oder offen über vorgefallenes reden NICHTS mehr zu tun. es werden vermehrt unbescholtene präfekten, pädagogen, menschen von anonymen postern diffamiert und mit hören-sagen vorkommnissen angegriffen, ohne belege und noch schlimmer unter der mittlerweile vermischten thematik des sexuellen missbrauchs und der gewaltexzesse.
    ich halte es nicht für angebracht gegenüber den tatsächlichen opfern etwaiger sexueller übergriffe diesen blog mit anderen erlebten verfehlungen zu ‘verwaschen’ und integre, unbeteiligte menschen in diesem zusammenhang zu nennen.
    auch glaube ich nicht, dass es aufgabe dieses forums ist sich gedanken über strafmaßnahmen, die öffentlichkeitsarbeit des stiftes oder die vorgehensweise des krisenstabes zu machen. ich schätze die zusammenstellung des krisenstabes sehr (soweit ich diesen aus oö heute kenne) und denke dass sie ihre schwere aufgabe ernst nehmen und auch professionell und engagiert vorgehen. man bedenke dass diese situation auch für das stift eine herausforderung ist und sie eigentlich mehr falsch als richtig machen können. selbiges gilt auch für entschuldigungen und stellungnahmen….. was sollen die betroffen denn schreiben alle hier zufriedengestellt sind? welche maßnahmen sollen den ergriffen werden? manche meldungen in diesem forum haben einen fahlen beigeschmack von lynchjustiz. ist das der humanismus und sind das die werte die euch vermittelt worden sind, dass ihr nun mit verbalen heugabeln hinter beschuldigten herjagd?
    im sinne einer sachlichen aufarbeitung und als vorbeugende maßnahme, dass sich noch mehr altkremsmünsterer bemüßigt fühlen weitere unsachliche episoden hier auszubreiten, bitte ich nochmal DIESES FORUM ZU SCHLIEßEN UND UNTER UMSTÄNDEN AUF ANDERE KOMMUNIKATIONSWEGE UMZUSTEIGEN

    • martin Says:

      Lieber Walter,

      das Pro und Contra des Blogs wird an vielen Stellen bereits diskutiert. Würde es eine geeignete ALTERNATIVE geben, sollte man ernsthaft darüber reden. Diese gibt es aber noch nicht – und damit leistet der Blog einen sehr wertvollen Beitrag – für den sich auch P.Prior ausdrücklich bedankt (hier in diesem Blog!)

      Sehr viele Kollegen, mit denen ich am Wochenende gesprochen habe, kannten den Blog übrigens noch gar nicht, und hatten noch keine Gelegenheit, ihren eigenen Beitrag einzubringen.

      Ich möchte an dieser Stelle aber einen weiteren Schritt vorschlagen: Ich würde gerne eine PDF-fähige Zusammenstellung all jener Vorwürfe erstellen, die ohnehin außer Streit stehen. So können auch die damaligen und heutigen Eltern, die nicht mehr mit dem Internet sozialisiert wurden, einen eigenen Eindruck gewinnen.

      Auch deren Befinden und deren Fragen sollte einen nicht-zensurierten Raum bekommen!

    • Bessy Says:

      ich kann walter nur zustimmen!

      es entsteht (oder ist bereits entstanden) durch dieses öffentliche ausbreiten von persönlichen meinungen und erfahrungen (seien sie auch noch so schrecklich) ein sehr großer schaden für das gymnasium und das konvikt in deren jetziger form. eine historische aufarbeitung sieht anders aus – die sollte man fachleuten überlassen – dafür gibts auch andere medien (bücher, ausstellungen, persönliche interviews, …)

      auch hätte man sich als altkremsmünsterer in den letzten 20 jahren schon laufend über die am gymnasium und im konvikt bei vielen “tagen der offenen tür”, die übrigens auch ein tolles zeichen der veränderung sind (das hat es bei uns fürher nie gegeben) über den Zustand und die weiterentwicklung in die moderne informieren können. die einladungen seitens des gymnasiums an uns altkremsmünsterer und alle interessierten hat es dazu immer gegeben!

      dieses ganze öffentliche ausbreiten ohne sich vorher über die ist-situation und die entwicklung in den letzten 20 jahren zu informieren muss für alle patres, präfekten, lehrer, pädagogen, eltern und mitarbeiter, die heute im stift kremsmünster eine tolle arbeit leisten, ein hohn sein, den zu verarbeiten es auch nicht leicht sein wird. ihnen gehört eigentlich unser aller respekt, da sie alle gemeinsam dieses alte system, das hier andauernd beschrieben wird, abgeschafft haben und für unsere jetzigen und zukünftigen kinder eine tolle humanistische schulausbildung ermöglichen!

      schreibt die alten geschichten in geschichtsbücher (außer natürlich strafrechtlich verfolgbare) so wie es bereits unser roland girtler vor jahren gemacht hat, damit kann man diese erlebnisse in professioneller weise aufarbeiten. und die strafrechtlich bedenklichen vorkommnisse sind sache der polizei und der staatsanwaltschaft, aber sicher nicht eine sache dieses anonymen forums! es ist nicht alles, was nicht total öffentlich ist gleich ein “zensurierter raum”!

      ich kann ebenfalls nur bitten, diesen blog durch ein user-login nur für betroffene zugänglich zu machen!

      Bessy
      mj 1990

  142. aufdecker Says:

    Das ist aus versehen weiter oben reingerutscht
    Es war mir niemals ein Anliegen ein Nest zu beschmutzen, oder die Institution “Stiftsgymnasium Kremsmünster” zu verraten oder in ein schlechtes Licht zu stellen.
    Ich habe Vorkommnisse geschildert, die mir passiet sind, oder ich unmittelbar gesehen habe. Ich habe keine Dinge “Narrato referre” erzählt, da ich den Wahrheitsbeweis schuldig bleiben müsste. Die mittlerweile hunderten postings von anderen Übergriffen vor und nach meiner Zeit geben mir in meinem Tun Recht. Ich wollte vor allem den damals, heute und zukünftigen Verantwortlichen vor Augen führen, dass nicht alles Gold ist was glänzt. Es ist Aufgabe der Verantwortlichen genau hinzuschauen was passiert, und die eine oder andere Beschwerde ernst zu nehmen. Nicht immer wegschaun und als Phantasie oder “Zusammenreimen” abtun.
    Es gab zahlreiche Postings welche die Gerüchte von denen ich früher hörte, als selbst erlebt bestätigen. Es ist gut dass das Stift nun scheinbar “Tabula Rasa” macht, und P.P. eine Schverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft abgibt.
    Geschätzter Herr Abt, Werter P. Prior, lieber Wolfgang
    Ich habe in den Jahren in denen ich in Kremsmünster war sehr viel an Wissen und Bildung erhalten, worüber ich sehr dankbar bin. Ich habe Freunde fürs Leben gefunden, und einen Gemeinschaftssinn er-und gelebt der beispielgebend ist. Das werde ich nie vergessen Ich habe aber auch negative und abstossende Dinge erlebt, die ich ebenfalls nicht vergessen werde. Ich habe mich schon seit langem mit dem Gedanken getragen diese Vorkommnisse öffentlich zu machen. Offensichtlich war JETZT der richtige Zeitpunkt. Wir als Kinder haben die Übergriffe wahrscheinlich als nicht so schlimm erlebt, weil viele davon wussten. Als wir Männer waren haben wir uns geschämt, und deswegen geschwiegen.
    Ich mache keinen Unterschied zwischen den sexuellen Übergriffen seitens P.A.( und anderer vor und nach mir) und den Verprügelungen durch eben diesen , P. Leonhard und P. Nikolaus ( nota bene: ich meine nicht mehr oder weniger harmlose Waschen- falls es solche überhaupt gibt, sondern echte Prügel).
    Wenn aus den 80ern jemand diese Vorfälle leugnet, hat er sie erfolgreich verdrängt, und es bleibt zu hoffen dass sie niemehr hervorbrechen. Die meisten von damaligen Kindern sind heute Väter und machen Ihre Sache hoffentlich gut.
    Pater heisst Vater. Bei einigen schmeckt dieses Wort bitter.
    Die meisten waren ok. Einige waren sehr gut. Wenige waren der Horror.
    Ich möchte dass jene Patres, die sich etwas zu Schulden kommen liessen, offen und ehrlich bei ihren Opfern um Verzeihung bitten. Das soll jedoch anders aussehen als bei P.Alfons ( ” da hat er sich was zusammengereimt – kann mich konkret an nix erinnern- soll nicht als Missbrauch verstanden werden-vielleicht doch- Gefühle zu sehr gezeigt-alle Schüler gern gehabt-War nicht so gemeint….).

    Ich wollte dem Stift als Institution niemals Schaden zufügen. Da das nun geschehen ist bitte ich um Vergebung dafür. Ich habe mit meinen Schilderungen eine Lawine losgetreten, von deren Ausmass ich überwältigt bin. Ich ersuche Sie alle Vorwürfe ernst zu nehmen und zu prüfen.
    Ich verlange für alle Betroffenen eine formelle Entschuldigung.
    Fides et Auxilium (per omnes)

    • Bessy Says:

      dann könntest du ja jetzt – wo alles auch in behördlicher sicht ins laufen kommt, ebenfalls bitten, diesen blog zu schließen oder wenigstens ein user-login nur für betroffene einzurichten, oder?

      Bessy
      mj 1990

      • Aufdecker Says:

        Du hast Recht. Grosso modo kommen keine neuen Vorwürfe mehr ans Licht sondern es werden die erhobenen Vorwürfe bestätigt. Ich denke dass die Peiniger publik gemacht wurden. Ich hoffe auf Reaktionen unterschiedlichster Seiten.
        Es sollte aber auch in Zukunft für Opfer ein Raum geschaffen werden, in dem sie- anonym oder nicht- ihre Erlebnisse schildern können. Ich halte es hier wie ein Poster weiter oben. Auch das Drüber Reden oder Schreiben ist Therapie. Sollten irgendwelche EDV Spezis das in dieser Art bewerkstelligen können, ist es mir recht wenn dieser Blog geschlossen wird. Er wurde nie für Gaffer oder sensationsgeile Mitläufer eingerichtet.
        Zumindest war das nie meine Intention.

    • mj90krems Says:

      @aufdecker: Danke für deine Stellungnahme, und vor allem Danke für deinen mutigen Schritt den Stein ins Rollen gebracht zu haben. Ich habe mich in den letzten Wochen oft gefragt, wann denn endlich die Vorgänge im damaligen Konvikt ans Licht kommen werden. Ich selbst wäre für diesen Schritt zu feige gewesen und hätte in Ermangelung konkreter persönlicher Beweise nach so langer Zeit wohl auch nicht viel dazu beitragen können.
      Ich denke Du hast es sehr gut gemacht, dich auf die wesentlichen Punkte die Dir bekannt waren zu beschränken, weil Du damit anderen die Möglichkeit eröffnet hast sich ebenfalls zu ihren – leider viel traumatischeren – Erlebnissen zu äußern.
      Mir tut es auch leid, dass es wie Du oben erwähnt hast auch dazu gekommen ist, dass auch einige integre Persönlichkeiten im Stift ins Kreuzfeuer geraten sind. Du selbst trägst dafür jedoch keinerlei Schuld und es gibt deshalb auch keinen Grund für dich darum um Vergebung bitten zu müssen.

      Kurz: chapeau!

      @bessy: ich glaube Du hast Deinen Standpunkt bereits wiederholt klar gemacht, eine gebetsmühlenartige Forderung das Forum zu schließen trägt nichts zur weiteren Aufklärung bei, vor allem solange keine geeignete Alternative dafür vorhanden ist. Auch ein Login wie Du vorschlägst stellt eine Hürde dar, die die notwendige Anonymität der Berichte leider nicht mehr gewährleistet.

      • Bessy Says:

        @amj90krems

        @ “login = hürde”:
        ich glaube diese “hürde” wird von dir überbewertet. Mittlerweile ist doch schon genug anonyme öffentlichkeit dabei, oder? da könnte man es z.b. auch innerhalb der absolventen, stiftsangehörigen und eltern diskutieren.

        @ “gebetsmühlenartige Forderung”
        ich habe nun wirklich nicht viele beiträge hier geschrieben – aber das lasse ich mir nun auch nicht vorhalten, viele andere themen werden hier auch “gebetsmühlenartig” immer wieder vorgetragen!

        @”geeignete alternative fehlt”
        da sollte sich natürlich eigentlich derjenige gedanken machen, der diesen blog eingerichtet hat!

        auch möchte ich in diesem zusammenhanng dabei auf die aussendung unseres organisators des mj90-treffens hinweisen, die vor wenigen minuten an unseren mj gegangen ist, dann kommt man vielleicht ein wenig ins grübeln!

        Bessy
        mj 1990

  143. leonhard minutillo Says:

    Liebe Leute,

    “Blog schliessen” ist der falsche Ansatz, wobei die Rufe danach nicht überraschend kommen – Da hat wohl der ein oder andere das Gefühl, dass seiner Altkremsmünsterer-Herrlichkeit doch etwas zu heftig “an die Wäsche” gegangen wird (!).

    Natürlich ist es keine schöne Sache, dass hier Dinge vermischt werden, die nicht
    vermischt werden sollten – Sexueller Missbrauch ist eine Sache, sadistische Machtausübung eine andere, Kopfnüsse wiederum was GANZ anderes und offene Rechnungen untereinander sowieso indiskutabel.
    (Z.B. Martin Epple heute anzukreiden, dass er damals schon den Mund aufgekriegt hat, und das auch jetzt noch tut, ist wirklich mehr als arm) – aber es ist jeder dazu aufgerufen, die Dinge richtig zu stellen.

    Es wird doch keiner im Ernst glauben, dass sich ohne den Druck der Öffentlichkeit was tun würde, Öffentlichkeit ist allein schon deshalb wichtig, um Stifts- bzw. Kirchenintern den aufgeklärten Seilschaften vs. den “Mauerern” den Rücken zu stärken.

    Ich selber hab die Beschuldigten allesamt als arme Würste in Erinnerung, nicht als Monster.
    Eine Watschn war für mich als Schüler eher Triumph als Pein, hatte man es doch geschafft dem armen, einsamen Paterlein den letzten Nerv zu rauben – In der Oberstufe sind wir dazu übergegangen, zurückzuhauen, was die betreffenden dann nicht einmal gemeldet haben, und wahrscheinlich haben die
    das heute sogar schon verdrängt. (Vielleicht aber den ein oder anderen bewogen, meinem damaligen, glorreichen Rauswurf zuzustimmen).

    Vogelfrei zu sein war eine Gaudi (komme, wer sich traut!), und die Krampus-aktionen auch: endlich was los.

    Andere sind wilder unter die Räder gekommen, der eigentliche Skandal ist doch, dass hier offenbar Leute mit pädophilen Neigungen zum Einsatz kamen, und dass diese Neigungen (anscheinend, s.o.) durch entsprechende Vorgeschichten nicht wirklich ein Geheimnis hätten sein dürfen. Fatal insofern, als dass ein therapiebedürftiger Mensch hier ständig in Versuchung gebracht wurde, und die damaligen Studenten quasi als Versuchskaninchen missbraucht wurden.

    Wer ist schuld daran? Ich würde behaupten, dass selbst die damaligen Verantwortlichen bez. Sexualität zu verklemmt waren, um darüber auch nur nachzudenken, und dass das ganze im Grunde genommen der wirklich kranken Sexualmoral der Kirche entspringt. Natürlich muss man den Vorfwüfen im einzelnen nachgehen, und die Schuldigen muss man zur Rechenschaft ziehen, allein schon um den Opfern gerecht zu werden, das soll aber nicht allen anderen beteiligten Schweigern und nicht-Einschreitern die Gelegenheit geben, mit dem Finger auf die nun endlich gefundenen “Sünder” zu zeigen und selber weiter gemütlich “Radio Vatikan” zu hören.

    Grüsse, L.

    • Bessy Says:

      von blog “schließen” war nie die rede, aber auch öffentlichkeit sollte man mit maß und ziel einsetzen (wie bei allen dingen im leben)!

      wenn du nach deinem “glorreichen” rauswurf (wie du selbst sagst) mit kremsmünster nicht mehr so verbunden bist, muss das noch lange nicht heißen, dass das für andere auch so gilt!

      Bessy
      mj 1990

      • Attila Says:

        Tschuldige schon, aber du selbst hast hier bereits 5mal (wenn ich richtig gezählt habe) “Blog schließen!” gepostet.

        Ich kann verstehen, dass es für dich hart ist, das hier zu lesen. Du scheinst die Unbescholtenheit Kremsmünsters sehr nötig zu haben. Auch deine Katastrophe ist natürlich eine Katastrophe, zugegeben.

        Aber dieser Blog ist eine einzigartige Gelegenheit für viele Opfer, etwas loszuwerden, was sie seit langem bedrückt und ihre Gesundheit und ihr Glück bedroht.

        Wenn es zu tadelnswerten Einträgen kommen sollte, kann man diese jederzeit kritisieren und bloßstellen. Aber der Schaden, den du zu verhindern trachtest, ist weit kleiner als der, der durch prolongiertes Schweigen entstünde.

        Dass es hier Ehemalige gibt, denen nichts wichtiger scheint als den Opfern den Mund zu verbieten, wirft übrigens auch nicht gerade ein gutes Licht auf Kremsmünster, das solltest du bedenken.

        • Bessy Says:

          ich hab niemandem dem mund verboten sondern immer nur darauf hingewiesen, dass viele sehr persönliche und intime Dinge von namentlich genannten personen zu öffentlich diskutiert werden!

          tschuldige – diese kritik muss an einem so einzigartigen blog in der heutigen zeit doch möglich sein, oder? das wirft noch lange kein schlechtes licht auf kremsmünster (eher im gegenteil).

    • Altkremsmünsterer Says:

      Ich finde die obige Aussage zu Martin Epple durchaus erwähnenswert. Um es aber gleich vorwegzunehmen: Eine Rechtfertigung für Gewalt in irgendeiner Weise war sein Verhalten natürlich nicht – nicht einmal die Ohrfeige von Pater A., die er für seine Pfaffenaussage eingefangen hat, hat er sich verdient.

      Trotzdem: Wenn man schon die Vergangenheot gründlich aufarbeiten will, dann muss auch zur Sprache gebracht werden dürfen, dass es nicht nu unter den Patres, sondern auch unter den Schülern wirklich schwierige Menschen gab. Manche kamen durchaus schon vom Elternhaus her mit einem eher fragwürdigen ethischen Korsett ausgerüstet nach Kremsmünster.

      Es war sicher für die (im Vergleich zur Schar der Zöglinge wenigen) Patres zeitweise sehr schwer, mit einer Horde von über 200 Pubertierenden fertig zu werden. Auch das sollte man erwähnen dürfen. Da kann schon mal eine einzige abfällige Bemerkung über die Patres seitens eines rotzfrechen Schülers, der noch dazu vielen als massloser Angeber in Erinnerung geblieben ist, das Fass zum überlaufen bringen. Jeder, der dabei war, wird ja wohl selber wissen, dass dies nicht die erste Provokation war. Andererseits ist ihm Pater A. vermutlich “aufgesessen”, sodass man durchaus von gegenseitiger Provokation sprechen kann.

      Nocheinmal: Eine Ohrfeige ist dadurch trotzdem nicht gerechtfertigt.

      Aber: Es waren aber auch nicht alle Schüler gerade Engerl…

      • Altkremsmünsterer2 Says:

        Wisst ihr noch, wir nannten ihn „PSYCHO“ !!! Mann war der Typ drauf. Ihn zu „ärgern“ war eine mords Gaudi. Dann flogen die Sessel durchs Zimmer. Einmal fiel dabei sogar der Putz von der Wand. Einem schoss er mal seinen neuen superteuren Taschenrechner nach, auf den er so stolz war. Tja, Pech – aber Papi hat eh wieder einen neuen gekauft. Halleluja – der konnte ausrasten. Logisch, dass der Fig da auszuckt. Der M.E. braucht auf alle Fälle eine Therapie, das kann ich nur bestätigen. Mich wundert’s dass er nie jemanden umgebracht hat während seiner Anfälle.
        – BEATI PAUPERES SPIRITU

        • In der Klasse unter PSYCHO Says:

          Ja an den kann ich mich auch noch erinnern. Ich habe mich immer gewundert wieso der eigentlich so ausrasten kann. Wieso eigentlich. Haben da vielleicht auch die Patres beigetragen? Man muss sich fragen, ob da nicht eine sich gegenseitig verstärkenden Dynamik in Gang gesetzt wurde. Irgendwann weiss niemand wer eigentlich angefangen hat. Wieso hat da niemand eingegriffen? Von den Patres? Von den weltlichen Lehrern?

          PS: Am Schlimmsten war aber seine masslosse und immer völlig übertriebene Angeberei. Zu jedem nur erdenklichen Thema wusse oder hatte er mit Sicherheit etwas, was noch viel viel besser war. Ich glaube er wollte einfach immer zwei Stufen besser gesehen werden, als er eigentlich war. Ich war nicht in seiner Klasse, er war möglicherweise schon irgendwo unter den Guten dabei (sonst hätte er ja gar nicht all die tollen Taschenrechner und Computer einschalten können, die ihm seine Eltern immer zu Weihnachten geschenkt haben). Aber unter den Besten und Intelligentesten war er sicher nicht. Das wusste er selber am Besten, und deswegen versuchte er das irgendwie mit seinem Gehabe zu übertünchen. Wenn man ihm zuhörte, glaubte man Einstein persönlich vor sich zu haben. Mit dem Unterschied, dass Einstein sicher nicht den schnellsten Ski gefahren ist, den es überhaupt gibt…

          • die anderen ... Says:

            … aus dieser zeit sind jetzt um die 40.
            einer halt nicht, der glaubt selbst jetzt noch im stil eines pubertierenden oder einer dorfratschen andere leute ausrichten zu müssen.
            bist neidig oda wos?

            • Zum Kommentar zu M.E. Says:

              Also, ich finde die Aussage von @Altkremsmünsterer2 bedenklich.

              Selbst wenn M.E. damals so war und das viele bestätigen können, heisst das ja nicht, dass er auch heute noch so ist. Damals war er halt ein Kind. Inzwischen sind über 20jahre vergangen. Auch er hätte ein Recht gehabt auf eine solide Erziehung. Aber hat Kremsmünster das geboten? Dort muss man ansetzen.

              • Zu M.E. Says:

                Hmm, mag sein dass er sich geaendert hat. Aber sind wir sicher, dass der Schaden, den er (durch Kremsmuenster erhalten?) hatte, auch korrigiert wurde. Warum muss er dann bei einem Klassentreffen extra mit einem Uralt-Billig-Ferrari von Liechtenstein antanzen und angeben, wie toll er nicht ist? (dass er anschliessend beim Arzt war, weil die lange Fahrt ohne Stossdaempfer und nur 10cm ueber dem Asphalt seinem Kreuz nicht gut getan hat, hat er sicher nicht erzaehlt). Na ja, wie dem auch sei: in dubio pro reo, aber ich glaub nicht daran, dass man sich so aendern kann..

          • PSYCHO-logische Nachuntersuchung Says:

            Und wisst ihr Klugscheisser auch noch, was er (oder diverse andere) uns eigentlich getan hatte? Ich schon, nämlich nichts. Leider leider hab ich aber auch zu denen gehört, die da aus Gruppenzwang mitgemacht haben. Bin gar nicht stolz drauf und würde das echt gerne vergessen. Leider etwas spät für eine Entschuldigung. Die Psychos waren wir, nicht er.

