Kremsmünster Blog III

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954 Antworten to “Kremsmünster Blog III”

  1. mj8x Says:

    Zur besseren Lesbarkeit können neue Berichte hier eingefügt werden.

  2. "primus" Says:

    Warum ist allemal noch nicht Schluss?

    Es ist mucksmäuschenstill geworden. Und zwar deshalb, weil die HERR-lichkeit nach ihrer Erklärung der “offensiven Aufklärung” nichts mehr aufzubieten hat. Sie hat schlichtweg kein Interesse daran, einräumen zu müssen, dass das Stift Mitschuld an der sexualisierten Gewalt einiger seiner Patres trägt. Das Stift will – und so einfach ist das – keine Verantwortung übernehmen. Der heutige Abt ist nicht bereit einzugestehen, dass man sexuellen Missbrauch nicht schlimmer bewertet hat als Masturbation. Niemand will dafür verantwortlich sein, dass die “Sünder” bloß an einen anderen Ort im Stift versetzt wurden, niemals aber Vorkehrungen getroffen worden sind, um sie von Minderjährigen fernzuhalten.

    FAZIT:

    Die Institution Stift Kremsmünster hat sich des Machtmissbrauchs und der massiven Gewalt an Jugendlichen schuldig gemacht.
    Die Institution Stift Kremsmünster hat das Vertrauen der Eltern und “jungen Freunde” aufs Gröbste missbraucht.
    Es ist die Institution Stift Kremsmünster, die für allen entstandenen Schaden haftet!

    Solange das Stift Kremsmünster keine Verantwortung übernimmt, kann es kein Vertrauen geben!

    Udo Jesionek bringt es im Kurier auf den Punkt: “Da sitzen lauter alte Männer, die ein Leben lang versucht haben, mit der Sexualität fertigzuwerden, und offenbar geglaubt haben, dass die Täter ihren Trieb steuern können, wenn man ihnen sagt: Gehe in dich und tu das nicht mehr. Pädophilie ist kaum heilbar. Dass solche Leute von einer Schule in die andere geschickt wurden, das muss man der Kirche vorwerfen. Da geht es jetzt auch um die Haftung. Wenn die Kirchenoberen wussten, der ist pädophil und er durfte wieder mit Kindern arbeiten, dann ist die Kirche haftbar.”

    http://kurier.at/nachrichten/2001993.php

  3. Jakobs-Platz 1 Says:

    Wenn ich die beispielhaft genannten Taten des Bischofs Mixa lese

    http://religion.orf.at/projekt03/news/1005/ne100514_mixa_fr.htm

    dann erinnert mich das sofort daran, was der Musiklehrers (und Religions!!-Professor) Alfons Mandorfer am Gymnasium Kremsmünster vor der ganzen Klasse “geliefert” hat: z.B. in brutalster Art jemanden an den Haaren gezogen, durch den Raum geschliffen und zum Knien unter dem Waschbecken gezwungen.

    Das war in den 80er-Jahren! Psychische und physische Züchtigung waren bereits gesetzlich verboten. Nur in diesem Augias-Stall hat man das noch hingenommen! Wir Deppen-Schüler haben das alles aus lauter Feigheit hingenommen!

    Da können sich die Lehrkräfte heute glücklich schätzen, dass Schüler und Schülerinnen im Gegensatz zu damals heute die ganzen übertriebenen Leistungs- und Anpassungsanforderungen schon so internalisiert haben, dass sie sich gegenseitig runtermachen, wenn jemand in der Schule leistungsmäßig schwächelt. Wenn dann eine Lehrkraft à la Meides (und hier habe ich genau hingehört, wie demütigend ehemalige Schüler seine Verhaltensweisen empfunden haben) noch seinen kleinen oder größeren Teil dazu beiträgt, läuft´s ja wie geschmiert. Und die Eltern sind happy-peppi, weil sie ja ohnehin finden, dass nur zählt, wer sich abhärtet und in der Welt durchsetzt.

    Herzlich willkommen im real existierenden Christentum!

  4. was 1995 (nicht) geschah Says:

    Wir schreiben das Jahr 1995. In der Folge der „Affäre Groer“ befasst sich ein Symposium der Katholisch-Theologischen und der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien (organisiert von Univ.-Prof. Dr. Paul Michael Zulehner) mit dem sexuellen Missbrauch von Kindern in pädagogischen Einrichtungen – „einem Phänomen, das sich leider nicht bloß auf Einzelfälle beschränkt.“ Wie folgender Artikel aus dem Jahr 1995 zeigt, liegen alle relevanten Informationen zu diesem Themenbereich vor. P. Alfons Mandorfer ist zu diesem Zeitpunkt noch Konviktsdirektor und bleibt bis 1996 im Amt. Von der kath-theol. Fakultät wird ein Positionspapier verabschiedet. Doch wie die Lektüre des Artikels zeigt, finden es die Männer-Orden nicht einmal der Mühe wert, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und bleiben der Veranstaltung fern. Die kirchlichen Mühlen beginnen – wenn überhaupt – nur langsam zu arbeiten. Es folgt der zweite Missbrauchs-Skandal 2010…

    „Jedes vierte Mädchen und jeder achte bis zehnte Bursch wird in Österreich sexuell misshandelt…ein Viertel aller Taten wird in ebendiesen (Anm.: pädagogischen) Einrichtungen verübt…Die Täter sind zumeist Männer.

    …Das Hauptreferat hielt Univ.-Prof. Dr. Max Friedrich, Vorstand der Wiener Universitätsklinik für Neuropsychiatrie des Kinder- und Jugendalters…Gekommen waren etwa 100 Personen, davon ein guter Teil Ordensschwestern, die männlichen Kollegen blieben indessen aus“.

    Tatort seien die Einrichtungen, durch die die Täter in den `Bannkreis ihrer unbewussten Wünsche´ gerieten. Zeitpunkt sei jener, in dem sich Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung in einer sehr angreifbaren Lage befänden. `Immer wieder nützt ein Vorgesetzter das im Gesetz genannte Autoritätsverhältnis (Strafgesetzbuch §212 lit a, 1 und 2), also seine Vormachtstellung, aus, indem er den oder die Abhängige nötigt, sich ganz seiner Vormachtstellung zu unterwerfen.´ Die Tat sei von langer Hand geplant, mit Drohung oder Schmeichelei verbunden, letztlich frech an unmündigen oder minderjährigen Schutzbefohlenen durchgeführt. Der Gesetzgeber wolle letztlich das intellektuelle, soziale und emotionale Wohl. Der Jugendliche hat das Anrecht, individuell und autonom, unter physischer Absenz seine sexuelle Entwicklung zu verfolgen. `Das Opfer trägt niemals die Schuld´, so Friedrich. Denn jede Einrichtung mache das Kind sozial abhängig. Das Kind wird zum Vertragsobjekt, ist Verfügungsobjekt beider pädagogischer Instanzen, sowohl der Eltern als auch der Institution. Das Kind werde gleichsam von Autorität A zu Autorität B übergeben, die `dem Kind in seiner Hilflosigkeit ident erscheinen muss.´ Ungehorsam gegenüber der neuen Autorität sei damit ein Ungehorsam gegenüber den Eltern. Das Kind wolle den Eltern keine Schande bereiten. Es handle sich um eine Sustitutionssituation der familiären Geborgenheit und stelle einen Ersatz von Autorität und Emotion dar, der im günstigsten Fall als Ergänzung zu sehen sei. Es könne sich aber auch um ein Auffüllen von emotionalen Defiziten handeln. `Im deficit spending lauert die Gefahr, zum Opfer von Übergriffen zu werden´. Das Opfer soll abhängig und erpressbar gemacht werden.

    Das Kind sei je nach Alter auf verschiedenste Nöte ansprechbar, ob im Vorschulalter, in der Volksschule oder in der Pubertät. Der Täter stelle sich genau darauf ein und entwickle adäquate Annäherungsformen.

    Am Gefährdetsten ist das Kind in der Pubertät. Durch Minderwertigkeitsgefühle im intellektuellen, sozialen und emotionalen Bereich sei es besonders vulnerabel. Besonders durch institutionalisierte Rituale wie das Ausreden, Sich-Öffnen werde ein förmliches `Aushorchen´ erreicht. Diese geschehe in der Intention, einen Informationsvorsprung zu erhalten. Dazu komme oft noch die Konfrontation mit der einbekannten Schuld und den seelischen Nöten. Es ergebe sich ein Hemmnis, gegen Mächtige auszusagen oder sich den Eltern anzuvertrauen.

    Dennoch senden Kinder sowohl verbale als auch averbale Signale aus. Veränderte Ernährungsgewohnheiten oder Schulleistungen, pseudokokettes Verhalten oder obszöne Sprache können oft als Hinweise dienen.

    Die Täter sind sich sehr genau bewusst, dass sie unrecht handeln…Kaum handle es sich um Geisteskranke oder Minderbemittelte, vielmehr geradezu um Menschen, denen `man es gar nicht ansieht´. Wiederholungstäter berichten, dass sie unter unabwendbaren Zwangsgedanken leiden, wenn sie sich in der Gegenwart von Kindern befinden…

    Als Prophylaxe nennt Friedrich eine `soziale Antizipationsleistung´, eine Wachsamkeit, dass jeder Mensch grundsätzlich ein Täter sein könne. Es sei auch Supervision, Nachschulung und ständige Überprüfung der Erzieher notwendig…

    ..die Vorgänge blieben kaum von Zeugen unbeobachtet, Andeutungen seien unüberhörbar. Für die Täter reiche es nicht aus, den Ort des Geschehens zu verlassen und einen anderen erneut aufzusuchen. Es werde wieder geschehen. Die Glaubwürdigkeit der Kinder werde gemeinhin unterschätzt.

    `Es geht um Opfer in Serie. Institutionen bedürfen der strengen und kontrollierten Außenkontrolle, die dem Wohl derer dient, die ihnen anvertraut sind.´

    Als Resultat der Veranstaltung legte die Katholisch-theologische Fakultät ein Positionspapier vor, das folgende Punkte hervorhebt: Mehrpersonen-Erziehungsmodelle analog dem Teamteaching im Unterricht soll gefördert werden, Supervision und regelmäßige Fachbildung sollen verwirklicht werden, kooperative Erziehungsmodelle konsequent weiterentwickelt werden. Zum Schutz der Kinder seien diese sexuell fundiert aufzuklären, Erziehung zum Widerstand solle eingeübt werden als Kontrapunkt zur `Gehorsamserziehung`. Entschlossene Bereitschaft, Kindern grundsätzlich zu glauben sei nötig.

    `Die Einrichtung kirchlicher Untersuchungskommissionen ist für die rasche und effiziente Aufarbeitung von Fällen mit Tätern in kirchlichen Anstellungsverhältnissen sinnvoll und notwendig.´ Männern, die einen Missbrauch begangen haben, sollen dort eine Beratungsstelle finden. Zu klären sei jedoch noch, auf welche Weise solche beraterischen und therapeutischen Vorgänge nicht nur ermöglicht, sondern auch finanziert werden. Das Positionspapier empfiehlt weiters die Errichtung ähnlicher Kommissionen wie in den USA, die meist schon nach 24 Stunden geeignete Maßnahmen ergreifen, sobald ihnen ein Fall von Missbrauch eines Kindes oder Jugendlichen gemeldete wird. Diese bestehen (wenngleich zunächst vorläufigen) Außerdienststellung des Beschuldigten, aber umfassen auch therapeutische Maßnahmen gegenüber Opfer, Täter, Mitschüler, Eltern und Verwandte des Opfers.“

    Aus: WIENER BLAETTER – Forum für Universität, Gesellschaft, Kultur und Religion, 3/1995

    • f.m. Says:

      Du zitierst
      „Jedes vierte Mädchen und jeder achte bis zehnte Bursch wird in Österreich sexuell misshandelt…ein Viertel aller Taten wird in ebendiesen (Anm.: pädagogischen) Einrichtungen verübt”
      Kannst Du mir die genaue Quelle, möglichst mit link, für dieses Zitat nennen? Denn es ist statistisch erwiesen, dass jeder vierte Poster statistische Angaben fälscht.
      Danke im voraus!

      • Quelle Says:

        es handelt sich um die Zeitschrift WIENER BLAETTER der Kath. Hochschuljugend Österreichs, Quellenangabe siehe oben

        zu finden u.a. in der Österr. Nationalbibliothek, wo alle in Österreich erscheinenden Zeitschriften gesammelt werden

        ob die Ausgabe auch im Internet verfügbar ist, entzieht sich meiner Kenntnis

  5. Domspatz Says:

    “Fest in Kremsmünster: 50 Jahre Cursillo in Österreich
    …Am Pfingst-sonntag feiert der Cursillo in Kremsmünster sein 50-jähriges Wirken in Österreich. Dazu P. Maximilian Bergmayr im Gespräch.

    Welche exotische Kirchenfrucht verbirgt sich hinter dem Namen Cursillo?
    Bergmayr: Tatsächlich ist es so, dass manche meinen, der Cursillo wäre so etwas wie eine Sekte oder eine exotische Sondergruppe in der Kirche. In Wahrheit aber ist er eine Bewegung, welche die Menschen zu einem eigenständigen, freudigen, offenen und durchaus auch kritischen Christsein ermuntern möchte….”

    http://www.dioezese-linz.at/redaktion/index.php?action_new=Lesen&Article_ID=54227

    “P. Maximilian Bergmayr (42) unterrichtet am Stiftsgymnasium Kremsmünster und ist Geistlicher Assistent des Cursillo Österreich und Oberösterreich”

    Unter Christian Haidinger gab´s auch schon Cursillos.
    Dort hat er offensichtlich seine “Recht-Gläubigen” gefunden, die er im Unterricht vermisst hat. Die Schüler hatten mitunter einfach ein Interesse an Inhalten, was als Ketzerei gesehen wurde.
    In solchen kleinen Grüppchen gedeiht eine gar nicht so exotische, dafür grausliche Frucht namens Schuldgefühl!
    Mir tun diejenigen Menschen leid, die auf einer ehrlichen Suche nach Sinn im Leben oder nach Gott in abgeschlossene katholische Kreise gelangen und dann nicht das Umfeld haben, sich daraus zu emanzipieren. Wem im Internat oder sonstwo in der katholischen Kirche Schuldgefühle, die fürs ganze Leben reichen, eingeimpft wurde, ist wachsam.

    Was gibt´s da also zu feiern in Kremsmünster?

    • mj86 Says:

      ich kenne p. maximilian seit über 30 jahre und er ist über jeden verdacht erhaben. er war bereits in seiner schulzeit ein musterbeispiel an gutmütigkeit, toleranz, frömmigkeit, freundschaft, … , und er hatte es sicher nicht leicht in einer raubtiergesellschaft “konvikt kremsmünster”. er ist sicher an keinen obskuren religiösen veranstaltungen beteiligt. einfach lächerlich! hätte es nur lauter patres wie den maximilian gegeben, dann könnten wir uns kremsmünster als gewaltfreien ort vorstellen.

    • vorzeitig gewechselt Says:

      Wer schon einmal einen Cursillo mitgemacht hat, weiß, dass es hier um lebendiges offenes Christentum geht. menschen, die daran teilnehmen, werden ermutigt, die befreiende Botschft Jesu in ihren Alltag hinaus zu tragen und die Welt positiv mitzugestalten!
      Dass eine solche Bewegung 50 Jahre besteht, ist sehr wohl ein Grund zu feiern!!!
      Also bitte hier nicht Kraut und Rüben zusammen mischen…

  6. gedächtnisloser der chorwoche 92 Says:

    ich kann mich noch gut an die meisten ausflüge, skiwochen etc in der schule erinnern.
    einzig von der chorwoche 92 (mit ausflug nach passau) bei der ich das erste und letzte mal dabei war habe ich so gut wie keine erinnerung mehr ausser sehr verwaschene für mich unzusammenhängende. ich weiß dass ich im hades übernachtet habe die ganze woche obwohl ich nicht im internat war und ich weiß dass es mir aus irgendeinem grund überhaupt nicht gefallen hat, darum war ich nur einmal dabei – wobei ich heute noch ein gewisses ungutes gefühl habe wenn ich mich zurück erinnere.
    ich hatte auch vor dem bekannt werden der missbräuche manchmal sehr obskure träume deren inhalt für mich überhaupt keinen sinn ergab, daher stelle ich mir die frage (vielleicht kann sie mir ja auch wer beantworten) ob es zu dieser zeit vorfälle gegeben hat.
    falls sich jemand noch an die zeit erinnern kann würde ich mich freuen von demjenigen zu hören, danke.
    gedaechtnislos@gmx.at

  7. LH - MJ ´95 Says:

    @gedächtnisloser der chorwoche 92:

    Deine Schilderungen scheinen mir sehr vertraut…mir geht es ähnlich – und ich war jahrelang bei den Chorasuflügen der Karwoche dabei.

  8. mj97-H Says:

    Der Blog heißt ja „Kremsmuenster Erfahrungen“, tatsächlich werden fast nur negative Erfahrungen hier artikuliert, und das daraus gemalte Gesamtbild deckt sich mit meinem eigenen (durchaus sehr kritischen) an vielen Stellen nicht mehr ganz. Drum möchte ich zumindest mal ein paar Lanzen brechen für die Lehrer der 90er-Jahre. Ist ja sicher nicht angenehm, sich kollektiv auf einem Internet-Pranger wiederzufinden, wo anonym (hier kann ja jeder jeden Namen wählen) Erfahrungen medial für die Ewigkeit betoniert werden, ohne dass dazu sinnvoll Stellung genommen werden kann.

    Dass das Gym und sein Lehrkörper hier in diesen flame-war reingezogen wird, verstehe ich generell nur zum Teil. Sicherlich waren die pädagogischen Prinzipien und das Menschenbild eines KHM für die 90er anachronistisch (euphemistisch ausgedrückt), sicherlich ist es richtig, Erfahrungen mit unsauberen und charakterschwachen Methoden Kös (Thema Mobbing & Verhöre) zu thematisieren, auch über den Schinder-Hans und seine wirklich menschlich abgründigen Aktionen gäb´s einiges zu fluchen usw., aber das alles mit ähnlicher verbaler Verve zu inkriminieren wie den Nazi-Terror von Fig oder Leo halte ich für nicht zielführend, da es in keiner adäquaten Relation steht. Dass der Lehrkörper nichts zur Aufdeckung des Gewaltregimes beigetragen hat, will ich niemandem ankreiden – hätte man damals, wäre man an deren Stelle gewesen, denn selbst couragiert die Pappn aufgemacht und seine Arbeitgeber angeschmiert? Da werfe ich mal lieber keinen Stein.

    Stattdessen möchte ich mal diejenigen Lehrer und Patres hervorheben, die ich selbst als eine wirkliche Bereicherung erlebt habe, z.B. P. Severin, P. Rupert, M. Zippermayr, K. Thaler (alle fachlich hervorragend und charakterlich integer) oder die menschliche Größe P. Albert. Manche, wie E. Heinisch (fachlich hervorragend), P. Petrus (engagiert und äußerst bemüht) oder T. Riedl (zumindest fachlich hervorragend und engagiert) bleiben in eher ambivalenter Erinnerung, auch den Kö habe ich als fachlich sehr guten Lehrer in Erinnerung, an Mobbingaktionen bei ihm kann ich mich erinnern (dafür könnte ich da ganz andere Namen nennen). Auch die Gewaltvorwürfe bzgl. P. Nikolaus haben mich erstaunt. Der Lehrer, der mir aber mit weitem Abstand am schlechtesten in Erinnerung geblieben ist – und hier schließt sich der Kreis – war der Fig.

    Gegenüber den Verhältnissen im Konvikt war das Gym jedenfalls eine Idylle. Das Konvikt war bis in die 90er ein sozialdarwinistischer Knast, in dem man zur Soziopathie erzogen wurde. Fig, charismatisch, gewaltaffin, sadistisch, unberechenbar, eventuell leicht psychopathisch, war als Herrscher in seinem Kleinststaat praktisch unkontrolliert und unhinterfragt. Das Konvikt war das Schlachtfeld, die Schule dann die Erweiterung der Kampfzone – und es wurde auf allen Seiten betreffs Mobbing wenig Zurückhaltung geübt. Mal ehrlich – welche Klasse hat z.B. dem Bozen, einer Seele von Mensch, nicht den Schulalltag zur Hölle gemacht? Als pubertäre Ekelpakete haben wir (manche mehr, manche weniger) uns doch von Herzen darum bemüht, gezielt Lehrer fertigzumachen, wie wir es im Konvikt gelernt hatten. Und vor allem haben wir, wie Albert richtig dargestellt hat, die Hackordnung untereinander festgelegt und uns gegenseitig, vor allem den Aussenseitern, übel mitgespielt (wiederum manche mehr, manche weniger).
    „L’enfer, c’est les autres“ – das war das eigentliche Programm, und das alles zusammen hat manche Leute gebrochen und viele nachhaltig negativ geprägt, wie man in diesen blogs sieht.

  9. LH - MJ ´95 Says:

    Zur “Qualität” der Erfahrungen:

    Auch ich hatte mir jahrelang eingebildet, dass Kremsmünster eine wunderbare Zeit gewesen sei; doch abgesehen davon, dass der Mensch per se dazu tendiert im Nachhinein negative Erlebnisse schönzufärben und auch auszublenden, wurde ich durch diesen Blog wachgerüttelt und habe erstmals wirklich aufrichtig und mir selbst gegenüber ehrlich über meine Zeit ´87-´95 nachgedacht.

    Jedem seien natürlich seine positiven Erfahrungen mehr als gegönnt, doch unsere Erlebnisse der grausamsten seelischen Gewalt durch angewandte Einzelverhöre in Nazi-Manier durch Christian Kößldorfer als “unsauber” und/oder “charakterschwach” zu bezeichnen, gleicht einer Farce.
    Ich glaube, es war Max Frisch, der einmal sinngemäß gemeint hat, mann solle zu Themen von denen man nichts wisse besser schweigen.

    Für das konkrete Opfer von Gewalt ist es gleichgültig, ob diese physischer, sexueller oder seelisch/psychischer Natur auftritt. Es gibt hier keine Abstufung oder Klassifizierung der “Gewaltgüte”.
    Wie wir bereits lesen konnten, empfand es zumindest ein Opfer als Wohltat und Zuflucht vor dem Psychoterror in der Schule, im Internat Opfer von sexueller Gewalt zu werden, ich bin geneigt zu sagen, “werden zu dürfen”; ein an Perversion kaum zu überbietender Sachverhalt.

    Ich sage auch nochmals ganz deutlich: JEDER, der etwas von den in diesem Blog beschriebenen Tatbeständen wußte und dennoch nichts unternahm, hat Schuld auf sich geladen. JEDER.
    Dieses Schweigen, welches MJ ´97 durch “unzumutbare” Courage gegen den Arbeitgeber zu pardonieren versucht, deckte jahre- und jahrzehntelang Gewalttäter und deren Handlungen gegen KINDER (!). DAFÜR GIBT ES KEIN PARDON.

    Offenbar hast Du, MJ ´97, selbst (noch) keine eigenen Kinder; ich habe zwei und ich kann Dir sagen, wenn ihnen jemand Gewalt antun würde, weiss ich nicht, wozu ich im Stande wäre und sei versichert, dass ich auch Jene zur Rechenschaft ziehen würde, die tatenlos zugesehen und somit Gewalt gegen sie ermöglicht haben.

    In München wurde vor einem Jahr ein Man tot geprügelt (!), weil er als Einziger (!) Partei für einen Jugendlichen ergriffen hatte, der in der U-Bahn von zwei gewaltbereiten Jugendlichen malträtiert worden war. Es standen etwa 20 (!!) “Zeugen” dabei und haben NICHTS (!) gemacht.

    Wollen wir in einer Gesellschaft leben, wo Erwachsene lieber zusehen, wie Kinder psychischer, physischer und/oder sexueller Gewalt ausgesetzt sind, als seinen Arbeitgeber zu desavouieren? Wollen wir in einer Gesellschaft leben, wo Menschen lieber zusehen, wie Helfer tot geprügelt werden, als einzugreifen und somit selbst ein Risiko für Andere einzugehen?

    Gewalt gegen Kinder ist wohl eines der schlimmsten Verbrechen und ENDLICH als solches zu ahnden.

    Ich werde einen Anfang machen, auch wenn es unangenehm und alles andere als erfreulich ist, und dem LKA meine Erfahrungen zu Protokoll geben; wir sind nun selbst Erwachsene und haben die Pflicht für all jene einzustehen, die Opfer von Gewalt wurden, um sie endlich aus dem Regen zu holen, in dem sie seit Jahren und Jahrzehnten stehen.

    • Kevin Krennhuber MJ96 Says:

      @LH: Vollkommen richtig.

      @MJ97: Du stellst die Frage falsch.
      Zitat: “hätte man damals, wäre man an deren Stelle gewesen, denn selbst couragiert die Pappn aufgemacht und seine Arbeitgeber angeschmiert?”
      Es geht nicht darum, wie man sich selbst verhalten hätte – das hat höchstens moralischen und psychologischen Charakter. (Wobei man sich unbedingt die Frage stellen sollte, WARUM man sich so verhalten hat, wie man sich verhalten hat)
      Angenommen, man selbst hätte die Pappn NICHT aufgemacht – schmälert das das begangene Verbrechen?
      Angenommen, ich beobachte eine Folter und schreite nicht ein – ist diese Folter deswegen keine Folter oder womöglich nicht so schlimm??

      • Kevin Krennhuber MJ96 Says:

        Sorry, das war wohl jetzt ein Denkfehler meinerseits.
        Ich meinte:
        Eine Tat (zB. Unterlassene Hilfeleistung) darf nicht auf Basis des eigenen wahrscheinlichen Verhaltens bewertet werden, sondern auf Basis einer allgemein gültigen Moralvorstellung. (Juristen mögen mich bitte korrigieren)

        Der Lehrkörper hatte damals und hat auch heute noch die Pflicht auf die ihm überantworteten Kinder aufzupassen und für ihr körperliches wie auch seelisches Wohl zu sorgen. Wenn ich als Lehrer von Gerüchten weiss, in denen von massiver psychischer und physischer Gewalt gegen ebendiese Kinder die Rede ist und die Urheber dieser Gewalt meine Kollegen sind, dann MUSS ich in Erfüllung meiner (menschlichen und moralischen) Pflicht dagegen angehen.

        Unsere Eltern haben diesen Menschen ihre Kinder anvertraut. Dieses Vertrauen wurde (zumindest passiv durch ‘Wegschauen’) beinhart mißbraucht. Ergebnis sind, wie hier im blog nachzulesen, zahlreiche gebrochene Psychen. Ich denke, mehr muss man dazu nicht sagen.

    • mj97-H Says:

      Da meine Zeilen offenkundig etwas einseitig ausgelegt werden können, einige ergänzende Erläuterungen: Ich verstehe diesen Blog als Erfahrungsaustausch zu Kremsmünster, in dem unterschiedliche Beurteilungen toleriert werden sollen. Das Ziel des Blogs liegt für mich darin, zu einem differenziertem Bild der Kremsmünster-Zeit zu gelangen. Ich habe ihn von Anfang an verfolgt und mir scheint, dass anfänglich die Beschöniger die Oberhand hatten, sich danach auch differenzierte Kritik jenseits von Schwarz-weiß durchsetzte und recht bald (und bis zuletzt) hauptsächlich negative Erfahrungen thematisiert wurden, was sicherlich den wertvollsten Teil der Berichte ausmachte. Ich sähe es aber gerne, wenn nun das Bemühen um Differenzierung wieder verstärkt würde. Ich selbst habe, wie ich an anderer Stelle geschrieben habe, sowohl positive als auch negative Erfahrungen ihn Kremsmünster gemacht, wobei in Summe die negativen deutlich überwiegen. Ich sehe mich daher selbst über jeden Verdacht der Schönfärberei erhaben.

      Was Deine Ausführungen über Zivilcourage angeht, lieber LH, bleibe ich dabei, dass ich nicht über die mangelnde Courage anderer urteilen möchte, solange ich vor mir selbst nicht zweifelsfrei sicher sein kann, dass ich in einer vergleichbaren Situation 100% anders gehandelt hätte. Diese Unsicherheit bzgl. der eigenen moralischen Superiorität gilt freilich nur für mich, und ich verstehe durchaus, wenn andere hier andere Maßstäbe anlegen. Natürlich haben die Mitwisser unter den Lehrern gegen universelle ethische Prinzipien und ihren Standesethos verstoßen und haben wohl – wie wir alle – Schuld auf sich geladen, ich erlaube mir nur, in dieser Sache nicht selbst zu richten. Was das genau mit eigenen Kindern (deren ich 2 habe) zu tun hat, verstehe ich nicht ganz – selbstverständlich würde ich jeden gnadenlos zur Verantwortung ziehen, der ihnen Schaden zufügt, und ebenso jene, die das aktiv decken würden, wahrscheinlich auch jene, die irgendwas wussten (wobei hier immer Informations-Grauzonen bestehen) und es nicht meldeten, aber ich gebe zu bedenken, dass wir heute 2010 haben und unsere heutigen pädagogischen und ethischen Standards nicht auf das geschlossene hierarchische Angst-, Desinformations- und Repressions-System Kremsmünster der 80er- und frühen 90er-Jahre umgelegt werden können, in dem wohl auch die Lehrer unter einem nicht geringen Konformitäts- und Korpsdruck standen. Du selbst, lieber LH, schreibst ja, dass du trotz Deiner schlechten Erfahrungen jahrelang zu den Verklärern Kremsmünsters gehörtest. Das sollte Dir doch zeigen, wie wichtig die Identifikation des Einzelnen mit dem Stift war, wenn sogar die Opfer (und umso mehr die Beschäftigten) nichts auf ihr heiliges Kremsmünster kommen lassen wollten. Hier war viel kollektive Gehirnwäsche am Werk. Ich halte es generell für sinnvoller, das System als Ganzes zu hinterfragen als nachträglich die niederen Mitläufer anzuklagen, deren alleinige Schuld wohl in ihrer Feigheit bestand.

      Was das Wittgenstein-Zitat betrifft: Der Blog kann nur dann konstruktiv fortgeführt werden, wenn die abweichenden Meinungen und Beurteilungen anderer toleriert werden. Ich bitte also darum, anderen nicht gleich den Mund zu verbieten, wenn sie eine dargestellte Sachlage zusammenfassend in weniger schneidende Worte kleiden, als man es sich wünschte.

      • martin Says:

        @ mj97-H

        Deine Gedanken zur Zivilcourage haben natürlich etwas für sich – wie auch der Hinweis, den Fokus nicht auf “niedere Mitläufer” zu legen.

        Was ich mich aber frage: Was befähigt einen Menschen zum Lehrberuf? Die Wissensvermittlung alleine kann es ja nicht sein – oder was ein Turnlehrer als seine Mission versteht. Kann es zu irgendeiner Zeit eine Entschuldigung gewesen sein, sich auf ein “im wesentlichen geschlossenes System mit festen Regeln” auszureden?

        Nein. Obsorge für Kinder war deren Beruf. Nicht deren Kollateralschaden.

        Wer sich die “Stellungnahme der Lehrer” in Erinnerung ruft, wird weniger ein Bedauern entdecken, als eine Ausrede – “das war damals halt so”. Es war eine Stellungnahme “mit Bedauern”. Keine Entschuldigung.

        Und jetzt wird es spannend: Mit welchem Recht und Anspruch will ein W. Leberbauer uns dann heute glaubend machen, dass dieselben Personen heute weniger opportunistisch reagieren würden, wenn sie “Gerüchte über eine Neigung” hören? Dass dieselben Personen heute eher bereit wären, den Korpsgeist des Lehrerzimmers (“Funktionierendes Team” – so ein Euphemismus!) weniger hoch zu bewerten als das Risiko, im Zweifelsfall einem Gerücht nachzugehen, welches sich auch als falsch herausstellen könnte?

        Auch wir Kinder haben oft weggeschaut. Aber das relativiert doch die Verantwortung der Lehrer nicht um das Geringste.

        Und das spannt den Bogen zurück zu Deinem Gesamtbild: Ich habe ebenfalls sehr gute Erinnerungen an viele Lehrer. Du hast einige davon ja genannt. Aber auch hier muss ich mich fragen: Hat der von uns fast vergötterte Inbegriff von Korrektheit (Heinisch) wirklich nichts mitgekriegt?

        Ich wähle ihn (E.H) ganz bewusst als Beispiel – nicht um ihn anzupatzen, sondern weil gerade er immer über jeden Zweifel erhaben war. Auch dieses Bild bekommt eben Kratzer, und das irritiert mich. Aber das hilft ja nichts. Die bekommen keine Absolution, nur weil sie einen guten Unterricht geboten haben.

        Und jetzt bitte keine virtuelle Abstimmung, ob er nicht eh ein toller Lehrer war. Das war er! Aber darum geht’s jetzt nicht. Es ist einfach ein irritierendes Gesamtbild.

  10. peior Says:

    solange kremsmonster nicht die volle verantwortung für seine verbrechen übernommen, die täter allesamt hinter gittern und vom konvent ausgeschlossen, alle opfer entschädigt worden sind, weigere ich mich auch nur ein gutes wort über meine zeit dort zu verlieren. jene, die über jahrzehnte mit und neben den tätern lebten, haben geschwiegen und tatenlos zugesehen, wie kinder und jugendliche systematisch sexuell, physisch, psychisch misshandelt wurden.

    wir müssen uns stift kremsmünster als gewalttätigen ort denken.

    • fc protektorat Says:

      ich höre kaum stimmen, die die verantwortung der juristischen person stift kremsmünster einmahnen (individuelle verantwortung von einzelnen natürlichen personen, lehrern, hin oder her)! es haftet die organisation und es geht um die verantwortung der äbte bruckmayr (+), bergmair und ebhart als verantwortliche führungskräfte des stiftes (im übrigen “protektoren” der schule und damit der schüler genannt).

      und hier schließt sich der kreis: in der lehrerInnenschaft wird´s dafür kein votum geben wegen der abhängigkeit, die´s heute noch gibt. die schule ist schließlich das “protektorat” des stiftes.

      der druck kann nur von außen kommen. lest hier und hört in eurem umfeld, wer die volle verantwortung vom stift einfordert oder wer lieber über anderes parliert,

      wer lieber wieder in die alte diskussions-schiene zurückverfällt: nette lehrer, doch nicht so schlechte, anachronistische lehrer usw.

      • martin Says:

        @ “diskussions-schiene”

        ich sehe da keinen widerspruch: die frage nach der verantwortung des stiftes ist korrekt gestellt. die frage nach dem verhalten der lehrer ist deshalb aber noch keine unwesentliche frage. ich kann nicht sehen, hier in etwas “zurückzufallen”.

      • der Abt und seine Verantwortung Says:

        “.der Abt ist nicht nur gewählt, demokratisch gewählt, sondern er ist erwählt von Gott. Deswegen gibt ihm die Kirche die Weihe, um zu zeigen, dass das nicht nur eine Wahl von unten ist, sondern auch eine Wahl von oben; eine Wahl, die von Gott selber kommt…

        …so sprechen wir auch von der Autorität des Abtes…auch die Autorität ist etwas Gottgewolltes. Der heilige Benedikt schreibt in seiner Regel: `Der Abt ist der Stellvertreter Christi in seinem Kloster.´…

        …und schließlich bedeutet die Mitra,.., die Verantwortung des Abtes. Und der Abt von Kremsmünster hat große Verantwortung! Zuerst für seine Mönche und sein ganzes Kloster; es ist eine Verantwortung vor Gott. Und der hl. Benedikt erinnert ihn immer daran: er muss einmal Rechenschaft ablegen vor Gott für das, was er im Kloster getan hat. Dann..hat der Abt von Kremsmünster Verantwortung für viele Jugendliche. Für die Studenten, für junge Menschen, die in dieses Haus kommen…”

        aus der Predigt zur Abtweihe von Oddo Bergmair
        von Bischof Richard Weberberger, 4.9.1982

        • Auch dabei gewesen Says:

          Danke für die Erinnerung(en)!

          Für mich bleiben immer noch folgende Fragen offen:

          WER hätte WAS wissen können?
          WER hat tatsächlich WAS gewusst?
          WER hätte WAS unternehmen können?
          WER hat tatsächlich WAS unternommen?

          Für mich stehen diesbezüglich folgende Personen im Mittelpunkt: Abt Albert, P. Jakob, Abt Oddo, P. Christian sowie alle ehemaligen Präfekten und geistlichen Lehrer am Gymnasium. Es will mir nicht in den Kopf gehen, dass keiner was gewusst oder wenigstens geahnt haben soll oder will, dass nie irgend etwas unternommen wurde oder dass diese Themen (körperliche und sexuelle Gewalt) nie unter Mitbrüdern bzw. im Kapitel zur Sprache gebracht worden sein sollen.
          Mir scheint, wir haben es hier mit einer gigantischen Maschinerie bzw. Konspiration des Wegschauens zu tun!

  11. LH - MJ ´95 Says:

    @ MJ `97-H

    Keinesfalls wollte ich den Eindruck erwecken Dir den Mund verbieten zu wollen, doch verbiete ich mir ausdrücklich jene Psychofolter in Nazi-Manier durch Herrn Kößldorfer, welcher unsere gesamte Klasse damals ausgesetzt war, mittels der auf die Vorfälle bezogenen Attribute “charakterschwach” und/oder “unsauber” zu pardonieren.

  12. Weder bei Tag noch bei NACHT ... Says:

    Ich möchte noch eine weitere Frage aufwerfen, auf die das Stift bis heute bemerkenswerter Weise nicht wirklich eingegangen ist:

    Glauben z.B. Pater Alfons oder Pater Leonhard ganz persönlich, dass ihre Erziehung “im Großen und Ganzen, die paar Unbeherrschtheiten abgesehen” eine CHRISTLICHE Erziehung war?

    Entweder hat sich das Bild vom Christentum während der letzten 15 Jahre revolutionär gewandelt – und das könnte wohl sicher nicht damit erklärt werden, dass es jetzt Mädchen an der Schule gibt – oder: die denken immer noch, dass – vom Missbrauch im Verborgenen abgesehen – der Rest eine vorbildliche, christliche Erziehung war. (Nota Bene: Die Kritik des Abtes richtet sich an die dunklen Seiten, die angeblich für niemanden sichtbar waren. Der Rest war also ok!)

    Man bedenke die Alterspyramide im Stift: Die Generation Mandorfer repräsentiert das Kloster viel mehr als die “Jungen”. Diese “Jungen” werden jetzt in die erste Reihe der PR-Maschine gestellt. Aber ich kann mich nicht erinnern, von P.Leonhard je ein Wort des Bedauerns gehört zu haben – eher eine nostalgische Verklärung der Pfarre Madalenerberg, die den netten Pfarrer vermissen. Bei all den Aussagen, die vom Stift kommen, ist also mitzudenken, was dieser Orden ganz offensichtlich und unwidersprochen unter CHRISTLICH versteht.

    P. Robert Huber ist mir in der Schank begegnet. Er ist an unseren Tisch gekommen, um uns “vor den Medien zu warnen. Glaubt’s nicht diesen Unsinn, der da erzählt wird”.

    In diesem Sinne: am 28. Mai findet sie “Lange Nacht der Kirchen” statt, unter dem Motto: “Weder bei Tag noch bei Nacht dürfen sie schweigen.”

    Das Stift macht mit! Programmpunkte sind u.a.

    – “Neues entdecken in bekannten Gemäuern: Wir wollen den Blick schärfen, um in scheinbar bekannter Umgebung Neues zu entdecken.”

    – “Von guten Mächten wunderbar geborgen” … sinnliche Erfahrbarkeit von Religiosität

    – “Gott suchen: Zu jeder vollen Stunde hält ein Mönch einen benediktinischen Impuls. Im Anschluss daran stehen Abt Ambros und Mitbrüder zum Gespräch zur Verfügung.”

    Anleitung zu einem komplentativen Experiment: Denkt an die Zeit in Kremsmünster, und überlagert diese Erinnerung mit den genannten Programmpunkten.

    Elende Heuchler.

  13. Gott suchen Says:

    Gott suchen: Zu jeder vollen Stunde hält ein Mönch einen benediktinischen Impuls. Im Anschluss daran stehen Abt Ambros und Mitbrüder zum Gespräch zur Verfügung.“

    Eigentlich eine perfekte Gelegenheit für eine öffentliche Feedback-Runde. Das würde ja gut zum Motto passen (weder bei Tag noch bei Nacht dürft ihr SCHWEIGEN).

    Ich hätte da viele Fragen …

  14. barockes Machttheater Says:

    Wir müssen uns das Stift als Grund-HERR-schaft vorstellen.

    Da haben wohl einige gemeint, dass sie ein “ius primae noctis” hätten!

    Da verwechseln wohl heute noch einige barockes Macht-Theater mit christlichem Leben.

    Da meinen wohl die Grund-Herren und ihre Landvogte (wie der Schuldirektor) noch heute, es brauche keinen Dialog auf Augenhöhe, sondern es genügen Ankündigungen und “communiqués” von oben über zwei Medien, die Oberösterr. Nachrichten und den ORF OÖ.

    Schaut Euch doch bloß die Grundherren-Mentalität an: Wo sind die Antworten auf die vielen Anfragen in diesem Forum oder irgend EIN Hinweis, wie damit irgend WANN umgegangen wird!

    Diese Herren verdienen kein Vertrauen!
    Wer sich von ihnen (in der “Langen Nacht”) weiter einschmeicheln lässt, ist selber schuld!

  15. Kommt und seht! Says:

    Kommt und seht!

    In Österreich leben ungefähr 370 Benediktiner. Ihre Lebensordnung richtet sich nach der Mönchsregel des hl. Benedikt, die im 6. Jahrhundert entstanden ist und dem europäisch-abendländischen Kulturbereich wesentliche Impulse vermittelt hat.

    Die Tradition der österreichischen Benediktinerklöster reicht viele Jahrhunderte zurück. Der jeweiligen Zeit angemessen haben sie versucht das ORA et LABORA et LEGE (bete und arbeite und lies) der Ordensregel zur verwirklichen.

    Auch heute sind die Benediktinerstifte Österreichs bemüht auf dem Boden der Tradition und entsprechend der Herausforderung der Gegenwart, der Frage nach Gott und dem menschlichen Dasein eine konkrete Antwort zu geben. Das klösterliche Leben will eine echte Alternative zu den heute üblichen Lebensweisen anbieten.

    Jedes Kloster will ein Ort der Gottesbegegnung sein. So ist GOTT SUCHEN die erste Forderung, die der Mönchsvater Benedikt an seine Schüler stellt. Die Benediktinerklöster wolle diese Erfahrung der Gottsuche aber auch teilen mit jenen, die ihnen begegnen als Gast, Schüler, Tourist, Geschäftspartner … und Internetsurfer.

    Letzte Aktualisierung: 19.4.2010

    Österreichische Benediktinerkongregation

    Abtpräses Christian Haidinger
    3591 Altenburg
    E-Mail: info@benediktiner.at

    von der homepage der Benediktinerkongregation in Österreich (www.benediktiner.at)

    Vielleicht möchte ja jemand Abtpräses Christian Haidinger fragen, warum es die Benediktiner-Kongregation nicht einmal der Mühe wert findet, auf ihrer website auf die Missbrauchs-Fälle in Kremsmünster einzugehen (bloß zwei Artikel zu St. Peter in Salzburg)?

    Vielleicht hat ja noch jemand Fragen an Christian Haidinger, was man damals in Kremsmünster gewusst hat, als er noch dort war – als Religionsprofessor, Präfekt,..?

    Kommt und seht!

    • causa benedikt! Says:

      Dem Herrn Haidinger würde ich die Aufgabe nicht zu abstrakt stellen, sondern: Was hat ER gewusst?

      Siehe ältere Blog-Einträge => eine kurze Zusammenfassung:

      P. Benedikts Spur durch den Schlaafsaal => Schüler melden dies bei P. Janda vom Petrinum => der spricht mit dem Abt … // und parallel tauschen sich Schüler auch mit ihrem damaligen Präfekten aus, einem gewissen P. Chritian Haidinger

  16. köllamaasta Says:

    1. Linzer Klostermarkt (28.- 30.5.2010) im Umfeld der “Langen Nacht der Kirchen”:

    mit Wein, Bier, Likören
    Stift Kremsmünster ist live dabei

    sauft´s eich au und vagesst´s olles grausliche!
    s´gschäft geht weiter

    http://www.dioezese-linz.at/redaktion/index.php?action_new=Lesen&Article_ID=54259

    • fick dich Says:

      hoid die goschn du homosexueller pfoff, sigi.
      du host ka ahnung wos die leid do duachgmocht hom du hurensohn, i hoff du krippierst in deiner eigenen scheiße

  17. x Says:

    x

  18. das leid setzt sich fort ... Says:

    Das sollte nachdenklich stimmen …

    Ich komme aus einem sehr konservativen Elternhaus. Die Enttäuschung der Eltern über das Stift sitzt so tief, dass nun der Austritt aus der Kirche vollzogen wurde. Begründung: die Verlogenheit der Patres in Kremsmünster.

    „Hätten wir auch nur eine geringste Ahnung gehabt, wie die Kinder dort behandelt werden, hätte ich Dich SOFORT herausgenommen. Ich dachte immer, Du hättest nur Heimweh“.

    Schule und Stift haben überhaupt keine Ahnung, wie unendlich groß der Schaden ist, den sie an den Eltern angerichtet haben.

    Ich habe heute den Zusammenbruch einer Welt mit ansehen müssen. Meine Eltern haben das Beste gewollt – und stehen nun am Ende ihres Lebens mit ungeheuren Selbtvorwürfen dar. Sie tun mir sehr leid.

    • sehr schwierige Aufarbeitung Says:

      für meine eltern war Kremsmünster der heilige olmyp, das Perfekte in seiner reinsten Form. Kein Wort eines Patres von dort hätten sie jemals anzuzweiflen getraut.
      Ich bin froh, daß sie zu Hause kein Internet haben, somit können sie das alles auch nicht lesen.
      Ihre Welt würde zusammenbrechen, auf jedenfall die meines Vaters.
      Hätten meine Eltern eine Ahnung gehabt, sie hätten es nicht geglaubt oder zur Seite geschoben, so nach dem Motto: das kann es nicht geben.
      Meinen Vater werde ich es nie sagen, was ich durchgemacht habe, er ist zu alt dafür und will und würde es nicht verstehen, und wenn würde es sein Leben zugrunde richten.
      Als meine Mutter die Vorwürfe in den Nachrichten mitbekommen hat, wurde ich von ihr angerufen und die erste Frage war: Wurdest du sexuell mißbrauchst???

      mann, ich hatte sowas erwartet wie, was sagst du dazu, glaubst du das es stimmt, hast du zu deiner Zeit auch von sowas gehört, aber nein, gleich alles auf den Punkt…taja…ich war sprachlos….für einen Moment….dann hab ich gelogen…..