          • Bringt Kremsmünster sowas hervor.. Says:

            Weiter unten steht dass er selbst Jahrzehnte nach der Matura noch glaubt, er muss sich durch Angebereien “Respekt” verschaffen.

            Mit Ferrari zum Maturatreffen, wobei dieser dann natürlich zum Hauptgesprächsthema wird. Das ist echt krass…

            Und das mit 40…

        • mj90krems Says:

          Ich glaube nicht dass derartig letztklassige Untergriffe gegen ehemalige Schüler – noch dazu mit vollem Namen – hier angebracht sind. Ich kann darin keinen wesentlichen Beitrag zum aktuellen Thema des systematischen Missbrauchs in Kremsmünster erkennen, außer dass wohl diejenigen die sich offen dazu äußern und damit wohl heute und auch damals schon unbequem waren, nachhaltig in den Dreck gezogen werden sollen.

          • Kein Harter Says:

            ….muss das schön sein, wieder mal über einen Schulkollegen so herfallen zu können, ganz wie in alten Zeiten! Ist Euch ja auch gut beigebracht worden, wie man sieht. Das hat Euch sicherlich auch im weiteren Leben entscheidend weitergeholfen. Mein herzlicher Dank an dieser Stelle gilt all jenen “Starken” und selbsternannten “Harten”, die andere zum Gespött machten und ihnen die Schulzeit durch ihre “Fürsorge” unvergesslich machten. Und natürlich auch all denen, die tatanlos zusahen bzw. in den chor miteinstimmten. Danke!

        • PSYCHO-Analyse Says:

          Vom Standpunkt der Beleuchtung, ob und inwieweit das Verhalten der Schüler sich auf das Verhalten der Patres und Professoren ausgewirkt haben könnte, is der Beitrag durchaus gerechtfertigt. Ob Martin Epple tatsächlich so einen schlechten Charakter gehabt hat oder nicht, wie oben beschrieben, kann ich nicht beurteilen. Es interessiert mich auch nicht, und ich denke es ist auch nicht per se relevant hier.

          Ich kann mir aber vorstellen, dass derartige Verhaltensweisen einerseits von den Patres selbst provoziert wurden: Wie wir jetzt wissen, waren sie ja selbst gewalttätig und haben die Kinder missbraucht, müssen also auf diese Weise auch bei den Schülern viele Hemmungen abgebaut haben. Andererseits wird das Verhalten der Schüler sich wiederum auf das der Professoren ausgewirkt haben. Zumindest bei einigen Schülern wird man dies sagen können.

          Wenn also einmal die Spirale in Gang gesetzt worden ist, gibt es fast kein Zurück mehr. Einem tollwütigen Hund weicht man ja auch besser aus, anstatt ihn herauszufordern – weil es eben intelligenter ist, zu überleben, als es darauf ankommen zu lassen. Mag sein, dass Martin Epple nicht sehr intelligent reagiert hat, den Grund für dein Verhalten darf man aber allemal hinterfragen. Vermutlich hat Pater A. seinen Teil dazu beigetragen, zumal man ja bei den nunmehr bekannten Tatsachen durchaus den Vorwurf erheben kann, die Patres seien selbst nicht imstande gewesen, durch eigenes (besseres) Vorbildverhalten das Verhalten ihrer Schüler in positiverer Weise zu beeinflussen, um aus ihnen erwachsense, reife Menschen zu machen. Stattdessen haben sie lediglich selbst oft mit Gewalt reagiert. Kein Wunder dass manche ohnehin schon “problematische” Schüler da keinen normalen Entwicklungs- und Reifeprozess durchleben konnten. Das ist das wahre Drama.

        • ein 88er Says:

          finde es eine Sauerei, dass über den Betreffenden hier so feige, mies und natürlich anonym hergezogen wird!! Der hatte nämlich auch durchaus ziemlich gute Seiten. Hat mit mir damals ohne irgendeine Gegenleistung Nachhilfestunden gemacht, mich auf die Versatzprüfung vorbereitet und sich beim Leher für mich eingesetzt. Das hat viel dazu beigetragen, dass mir ein Nachzipf erspart blieb. Danke Martin, ich hab’s Dir nicht vergessen!

      • Martin_Epple_MJ87 Says:

        Obwohl es hier in ziemlich unfairer Weise anhand meiner Person illustriert wird: die Gewalt der Schüler untereinander in physischer und psychischer Hinsicht ist durchaus ein würdiger Diskussionspunkt.

        Es stimmt schon, ich war in meiner Schulzeit sicherlich einer der gerne in die Opferrolle gedrängt wurde. Ich bestreite dabei weder, dass ich das sozusagen „meinige“ dazu beitrug, noch, dass ich oft genug übertrieb und ganz besonders nicht, dass ich mich eigentlich nie drum scherte, ob mich nun manche gut leiden konnten oder nicht.

        Allerdings war ich keineswegs irgendwie der einzige und auch nicht derjenige, der am schlimmsten dran war. Fast jeder im Internat kam phasenweise mal unter die Räder, vor allem unter die der älteren Schüler. Dabei ging es im seltensten Fall um eine Auseinandersetzung unter physisch annähernd Gleichen. Und fast alle von denen, die wirklich ganz mies behandelt wurden, haben irgendwann das Internat und die Schule verlassen. Meines Erachtens und aus heutiger Sicht sind wir hier durchaus im Bereich von systematischen Misshandlungen und – im Falle von Erziehern und Lehrern – unterlassener Hilfeleistung. Es gab schlicht niemanden, an den man sich hätte vertrauensvoll wenden können.

        Bei mir persönlich lief es eigentlich immer gleich ab: es taten sich stets mehrere andere Schüler zusammen, um mich entweder zu Ihrer eigenen Belustigung solange zu hänseln und zu provozieren, bis es tatsächlich etwas für sie zu Lachen gab oder aber um mich in trauter Gemeinschaft abwechselnd physisch zu traktieren. Ich weiss noch gut, dass es für diese Art der Sonderbehandlung genügte, bei Begegnungen mit älteren Mitschülern am Gang nicht weit genug auszuweichen bzw. sich an den Rand zu drücken oder aber auf irgendeine bewusste verbale Provokation seitens der Älteren nur schon zu antworten.

        Damals wuchs man mit diesen Mechanismen auf, sie waren schon sozusagen vorgespurt vorhanden als man im Internat ankam und niemand hat das hinterfragt, geschweige denn eingegriffen, kein Lehrer, kein Erzieher und meist auch kein Mitschüler. Schliesslich wurden die Dinge durch den Erziehungsapparat im Internat ja auch so aktiv vorgelebt, mit Sicherheit die rohe Gewalt unter den Schülern ganz bewusst geduldet, in manchen Fällen sogar gefördert. Mancher hat diese Kultur dazu missbraucht, seine eigenen Aggressionen z.B. an mir abzubauen und ich wiederum habe die dadurch „gewonnenen“ Aggressionen meinerseits wieder irgendwie abgebaut. Ich persönlich habe das damals und heute für mich abgehakt, ich grolle niemandem und hoffe, dass auch mir keiner grollt. Weder die Mitschüler, die mich plagten, noch ich selbst, wussten es damals als Teenager besser, weil uns niemand einen vernünftigen, menschlichen und respektvollen Umgang miteinander beibrachte.

        Nach 25 Jahren sind dann wohl immer noch einige übrig, die es bis heute nicht besser wissen. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

      • Die vollständige Pfaffenaussage Says:

        Ich habe diesen Blog mit grosser Aufmerksamkeit gelesen und will hier etwas anfügen. Die oben spöttisch erwähnte „Pfaffenaussage“ entstand, als P. Alfons den Martin E. lautstark wegen irgendeines lächerlichen Vergehens zur Rede stellte, wobei ich mich nicht mehr dran erinnere, um was es eigentlich ging. Jedenfalls verpasste P. Alfons, ausser sich vor Wut, ihm mit lauten Schimpfworten eine oder mehrere so saftige Watschen, dass der Martin über einen Sessel flog. Dieser rappelte sich auf und rief zornig „von euch rückständigen Pfaffen lass ich mir gar nichts sagen“. Dann fügte er leiser noch hinzu „vor allem nicht von solchen, die auf kleine Jungs stehen“. Ich stand direkt daneben und hielt die Luft an, denn es war unglaublich, dass jemand so etwas laut aussprach. Ich dachte und erwartete, jetzt schlägt der P. Alfons ihn halb tot. Doch es geschah Unglaubliches: dieser liess von ihm ab! Ich war völlig perplex.

        Ich war nun keineswegs jemand, der damals dem Martin recht gab, leider eher im Gegenteil. Erst heute kann ich mir einen traurigen Reim auf diesen Vorfall machen und muss anerkennen, wie viel richtiger Instinkt, Mut und Rückgrat hier bewiesen worden ist und vor allem, wie sehr er, trotz seiner Unbeherrschtheit, den Nagel auf den Kopf traf. Ausserdem muss ich rückblickend einräumen, dass dies wohl keineswegs nur bei diesem Vorfall so war. Nicht nur, dass sich da einer öfter gegen echt unsinnige, erniedrigende und ungerechte Regeln wehrte, sondern auch dass er als einziger und regelmässig unter durchaus heftiger Kritik einiger seiner eigenen Mitschüler (!) aussprach, was alle anderen kaum zu denken wagten. Es gibt wirklich keinen Grund, die wenigen Querdenker von damals hier schlechtzureden, nur weil man selbst zu angepasst, zu unkritisch und zu feige war.

        • An M.E. Says:

          Martin,

          schoen geschrieben ueber dich selbst.

          Aber bist du sicher, dass es so war?

        • Pfaffen.... Says:

          die Wortwahl war nicht gerade sehr zeitgemäss! Finde schon, dass man das auch anders hätte sagen können.

          • Alexander Nader Says:

            die Watschen waren sicher zeitgemäß……
            worüber regst du dich auf?! Gehts hier um “Übergriffe” Physischer Natur(=Prügel) oder rhetorischer Natur (=Pfaffe).
            Bleiben wir bitte beim Thema…

        • Kolbi Says:

          hinter vorgehaltener Hand sprachen wir doch damals alle von den “Pfaffen”, also entspricht es doch dem damaligen Sprachgebrauch

          • ein verweichlichter Says:

            das wort find ich jetzt gar ned wirklich so negativ. vielleicht a bisserl unhöflich aber wer kanns einem schon verdenken zwischen zwei watschn?

        • Eintrag über sich selbst.. Says:

          An M.E: Schön, der Beitrag, aber warum schreibst du jetzt anonym als “Die vollständige Pfaffenaussage” über dich selbst?

          • Schlechtmacherei Says:

            also ein paar Leute hier setzen offenbar echt alle Mittel ein, um einige andere persönlich niederzumachen. Lassts das doch bitte sein! Jeder soll hier anonym oder mit Namen über alles, was mit Kr zusammenhängt, schreiben dürfen, selbstverständlich auch über sich selbst, seine Erfahrungen und seine Erinnerungen. Es ist echt total niveaulos, über namentlich genannte andere ehemalige Schüler anonym und ohne jeglichen Themenbezug herzufallen.

          • ...ah geh, Der-selber-ohne-Name-ist Says:

            blablabla und stänkert lieber anonym weiter

          • einer der's genau weiss Says:

            hey, du sherlock! Hast ned gwusst dass der Fig unter dem Pseudonym M.E. schreibt??

          • einer der's genau weiss Says:

            hallo o grosser sherlock! Hast ned gwusst dass der Fig unter dem Pseudonym M.E. schreibt??

      • Martin_Epple_MJ87 Says:

        Ich schrieb jenen Beitrag, wo mein Name dransteht. Zu den diversen erwähnten (Ab-)Qualifizierungen meiner Person, die Geschichten und angeblichen Zitate will ich mich hier nicht äussern. Erstens sehe ich dazu keinerlei Veranlassung und zweitens ist das alles so lange her, dass ich selbst gar nicht mehr wüsste. MfG

        • An M.E. Says:

          Martin, eine Frage hätt ich an Dich, ist nicht abqualifizierend gemeint: In der 8. hattest Du doch ziemlich ungewöhnliche Privillegien, das war nicht zu übersehen – z.B. Stichwort Bandraum, Moschee etc. Da kam nicht nur Kollegen, sondern auch so manch Schwarzgewandeter auf ein Glaserl Hochprozentiges und eine Zigarre vorbei, daher war das sicher jedem bekannt und geduldet (auch von P. Alfons). Kann es sein, dass Du über die Missbrauchsfälle damals schon mehr wusstest als andere? Bitte nicht falsch verstehen! Falls dem so ist, lass den Behörden bitte diese Informationen zukommen. Danke und viele Grüsse

          • Martin_Epple_MJ87 Says:

            Nein, ich hatte keine Ahnung und bin immer noch sehr überrascht davon, was einige hier berichten. Auch mir waren während meiner Schulzeit zwar Gerüchte und Witzeleien bekannt, diese habe ich jedoch nicht weiter ernst genommen. Es ist bei mir persönlich kein einziges mal vorgekommen, dass dieser Themenbereich Gegenstand eines ernsthaften Gespräches war, weder mit Mitschülern noch mit weltlichen Lehrern und auch nicht mit Mitgliedern des Konvents. MfG

            • ein paar jahrgänge nach M.E. Says:

              ich hab erst vor 2 jahren das erste mal von einem sehr konkreten gerücht gehört, und habe danach lange in mich hineingehört, wie ich so lange keine ahnung haben konnte – du hast es perfekt auf den punkt gebracht: “Gerüchte, Witzelein, aber niemals Gegenstand eines ernsten Gesprächs”. Genau so war es! an KONKRETE gerüchte in bezug auf personen kann ich mich überhaupt nicht erinnern – körperliche gewaltexzesse natürlich ausgenommen, die hab ich ja oft genug mit ansehen müssen.

              umso trauriger, wenn auch die lehrer damals nach eigener aussage deshalb nichts unternahmen, weil es ja nur “viele gerüchte gab”. die hätten das professioneller einschätzen müssen als wir kinder. da es sich HEUTE teilweise noch um die selben personen im lehrkörper handelt, habe ich hier kein sehr gutes gefühl, was die sensibilität und die zivilcourage betrifft.

  144. peior Says:

    verlogenheit. abt verweist auf diözesane(!) kommission zur lückenlosen aufarbeitung. verlogenheit. ausdruck tiefsten bedauerns. verlogenheit.
    fast hätte mich kremsmünster getötet. verlogenheit. neben therapieresistenten dauerhaften seelischen schäden bedeutet kremsmünster zusätzlich eine materielle katastrophe für mich. verlogenheit.
    solange kremsmünster keinen entschädigungsfonds einrichtet. verlogenheit. du hast gelitten, wir zahlen dir eine therapie. verlogenheit.
    wir müssen uns stift kremsmünster als gewaltätigen ort denken.

  145. Krisenmanagement Says:

    Zum Thema Krisenmanagement seitens der Abtei:

    Ich finde dass das Krisenmanagement, jetzt einmal abgesehen von den anfaenglichen Verharmlosungsversuchen, im grossen und ganzem sehr professionell war.

    Hut ab vor Abt Ambros und dem von ihm einberufenen Krisenstab, der hier offensichtlich wirklich reinen Tisch machen will.

    Es haben sich auch immer wieder Vertreter des Stiftes hier in diesem Blog zu Wort gemeldet, und klare oeffentliche Statements abgegeben, was ihre Dialogbereitschaft zeigt.

    Der Vorwurf, dass das Krisenmanagement nicht professionell oder dialogbereit sei, ist sicher nicht gerechtfertigt und ist wohl allzu vorschnell gemacht worden.

    Man dard aber hinzufuegen, dass es ohne ein oeffentliches Forum wie dieses so schnell gegangen werden.

  146. peior Says:

    phrasen. reiner tisch. phrasen. professionell und dialogbereit. phrasen. krisenmanagement. verlogenheit. phrasen. klarheit und barmherzigkeit. verlogenheit. heute so wie damals. die hand, die dir zum friedensgruss gereicht wird, prügelt dich halb tot. verlogenheit. ich wollte kein sadist sein. verlogenheit. wir müssen uns stift kremsmünster als gewalttätigen ort denken.

  147. paulibaer Says:

    warum haben den plötzlich einige schon wieder angst, dass zuviel, zuwenig oder gar was falsches gesagt wird?
    geht es hier um institutionen, image oder prestige?
    die forderung den blog zu schließen ist in keinster weise nachvollziehbar. die, die das fordern leben wahrscheinlich geistig immer noch in diesem repressiven system. hätte es diese kommuniktionstechniken schon früher gegeben hätten diese sadisten sicher nicht so lange ihr unwesen treiben können

    • Bessy Says:

      auch manche auslöser bzw. aufdecker der sache denken schon darüber nach das ganze nicht mehr so öffentlich zu gestalten (siehe weiter oben)!

      Bessy
      mj 1990

  148. kephas Says:

    Die Stellungnahme von Pater Alfons hat uns jetzt wieder einmal auf die Startseite sehr vieler Online-Medien (Presse, Standard, News, ORF, Kurier, Krone u.v.m) katapultiert.
    Wohlgemerkt mit 2 Tagen Verspätung.

  149. Ente Says:

    Auch ich war in der jetzt viel gescholtenen Zeit im Stift. Gerade Pater Alfons habe ich aber viel an meiner Liebe zur Musik zu verdanken. Das ist ein sehr großer Teil davon, was für mich Kremsmünster heute noch ist. Wenn ich die Geschichten jetzt lese, dann ist das eine Zeitreise für mich und viele Erinnerungen werden wach, vieles davon ist ganz und gar nicht schön. Die Brutalität, die Angst, wenn man etwa Leo mit den Schlüsseln rasseln hörte, daß man schleunigst abbog und die andere Stiege nahm. Das alles habe ich auch miterlebt und mitgemacht, es war nicht schön, hat aber, soweit ich es sagen kann, keine bleibenden Schäden hinterlassen. Es bleibt aber jetzt für mich das Gefühl, daß ich wohl einfach nur Glück hatte.

  150. kephas Says:

    Laut heutiger Auskunft des Admins der Homepage des Kremsmünsterer Vereins arbeitet man an einem Forum:

    “Es wird wohl (ziemlich sicher) in den nächsten Tagen auch ein Forum online kommen, das direkt auf der AK-Seite liegt.”

    • eine frage von tagen ;-) Says:

      die einrichtung eines forums dauert für eilige etwa 10 minuten – und in keinem fall länger als 1 tag.

      • kephas Says:

        Das die technische Realisierung eine Arbeit von “ein paar Minuten” ist, ist mir klar.
        Dem technischen Admin sind aber ohne Freigabe durch den Vorstand bzw. die Funktionäre die Hände gebunden. Und deren Mühlen mahlen ziemlich langsam.

  151. peior Says:

    verlogenheit. klare und transparente aufklärung. phrasen. wir sind erschüttert äussert der abt. phrasen. sadismus. gedankelos. launenhaft. unbeherrscht. verlogenheiten eines alternden folterknechtes. schon des priesteramtes enthoben? noch im habit? wann hinter gittern? sadismus. bedauere ich zutiefst durch mein verhalten traumatisiert und seelisch verletzt zu haben.sadismus. verlogenheit. wer hat ihm solch rede verliehen? etwa der heilige geist? entschuldigung! mehr kann ich im nachhinein nicht tun. phrasen. verlogenheit. sadismus. heute. hier. jetzt. mehr kannst du im nachhinein schon tun. phrasen. kann ich meine fehltritte heute weder ungeschehen noch wieder gut machen. phrasen. verlogenheit.sadismus. karfreitagszerknirschung, sühne, mit anschließender absolution. auferstehung. sadismus. verlogenheit. danke für alle freundschaft! verlogenheit. bitte gern. ich war nicht dein freund. ich war dein zögling. in der ausbildung zu sadismus, machtmissbrauch, schwerster psychophysischer misshandlung. nach aussen als humanistische elitebildung getarnt. betrug. phrasen. sadismus. entschädigung der opfer? schweigen. verlogenheit. wir müssen uns stift kremsmünster als gewalttätigen ort denken.

  152. zeus Says:

    http://www.stift-kremsmuenster.at/index.php?id=741

    beim schönen stiftertag sieht man wie ein krimineller sadist und kinderschänder, edelst gewandet die messe hält.
    da kann er den kelch noch so fest halten, er weiß ja was ihm einmal bevorstehen wird.

    schon seltsam, wie viele menschen intern und extern von diesen umtrieben wussten nur die mitbrüder nie den hauch einer ahnung hatten. sehr seltsam, denn man schwört ja so auf die starke und enge klostergemeinschaft. sehr seltsam einen menschen wie pater p. nicht schon vorher wirklich und entgültig abmontiert zu haben. und keiner hats gewusst scheint ja fast pathologisch für unser land zu sein. pathologisch für einen verlogenen katholizismus, für ein verlogenes system. jeder gerade, aufrichtige christ weiß was er zu tun hat!

    • kephas Says:

      Ich will da jetzt nicht den Katholizismus verteidigen.
      Aber man macht es sich dann doch etwas zu einfach alles nur dem Katholizismus und – von Dir bzw. in diesem Blog zwar nicht erwähnt – dem Zölibat “unterzuschieben”.
      Teile eines fragwürdigen Ganzen sind sie aber jedenfalls.

  153. jo eh Says:

    dieses forum hat was bewegt und soll das auch weiterhin tun

    um die anonymität besser zu wahren ein link zu einem anonymizer:

    http://www.torproject.org/torbrowser/index.html.de

    und ergänzend eine neue e-mail adresse erstellen (z.b. http://www.gmx.ch )

    ein reinigendes gewitter wird die qualität der bildung und erziehung heben und allen beteiligten helfen

    weg mit dem teppich!

    ein vom schlimmsten verschonter

  154. siegi Says:

    Ich bin 1966er Jahrgang und habe in der Hauptschule (ich ging nicht in Kremsmünster zur Schule) erlebt wie ein einziger Lehrer Schüler aufforderte vor anderen stramm zu stehen und seinen Faustschlag in den Magen abzuwarten. Dieser Lehrer hatte auch seinen grossen harten Schlüsselbund durch die Klasse geworfen (und gut getroffen).
    DAMALS hatte das für uns eine gewisse Normalität (ca. 1972). Alle anderen Lehrer kamen ohne Prügeln aus.

    Es ist schlimm was euch passiert ist. Was damlas als “normal” galt, kann man keinesfalls mit heutigen Maßstäben messen. Da hat sich ZUM GLÜCK viel geändert!

    Ich möchte euch Mut geben geschlossen aufzutreten. In klaren moeglichst objektivierten Worten und allen in der heutigen Zeit als klare Mahnung und auch als Fingerzeig zu dienen. Was FALSCH war wird immer FALSCH bleiben – versucht fuer euch einen Weg zu finden, dass diese Schatten der Vergangenheit euch nicht mehr energetisch erreichen.

    Steht zusammen und gebt ein Beispiel wie man als Erwachsene mit dieser Situation umgehen kann!

    Genauso wie bei den Verbrechen in der Zeit des Dritten Reiches soll es uns HEUTE darum gehen zu verhindern dann andere dieses Schicksal erneut durchleiden müssen!