      • mj198x Says:

        Für meine Mutter waren die “Herren in schwarz” keineswegs der “Olymp”. Wie sich für mich erst jetzt in Gesprächen erschlossen hat, hat sie mit der Verlogenheit und Unbarmherzigkeit in der Kirche selbst schon – als Kind – Bekanntschaft gemacht. Eine Affinität zur Kirche war also nicht der Grund, mich nach K. “zu geben”. Die Motivation war eine bürgerliche: Der Sohn sollte einmal bessere Karrierechancen bekommen. K. hatte den Nimbus, schon für viele ein solches Sprungbrett “ins Leben” gewesen zu sein. Außerdem ging sie von einer Vertrauensbasis zwischen ihr und mir aus. “Du hättest doch aber etwas zu mir gesagt, oder?” Dennoch war die Empörung jetzt sehr groß. Sie dachte immerhin, im”guten Glauben” gehandelt zu haben. Das, was geschehen ist, war bei allen eigenen negativen Erfahrungen dennoch nicht vorstellbar – immer die erfolgreichen Persönlichkeiten vor Augen, die K. schließlich “hervorgebracht” hat. Meine Mutter war es auch, die sich nach dem Bekanntwerden der Missbrauchsfälle sehr für das Geschehene und auch für meine Situation interessiert hat.
        Meinen Vater musste ich erst selbst auf das Thema anstoßen. Er hat schon damals kaum Anteil genommen. Sicherlich hat er aber noch alle Belege des “Rentamtes” für diese Bildungsinvestition aufgehoben. Wie ich erst jetzt erfahren habe, ist er von seinem Religionslehrer physisch misshandelt worden. Vielleicht hat er das in eine andere Zeit getan. Vielleicht erschien Kremsmünster (das man nur vom Hörensagen kannte) in der öffentlichen Meinung so lupenrein, dass man hier potenziell negative Seiten ausgeblendet hat – nicht zuletzt in Hinblick auf den erhofften Gewinn. So wie ja auch alle wie wahnsinnig Meinl-Fonds-Papiere gekauft haben, weil eine derart hohe Rendite versprochen wurde – verbunden mit der Versprechung: mündelsicher.

    • Pfr. Dämon Says:

      Wer es in dieser Kirche nicht mehr aushält und dennoch eine institutionelle Heimat sucht, für den gibt es Alternativen: Die Altkatholische Kirche, die Evangelisch-Reformierte Kirche…
      auch in Oberösterreich

      Hier ein Beispiel, das ich sehr ansprechend finde:

      http://www.altkatholiken-linz.at/

      Der Pfarrer dort heißt übrigens “Dämon”.

      • evang. Bischof Says:

        Der Bischof der evangelisch-lutherischen Kirche Bünker würdigt die Bemühungen in der katholischen Kirche (siehe Beitrag) in Sachen Missbrauch.

        Es wäre besser, wenn die Lutheraner lieber nicht vorschnell einen “Blankoscheck” für die Kirche ausstellen, die ihnen ohnehin abspricht, eine Kirche zu sein! Noch dazu mit dem Argument, dass Austritte in der Kath. Kirche sich auch auf die evang. Kirche A.B. auswirken! Schade, dass die Tür nicht wirklich offen steht für Menschen, die in der römisch-katholischen Kirche keine Heimat mehr finden!

        Abgesehen davon: seid´s doch solidarisch mit den Opfern und nicht mit der r.k.Täterkirche! Schade, wenn´s auch bei den Evangelen in der Hauptsache bloß um den Institutionenerhalt geht! Solche Aussagen sind Ihrer nicht würdig, Herr Bünker, und sie lassen die Vermutung aufkommen, dass man bloß vom Regen in die Traufe kommt bei einem Übertritt in die lutherische Kirche!
        Ein echter Fehltritt diese Aussage!

        http://www.kathweb.at/content/site/nachrichten/database/32778.html

      • Prometheus Says:

        Habe mit dem Christentum überhaupt nix mehr am Hut.

        Mit der Erbsünde wird man gleich mal bei der Ankunft disqualifiziert.
        Das Destillat des Christentum ist doch: “Alles Diesseitige ist sowieso net so wichtig, es is schlecht. Du bist schlecht. Und nur Jesus liebt dich, und das ist deine einzige Chance. Oiso, rennz eam noch ins leid.” Das ist die Botschaft in jeder der Christlichen Haupt- und Nebensekten.

        Gibts einen Film von Jesus? Bücher schreiben, kann, wer will. Von Dokumentation kann man hier nicht wirklich reden. Die zusammengenähte Geschichte namens Bibel, die insgesamt nicht so recht einen Sinn ergibt, wird dann für alle erdenklichen Grausamkeiten zurecht gedeutet, bis eine bis sich der ganze Deuterverein dadurch selbst und in Folge seinen Schülern ins Hirn geschissen hat.

        Daher habe ich mich ein wenig mit Buddhismus beschäftigt, war am Anfang ganz nett. Aber es is halt auch wieder nur an den Haaren herbeigezogen. Islam, Judentum, alles irgendwelche schlecht überlieferte Geschichten mit irgendwelchen schwer begreiflichen Argumenten als Hinweis für das Bestehen Gottes von irgendwelchen Leuten. Paradoxerweise klammern sich die Leute an dermaßen Schwache Argumente für eine Religion, dass du beim Homo Sapiens das Sapiens direkt weglassen willst.
        Mit menschlicher Wärme oder einem geregelten Miteinander hat das nix zu tun.

        Ich denke, man wird schon früh genug sehen, was Gott ist, oder eban auch nicht. Es wird scho irgend an Grund dafia gem dass ma jetzt amoi 70 joah dobleim miassn.

  19. volle Härte Says:

    ÖVP-Plakat gegen Kindesmissbrauch unter Willi Molterer:

    http://www.google.at/imgres?imgurl=http://images.derstandard.at/t/12/2008/08/26/1219728332922.jpg&imgrefurl=http://derstandard.at/1219725043116&usg=__yilQqDoWF1H0GfmJMUXxMQN6vEU=&h=200&w=300&sz=29&hl=de&start=48&itbs=1&tbnid=Ertybk1L7m7C8M:&tbnh=77&tbnw=116&prev=/images%3Fq%3Dkindersch%25C3%25A4nder%2Bplakat%2Bfp%25C3%25B6%26start%3D40%26hl%3Dde%26sa%3DN%26gbv%3D2%26ndsp%3D20%26tbs%3Disch:1

  20. @ das Leid setzt sich fort Says:

    Ich bin erleichtert, dass endlich ein solcher Beitrag erschienen ist.
    Wie oft hat man gelesen, dass eine vollkommene Entfremdung zum Elternhaus und zu den Geschwistern stattgefunden hat.
    Wie oft konnte man lesen, dass die eigenen Eltern den Kindern ihre “wilden Gschichteln” nicht geglaubt haben.
    Hauptsächlich deswegen, weil das Wort einer Respektsperson in Priestergewand einfach nicht als unwahr angezweifelt wurde.
    Für eine Stange Geld wurde eine Eliteausbildung versprochen, was heraus kam aus den Toren Kremsünsters kann man hier ja vielfach nachlesen.
    Im Familienkreis: Der größte Teil blickte ehrfüchtig auf die Familie, die ihre Sprösslinge nach K schicken konnten, aber hin und wieder gab es leise Ahnungen, dass den Kindern dort nicht nur Gutes geschehe. Diese haben existiert!
    Bei den eigenen Eltern aber wurde die Einrichtung und Integrität der Geistlichen nie angezweifelt!
    Andere Stimmen wurden nicht gehört und auch heute setzt man sich mit dem Thema einfach nicht auseinander! Nach einer kurzen Hysterie hat sich das Thema ohne Hinterfragung erledigt. Nicht drüber nachdenken, dann ist es auch nicht passiert!
    Heimweh ist schlimm (nicht jedes Kind ist dafür geschaffen es zu ertragen nicht bei den Eltern zu leben) und Ohrfeigen sowieso!
    Ein Sexualpsychologe hat versucht mir zu erklären, dass Kinder, die im eigenen Elternhaus geschlagen wurden und bereits Opfer waren, später in solchen Institutionen leichter wiederum zu Opfern werden. Was zu Hause als normal hingenommen wurde, wurde woanders auch nicht als falsch gesehen. Somit hat das Elternhaus in vielen Fällen wohl den Nährboden für viele Greueltaten an den Kindern selbst geliefert, sicher nicht bewusst, aber damals gehörte die eine oder andere Ohrfeige wohl noch zur Erziehung dazu. Wie oft höre ich heute noch “da müsste halt mal eine gsunde Watsche her, wenns gar nimma anders geht!”
    SICHER NICHT!
    Das Leid setzt sich fort, schreibst Du. Ich gebe Dir völlig recht. Mir tun aber nicht nur alle Eltern leid, sondern auch Lebensgefährten und Kinder und Menschen, die im Leben als Freunde zur Seite stehen (wollen) und nicht wissen, wie man eingeimpfte Muster und Verhaltensweisen ertragen soll. Wie man mit gebrochenen Kinderseelen in erwachsenen Körpern umgehen soll, wie man mit negativen Gefühlen wie Hass, Neid und Zorn eine neue Basis schaffen soll. Wie man mit den harten Erziehungsmustern – damals eingeimpft und heute weitergegeben – eine echte Bindung aufbauen soll.
    Du kannst Deinen Eltern ihre Schuldgefühle nicht abnehmen, jeder muss für sich selbst irgendwie mit der Situation fertig werden. Es ist aber gut, dass Dir Deine Eltern leid tun. Das bedeutet hier ist noch Gefühl, viele können ja gar nichts mehr ausser Verachtung für ihre Eltern empfinden. Der Austritt Deiner Eltern zeigt, dass sie etwas tun und versuchen, um aktiv gegen dieses Unrecht vorzugehen.
    Ich wünsche allen Opfern, ob direkt oder indirekt, die Kraft, die eigenen Erfahrungen zu bewältigen und zu verarbeiten.

    • dies irr(sic!)ae Says:

      “Hauptsächlich deswegen, weil das Wort einer Respektsperson in Priestergewand einfach nicht als unwahr angezweifelt wurde.”

      Meine Mutter hat mich einmal erst am Montag früh ins Konvikt gebracht, weil Sonntag Abend Nebel war. Sie hat mich dann – im Auto wartend – gebeten, ob ich ihr ein Stück Brot besorgen könnte, damit sie vor der Rückfahrt etwas im Magen hat. Ich bin also in den Speisesaal, wo mich P.A. beim “Brotdiebstahl” ertappt hat. Er ist ausgerastet, und gerade noch rechtzeitig konnte ich ihm sagen: das ist doch für meine Mutter, die unten im Auto wartet.

      Daraufhin: Grins – ach, sag das docgh gleich! Ich habe die erste Stunde unterrichtsfrei bekommen (“der Martin hat doch sicher auch noch Hunger”), bin mit meiner Mutter im Zimmer vom Fig gesessen, und hab von Mizzi ein Luxusfrühstück serviert bekommen.

      Meine Mutter war wiedereinmal bestätigt: Der netteste Mensch der Welt, dieser P. Alfons.

      • reuiger hades-herr Says:

        “Ich bedaure zutiefst, wenn aus Euch Heuchler geworden sind und Ihr ein Doppelleben führt. Nie wollte ich Euch ein schlechtes Beispiel geben oder Euch gar zu Heuchlern erziehen. Schon gar nicht wollte ich Euch vom Glauben abbringen. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn jemand nach einer wahrhaft christlichen Erziehung den Glauben an Gott verliert. Wenn der Eindruck entstanden ist, dass ich daran mit Schuld trage, so tut es mir leid. Oftmals war ich beim Brevier oder beim Mittagsgebet mit Gedanken und Blicken woanders. Ich möchte Euch allen versichern, dass ich Gott immer geliebt habe, auch wenn ich meine Hingabe nicht immer in richtiger Weise zum Ausdruck bringen konnte. Ich möchte allen meinen Freunden und Schülern versichern, dass ich sie ausnahmslos gern gehabt habe, nicht weniger als den lieben Gott selber.”

  21. kein_ak Says:

    Ich möchte an dieser Stelle einmal einen Dank an alle richten, die in diesem Blog mitschreiben. Eure Beiträge sind es, die mir in den letzten zwei Monaten sehr geholfen haben, das vor ca. 20 und mehr Jahren erlebte teilweise in seinen vielschichtigen Dimensionen zu begreifen und mich an die Aufarbeitung – auch mit professioneller Hilfe – zu machen.
    Im Konvikt dürfte sich heute tatsächlich schon viel zum positiven gewendet haben.
    Entsetzt bin ich allerdings, dass Personen wie der Kö noch immer ihr Unwesen treiben dürfen. Hat Leberbauer eigentlich schon ein längst überfälliges Disziplinarverfahren gegen diesen Psychoterroristen eingeleitet, damit diese Person endlich aus dem Schuldienst entfern wird?
    Was den KHM betrifft, habe ich dessen Stil, auch wenn er heute sicherlich nicht mehr zeitgemäß ist, als eher harmlos in Erinnerung.
    Was aber den Kö betrifft, stelle ich diesen in eine Reihe mit Fig und Leo. Bei Gewaltanwendung gegenüber Schutzbefohlenen ist es egal, ob diese physisch oder psychisch erfolgt, wobei dem Psychoterror vom Kö sicherlich eine eigene Brutalitätsgattung zustehen würde.

  22. volle Härte Says:

    Aktuelle Mitteilungen
    Der interne Krisenstab tagte am 12. April 2010

    Am Ende der Sitzung gab der Leiter des Krisenstabes, P. Arno Jungreithmair, folgende kurze Information zum Stand der Bearbeitung: “Die Kommission für Missbrauch und Gewalt der Diözese Linz arbeitet nach wie vor an der…[mehr]
    [mehr]

    von der website des Stiftes Kremsmünster

    …und heute schreiben wir den 20.Mai 2010!!!!!!!

    • website der SCHULE Says:

      dort findet sich GAR NICHTS mehr! ausser … adalbert stifter und andere jubelgeschichten

      ich muss immer mehr an das sagen, was frau zippermayr geschrieben hat: “die lehrer müssen als team funktionieren, und das geht nur, wenn sie zusammenhalten [sinngemäss]“. ich begreife immer mehr, wie euphemistisch das ist … partnerschaft für wen? sicher nicht für uns.

  23. sehr schwierige Aufarbeitung Says:

    @kein_ak:

    Grundsätzlich würde ich doch sagen, daß über einen längeren Zeitraum ausgeübter Psychoterror vom Kaliber eine Kößldorfer sich mehr einbrennt, als ein paar Watschn. Zumindest meine Erfahrung. Ich weiß nicht mehr ob ich welche bekommen habe, bin mir jedoch sehr sicher. Die Erinnerungen daran sind “leider” weg.
    Ich kann dir aber aus persönlicher Erfahrung sagen, daß es einen großen Unterschied macht, ob du sexuellen Mißbrauch ausgeliefert bist oder beinahe tagtäglichen Terror vom Kö.
    Um diesen unbeschreiblich niederträchtigen Terror zu vergeseen, zu entkommen, der dich sonst zugrunde richten würde (was sich eh nicht wirklich vermeiden ließ) fängst du nämlich an die sexuellen “Spielereien” zu genießen. Du hast Freude daran. Du betrachtest es als eine Art Zuflucht oder paradisische Oase. Ein Gefühl der Wohltat und des Glücks, ein Moment diese Hölle zu vergessen.
    Schlußendlich geht es soweit, daß dir der sexuelle Mißbrauch bei weitem lieber ist, als nur eine einzige Stunde beim Kößldorfer.

    Ja, ich stelle ebenfalls einen Kößldorfer auf diesselbe Stufe wie P.A.
    Wahrscheinlich sogar höher, weil ja ein pädophiler sich seiner Taten anscheinend nicht bewußt ist.
    Ein KÖ übt sein Mobbing und Psychoterror aber mit voller Absicht und im vollen Bewußtsein aus. Und ist sich vollkommen im Klaren was er damit anrichtet.

    • sehr schwierige Aufarbeitung Says:

      Und ja in dieser Welt ist es möglich, daß ein Kößldorfer noch immer unterrichtet, sogar mit denselben pädagogischen Qualitäten wie vor 20 Jahren. Eine absolute Frechheit die zum Himmel schreit.

      Na, wie schauts Hr. Gynasialdirektor, unternehmen wir jetzt endlich was????? oder sagen sie dem KÖ wieder nur in aller Freundschaft: “du christian des derfst oba jetzt nimma mochn, wei sonst kriag ma irgendwonn amoi probleme….”

      Wie wärs wenn sie mal für den Anfang einen Brief an die “school of Kent” schreiben und denen mal klar machen, mit welchen Prof. sie da eine Partnerschaft haben, oder sollen wir diesen Brief schreiben?????

      • website der SCHULE Says:

        solange sich kein schüler mit wasserdichten beweisen und möglichst mit 14 zeugen bei herrn leberbauer eidesstattlich anstellt, bleiben das ja alles nur “gerüchte in einem im wesentlichen geschlossenen system”.

        von leberbauer bis inkl der liebenswürdigen frau zippermayr würden die eher eine augenbinde aufsetzen, bevor sie ein “teammitglied” auch nur persönlich auf solche vorwürfe anprechen.

        das nennt man team-spirit!

        wir müssen uns diese schule als einen feigen hinterhalt denken

  24. LH - MJ ´95 Says:

    Ich habe mich heute meiner und unserer Geschichte gestellt und mehr als 3 Stunden lang Zeugnis abgelegt.

    Kein Opfer sollte allein im Regen stehen gelassen werden; die Erlebnisse von Mitschülern und Freunden, wie etwa “sehr schwierige Aufarbeitung” haben uns wohl alle erschüttert und tief bewegt; mich mehr, als ich mit Worten auszudrücken vermag.

    Daher richte ich meine Bitte an Euch alle, die Ihr betroffen seid von den und/oder Zeugnis ablegen könnt der Verbrechen an uns Kindern von damals, dies auch zu tun und den Mut aufzubringen in Kontakt mit dem LKA Linz zu treten.

    Sowohl Stift als auch Gymnasium versuchen die “Sache” auszusitzen und den Mantel des Vergessens darüberzulegen.
    Wenn wir nicht aufstehen und jene Courage zeigen, die so viele Patres und Lehrer/Erzieher von damals nicht aufbringen konnten, wird sich nichts verändern.

    Wolfgang Leberbauer wurde viel Vertrauen entgegengebracht, diesen Morast trocken zu legen und die Geschichte, zumindest von Seiten des Gymnasiums aufzuarbeiten; abgesehen von viel heißer Luft, untergriffigen Kommentaren und großzügigen Gesprächsangeboten war bislang nichts zu vernehmen.
    Daher ernenne ich Dich, Wolfgang Leberbauer, der Du lieber mit dem Strom schwimmst, als Dich Deiner Verantwortung zu stellen und Dich der Gefahr auszusetzen nicht mehr everybody´s darling zu sein, mit sofortiger Wirkung zum “Kuschl-Wolfi”. Für anglophile Zeitgenossen “Cosy-Joe”.

    Kremsmünster war ein Ort der Gewalt. Alle wußten es, alle haben zugesehen.
    Kremsmünster ist ein Ort der Gewalt. Alle wissen es, alle sehen zu.

  25. TV-Doku zur HJ Says:

    “Heil Hitler, Herr Lehrer”
    Heute neue ORF-Doku über die Indoktrination der Jugend und die Militarisierung einer ganzen Generation durch den Nationalsozialismus
    Teil 1 heute auf ORF2, 21.05 Uhr

    2.Teil am 25.5.

    http://tv.orf.at/program/orf2/20100520/481268901/290956

  26. was ein Aufsatz-Thema aus- Says:

    IV. Themen der deutschen Aufsätze
    5. Klasse

    I.) 1. Warum mir meine Abteilung (nicht) gefällt.
    II.) 3. Wie ich mir die ideale Klassengemeinschaft vorstelle.
    IV.) 2. Was es für mich heißt, einen Freund zu haben.
    V.) 1. “Blut und Ehre – Jugend unter Hitler” – meine Gedanken zu dieser Fernsehserie.
    2. “Freizeit ist karg – die Erziehung total” – Gedanken eines Betroffenen zu einem Zeitungsartikel über unsere Internatsschule.

    7. Klasse
    III.) 1. “Wer die Rute spart, hasst seinen Sohn, wer ihn liebt, nimmt ihn früh in Zucht” (Sprichw. 13,24)
    “Man soll in der Erziehung sowenig wie möglich verbieten und soviel wie möglich erlauben” (Moderne Erziehungsmaxime) Wie siehst Du selbst das Verhältnis von Strenge und Verständnis in der Erziehung?
    IV.) Formuliere eine wohlbegründete ausführliche Stellungnahme zu einem der folgenden Themen als Unterlage für die ORF-Diskussion über unsere Schule:
    1. Religiöse Erziehung in Kremsmünster
    2. Angebote und Hilfen zur politischen Bildung in Kremsmünster
    3. Welche Erlebnisse und Wissensstoffe haben dich menschlich und geistig am meisten reifen lassen?

    8.Klasse
    I.) 1.) Welche Pläne und Vorstellungen hast du jetzt schon für die Zeit nach der “Reife” – Prüfung, jenseits der Schwelle zur Freiheit?
    3.) Was würdest Du, aus langjähriger Erfahrung gesprochen, an unserem Schulsystem ändern?

    Jahrgang 1982

    …was wir wohl damals geschrieben haben?
    …ob wir uns aushorchen haben lassen?
    …ob wir unsere Gedanken wohl frei äußern konnten?
    …wer uns wohl für den ORF-Auftritt präpariert hat?
    …wer dort wohl teilnehmen hat dürfen?
    …ob uns wohl jemand die Meinungen suggeriert hat?

    Nach dem Film “Die letzten Zöglinge” (2008) mit der Kremsmünster-Sequenz, in der ein Pater einen Internatsinsassen äußerst suggestiv befragt hat, kann ich keine andere Vorstellung von Schule und Internat entwickeln als die:

    statt freier Meinungs- und Gewissensbildung werden Meinungen suggeriert und Schülerinnen und Schüler werden wie Pseudo-Partner behandelt (wie schon damals, als man so getan hat, als wäre man an unserer ehrlichen, eigenen und kritischen Meinung interessiert).

    Wie stand schon in der “Heimordnung”: Wir wollen nicht, dass Du zu einem “Heuchler” oder zu einem “Doppelleben” erzogen wirst.

    Entweder wir haben die Gedanken internalisiert (man könnte auch sagen: wir wurden “brain washed”) oder wir mussten diese in unserem Doppelleben verbergen!

  27. sehr schwierige Aufarbeitung Says:

    @website der SCHULE

    Ich hab zumindest meine Erfahrungen mit Kö und KHM beim LKA zu Protokoll gegeben. Laut dem Blog waren bereits viele dazu bereit denselben Schritt zu tun. dafür danke ich denjenigen.
    Im Grund geb ich dir recht. Ein Leberbauer wird nichts unternehmen, wahrscheinlich nicht einmal wenn sich die besagten 14 Zeugen finden. Da muß Druck von außen her.