  155. peior Says:

    verlogenheit. phrasen. sadismus. zum bevorstehenden fest der heiligen osternachtsfeier wäre eine horde dreckiger schweine durch die stiftskirche direkt auf den hochaltar loszulassen. mögen sich die österlichen jubelchöre mit dem grunzen von dreckigen schweinen vereinen! zur höheren ehre. verlogenheit. meine schüler habe ich ausnahmslos gern gehabt. phrasen. verlogenheit. mit der peitsche hast du mir die lateinvokabeln hineingedroschen.sehr gern. mag sein, dass ich meine gefühle oft zu wenig, hass,manchmal auch gar nicht, misshandlung, bei anderen gelegenheiten wieder zu deutlich, sadismus, und auf unzulässige weise, missbrauch, gezeigt habe. verlogenheit. phrasen. weihwassergewäsch, um einen imageverlust in der öffentlichkeit zu vermeiden.wir bitten um entschuldigung. phrasen. mein blut ist im kopfsteingepflasterten stiftshof versickert. sadismus. verlogenheit. eine anfängliche leugnung durch einen mitbruder wurde zurückgenommen. verlogenheit. wohin zurückgenommen? phrasen. entschuldigung. sadismus. vergebung. missbrauch. reue. perversion. beten. peitschen. verlogenheit. der leib christi.amen. erstick dran. perverser. maria mit dem kinde lieb. phrasen. uns allen deinen segen gib. sadismus. schönreden. phrasen. entschädigung nicht vergebung. schadenersatz nicht barmherzigkeit. phrasen. verlogenheit. sadismus. wir müssen uns kremsmünster als gewalttätigen ort vorstellen.

    • Aufdecker Says:

      Bist du sicher dass du hier richtig bist?!
      Schreib Deine Geschichte hier so dass jeder sie versteht, oder schreib ein Buch wo’s wurscht ist ob’s wer versteht. Wenn’s um literarische Ergüsse gehen soll, ist das hier der falsche Platz.
      Die Gefahr dabei ist nämlich dass jetzt selbsternannte Racheengel daherkommen, die alle und alles in den Dreck ziehen.
      Kremsmünster ist mit Sicherheit kein gewalttätiger Ort- und das ist den meisten hier auch bewust. Es sollten und sollen lediglich dei Auswüchse des Systems aufgezeigt werden, damit die jetzige aber auch künftige Generationen davor bewahrt bleiben.

      • peior Says:

        verlogenheit. ich bin sicher, dass ich hier richtig bin. racheengel halte ich für eine wenig erkenntnisleitende metapher. ich habe mich nicht selbst ernannt, sondern wurde auserkoren als opfer sadistischer gewaltrituale des machtmissbrauchs. diese auswüchse zeige ich auf. sollte meine form – textlinguistisch – nicht den gepflogenheiten selbsternannter aufdecker entsprechen, muss sich niemand gezwungen fühlen sich mit ihr zu befassen. schmerzen äussern sich zuweilen nicht nach dem subjekt prädikat objekt schema.

        • mj90krems Says:

          @aufdecker jedem sollte erlaubt sein sich auf seine art auszudrücken, und jeder hat auch seine persoenliche geschichte dahinter
          @peior ich habe den eindruck gewonnen dass es sich bei “aufdecker nicht um einen selbsternannten solchen handelt, sonder tatsaechlich um jenen der den stein ins rollen gebracht hat.
          ausserdem ist auch klar wer unsere eigentlichen opponenten sind und sollten diese daher zumindest heute nicht untereinander suchen.
          also peace

        • Aufdecker Says:

          wenn ich deine Beweggründe verkannt und dich beleidigt habe-sorry.
          Gerade wegen der auch von dir angesprochenen Rituale und Auswüchse bin ich letzte Woche an die OÖN herangetreten. Ich bin nicht selbsternannt oder mediegeil. Ich habe abgelehnt mit dem ORF oder PRO7 zu sprechen. Ich will mich nicht in den Vordergrund spielen, und mich an den Berichten ergötzen.
          Es sind jetzt andere Instanzen mit der Aufarbeitung und restlosen Klärung betraut.
          Ich denke genauso wie ILIAS weiter unten:
          ” Wenn nur ein kleiner Teil dessen stimmt ( ich glaube dass alles stimmt), dann bete ich zu wem auch immer dass er nie wieder ruhig schlafen kann, und selbst im Greisenalter hinter jede Tür im Dunkeln schaut, ob niemand dahinter steht, der ihn für seine Verbrechen zur Rechenschaft zieht. Dass ersich an nichts erinnern kann glaubt wohl niemand mehr- nicht einmal in den eigenen Reihen. Er hat nicht nur uns Schüler von damals belogen sondern auch seine Mitbrüder allen voran den Abt und den Prior.
          Quod erat demonstrandum!!
          Was wäre wenn er als “vogelfrei” erklärt würde. Ich denke darüber hat er sich noch keine Gedanken gemacht. Ich vertrete nicht die Aug um Aug Theorie, kann aber verstehen dass der Eine oder Andere ziemlich aufgebracht ist.
          und das ist mein letztes wort in dioeser Causa: ” Fig! Sei froh dass du das nicht meinem Kind angetan hast! Du hättest keinen Spass mehr auf diesem Planeten”

  156. zeus Says:

    beim herrgott, freilich kann man nicht alles dem katholizismus unterschieben. will ich auch nicht, doch es ist bezeichnend in welchen systemen dieser missbrauch fußen kann, nämlich dort wo wasser gepredigt und wein getrunken wird, dort wo niedertracht unter dem banner christlicher werte herrscht, dort wo eine männerhierachie völlig fehlgeleitet uneingeschränkt herrschen kann und diese voraussetzungen finden sich teilweise hinter klostermauern, gibts ja zahlreiche gschichtln um die machtgeilen menschen die sich dort profilieren können, jeder weiß dass, der in einem stiftsort lebt, in eine kath. schule gegangen ist..etc.

    das traurige ist das wegschauen, das systematische wegschauen, denn das ist das bezeichnende, wie so oft schon haben wir weggesehen, wie so oft schon haben wir dem sadistischen treiben keinen riegel vorgeschoben wie so oft schon haben wir alle weggesehen (ausnahmen gibt es immer, ein hoch auf diese menschen)

    und erklären kann mir das keiner, dass man mit hochgradig gestörten menschen mit denen man unter einem dach, unter einer regel, in einer gemeinschaft lebt nicht ein bisschen genauer kennen kann. jeder hats gewusst nur wir kuttenträger nicht. aber dann kann ich auch nicht von pädagogischer kompetenz sprechen die die mitbrüder da an den tag legen.

    die jetzige debatte ist was kremsmünster betrifft eröffnet worden mit kommentaren die an zynismus eigentlich nicht mehr zu überbieten waren (handlungen die bedauerlicher weise als missbrauch ausgelegt worden sind… etc.)

    nun ist die verfahrensweise seitens des stifts aber wenigstens konsequent und ich denke auch, dass die öffentlichkeit weiß, dass etwaigige skandale der vergangenheit angehören.
    zeigen wird sich aber noch wie letztlich mit den honorigen alten kinderschändern umgegangen wird. denn ja das ist schon was katholisches: nächstenliebe kann man sehr ambivalent einsetzen, auslegen, ausleben und anwenden.
    bei kinderschändern sinds dann meistens sehr nächstenlieb und gnade ist ja auch was christliches.

    • fr. Franz Says:

      Ja, es sind Dinge passiert, die zu verurteilen sind. Aber der Herr Abt sowie der ganze Konvent bitten alle Opfer, sich zu melden … bei der diözesanen Kommission gegen Missbrauch und Gewalt oder – wenn man den kirchlichen Stellen nicht mehr vertrauen kann – bei den staatlichen Behörden. Ich denke, das ist der richtige Weg. Kollektive Angriffe auf die Lebensform “Kloster” helfen aber weder den Opfern, das große Leid das ihnen zugefügt wurde zu verarbeiten noch sonst irgendjemandem. Und zum Umgang mit Mitbrüdern, die Schuld auf sich geladen haben möchte ich folgendes anmerken: ich kenne eine Frau, deren Sohn einen Mord begangen hat. Sie besucht ihn in der Strafanstalt und hält zu ihrem Sohn. …wie sollten jetzt wir als Klostergemeinschaft reagieren?!

      • mj90krems Says:

        Ich finde auch es macht keinen Sinn das Kloster kollektiv zum Schuldigen zu machen, und ich verstehe auch bis zu einem gewissen Maß die Solidarität innerhalb dieser Lebensgemeinschaft.
        Um beim konkreten Beispiel zu bleiben, denke ich daher dass es durchaus in Ordnung ist wenn Mitbrüder die dann hoffentlich verurteilten Täter auch ab und an in der Strafanstalt besuchen werden.

        • Bessy Says:

          diese antwort an fr. franz von dir war aber jetzt auch ein wenig zynisch, oder nicht?

          ich glaube fr. franz hat mit dieser frage und diesem beispiel ein wenig weiter ausgeholt, als du in deiner antwort darauf eingegangen bist!

          Bessy
          mj 1990

        • mj90krems Says:

          Meine Interpretation des Beispiels von Fr. Franz ist durchaus ernst gemeint, ich finde dass derartige “Gleichnisse” manchmal sehr gut geeignet sind die aktuelle Situation zu beschreiben.

      • g_mj87 Says:

        Werter Fr.Franz: Sie können ja P.Alfons in der Haftanstalt besuchen. Ich werde das auch genau einmal tun und ihn dann endgültig aus meinem Kopf löschen. Aber wie es aussieht müssen Sie wohl P.Petrus besuchen. Denn ihn habt ihr in Eurer Verzweiflung auf Grund des brachialen Drucks dieses Blogs den Medien jetzt zum Fraß vorgeworfen. (Ein sog. „Bauernopfer“) Aber er ist nur ein weiteres Produkt des sadistischen Regimes des P.Alfons., der Wurzel allen Übels in ihrem Kloser.

        • Ilias Says:

          ich halte es mit g_mj87.
          ABER: P.Petrus war nach meiner und seiner Zeit.
          Ich hab keine Ahnung was er getan hat, aber die obigen Aussagen lassen nichts Gutes erwarten. Ich bin aber auch der Ansicht dass P. Alfons sich den Behörden stellen MUSS. Über seine über Dekaden gehende Herrschaft sind in den letzten Tagen derertig viele ungustiöse und strafrechtlich relevante Details bekannt geworden dass mir schwindlig wird. Auch wenn sie verjährt sind. Wenn nur ein kleiner Teil dessen stimmt ( ich glaube dass alles stimmt), dann bete ich zu wem auch immer dass er nie wieder ruhig schlafen kann, und selbst im Greisenalter hinter jede Tür im Dunkeln schaut, ob niemand dahinter steht, der ihn für seine Verbrechen zur Rechenschaft zieht. Dass ersich an nichts erinnern kann glaubt wohl niemand mehr- nicht einmal in den eigenen Reihen. Er hat nicht nur uns Schüler von damals belogen sondern auch seine Mitbrüder allen voran den Abt und den Prior.
          Quod erat demonstrandum!!
          Was wäre wenn er als “vogelfrei” erklärt würde. Ich denke darüber hat er sich noch keine Gedanken gemacht. Ich vertrete nicht die Aug um Aug Theorie, kann aber verstehen dass der Eine oder Andere ziemlich aufgebracht ist.
          und das ist mein letztes wort in dioeser Causa: ” Fig! Sei froh dass du das nicht meinem Kind angetan hast! Du hättest keinen Spass mehr auf diesem Planeten

        • Anonym Says:

          Hier muss ich leider heftig Widersprechen! Ich selbst durfte die sadistischen Lehrmethoden von Pater P. “genießen”! Auch von seinen “Neigungen und Vorlieben” wussten alle Bescheid, nur hat es niemand der Verantwortlichen laut ausgesprochen, geschweige denn etwas dagegen unternommen! Die psychische Gewalt die er vielen von uns angetan hat, ist kaum zu beschreiben und Grund genug, dass sich Pater P. endlich verantworten muss!!!

        • kephas Says:

          Pater Petrus ist alles andere als ein Bauernopfer und sicher kein Produkt des sadistischen Systems von Pater Alfons.
          Man kann Pater Alfons alles vorwerfen, und ich befürchte, dass das meiste stimmt (zu meiner Zeit war er zum Glück nur noch gewalttätig, jähzornig und nachtragend), aber er kann sicher nichts dafür, dass Pater Petrus seine Neigungen gegenüber den Schülern ausgelebt hat.

          Pater Petrus war nicht dumm bei der Auswahl seiner “Opfer”. Er hat immer lange genug bei den einzelnen Personen vorgefühlt, wie diese auf Körperkontakt und Ähnliches reagieren. Anfänglich war es vielleicht nur sein dicker Bauch, den er gegen den Sessel des männlichen Schülers gedrückt hat. Ekelig. Ich kriege jetzt noch Gänsehaut. Dieser schweißelnde Geruch, der mit Schuppen übersäte Habit, den man plötzlich aus dem nichts auf dem Rücken spürte während man ein Mathebeispiel auf der Tafel rechnen musste und einem ein Fehler passierte, das hämische Grinsen während er sich händereibend über jemand lustig machte.
          An all das werde ich mich immer erinnern, verfolgen wird es mich zum Glück aber nie, da ich stark genug war, ihm Paroli zu bieten (sowohl psychisch als auch in Mathe).
          Ich hatte ihn lange genug in Mathematik, auch in Informatik und ich musste ihn auch oft genug als Vertretung von Präfekten in diversen Abteilungen ertragen.
          Wenn er Helmut Ö. in der Abteilung vertrat, da dieser sich auch ab und zu einen freien Abend verdient hatte…

          (- für mich war Helmut Ö. quasi wie ein Vater, man fochte so manchen Streit aus, verstand sich dann aber wieder blendend, man konnte zu ihm gehen, wenn man etwas brauchte und er nahm immer auf die Schwächen der einzelnen Personen Rücksicht – okay, manchmal sprach der Choleriker aus seinem Munde – vor allem bei der Speisesaalaufsicht – , in den meisten Fällen aber von uns provoziert, und ab und zu bekam sein Holzschlapfen Flügel und überholte einem bei seiner Flucht von der vorher begangenen Missetat – okay, ich war in jungen Tag kein Engel, ich weiß wovon ich rede – aber ihn zu diffamieren, wie dies weiter oben versucht wurde, das hat er nicht verdient) – aber nun wieder zurück zu Pater Petrus

          … herrschte in der Abteilung Chaos, wir nannten es Kirtag. Natürlich hat es uns gefallen, wenn mir tun bzw. lassen duften, wonach uns gerade war.
          Mit 13 Jahren denkt man nicht an Reue, an evtl. verletzte Gefühle anderer, an den Schaden, den man durch kollektiven Druck und Demütigungen bei jemanden verursacht.
          Pater Petrus hat dies geduldet, teilweise sogar gefördert, um in der Zwischenzeit bei potentiellen Opfern vorzufühlen. Er hat Schüler, sowohl im Bett als auch am Schreibtisch liegend (klingt schräg, ich habs aber mit meinen eigenen Augen gesehen), natürlich nur mit Pyjama bekleidet – “massiert”.
          Gut kann ich mich auch noch an seine Vertretungen in der 2. Abteilung erinnern, wenn er im Schlafsaal nach dem Abdrehen des Lichts, mit einer Taschenlampe und einem Buch bewaffnet, uns erotische Geschichten vorlas. Oder einfach nur im Dunkeln im Schlafsaal hin und her ging und plötzlich wieder bei irgendeinem Bett stehen blieb. Irgendeiner von den 28 Konviktler im damaligen Schlafsaal stimmte dann ein typisch pubertäres Stöhnen an und Pater Petrus ergriff die Flucht aus dem Schlafsaal.

          Dass er eine Schwäche für die männliche Schüler hatte, war kein Geheimnis. Dies spiegelte sich auch in den Mathenoten meiner weiblichen Kolleginnen wieder.

          Zuerst schuff er ein Abhängigkeitsverhältnis zum jeweiligen Schüler, dann lud er diesen zum Fussballspiel in die Halle im Meierhof, als eine Art Belohnung bzw. als Zeichen, man sei etwas Besonderes, natürlich mit anschließend gemeinsamer Dusche, und irgendwann saß man dann, entweder nach dem Mittagessen oder dem Abendessen auf seinem Bett in seinem Zimmer, das immer nach Teebaumöl roch.

          Mehr kann ich zum Glück aus eigener Erfahrung nicht erzählen, da er mir nie wirklich geheuer war und ich mich immer auf Distanz hielt (bei der oben beschriebenen Situation in seinem Zimmer war ich zum Glück gemeinsam mit einem weiteren Schüler dort). Er wusste genau, dass sollte er irgendetwas bei mir probieren, ich ihn sofort ans Messer liefern würde.

          Gerüchte gab und gibt es genug über ihn. Da ich aber möchte, dass er sich für seine tatsächlichen Taten, die er anderen gegenüber gesetzt hat, vor den staatlichen Gerichten verantworten soll, werde ich diese nicht wiedergeben.

          Ich hoffe, dass meine zugegebenerweise sehr akribische Beschreibung bei dem einen oder anderen (jüngeren) von Euch Erinnerungen hervorruft, die man bereits verdrängt (aber nicht verarbeitet) hat. Es ist Zeit mit der Verarbeitung des selbst Erlebten zu beginnen. Und oft hilft es einem dabei, wenn man weiß, dass man nicht alleine dasteht bzw. nicht das einzige Opfer war.

        • g_mj87 Says:

          @kephas, anonymous: Eure Berichte über P.Petrus schockieren micht in der Tat zutiefst. Ich kannte ihn nicht und wollte es nicht wahrhaben, dass die Torturen auch in den 90ern an der Tagesordnung standen. Fürwahr kein Bauernopfer, ich revidiere meine obere Aussage, und es befriedigt mich nun in einer gewissen Weise, dass wenigsten einer sich seiner Taten hoffentlich verantworten muss. Für mich persönlich war bisher nur P.Alfons der “Teufel im Mönchsgewand” die sog. “Achse des Bösen”, um es in moderne Worte zu fassen.

        • mj90krems Says:

          @kephas, anonymous: Ich empfehle Euch eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Steyr zu schicken, wo gestern die Selbstanzeige von P.Petrus eingetroffen ist. Verglichen zu Euren Schilderungen ist seine Darstellung der Vorgänge jedoch sehr verharmlosend. http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/art4,351373

      • kv87 Says:

        Lieber Fr. Franz, ich muss Ihnen als Repräsentant des Stiftes schon “etwas” den Rücken stärken. 1.) ist ein Kloster keine kriminelle Organisation – wie man fast den Eindruck hat, dass manche glauben. 2.) gibt es keine Sippenhaftung, auch wenn das eigene Verhalten und die eigenen Unterlassungen im Kontext der Gemeinschaft, in der man sich bewegt, zu bewerten sind. In diesem Kontext ist das Schweigen der Mitschüler ebenso zu bewerten wie das Schweigen und Wegschauen von Autoriäten. Dass der Beurteilungsmaßstab nicht der Gleiche ist, ist klar. 3.) gibt es Verbundenheit und tief empfundene Loyalität. Es steht jedem frei, Beziehungen endgültig abzubrechen, wenn Grund oder Anlass dafür ist; die Allgemeinheit hat aber kein Recht zu verlangen, dass Personen von den ihnen Nahestehenden stigmatisiert werden. Es ist schon Sache der Mutter – um bei Ihren Beispiel zu bleiben – ob ihr Sohn weiterhin ihr Sohn ist und sie ungeachtet ihres Urteils über die Sache mit ihm nicht bricht. 4.) gibt es Anstand und Wohlverhalten – nicht nur im Umgang mit Kindern – den wir einfordern -, sondern auch in der kritischen Auseinandersetzung mit Traumatisierungen und unverständlichen Erlebnissen. Auf den anständigen Umgang, den man vom Stift und ihren Repräsentanten im Umgang mit dem Thema einfordert, haben Sie auch Anspruch. Bei allem Verständnis für Betroffene.

  157. peior Says:

    verlogenheit. herr segne uns. gewalt. und diese deine gaben.sadismus. die wir durch deine güte empfangen werden. missbrauch. durch christus unsern herrn. perversionen. essen. angst. essen. angst. trinken. zu wenig essen.hunger. angst. schlechtes essen. hunger. verlogenheit. dreck fressen.sadistische demütigung vor allen anderen. speisesaal. gewalt. ort der züchtigung. lasset die kinder zu mir kommen. ja. in angst und schrecken. totale institution. sadismus. blut. tränen. blut. vogelfrei. sadismusschule. anstiftung zur gewalt unter schulkollegen. sadismus. wir sagen dir dank. schläge. allmächtiger gott. schläge. für alle deine wohltaten. schläge. der du lebst. sadismus. und herrschest. misshandlung. in alle ewigkeit. schläge. demütigungen. hass. tag und nacht. hass. wir müssen uns stift kremsmünster als gewalttätigen ort denken.

    • 1ton Says:

      du. verstehst. nicht.

      • peior Says:

        stimmt. ich verstehe nicht, wie an einem ort, an dem liebe und güte wohnen sollten, denn dort nur wohnt der herr, die hier alle genannten formen von misshandlung geschehen konnten. dass ist mir allerdings bis heute ein rätsel.

        • Michael Paschinger Says:

          du verstehst nur nicht sonder kannst auch noch nie im Stift gewesen sein etc. etc. etc.
          und genau deswegen muß dieses anonyme herumschreiben aufhören!
          entweder bist du besoffen, dumm oder willst einfach nur provozieren!

          @ mj8x bitte lösch diese Zeilen!

          • peior Says:

            @Michael Paschinger. auch ich habe in kremsmünster nicht nur eine ausbildung in sadismus und misshandlung sondern auch in sozialinkompetenz gemacht, weshalb ich verstehe, dass sich viele hier schwer tun zu ihren gefühlen zu stehen. auch ist mir sonnenklar, dass opfer einer solchen tortur wohl kaum weltmeister im vertrauen in die menschheit werden können und grundsätzlich auf dem weg vom ich zum du größtes mißtrauen empfinden, dass sie am aufbau vertrauensvoller beziehungen immer wieder hindert und scheitern lässt. desahlb wird es doppelt schwer sein, sich zusammenzuschließen und gemeinsam den kampf gegen die ehemaligen peiniger aufzunehmen. die lachen sich da natürlich ins fäustchen. haha, haben wir sie so gründlich ruiniert, dass sie niemals eine gefahr für uns darstellen haha. auch nach der lektüre einer halben tonne einschlägiger fachliteratur zum thema trauma seine entstehung akut und langzeitwirkungen und möglichen therapeutischen interventionen, staune ich immer noch über das ausmass der in kremsmünster angerichteten seelischen katastrophe(n). ein wichtiger aspekt: wir waren jung. kinder noch, schutz und wehrlos einer behandlung ausgeliefert, die ein erwachsener, wenn er nicht einfach gehen , zumindest via intellekt und emphatie, sich zu erklären versuchen kann ( was hat man denen angetan, dass sie mir das jetzt antun müssen etc.) kinder können das nicht. mit bekannten folgen. das zu thematisieren mag provozieren, aber hoffentlich nicht einfach, wie du sagst, sondern mehrfach. dumm bin ich natürlich auch sehr. dieses programm war auch teil meiner benediktinischenen eliteausbildung in demütigung und gewalt. sag jemandem im passenden alter ein paar jahre, er sei dumm, und warte, was dabei herauskommt. nein, tus nicht. sei nicht dumm!