    Geht zum LKA und erzählt ihnen alles. Ihr werdet den Schritt nicht bereuen.
    Wir stehen hinter euch.

  28. peior Says:

    Landeskriminalamt Linz, Tel.: 59133-40-3201 alle eingaben werden hochvertraulich behandelt, psychische langzeit bzw. dauerschäden heben verjährungsfristen auf.

    mit sicherheit gibt es opfer der kremsmünsterer gewalt, die aufgrund ihrer schweren seelischen verletzungen und um bedrohliche trigger erfahrungen zu vermeiden, nicht einmal diesen blog lesen geschweige denn einträge machen können, in prekären verhältnissen zu über leben versuchen usw., für notstands u. sozialhilfeempfänger ist ein internetzugang keine selbstverständlichkeit.

    ICH BITTE IM INTERESSE DIESER, MELDET EUCH JETZT BEIM LKA!

  29. Fischbehälter Says:

    Ruhig ist es um Petrus Sch. geworden.

    In den “cremifanensia vetera et nova” vom November 2005 (vor bloß fünf Jahren) steht lapidar:

    “DI MMag. P. Petrus Schuster beendet ebenfalls seine Tätigkeit, da ihm der Herr Abt zu seinen Agenden als Schaff(n)er, Stiftsbibliothekar und Verantwortlicher für den Wetterdienst sowie zu seinen wirtschaftlichen Aufgaben noch das Amt des Archivars anvertraute. Danke für die Arbeit am Gymnasium und alles Gute für die Zukunft! W. Leberbauer”.

    N.B.: Schuster ist Jahrgang 1954, war also zum Zeitpunkt seiner Pensionierung an der Schule bloß 51 Jahre alt!
    Aus ökonomischen Gründen (die Professoren werden vom Staat bezahlt und bedeuten Einnahmen für das Stift) ist dies nicht nachvollziehbar. Es ist wohl eher zu vermuten, dass er VERSETZT wurde.

    Steht die Pensionierung im Zusammenhang mit Missbrauch? Gab es eine klare Regelung, dass Schuster der Zugang zu Jugendlichen ab 2005 verwehrt wurde?

    Abt war 2005 Oddo Bergmair, Schuldirektor der noch heute tätige Wolfgang Leberbauer.

    Wurde Leberbauer angelogen und ihm der wahre Hintergrund der Pensionierung verheimlicht? Was hat er sich über diesen Schritt damals gedacht? Oder wusste er über den wahren Grund Bescheid?

    Wie vertrauenswürdig ist dieser noch immer tätige Schuldirektor? Wenn er noch vor fünf Jahren eventuell bloß die Institution Schule geschützt hat, warum soll man ihm glauben, dass er heute anders agiert?

    Vielleicht gibt es für amtierende weltliche Lehrer oder Direktoren ebenfalls “gehobene Jobs” im Stift? Etwa in irgendeinem verstaubten Archiv? (Vielleicht sogar mit Reck) Oder im Fischbehälter? Oder beim Wetterhäuschen?

  30. ist die Aufarbeitung schon vorbei ? Says:

    Was macht das Stift weiter ? das “Angebot” zu Einzelgesprächen mit den Tätern oder mit Repräsentanten des Stifts kann es wohl nicht gewesen sein. Was ich mir als Missbrauchs- und Gewaltopfer erwarte ist ein öffentlicher oder meinetwegen auch nur halböffentlicher (zB. nur ehemalige Schüler und deren Vertrauenspersonen, Partner, Eltern, Therapeuten, Anwälte etc) Diskussionsprozess zwischen dem Stift und seinen Opfern. Die Herren Patres sollten doch Mumm genung haben, sich dem zu stellen, was ihr Stift bei den Opfern angerichtet hat.
    Räume hat das Stift genug ! Was hindert euch, ein paar derartige Veranstaltungen zu machen?!, und zwar bald einmal, nicht vielleicht und irgendwann und mit allen möglichen Verrenkungen !
    Ich will öffentlich und nicht im Zwiegespräch den Stiftsverantwortlichen sagen, wie es war, als kleiner Bub von Alfons ausgegriffen und von Leonhard fertiggemacht zu werden!! und sie müssen es wohl auch aushalten, wenn der eine oder andere herausschreit, was ihm angetan wurde. Wenn schon damals keiner das Jammern und die Schmerzenslaute gehört haben will, dann könnt ihr bei dieser Veranstaltung dann ja hören und erleben, wie es ist, den Schmerz und das Leid eurer Opfer mitzukriegen und wahrzunehmen.

    • arborexmachina Says:

      Was wird das Stift wohl weiter tun?Das was es schon seit Jahrzehnten tut u weiter tun wird.Das Grebgeschwür an seiner Brust weiter nähren und nur die nach außen drigende Eiterbeule übertünchen u überdecken.D.H. weiter mauern, lügen u Tatsachen unter den Keller kehren.Sosehr es es legetim ist das jetzt das Augenmerk der Öffentlichkeit auf die Haupttäter wie Fig u Co gelenkt ist,darf doch nicht vergessen werden das das Stift bis zum heutigen Tage leider ein Auffangbecken für unmenschliche,inkompetente od schlichtweg unfähige Pädagogen u Erzieher ist…

      • minimalkonsens Says:

        zumindest eines ist GANZ SICHER: schule und stift haben aufgehört, sich öffentlich mit den vorwürfen auseinanderzusetzen.

        wir müssen uns die verantwortlichen als feige vertuscher denken.

    • naja Says:

      wenn du schon öffentlich dein leid kundtun willst, dann fang mal damit an, nicht hier zu schreiben sondern bei den oön oder in einer mail an den orf oö. um dich unverwechselbar zu machen, wäre es dann auch angebracht aus der feigheit hervorzutreten und deinen namen zu nennen.

      aja und vergiss nicht, dass du beim fernsehinterview einen schwarzen balken um die augen verlangst. das gibt dir dann so einen mysteriösen touch…
      und nicht zuletzt wartet doch der ebhart sicher schon höchst gespannt darauf, sich endlich mal wieder medial zur schau zu stellen und zu bekräftigen, dass das stift alles tut um das geschehene aufzuklären.

  31. Bildung wird vererbt Says:

    Der Bildungsstand wird weitgehend vererbt. Damit einher geht die Vererbung von Armut. Aktuelle Zahlen der Statistik Austria belegen dies:

    http://erwachsenenbildung.at/aktuell/nachrichten_details.php?nid=3435

    Mitschuld trägt wesentlich die Selektion durch das duale Schulsystem. Konservative AHS-Lehrer wie in Kremsmünster halten daran genauso fest wie sture Gewerkschafter und auf Elite getrimmte Absolventen, die Bildung als Privileg und Erbpacht betrachten.

    Dieser Weg von gestern ist nicht nur sozial ungerecht, sondern in einer modernen Wissensökonomie auch wirtschaftlich unvernünftig.

    Es ist an der Zeit, dass auch AHS-Lehrer über ihre “job description” nachzudenken beginnen: Statt Anpassung und Selektion Begleitung und Unterstützung jeder Person nach den jeweiligen Bedürfnissen.

    • er Says:

      themaverfehlung…

      et ceterum censeo:
      ich unterstütze diese selektion. ich finde, dass nicht -alle- gleich sein müssen und alle gleichermaßen gebildet sein sollen. warum auch? es spricht nichts dagegen, einen gewissen bildungslevel zu heben, doch das muss auch anders gehn als dass man alle in einen topf wirft. dass so ein denkschema in der praxis nicht funktioniert, sollte sich geschichtlich schon erwiesen haben. klar mag es soziale ungerechtigkeit geben bei der bildungserlangung aber so ist das leben. es ist nicht gerecht.
      und es gibt etliche leute die nichts haben/hatten, aus den ärmlichsten verhältnissen kamen und trotzdem steinreich wurden. gleichermaßen gibts genauso akademiker die völlige versager sind….wenn auch weniger oft als sonst in einer gesellschaftsschicht.

      mal ehrlich, anonym und ungeniert: ich möchte nicht, dass meine kinder in klassen mit 2/3 ausländeranteil sind. ich möchte genauso wenig, dass sich zustände wie in deutschland etablieren wo es messerstechereien, unzähige schlägereien und drogenhandel an der schule gibt. nicht, dass sich lehrer fürchten müssen in eine klasse zu gehen. und ich kann mir sehr schwer vorstellen, dass türkenkinder die selbst möglicherweise nicht mal ordentlich deutsch können, in der 3. klasse latein lernen sollen. und ich hab schon so einiges gesehen hier in wien wo es de facto ohnehin nur mehr gesamtschule gibt.

      ich bin jung, ich bin konservativ, ich ging in kremsmünster zur schule, ich bin doktor der wirtschaftswissenschaften und ich weiß, dass eine gesamtschule den bildungsstand der gesamtbevölkerung heben kann. ich weiß aber auch, dass es leute braucht die eine “elite” darstellen und die in ihrem wesen zu dieser elite gefördert werden müssen.

      und ja, ich bin für soziale gerechtigkeit. aber nur bei wirklicher sinnhaftigkeit, nicht stumpfer parteipropaganda.

      • anderhund Says:

        Au, das tut weh!
        Was für eine “Elite” soll das sein, die sich argumentativ auf dem Niveau der Kronenzeitung bewegt?!
        Schaudernd,
        Dipl.-Ing. Anderhund, Arbeiterkind
        PS: Zeig mir bitte das “Österreicherkind”, das in der 3. Klasse Latein lernt!
        In diesem Blog geht’s übrigens nicht um ideologiegefärbte Schulformdiskussionen, sondern um Kremsmünster-Erfahrungen.
        Thema ebenfalls verfehlt der Herr Doktor, nicht genügend, setzen!

      • endlich ... Says:

        … gibt es einen grund stolz zu sein wenn man AK ist: man durfte in die selbe schule gehen wie so ein aufrechter, junger, konservativer, sicher auch unglaublich elitärer dockter der wirtschaftswissenschaften.

      • M.P. Says:

        weil er ja in wien ist … wird er sich das aus der HEUTE zusammengetragen haben – der Herr Doktor! ich scheiß mich fast an….

        ….”ich bin jung, ich bin konservativ, ich ging in kremsmünster zur schule, ich bin doktor der wirtschaftswissenschaften und ich weiß, dass eine gesamtschule den bildungsstand der gesamtbevölkerung heben kann. ich weiß aber auch, dass es leute braucht die eine „elite“ darstellen und die in ihrem wesen zu dieser elite gefördert werden müssen.”

        des werd i ma auf a leiberl drucken lassen – als Werbung!

        Michael Paschinger

        P.S.: WU – FAN!

        • M.P. Says:

          Ein Doktor der Wirtschaftswissenschaft! Des is klass….
          Do wirds ordentlich Elitär wenn die Zeiten schlechter werden! ;-)….wirtschaftswissenschaft – bist du jetzt so ein Art Landvogt der Neuzeit oder einfach nur….will ich jetzt ja gar nicht sagen…vielleicht kennt er ja einen elitären Anwalt der ihm dann zu Seite steht… Vielleicht sein Bruder? Naja ….

          mfg Michael P.

          P.S. Ist der Herr Elitedocktor vielleicht auch sitzen geblieben?

        • bobmarley Says:

          ich will auch eins!

    • Golf-Club Says:

      eigenartig, nicht? dass selbst ein Leitl von der ÖVP Flexibilität beim Nachdenken über das Schulsystem einfordert und nichts von einem reflexartigen Nein zur Gesamtschule hält.
      der Leitl will ja aber sicher auch ein System, das sich historisch überholt hat?
      und der Wirtschaftsbund-Chef und erfolgreiche Industrielle will ja sicher das Bildungsniveau verwässern, um weniger wettbewerbsfähig zu sein?

      Wir müssen uns Kremsmünster als ideologische Mottenkiste vorstellen, die aus einer Zeit kommt, als nur ein paar Adelige und Industrielle und als nur Knaben das “Zeug zur Bildung” hatten und einem elitären Zirkel angehören durften. In den 80er-Jahren noch wurde in Kremsmünster über öffentliche Gymnasien verächtlich gesprochen. Dort sei man bloß eine Nummer! (eine echte Lachnummer im Nachhinein). Hat wohl jeder an der Uni gesehen, dass dies ein Quatsch ist. Und Mädchen hat man damals wohl auch nicht für geeignet gehalten?

      Für mich ist ganz klar, dass dieses Thema ganz wesentlich zu den Erfahrungen in Kremsmünster gehört: woher schließlich hat ein Absolvent den Anspruch, einer Elite anzugehören? wohl kein Zufall, dass wir uns schon damals als “Studenten” betrachtet haben! Jeder, dem man das erzählt, biegt sich vor Lachen!

      Mir kommt der Verdacht, dass einige “Elite” mit einem Netzwerk verwechseln, das es vielleicht in OÖ geben mag. Wie praktisch, doch so ein “feeling” ist, etwas Wichtigeres und Besseres zu sein, und ein Umfeld, wo dieses ständig reproduziert wird.

      Apropos “Netzwerk”: schöner Ausdruck nicht nur für permanente Selbstbestätigung, sondern auch für Freunderlwirtschaft. Zumindest einmal konkret erlebt, wie sich jemand ein Privileg auf diese Weise verschaffen wollte! Ekelig!

      Ein solches Kremsmünster ist doch nichts anderes wie ein exklusiver Golf-Club!
      Club-Beitrag jährlich. Am eigenen Handicap arbeiten. Lebenslange Mitgliedschaft mit allern Vorteilen. Das wäre ja noch das Schönste, wenn da jetzt jeder reindürfte!

      Willkommen, lieber Freund!

      • M.P. Says:

        Ein Netzwerk aus OÖ…das allein horcht sich schon irgendwie geil an!
        Man muß dich dieses Netzwerk als eine schicki Micky Maus Besetztmaurer Loge mit einem Handlungsradius von einem Fußballverein denken …. aber eher Pasching als Barcelona!

        schönen Sonntag an die Networker und an solche dies noch werden wollen!

        • An M.P. Says:

          Lieber Michael Paschinger,

          Durch deine Aussagen disqualifiziert du nicht nur dich selbst in ziemlich desaströser Weise, sondern du wirfst auch ein wirklich schlechtes Licht auf andere Menschen, die in irgendweiner Form mit Kremsmünster verbunden sind und hier ihre Erfahrungen austauschen wollen.

          Das Niveau das du hier an den Tag legst, entspricht sicher nicht dem eines “normalen” Altkremsmünsterer. Nur zur Einnerung: Dieser Blog heisst “Kremsmünster – Erfahrungen” und nicht “Kremsmünster – Rülpser und Hirnschass auf Kronenzeitungniveau”

          PS: An deiner Stelle würde ich psychologische Hilfe in Anspruch nehmen, anstatt die Blog-Mitleser mit Deinem erbärmlichen Gekotze weiter zu belästigen. Danke.

          • M.P. Says:

            Ich bin auch sicher kein normaler Altkremsmünsterer. Die einen werden meine Wortmeldungen verstehen und die anderen Mitleser, die sich hier mehr oder weniger am Leid anderer erquicken sind mir meh als egal! Werd also ganz nach Lust und Laune meinen Senf dazugeben… entsprechend der Willkür der ich 8 Jahre lang ausgesetzt war.

  32. pro victimis Says:

    Wir stehen erst am Anfang.

    Wir beginnen erst zu verstehen.

    Viele wagen es nicht aufzustehen. Viele können nicht aufstehen. Viele haben Angst – noch immer. Für Euch, für uns alle tue ich das, was ich tue.

    Wir beginnen erst zu begreifen, was Kremsmünster war, was Kremsmünster uns angetan hat, was Kremsmünster unseren Eltern, unseren Geschwistern, unseren Partnern und Freunden angetan hat.

    Stift und Gymnasium versuchen die Verbrechen totzuschweigen. Verbrechen, deren Nachweis evident ist.

    An ALLE Verantwortungsträger von heute richte ich meine Worte: WIR sind da. Wir verfügen über beträchtliche Mittel und wir sind gewillt, diese so lange einzusetzen und so lange der Dorn in Eurem Fleisch zu sein, bis ALLES, alle Straftaten und alle Verbrechen an uns Kindern und Jugendlichen gesühnt sind.

    Wir haben verstanden. Wir leben in einer Welt, in der Macht und Geld regieren und Gerechtigkeit herbeirufen können; so sei es.

    Macht Euch gefaßt, Ihr “Würdenträger” und “Respektspersonen”; bekennt, zeigt Reue und tut ALLES, was in Eurer Macht steht, um Wiedergutmachung zu leisten.

    Ich bin Opfer sexueller, physischer und psychischer Gewalt und ich bezeuge solche Taten gegen meine Mitschüler und Freunde.
    Meine schauderlichsten Peiniger waren Pater Alfons Mandorfer und Prof. Christian Kößldorfer.
    Keine Gnade für Euch. Keine Gnade für Handlungen jedweder gearteten Gewalt gegen Kinder.

    Hiermit kündige ich die Gründung eines Vereins an, welcher die Vertretung von Interessen der Opfer, jedweder gearteten und in Kremsmünster widerfahrenen Gewalt, unterstützt.

    Die Kosten für den Besuch von Gymnasium und Internat belaufen sich per Homepage (http://www.stift-kremsmuenster.at/index.php?id=241) auf EUR 3.990,- pro Jahr. Meine Etern haben also während meiner 8 Jahre in Kremsmünster in heutigem Wert EUR 31.920,- für meine Ausbildung investiert, die sie sich wohl eisern absparen mußten.

    Exakt diesen Betrag von EUR 31.920,- verpflichte ich mich hiermit aliquot über die kommenden drei Jahre (2010 – 2012) dem in Initiation begriffenen Verein “pro victimis” zur Verfügung zu stellen, um Opfern, welche Hilfe benötigen, diese zuteil werden zu lassen.

    Alle, die uns beitreten und/oder uns unterstützen wollen, ersuche ich um Kontaktaufnahme unter pro_victimis@hotmail.com.
    Meldet Euch, Ihr bleibt anonym; spendet und tretet für Euch, Eure Mitschüler und Freunde ein!

    FIDES ET AUXILIUM – endlich!

  33. LH - MJ ´95 Says:

    Wir stehen erst am Anfang.

    Wir beginnen erst zu verstehen.

    Viele wagen es nicht aufzustehen. Viele können nicht aufstehen. Viele haben Angst – noch immer. Für Euch, für uns alle tue ich das, was ich tue.

    Wir beginnen erst zu begreifen, was Kremsmünster war, was Kremsmünster uns angetan hat, was Kremsmünster unseren Eltern, unseren Geschwistern, unseren Partnern und Freunden angetan hat.

    Stift und Gymnasium versuchen die Verbrechen totzuschweigen. Verbrechen, deren Nachweis evident ist.

    An ALLE Verantwortungsträger von heute richte ich meine Worte: WIR sind da. Wir verfügen über beträchtliche Mittel und wir sind gewillt, diese so lange einzusetzen und so lange der Dorn in Eurem Fleisch zu sein, bis ALLES, alle Straftaten und alle Verbrechen an uns Kindern und Jugendlichen gesühnt sind.

    Wir haben verstanden. Wir leben in einer Welt, in der Macht und Geld regieren und Gerechtigkeit herbeirufen können; so sei es.

    Macht Euch gefaßt, Ihr „Würdenträger“ und „Respektspersonen“; bekennt, zeigt Reue und tut ALLES, was in Eurer Macht steht, um Wiedergutmachung zu leisten.

    Ich bin Opfer sexueller, physischer und psychischer Gewalt und ich bezeuge solche Taten gegen meine Mitschüler und Freunde.
    Meine schauderlichsten Peiniger waren Pater Alfons Mandorfer und Prof. Christian Kößldorfer.
    Keine Gnade für Euch. Keine Gnade für Handlungen jedweder gearteten Gewalt gegen Kinder.

    Hiermit kündige ich die Gründung eines Vereins an, welcher die Vertretung von Interessen der Opfer, jedweder gearteten und in Kremsmünster widerfahrenen Gewalt, unterstützt.

    Die Kosten für den Besuch von Gymnasium und Internat belaufen sich per Homepage (http://www.stift-kremsmuenster.at/index.php?id=241) auf EUR 3.990,- pro Jahr. Meine Etern haben also während meiner 8 Jahre in Kremsmünster in heutigem Wert EUR 31.920,- für meine Ausbildung investiert, die sie sich wohl eisern absparen mußten.

    Exakt diesen Betrag von EUR 31.920,- verpflichte ich mich hiermit aliquot über die kommenden drei Jahre (2010 – 2012) dem in Initiation begriffenen Verein „pro victimis“ zur Verfügung zu stellen, um Opfern, welche Hilfe benötigen, diese zuteil werden zu lassen.

    Alle, die uns beitreten und/oder uns unterstützen wollen, ersuche ich um Kontaktaufnahme unter pro_victimis@hotmail.com.
    Meldet Euch, Ihr bleibt anonym; spendet und tretet für Euch, Eure Mitschüler und Freunde ein!

    FIDES ET AUXILIUM – endlich!

  34. pro victimis Says:

    ———————————————————————
    Wir stehen erst am Anfang.

    Wir beginnen erst zu verstehen.

    Viele wagen es nicht aufzustehen. Viele können nicht aufstehen. Viele haben Angst – noch immer. Für Euch, für uns alle tue ich das, was ich tue.

    Wir beginnen erst zu begreifen, was Kremsmünster war, was Kremsmünster uns angetan hat, was Kremsmünster unseren Eltern, unseren Geschwistern, unseren Partnern und Freunden angetan hat.

    Stift und Gymnasium versuchen die Verbrechen totzuschweigen. Verbrechen, deren Nachweis evident ist.

    An ALLE Verantwortungsträger von heute richte ich meine Worte: WIR sind da. Wir verfügen über beträchtliche Mittel und wir sind gewillt, diese so lange einzusetzen und so lange der Dorn in Eurem Fleisch zu sein, bis ALLES, alle Straftaten und alle Verbrechen an uns Kindern und Jugendlichen gesühnt sind.

    Wir haben verstanden. Wir leben in einer Welt, in der Macht und Geld regieren und Gerechtigkeit herbeirufen können; so sei es.

    Macht Euch gefaßt, Ihr „Würdenträger“ und „Respektspersonen“; bekennt, zeigt Reue und tut ALLES, was in Eurer Macht steht, um Wiedergutmachung zu leisten.

    Ich bin Opfer sexueller, physischer und psychischer Gewalt und ich bezeuge solche Taten gegen meine Mitschüler und Freunde.
    Meine schauderlichsten Peiniger waren Pater Alfons Mandorfer und Prof. Christian Kößldorfer.
    Keine Gnade für Euch. Keine Gnade für Handlungen jedweder gearteten Gewalt gegen Kinder.

    Hiermit kündige ich die Gründung eines Vereins an, welcher die Vertretung von Interessen der Opfer, jedweder gearteten und in Kremsmünster widerfahrenen Gewalt, unterstützt.

    Die Kosten für den Besuch von Gymnasium und Internat belaufen sich per Homepage (http://www.stift-kremsmuenster.at/index.php?id=241) auf EUR 3.990,- pro Jahr. Meine Etern haben also während meiner 8 Jahre in Kremsmünster in heutigem Wert EUR 31.920,- für meine Ausbildung investiert, die sie sich wohl eisern absparen mußten.