        • mj90krems Says:

          @michael … hold the horses!
          ich kann bestaetigen dass @peior “einer von uns” ist, falls sich das so benennen laesst, und wie ich oben schon erwaehnt hatte, hat eben jeder seine eigene art sich auszudruecken, auch wenn dies fuer einige schwerer zugänglich ist
          da seine erfahrungen durchaus seinem nickname entsprechen, hat er wohl die aufnahmekriterien in unseren exklusiven klub erfuellt,

  158. betroffener Says:

    An alle, die diesen Blog schließen wollen bzw. auf die Homepage des Altkremsmünsterer-Vereines verlegen wollen:
    Es gibt auch viele Schüler, die nicht bis nach der 8. Klasse in Kremsmünster waren. Gerade solche, die sexuell missbraucht wurden haben es vielleicht geschafft Dank schlechter Noten dieser Hölle doch noch rechtzeitig zu entfliehen und zählen jetzt nicht zum “privilegierten Kreis der Altkremsmünsterer”.
    Und was mich betrifft – ich hätte mich nie getraut Anzeige zu erstatten, wenn ich nicht in diesem Blog gesehen hätte, dass ich nicht komplett alleine dastehe.

    • betroffener Says:

      was ich noch vergessen hab ….
      wirklich unsachliche Postings, die mit dem Thema nichts zu tun haben könnten ja vom Administrator entfernt werden?!

  159. Michael Paschinger Says:

    des nächste is dann die Sache mit dem Altkremsmünstererverein….nix gegen Externe…aber den Rest kann sich jeder denken!
    Ich bin dafür das jeder der seiner Mutter oder aber auch einer Bediensteten ;-) eine Nummer zum aufnähen gegeben hat dabei ist und die anderen können sich ja dann über was weiß ich unterhalten ;-)

  160. Heinrich Zwiedermann Says:

    Mir kommt das langsam so vor wie wenn sich Mauthausenüberlebende mit Putzfrauen vom wiesenthalzentrum unterhalten und die sich drüber beschweren das sie am Weg zu Arbeit vom Petzner angepöbelt werden.

    • martin Says:

      dieser vergleich ist geschmacklos. man kann den punkt gelten lassen, aber so formulieren, dass er ohne diese überflüssige analogie auskommt.

      im übrigen ist die diskussion “darf man so etwas öffentlich machen oder sollte es unter uns bleiben” in der sache eigentlich nicht unspannend: Pater Alfons darf mit seinem Super-Posting auf der Homepage des Stifts (aka “Entschuldigung”) mediale Super-Öffentlichkeit herstellen. Die Betroffenen sollen dies aber nicht tun?

      ich warte auf die ersten aufforderungen an “derstandard.at” etc, keine öffentlichen postings mehr zuzulassen, weil man unter sich bleiben will.

      so funktioniert die welt aber nicht. wir können aber alle mithelfen, diesen blog auf möglichst hohem niveau zu halten. in diesem sinne: bitte keine so dummen mauthausenvergleiche! Bitte!

  161. Ilias Says:

    Mauthausenvergleiche sind absolut fehl am Platz. Also bitte mehr Einfühlungsvermögen

  162. Ilias Says:

    keine weiteren Vergleiche mit KZ, etc BITTE

    • g_mj87 Says:

      Zur Info: KZ war der offizielle Name der 4.Abteilung (P.Leonhard) in den 80ern. Sogar unter den übrigen damaligen Padres. Ob das was mit Mauthausen zu tun hat, kann ich nicht sagen.

      • Ilias Says:

        ich war 2 Jahre dort. Ich wurde von Leo mehrmals verdroschen. Ich kenne jeden seiner Schlüssel mit Abdruck und vom Geräusch, und in seinem miefendem Zimmer dürften immer noch ausgerissene Haare von mir zu finden sein, denn aufgeräumt war es dort im Gegensatz zu unseren Pulten nie.
        Seine Herrschaft mit den ansässigen Senioren war schlimm-sehr schlimm. Aber KZ? Wir habens damals aus Mangel an tatsächlichem, Wissen so tituliert, aber heute diesen Vergleich noch einmal zu ziehen ist meiner Meinung nach verfehlt.

  163. Ente Says:

    Wenn KZ für Klinglmairs Zuchthaus steht, dann hat das hier schon Platz. Sonst bitte wirklich nicht!

    • Ilias Says:

      Klinglmairs Zuchthaus kommt der Sache nahe ;-)

      • Ente Says:

        Diese Bezeichnung war bei uns die richtige für KZ. War ja selbst drin. Mit Schlüsselrasseln, Haareziehen und allem Drum und Dran. Als Bub hab ich das gar nicht so recht einordnen können. War irgendwie halt normal, er war ja der Präfekt, hatte also recht. So hörig war ich damals, und damit nicht allein!

    • mj80_z Says:

      Unsere Band nannte sich “happy convicts”, unsere Maturazeitung trug den Titel “KZ – Klosterzeitung”.
      Vielleicht fanden wir das einfach nur lustig oder einfach nur anders …
      Oder vergaben wir die Namen nur deshalb, weil “Rolling Stone(s)” bereits als Band und als Zeitschrift auf dem Markt und damit vergeben war …
      Vielleicht war das aber auch eine unterbewusste Art, etwas auszudrücken …

  164. kephas Says:

    Jetzt hat es auch unser Blog in die Medien “geschafft”:

    http://diepresse.com/home/panorama/religion/546504/index.do?_vl_backlink=/home/panorama/religion/544836/index.do&direct=544836

  165. WilliK Says:

    Tag die Herren Altkremsmünsterer! Ich habe ’91 in besagtem Stiftsgymnasium maturiert und kann zu dem Geschriebenen hier nur sagen, daß einiges stimmt und manches übertrieben dargestellt wird, ABER Gewalt spielte definitiv eine große Rolle in diesen acht Jahren sowohl von Erzieherseite als auch von Seiten älterer Schüler. Sog. “Weichlinge” konnten da sicherlich nicht mithalten. Es herrschte eine gewisse Selektion.
    Ich habe so einige Wutausbrüche von Pater A. erlebt – v.a. im Speisesaal. Das “Verdreschen” war für uns sozusagen Alltag.
    Es tat sich immer was in dieser Richtung…auch war einigen in meiner Klasse bekannt, daß Pater A. – nennen wir es mal so – eine gewisse “Vorliebe” für jüngere Buben hatte.
    Ich versuchte ihm immer aus dem Weg zu gehen, weil ich richtig “Schiss” vor ihm hatte.
    Als ich beim 10jährigen Maturatreffen war, begegnete ich dieser Person auch zufällig und mir lief es kalt über den Rücken.
    Ich fühlte mich in meine Konviktszeit zurückversetzt was ich als nicht sehr angenehm empfand…ich muß aber auch sagen, daß es sehr viele korrekte Patres gegeben hat – z.B. Pater Rupert, den ich sehr schätze, Pater Albert…

    Meiner Meinung nach ist nur die “Rolle” von P. A. zu untersuchen.
    Ich wünsche niemandem diese Erfahrungen, die so einige Zöglinge mit ihm erlebt haben.

  166. .... Says:

    ich bin sehr froh um diesen blog.mir selbst fehlen die worte.ich finde auch gut, dass gewaltexzesse kundgetan werden auch die hinterlassen wunden die nicht heilen.sadismus hat eben viele gesichter. natürlich wird vermischt, da ja endlich offen dargelegt wird und da es so lange zeit brauchte, sprudelt es nun mal einfach heraus.

  167. studentin Says:

    es kommt mir jetzt hier ganz sonderbar vor, denn ich sehe hier, das ist wohl auf die auf männliche zöglinge beschränkte internatssituation zurück zu führen, kaum offensichtlich weibliche einträge, hier kommt nun einer, obwohl das weder die aussage betrifft noch eine rolle spielt. fiel mir nur gerade auf.
    da ich aus der sehr jungen generation komme, und nun seid gut einer stunde hier alle kommentare studiere, ihnen immer wieder beipflichte und auf allen seiten wahrheiten entdecke, erspare ich mir eine abhandlung über meine persönlichen erfahrungen, die litanei über ambivalenz und hassliebe, gute bildung verses geheimbund artige übersteigertes selbstbewusstsein: kurz, man möge stehen zu kremsmünster an sich wie man will, und wie gesagt war ich nie im internat, dass ja den herd der vorwürfe darstellt.

    was mir jedoch wichtig erscheint, ohne irgendeine kritik zu schmälern, oder irgendetwas zu verharmlosen:
    ich bin meines zeichens nicht christlich, vielleicht auch selten nur spirituell, eher rational aufgeklärt.
    was mir aber zu jedem zeitpunkt ein wichtiges grund bedürfnis war und ist, ist eine differenzierte sicht auf alle dinge. ohne stilisierung und polemik. zumindest der versuch,
    bei nicht wenigen der hier laut werdenden urteile dreht es mir wenn ich es auf seine menschlichkeit überprüfe den magen um.
    ich befürchte, dass das nun hier als moralisches kleinkrämertum angesichts der furchtbaren tatsachen verstanden wird.
    alles was ich sagen möchte ist, dass es in der welt, sei es österreich generell, wien oder andere städte, soweit ich es erfahren habe, das leichteste ist, sich an gewissen ereignissen aufzustacheln, sich kartharsis zu holen. prinzipiell nicht schlecht, irgendwoher muss diese auch kommen, in dieser gesellschaft, und noch mehr dann, wenn es reale verwerfliche und anzugreifende grundlagen für Trotz, Ärger und sogar Hass gibt.
    dennoch, und da appeliere ich an alle, vorallem auch an mich, weil ich mich in den letzten tagen auch zu hetzterischer sensationsgeilheit verleiten ließ, die da heißt, erzählt mir mehr, details bitte über die zustände in”unserem alten Stift”, möchte ich jedem der hier oder irgendwo sonst urteile spricht nahelegen, dass die grenzen von opfer und täter nur insofern dünn sind, als dass man in den beschriebenen urteilen oft ungemäß und unmenschlich wird.
    nicht selten hat mich die reaktion vieler hier in der hauptstadt auf die vorwürfe gegen verschiedene klostergemeinschaften oder priester an die erinnert, die hier auch aufkommt, wenn man sich an einen der gängigen sündenböcke, meist die schengenländer, der ostblock, die türken, aufs vulgärste abarbeitet.
    ich hoffe dass man mich verstehen will, und hier nicht mutwillig eine unstimmigkeit interpretiert, den vergleich negiert, ich weiß sehr wohl dass die opfer recht haben, leugne nichts, und wie gesagt bin schon gar nicht rächer der kirche, mit der habe ich für mich schon lange abgeschlossen.
    ich verteidige menschlichkeit.
    und auch wenn man mir nachschreien möge, hätte ich es doch selbst erfahren, so wie man mir immer in diskussionen weißmachen will, dass auch ich für die todesstrafe wäre, würde meine schwester morgen geschändet oder ähnliches bildhafte, so wehre ich mich dagegen und sage: ich möchte zumindest darum kämpfen immer als mensch über menschen zu entscheiden.

    ein letztes mal: ich verurteile was passiert ist, ich bin für jeden schritt der aufklärung, verstehe auch wutausbrüche und ordinäres, aber ich appelliere an alle, damit ich nicht beim lesen dieser kommentare bei dem einen oder anderen das selbe bild erkenne, wie wenn einige nur auf den erlösenden moment der revanche, der rache warten, die à la aug um aug alles gleich heimzahlt.

    vielleicht ist es eine naive bstrebung keine rache kennen zu wollen. aber ich habe sie, ganz unabhängig von kirche und unkirche, sie soll weder die kraft aus den agumentsegeln nehmen, noch maßreglen, ich fühle tief mit allen opfern, es soll nur eines, daran erinnern das wir, im gegensatz ja auch zu denen die wir für ihre fehlende auf das schlimmste verurteilen müssen, ja immer noch menschen sind.

    ohne nostalgischem aufruf man solle doch das gute sehen, das meine ich nicht im geringsten, ich liebe diesen blogg für seine vielen wahrheiten, verbleibe ich
    mit grüßen

  168. ein99er Says:

    zuallererst: ich bin sehr froh auf diese schule gegangen zu sein, auch wenn es durchaus eine harte zeit war. durch diese härte sind freundschaften entstanden die mich – und da bin ich mir ziemlich sicher – ein leben lang begleiten werden. ich war selbst nie opfer sexueller gewalt; watschen etc habe ich genossen, hinterließen aber meiner meinung nach keinen bleibenden schaden.

    die geschilderten erlebnisse bestätigen (leider) teilweise die jahrelangen verdächtigungen und schlechten scherze aus unserer schulzeit.
    was haben wir gelacht wenn sich einer eine stereowatschen eingefangen hat, ihm nach dem haare reißen ein haarbüschel zur seite stand oder er im waschbecken der älteren semester geduscht wurde.
    es gehörte dazu, derjenige hat sich nicht nach den regeln benommen also hat er seine strafe verdient – warum er dann plötzlich kurz vor dem finalen watschenschlag doch noch gestreichelt oder sein kopf in die kutte gedrückt wurde war damals weniger plausibel.

    was ich bis heute nicht verstehe ist dass ich an dieser schule, der ich so viel verdanke, eines nicht gelernt habe: ehrlichkeit.
    aber wie denn auch, es wurde einem ja anders vorgemacht (natürlich sei an dieser stelle allen integren personen gedankt die diesen zirlus nicht mitmachten).

    nun besteht für alle endlich die chance mit diesen ewigen lügereien aufzuhören und ehrlich miteinander ins gespräch zu kommen, auch wenn es noch so hart ist und weh tut. ich wertete die selbstanzeige als einen schritt in die richtige richtung aber wenn ich in der zeitung eine rechtfertigung lesen muss die absolut jenseits meines vorstellungsvermögens ist bin ich wiederum schwer enttäuscht, da es genau wieder da weiter geht wo es aufgehört hat.
    solange keine von der ombudsstelle unabhängige lösung gefunden werden kann, wird sich meiner meinung nach nichts ändern.

    dieser blog war eine hervorragende möglichkeit die bösen geister hervor zu locken, vertreiben tut man sie dadurch nicht.
    “weidenruten am feiertag, frische erdbeeren und besäufnisse”
    welche schlagzeile kann man sich schöner vorstellen – daher bin ich dafür dass sich alle an der ganzen misere beteiligten patres, lehrer, schüler etc. an einem offenen dialog beteiligen der dieser ganzen jahrzentelangen verlogenheit endlich den gar aus macht – und zwar nicht von zeitung zu zeitung oder blog zu blog sondern von angesicht zu angesicht.

    • mj99 Says:

      was ich mich die letzten tage am allermeisten frage:
      1. wie hat es pater alfons so lange geschafft, auf der einen seite gegenüber den (schulfremden) mitgliedern des kirchenchores den absoluten saubermann abzugeben, (diese kannte ich mehr oder weniger persönlich, deshalb führe ich sie hier an, stellvertretend für all jene, die ihn nur so kannten), und auf der anderen seite die verbrechen zu begehen, die er begangen hat. schon weiter oben hat ein poster bemerkt, er sei ein meister der täuschung gewesen. offenbar!
      2. auch mir gegenüber hat er nur die freundlichste seite ausgepackt, und mich erfolgreich glauben lassen, nur diese existiere (ich war nicht im internat!)
      3. ich sehe das aber alles auf gar keinen fall als einzelleistung von ihm an, dies wäre meiner meinung nach völlig unmöglich: wie ist das system beschaffen, welches solcherlei “schizophrenie” ermöglicht? und wie ist es passiert, dass wir über die gerüchte/schlechten scherze/verdächtigungen nur gelacht, jedoch nichts unternommen haben, ihnen nachzugehen und gegebenenfalls etwas dagegen zu unternehmen? wie ist es gegangen, teil dieses ermöglichenden systems zu werden? haben wir dieses “augen verschließen” und ins-lächerliche-ziehen von schwer bedenklichen zuständen wie “gewünscht” erlernt und mit angewendet? (ich muss dazusagen, ich bin sicher, da haben doch die meisten viel dazugelernt seit der zeit damals, man bleibt ja nicht in der entwicklung im stift stehen). vor denjenigen, die dagegen aufgestanden sind, habe ich mehr als respekt, ich war dazu nicht gebaut und habe es auch offensichtlich gar nicht so richtig mitkriegen wollen, wie mir nun auffällt. bei den drei von mir beobachteten fällen von gewaltanwendung, an die ich mich erinnern kann, habe ich eigentlich nur gedacht, zwar mit einem unguten gefühl aber doch, “das gehört halt so was soll man machen”. sehr bedenklich!!

      dass diese fragen aufgeworfen werden, dafür bin ich diesem blog und den ereignissen der letzten tage sehr dankbar, denn auch wenn mir selbst rein gar nichts gewalttätiges passiert ist, so habe ich doch vielleicht verhaltensweisen absorbiert, deren reflektion mehr als wichtig ist.

      konkret zu deinem posting: die in der zeitung zu lesende rechtfertigung ist ein wahnsinn! genau SO darf es nicht (mehr) gehen! völlig deiner meinung!
      offener dialog – gute idee!

      und zum schluß: die damals entstandenen freundschaften sind auch für mich andauernd, tiefgehend, sehr wichtig und ich möchte sie nie missen!

      • mj99 Says:

        also langer rede kurzer sinn: die die sich hier schuldig gemacht haben, sollen strafrechtlich das bekommen, was sie verdienen (und wenn, dann ehrlich gemeint um entschuldigung bitten.)

        es ist aber nicht damit getan; wichtig ist meiner meinung nach eine gründliche hinterfragung des systems (das immerhin auch noch BIS VOR KURZEM einen pater petrus auf schüler losgelassen ermöglichte!!). auch wenn schon viel geschehen ist seit den hier so deutlich geschilderten “alten” zeiten – nicht darauf ausruhen, wann, wenn nicht jetzt.

  169. mj80_z Says:

    Staatsanwalt ermittelt gegen fünf Patres
    Die Staatsanwaltschaft Steyr hat gestern offiziell Ermittlungen gegen fünf Patres aus Kremsmünster aufgenommen.
    „Wir haben die Selbstanzeige des betreffenden Paters P. um 14 Uhr bekommen. Wir führen den Akt gegen fünf Stiftsangehörige wegen des Verdachtes des Missbrauchs des Autoritätsverhältnisses, sexuellen Missbrauchs von Unmündigen, sowie wegen absichtlicher Körperverletzung“, sagte gestern der Sprecher der Staatsanwaltschaft Steyr, Andreas Pechatschek den OÖN.
    Jetzt wird auch das Landeskriminalamt Oberösterreich, das bereits seit vergangener Woche Vorinformationen von den Fällen hatte, offiziell mit den Ermittlungen beauftragt.

    http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/art4,351873

  170. mj80_z Says:

    Stiftsgymnasium: Patres stellen sich den Fragen der 390 Schüler
    Im Stiftsgymnasium in Kremsmünster wurde gestern im Unterricht über die Vorwürfe gegen die fünf Mönche diskutiert – auch mit drei Patres. „Offenheit ist wichtig“, sagt Direktor Wolfgang Leberbauer, der einst dort Schüler war.
    „An Watschn, Kopfnüsse und Ohren ziehen“, erinnert sich der Direktor aus seiner Schulzeit. „Väter meiner Klassenkameraden haben auch noch zu Lehrern gesagt: ,Wenn der Bub nicht g’scheit tut, schmiert’s ihm eine.‘ Das war eine andere Zeit damals“, antwortet Leberbauer auf eine Schüleranfrage. Zwei der verdächtigen Patres hat er im Unterricht gehabt. „Als Lehrer habe ich sie sehr geschätzt. Dass einer von ihnen hart in Erziehungsmaßnahmen war, haben wir gewusst“, sagt Leberbauer, der zwar im Stiftsgymnasium aber nicht im Internat war.
    Auch Abt Ambros Ebhart stellte sich in seiner Religionsstunde in einer zweiten Klasse Schülerfragen. „Vor 30 oder 40 Jahren war die g’sunde Watschn noch etwas Selbstverständliches, aber richtig war das deshalb nicht“, sagte er.
    „Eine Institution wie unsere Schule muss sich der Vergangenheit stellen, das tut manchmal etwas weh, aber es hat etwas Reinigendes“, sagt der Schuldirektor. Heute werden die 40 Lehrer und die acht unterrichtenden Patres daher wieder offene Fragen der 390 Burschen und Mädchen beantworten. Aber Leberbauer hat noch mehr vor:
    • Wir werden alle Jahrgangssprecher der Maturanten noch vor den Osterferien zu einer Aussprache einladen.
    • An einem Elternabend werden wir eine Sachverhaltsdarstellung abgeben.
    • In einem Internet-Forum kann jeder Gedanken zur Schulzeit, damals und jetzt posten – demnächst wahrscheinlich auf der Homepage des Absolventenvereins.

    http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/art4,351860

    • mj90krems Says:

      Ich finde es einen sehr guten und auch notwendigen Schritt dass diese Diskussion jetzt im Gymnasium geführt wird, vor allem um den Druck von den bestimmt verunsicherten Schüler und Eltern zu nehmen.
      Leider finde ich aber die Themen, so wie sie im Artikel dargestellt werden extrem verharmlosend, die gesamte Geschichte wird wieder auf die angeblich gesunde Watschen reduziert. Ich verstehe natürlich dass man die volle Tragweite der Ereignisse vor allem den Jüngeren nicht wirklich einfach vermitteln kann, aber ich denke dennoch dass diese verstehen können dass in ihren Hallen (im Konvikt) in der Vergangenheit systematisch angewendete physische und psychische Gewalt praktiziert wurde. Vielleicht ergibt sich ja in der Zukunft nach der Aufarbeitung dieser Fälle einmal die Gelegenheit Zeitzeugen vor den Schülern sprechen zu lassen, die dies in klarere Worte fassen dürfen.

      • Bessy Says:

        hallo mj90krems,

        man kann nicht immer alles gleich als “verharmlosung” anprangern, denn es ist und bleibt einfach ein faktum, dass es damals normal war eine “gesunde watschen” zu bekommen.

        die schüler müssen meiner meinung auch lernen (vorallem um die sache objektiv verstehen zu können), dass immer die gesellschaft, in der sie gerade leben, ein mass für moral und gerechtigkeit vorgibt (wenn man so will). und damals war es eben so, dass man eine watschen bei geringsten vergehen abfangen konnte, das war in vielen familien damals nicht anders!

        also, wenn die schüler das lernen sollen, dann muss ein lehrer auch darüber sprechen dürfen. wir kennen hier nicht die gesamte diskussion, die in den klassen geführt wurde, aber selbst die OÖN haben es so wiedergegeben, dass der herr direktor wie auch der herr abt bei ihren gesprächen mit den schülern sehr wohl auf die falschheit dieser damaligen einstellung der gesellchaft hingewiesen haben.

        objektiv betrachtet müssen die schüler für ihr späteres leben begreifen und lernen, dass genau solche “üblichen” vorgehensweisen in der gesellchaft immer quasi zu vermeintlich korrektem gerechtigkeitsgefühl in der betreffenden zeit führen können. nur so können diese zukünftigen erwachsenen im späteren leben solche sich in der gesellschaft “eingenisteten” scheinbar korrekten, aber falschen, verhaltensmuster auch erkennen.

        es ist bei vielen historischen ereignissen immer genau dieses muster, dass es zu erkennen gibt. dass die schüler dabei auch lernen müssen, wie schrecklich das damals in vielen situationen war, ist natürlich auch ein sehr wichtiger teil dieser objektiven betrachtung (da gebe ich dir vollkommen recht).

        lg
        Bessy
        mj 1990

        • Anderhund Says:

          Ich hab es schon weiter oben geschrieben, wiederhole mich aber gerne noch einmal:
          Die xunde Watschn gab es bei mir zuhause auch zuhauf, in den Schulen war sie aber seit Anfang der 70er-Jahre verboten!
          In meinen 8 Jahren im BG Wels von 1973-81 mit zig Lehrern und über 1000 Schülern ist mir kein einziger Fall eines derartigen Übergriffs zu Ohren gekommen. Ich darf davon ausgehen, dass es auch nicht vorgekommen ist, ansonsten wäre es sehr schnell öffentlich geworden, so etwas haben wir uns nämlich damals – wenigstens in der Schule – nicht mehr gefallen lassen.
          Prügelstrafen im schulischen Umfeld waren damals also mitnichten gesellschaftlicher Konsens, und es erschreckt mich zutiefst, dass das in Kremsmünster noch bis in die 90er-Jahre hinein geduldet wurde!