    Exakt diesen Betrag von EUR 31.920,- verpflichte ich mich hiermit aliquot über die kommenden drei Jahre (2010 – 2012) dem in Initiation begriffenen Verein „pro victimis“ zur Verfügung zu stellen, um Opfern, welche Hilfe benötigen, diese zuteil werden zu lassen.

    Alle, die uns beitreten und/oder uns unterstützen wollen, ersuche ich um Kontaktaufnahme unter pro_victimis@hotmail.com.
    Meldet Euch, Ihr bleibt anonym; spendet und tretet für Euch, Eure Mitschüler und Freunde ein!

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  35. Kartell der "Aufarbeitung" Says:

    Dem Abtprimus der Benediktiner in Rom (derzeit Notker Wolf) ist angeblich nie etwas von Missbrauchsfällen zu Ohren gekommen.

    “Wolkige Beschönigung” entlang der ganzen benediktinischen Hierarchie: von den Patres in Kremsmünster, über die Äbte von Kremsmünster, über den Abtpräses in Österreich Christian Haidinger bis zum Abtprimus in Rom Notker Wolf.

    http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,691402,00.html

  36. pro victimis Says:

    Wir stehen erst am Anfang.

    Wir beginnen erst zu verstehen.

    Viele wagen es nicht aufzustehen. Viele können nicht aufstehen. Viele haben Angst – noch immer. Für Euch, für uns alle tue ich das, was ich tue.

    Wir beginnen erst zu begreifen, was Kremsmünster war, was Kremsmünster uns angetan hat, was Kremsmünster unseren Eltern, unseren Geschwistern, unseren Partnern und Freunden angetan hat.

    Stift und Gymnasium versuchen die Verbrechen totzuschweigen. Verbrechen, deren Nachweis evident ist.

    An ALLE Verantwortungsträger von heute richte ich meine Worte: WIR sind da. Wir verfügen über beträchtliche Mittel und wir sind gewillt, diese so lange einzusetzen und so lange der Dorn in Eurem Fleisch zu sein, bis ALLES, alle Straftaten und alle Verbrechen an uns Kindern und Jugendlichen gesühnt sind.

    Wir haben verstanden. Wir leben in einer Welt, in der Macht und Geld regieren und Gerechtigkeit herbeirufen können; so sei es.

    Macht Euch gefaßt, Ihr „Würdenträger“ und „Respektspersonen“; bekennt, zeigt Reue und tut ALLES, was in Eurer Macht steht, um Wiedergutmachung zu leisten.

    Ich bin Opfer sexueller, physischer und psychischer Gewalt und ich bezeuge solche Taten gegen meine Mitschüler und Freunde.
    Meine schauderlichsten Peiniger waren Pater Alfons Mandorfer und Prof. Christian Kößldorfer.
    Keine Gnade für Euch. Keine Gnade für Handlungen jedweder gearteten Gewalt gegen Kinder.

    Hiermit kündige ich die Gründung eines Vereins an, welcher die Vertretung von Interessen der Opfer, jedweder gearteten und in Kremsmünster widerfahrenen Gewalt, unterstützt.

    Die Kosten für den Besuch von Gymnasium und Internat belaufen sich per Homepage (http://www.stift-kremsmuenster.at/index.php?id=241) auf EUR 3.990,- pro Jahr. Meine Etern haben also während meiner 8 Jahre in Kremsmünster in heutigem Wert EUR 31.920,- für meine Ausbildung investiert, die sie sich wohl eisern absparen mußten.

    Exakt diesen Betrag von EUR 31.920,- verpflichte ich mich hiermit aliquot über die kommenden drei Jahre (2010 – 2012) dem in Initiation begriffenen Verein „pro victimis“ zur Verfügung zu stellen, um Opfern, welche Hilfe benötigen, diese zuteil werden zu lassen.

    Alle, die uns beitreten und/oder uns unterstützen wollen, ersuche ich um Kontaktaufnahme unter pro_victimis(at)hotmail.com.
    Meldet Euch, Ihr bleibt anonym; spendet und tretet für Euch, Eure Mitschüler und Freunde ein!

    FIDES ET AUXILIUM – endlich!

  37. hic et nunc Says:

    Pfingsten – das Fest des Hl. Geistes

    Der Hl. Geist weht, wo er will, heißt es so schön…
    offensichtlich nicht in Kremsmünster…
    warum auch immer er den Null-Meridian, den Mittelpunkt der Welt ausgespart hat…

    “Suppenbrunzer” sagen die Leute am Land zu der Holztaube (die den Hl. Geist repräsentieren soll), die über dem bäuerlichen Esstisch (früher) schwebt(e) – eine (prüfungsrelevante?) Information von Pater Alfons im Religionsunterricht für seine Schüler und “Freunde”

  38. füllhorn Says:

    In den “Cremifanensia” vom März 2009 findet sich ein Artikel über politische Bildung im heutigen Unterricht. Dabei geht es um Themen wie Macht und Herrschaft. Gearbeitet wird mit Mitteln wie Exkursionen, Internet und auch Gesprächen. Das Stift selbst wird als interessanter Ort dargestellt, an dem es viel zu lernen gibt.
    Auch werden immer wieder gerne ehemalige Schüler/innen in den Unterricht eingeladen, um über ihre Erfahrungen zu berichten.

    http://web36.s4.mein-host.de/fileadmin/user_upload/gym/2008_09/Cremifanensia54i.pdf

    Wann wird jemand von uns Zeitzeugen zum Thema Machtmissbrauch in Stift und Gymnasium eingeladen werden? Oder ist vielleicht nur derjenige interessant für die Schule, der Karrieretipps geben kann oder als Sponsor die Schülerlade auffüllt?
    Ach, ich kann´s mir schon vorstellen: Die Jahrgangs-“Sprecher” (die nie jemand gewählt hat) werden eingeladen, um ein paar bon-mots zu streuen und schön kuschelig den Fragen des Direktors Rede und Antwort zu stehen. Sehr gut, setzen!

  39. Küngs Schwulen-Netzwerks-Theorie Says:

    Schwule Patres in Kremsmünster
    und in anderen Stiften, schwule Priester in der Kirche!
    Homosexuell liebende Professorinnen und Professoren!

    Wehrt Euch gegen die Aussage Küngs, die sich gegen Homosexuelle in der Kirche allgemein richtet und insinuiert, dass Schuld an sexualisierter Gewalt bzw. Machtmissbrauch Homosexualität sei!

    Steht zu Eurer Sexualität und zu Euren Partnern. Verlangt, dass Homosexualität offen gelebt werden darf, auch in Euren Klöstern!

    So wie es immer mehr Stimmern von Bischöfen und Priestern gibt, die über eine Aufhebung des Zölibats diskutieren, braucht es jetzt Eure Stimmen für einen offenen Umgang mit Homosexualität!

    Ein offen schwuler Abt sollte nicht mehr länger ein Tabu sein!
    Genauso wenig wie ein schwuler Turnlehrer oder eine lesbische Direktorin an einem stiftseigenen Gymnasium!

    Diskutiert mit Euren Schülern darüber. Heute gibt es ja schon einen offenen, partnerschaftlichen Umgang in der Schule. Das sollte also kein Diskussionstabu mehr sein wie früher!

    Küng im Zitat: http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/missbrauch/2359459/homosexuelle-netzwerke-kirche.story

    • Erneuerung Says:

      Schönborn sagt heute in der Pfingst-Predigt zum Missbrauch in der Kirche:

      “Gerade an diesem Pfingstfest werde die “tiefe Sehnsucht nach Erneuerung” spürbar. Dabei gehe es nicht zuerst um eine “Strukturreform”, notwendig sei vor allem eine Erneuerung “von innen her”, äußerte Schönborn Hoffnung auf ein “neues Pfingsten”.

      Na, eh klar!
      Und gestern hat er sich noch hinter Ratzinger gestellt, den er ja so gut kennt, weil der ja sein Lehrer war. Wie gut haben wir unsere Lehrer gekannt? Wie würdevoll ist uns der damalige Abt Oddo erschienen, wie heilig, wie unantastbar? Nie im Leben hätten wir zu denken gewagt, dass er etwas gewusst und vertuscht haben könnte!

      Genug Sprücherl vom Petersplatz, vom Stock-im-Eisenplatz und vom Prälatenhof gehört!

      Heute zu Pfingsten gab´s sicherlich wieder genug Pontifikalämter, die mit ihrem Glanz und ihrer Glorie die Menschen in den Bann gezogen haben! Wo die Menschen wieder ganz klein geworden sind beim Hören der monumentalen Musik, unter den Barockhimmeln und angesichts des goldenen Ornats und bei dem vielen duftenden Weihrauch.

      Hoffentlich ist dieser Spuk der Gegenreformation bald einmal zu Ende!

      Ehrlich einmal, Jung-Patres von Kremsmünster. Warum zieht Ihr nicht aus, macht eine Neugründung und lasst den Ungeist von früher endgültig aussterben? Das wäre eine “Erneuerung von innen”!

      • zu Jung-Patres Says:

        Von den Jung-Patres darf man sich – glaub ich – nicht allzu viel erwarten.
        Den Gymnasisten im Stift wird von diesen Jung-Patres empfohlen, diesen Blog nicht zu lesen, da hier nur Lügen verbreiten werden.

        • Generation Mandorfers Erben Says:

          “Den Gymnasisten im Stift wird von diesen Jung-Patres empfohlen, diesen Blog nicht zu lesen, da hier nur Lügen verbreiten werden.”

          => Ist das ein Gerücht, oder gibt es dazu konkrete Berichte?
          => Worauf beziehen die sich dabei eigentlich? Die wirklich schwerwiegenden Anschuldigungen sind ja ohnehin längst außer Frage gestellt, oder nehmen die ihre eigene PR nicht ernst?

          Ich kann mir das ja sehr gut vorstellen; auch P. Robert zeigt ja missionarischen Eifer, Besucher der Stiftsschank vor dem “Blödsinn zu warnen, der in den Medien steht”.

          Das Bild, das sich für mich abzeichnet, ist dieses: Die Welt hat sich gegen das Kloster verschworen, und das muss man jetzt eben aussitzen.

          Bereitschaft zur Aufarbeitung? NEIN
          Bereitschaft zu Ehrlichkeit und Transparenz? NEIN

          Die Generation Mandorfer sitzt fest im Sattel, Abt und Schule sind deren Marionetten. Und die “Jungen” scheinen ja sehr schnell zu lernen, wie das Geschäft funktioniert. Nachwuchs für die große Tradition.

          • @ marionetten Says:

            ein gefangener wird zu einem sklaven, wenn keine mauern mehr nötig sind, um ihn unter kontrolle zu halten. ein sklave wird zu einer marionette, wenn keine peitsche mehr nötig ist, um seinen willen zu brechen. eine marionette hat mit einem freien menschen nichts mehr zu tun, sie ist lediglich eine verlängerung dessen, der sie kontrolliert…

          • wie in regensburg? Says:

            wenn es stimmt, dass schülerinnen und schüler massiv einseitig manipuliert werden, dann ist dies

            1) der nächste fall von machtmissbrauch

            und ist´s
            2) nicht mehr weit, dass das stift in seiner abschottung “gegenüber der bösen Welt” wie die diözese regensburg kritische internet-medien zum schweigen bringen wird wollen durch “einstweilige verfügungen” usw.

            http://www.regensburg-digital.de/diozese-contra-pressefreiheit-stefan-niggemeier-abgemahnt/05052010/

            was als strategie aber nicht sehr vorteilhaft wäre

        • Jung-Pater Says:

          also einmal ganz ehrlich, du “@Jung-Patres”: woher hast du diese information? als angesprochener kann ich dir da nur widersprechen.
          ich denke, da hätte auch ein lesen der offiziellen homepage eigentlich schon genügt um nicht einen solchen unsinn zu schreiben. da muss man noch nicht einmal mit schüler/inne/n reden.
          dass ein p.robert so agiert, ist wohl für alle, die ihn kennen, leicht verständlich. das ist auch die crux für uns jung-patres, dass es halt diese generation gibt, die mit den dingen (noch) anders umgeht. aber das ist eigentlich auch schon fast passée. würde eher richtiger sagen: persönlichkeiten, die nicht anders können und sich auch kaum mehr ändern werden.

          • martin Says:

            @Jung-Pater:

            Ich hatte ein Gespräch, an dem P.Maximilian teilgenommen hat, und ich hatte ebenfalls den Eindruck, dass er sehr aufgeschlossen ist!

            Aber der Bezug auf die “Offizielle Homepage” ist schon etwas befremdlich, um nicht zu sagen sehr gewagt!

            @ Homepage Sift: Dritte Content-Hierarchie, also nur für jene zu finden, die wirklich danach suchen. Letzter Eintrag vom 12. April (!)

            @ Homepage Schule: Hier findet man über die reguläre Navigation gar nichts mehr. Mit “Suche” (Suchbegriff “Missbrauch”) findet man gerade einmal den “Brief an die Altkremsmünsterer”, der schon im ersten Satz mit einer glatten Lüge beginnt: “Nach einer Konferenz, in der wir mit unseren Erfahrungen offen umgegangen sind”. Wenn Sie es mit der Wahrheit genau nehmen wollen, dann fragen Sie in der Schule einmal nach, ob es diese Konferenz je gegeben hat …

            Ich unterstelle folgendes: „Diese generation […], die mit den dingen (noch) anders umgeht“ ist ja nicht das Minderheitenprogramm, sondern die dominante Mehrheit. Es ist also kein Problem der Vergangenheit, wie Sie es darstellen, sondern ein Problem der Gegenwart: Mit diesem Team werden wir keine Aufarbeitung erwarten dürfen – sondern Mauern und Schweigen. Ich sehe da keine Veränderung, und keinen Willen, die Chance eines Neuanfangs ernsthaft nutzen zu wollen.

            • www.stift-kremsmuenster.at Says:

              direkt unter kloster steht ein text “Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs und der Gewaltanwendung an ehemaligen Schülern durch Mitbrüder unseres Klosters. Alle aktuellen Informationen dazu finden sie HIER!” – dieses textfeld anklicken und schon bist du da. also viel einfacher geht es wirklich nicht.
              mit dem rest hast aber natürlich recht.

              • martin Says:

                mea culpa … ja, diesen link unter der überschrift KLOSTER hat mein Hirn ausgeblendet. ERRATUM. Und nicht einmal das Wort “aktuelle Information” hat mich aufgeschreckt ;-)

            • Jung-Pater Says:

              ja, diese konferenz hat es gegeben. ich war ja schließlich dabei. dabei haben mehrere von uns – sog. “Jung-Patres” auch eigene erfahrungen als schüler, präfekten und lehrer erzählt, was einigen kolleg/inn/en auch unter die haut ging.
              im kloster sehe ich die sache so, dass abt ambros sehr wohl weiß, was er an uns “Jung-Patres” hat und dass hier die zukunft liegt.
              leider dauert alles wirklich sehr lang.
              verdrängung ist nicht nur eine “überlebensstrategie” der opfer, sondern auch der täter. und, glaub mir: es fällt uns schwer, einen, der sich sexuell an kindern vergangen hat, “mitbruder” nennen zu müssen. da ist so vieles neu zu definieren.

              • kein mitbruder Says:

                @ “fällt schwer, einen…”mitbruder” nennen zu müssen

                ja, wenn sich einer neu für die Gemeinschaft bewirbt (der in Garsten war, Theologie studiert hat und in Kremsmünster eintreten will) kann man schauen, dass einer gar nicht erst “Mitbruder” wird

                aber: P. Tassilo Boxleitner hat einmal zum Thema Strafe in der Erziehung folgenden Hinweis gegeben: “Gut benediktinisch ist auch das zeitweilige Ausschließen aus der Gemeinschaft.” (zu finden in seiner Rezension des Buches “Lob der Disziplin)

                Wieso wird dieser Weg nicht bei den betreffenden Alt-Patres beschritten?

              • martin Says:

                @Jung-Pater:

                Moment mal:

                In dieser Stellungnahme wird immer auf ein WIR Bezug genommen, und darunter steht: “im Namen aller derzeitigen Lehrkräfte, die bereits in den 80er Jahren am Stiftsgymnasium
                unterrichtet haben”.

                Und jetzt war es auf einmal eine Konferenz, an der auch “Jung-Patres” teilgenommen haben wollen? Reden wir da vom Gleichen?

                Hat es nun eine dezidierte Konferenz der “schon damals Lehrer” … gegeben oder nicht? Genau das wird nämlich (bewusst!?) suggeriert.

                • Jung-Pater Says:

                  es war eine konferenz: beginn mit allen und anschließende aufteilung in verschiedene arbeitsgruppen. u.a. eine der in den 80er jahren unterrichtet habenden.

    • Bildmeditation Says:

      Schon auffällig:

      Alle Religionslehrer am Gymnasium sind Männer, Ordensmänner – Patres bzw. Fratres – vermutlich mit mehr oder weniger Lebenserfahrung außerhalb der Klostermauern:

      Abt Ambros Ebhart, Fr. Franz Ackerl, P. Maximilian Bergmayr, P. Tassilo Boxleitner, P. Siegfried Eder und P. Bernhard Eckerstorfer.

      Am Professoren-Foto auf der Schul-website stehen sie überwiegend in der ersten Reihe. Wofür sie wohl stehen mögen? Für die Bedeutung des Faches Religion bzw. der Theologie, für Kompetenz in Lebensfragen? Für Offenheit, Modernität? Für eine zeitgemäße Theologie, eine geschwisterliche Kirche? Für ein couragiertes Christsein?

      Nur schwer kann ich mir vorstellen, dass sie das Thema Homosexualität in Kirche und Gesellschaft wie überhaupt das Thema Sexualität offen thematisieren.
      “Verkorkst” wie der Rest des Klerus, denke ich da schon eher.

      Stramm stehen sie ganz vorne, gemeinsam mit Direktor Leberbauer. In ihrem Tross (oder unter ihrem Schutz?) der weltliche Lehrkörper, mit vielen bekannten Gesichtern wie aus einer anderen Zeit: Meidinger, Kössldorfer,…

      Ob ich meine Kinder diesen Herren anvertrauen würde?

      http://www.stift-kremsmuenster.at/index.php?id=245

      • ich denke ... Says:

        … man sollte sich überlegen ob es eine gute idee ist jemanden persönlich aufzulisten und pauschal zu verurteilen wenn man ihn gar nicht selber kennt (wie man aus deinem “vermutlich” schließen kann).
        ist es so tatsächlich so überraschend daß in einem männer – kloster die reli – lehrer männer sind? ist dir einer von den namentlich aufgelisteten negativ aufgefallen?

        hat nix mit deiner frage in der letzten zeile zu tun, das ist davon unabhängig. mfg & habedieehre

        • sine qua NON Says:

          ad “jemanden persönlich aufzulisten und pauschal zu verurteilen…”:
          eigentlich verstehe ich die Aufregung gar nicht, wenn bei den von der Schule selbst im Netz veröffentlichten Religonslehrern und gleichzeitigen “Jung-Patres” jemand “mehr oder weniger Lebenserfahrung außerhalb der Klostermauern” vermutet! Nonanet: der Umstand, dass sie in einem KLOSTER leben, besagt doch schon, dass sie i.A. keine Lebenserfahrung außerhalb machen.

          ad “so überraschend, dass in einem Männer-kloster die Reli-Lehrer Männer sind?”:
          das ist weniger überraschend als nachdenklich stimmend! Männer-Kirche in Kremsmünster heißt offensichtlich nicht nur, keine Frauenordination zulassen zu wollen, sondern auch keine Religionsprofessorinnen in Dienst zu nehmen! Mit welchem Recht erlaubt sich bitte sehr das Stift als Arbeitgeber, Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu diskrimineren und den Religionsunterricht als Privileg von Männern zu betrachten? (abgesehen davon, dass der Steuerzahler das Gehalt zahlt)

          ad “Negatives gehört?” = Themaverfehlung;
          aus der Erfahrung im Internat gesprochen: man kann sogar mitten drin sitzen und vieles nicht mitkriegen. Als Elternteil werde ich also nicht zuwarten, bis ich erst etwas “Negatives” höre.
          Die Persönlichkeitsbildung wie auch die moralische Bildung meiner Kinder werde ich doch einer solchen Institution und ihren Leuten nicht blind übertragen!

          Wenn es eine Lehre aus dem Geschehenen gibt dann die: es gibt keinen Grund, irgendeine “Katze im Sack” zu kaufen. Das ist für jedes Produkt jedem verständlich. Warum dies bei so sensiblen Bereichen, in denen es eine Asymmetrie zwischen Leistungskäufer (bzw. nicht oder nur teilweise zahlendem Klient) und Leistungserbringer gibt, anders sein soll, verstehe ich nicht! Gerade in sensiblen Bereichen, in denen es um nicht weniger als um die Person geht (wie in der Erziehung, in der Pflege, in der Gesundheit) kann es deshalb kein blindes Vertrauen in Autoritäten (ob Diener des Staates, Diener Gottes oder etwa “Götter in Weiß”) geben. Vielmehr sind Information, Kontrolle und Transparenz eine Verpflichtung und Bringschuld des Leistungserbringers – sine qua NON!

          Genau das haben viele noch nicht kapiert. Und die Jung-Patres glauben immer noch, jeder müsste ihnen “aufs gute Wort hin” oder wegen dem “schönen G´sicht” einfach vertrauen! Wer bitte glaubt´s Ihr, dass Ihr seid? Noch dazu nach all dem, was passiert ist!

          Für mich ist auch eins klar: Frauen und Mädchen haben keinen Stellenwert an sich gehabt und offensichtlich auch heute noch nicht! Nur aus wirtschaftlichen Gründen wurden Mädchen zugelassen. Solange es geht, besetzt man die Posten in der Schule durch die Ordensmänner. Für die diversen Hilfsdienste waren die “Dienerinnen” und Benediktinerinnen immer gut genug.

          Wir müssen uns Kremsmünster als frauendiskriminierenden Ort vorstellen!

      • ich denke ... Says:

        ergänzend:
        … negativ aufgefallen ist womöglich nur der abt. er ist ja wohl oberverantwortlich für die offen gezeigte aussitzerei (oder wird die aufarbeitung streng geheim erledigt????)

      • Warum Says:

        klagst du die genannten Patres so direkt an ohne sie überhaupt zu kennen?
        Aus eigener Erfahrung, und da ich eigentlich alle der genannten kenne, weiß ich, dass sie bis auf eine Ausnahme nicht weltfremd sind und auch vor dem Kloster ein “normales” geordnetes Leben führten. Sie sorgten für sich selbst und lebten teilweise auch mit einer Frau zusammen.

        Also was soll diese Negativpropaganda? Das ist unbegründete Hetzjagd unter Vermischung von mehreren Kontexten wie Religion, Homosexualität, Gesellschaft, Modernität, etc.
        Und wer hier schon über die Aufstellungsreihenfolge auf Fotos sinniert, dem empfehle ich mit gutem Gewissen, sich auf die wahren Probleme im täglichen Leben zu konzentrieren.

  40. bad barrel 777 Says:

    Philip Zimbardo ist weltweit bekannt als der Kopf hinter dem Stanford Prison Experiment, einem Meilenstein der psychologischen Forschung. In seinem Buch “Der Luzifer-Effekt” erzählt er zum ersten Mal und in fesselndem Detail, die ganze Geschichte dieser Studie, in der eine Gruppe freiwilliger Studenten zufällig in „Wärter” und „Häftlinge” aufgeteilt wurde, um dann in einem simulierten Gefängnis zu arbeiten und zu leben. Innerhalb einer Woche musste das Experiment abgebrochen werden, da normale Studenten sich in brutale, sadistische Wärter oder emotional gebrochene Gefangene verwandelt hatten.

    Indem er die psychischen Ursachen solcher verstörenden Metamorphosen analysiert, versetzt Zimbardo den Leser in die Lage, vielerlei entsetzliche Phänomene besser zu verstehen – von Straftaten der Wirtschaftskriminalität über organisierten Völkermord bis hin zu den Misshandlungen und Folterungen, die ursprünglich rechtschaffene US-amerikanische Soldaten in Abu Ghraib begangen haben.

    Die landläufige Vorstellung vom „faulen Apfel” (bad apple) ersetzt er durch das Bild vom „bösen Fass” (bad barrel) – also der Hypothese, dass das soziale Umfeld und das System das Individuum pervertieren, und nicht etwa umgekehrt.

    http://www.springer.com/spektrum+akademischer+verlag/spektrum-sachb%C3%BCcher/book/978-3-8274-1990-3

    http://www.lucifereffect.com/

    • Querverweis Says:

      in Lhotzky´s Literaturbuffet, Wien II gibt es eine Buchpräsentation

      http://www.literaturbuffet.com/

      Donnerstag, 27. Mai, 19.30 Uhr
      Dr. Elissa Mailänder Koslov präsentiert ihr Buch “Gewalt im Dienstalltag” über SS-Aufseherinnen in Majdanek
      Moderation: Joseph Gepp (Falter)

      (Hamburger Edition)

      Ausgezeichnet mit dem Herbert-Steiner-Preis 2008, Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands Wien, für herausragende wissenschaftliche Arbeiten zur Geschichte des Faschismus

      Zwischen Herbst 1942 und Frühjahr 1944 bewachten 28 SS-Aufseherinnen die im Konzentrationslager Majdanek inhaftierten Frauen. Ihre Motive, sich als SS-Aufseherin zu bewerben und die von ihnen ausgeübte alltägliche »Gewalt im Dienstalltag« untersucht Elissa Mailänder Koslov anhand von NS-Dokumenten, Zeugenaussagen, Filmen und Erinnerungsliteratur. Ihre Studie nimmt die Machterfahrung und Selbstermächtigung, die zunehmende Brutalität gegenüber den Häftlingen, aber auch die Binnenverhältnisse und Konflikte zwischen den Frauen, das Verhältnis zu den männlichen Kollegen und das Machtgefüge im Lager in den Blick.
      Die von den SS-Aufseherinnen ausgeübte physische Gewalt war nicht allein von »von oben« befohlen. Auf allen Dienstebenen verfügten sie über gewisse Handlungsspielräume und Möglichkeiten, die Anordnungen zu interpretieren: Und davon machten sie auch reichlich Gebrauch.

  41. peior Says:

    ob nicht die gründung eines selbsthilfevereins kremsmonster signalisiert, sich noch leichter aus der verantwortung zu stehlen, als es das ohnehin schon immer getan hat. die täter gehören aus ihrer himmlischen rosenkranztrance heraus vor ein weltliches gericht gestellt, wo sie um gnade um die wette winseln werden, die ihnen nicht gewährt werden wird. gleichzeitig stellen die opfer ihre entschädigungsforderungen an das stift, welches mit deren zahlung zum ersten mal in seiner schon viel zu langen grauslichen geschichte bluten wird. und zwar ordentlich bluten. der katholizismus hat nur eine stelle, wo ihm schmerz verursacht werden kann: am durch jahrtausendelange ausbeutung prallfetten geldsack. die prozesse gegen die täter werden das medienecho neu entfachen, kremsmonster wird neuerlich die heuchelmaschine anwerfen, das wird aber nichts nützen, kein mensch, sei er auch noch so jung und konservativ, wird seine kinder noch dorthin zur schule schicken. ob die vielen kinder benediktinischer pfaffenväter anschließend dort noch griechisch lernen werden wollen, wage ich zu bezweifeln.

    wir müssen uns kremsmünster als gewalttätigen ort denken.

  42. nur zur erinnerung Says:

    “Liebe Altkremsmünstererinnen und Altkremsmünsterer!
    Nach einer Konferenz, in der wir mit unseren Erfahrungen offen umgegangen sind, geben wir
    folgende Stellungnahme ab:
    Wir möchten unsere tiefe Betroffenheit über die physischen und psychischen Verletzungen
    ausdrücken, die ehemalige Schüler in Kremsmünster erlitten haben. Niemand von uns hat Ende der
    siebziger bzw. in den achtziger Jahren von Fällen sexuellen Missbrauchs gehört. Es hat zwar Gerüchte
    über einschlägige Neigungen bei den inzwischen namentlich bekannt gegebenen Patres gegeben,
    aber es hat sich kein Opfer an uns gewendet.
    In einigen Gesprächen unsererseits mit der damaligen Schulleitung wurden zwar die erwähnten
    Gerüchte sowie Hinweise auf exzessive körperliche Gewalt im Konvikt thematisiert, doch wurden die
    Informationen bagatellisiert. Aus heutiger Sicht kamen wir in ein weitgehend geschlossenes System,
    dessen Regeln strikt festgelegt waren und das sich erst in den folgenden Jahren langsam öffnete;
    junge Patres, Laienlehrkräfte, weibliche Mitglieder des Lehrkörpers und letztlich auch Schülerinnen
    setzten eine Dynamik in Gang: neue Akzente in der Pädagogik, partnerschaftlicheres Verhältnis
    zwischen Schülern, Lehrern und Eltern, Wandel von einer praktisch reinen Internatsschule zu einem
    modernen katholischen Gymnasium.
    Wir sind, so glauben wir, auf einem guten Weg, den wir weitergehen werden. Im Mittelpunkt
    unserer pädagogischen Arbeit steht, eine fundierte Allgemeinbildung zu vermitteln sowie die
    Persönlichkeit unserer Schülerinnen und Schüler zu stärken. Nur selbstbewusste junge Menschen,
    die in einem offenen Klima erwachsen werden, können in jeder Lebenssituation eventuellen
    Übergriffen entschlossen entgegentreten.
    Wolfgang Leberbauer
    (im Namen aller derzeitigen Lehrkräfte, die bereits in den 80er Jahren am Stiftsgymnasium
    unterrichtet haben)”

    Mit welchen dementen Vollidioten glauben Sie es zu tun zu haben???

    • Damenflor Says:

      auf Deine Frage “Mit welchen dementen Vollidioten glauben Sie es zu tun zu haben???”:

      mir fällt nur ein Ausdruck dafür ein:

      KAMERADSCHAFTSBUND

      nach dem wiederkehrenden Motto: “Stoßt an und hebt die Gläser hoch, die alten Burschen leben noch, es leb´ das Band der Treue, auf dass es sich erneure”.

      wie das AMEN im Gebet wird die Ballade von der “Alten Burschenherrlichkeit” ja demnächst wieder angestimmt werden!
      und das andere Geschlecht darf wie ehedem ehrfürchtig gleich einem “Damenflor” den ehrenwerten Absolventen lauschen!

    • ja Says:

      der ausdruck des angeblichen “partnerschaftlichen umgangs” wird langsam zu einem reizwort für mich!!!

    • peior Says:

      modern katholisch, schwarze sonne, totes leben, modern katholisch eben.

    • dement Says:

      Gingko hemmt Demenz jedenfalls nicht

      siehe die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse:

      http://science.orf.at/stories/1635395/

  43. Würschtl Says:

    Wie selbstverständlich es doch für einen war, ein “Senior” zu sein (heute würde man dazu wohl “senior partner” sagen)!

    Ich frage mich im nachhinein, was einen dafür “qualifizierte”?
    Wer die Auswahl getroffen hat?

    So erinnere ich mich, nach zwei Jahren Senior in der ersten Abteilung, nahtlos “aufgestiegen” (räumlich: abgestiegen) zu sein zum “senior partner” von Leo in der 4. Abteilung. Ich frage mich: hat der eine Präfekt dem anderen gesagt: Du, der ist gut, der entspricht genau Deinen Vorstellungen? Der ist “pflegeleicht” oder das ist einer, auf den die anderen “hören” (dem sie gehorchen) oder der “durchgreift”, der…

    Eine Tagebuchnotiz hat mich irritiert:
    Mit Pater x Seniorentreffen gehabt in der Schank. Berner Würstl gegessen.

    Erstens: dass ich mich erst jetzt wieder erinnere, dass es solche “meetings” gegeben hat. Zweitens will mir nicht einfallen, was wir da ausgetauscht haben. Da haben wir wohl wie selbstverständlich rapportiert: dieser und jener ist soundso aufgefallen, ist soundso einzuordnen…Ich dachte immer, dass ich korrekt gewesen bin und kein “Kapo” war. Doch jetzt frage ich mich, ob ich nicht völlig naiv mitgemacht habe beim Datensammeln über die “Subjekte”.

    Wie selbstverständlich wir uns damals schon als kleine Elite gefühlt haben, denen man schon so etwas wie eine Führungsaufgabe zutraut! Ganz so wie im “großen Leben”, wo es genug Menschen gibt, die sich – einmal in eine Leitungsfunktion (und sei es noch so eine unbedeutende) gehoben – wie selbstverständlich als kompetent im Führen fühlen. In einer gehobenen Position, ein “senior” einfach.

    • Leider nie Senior Says:

      Ich war nie Senior, habe die Senioren aber fast alle positiv erlebt. Ich schätze, der Präfekt hat sie ausgewählt nach seinen Einschätzungen. Dass er jemanden auswählt, der seiner Meinung nach dafür geeignet ist, positiven Einfluss – wie auch immer der für ihn aussieht – auszuüben.
      Wenn er sie dann eingeladen hat, war das für mich einerseits natürlich eine Auszeichnung, andererseits vielleicht auch ein “Danke” für die schwierige Rolle, die sie ja tatsächlich auch auszuüben hatten.
      Ich sah die meisten von ihnen als hilfsbereit dahingehend, nicht zu sehr bei den Präfekten anzuecken. Sie haben uns zum Teil auch vor Präfekten (P.L.) geschützt, indem sie ihm gegenüber verharmlosten. Ich erinnere mich in meiner gesamten Laufbahn nur an einen eher sadistisch veranlagten Brutalo, allerdings bei einem Präfekten, der völlig unverdächtig ist.
      Das Modell der “Peer Education” (z.B. http://www.hh.shuttle.de/hh/ehs/PeerEducation.html) – findet übrigens im heutigen Kremsmünster statt (http://www.stift-kremsmuenster.at/index.php?id=273&tx_ttnews%5Btt_news%5D=758) – bedient sich auch älterer Schüler um jüngeren etwas zu vermitteln.
      So ähnlich stelle ich mir auch damals die Auswahl und die Aufgabe eines Seniors vor.

      • vorzeitig gewechselt Says:

        Das entspricht auch meiner Erinnerung! Ich habe alle Senioren meiner Laufbahn positiv erlebt. Wenn es Wünsche an die Präfekten gab, waren sie die ersten Ansprechpartner. Und eine Einladung in die Schank oder für Ältere “Biermarkerl” war ein durchaus übliches Dankeschön der Patres für geleistete Dienste (Senioren, Firmgruppenleiter, …)

    • Senior Says:

      Ich war Senior und ich kann mich auch noch an Berner Würstl beim Senior Treffen der ersten Abteilung erinnern. Ich wurde damals glaub ich ausgewählt weil ich brav und angepaßt war und somit aus Sicht des Präfekten ein gutes Vorbild war. Ich bin dann auch “aufgestiegen” als Senio in die dritte Abteilung, die damals – leider nur für kurze Zeit – P.Amand leitete, dem mußte ich aufs Aug gedrückt worden sein, weil er kannte mich vorher nicht. P.Amand pfiff aber auf diese so typisch kremsmünsterische “peer education” und eröfffnete uns beim ersten und einzigen Seniorentreffen (sinngemäß, wörtlich weiß ich es leider nicht mehr): ” Ich habe euch eingeladen, weil mir gesagt worden ist, dass sich das so gehört. Ich halte nichts von diesem Seniorensystem, ich brauche euch nicht. Für mich seit ihr normale Schüler wie die jüngeren auch, ihr habt nicht mehr Rechte aber auch nicht mehr Pflichten.” Genauso hat er uns dann auch das ganze Jahr über behandelt und mir war das bedeutend lieber als Senior spielen zu müssen. Er unterschied sich auch in vielen anderen Belangenn deutlich von den anderen Präfekten, kein Wunder aber leider sehr Schade, dass er bald wieder in der Versenkung verschwand. Das einzige woran ich mich erinnern kann war, dass wir nach dem Lichtabdrehen für Ruhe sorgen mußten, das war sehr lästig.

      Was ich aus meiner sonstigen Zeit als Senior sagen kann ist, dass es ziemlich ungut war so zwischen dem Präfekten und den jüngeren Mitschülern zu stehen. Es wurde von einem verlangt jedes Fehlverhalten zu melden um für Ruhe zu sorgen. Es gab aber einen Ehrenkodex ersteres genau nicht zu tun und ich habe es in meinen drei Jahren als Senior auch nie getan. Das Problem war, dass man trotzdem für Ruhe sorgen mußte, weil man sonst selber dran war, also wurde man handgreiflich. Das tut mir sehr leid. Heute denke ich mir, dass ich mehr Zivilcourage haben hätte müssen und mich vom System nicht so instrumentalisieren hätte lassen dürfen. Andererseits ist das von einem Zwölfjährigen etwas viel verlangt.

  44. wo der fisch zu st....beginnt Says:

    Der frühere Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Erzdiözese Wien Wolfgang Bergmann rekapituliert in einem Schreiben an Schönborn den Fall Groer und kritisiert das Schweigen Benedikt XVI zur Verantwortung von Kurie und Papst:

    http://www.wir-sind-kirche.at/content/index.php?option=com_content&task=view&id=591&Itemid=41

    zuerst erschienen im STANDARD 17.5.2010

  45. zu Schule und Internat heute Says:

    In seinem Artikel im STANDARD hat Guido Tiefenthaler angeregt, sich doch in das 10-jährige Kind zu versetzen, das nach Kremsmünster ins Internat kommt.

    Diese Anregung möchte ich auf Schule und Internat heute anwenden. Ich stelle mir vor, wie mein Sohn mit 10 nach Kremsmünster kommt. Irgendwann entdeckt er seine homosexuellen Neigungen. In einem Umfeld, das ihm einbläut, dass es sich dabei um eine Verirrung und Sünde handelt, muss er durchhalten, fühlt sich schuldig, kann mit niemandem offen darüber sprechen, muss ein Doppelleben führen. Bis er nach dem Gymnasium hoffentlich auf der Universität in ein liberaleres Umfeld kommt, wo er seine sexuelle Orientierung nicht länger verleugnen muss.

    Ich kenne mehrere Personen, die, in einem katholischen Umfeld verwurzelt, lange bis nach dem Studium gebraucht haben, um sich zu outen! Welche Tragik! Ich bin äußerst froh, dass ein finsteres homophobes Klima im Land weitgehend einem offenen Klima gewichen ist. Ich kann mir schwerlich vorstellen, dass die betroffenen Personen (darunter ein ehemaliger Internats-Schüler) ansonsten so offen zu ihren Beziehungen stehen könnten.

    Ein solches Aufwachsen in Kremsmünster würde ich deshalb diesem 10-jährigen nicht zumuten wollen.

    • faszinierend Says:

      finds einfach faszinierend, wie automatisch und selbstverständlich über kremsmünster heute geschrieben wird: “In einem Umfeld, das ihm einbläut, dass es sich dabei um eine Verirrung und Sünde handelt”.
      so stellt sich der werte autor offensichtlich kremsmünster heute vor.

      bezieht sich der werte autor auf aussagen derzeitiger schüler? (würd mich wundern)
      zieht der seine schlüsse nach all dem was hier geschrieben wird?
      oder hat er private offenbarungen (soll bei eigentümlich religiös veranlagten menschen durchaus vorkommen)

      • autor Says:

        Ich will einmal – um diese Diskussion zu führen – Abstand nehmen von der sicherlich etwas drastischen Formulierung “einbläuen”.

        Unter Berücksichtigung der eigenen Erfahrung in Kremsmünster wie der sattsam bekannten Positionierung der r.k.Kirche zum Thema Homosexualität , sollte aber doch nachvollziehbar sein, wenn sich jemand nichts Neues unter der Sonne (warum denn gerade in Kremsmünster?) erwartet.

        Woher kann der interessierte Altkremsmünsterer und Vater denn seine Informationen diesbezüglich bekommen (Schule und Stift haben offensichtlich eine Informationsverweigerung verhängt – siehe die zahllosen unbeantworteten Fragen in diesem blog)?

        Gibt es eventuell eine mir bislang unbekannte schriftliche Stellungnahme von Seiten des Stiftes oder der Schule, aus der explizit hervorgeht, dass SchülerInnen aufgrund ihrer sexuellen Neigung und aufgrund ihres Sexuallebens keinesfalls diskriminiert werden dürfen? Aus der explizit hervorgeht, dass zum neuen partnerschaftlichen Umgang auch der Respekt vor der sexuellen Ausrichtung und vor dem Sexualleben aller im Schul- und Internatsbetrieb gehört?

        Eine solche deutliche Erklärung im Sinne eines “mission statements” könnte ein erster Hinweis darauf sein, dass diesbezüglich tatsächlich die Uhren heute schon anders ticken. Gerne lasse ich mir ein anderes Bild zeichnen.

    • auch fasziniert Says:

      blöde frage aber: wissen junge leute mit 10, dass sie homosexuell sind und fühlen sich daher diskriminiert? nichts für ungut, ich will nicht ausschließen, dass jemand mit 15 gefühle entwickelt, die nicht denen seiner mitschüler gleichen. aber mit 10?

      wollen wir doch mal die kirche im dorf lassen…

      • autor Says:

        Bitte genau lesen:
        Ich habe geschrieben “IRGENDWANN entdeckt er..”, d.h. mit 10 kommt er nach Kremsmünster, irgendwann später (vielleicht mit 15?) entdeckt er dann homosexuelle Neigungen.

  46. einfach glücklicher Says:

    Woody Allen: …Ich finde ja Leute, die an das Übernatürliche glauben, albern und einfältig. Wenn ich die beiden aus meinem Film, die an Reinkarnationen glauben, im Leben träfe, ich würde sie für Idioten halten. Das sind irregeleitete Deppen, aber froher als ich, wie auch die Menschen in meiner Umgebung, die religiös sind, ein besseres, zufriedeneres Leben führen als ich, auch wenn ich das dumm finde. Ob sie den Rabbis zuhören oder einem Priester, ich finde das lächerlich – aber sie leben glücklicher als ich.

    SN: Sie finden, Sie haben kein gutes Leben?

    Allen: Ich habe ein sehr gutes Leben gehabt, wenn man nach dem Menschenmöglichen urteilt: Ich bin gesund, erfolgreich und glücklich. Aber letztlich ist unsere Existenz im Innersten tragisch: Das Leben ist kurz, brutal, einsam. Am Ende stirbt man. Eines Tages wird die Sonne ausgebrannt sein. Erde und Sterne verglühen. Alles, worauf man sich verlässt, wird vergehen. Kein Beethoven mehr, kein Shakespeare, kein Picasso, und am Ende ist da nichts, absolut nichts. Es gibt keinen höheren Sinn, das Universum endet sowieso…

    Woody Allen im SN-Interview anlässlich seines neuen Filmes „You Will Meet A Tall Dark Stranger“

    • 2010/11 Says:

      Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (1948)

      Artikel 18: Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit

      Noch in den 80er-Jahren war es in Kremsmünster defacto unmöglich, seine Gedanken über Gott und dessen Existenz auszusprechen (dies hätte einen Rauswurf oder Sanktionen bedeutet). Stift, Schule und Internat handelten klar menschenrechtswidrig.

      Wie sieht die Situation heute aus?
      Auch wenn die Eltern gläubig sind und sie ihr Kind aus diesem Grund in ein katholisches Gymnasium schicken, muss dennoch für jede/n Schüler/in die Freiheit gem. Art. 18 gewahrt bleiben, die eigenen Gedanken zum Ausdruck zu bringen (wenn er/sie das möchte).

  47. Abo Says:

    Abo

  48. peior Says:

    Liebe Altkremsmünstererinnen und Altkremsmünsterer!
    Nach einer Konferenz, in der wir mit unseren Erfahrungen offen umgegangen sind, geben wir
    folgende Stellungnahme ab:
    Wir möchten unsere tiefe Betroffenheit über die physischen und psychischen Verletzungen
    ausdrücken, die ehemalige Schüler in Kremsmünster erlitten haben. Niemand von uns hat Ende der
    siebziger bzw. in den achtziger Jahren von Fällen sexuellen Missbrauchs gehört. Es hat zwar Gerüchte
    über einschlägige Neigungen bei den inzwischen namentlich bekannt gegebenen Patres gegeben,
    aber es hat sich kein Opfer an uns gewendet.
    In einigen Gesprächen unsererseits mit der damaligen Schulleitung wurden zwar die erwähnten
    Gerüchte sowie Hinweise auf exzessive körperliche Gewalt im Konvikt thematisiert, doch wurden die
    Informationen bagatellisiert. Aus heutiger Sicht kamen wir in ein weitgehend geschlossenes System,
    dessen Regeln strikt festgelegt waren und das sich erst in den folgenden Jahren langsam öffnete;
    junge Patres, Laienlehrkräfte, weibliche Mitglieder des Lehrkörpers und letztlich auch Schülerinnen
    setzten eine Dynamik in Gang: neue Akzente in der Pädagogik, partnerschaftlicheres Verhältnis
    zwischen Schülern, Lehrern und Eltern, Wandel von einer praktisch reinen Internatsschule zu einem
    modernen katholischen Gymnasium.
    Wir sind, so glauben wir, auf einem guten Weg, den wir weitergehen werden. Im Mittelpunkt
    unserer pädagogischen Arbeit steht, eine fundierte Allgemeinbildung zu vermitteln sowie die
    Persönlichkeit unserer Schülerinnen und Schüler zu stärken. Nur selbstbewusste junge Menschen,
    die in einem offenen Klima erwachsen werden, können in jeder Lebenssituation eventuellen
    Übergriffen entschlossen entgegentreten.
    Wolfgang Leberbauer
    (im Namen aller derzeitigen Lehrkräfte, die bereits in den 80er Jahren am Stiftsgymnasium
    unterrichtet haben)“

    peior sagt:
    modern katholisch, gesund krank, tot am leben, modernd katholisch eben. von einen widerspruch in den nächsten verstrickt, glauben wir einem weg, den wir weitergehen werden müssen, weil eine umkehr nicht mehr möglich ist. so lange schon reiten wir kadaver, dass wir mit diesen eins geworden sind, absteigen unmöglich. offenes klima sagen wir immer dann, wenn uns nichts blöderes mehr einfällt. wir behalten uns das exklusivrecht vor NUR selbstbewusste junge menschen in besagtem klima erwachsen zu machen, alle anderen können nämlich nicht in jeder lebenssituation übergriffen entschlossen entgegentreten. das schlimme ist, dass wir den mist, den wir hier verzapfen tatsächlich glauben, die krankheit kremsmünster ist in uns schon zu weit fortgeschritten, deshalb konnten und können wir in keiner lebenssituation übergriffen entgegentreten, weil wir selbst zu wenig selbstbewusst und in keinem offenen klima erwachsen gemacht wurden, weshalb wir auch gezwungen waren teil eines weitgehend geschlossenen systems zu werden, es hat uns verschluckt, wir können nichts dafür, hört unser winseln an, niemand hat etwas gehört, gesehen, gesagt, es hat zwar gerüchte gegeben, aber die haben wir uns nicht hören getraut, wir fürchten uns davor zur verantwortung gezogen zu werden, weil wir immer nur andere zur verantwortung gezogen haben. offenheit sagen wir immer dann, wenn wir angst haben.

    wir müssen uns stift kremsmünster als gewalttätigen ort denken.