          • Bessy Says:

            aber wenn es kein konsens war, warum hat es dann in den letzten 20 jahren keinen solchen (europaweiten) aufschrei, wie es jetzt der fall ist, gegeben? beschrieben wurde dieser damalige zustand doch schon öfter! viele opfer berichten in den medien, dass sie jahrzentelang nicht gehört wurden.

            da muss es in der gesellschaft eine veränderung gegeben haben! dass es damals von gesetzes wegen schon lange verboten war, da gebe ich dir recht.

            außerdem werden und wurden derartige vorkommnisse auch von weltlichen schulen und ausbildungsstätten berichtet. einer hat hier in diesem blog sogar darüber erzählt.

            und solche zusammenhänge müssen auch die heutigen schüler aus objektiver sicht lernen und erkennen können!

          • mj90krems Says:

            @bessy, ich wiederhole mich vermutlich aber ich muss es wohl neu formulieren um verstanden zu werden. es geht nicht darum ob die “gsunde watschen” damals ein taugliches erziehungsmittel war, es geht überhaupt nicht um eine watschen.

            es geht hier um systematisch praktizierte schwerwiegende physische, psychische und sexuelle misshandlung von minderjährigen.

            eine diskussion über eine “gsunde watschen” ist daher meiner meinung nach ein vorsätzlich verharmlosendes ablenkungsmanöver.

          • Bessy Says:

            hallo @mj90krems,
            ja, ich weiß jetzt schon, dass du nicht über die “gsunde watschen” sprechen willst – ich habe aber auch von ganz was anderem gesprochen, nämlich dem damaligen konsens der allgemeinen verharmlosung solcher und aller anderen übergriffe auf kinder als antwort auf die aussage von anderhund, dass es nie einen solchen konsens gegeben hat, was ich einfach nicht glaube! ich verteidige diesen gesellschaftlichen konsens ja auch nicht – im gegenteil! aber genau dieser konsens begünstigte ja alle diese arten von übergriffen, wie sie geschehen sind!
            lg
            Bessy
            mj 1990

      • Attila Says:

        Auf welchem Planeten liegt Kremsmünster?
        In Salzburg – das, weiß Gott, auch ein Kaff auf dem Lande ist – war es spätestens 1970 mit den Watschen im Unterricht vorbei.
        In Kremsmünster scheint bis in die jüngste Vergangenheit munter weitergeprügelt worden zu sein. Was für ein Abschaum an Erziehungsberechtigten hat sich denn da versammelt? Warum hat denn keiner der Beteiligten (besonders der Lehrer) es geschafft, diese Prügeltradition zu brechen???

  171. 9x_mj Says:

    Ich habe mir jetzt in den letzten Tagen sehr aufmerksam diese ganzen Postings hier durchgelesen und ich bin zutiefst schockiert, was hier so alles ans Tageslicht kommt.

    Eines vermisse ich in dieser Diskussion aber vehement: die Selbstkritik an uns damaligen Schülern (und da meine ich vorwiegend die damals jeweiligen älteren Jugendlichen unter uns).

    Mir ist vorallem aus meiner Zeit damals die physische, psychische bis sogar sexuelle Gewalt unter den Schülern in Erinnerung geblieben. Ich habe noch viele Bilder im Kopf, die mir damals als Kind (vorallem in der Unterstufe) schwer zu schaffen machten und die ich nie verstanden habe:

    - wenn sich 2-3 ältere einen “Unterstufler” schnappten (nur weil er vielleicht vor ihnen aus dem Speisesaal gegangen ist) und ihn unter Geschrei und Gezeter in eine Duschkabine bei kaltem Wasser minutenlang einsperrten.

    - was bisher noch niemand erwähnte: das sogenannte “Ausgreifen” hat es auch unter den Schülern gegeben. Da waren auch ältere beteiligt. Das muss man sich dann so vorstellen, dass man von mehreren gehalten wird und einer greift einen dann aus, um unter Gelächter aller anwesenden festzustellen, was da so alles unten dran ist. Ein durchaus erniedrigender Vorgang, wie man sich vorstellen kann.

    - oder auch die andauernd psychischen Attacken der damaligen älteren oder gleichaltrigen “Möchtegern-Revolutionäre”, die jede Form von “Mitarbeit im System”, also wenn man z.B bei Schulprojekten mitarbeitete oder sich erdreistete, die Obrigkeit nicht andauernd zu kritisieren, sofort als Mißachtung ihrer Prinzipien brandmarkten und ihre quasi “Verräter” oft wochenlang drangsalierten (psychisch oder durch Gewalt). Man versuchte dann immer diesen Mitschülern, wenn möglich, auszuweichen.

    - oder wenn man einen älteren Mitschüler nur falsch anschaute oder der berühmte “Vogelfreie” war, konnte man seinen Peinigeren fast nicht entkommen.

    - Es gab sogar für jüngere Schüler seitens der älteren Verbote, durch bestimmte Gänge oder Abteilungen durchzugehen. Wagte man eine solche “Tat”, so konnte man sich sicher sein, einer der eben genannten Sanktionen ausgesetzt zu sein.

    - Außenseiter wurden prinzipiell von den “Mächtigen” kontinuierlich angegriffen. Auch nicht der christliche Weg!

    Deren gab es viele irrwitzige Rituale, die Gott sei Dank von späteren Maturajahrgängen nicht mehr oder gar nicht mehr durchgeführt wurden. Auch war ich nie ein Opfer dieser Zustände, obwohl es mich als Kind damals sehr beschäftigte!

    Ich habe im Blog mehrmals gelesen, dass die Brutalität unter den Schülern nur vom System der wenigen Täter ausging. Dem kann ich nicht zu hundert Prozent zustimmen, denn da hat es schon einige “Studenten” (auch 16-18-jährige, also keine Kinder mehr) gegeben, denen man angemerkt hat, wie sie ihre psychische und physiche Macht über jünger Kinder genossen.

    Leider gab es damals auch wenig Konsequenzen seitens der Präfekten und seitens der Konviktsdirektion, was sich aber später durchaus besserte als wir selber die “Älteren” waren (d.h. man konnte auch als Schüler was ändern!).

    Was ich aber sagen möchte ist, dass sich viele, die heute so vehemente Kritiker und Aufdecker sind, diesen Spiegel auch einmal vorhalten und für sich selbst beurteilen müssen, wie sie damals agiert haben. Denn von der “Gemeinsamkeit”, wie wir quasi alle in einem Boot gesessen sind gegen die Strenge des damaligen, alten Systems, konnte ich vorallem in der Unterstufe nichts erkennen.

    Trotzdem muss ich sagen, war meine Zeit in Kremsmünster eine großteils positive Erfahrung – die Freundschaften, die damals entstanden sind, die sehr gute Allgemeinbildung, von der ich noch heute zehre, die Vermittlung unserer christlichen Werte, die Möglichkeit, in ein Klosterleben integriert zu sein und so Gott auf nicht so alltägliche Weise näher zu kommen – aber auch die Fähigkeit, Kritik (wo sie angebracht ist) dosiert zu äußern, aber auch Kritik einstecken zu können – all diese Erfahrungen möchte ich nicht missen.

    lg
    9x_mj

    P.S.: Eine Lanze möchte ich doch (und auch trotz der aktuellen Enthüllungen) für das Kloster und auch für P.Alfons brechen: Ohne seine Fürsprache und die sehr soziale Ausrichtung der Finanzstelle des Klosters hätten sich meine Eltern die Internats- und Schulgebühren während meiner Ausbildung dort nicht leisten können.

    • mj04 Says:

      Ich muss gestehn, dass das in abgeschwächter Form auch noch zu meiner Zeit existierte. Es gab eine klare Rangordnung wann wer den Speisesaal zu betreten hat und wann nicht. Im zarten Alter von 12 Jahren wurde ich nach Essen auch einmal auf die Toilette gezerrt, da dort höchstwahrscheinlich keine Autorität zu finden war. Schließlich kam ein gewisser Sadismus auf – die “älteren” (7. und 8. Klässler) belustigten sich darüber, wie der “kleine” nahezu winselt, man möge doch aufhören und ihn in Ruhe lassen. Ich wage ihnen zu unterstellen, dass sie selbst nicht wussten, warum sie so beinhart versuchten, mich in die Klomuschel zu stellen oder meinen Kopf im Waschbecken zu versenken.

      Der Gang durch fremde Abteilungen wurde zwar nicht mit rigiden Sanktionen bestraft. Dass man aber sehr “artfremd” angesehn wurde, darüber konnte sich sicher sein. Es war auch keine Seltenheit, dass ein Schlapfen zwischen die Beine geschossen wurde – nur zur Belustigung über die Demütigung des “kleinen”.

      Präfekten wie Helmut Ölsinger taten ihr übriges. An obigen Erzählungen stets desinteressiert, lag sein Hauptaugenmerk vielmehr an der Ausübung der Diktatur in seinem Herrschaftsgebiet (und nicht zu vergessen, die Cafékränzchen mit anderen Präfekten bei denen er menschlich nicht wieder zu erkennen war). Pure Heuchelei. Einen normalen Umgangston gab es nicht…wenn dann, wurde geschrien, denn irgendwie muss sich ein Präfekt und (nur) Unterstufenprofessor seine ja Autorität sichern.

      Zugegeben und kurz gesagt: man fühlt sich verloren.
      Dass unter Einflüssen wie diesen Kinder psychische Schäden davon tragen, ist nur eine logische Schlussfolgerung. Sie werden verängstigt, in einen Machtapparat gedrängt, der über sie verfügt. Und wehe, die Eltern wurden dazu geholt. Dann hieß es nur “Schuftsau” bzw. man konnte sich über einen Aufenthalt auf der “Blutwiese” sicher sein…

      • Attila Says:

        Aus der Geschichte und aus psychologischen Experimenten wissen wir, dass wir Menschen zu unglaublicher Bestialität fähig sind, WENN SIE LEGAL IST. Das ist der entscheidende Punkt.
        Eure Präfekten haben den Terror der Älteren gestützt, so konnte er sich voll entwickeln.

      • Ernst Steffny (MJ97) Says:

        Sie wurden also von anderen schief angeschaut, von Mitschülern manchmal drangsaliert und vom Präfekten laut angesprochen.

        Sein Sie mir nicht böse, aber wenn das bei Ihnen ausreicht, um “psychische Schäden davonzutragen”, dann müssen Sie leicht übersensibel veranlagt sein. Waren Sie in letzter Zeit einmal in einer beliebigen öffentlichen Schule, vielleicht sogar in einem städtischen Ballungsgebiet? Wenn obige “Zustände” SIe bereits traumatisieren, dann bringen die dortigen Sie vermutlich direkt ins Jauregg.

        Jedenfalls ist das, was Sie da beschreiben, von Missbrauch soweit entfernt, wie ein 2CV von einer S-Klasse…

  172. tassilo Says:

    Lieber 9x_mj!
    Ich bin MJg 89 – morgen haben wir ein Klassentreffen aus aktuellem Anlass. Das Thema “Gewalt utser uns Schülern” wird sicher auch ein Thema sein.
    Was ich Dir als nunmehr 40-jähriher Vater von 2 Kindern nur sagen kann: Mit 16-18 Jahren ist man immer noch ein Kind, und im speziellen Fall geprägt von der Sozialisation der Schule. Uns allen tut es persönlich sehr weh, wie wir damals persönlich (als “Große”) agiert haben. Aber ich sehe das – wie auch meine Mitschüler – doch immer deutlicher im Kontext der damailigen Erziehung. (Nicht als “Entschuldigung! Aber als Erklärung. Weil aus dem Elternhaus kam das in der Regel wohl nicht!)
    Wenn heute SOLIDARITÄT im gemeinsam Erlebten betont wird, will doch keiner thematisieren, ob er damals “gemeinsam in einem Boot” mit der omnipäsenten Gewalt war. DAs war ja ganz sicher so!

    GOTT SEI DANK haben wir uns weiterentwickelt! Und wir sehen das heute rückwirkend sehr kritisch. Aber dies ändert überhaupt nichts an der Verantwotung des damaligen (=heutigen) Schulerhalters.

    • 9x_mj Says:

      Lieber Tassilo,

      ich wollte keineswegs dem damaligen Schulerhalter die Verantwortung absprechen. Vielmehr wollte ich darstellen, dass überall wo Menschen in Gruppen oder Institutionen zusammenleben, es auch innerhalb solcher Gruppen zu Gewaltausübung (in welcher Form auch immer) kommen kann.

      Dass das natürlich durch das gerade herrschende System begünstigt werden kann, ist unbestritten, da gebe ich dir vollkommen Recht (das hat uns die bisherige Menschheitsgeschichte in mehreren Fällen ja schon mehr als deutlich gemacht).

      Auch die Solidarität unter den Kameraden hat es natürlich gegeben, da bin ich vollkommen bei dir! und die ist auch heute das wichtigste!

      Aber ich wollte mit meinem Beitrag auch ausdrücken, dass es damals sicher für viele Mitschüler ein großes Problem (wenn nicht ihr größtes) war, in dieser damaligen Gruppendynamik nicht unter die Räder zu kommen, und dass es aber auch von Seiten der damaligen Studenten zu einer Weiterentwicklung gekommen ist. Diese Riten und komischen Regeln wurden ja mit zunehmender Erkenntnis von jedem Maturajahrgang mehr und mehr abgeschafft. Und diese Erkenntnis kam ja auch vom System selbst, denn woher, wenn nicht aus ihrem Unterricht bzw. vom System Gesellchaft/Konvikt/Schule hätten denn die späteren Generationen von Schülern gelernt, mit Mitmenschen anders, als es früher der Fall war, umzugehen.

      Dass es, Gott sei Dank, eine Weiterentwicklung gegeben hat, ist unbestritten (da stimme ich dir vollkommen zu) und wirft ein ganz anderes Licht auf die heutige Schule und das heutige Konvikt. Eine offene Diskussion und Aufarbeitung zu diesem Thema, wie sie derzeit in den Klassen (vorallem auch bei den kleinsten in der Unterstufe, die ja immer die ersten Opfer sein können) durchgeführt wird, hätte es in unseren Zeiten ja nie gegeben. Das zeigt auch, dass der heutige Schulerhalter seine Verantwortung sehr wohl wahr nimmt!

      lg
      9x_mj

  173. der brave heide Says:

    ich muss sagen, dass ich mit den zahlreichen kremsmünster-loyalitätserklärungen ehemaliger mitschüler wenig anfangen kann: da werden gute zeiten beschworen und die lehrer gelobt, die humanistische bildung herausgekehrt und ähnliches mehr. liebe lateinische sprücherl werden hervorgekramt und betulichkeit propagiert sich.
    - ich war vier jahre an diesem ort, anfang fünfter klasse haute ich ab. von den 4 präfekten, die ich hatte, ware 1 ein sextäter, 1 ein gewalttäter, 1 ein seltsamer, unreifer kauz und nur 1, pater christian, konnte mit jugendlichen umgehen.
    - dass die schulerfolge und die daraus resultierende allgemeinbildung aufgrund des umfassenden drills gut waren, ist kein wunder. autoritäre erziehungssysteme können recht effizient wirken, wenn man nur den nutzen sieht und den schaden als zumutbares übel verharmlost.
    - ich glaube, dass viele, inklusive mir selbst, die psychische abhängigkeit noch nicht vollständig erfassen, die da jahrelang aufgebaut wurde. nicht nur die soziale isolierung, sondern auch ein psychotisches bezugssystem hat uns alle dauerhaft von wahrnehmungen abgeschottet, die das schöne bild stören könnten. vor einer woche noch hätte ich gesagt, insgesamt war kremsmünster eine gute schule, bis auf die paar argen erzieher. dieses “bis auf” ist aber selbstbetrug. die präfekten und ihre vorgangsweise (von pädagogik will ich hier nicht sprechen, um nicht echte erzieher zu verarschen) waren der kern der veranstaltung, keine marginalie. meine lehrer waren in ordnung, ausser wöran, der ebenfalls brutal und gewalttätig war und natürlich jene präfekten, die dann in der schule als lehrer ihre spielchen ungeniert weiter betrieben.
    - es wurde hier schon viel darüber geschrieben, dass wir aufklärung, entschuldigung, wiedergutmachung erwarten. unsere eltern wurden dabei vergessen, denn auch sie wurden ja schwer getäuscht und um ihr vertrauen und ihr geld betrogen. auch als etwa benedikts taten bekannt wurden, gab es keinen kontakt zu den eltern. eine ganz klare verantwortung, die auch in den 70er und 80er jahren erkennbar war, wurde nicht wahrgenommen, und nicht von den tätern, da war nichts anderes zu erwarten, sondern vom damaligen abt und den “eingeweihten”.
    - vielen scheint die art der präfekten normal, weil sie nix besseres kennen gelernt haben. dazu schrieb der rektor des deutschen canisius-kollegs, wo es ja auch reihenweise missbrauch gab: “Hier stoßen wir auf Probleme wie fehlende Beschwerdestrukturen, mangelnden Vertrauensschutz, übergriffige Pädagogik, übergriffige Seelsorge, Unfähigkeit zur Selbstkritik, Tabuisierungen und Obsessionen in der kirchlichen Sexualpädagogik, unangemessenen Umgang mit Macht, Abhängigkeitsbeziehungen.”
    - es gab im nachhinein gesehen kein erkennbar positives erziehungsideal. weder ging es um selbstfindung noch um persönlichkeitsentwicklung noch um einübung sozialer kompetenz, das musste ich in meinem späteren leben deutlich erkennen und das nachkaufen, wofür mein vater schon bezahlt hatte, in therapien, kursen, coachings. es ging im internat um unterordnung, gehorsam, fleiss, disziplin – allesamt aftertugenden, die mit humanismus wenig zu tun haben. es ging ums beugen und manchmal auch ums brechen. es gab schülerselbstmorde, die totgeschwiegen wurden.
    - und es war nicht nur der hier mehrmals hervorgeholte damalige repressive zeitgeist, der da antrieb. in der oberstufe war ich ab 1972 bei den jesuiten am freinberg, und die ersten wochen waren wie ein film. was die alles durften! und wie die mit den erziehern und lehrern redeten! erst langsam gewöhnte ich mich daran, dass entscheidungen begründet wurden und in frage gestellt werden durften, ohne dass man gleich in teufels küche landete. dazu professionelle, grossteils laienerzieher, für die kleineren auch frauen, mitten im leben, mit partnern, kindern, keine psychisch kranken oder sonderlinge also. gewalt, auch struktureller art, gab es nach meiner beobachtung nicht. es gab teamssitzungen der erzieher, gemeinsame diskussionsabende zu aktuellen themen, etwa mädchen, und abends durften wir 1-2x wöchentlich fortgehen, alleine, mit eigenem schlüssel. so lernt man verantwortung, ganz ohne gsunde watschn und liebevolle tätscheleien, um mal harmlos zu bleiben.

    dieser blog war für mich reinigung und hilfe, auch wenn ich oft zitterte und schwitzte, sobald ich die seite aufrief. ich spürte eure aufmerksamkeit, erhielt verständnis und lernte die nöte auch von euch kennen, was mir hilft, die dinge etwas besser zu verstehen. phasenweise schämte ich mich sogar dafür, den tätern ärger zu machen, hatte angst vor konsequenzen.
    das jetzt aufgebrochene werde ich auf jeden fall therapeutisch angehen, ich muss lernen, damit umzugehen. ehemalige mitschüler können da wenig helfen, sie sitzen ja in der selben seifenblase, und es mag sogar schädlich sein, miteinander trost zu suchen und aneinander halt zu finden in den guten alten zeiten. von absehbar überdrehten versammlungen halte ich mich daher fern, wer mich kontaktieren will (worüber ich mich freue), erreicht mich unter yoss@live.de.

    tschüss und danke, jungs!

    • Anderhund Says:

      Ich möchte mich auf dieses weitere äußerst aufrüttelnde Posting hinauf auch noch einmal zu Wort melden. Dank Eurer vielen Stellungnahmen kann ich auch noch einmal so eine Art Vergangenheitsbewältigung betreiben – ich war ja sozusagen auf der anderen Seite, gar nicht lange, aber ich wundere mich bis heute, warum dieses Kremsmünster derartig tiefe Scharten in einem hinterlassen konnte. Vielleicht fange ich jetzt erst an, fast 30 Jahre später, die Strukturen zu verstehen, von denen ich mich längst verabschiedet habe, die aber auch in mir immer noch nachwirken.

      Was ich eigentlich sagen will: Ich sitze hier in der Nähe von Berlin, habe also auch die deutschen Fälle der vergangenen Wochen (Canisius-Kolleg etc.) recht hautnah mitbekommen. Vor allem bei den Jesuiten wird jetzt endlich auch eine sehr konsequente Aufarbeitung der “Vorfälle” betrieben.
      ABER: Was Ihr hier mit diesem Blog und Eurer Offenheit und Eurem Engagement auf die Beine gebracht habt, das ist wirklich großartig, ich halte dieses Forum hier inzwischen für ein quasi historisches Dokument, dessen Wichtigkeit, nicht nur für Euch, sondern auch für die katholische Kirche, nicht überschätzt werden kann! Alle Verantwortungsträger bis hin zum Papst müssten das hier lesen, damit sie endlich einmal kapieren oder wenigstens zu ahnen beginnen, was für ein unüberschaubares Ausmaß an Verletzungen und Verkrüppelungen ihr verknöchertes System über die Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg angerichtet hat! So kann es nicht weitergehen, so darf es nicht weitergehen!

      Zum Schluss möchte ich noch verweisen auf ein Interview mit Eugen Drewermann im heutigen Online-Standard, auch eines der unzähligen Opfer des Systems, der aber schon seit Jahrzehnten sehr deutlich sagt, was Sache ist. Wurde auf ihn gehört? Nein, er wurde schlecht gemacht. Den daraus resultierenden Scherbenhaufen darf die katholische Kirche in diesen Tagen zusammenräumen.

      Herzliche Grüsse!
      f.h.

    • Attila Says:

      Exzellente Analyse.
      Das ist genau die Meldung, auf die ich warte, seit ich diesen Blog lese. Du hast die Zusammenhänge als einziger erkannt, weil du die Möglichkeit zum Vergleich hattest.
      Die Insassen einer geschlossenen Anstalt wissen nicht, in welcher Situation sie sich befinden.

      Wer Interesse daran hat, seine eigene Vergangenheit kritisch zu beleuchten und objektiv kennen zu lernen, muss sich mit den Aussteigern des Systems treffen, nicht mit den Maturanten. Die wissen nämlich besser, was da gelaufen ist, und: Sie sind (im Schnitt) die Menschlicheren unter euch gewesen. Die menschlich reifen Schüler werden überall am schnellsten von der Autorität hinausgetreten, nicht nur in Kremsmünster.