  49. Frage an Jung-Pater Says:

    War die Erziehung in Kremsmünster (bis 1997) CHRISTLICH?

    • Jung-Pater Says:

      manche haben sicherlich versucht, aus christlichen gedanken heraus erziehungsarbeit zu leisten.
      leider muss ich auch sagen, dass 1997 noch schüler am gym waren, die extrem unchristliche erfahrungen gemacht haben. manche waren schon beim staatsanwalt, manche haben diesen schritt leider noch nicht geschafft. dass uns das extrem leid tut, ist wahrscheinlich für die meisten schreiber in diesem blog nicht glaubhaft, es ist aber trotzdem so. 1997 saßen (laut jahresbericht) leute in der 8. klasse, deren erfahrungen schockieren ganz einfach. ganz zu schweigen von denen, die bis dahin ausgeschieden sind (von 43 in der 1. klasse auf 16 in der 8.!).
      ich weiß ja selber aus eigener erfahrung, dass die arbeit mit menschen immer sehr unterschiedlich gelingt.
      und weißt du, welche frage wir uns seit ca. 2-3 jahren stellen? was soll christliche erziehung bedeuten? dass es nicht so sein kann, wie so in der gegend mitte 90 noch, ist schon klar.
      ich bleibe aber dabei: sie hätte es sein sollen und auch wollen. manches ist gelungen, manches ist aber misslungen, manches ist sogar skandalös, unchristlich und untragbar.

      • martin Says:

        Danke für die sehr klaren Worte.

      • realitycheck heute Says:

        Offizielle Zielsetzung der katholischen Privatschulen:

        Zu christlichen Werten erziehen und diese leben.
        Schule wird zum Ort der Geborgenheit und zur zweiten Heimat, wenn im Umgang miteinander der Respekt voreinander gespürt wird. Wie Lehrerinnen und Lehrer miteinander umgehen, wie sie auf Schülerinnen und Schüler, auf deren Fragen und Probleme eingehen, wie sie mit Eltern reden, wie sie auf Kritik oder Vorschläge reagieren: das ist gelebtes Vorbild und Anreiz zum Nachahmen. Christliche Werte nicht nur in der Theorie zu kennen, sondern auch im Alltag zu leben – das ist der Anspruch, dem sich unsere Schulen stellen.

        Mein und Dein Leben sind wichtig
        Jedes Menschenleben ist einmalig und einzigartig. Die Sehnsucht der Kinder und Jugendlichen, ihrem eigenen Leben eine unverwechselbare Note zu geben, zeigt, dass jeder in sich den Wunsch nach Einmaligkeit trägt. Das Leben im Lebensraum Schule gewinnt dann an Qualität, wenn die Lebenserfahrungen der Schülerinnen und Schüler ernst genommen werden.
        Dem Gelingen des Lebens eine tragfähige Basis zu geben, ist Auftrag unserer Schulen.

        Lernen als Chance und Herausforderung
        Staunen über Neues, Interesse für Unbekanntes und die Freude an neuen Erkenntnissen – das sind Voraussetzungen für ein lebenslanges Lernen, das als belebend und bereichernd empfunden wird. Bildung ermöglicht ein Mehr an Freiheit; sie erlaubt dem Menschen, im Leben selbst initiativ zu sein, aufgeschlossen auch für Fremdes und Unbekanntes. Unsere Schulen wollen diesen Anreiz schaffen und Begeisterung für lebenslanges Lernen Grund legen.

  50. sehr schwierige Aufarbeitung Says:

    @Jung-Pater

    Du schreibst in deinem letzten Eintrag: “…..u.a. eine der in den 80er jahren unterrichtet habenden…..”

    Mich würde gerne interessieren, was bei der Arbeitsgruppe, der in den “80er Jahren unterrichtet habenden” rausgekommen ist?

    Zu welchen Schluß ist diese Arbeitsgruppe gekommen? Gibt es da ausführliche Stellungnahmen? Wer genau waren die Teilnehmer dieser Arbeitsgruppe?
    Welche konkreten Themen wurden von dieser Arbeitsgruppe diskutiert?

    Es wäre sehr freundlich und eine nette Geste des Entgegenkommens, wenn sie diese Fragen beantworten würden.

    bitte diese Fragen nicht so im Raum stehen lassen, wie die unzähligen anderen.

  51. Jung-Pater Says:

    das ist alles leider nicht sehr aufregend: wer genau dabei war, kann ich nicht exakt sagen (weil ich es auch nur so ungefähr weiß, federführend war direktor leberbauer selber). heraus gekommen ist in erster linie der mittlerweile so oft verrissene brief – auf der homepage und hier im blog nachzulesen.
    es ging sicher auch um die betroffenheit über die ausmaße, die so wirklich niemand geahnt hatte. und natürlich auch um die frage, wie so etwas geschehen und entstehen konnte. so gings uns allen.
    es tut mir leid, ich kann da nichts näheres sagen, weil ich das auch nicht weiß. wenn ich es wüsste, müsste ich um verständnis bitten, dass ich konferenz-protokolle auch nicht veröffentlichen darf.

    • nur zur erinnerung Says:

      Hallo Herr Jungpater gehts noch???
      “es ging sicher auch um die betroffenheit über die ausmaße, die so wirklich niemand geahnt hatte”…an dem Pamphlet der Lehrer, das offenbar bei dieser Arbeitsgruppe entstand, formulierten auch aktiv folternde und wegsehende Lehrer mit…warum kapieren sie das denn nicht endlich???
      DAS IST EIN SKANDAL NIEDERTRÄCHTIGSTEN AUSMASSES UND WIR LASSEN UNS DAS NICHT GEFALLEN!

    • aufarbeitung Says:

      Und was ist jetzt Eure Erkenntnis, “wie das geschehen und entstehen konnte?”

      Habt Ihr Euch schon angeschaut, wie es zu den Folterungen in Abu Ghraib kommen konnte? Wie konnte so etwas einer solch demokratischen und moralischen Instanz bloß passieren?

      Ich würde als Kloster und Schule einen Schluss ziehen: Mich gefälligst nicht mehr als so hohe moralische Instanz auszugeben. Sondern schön leise zu treten! Vor allem aber: Verantwortung zu übernehmen und diese nicht abzuschieben an ein gestern und ein paar einzelne.

      Sagt doch: Unsere Lehre daraus ist die, dass das Schreckliche immer geschehen kann und es unsere Verantwortung ist, auf der strukturellen Ebene alles dafür zu tun, damit dies nicht passiert.

  52. peer-to-peer Aufklärung Says:

    Gut so, Manfred, dem “vollkommenen Übertrottel” in Rom den Wind aus den Segeln zu nehmen! Durch das geniale Konzept, dass Schüler/innen andere Schüler/innen aufklären (unabhängig von Religionslehrern aus dem Stift…)!

    Kommt uns seht:

    “…Auf unsere Anfrage wurden unserer Schule auch 300 Kondome, ein Film zum Thema Sexualität und etliche Broschüren geschickt, welche uns dabei helfen sollten, unsere AIDS-Vorträge an unserem Gymnasium zu umrahmen. Nicht dem Befehl unserer Professoren nach, sondern aus unserem eigenen Willen haben wir drei uns dazu bereit erklärt, uns für die drei vierten Klasse der Unterstufe und den beiden fünften Klassen der Oberstufe Zeit zu nehmen, um ihnen die Krankheit AIDS näher zu bringen. Von unserem Biologieprofessor Manfred Weigerstorfer haben wir uns eine Powerpoint-Präsentation zum Thema Verhütung und das „Lovekit“ ausborgen dürfen, indem unter anderem auch einige Verhütungsmittel zu finden waren, die wir bei den Vorträgen hergezeigt haben. Und für das Thema AIDS selbst haben wir eine eigene Präsentation zusammengestellt, in der wir alle wichtigen Fakten aufgelistet haben. Sarah Leutgeb hat sich um die Verhütung gekümmert und den Schülern die verschiedensten Methoden genauestens erklärt. Danach haben wir ihnen gezeigt, wie man ein Kondom überzieht und haben es die Schüler auch selbst versuchen lassen. Anschließend folgte der Aufklärungsfilm „Sex, we can?!“, bei dem es um die Sexualkunde geht. Klara und ich waren für den zweiten Teil des Vortrages zuständig und haben mit den Schülern anhand unserer AIDS-Präsentation unter anderem die Geschichte der Krankheit, Übertragungswege und Schutzmaßnahmen genauestens durchgenommen.

    Wir haben die unterrichtenden Lehrkräfte für die jeweiligen Stunden gebeten, sich nicht in den Klassen aufzuhalten, um den Schülern mögliche Hemmungen zu nehmen mit uns über so ein Thema offen zu reden. Daher hat es uns auch sehr gefreut, als wir ihre ungeteilte Aufmerksamkeit bekommen haben und sehr viele Fragen gestellt wurden, die wir ihnen auch alle beantwortet haben. Den Feedback-Runden nach zu urteilen, sind wir anscheinend sehr gut bei den fünf Klassen angekommen. Sie haben unseren organisierten Ablauf gelobt und freuten sich über eine lockere Atmosphäre, die während den Vorträgen herrschte und in der man sich traute, die verschiedensten Fragen zu stellen und offen darüber zu sprechen. Und allein schon die Tatsache, dass unser Stiftsgymnasium junge AIDS-Peers beschäftigt, die sich um die Aufklärung einer todbringenden Krankheit kümmern und mit denen die Jugendlichen gradheraus über solche vertraulichen Angelegenheiten reden können, zeugt von einer Offenheit gegenüber diesem, in manchen Länder leider immer noch, Tabu-Thema….” (aus einem Beitrag auf der Gymnasial-website, datiert 21.5.2010)

    Zu letztem Punkt sei der Vollständigkeit halber erwähnt, dass “in manchen Ländern” Aids deswegen immer noch ein Tabuthema ist, weil die r.k. Kirche massiv gegen den Einsatz von Kondomen auftritt, nicht zuletzt Papst Benedikt XVI.

    Es ist auch wichtig zu wissen, dass die Kirche hier rigoros durchgreift, wenn nötig. Beispiel der deutschen Ordensschwester Majella Lenzen, die 33 Jahre lang im Dienst der Kirche in Afrika tätig war. Sie war zuletzt in einer Krisenregion tätig, wo sie die kirchliche Aids-Arbeit koordinierte. Als sie Kondome ins Rotlichtviertel transportierte, wurde sie von ihren Gelübden “entbunden” und stand – weil ohne eigenständige soziale Absicherung – vor dem Nichts.

    Nachzulesen in: “Das möge Gott verhüten. Warum ich keine Nonne mehr sein kann.”, Verlag Dumont 2009

    • papamobil Says:

      Geschmacklos nicht? Jetzt gibt´s schon “Papst-Kondome” im Internet-Sex-Shop!

      http://www.krone.at/Nachrichten/We_say_yes!-Hollaendischer_Sexshop_vertreibt_Papst-Kondome-Story-200791

    • Katholische Lehre Says:

      Nach der Lehre der katholischen Kirche muss jeder Geschlechtsakt prinzipiell “offen für das Leben bleiben”; gleichzeitig ist es aber gestattet, durch Abstinenz während der fruchtbaren Zeiten der Frau (“Natürliche Empfängnisregelung”, NER) die Anzahl der geborenen Kinder zu kontrollieren.

      Das Stift stellt sich also mit dieser Art von Unterricht gegen die offizielle Lehre?

    • Lust und Liebe Says:

      In obigem Beitrag geht es um das Thema Aids. Dabei geht aber auch hervor, dass in der Schule heute (zumindest peer-to-peer) offen über Verhütung gesprochen wird.

      Bleibt dennoch die Frage, welche Positionen im Religionsunterricht, bei den Exerzitien usw. vertreten werden, wie allgemein mit dem Thema Geburtenregelung umgegangen wird und ob man sich ein solches katholisches Gymnasium nun entgegen der üblichen katholischen Tradition als lust-vollen Ort vorstellen darf!
      (bis wann hat Pater N. die Schüler/innen geistlich begleitet?)

      Nicht zu vergessen das Tabuthema Homosexualität: Pater C. hat uns im Religionsunterricht damals noch einen Fall von gegenseitiger Befriedigung unter Burschen (aus einem Beichtgespräch) geschildert und uns die Sündhaftigkeit dieses Vergehens vor Augen geführt!

      Dann das Thema Selbstbefriedigung: Ich erinnere mich auch, dass sich ein anderer Beichtvater wie selbstverständlich angehört hat, dass man onaniert hat, um dann eine entsprechende Buße aufzuerlegen. Mir hat ein anderer Internatszögling einmal gestanden, dass er sich präventiv die Hände mit Weihwasser gewaschen hat, bevor er seinen Penis massierte.

      Eines ist eigentlich verblüffend: Ich kenne wirklich nicht so wenige Homosexuelle. Obwohl ein Großteil meiner Bekanntschaft aber aus dem Internat stammt, ist mir kein bekennender Schwuler bekannt. Ob das etwas zu bedeuten hat?

      • ...2010 schon alles ganz anders Says:

        Noch 2005 wird in den “Cremifanensia” dazu aufgerufen, die Angebote des “Schülerseelsorgers” Pater Nikolaus in Anspruch zu nehmen. Soweit ich verstanden habe, hatte er diese Aufgabe bis März 2010 inne.

        http://schulen.eduhi.at/stift_kremsmuenster/fidetaux40.pdf

        Da müsste er sich aber sehr gewandelt haben bis Februar/März 2010, wenn man wirklich glauben will, dass im Jahr 2010 in Schule und Konvikt ein rundum zeitgemäßes Verhältnis zur Sexualität vermittelt wird.

  53. Nestroy Says:

    Am Sofa sitz ich,
    vor Lust schwitz ich;
    im Knast sollst du frieren –
    und niemand verfihren!

  54. 2010 unserer Zeitrechnung Says:

    In Deutschland werden im Rahmen des RUNDEN TISCHES Kindesmissbrauch klare STANDARDS diskutiert

    Bundesfamilienministerin Schröder: “Wenn wir vorschreiben würden, dass es ein Klima der Sensibilität geben muss, wäre das schwierig zu überprüfen”, so Schröder. Beispielsweise müssten Fragen der Nähe und Distanz geregelt werden: “Wir müssen entscheiden, wann mehrere Erwachsene anwesend sein müssen und wann sie gar nichts bei Kindern und Jugendlichen zu suchen haben, etwa beim Duschen.”

    So, Herr Direktor Leberbauer! Der Punkt war ja im Zusammenhang mit Turnlehrer Meidinger hier schon angesprochen worden.
    Gibt´s schon ein Anwesenheitsverbot für Turnlehrer in den Duschen oder ist noch alles beim Alten?

    Oder wissen Sie gar nicht Bescheid, ob ein Lehrer beim Duschen anwesend ist? Genauso wenig wie niemand hat “ahnen” können, dass zwischen dem Zimmer Mandorfers und dem Hades ein kurzer Verbindungsgang war mit der Dusche für die Hadesinsassen – mit Gucksieb vom Konviktsdirektor-Zimmer aus?

    http://www.taz.de/1/zukunft/bildung/artikel/1/duschverbot-fuer-paedagogen/

  55. Jandl Says:

    Dorfman

    Wisst ihr nicht, wie sehr es schön is,
    zart zu streicheln einen Pön-is!

    Tut den Pönis nicht erwöhnen,
    sonst beginn ich laut zu stöhnen!

  56. Brecht Says:

    Selbsportrait

    Ich bin der geile Musi-kuss,
    liebe Knaben zum Genuss;
    bin sehr musikalisch
    und
    bestialisch

  57. Beobachter Says:

    Wer immer diese Poet ist.
    Diese Gedichte sind ein Hammer!!!

  58. peior Says:

    @ jung pata
    danke für die sehr unklaren worte. aus christlichen leitgedanken heraus wurde ich in den achzigern in kremsmonster mit einer erziehung bedacht, die mich fast zu tode gebracht hat. einzig meine flucht von diesem verfluchten ort hat mir das leben gerettet. kremsmonster hat zwanzig jahre meines lebens in eine psychophysische, finanzielle, soziale und nicht zuletzt bildungstechnische katastrophe verwandelt, zuerst die zeit in dieser hölle, anschließend die extrem schwierige bearbeitung der posttraumatischen belastungsstörung, der tiefreichenden seelischen verletzungen, die auch heute noch immer wieder meine lebensqualität beeinträchtigen. die hälfte meines lebens ist also mittlerweile im arsch. ob wem das extrem leid tut oder nicht, davon kann ich mir nichts kaufen.

    leberbauers brief verreisst sich selbst, wie ich schon weiter oben erklärt habe. es sollte wohl ein rechtfertigungsschreiben werden, herausgekommen ist ein bekennerbrief, ein genauso verhöhnendes machwerk, wie gustav mandorfers „ ein sadist wollte ich nie sein“ schreiben.

    jung pata, du tust mir zwar nicht leid, aber schade ist prinzipiell um jeden menschen, der vom weg abkommt, in die fänge eines moralisch total verrotteten gewaltsystems gerät, das machtmissbrauch, sadismus, heuchelei und vor verlogenheit triefende scheinheiligkeit nach aussen hin als christlich darstellt und damit immer wieder menschen wie dich in einen morast aus perversionen hinabsaugt, aus dem es für dich wohl kaum mehr ein entrinnen geben wird. die krankheit kremsmünster hat sich schon für viele vor dir als unheilbar erweisen.

    wir müssen uns stift kremsmünster als gewalttätigen ort denken.

    • martin Says:

      peior,

      ich sehe das ja auch sehr kritisch. aber es gab tatsächlich diese ausnahmen, denen man – im sinne des “das Beste wollen” nichts nachsagen kann. Ich denke etwa an P.Albert, oder an P. Alan Pointl.

      das relativiert ja nicht im geringsten, was jene getan haben, an die wir hier in der regel denken. aber ein bischen differenzierung darf schon erlaubt sein!

      ich hab es damals ganz konkret so erlebt: bis auf ganz, ganz wenige ausnahmen habe ich alle patres für elendige heuchler gehalten, die ich – genau für dieses heucheln – zutiefst verabscheut habe. mit den anderen habe ich zwar auch nichts anfangen können, aber ich hab ihre haltung wenigstens respektieren können. und falls sich hinter dem pseudonym “jung-pater” p. maximilian bergmayr verbirgt, so möchte ich auch ihm keine unredlichen absichten unterstellen. nur weil sich jemand für ein leben im kloster entscheidet, ist er doch noch nicht pervers!

  59. peior Says:

    wer sich für ein leben in einem (katholischen) kloster entscheidet, muss damit rechnen in einen morast aus perversionen hinabgesaugt zu werden, habe ich gesagt. zum thema “differenzierte sichtweise” habe ich mich am 19.05 schon geäussert: also noch mal

    solange kremsmonster nicht die volle verantwortung für seine verbrechen übernommen, die täter allesamt hinter gittern und vom konvent ausgeschlossen, alle opfer entschädigt worden sind, weigere ich mich auch nur ein gutes wort über meine zeit dort zu verlieren. jene, die über jahrzehnte mit und neben den tätern lebten, haben geschwiegen und tatenlos zugesehen, wie kinder und jugendliche systematisch sexuell, physisch, psychisch misshandelt wurden.

    wir müssen uns stift kremsmünster als gewalttätigen ort denken.

    • Tatsachenbericht statt Pauschalverurteilung Says:

      peior: Meinst du nicht du übertreibst hier? War deine Erfahrung in Kremsmünster wirklich nur negativ?

      Aber vor allem: Was war sie überhaupt?

      Wir wäre es mit *konkreten* Tatsachbeständen aufzuwarten, anstatt mit Pauschalverurteilungen von alles und jedem? Was genau hast du erlebt?

      Glaubst du nicht, dass du mit deiner sehr einseitig und exzessiv negativen Stimmungsmache ohne jeglichen verifizierbaren Tatsachenbezug deine eigene Glaubwürdigkeit unterminierst?

      Wer du bist, ist ja wohl jedem bekannt. Aber: was hast du erlebt?

    • mj90krems Says:

      Ich kann mich peior nur anschließen, solange das Stift seine Verantwortung nicht ernsthaft wahrnimmt, anstatt offensichtlich zu hoffen die Angelegenheit auszusitzen, kann im Moment auch den “progressiven” Kräften in dieser Umgebung keine Pauschalabsolution erteilen. Hier zählen nur Taten, und die sind in den letzten zwei Monaten öffentlich nicht wahrzunehmen.

      Daher bleibt nur zu hoffen dass die Staatsanwaltschaft die zahlreichen aktenkundigen Fälle zur Anklage, und das Gericht diese zu einer Verurteilung der Beschuldigten bringt. Im Anschluss daran, oder im Verlauf der Prozesse wird dann auch hoffentlich die Verantwortung des Stifts und des Gymnasiums geklärt werden. Ich würde mir aber im Vorfeld wünschen dass die versprochene offensive Aufklärung auch wirklich stattfindet, meine früheren Statements zu einer historischen Aufarbeitung der verschiedenen Tätergenerationen blieb zumindest hier zB. bisher unbeantwortet.

      @Tatsachenbericht kann ich nur sagen, wenn Du peior offensichtlich kennst, was bewegt dich dazu in Anbetracht seiner Dir ohnehin hinlänglich bekannten Erfahrungen hier noch eine weitere öffentliche Darlegung zu fordern?

      • martin Says:

        Es geht doch weder um eine “Pauschalabsolution”, noch darum, ob jemand eine “progressive Kraft” ist. Schon gar nicht möchte ich irgendjemandem abringen, irgendein gutes Zeit für irgendeine Zeit zu finden.

        Aber ich kann nicht das Stift mit jedem Einzelnen im Stift gleichsetzen. Das macht keinen Sinn, und hilft auch niemandem.

        Ich gebe peior in sehr vielem Recht. Aber – um das Zitat einmal abzuwandeln – ich kann mir einen P.Alan Pointl oder auch einen P.Maximilian Bergmayr nicht als gewalttätige Monster denken. Es gibt ein paar Millionen Farben zwischen Schwarz und Weis.

        • unterstellung Says:

          ich lese bei peior, dass wir uns kremsmünster als “gewalttätigen ort” vorstellen müssen

          ich lese nicht heraus, dass JEDER an diesem ort ein monster ist
          selbst ein pater a. ist kein MONSTER, so ein quatsch (einer solchen entmenschlichenden bezeichnung stimme ich nicht zu)

          gerne wollen wir hören, was die “positiven kräfte” im stift (wir wollen einmal solche unterstellen) zu sagen haben und was sie tun bzw. bisher getan haben

          • mj90krems Says:

            Martin: Tut mir Leid Dir in einem Punkt widersprechen zu müssen: P. Alfons ist ein Sadist, ein Kinderschänder, ein Psychoterrorist und schlicht ein unmenschliches Kremsmonster … es gilt hier die Schuldgewissheit

            • martin Says:

              wieso widerspruch? bin ja deiner meinung! ich hab ja nicht über den fig gesprochen.

              ich denke, wir haben im grossen und ganzen die gleiche position.