      Ich hoffe, ich habe euch mit meinen Einwürfen “von außen” nicht genervt, wünsche euch viel Kraft bei der weiteren Aufarbeitung und verabschiede mich. Alles Gute!

      • Ernst Steffny (MJ97) Says:

        Schön, dass Sie als “Aussenstehender” uns erklärst, was wir verstanden haben und was nicht. Und wer von uns “menschlich” ist und wer nicht. Wahrlich erhellend.

  174. peior Says:

    und hier ein posting der öo nachrichten von gestern zum thema UNABHÄNGIGE untersuchungskommision der diözese linz. warum nur wird uns von kremsmonster gar so dringend empfohlen dort vorzusprechen?

    15.03.2010 07:59 Uhr

    “Die Ombudsstellen für Opfer von sexuellen Übergriffen sollen künftig nicht mehr mit Priestern besetzt werden, um ihre Unabhängigkeit zu stärken.” (OÖN)
    in der diözese ist der lederhilger, der chef, ein priester und ordensmann, also doppelt befangen !!!!!!
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    tacitus
    15.03.2010 07:40 Uhr
    lederhilger-obervertuscher

    wenn der wo dabei ist,gibt es nur die römische linie.deswegen hat ihn ja bi schwarz geholt. der hätte jetzt seit er im amt ist, 5 kinderschänder der diözese entlassen können, die hat er geschützt in ihren ämtern, die verheirateten priester hat er hinausgeworfen.ein weltfremder kleriker, der sich noch nirgends beweisen musste und schön in der nische kirche und kloster untergekrochen ist und es sich bequem gemacht hat.von dort massregelt er alle, die sich nicht einordnen,zb pf friedl, pf maierhofer.

  175. peior Says:

    und hier der dazugehörige artikel, wie gesagt, oö nachrichten, 15.03.10
    LINZ. Im Stift Kremsmünster stehen zwei weitere Patres unter Verdacht, sexuellen Missbrauch an Schülern begangen zu haben. Einer davon wird heute bei den staatlichen Behörden Selbstanzeige erstatten.

    Im Stift Kremsmünster tagte gestern ein siebenköpfiger Krisenstab, bestehend aus fünf Patres, einem Rechtsanwalt und dem Direktor des Stiftsgymnasiums. Das Ergebnis: Heute wird sich Pater P. dem Vorwurf des sexuellen Missbrauchs stellen müssen – dies aber gleich bei den staatlichen Behörden. Der Pater werde heute der Staatsanwaltschaft die nötigen Unterlagen vorlegen und dann vermutlich Selbstanzeige erstatten, sagte Abt Ambros Ebhard gestern den OÖN. „Das ist ein deutlicher und ungewöhnlicher, aber ein guter und ein notwendiger Schritt“, sagte der Abt. Pater P. soll in den 1990-er Jahren Schüler sexuell missbraucht haben. Es habe eine anonyme Anzeige gegeben.

    Auch Pater B. soll sexuellen Missbrauch an Zöglingen des Stifts begangen haben – dieser Fall liege allerdings deutlich länger zurück und werde nun an die Ombudsstelle weitergeleitet, sagte der Abt. Die Patres wurden bis zur Klärung der Vorwürfe von ihrem Dienst freigestellt.

    In der Vorwoche hatte bereits ein weiterer Mönch, Pater A., sexuelle Übergriffe an frühere Internatsschülern gestanden. Zwei weitere Patres sollen zudem Zöglinge brutal misshandelt haben. Die Drei wurden ebenfalls bereits suspendiert.

    Pater A. (es gilt die Unschuldsvermutung) entschuldigt sich nun auch auf der Homepage des Stiftes für sein Vorgehen (siehe oben): „Ein Sadist wollte ich nie sein! Wenn ich den entsprechenden Eindruck erweckt habe, tut mir das leid! Ich war leider oft gedankenlos, oft launenhaft und allzu oft unbeherrscht“, ist zu lesen.

    Nachdem zuletzt auch in anderen kirchlichen Einrichtungen der Verdacht des sexuellen Missbrauchs und der Gewalt laut geworden ist, müssen diese Woche mehrere Äbte bei der Diözese antreten. „Mit diesem Treffen wollen wir signalisieren, dass wir für eine enge Zusammenarbeit zwischen den Ordensleuten und den diözesanen Verantwortlichen sind und gemeinsam auftreten“, sagte Severin Lederhilger. Als Linzer Generalvikar ist Lederhilger eine Art diözesaner Personalchef – und damit etwa für Priester, Diakone sowie kirchliche Mitarbeiter zuständig. Auch soll in den kommenden Wochen ein neuer Verhaltenskodex für Schulen und Internate ausgearbeitet werden.

    wie ein freund gestern noch am tel. meinte, hört sich eher nach diözesaner vertuschungskommision an. schön langsam kann einem also so richtig ungemütlich werden. fragt sich nur wem. wir müssen uns stift kremsmünster als gewalttätigen ort vorstellen.

  176. Bärli Says:

    Ich war zwar nicht in Kremsmünster, sondern in Wilhering, schreibe aber hier, weil es ein Wilhering Forum ja nicht gibt.

    1957 wurde ich von meinen Eltern nach Wilhering in die erste Klasse des Gymnasiums abgeschoben. Es herrschte dort der blanke Terror, Druck in jeder Hinsicht. Nach 4 Wochen bin ich von dort einfach abgehauen mit der Absicht mich eher umzubringen, als dort noch zurückzukehren.
    Vielleicht war dies eine der besten Entscheidungen meines Lebens, wahrscheinlich bin ich dadurch einem Mißbrauch entgangen.
    Aber eines ist mir schon in Erinnerung: Wir waren etwa 60 in einem riesigen Schlafsaal, nachdem dort das Licht abgedreht wurde, ist immer der Präfekt herumgeschlichhen.

    Nicht zuletzt verdanke ich es aber meinem sehr kurzen Aufenthalt dort, daß ich das Lügengebäude der katholischen Kirche zu durchschauen begann und bin dann mit Erreichen der Großjährigkeit aus dem Verein auch sofort ausgetreten bin.

    Schon als 10-jähriger war für mich das Gerede von der Hölle und der einzig wahren Kirche, dem Katholizismus, unverständlich. Ich hatte mir die simple Frage gestellt: “Und was ist mit all den Menschen, die Gutes tun, die aber das Christentum gar nicht kennenlernen konnten, kommen die alle in Hölle ? Wie groß muss dann die Hölle sein?”

    Ich verstehe heute, im Alter von 63 Jahren nach wie vor nicht, wie ein denkender Mensch, der liest und sich mit all den Dingen auseinandersetzt, dort Mitglied sein kann.

    • Randglosse Says:

      Schon mal über den Sinn nachgedacht, den Sie da geschrieben haben? Welche Lehre vertritt Jesus? Spricht er von Hass und Tyrannei oder von Liebe und Vergebung? Hat der Mensch (Christ) die Freiheit, Gutes zu tun und Böses zu unterlassen? Ist dieser Präfekt in Ihrem Beispiel (ohne weitere Hintergrundinformation als Ihren Artikel), der offenbar seiner Aufsichtspflicht nachkam, Sexualtäter, weil er dazu krankhaft getrieben wurde, weil er sich so entschied oder weil Sie ihn dazu machten? Welchen Verein mit einer so langen Geschichte wie den der Kirche würden Sie lieber beitreten? Dem der Nicht-Christen? Dann weiterhin ebenfalls gutes Sühnen! In diesem Blog geht es um Erfahrungen und nicht um Unterstellungen. Ich war acht Jahre in Kremsmünster, erfuhr auch die eine oder ander Demütigung durch Lehrer, war auch im Hades, wurde aber von keinem der Beschuldigten irgendwie unsittlich berührt!

  177. peior Says:

    auch heute findet die diözese worthülsen, die vor salbung fast schon zu platzen drohen. ich frage mich, was lederhilger unter “konsequentem handeln” versteht. oö nachrichten, 16.0310:

    LINZ. Der Generalvikar der Diözese Linz, Severin Lederhilger, hat sich gestern in einem offenen Brief zu den Missbrauchsfällen in Einrichtungen der katholischen Kirche gemeldet. Die erschreckenden Vorkommnisse, heißt es in dem Brief, die nach Jahrzehnten des Schweigens und Leidens seitens der Opfer nun ans Tageslicht gekommen sind, zeigen uns eine sehr dunkle Seite des Menschseins.

    „Mangelnde Verantwortung“

    Lederhilger kritisiert auch die mangelnde Verantwortung auf mehreren Ebenen der Kirche. Der Generalvikar fordert ein konsequentes Handeln seitens der Diözesan- und Ordensleitungen. Erste konkrete Maßnahme: Diese Woche wird es Gespräche mit Ordensverantwortlichen geben. „Damit soll deutlich gemacht werden, dass es ein gemeinsames Interesse an der Wahrheitsfindung und an einem konsequenten Handeln gibt.“

    Neue Richtlinien kommen

    Auch die Kompetenzen der Kommission gegen Missbrauch und Gewalt der Diözese werden aufgewertet, schreibt Lederhilger. Geplant sind eine österreichweite Vernetzung und verbindliche Richtlinien für den Umgang mit Beschuldigten und Tätern. Außerdem sollen die bestehenden Verhaltensrichtlinien für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen in kirchlichen Einrichtungen überprüft und verbessert werden.

    2 Kommentare

    Das ist ja das Schlimme · von Montezuma · 16.03.2010 09:47 Uhr

    an diesem Herrn, der immer noch hofft Weihbischof zu werden. Dieser Betonierer ist einer, der Mitschuld am Zustand der röm kath Kirche trägt. Aber irgendeine kircheninterne Sekte ( Opus dei, Enggelwerk etc.) wird ihm schon zur Kariere verhelfen.

    die dunkle seite des menschseins · von tacitus · 16.03.2010 09:37 Uhr

    kein wort von der struktur und verfassung der kirche,die laufend opfer produziert – kein wort von der vertuschung, von der kriminalisierung der opfer-kein wort von der neurotischen sexualfeindlichkeit der kirche.
    wer richtlinien und papierln braucht dafür, wie man mit kindern nicht umgeht, der stellt sich ein armutszeugnis aus.das sollten vorzeige einrichtungen sein. er fängt schon wieder an, alles zu verdrehen, damit auf die fassade kein dreck kommt.

  178. Stifter Says:

    Erstmal danke dafür, dass dieses Forum eingerichtet worden ist. Besser als jedes Klassentreffen. Ich freu mich echt für alle, die in Kremsmünster nur Gutes erleben durften und hier dies auch kundtun. Nur genau dafür ist dieses Forum nicht gedacht. Bitte nicht böse sein, aber wenn ihr mal das Glück hattet, einen Klassenvorstand oder einen Präfekten zu haben, in dessen Beuteschema ihr nicht gepasst habt, dann freue ich mich sehr für euch und beneide euch sogar um eure Unbeschwertheit, mit der ihr heute durch’s Leben marschieren dürft. Wenn ich meine A.-L.-N.-Erfahrungen dem Allgemeinwissen und den guten humanistischen Werten, die mir vermittelt wurden gegenüber stelle, dann muss ich schon sagen, dass der Preis dafür ein sehr hoher gewesen ist. Und meine Kenntnisse im Altgriechischen (ich meine jetzt wirklich die Sprache) nutzen mir heute gar nichts. Auch auf meinem Lohnzettel steht heute nicht: Altgriechisch – 2.000.- Wenn ich allerdings meine Kinder betrachte, weiß ich, dass sie auch ohne humanistische Ausbildung bestens bestehen werden. Das Risiko einzugehen sie in Hände irgendwelcher Verrückten zu geben, die ihre Erziehung übernehmen sollen werde ich nicht eingehen. Ich glaube, dass das einzig Gute, das ich heute noch aus Kremsmünster mitnehme, die Überzeugung ist meine Kinder einem solchen System nicht aussetzen zu dürfen – und irgendwann werden sie darüber froh sein; spätestens dann, wenn sie alt genug sein werden und in 10 Jahren die nächsten Mißbrauchsvorwürfe wieder einmal kolportiert werden. Gruß Stifter

  179. Albert Steinhauser Says:

    Ich möchte hier niemanden den Platz wegnehmen. Als Justizsprecher der Grünen interessiert mich auch die Aufarbeitung und die Konsequenzen der Missbrauchsvorwürfe gegen Einrichtungen der katholischen Kirche. Ich würde mich über ein feedback zu den Vorschlägen auf meinen Blog freuen:

    http://albertsteinhauser.at/2010/03/15/missbrauchsopfer-forderungspaket-an-die-katholische-kirche/

    • peior Says:

      danke fürs aufwachen. vielleicht wäre eine breitseite in richtung regierungspartein mit der frage nach der einrichtung eines entschädigunsfonds durchführbar. in oö wäre eine diesbezügliche stellungnahme von lh phüringer mehr als überfällig.

    • Ernst Steffny (MJ97) Says:

      Ich glaube nicht, dass wir hier jetzt auch noch Vertreter der politischen Kaste gebrauchen können, die aus den Geschehnissen politisches Kleingeld schlagen wollen…

      • peior Says:

        das WIR kannst du allerdings angesichts deines untenstehenden beitrages vergessen. und kastendenken liegt mit auch nicht so. politisches kleingeld wird zumeist vor anstehenden wahlen gemacht. hier tu jede hilfe not.

        • Manfred Behr (MJ 97) Says:

          Ok, dann halt kein WIR. Was genau findest Du an Ernestos Beitrag (unten) den so verwerflich. Außer Allgemeinplätzen kann ich Deinen letzten Beiträgen leider nichts konkretes entnehmen.
          uawg

        • Ernst Steffny (MJ97) Says:

          Es wäre das erste Mal in der jüngeren Vergangenheit, dass ein Politiker etwas aus purem Altruismus tun würde. Insofern misstraue ich diesen grundsätzlich. Und das doppelt, wenn sie nicht durch die Betroffenen auf den Plan gerufen wurden, sondern aktiv und von sich aus versuchen, sich in die Diskussion einzuschalten (wie hier geschehen). Und inwiefern ein solcher Politiker jetzt dem “Aufklärer”, der nach eigener Aussage hier in diesem Weblog nicht polemisieren will und deshalb auch nicht den Weg in den ORF sucht, helfen können soll, scheint mir schleierhaft.

          Im übrigen ist mir durchaus bewusst, dass längst nicht alle Ehemaligen diese ganze Angelegenheit gleich beurteilen, davon zeugt ja schon dieser Blog. Ich für meinen Teil kann jedenfalls damit leben und unterschiedliche Meinungen, die ich nicht teile, akzeptieren (womit scheinbar manche ein Problem zu haben scheinen). Deshalb poste ich auch unter meinem echten Namen und verstecke mich nicht hinter Pseudonymen, weil ich mich nicht scheue, meine Meinung öffentlich kundzutun und dafür einzutreten (womit andere schonwieder ein Problem zu haben scheinen).

          • Albert Steinhauser Says:

            Manche Einträge zeigen leider wir groß das Misstrauen gegenüber der Politik ist. Ich habe knapp vor (!!!) Beginn der öffentlichen Debatte auf Wunsch von ehemaligen Heimkindern (Schloß Leonstein und Gleink) in Kooperation mit ihnen am 5.3.2010 im Parlament eine Veranstaltung zum Thema “Wir waren doch nur Kinder” durchgeführt. Thema: die Zustände in den österreichischen Heimen! Bei allem Verständnis sollte man also mit Unterstellungen vorsichtig sein und nicht gleich mit dem “politischen Kleingeld” kommen. Ist das Schweigen und Initiativenlosigkeit der Politik wirklich besser?.

  180. anmerker Says:

    Diese Diskussion kann im Grunde auf

    http://forum.altkremsmuensterer.at

    fortgeführt werden, wenn es gewünscht ist.

  181. Ernst Steffny (MJ97) Says:

    Als jemandem, dem seine Zeit in Kremsmünster (89-97) auch heute noch in sehr guter Erinnerung ist, schmerzen mich die erschütternden Berichte so vieler meiner Vorgänger ganz besonders. Auch ich gebe zu, dass mir in einer ersten Reaktion, durchaus menschlich, die ganze Geschichte inszeniert vorgekommen ist. Umso bedauerlicher ist daher für mich die Erkenntnis, dass vieles davon tatsächlich der Wahrheit entspricht.

    Ich war zu einer zeit Schüler in Kremsmünster, in der zu Beginn (etwa bis Mitte der 90er) die alte Ordnung noch in Kraft gewesen ist und gegen deren Ende der Wandel in den Institutionen bereits spürbar war. Das Kremsmünster von heute ist nicht mehr das Kremsmünster von früher. Das sei aber nur am Rande erwähnt, weil es nichts zur Sache tut.

    Ich kann nur hoffen, dass in den beweisbaren Fällen von sexuellem Missbrauch seitens der Verantwortlichen tatsächlich alle notwendigen Konsequenzen gezogen werden (ohne Rücksicht auf Ansehen und Stand und habe dahingehend auch wenig Bedenken, wenn ich an die Integrität der jetzt handelnden Personen im Stift denke. Was mir aber zusätzlich sehr zu schaffen macht, ist die meiner Meinung nach unzulässige Vermengung von dezitiert sexuellem Missbrauch mit jeglicher Gewaltanwendung unterschiedlicher Schweregrade. Nennt mich altmodisch, aber für mich hat nach wie vor eine Kopfnuss, eine Ohrfeige oder das Einsperren in einer kalten Dusche durch ältere Mitschüler eine gänzlich andere Qualität als sexueller Missbrauch. Die erstgenannten Dinge hat es in meinen Jahren dort andauernd gegeben (ausgehend von Personal als auch von uns Schülern selbst), von letzterem kann ich gottseidank behaupten, dass es bei uns damals kein Thema gewesen ist.

    Es war aber nicht anders zu erwarten, dass sich die Medien, einschliesslich und besonders des ORF, auf das Thema stürzen werden und dadurch eine objektive Auseinandersetzung mit diesem beschämenden Kapitel der Kremsmünsterer Geschichte nahezu unmöglich machen. Ein schönes Beispel für die Berichterstattung gibt die gestern (16.03.) ausgestrahlte ORF-Sendung “Thema”: Untermalt von der Filmmusik aus “Der Name der Rose” sondert ein esoterisch anmutender “Psychoanalytiker” mit zelotischem Eifer in den Augen seine an Banalität kaum überbietbaren Weisheiten zum Thema Kirche, Religion und Internatsschulen ab (O-Ton:”Was würde sich ein Ausserirdischer denken, wenn er in eine katholische Kirche ginge…”). Die Art und Weise der Aufmachung ist dabei nicht einmal mehr versteckt suggestiv. Diese Art der medialen Information kann auf keinen Fall der Sache gerecht werden und ist in meinen Augen auch nicht im Sinne der tatsächlichen Opfer. Allerdings muss man auch löbliche Gegenbeispiele erwähnen, wie etwa die kurz davor um 20 Uhr auf 3Sat ausgestrahlte Dokumentation zu den Missbrauchsfällen in Deutschland.

    Mein persönliches Fazit aus acht Jahren Internat in Kremsmünster ist so positiv, dass ich die Jahre dort zu den besten meines bisherigen Lebens zählen würde. Manches war hart, ungerecht und aus heutiger Sicht unkorrekt. Aber für mich überwiegen dennoch die positiven Aspekte, die Freundschaft, die Bildung, der Korpsgeist. Natürlich gilt diese Aussage nur für mich, ich möchte damit das anderen offensichtlich wiederfahrene Unheil keinesfalls gering reden. Es tut mir innerlich weh, wenn neben den tatsächlich von sexuellem Missbrauch Betroffenen sich in den Foren immer wieder echte oder unechte Trittbrettfahrer zu Wort melden, die aus welchen Gründen auch immer lächerliche Kleinigkeiten in blumigsten Formulierungen zur Diskussion beitragen und damit rücksichtslos auch die Opfer von tatsächlichen Übergriffen beleidigen. Dann gibt es auch noch diejenigen, die persönliche Animositäten gegen Einzelpersonen dazu benutzen, unter dem Deckmantel der virtuellen Anonymität ihre angeblichen “Peiniger” ohne konkrete Vorwürfe oder Beweise namentlich denunzieren (wie weiter oben mit P. Robert geschehen, dem harmlosesten und gutmütigsten Menschen, den ich je kennengelernt habe. Neben P. Albert.). Und das oft wider besseres Wissen. Das ist kindisch und kleinkariert und zudem erschwert es die Aufarbeitung der “echten” Fälle. Ebenso verzichtbar ist für mich die “Feststellung”, das Internat sei grundsätzlich faschistoid bzw. sozialdarwinistisch ausgerichtet gewesen, weil dort strenge Hierarchien geherrscht haben. Nach dieser kruden Logik wäre im Umkehrschluss dann jede Art von gesellschaftlicher Hierarchie ex origine eine Form von Faschismus, was, auf gut Deutsch, natürlich kompletter Blödsinn ist.
    Vorbildlich hervorheben möchte ich Kollegen Michael Paschinger, der sich hier in diesem Blog bereits mehrmals zu Wort gemeldet hat. Jeder, der ihn kennt, weiss, dass gerade er es in seinen Jahren in unserer Schule nicht gerade leicht gehabt hat (woran neben manchem Lehrer auch sehr viele von uns Schülern schuld waren), aber dennoch hat er sich die Fähigkeit erhalten, Äpfel von Birnen zu trennen und trotz persönlicher Betroffenheit objektiv zu bleiben. Lieber Michael, ich möchte Dir dafür meine Hochachtung aussprechen.

    Grundsätzlich würde ich mich, sofern meine Meinung dazu überhaupt gefragt ist, auch dafür aussprechen, dass diese Diskussion in einem geschützteren Bereich fortgesetzt werden soll. Denn aufgrund der oben bereits angeführten Beispiele ist zu befürchten, dass sich manche Vertreter der Journaille wie die Geier auf manche der hier geschilderten Sichtweisen stürzen werden. Das im Moment durch die Medien suggerierte klösterliche Gruselkabinett sadomasochistischer Prägung ist Kremsmünster, und ich denke, da werden mir so gut wie alle beipflichten, insgesamt nicht gewesen. Die tatsächlich Schuldigen müssen aus dem Verkehr gezogen und im Rahmen der Gesetze bestraft werden (zusammen mit etwaigen Mitwissern und stillschweigenden Duldern). Zu leiden hat unter der undifferenzierten Sichtweise und der absichtlichen Manipulation/Selektion der Tatsachen vor allem aber die heutige Schule, die hier im Grunde unbeteiligt zum Handkuss kommt und die nicht einmal mehr ansatzweise etwas mit den geschilderten Praktiken am Hut hat. Das ist den Menschen, die in bester und redlichster Absicht heute dort arbeiten und wirken gegenüber, unfair, ungerecht und bösartig. Daher würde es mich sehr freuen, wenn der Altkremsmünstererverein oder die Verantwortlichen der Schule selbst diese Tatsache auch öffentlich stärker hervorkehren würden.

  182. enttäuschterakler Says:

    was soll bitte diese fadenscheinige stellungnnahme des altkremsmünsterervereins – nur ja nirgends anecken, keinen sand aufwirbeln – typisch. auch wenn die beschuldigten akler sind ist mir das herzlich egal da die taten die sie begangen haben nicht in ordnung sind.

  183. enttäuschterakler Says:

    16.03.2010, geschrieben von Josef Kemetmüller
    Betrifft: Stellungnahme des Vereines

    Liebe Mitglieder und Freunde des Kremsmünsterer Vereines!

    So sehr die Entwicklung in den letzten Tagen nach einer öffentlichen Stellungnahme des Vereines ruft, kann es – wie auch die Diskussionen im Vereinsvorstand gezeigt haben – aus meiner Sicht eine kollektive Meinungsäußerung nicht geben, da sich eine solche zwangsläufig immer auch gegen eigene Mitglieder, zu denen ja “Ankläger” und “Beschuldigte” gleichermaßen gehören, richten würde.
    Natürlich darf dies nicht bedeuten, dass nicht jeder Einzelne für sich entscheiden kann und muss, ob und wie er dazu Stellung nimmt, und dass sich die Mitglieder und Organe auch auf Vereinsebene intensivst damit auseinandersetzen müssen; dies ist und wird auch weiterhin geschehen – und besteht dafür wohl die beste Gelegenheit bei unserer Generalversammlung am 26. März, zu welcher ich euch nochmals einladen möchte – der Weg in die Medien dürfte allerdings nicht der richtige sein und gibt es aus den obigen Überlegungen auch keine „offizielle Stellungnahme“ des Vereines oder seiner Organe.

    Ich bin davon überzeugt, dass Stift und Gymnasium bereits die notwendigen Schritte unternommen haben, und alles daran setzen werden sämtliche Umstände aufzuklären, und wird ihnen dabei natürlich auch unser Verein im Rahmen seiner Möglichkeiten zur Seite stehen.

    Ich kann und möchte euch nur bitten, euch bei allen Entscheidungen nicht zuletzt von unserem Motto “fides et auxilium” – gegenüber jeder(m) Altkremsmünsterin(er) leiten zu lassen.

    Roland Neuhauser

    • kephas Says:

      Auch wenn ich jetzt eine Lawine lostrete und natürlich für alle Beschuldigten die Unschuldvermutung gilt:
      Auszug aus den Statuten des Kremsmünsterer Vereins:

      § 7 Ordentliche Mitglieder

      “(4) Ordentliche Mitglieder können wegen eines das Vereinsinteresse schwer schädigenden Verhaltens durch Beschluss des Vorstandes, gegen den eine Berufung an die Generalversammlung offen steht, aus dem Vereine ausgeschlossen werden. Diese Berufung ist schriftlich binnen vier Wochen nach Verständigung von der Ausschließung beim Vorstand einzureichen.

      (5) Der freiwillige Austritt und der Ausschluss haben die Verwirkung sämtlicher allenfalls erworbenen Ansprüche des scheidenden Mitgliedes auf Unterstützung aus dem Vereinsvermögen zur Folge; mit dem Eintritt eines der genannten Endigungsgründe erlöschen sämtliche Rechte und Pflichten aus der Mitgliedschaft. Davon unberührt bleibt die Verpflichtung zur Entrichtung der bis zu diesem Zeitpunkt rückständigen Jahresbeiträge.”

      § 8 Rechte und Pflichten der Mitglieder

      “(3) Die ordentlichen Mitglieder sind verpflichtet:

      a) die Vereinsziele und –Interessen tunlichst zu fördernund alles zu unterlassen, wodurch das Ansehen und der Zweck des Vereines Abbruch erleiden könnten. Sie haben die Vereinssatzung und die Beschlüsse der Vereinsorgane zu beachten.”

      • enttäuschterakler Says:

        ich glaube nicht dass der vorstand beschließt die betroffenen mitglieder auszuschließen, dies kann wahrscheinlich nur durch einen antrag der mitglieder erwirkt werden.
        keine schöne sache aber im sinne einer lückenlosen aufklärung sicher ein schritt in die richtige richtung.

        • kephas Says:

          Was müsste man denn noch machen, wenn nicht einmal strafrechtlich relevantes Verhalten (auch wenn es verjährt ist), wie in diesem Blog ausführlich beschrieben, zu einem Ausschluss führt bzw. führen kann.

    • Randglosse Says:

      So sehr ich dafür bin, die Menschenwürde auch für Täter (für Opfer sowieso!!!!) einzufordern, so sehr ich auch gute Erinnerungen an Kremsmünster habe (obwohl ich selbst von einem sexuellen Delikt – aber nicht von den bisher Beschuldigten – berichten könnte), so sehr bin ich der Überzeugung, dass ein beiderseitiges “fides et auxilium” allein dem Guten zu dienen hat, der Wahrheit und Gerechtigkeit. Ein Verdacht, so schwer er auch wiegt, ist kein Beweis, das sehe ich auch so. Auch zahlreiche Anklagen sind kein Beweis. Trotz allem ist ein geäußerter Verdacht (noch dazu in einer derartigen Intensität) selbst kirchenrechtlich relevant!! Wenn sogar die Schule und das Konvikt daran glauben, dies aufarbeiten zu müssen und selbst das Kloster bereits Schritte setzte, die diesen Verdacht zumindest anerkennen (Suspendierung, Selbstanzeige), dann wird es um Gottes Willen auch ein Absolventenverein schaffen, in dieser Frage ohne Vorverurteilung des Einzelnen Stellung zu beziehen! Ich bin gewiss ein Freund des Kremsmünsterervereins, aber diese peinliche Neutralität, die sich nicht gegen “Beschuldigte” oder “Ankläger” in den eigenen Reihen stellen möchte, ist absolut SCHÄNDLICH! Und das nach so langer Bedenkzeit! Ist es niemandem in den Sinn gekommen, dass Wahrheit sowohl für Ankläger als auch für Beschuldigte auch erlösend sein kann? Stift und Kloster sind viel weiter vor gedrungen als der Verein der Absolventen!

  184. Michael Paschinger Says:

    Wut und Bestätigung über diesen Verein werden in mir breit – es wär mir eine Ehre statt den “Anderen” ausgeschlossen zu werden. Diskutierts nur weiter ihr Vorstandsmitglieder!

    Hochachtungsvoll,
    M.P.

  185. Michael Paschinger Says:

    und Grüss dich Ernst….schön von dir zu hören!

  186. mj80_z Says:

    Anmerkung zur “Stellungnahme des Vereines”:

    “… kann es … aus meiner Sicht eine kollektive Meinungsäußerung nicht geben, da sich eine solche zwangsläufig immer auch gegen eigene Mitglieder, zu denen ja “Ankläger” und “Beschuldigte” gleichermaßen gehören, richten würde.”

    http://www.altkremsmuensterer.at/index.php?site=home&design=1

    Diese Stellungsnahme beweist, daß Vertuschung nach wie vor präsent ist.

    Wenn man diese (heutige !!!) Einstellung hört, kann man sich besser vorstellen, daß damals sämtliche Erwachsenen in welcher Funktion auch immer den Geschehnissen tatenlos zusahen und die schwachen Opfer im Stich ließen (leugnen, ignorieren, dulden, wegsehen, nirgends anecken, …).
    Die möglichen Beschuldigten waren ja auch durchwegs Mitglieder der großen Klostergemeinschaft.
    Ob sich solche Mitwisser strafbar gemacht haben, ob es bei Straftaten eine Meldepflicht gibt, kann ich nicht beurteilen.
    Aber menschlich gesehen waren diese Mitwisser in gewisser Weise auch Täter.

  187. kephas Says:

    Neue Stellungnahme online:

    http://www.altkremsmuensterer.at/daten/stellungnahme2.pdf

  188. enttäuschterakler Says:

    die ehre der akler verletzen ;-)

  189. kephas Says:

    Und hier die nächste Stellungnahme (vom Lehrkörper):

    http://www.altkremsmuensterer.at/daten/stellungnahme3.pdf

    • mj90krems Says:

      Ich kann diese Stellungnahme und die Argumente der heutigen Vertreter des damaligen Lehrkörpers sehr gut nachvollziehen, und bin auch erleichtert zu lesen dass die damals bereits kursierenden Gerüchte zu den “Neigungen” der heute bekannten Täter auch zu diesen vorgedrungen waren und intern auch wiederholt zur Sprache gebracht wurden.
      In diesem Zusammenhang stellt sich mir aber sehr wohl die Frage wie hier die Verantwortung des damaligen Gymnasialdirektors und Priors des Stiftes zu bewerten ist, dem in diesem Schreiben die Bagatellisierung der vorgebrachten Bedenken vorgeworfen wird.

  190. glasklar Says:

    Bin nicht aus Kremsmünster, deshalb kann ich diese Plattform nur als Aussenstehende benützen. Als Mißbrauchsopfer suche ich Mitopfer von KARL WOCHNER, Kinder- und Jugend Kaplan in 1080 Wien, Pfarre Breitenfeld, Lehrer am Gymnasium 1190 Wien, Krottenbachstraße, später versetzt als Pfarrer in NÖ (?). Zeitraum ca 1960 bis 2007.
    Meine Geschichte steht symptomatisch für viele.
    Habe versucht, auf dem Blogg der Zeitschrift ” Die PRESSE” an Mitopfer heranzukommen, mußte die Erfahrung machen, dass meine Postings jedesmal innerhalb kürzester Zeit entfernt werden. ( Worüber ich eigentlich fassungslos bin!!)
    Mein Ziel wäre es , die katholische Kirche mit einer Sammelklage zur Verantwortung für ihr jahrelanges Vertuschen zu ziehen.

    • Ernst Steffny (MJ97) Says:

      Mir ist nicht ganz klar, was dieser Aufruf auf diesem Weblog, der sich der Diskussion unter den ehemaligen Schülern von Kremsmünster widmet, zu suchen hat.

      Warum wenden Sie sich nicht an die Staatsanwaltschaft, wenn es um strafrechtlich relevante Vorfälle geht? Jedenfalls ist dieser Blog meiner Meinung nach der falsche Ort, zumal 1080 Josefstadt ziemlich weit von Kremsmünster entfernt ist.

      • glasklar Says:

        Ich nehme nicht an, Sie glauben, dass Sie, in Kremsmünster, die Einzigen sind, wo so etwas vorgekommen ist?
        Wie würden Sie als Opfer sich fühlen, wenn Sie nach Vertuschen durch die kirchlichen Behörden, nach dem jahrelangen von kirchlichen Ombudsstellen kontrollierten ” Aufarbeiten”in Therapien ( 7 Jahre), auf einmal einen Streif am Horizont sehen, der da zeigt: es gibt Leben auf Deinem Planeten, das sind andere, denen es geht wie Dir.
        Allein die Möglichkeit mich mit Menschen auszutauschen, denen ähnliches widerfahren ist erschien mir im Schreiben meiner Zeilen wie ein Geschenk.
        Es tut mir unglaublich leid, dass Sie sich dadurch gestört gefühlt haben.
        Auf Ihre Frage , warum ich mich nicht an die Staatsanwaltschaft wende möchte ich dahingehend beantworten:
        Der Mißbrauch an mir ist verjährt, mein Peiniger tot.
        Das Trauma meiner persönlichen Geschichte ist die Tatsache, dass man mir als Kind den Mißbrauch, obwohl ich mich dem zu entziehen versuchte, nicht geglaubt hat. Jahrelang zählte mein Peiniger zusätzlich noch zum engsten Freundeskreis meiner Familie. Diese Ohnmacht, diese Angst, dass man mir keinen Glauben schenkt ist wahrscheinlich auch der Grund, mich anderen anschließen zu wollen. Ich hätte nicht vermutet, in dieser Form ausgegrenzt zu werden.

        • kephas Says:

          Ernst wollte sie sicher nicht ausgrenzen.
          Er wollte nur auf den ursprünglichen Zweck diese Blogs hinweisen, und zwar auf die Schilderung von Erlebten etc. im Stift Kremsmünster, wie auch schon der Name des Blogs wiedergibt.
          Dass das Stift aber nicht der einzige Ort war, in dem das in diesem Blog beschriebende System voll zum Tragen kam, ist klar (auch wenn die Medien das teilweise immer noch falsch darzustellen versuchen, und sich auf einige wenige stürzen).

        • der brave heide Says:

          ich versteh sie sehr gut, auch ein mann aus wilhering wurde vor ein paar tagen “rausgebissen”. nicht abhalten lassen, ausgegrenzt hat nur einer.

        • enttäuschterakler Says:

          ich glaube dass die offenheit dieses blogs ein wichtiges zeichen war und erst der anfang sein kann. dass sich auch andere betroffene zu wort melden sei ihnen verziehen, warum sollten sie es nicht tun. gibt es sonst wo eine möglichkeit in derartiger form.
          das man ihnen ihre kommentare vorwirft geht für mich schon wieder zu sehr in die richtung “das regeln wir unter uns” so wie es die herren vorstand, ombudsstelle etc vormachen.

          • Aufdecker Says:

            Dass diese Geschichte jetzt deutlich grösser wird als das letzte Woche noch den Anschein hatte ist wohl für alle Beteiligten klar geworden.
            Dass dieser Blog anfänglich für Kremsmünsterer Betroffene gemacht wurde, sollte uns aber nicht davon abhalten Opfern aus anderen Schulen oder Internaten ein Ohr zu leien und eine Plattform zu bieten.
            Primär ists für Kremsmünsterer, aber ich möchte hier niemanden ausgrenzen.

        • martin Says:

          hallo glasklar!

          ich denke nicht, dass dich jemand ausgrenzen möchte. Die Wortwahl von Enst Steffny ist etwas unglücklich – ich denke, er wollte sagen: Das ist hier eine sehr spezifische Plattform, die um ein sehr eng umgrenztes, gemeinsames Topos kreist, nämlich um das Aufdecken von Zusammenhängen an unserer ehemaligen Schule. Den genannten Priester wird hier niemand kennen.

          Ein Tipp: Wenn Du ein Posting (zB in der Presse) dazu schreibst, darfst Du nicht den vollen Namen des Paters nennen – das wäre nämlich der Grund dafür, dass das Posting gelöscht wird.

          Darüber hinaus finde ich Deinen Beitrag spannend und auch wichtig – versuche auf jeden Fall, darüber zu sprechen! Dieses spezielle Forum ist aber vielleicht wirklich nicht der beste Platz, um andere Opfer des selben Priesters zu finden, weil ihn hier wohl niemand kennen wird.

          Jedenfalls fühle Dich bitte (trotzdem) nicht ausgeschlossen!

          Ich wünsche Dir viel Glück und Erfolg bei Deiner Suche!

          • glasklar Says:

            Danke für die verschiedenen Antworten, ich habe den heutigen Tag weinend am PC verbracht, meine Suche geht weiter, wieder einmal bin ich ich auch bei der Ombudsstelle der Kath. Kirche in Wien mit der Bitte um Vernetzung vorstellig geworden. Außer Schadensbegrenzung für die eigenen Leute ist von dort aber nicht viel zu erwarten. Auch wenn sie so unglaublich hilfsbereit gegenüber den Opfern tun, wollen die halt einfach nur alles schön kontrollieren. Ihr habt, weil ihr mehrere seid, sicher mehr Chancen gehört zu werden. Also, danke nochmals für die guten Worte.

  191. hades90 Says:

    Danke peior, für Deinen Beitrag!

    Zeigst Du doch mit dieser Methode, wie man sich den Kanon des Missbrauchs vorzustellen hat: div. Missbrauch, Exzesse, Sucht, Co-Abhängigkeit, Eskapismus, Trauma. Auch die Reaktionen deuten darauf hin, dass dies bis heute nachwirkt und das gegenwärtige Handeln bestimmt.
    (Bitte das nicht als Vorwurf verstehen! Denn- wenn ich wütend werde, muss ich erkennen, dass ich es noch nicht gelöst habe! 1. Scham 2. Zorn 3. Wut 4. Trauer, ab hier ist Veränderung möglich;)

    Im übrigen spricht auch die Tatsache, dass einer der Täter sich auf der offiziellen Homepage mitteilen darf, nicht für die in diesem Blog oft so gepriesene Konfliktkompetenz der handelnden Personen im Stift: der Beschuldigte ist sogar immer noch im Hintergrundfoto mit dem Abt aD am Tisch speisend abgebildet- das kann man nur als grotesk bezeichnen, oder damit deuten, dass sich diese Personen ebenso in einem Prozess der Aufarbeitung befinden.

    Auch lässt sich in P.Alfons offenen Brief eines klarmachen: es liegt hier ein Bekennerschreiben vor, nicht handelt es sich hingegen um eine Entschuldigung. Klar eine Doppelbotschaft, die eigentlich aussagt: “Ihr wart daran schuld, dass ich das getan habe.” Missbrauchte missbrauchen selber und rechtfertigen ihren Missbrauch mit dem ihnen zugefügten Missbrauch- das passiert vor allem dann, wenn man seine Traumata nicht aufarbeitet…

    Was heisst Das?
    Wir können und müssen JETZT aussteigen: denn wir durchleben die Kindheit nun unter anderen Vorzeichen noch einmal (zB in Träumen), vieles was als gesichert galt, wird nun relativiert, es treten Fragmente an Erlebnissen aus der Tiefe des Bewusstseins zu Tage, es tauchen aber auch neue Lücken auf.

    Vielen Dank Euch allen für die Veröffentlichungen in diesem Blog, der allen hilft, jetzt Handlungsalternativen zu setzt, die wir damals nicht hatten, weil wir Kinder waren.

  192. Aufdecker Says:

    ich denke es wird Zeit dass wir auch ausserhalb dieses Blogs von Angesicht zu Angesicht weiter diskutieren.
    Nicht im Altkremsmünsterer Verein.
    Bitte um Vorschläge unter fiat_lux@live.at

    • martin Says:

      Ich habe auch allergrößte Bedenken, dass der Altkremsmünsterer-Verein eine geeignete Plattform darstellen könnte – nach den bisherigen Statements aus dem verein geradezu eine skurrile Idee!

      • Michael Paschinger Says:

        sehr höflich …. Ich interpretiere – nachdem Englisch ja mein Hauptfach war probier ichs in feinstem Gorbachstyle: my lovely mister singing club I think I spider! I´m foxdevilswild, my hair stand up to the mountain while it walks me icecold down the back! Those guys of the AK-Club are such fearrabbits and they don´t want to jump over their shadows! Altthough it´s not good cherry-eating with f.e. P. Alfons he has definitely more backbone then those. We are actually on the woodway. Our conversation walks me animally on the cookie – so let´s get evererything in the green area by building a new independent platform!

        greetings

        P.S. das hört sich doch auch höflich an ;)

  193. payoli Says:

    Und wer diskutiert den Defekt der Gesellschaft, die sich derartig auf solche Themen stürzen lässt? Sekündliche Kinder- Verhungerungs- Tode aber kalt, lässt?
    Man könnte in diesen schlimmen Vorkommnissen auch eine Chance für gesellschaftliche Veränderungen sehen. Denn die ‘Ursache hinter der Ursache’ sind doch unsere völlig kranken Sexulatabus und gesellschaftlichen Konventionen.
    Einige Denkanstöße dazu, hier:

    http://payoli.wordpress.com/

  194. mj198x Says:

    NS-Sprüche von Pater A.

    In diesem Forum sind Vorwürfe bezüglich problematischer NS-Sprüche des ehemaligen Konviktsdirektors des Stiftes Kremsmünster laut geworden.

    Alle, die sich an derlei Aussagen erinnern, sollten sich an das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes wenden, wo solche Fälle gesammelt werden:

    telefonisch:
    01-228 94 69 DW 317

    per mail:
    Andreas.peham@doew.at

    schriftlich:
    Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes
    Wipplingerstraße 8
    A-1010 Wien

    Darüber hinaus sollte dieser Hinweis, sich beim Dokumentationsarchiv zu melden, auch

    - auf die offizielle website des Stiftes
    - auf die offizielle Seite des Altkremsmünsterer Vereines

    In jedem Fall ist eine offensive Vorgangsweise hinsichtlich der „braunen Flecken“ des Pater A. dringendst anzuraten!

    • WilliK Says:

      …was soll das denn jetzt? Diesen Denunziantenstadel kannst Du Dir in die Haare schmieren. Hier geht’s um Kindesmißbrauch und nicht um “braune” Sprüche…

    • Ernst Steffny (MJ97) Says:

      Wäre ja zu schön, könnte man dem Missbrauch nun auch noch die Wiederbetätigung an die Seite stellen. Als höchstmögliche Eskalationsstufe, sozusagen das “braune Sadomaso-Kloster der kuttentragenden Kinderverzahrer”. Der Wunschtraum aller Revolverblatt-Schreiberlinge, Fellners Eldorado.

      Entschuldigt bitte meinen Sarkasmus, aber jetzt ist langsam Schluss mit lustig. Was einigen (nicht allen!) in den letzten Jahrzehnten in Kremsmünster wiederfahren ist, ist schrecklich und verdammenswert und muss in jeder erdenklichen Art und Weise aufgearbeitet und, wenn möglich, repariert werden. Allein schon wegen der heute dort tätigen, integeren Leute und den vielen Schülern, die heutzutage in eine völlig andere Schule gehen, als wir es seinerzeit taten und die sich nun langsam auch in der Öffentlichkeit allein für die Tatsache, nach Kremsmünster zu gehen, rechtfertigen müssen.

      Ich frage mich, wem es nutzen sollte, jetzt mit der Brechstange nach möglicherweise weiteren angeblichen “Sensationsmeldungen” zu suchen (bzw. welche zu “machen”), obwohl das eigentlich Wesentliche bereits längst auf dem Tisch liegt. Grenzwertige Ansagen gab es neben den aufrichtigen und sicher schmerzhaften Darstellungen einiger in diesem Blog ja bereits genug, inzwischen sind wir an dem Punkt angelangt, wo bereits lautes Ansprechen oder Zurechtweisen als Missbrauch dargestellt wird (weiter oben in Richtung Präfekt Ö.).

      Irgendwann ist es genug.

    • mj90krems Says:

      Ich hatte mir selbst kurz überlegt dieses Thema auf den Tisch zu bringen, habe dies aber unterlassen nachdem ich mir auf Nachfrage bestätigen lassen habe dass dieses heute im Konvikt/Gymnasium korrekt gehandhabt wird.
      Ich könnte mich allerdings ewig über die einschlägige Weltanschauung und konkreten Sprüche von P. Alfons auslassen, habe mich aber entschlossen dies hier – im Moment – auszuklammern um nicht vom eigentlichen Fokus auf die systematische Gewalt und den Missbrauch von Minderjährigen abzulenken. Ich würde daher auch auch alle anderen bitten dies so zu belassen, da dies der Sache vermutlich nicht dienlich ist, auch wenn ein klarer Zusammenhang zu seiner Gewaltherrschaft natürlich nicht zu verleugnen ist.

    • altkremsmünsterer Says:

      @mj198x
      Peham, ihr vom DÖW seid doch wirklich das letzte …

  195. max Says:

    an Michael Pasching

    …selbiges gilt für jenen der P. Robert ich wiederhole P.Robert verunglimpft.

    Ich war in den 70ern in Kremsmünster, ich verunglimpfe niemanden.
    Ich war dabei!!!

  196. Michael Paschinger Says:

    hmmm… es tut mir leid dir zu nahe getreten zu sein aber sexueller Missbrauch vom P.Robert sprengt mein Vorstellungsvermögen!

    • Ernst Steffny (MJ97) Says:

      Meins auch, Michi.

      Bisher war ausser übler Nachrede nichts dazu zu hören. Karten auf den Tisch, was hat er verbrochen? Wenn etwas vorgefallen ist, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, es zu sagen. Ansonsten sollte man sich mit solchen Verdächtigungen tunlichst zurückhalten.

  197. Manfred Behr (MJ 97) Says:

    Liebe Leute,

    ich glaube es ist nun wirklich an der Zeit diesen blog zu beenden, warum?!

    1. Ich glaube, dass im Wesentlichen die Hauptvorwürfe aufgezeigt, zu Tage gebracht und vor allem der Öffentlichkeit bekannt gemacht wurden.

    2. Ob und wie die Schuldigen bestraft werden darauf wird dieser blog keinen Einfluss mehr nehmen können, ob wir wollen oder nicht.

    3. Ist mir beim heutigen Lesen der Tageszeitungen aufgefallen, dass auf der Suche nach immer neuen Sensationsmeldungen auch auf diesen blog vermehrt zurüchgegriffen wird. Ich stelle mal dahin, dass diese diversen Medien weniger an einer soliden Aufarbeitung sondern vielmehr an Auflage und cash interessiert sind.

    4. Wenn jetzt politische Vertreter egal welcher Richtung sich hier zu Wort melden und Ihr mit ihnen in Kontakt treten wollts, schauts auf die Parlamentshomepage, da stehen mehr als 183 email Adressen.

    5. Alle, die mittlerweile in Kontakt treten wollten, haben sich sicherlich schon entsprechend vernetzt, für später hinzugekommene, können die anderen sicherlich eine Kontaktmöglichkeit offenlassen.

    6. In einem der Beiträge habe ich lesen müssen “Präfekt xy hätte mit den Schülern im Hof geschrien”. SORRY, viel Spaß, wenn Du mal in der echten Welt landest und von Deinem Chef mal eins auf den Deckel bekommen solltest.

    KLARSTELLUNG: Ich möchte nicht, dass die Diskussion als solche abgedreht wird, aber im Moment ist einerseits schon vieles gesagt worden, viel Klarheit geschaffen worden, ich denke dieses Kommunikationsmittel hat seinen Sinn durchaus erfüllt.

  198. Manfred Behr (MJ 97) Says:

    Sorry, heute wohl genug gearbeitet und bin schon etwas müd, deshalb erlaube ich bir bei Morli (Servus!) zu sibitzen:

    “Ein anonymer, öffentlicher Blog hilft gar nichts. Jeder kann irgendwas reintippen, nur der Insider erkennt vielleicht den Wahrheitsgehalt. Ein Außenstehender kann überhaupt nicht unterscheiden. Das offene Forum dient nur der Sensationsgier der Medien und unbeteiligter Gaffer.”

    Als Anregung, halt

    • Ernst Steffny (MJ97) Says:

      Dem schliesse ich mich an. An der sensationsgierigen Vorgehensweise der meisten Medien habe ich ja bereits weiter oben selbst Kritik geübt, daher fände auch ich eine weitere Diskussion in einem geschützteren Rahmen ratsam.

      • Michael Paschinger Says:

        Ich halte nichts vom Altkremsmünsterer Verein – aus verschieden Gründen! Vor allem glaub ich aber nicht das sich Abbrecher in diesem Forum wohl fühlen und ich kann dir Einige nennen die sehr Interssantes zu berichten hätten! Vor allem ist es koplett paradox wenn sich sexuell missbrauchte Kollegen – und ausschließlich diese (alle anderen interssieren mich nicht wirklich auch wenn das wieder viele falsch finden werden), sich in einem Verein, der fides et auxilium für alle fordert, outen werden!

  199. kein_ak Says:

    Vielen Dank für diesen Blog! Er hilft mir sehr bei der Bewältigung des Erlebten.
    Dass sich hier leider auch viele „Sensationstiger“ herumtreiben, wird man hinnehmen müssen.

    Viele der den genannten Patres und älteren Mitschülern vorgeworfenen Beschuldigungen habe auch ich in der Unterstufe am eigenen Leib schmerzhaft verspüren müssen – leider.
    Nach erfolgreicher 20-jähriger Verdrängung sind die damaligen Gegebenheiten seit letzter Woche wieder präsent und warten der Verarbeitung.

    Aber definitiv als Täter auszuschließen ist der Pater Robert.
    Sicher hat auch er manchmal – sehr selten – eine Ohrfeige gegeben, aber nur wenn er von Studenten zur absoluten Weißglut gebracht wurde. Haben es manche auf Grund seiner Gutmütigkeit nicht darauf angelegt, ihn so weit zu bringen? Und haben wir dann nicht auch noch über die Art, wie er diese gab gelacht?
    Und dass er bei einer nächtlichen Kontrolle des Dormitoriums schlafende Kinder zudeckte und die Hygiene bei uns sicherstellte, zeugt eher vom väterlichen Rollenverständnis des Pater Robert. Auch ich decke meine Kinder zu, wenn sie die Tuchent abgeworfen haben und achte darauf, dass sie sich ordentlich waschen.
    Ist das mit dem roten Sofa vergleichbar?

    Liebe Altkremsmünsterer!
    Bitte nutzt die kommende Generalversammlung dazu, Personen in den Vorstand zu wählen, die des Krisenmanagements fähig sind und nicht solche, die sich hinter leeren Worthülsen verkriechen, um nur ja keine Position kundtun zu müssen.

    • Ernst Steffny (MJ97) Says:

      Habe ich das richtig verstanden, dem Robert wird vorgeworfen, dass er Schüler nächtens zugedeckt hat, wenn sie ihre Decke verloren hatten? Ernsthaft?

      Das geht nun aber langsam wirklich zu weit und ist zuvorderst eine Verhöhnung jener Leute, die tatsächliche Missbrauchserfahrungen machen mussten. Ich glaube, dass denjenigen, die sowas in die Welt setzen, jedes Gefühl für Verhältnismässigkeit und normales zwischenmenschliches Verhalten abhanden gekommen ist. Sowas ist armselig.

  200. Blog geschlossen Says:

    In diesem Blog wird leider viel übertrieben. Sexuelle Übergriffe hab ich nie mitbekommen. Andere geschilderte Vorfälle passieren nicht nur in Kremsmünster, sondern auch an vielen anderen Schulen: Akteure sind bei weitem nicht ausschliesslich Patres sonder alle möglichen Leute. Kremsmünster und seine Patres schneiden bei der ganzen Sache echt schlecht ab.
    Viele Kommentare scheinen von Leuten zu kommen, die aus irgendeinen Grund dem Stift eins auswischen wollen und haben nichts mit der Wahrheit zu tun.
    Deswegen ist dieser ganze Blog ungültig.

    • mj80_z Says:

      Du scheinst ja ein richtiger Klugscheisser zu sein …
      Es steht Dir nicht zu, Geschehnisse in Frage zu stellen, nur weil Du – wie scheinbar viele andere auch – nichts bemerkt hast.

      In einem hast Du Recht: Mißbrauch und Gewalt sind keine Besonderheit der Kremsmünsterer Vergangenheit.
      Mißbrauch und Gewalt gibts überall und zu jeder Zeit, das kommt ja “in den besten Familien vor”.
      Das ist aber kein Grund, diese Vorfälle zu verniedlichen, nur weil das kein Einzelschicksal ist, sondern überall passiert.

      Die Zeit ist nun reif, die Vergangenheit aufzuaarbeiten, darüber zu reden und sie abzuschliessen.
      Ich bin mir auch sicher, daß diese Initiative einen kleinen Beitrag leistet, Mißbrauch und Gewalt in Familien und Schulen zu verhindern.

      • Michael Paschinger Says:

        Ich bin trotzdem der Meinung das zwischen Gewalt und sexuellem Missbrauch stark differenziert werden muß! Das eine sowie das andere ist abzulehnen – doch möcht ich behaupten das sexueller Missbrauch um einiges schwerwiegender zu verarbeiten ist als jede im Stift praktizierte Form von Gewalt. Soll auch nicht heißen das ich kein Ohr für jederman, dem Gewalt zugefügt worden ist, habe doch liegt mein Augenmerk bei den Anderen! Zu MJ97 … Mir liegt die Integrität des “alten Konvikts” in keinster Weise am Herzen wohl aber gilt mein Dank denen, die den Weg in die Neuzeit geebnet haben.

  201. mj97-H Says:

    Ich bedaure, wenn ich mit Vokabeln wie „totalitär“, „faschistisch“ oder „sozialdarwinistisch“, auf das Konviktssystem in meinem ersten Schuljahr (1989/90) bezogen, den Zorn mancher erregt habe. Man kann sie gerne durch mäßigeres Vokabular wie „autoritär“ oder „streng hierarchisch und sanktionierend“ ersetzen, wenn man sich an der Heftigkeit stößt, im Grundsätzlichen sehe ich dabei aber keine unzulässige Beschreibung der von mir beobachteten Zustände in einem damals auf Angst, Unterwerfung und struktureller Gewalt basierenden System. Dass damit gesellschaftliche Strukturen und nicht politische Ideologien gemeint sind – wiewohl der Leiter immerhin eine unmißverständliche Affinität zum Nationalsozialismus an den Tag legte (ich erlaube mir angesichts der Publizität dieses blogs auf detaillierte Beschreibungen zu verzichten; wer dies daher lediglich als weitere infame Unterstellung betrachten will, soll´s tun) – sollte eigentlich nicht schwer zu erkennen sein. Dass sich dieses System in den Folgejahren, maßgeblich durch den Einzug der Mädchen, radikal liberalisiert und verbessert hat, steht gleichermaßen außer Zweifel.

    Generell bin ich etwas verwundert über die Heftigkeit, mit der der Nimbus des Systems K. von manchen verteidigt wird. Es erstaunt mich, dass die (äußerliche) Integrität des Konvikts für viele anscheinend einen wesentlichen Eckpfeiler ihrer Identität ausmacht. Erinnert irgendwie an die Waldheim-Affäre. Dass sich manche AK zwar über sexuelle Mißhandlungen entsetzen, den „ganz normalen“ brutalen Umgang aber verharmlosen, verklären, als zeitbedingt wegrelativieren oder gleich in Abrede stellen, zeigt eigentlich nur, wie verroht wir alle durch dieses System wurden. Leute: Wenn man gleichaltrigen Nicht-Kremsmünsterern den damaligen Umgang in K. anekdotisch und ohne Übertreibung schildert, können die´s in der Regel gar nicht fassen, was da abgegangen ist. So sehr es viele Apologeten schmerzt: „Normal“ und zeitgemäß war das alles keineswegs.

    Gleichzeitig freue ich mich über die offensive Art, mit der andere die Schattenseiten der Vergangenheit in diesem Forum aufarbeiten. Kremsmünster verliert nichts dadurch, dass man seine Fehler ex post in Worte fasst, es gewinnt ganz im Gegenteil viel Achtung zurück. Ich und manch anderer fühlt sich mit K. stärker versöhnt, wenn nun endlich die Verlogenheit abgestreift und reiner Tisch gemacht wird. Bis dahin könnt ihr euch eure Burschenherrlichkeit wohinschieben.

    Ich streiche ich auch oft und gerne die guten Seiten Kremsmünsters hervor, habe dort einige wertvolle Jahre verbracht und möchte speziell die libertäre Oberstufenzeit nicht missen (die Unterstufe allerdings wohl). Die vielzitierte „humanistische Bildung“ (im Sinne einer lexikalischen Allgemeinbildung, nicht einer humanistischen Bildung im Wortsinn), die angeblich edelste Frucht unseres Aufenthalts in Kremsmünster, relativiert sich insofern, als sie ja keineswegs auf der besonderen Güte der Schule, sondern schlicht auf dem Drill und der Disziplinierung im Konvikt sowie auf dem Fehlen von Ablenkungen beruhte. Außerdem wurde sie mit dem Fehlen von anderen Kompetenzen, speziell sozialen, teuer erkauft. Hier hatten viele, ich inklusive, sicherlich nach der Matura erstmal einigen Nachholbedarf. Das war´s unterm Strich betrachtet wohl nicht wert, aber das muss jeder für sich entscheiden.

    • Ernst Steffny (MJ97) Says:

      Lieber “H” (Heinz? Hansi? Hinti?),

      vielleicht beruht die Unterschiedlichkeit der Bewertung dessen, was Kremsmünster für uns damals gewesen und heute noch ist ganz einfach in der Unterschiedlichkeit der jeweiligen Persönlichkeiten, die mit Kremsmünster konfrontiert wurden. Wahrnehmungen können ja bekanntermassen sehr unterschiedlich ausfallen. Manches von dem, was Du besipielsweise als negativ interpretierst und wahrnimmst, hat sich z. B. nach meiner Auffassung anders dargestellt (etwa das, was Du in Bezug auf die Nicht-Erwerbung von sozialer Kompetenz gesagt hast). Auch halte ich mich nicht für “verroht” und dies wurde mir auch in meinem bisherigen Leben noch von niemandem vorgeworfen. Damit will ich aber garnicht abstreiten, dass es nicht auch dunkle Kapitel in dieser Geschichte gibt.

      Das Problem ist aber nicht diese unterschiedliche Auffassung der Dinge an sich, denn das ist selbstverständlich etwas vollkommen Normales und Legitimes, sondern das öffentliche Breittreten mancher Dinge, die mit den tatsächlichen Missbrauchsfällen inhaltlich nichts zu schaffen haben, von denen aber anzunehmen ist, dass sie allemal Eingang in die Medienberichte finden werden. Das Resultat wird sein, dass auf dem Rücken der heutigen Schüler und Lehrkräfte weiter an der Demontage des Gymnasiums gearbeitet werden wird, weil den Medien solche Kollateralschäden bekanntlich herzlich egal sind. Und das haben sich gerade diese heute Beteiligten nicht verdient.

      Insgesamt ist ja diese ganze Diskussion etwas wirklich Wertvolles, wie Du ja auch schreibst. Das sehe ich ebenso. Ich sehe aber auch, dass Aussenstehende das hier Geschriebene nicht oder nur ansatzweise in den richtigen Kontext stellen können (für vieles muss man Insider gewesen sein). Es ist evident, dass dieser Blog von den Medien verfolgt und gelesen wird und es ist anzunehmen, dass einiges davon auch für eine neue Sensationsmeldung herhalten wird müssen. Deswegen sind Vokabel wie “faschistisch” oder “sozialdarwinistisch” problematisch, weil Du damit eine Leuchtrakete abschiesst, über die sich allein die Journaille freuen wird. Daher, und nur daher, bin ich für die Verlegung der Diskussion in einen geschützteren Bereich.

  202. Dunkelblau Says:

    Hallo,

    ich habe in den 90er Jahren das Gym besucht, jedoch nicht fertig absolviert.

    Ich bin schwer erschüttert von den Vorfällen, die immer deutlicher bekannt werden. Toll, dass diese Plattform hier errichtet wurde, und DANKE an alle Opfer, die den Mut hatten/haben, sich gegen die an sie gewendete Gewalt zu stellen und dagegen vorzugehen – ich wünsche euch viel Erfolg und noch viel mehr – ehrliche, offene Unterstützung in der Auf- und Verarbeitug dieses Traumas!

    Ich selbst kann von solchen Vorfällen – zum Glück – nichts berichten, war externer Schüler.

    Wenn ich jedoch in irgendeiner Weise unterstützen kann um zur weiteren Aufklärung beizutragen, bitte ich um Information – im Rahmen des mir Möglichen möchte ich gern aktiv werden und gemeinsam mit ehemaligen Schülern Unterstützung für Opfer leisten.

    • mj80_z Says:

      Danke für Deinen konstruktiven Beitrag.
      Du kannst etwas tun:
      Trag dazu bei, daß dieses Forum und diese Bewegung seriös und zweckdienlich am Leben bleiben und noch stärker werden.
      Die interessanten Neuerungen und das mediale Interesse werden wieder nachlassen, auch wenn sich strafrechtlich etwas tut.
      Eine starke Bewegung wie diese kann dafür sorgen, daß diese Causa nicht versandet …

  203. Dunkelblau Says:

    natürlich, jederzeit gerne – aber was ich meinte: gibt es konkrete bewegungen, initiativen, denen man sich anschließen kann?

    gibt es andere personen, die interesse hätten, gemeinsam aktiv zu werden?

    ich denke hier vor allem an eine initiative die sich wie im anderen blog erwähnt solidarisch hinter die opfer stellt, nach aussen hin versucht etwas zu bewegen

    oder aber auch in ganz andere, längerfristige richtung – die ergründung der entwicklung solcher vorfälle, ob in kremsmünster oder in anderen kirchlichen einrichtungen – wie das machtgefüge, das autoritätssystem zu eben diesem nährboden der kriminalität werden konnte, um diese dann auch noch möglichst zu “vertuschen”.. – um ernsthafte, konstruktive ergebnisse veröffentlichen zu können. was jedoch ein wirklich längerfristiges, intensives vorgehen erfordern würde.

    ds sind zwei möglichkeiten, die mir einfallen. bin jedoch jederzeit offen für vorschläge oder initiativen die unterstützung suchen und anstoß sind, die ganzen vorfälle nicht wieder unter dem teppich verschwinden zu lassen, sondern so lückenlos wie möglich aufzuklären.

    herzliche grüße
    dunkelblau

    • mj80_z Says:

      Was meinst Du mit dem “anderen Blog”.
      Solltest Du den Link rechts oben auf dieser Seite meinen …
      Der Admin hat diesen Blog lediglich geteilt, weil die eine Seite schon eine sehr lange Ladezeit hat.
      Eigentlich sollten wir auf Blog II weitermachen …

  204. Dunkelblau Says:

    okay, alles klar – auf nach drüben ;)

  205. Alter Hase Says:

    Wisst’s, was mich mittlerweile wirklich positiv beeindruckt?
    All die (meisten) Analysen und Kommentare ergeben – direktes Betroffensein oder nicht – ein so ganz anderes Bild von “Altkremsmünsterern”, als er entsprechende Verein und seine Landesableger es bei mehr oder weniger besäufnisorientierten Treffen abgibt, dass ich wirklich sagen muss: scharfsinnige, intelligente, Durchjblick verratende, leidvoll geprüfte und doch nicht (ganz) gebrochene Seelen und Gehirne- kurzum: schön, dass es so kritische, reflektierte Leute gibt, die aus diesem jammertal Kremsmünster erstanden sind….

    • froheWissenschaft Says:

      du bringst es auf den Punkt.

      Ich wünsche mir, dass genau hier in diesem Blog der Gedankenstrom nie endet – und Bessy jeden Tag postet, den Blog zu schließen. Diesen Stachel brauchen wir.

      Hat es je eine friedfertigere Diskussion, um ein so heikles Thema gegeben?

      Treffe ich heute AK in ihren neuen Umgebungen bin ich entzückt über die neuen Möglichkeiten, die sie besitzen und erfahre hier, woher das kommt. Sprache und Anteilnahme!

      Das ist etwas völlig anderes als jeder Ausmarsch.

      Es ist ein Einmarsch der sozialen Kompetenz.

      Von wegen Burschenherrlichkeit.

      Für die heutigen Schüler mag das Alltag sein. Wir haben es uns mühsam erarbeitet. Wir verlassen die goldene Mitte einer scheinbar ausgewogenen Idealität (die, wie peior zurecht sagt, verlogenheit ist)

      … und sprichst du (wer anderes als ein freund) ein wort, so bin ich …

      ___________________________

      Was ist eigentlich der Altkremsmünstererverein? – Alt!

      • Bessy Says:

        zu meiner verteidigung muss ich sagen, dass ich schon längere zeit hier nichts mehr zum thema öffentlichkeitreduzierung des blogs gepostet habe! das machen mittlerweile schon ettliche andere. aber es ist ja für manche auch schön hier im rampenlicht der boulvard-presse zu stehen (so das war mein letzter stachel, denn die gehen auch irgendwann mal aus ;-)

        • Frohe Wissenschaft Says:

          Na ja, es ist schon irgendwie zu erwarten, dass das ganze Thema irgendwann wieder einschläft.

          Und dereinst werden mythische Gestalten mit festgefügten Epitheta durch unsere Phantasie streifen. Märchen, die unsere Kinder schon früh vor den Gefahren warnen.

          Aber keine Sorge: Kremsmünster wird wohl kaum zum Synonym für Gewalt an der Schule werden.

  206. schüler1972 Says:

    Liebe Freunde! Ich selbst war bis 72 dort und habe so allerlei erlebt. Was mich jetzt wirklich interessieren würde: Haben die Ordensoberen,Abt,Prior und Mitbrüder etc. durch ihr Wissen um die Misstände und ihre “Nichtreaktion” nicht auch gegen kirchliches Recht verstossen. Oder stellt körperlicher und sexueller Missbrauch keinen Verstoss gegen selbiges dar?

  207. Kiro Ablaß Says:

    Ich verfolge seit einigen Tagen – als komplett Außenstehender – eure Einträge und schätze deren Vielfältigkeit und Direktheit.Ein ungutes Gefühl habe ich nur bei jenen ehemaligen Schülern, die angeben nie etwas gesehen und gehört zu haben und denen es vor allem um den Ruf der Institution geht, und bei jenen, die die Schließung des Blogs fordern. Täusche ich mich oder ist das genau die Haltung der Kirche im Umgand mit Missbrauch und Gewalt in ihren Reihen?
    Also: weitere offene und öffentliche Diskussionen auf breitester Ebene, nur so kommt etwas in Bewegung!

    • Manfred Behr (MJ 97) Says:

      Falls Du den Blog wirklich aufmerksam gelesen hast, wirst Du feststellen, dass es sehr viele von uns gibt, die a) von sexuellem Mißbrauch nie etwas mitbekommen haben, warum ist in der Tat eine gute Frage und b) sehr viele gute Gründe genannt wurden warum der blog jetzt auf eine andere Ebene zu verlagern ist. Es wurden natürlich auch andererseits gute Gründe genannt warum er zumindest vorerst so bleiben sollte
      Warum Du der Meinung bist Dich in diese Diskussion einmischen zu müssen, wäre aber auch zu hinterfragen oder turned Dich dieses Thema wirklich so an?

  208. Andra moi Says:

    Ich bin am Anfang der 60-er Jahre zwei Jahre in Kremsmünster gewesen und kann mich nicht beklagen. Zur Sexualität der Jungen hatte man ein sehr verkrampftes Verhältnis. Zu denken geben mir meine “Professoren” aus dieser Zeit: Pater Ansgar (Autofahren und Trinken mit Maturanten), Pater Gregor (Selbstmord wegen eines Verhältnisses mit einer jungen Frau) und der Selbstmord der Frau Dr. Ecker (Inhaberin eines Schülerheimes) und nun mein ehemaliger Klassenvorstand Pater Alfons.

  209. bocki Says:

    wer kennt noch Pater Georg aus der 3. Abteilung des Konvikts. Ich landete dort ca 59/6o als nicht sehr guter Schüler von der 2. Abteilung kommend.Wurde von PG mehrere Male, eigentlich oft während der Studierzeit in sein Zimmer gerufen, mußte mich auf seinen Schoß setzen ihn abküssen und wurde auch von ihm geküßt und wurde aufgefordert so lieb zu ihm zu sein wie zu meinen Eltern.Seine 3-Tagesbartstopeln spüre ich fast heute noch,zumindest erinnere ich mich noch sehr genau daran. Meist wurde ich mit irgendeiner Süßigkeit belohnt und mußte versprechen niemand etwas davon zu sagen. PG. war ja als sehr streng bekannt,deshalb hätte ich das auch nicht gewagt. Nach der 4. Klasse verließ ich dann Kremsmünster Richtung NÖ Klosterschulen,wo derartiges mich betreffend nicht vorkam.—
    Wer kann sich noch an “den Spanischen” von p. Reinhard vulgo Hakl erinnern?

  210. Ana Maria Ivan Says:

    Es hat sich nichst geändert. Deswegen: Petition unterschreiben:

    http://www.ipetitions.com/