      • nochmal martin Says:

        @ P.Alan Pointl – ein sehr persönlicher Nachtrag: die gewalttätigen Monster waren in diesem Fall wir Schüler – und ich weiß zwar nicht, wo er geschwiegen und weggeschaut hat, aber er hat nicht einmal registriert, was sich 3 Meter von ihm entfernt abgespielt hat.

        Für mich gehört AUCH zu den schmerzvollen Erinnerungen, einen so gütigen, netten Menschen jahrelang zu drangsaliert zu haben. Ich hätte mich sehr gerne noch bei ihm entschuldigt, aber er ist bald nach meiner Matura verstorben.

        Nach der Maturanacht bin ich ihm damals in der Schank begegnet – er hätte jeden Grund der Welt gehabt, mich zu hassen. Und ich schwöre, kein einziger Mensch hat sich auch nur annähernd so warmherzig von mir verabschiedet wie er, und mich dadurch sehr nachdenklich gestimmt.

        Die Erfahrungen sind eben vielschichtig.

      • mj90krems Says:

        Ich gebe Dir Recht Martin, aber wir brauchen uns nicht zu wiederholen. Keiner kratzt an der Integrität von P. Alan oder P. Albert oder vergleichbaren Personen. P. Maximilian kenne ich nicht, also kann ich seine Person nur nach dem aktuellen kollektiven Erscheinungsbild beurteilen, und das ist leider ernüchternd. Bei allem Respekt für sein hoffentlich ehrliches Engagement, ich vermisse leider das Durchsetzungsvermögen dieser angeblich “progressiven” Kräfte genauso wie das der anderen moralisch “integren” Persönlichkeiten im Stift. Leider kann ich der gegenwärtigen Politik des Stifts nur entnehmen, dass dort nach wie vor eine Generation jenen Ton angibt, den ich aus den 80ern kenne. Wo bleibt der klare Generationswechsel der dieser peinlichen Heuchelei ein Ende bereitet?

        • öha Says:

          der kollege kann einzelpersonen nach einem kollektiven erscheinungsbild beurteilen. bemerkenswerte fähigkeit.

        • martin Says:

          Die sind weder progressiv noch angeblich progressiv. Zu ihrem Durchsetzungsvermögen kann ich nichts sagen, würde mir auch nicht viel erwarten, und ich denke bei diesen Personen auch nicht automatisch an irgendwelche Heilsbringer. Aber aus der Distanz persönlich unterstellen, dass sie diese Schlammgrube nicht aus tiefem Herzen ablehnen, das möchte ich jedenfalls auch nicht. Nur weil sie sich nicht durchsetzen können, sind sie selbst noch keine Heuchler.

          Versteh mich nicht falsch: Dein Statement zur Position des Stifts unterschreibe ich zu 100%. Ich will nur plädieren, auf persönlicher Ebene etwas vorsichtiger zu sein – und nicht pauschal alle auf eine Ebene mit diesen Verbrechern (sic!) stellen.

      • usual busy-ness Says:

        Auf der Einstiegseite der Stifts-homepage ist das Thema Missbrauch jedenfalls heute nicht mehr drauf. Nur mehr in der Subnavigation von “Aktuelles”.
        Dort datiert der letzte Eintrag mit 12.April 2010!

        Liebe “Jung”-Patres,
        ist ja alles schön und gut! Aber für einen Beobachter von außen ist nicht erkennbar, was Ihr im Stift bewegt (habt). Die “offensive Aufarbeitung” war eine schöne PR-G´schicht und niemand hat bis dato erfahren, was wirklich passiert (ist). Die Mächtigen von damals sitzen noch fest im Sattel.

        Betrachtet man die Medien, so entsteht der Eindruck von “business as usual” in Kremsmünster. 50-Jahr-Cursillo-Feier mit Abtpräses Christian Haidinger; Treffen der Kath. Jugend in Kremsmünster mit der Idee, den längsten Protestsong zu formulieren; Pontifikalämter unter der Leitung von Pater A.; “Lange Nacht der Kirchen” kommendes Wochenende…
        Ihr seid offensichtlich ausreichend mit wichtigeren Dingen beschäftigt.

        Zudem scheint es für Euch einfacheres Terrain als renitente Absolventen zu geben: hoffnungsfrohe, pflegeleichte, entflammbare Jugendliche (die wir zum guten Teil auch waren) oder entschiedene, erneuerungswillige ChristInnen. Die noch formbare Jugend also und den “Sauerteig”. Täuscht Euch aber nicht: Events und Protestsongs sind ganz nett, bewegen Massen und sind medientauglich (kennen wir ja von den Jugendevents mit den letzten beiden Päpsten). Aber auch diese Jugend wird begreifen, dass ihre Energie nur ins Nichts verpufft ist und die hierarchische, römische Kirche zentralistisch und unverändertbar ist bis ins Dorthinaus. Dass ihnen nicht immer reiner Wein eingeschenkt wurde und ihnen auch falsche Hoffnungen gemacht wurden. Die römische Kirche mit ihren männlichen Machtstrukturen ist eben kein Leberbauersches Wohlfühlprogramm. Spätestens, wenn sie als wiederverheiratet Geschiedene von der Kommunion ausgeschlossen werden, werden es einige kapieren (oder wenn ein Mitglied des Lehrkörpers mit dem neuen Partner inoffiziell zusammenleben muss). Zudem ist zu bedenken, dass für Jugendliche ein kirchliches Event oft nicht mehr ist wie irgendein x-beliebiges Festival.

        Wir leben in einer Mulit-Options-Gesellschaft. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die derart entflammten Jugendlichen andere Optionen ergreifen. Heute gibt es kein Monopol der Kirche mehr – wenngleichdies in der Provinz bzw. am Land noch so scheint, weil viele soziale Kontakte und Einbettungen über kirchliche Angebote laufen. Nach dem Aufflammen wird aber bei diesen jungen Leuten kein so großer Katzenjammer mehr wie bei uns kommen. So massiv in das Leben und die Privatsphäre kann nicht mehr eingegriffen werden wie früher. Ein Wechsel fällt leichter als früher. Eine Trennung von der Kirche ist keine große Sache mehr. Die soziale Kontrolle funktioniert nicht einmal am Land mehr so perfekt wie früher. Ein sehr respektierter katholischer Priester hat den jetzigen Zustand der Kirche erst kürzlich mit der ehemaligen DDR verglichen. Auch dort haben sich die Kader bis zuletzt nicht vorstellen können, dass das Ende gekommen ist. Kremsmünster als reiche Grundherrschaft wird freilich finanziell noch etwas durchhalten können.

        Ihr habt viele von uns entflammt (für Gott, für den Glauben)! Ihr habt uns Hoffnung gemacht! Ihr habt uns aber auch – in “bester katholischer Tradition” Schuldgefühle und Ängste eingeimpft, die uns heute noch quälen.
        Wie könnt Ihr es verantworten, schon wieder eine Generation derart zu entflammen, wenn Ihr nicht einmal die Zeit erübrigt für diejenigen, die lange genug oder noch immer von diesen Flammen gequält wurden bzw. werden? Das riecht stark nach “verbrannter Erde” und nicht nach verantwortlicher Pastoral.

        Last but not least noch einmal zurück zu den “Mitbrüdern”:
        Wenn Ihr wirklich nicht zurecht kommt mit Euren “Mitbrüdern”, so gibt es ganz einfache Wege, wie z.B. einen hübschen Platz im Bezirksseniorenheim für die Herren, hoffentlich professionell betreut.

      • @mj90krems Says:

        @mj90krems

        > @Tatsachenbericht kann ich nur sagen, wenn Du peior
        > offensichtlich kennst, was bewegt dich dazu in Anbetracht
        > seiner Dir ohnehin hinlänglich bekannten Erfahrungen
        > hier noch eine weitere öffentliche Darlegung zu fordern?

        Vielleicht weil peior diese noch gar nicht geliefert hat!

        Halten Sie es für möglich dass man mit jemanden einen sachlichen Dialog anfängt, der Folgendes zu schreiben in der Lage ist: “wer sich für ein leben in einem (katholischen) kloster entscheidet, muss damit rechnen in einen morast aus perversionen hinabgesaugt zu werden, habe ich gesagt.”

        Ich denke nicht.

        • facts, facts und nochmals facts Says:

          das kloster kann ja endlich selber seinen beitrag zu einer “sachlichen” diskussion leisten. bisher kennen wir aus diesem lediglich pr-g´schichtln, ankündigungen, stillschweigen, schönreden des heutigen zustandes, kommode einzel-gesprächs-angebote,..

          als beitrag zu einer “sachlichen” diskussion kann das stift jetzt herausrücken, wann es die ergebnisse seiner aufarbeitung – also alle fakten – präsentiert

          dort wollen wir dann genau nachlesen können; pater x, Jahrgang y, Werdegang, Funktionen im Stift, Auflistung der Taten, Verhaltensmuster, zuständiger Abt, (Nicht-)Konsequenzen nach Bekanntwerden der Taten …

          wir warten! wir warten!!!

          • Hadesinsasse Says:

            vollkommen richtig! Genau das müssen wir vom Stift immer wieder verlangen und solange Stachel in seinem Fleisch sein bis diese konkrete Aufarbeitung veröffentlicht wird.

  60. Ein Erlebnis mit P.Alan Says:

    Ich möchte ein Erlebnis mit P.Alan schildern, das ich heute noch in guter Erinnerung habe:

    Kurz vor der Matura wurden einige Vertreter unseres Jahrgangs zur Fremdsprachenolympiade in den Linzer Ursulinenhof entsandt. P.Alan hat sich freundlicherweise bereit erklärt, uns darauf vorzubereiten, obwohl er gar nicht unser Griechischprofessor war. Ich weiss noch, wie er sich Woche für Woche Zeit nahm und sich wirklich grosse Mühe gab, mit uns einige Texte der klassischen griechischen Literatur aufzuarbeiten. Es war immer nur ein ganz kleines Grüppchen, das sich jeweils am Donnerstag Nachmittag (war damals frei) im Speisesaal einfand. Draussen war es schon sehr warm, hier drinnen angenehm kühl – eine sehr wohltuende Atmosphäre.

    Helas! Was für ein Unterschied zum Unterricht in der Schule, den ich bei ihm auch noch in Erinnerung hatte (wir hatten ihn zuvor einige Jahre in Latein, bevor schliesslich P. Loenhard “zum Zug” kam). Im Unterricht musste er ja mit uns doch Einiges mitmachen (leider muss man hinzufügen – wir waren schon wahre Satansbraten). Aber hier war alles anders. Er war völlig entspannt, locker, und hatte immer wieder mal einen guten Witz auf Lager. Auch ist mir in diesen Wochen bewusst geworden, über welch grossartiges altphilologisches Wissen er eigentlich verfügte, er aber trotzdem immer bescheiden blieb. Im Unterreicht kam dieses Wissen leider nur sehr selten zum Tragen, da es ja dort im wesentlichen darum ging, uns Kids die Sprache einigermassen gut beizubringen.

    Man merkte richtig, dass es auch ihm Spass machte, auch noch die versteckteste Nuance in einem Nebensatz herauszukitzeln, sie genüsslich auseinanderzunehmen und zu kommentieren, Sein Einsatz und seine völlig selbstlose Art waren dabei bewundernswert. Niemand zwang ihn, dies zu tun, es war schliesslich ja auch seine “Freizeit” die er hier für uns aufwandte.

    Ich weiss noch gut, wie wir nach der Rückkehr aus Linz noch ein wenig in der Schank beisammensassen. P. Alan muss davon Wind bekommen haben und gesellte sich ebenfalls dazu. Er kam langsam herein, starrte uns eine Weile lang mit seinen grossen, tiefliegenden Augen an, und sagte dann lapidar: “Nau, hobt’s wos griss’n?”. Grosses Gelächter. Das Eis war gebrochen und er setzte sich zu uns. Nach der Kurzberichterstattung des Events unsererseits fuhr er fort: “Oba des is eigentli oiss ned so wichti, hauptsach’ ihr hobt’s a Freid ghobt .. und hoffentli ah a bissal wos g’lernt. Des tarat mi am meistn frein.” Es wurde ein sehr herzlicher Abend.

    Ich habe in meiner ganzen Zeit in Kremsmünster und auch danach selten einen so selbstlosen und liebenswerten Menschen erlebt. Nein, er brauchte keinen Dank für seine Mühe, sondern ihm reichte einfach das Gefühl, anderen etwas gegeben zu haben, und die Hoffnung, das wenigstens ein bisschen was hängenblieb. Leider wurde er als Mensch im Unterricht nicht immer so geschätzt wie er es eigentlich verdient hätte.

    Der Leser kann sich jetzt denken, was er will. Aber für mich gehörten jene Wochen kurz vor der Matura zu den schönsten, die ich im Stift erlebt habe, und er trug massgeblich dazu bei.

    Ja, auch das gab es in Kremsmünster. Wir müssen uns Kremsmünster als Ort denken, an dem doch auch viel Gutes passiert ist.

    • martin Says:

      wenn du im letzten satz das “viel” weglässt, kann ich dir nur recht geben. und ich würde ergänzen: es ist trotzdem auch gutes passiert.

      wobei auch hier selbstkritisch zu fragen ist: was hat p.alan gesehen und gewusst, als er noch im besitz funktionsfähiger augen und ohren war (also lange vor meiner schulzeit)? ich würde ihn wirklich gerne fragen – im sinne seines “„Homer ist heute Morgen neu, und nichts kann älter sein als die Zeitung von heute“ [León Bloy].

      • Re: Ein Erlebnis mit P.Alan sagt: Says:

        Es ist aber müssig, die “Menge” aber guten gegen die Menge aller schlechten Dinge die uns in Kremsmünster widerfahren sind, in irgendeiner Weise gegeneinander abzuwägen. Wer weiss schon wieviel wovon tatsächlich passiert ist? Niemand. Ausserdem sind das zu einem gewissen Grad relative Begriffe. Was für den einen gut oder schlecht war, muss nicht unbedingt allen so empfunden worden sein.

        Aber ich würde nicht von v o r n h e r e i n als erwiesen in den Raum stellen, dass nicht v i e l Gutes passiert sei. Als Hypothese kam man es vielleicht gelten lassen, aber nicht als “bewiesene” Tatsache.

        Sicher erscheint hingegen, dass jede Menge Unheil angerichtet worden ist – dieser Blog ist der beste Beweis dafür.

    • beginnend beim erlebnis Says:

      deine persönliche erfahrung in ehren!
      ich kenne alan als lehrer nicht, kann aber sicherlich ebenfalls positive erlebnisse berichten. ich rechne es etwa p. severin hoch an, dass er in seiner kargen zeit einigen schülern ohne gegenleistung italienisch-unterricht gegeben hat. vielleicht war es ein guter ausgleich für ihn, etwas, worin er kraft schöpfen konnte, was auch immer. es war ein wertvoller dienst, für den er sich persönlich entschieden hat.

      dennoch warne ich davor, nun gute und schlechte erfahrungen abzuwiegen, “good guy” und “bad guy” gegenüber zu stellen

      für die analyse ist es nicht hilfreich zu sagen: jeder mensch hat seine guten und schlechten seiten
      oder: der war durch und durch schlecht oder jener war wirklich ein leuchtendes vorbild

      es geht eben nicht um “gute äpfel” und “schlechte äpfel” (die sünder auf der einen seite, die guten patres auf der anderen seite; die von früher und die von heute)

      für eine analyse, warum das geschehen konnte, finde ich es hilfreicher, von einem “schlechten fass” auszugehen, in dem gute äpfel zu schlechten äpfeln werden können
      und nicht von einem fass auszugehen, in das einerseits “gute”, andererseits versehentlich “schlechte äpfel” reingekommen sind

      es geht also um andere fragen, z.b.:
      was waren die strukturellen voraussetzungen dafür, dass sadismus, sexualisierte gewalt usw. ausgelebt werden konnten
      was sind die mechanismen, durch welche die “mitbrüder” zum schweigen gebracht wurden, wodurch das böse weiter geschehen konnte?

      was hilft uns das, wenn wir wissen: ja es gibt HEUTE (übrigens genauso wie früher) einige “gute äpfel”, die vielleicht auch in enem schlechten fass noch gut bleiben? ist die lehre dann für alle zeiten die: ja, es wird immer “böse äpfel” geben, wir können das nur zur kenntnis nehmen und genauer nach diesen verdorbenen äpfeln suchen und sie rausklauben?

      das kann´s nicht sein! das ergebnis muss sein, den blick auf strukturen zu schärfen und an guten, geeigneten strukturen zu arbeiten, die verhindern, dass menschen ihre schlechten seiten ausleben können (z.b. die lust, absolute macht über jemanden auszuüben)

      es geht also um ein neues, ein “gutes fass kremsmünster” statt eines “schlechten fasses kremsmünster”
      in dem möglichst alle äpfel gut bleiben und nicht verfaulen

      ich verweise hier nochmals auf den amerikanischen psychologen zimbardo (der schon oben genannt wurde).

      • anderhund Says:

        Ob da noch was zu machen/retten ist???

        Die Strukturen sind uralt und tief eingekerbt, mindestens seit der Gegenreformation ist das Kloster ein Hort von Reichtum, Protz und Machtausübung (wie zahlreiche andere Benediktinerklöster im süddeutsch-österreichischen Raum auch). Schauts Euch an die Bilder auf der Homepage, die sprechen für sich.
        Kremsmünster ist neben St. Florian der größte Vierkanthof in Oberösterreich, was sag ich, ein Vierkanthof zur xten Potenz.
        Seit meiner Zeit dortselbst frag ich mich, was diese Art zu leben mit dem Evangelium zu tun haben könnte, bis auf wenige wirklich rühmliche Ausnahmen (wie der hier schon oft genannte P. Albert z.B.) seh ich nicht viel echtes Gutes, viel Show, ja, Verwaltung kirchlicher Traditions-, Macht- und Reichtumsstrukturen, viel Hoffnung wecken und mindestens genau so viel Hoffnung zerstören, wie oben schon zu lesen.
        Ich trauere einem Aufbruch nach, den es in den 70ern und 80ern auch in Kremsmünster einmal gab und der einfach wieder zertrampelt wurde, womöglich nicht einmal aus bösem Willen, sondern einfach weil die Strukturen immer mächtiger waren und der ausgetrampelte, bequeme Weg immer verlockender.
        Schauts Euch das – ich glaub so heißt es – Professbuch an: wieviele sind gekommen – und wieder gegangen, voller Enttäuschung, nicht nur, weil sie sich verliebt haben oder vom Glauben abgefallen sind, sondern weil sie feststellen mussten, dass sie nichts, rein gar nichts bewegen können in diesem schwerfälligen Apparat, der den Verwesungsgeruch von Jahrhunderten atmet.
        Schauts Euch an die Fotos vom Stiftertag auf der Homepage: diese Show ist doch schauerlich! Nicht, dass ich was gegen das Mozartrequiem hätte, wundervolle Musik! Aber dieses barocke überholte Brimborium, mit dem man sich jedes Jahr auf’s Neue alt erfindet in seiner gegenreformatorischen Macht und Herrlichkeit, das spottet doch jedem christilichen, “evangelischen” Anspruch!
        Oder fragt Euch einmal, warum jedes Jahr zig Tausende nach Taizé fahren – und wieviele kommen nach Kremsmünster? Ich erinnere mich an Jugendvespern, wo die Stiftskirche brechend voll war, und speziell an eine anno 82 während der Jugendwoche, wo der P. Nik in seiner Predigt wie von Sinnen Fluchverse aus dem AT über die Leute losgelassen hat. Viele haben damals die Stiftskirche entrüstet verlassen. Naja, heutzutage findet die Jugendvesper in der Michaelskapelle statt…
        Und weil ich grad beim Assoziieren bin: die Michaelskapelle, der Wunderbarste Ort im ganzen Stift: sie atmet das, was Kremsmünster hätte sein können, ein bescheidener Ort der Spiritualität, die Menschen wirklich ergreift. Stattdessen: ein protziger Großkonzern der Gegenreformation, gestern, heute – und morgen…?
        Tschuidigts, hot amoi aussa miassn, noch fost 30 Jahr…

        • nik Says:

          Eine treffliche Bestandsaufnahme!

          Nur der NIK mit seinen Fluchversen passt da irgendwie nicht in die Geschichte – er passt wohl nirgends hinein. Alleine bei der Vorstellung muss ich herzhaft lachen – das Gruseln vor seinem Fanatismus war schon in der Oberstufe verflogen. Zweifellos – wenigstens ich habe da keine Zweifel – meint er das, was er glaubt, ganz Ernst. Und mit Grundherrschaft hat das ja nichts zu tun – er ist einfach nur komplett abgedreht.

          Bei all den Geschichten sehe ich so viele Wege, die sich immer wieder verbinden, aber dieser P.Nikolaus passt einfach nirgends ins Bild. Ihm hätte ich am ehesten zugetraut, kraft seiner heiligen Mission dem P.A. an den Kragen zu gehen; aber das war wohl nur Wunschdenken. Am Ende hat er seine Energie doch nur an den Schülern ausgelassen.

          Und ich bin mir sicher: er gehört zu den wenigen, die wirklich Scham und Reue fühlen. Abgedreht, aber authentisch.

      • Das "Fass" Kremsmünster Says:

        Also.. mir gefällt das Bild des “Fasse”s nicht, wenn man über Kremsmünster spricht. Für mich gibt es nur ein Fass… ein Fass Bier!

  61. Humanist Says:

    “Es wird immer behauptet, nur die wenigsten Menschen brächten genügend Intelligenz und Begabung mit, die meisten seien so schwach und träge, dass sich eine Erziehung überhaupt nicht lohne…Das ist aber grundverkehrt,..Geistig nicht bildbare Menschen sind ebenso selten wie körperlich Schwerbehinderte. Natürlich kommt es vor, dass sich Kinder nicht den anfänglichen Erwartungen gemäß entwickeln. Daran ist dann aber nicht die Naturanlage schuld, sondern die mangelnde Betreuung und Förderung.”

    Quintilian (35-96 n.u.Z.)

    Der Rhetoriker Quintilian war übrigens von Humanisten wie Erasmus von Rotterdam in der Renaissance hochgeschätzt.

    als kleiner Beitrag zur aktuellen Debatte über die Zukunft des Bildungswesens und ein gemeinsames Gymnasium für alle

    Was das mit der Erfahrung in Kremsmünster zu tun hat?
    Damals wurde uns noch eingeredet, dass wir zu etwas Besserem auserwählt sind und die einen in die Berufsschule, in die Hauptschule und die anderen eben ins Gymnasium gehören.

    Statt “Chancengleichheit” wurde uns “Chancengerechtigkeit” als Konzept eingetrichtert, sprich: die einen haben die “natürliche” Begabung zum Handwerklichen, die anderen zum Geistigen
    Bei denen gibt es dann auch noch einmal Unterschiede, “erkennbar” an Vorzügen, Noten, Durchfallen etc.
    Und wenn Du dann rausgeblasen worden bist: quod erat demonstrandum – Du gehörst zu den Besten!

    Bei den Olympischen Spielen gab es ursprünglich nur einen Gewinner. Alle anderen waren Verlierer. Erst später kamen Gold, Silber und Bronze. Willkürlich. So wurden dann willkürlich vier Personen pro Jahrgang rausgeblasen.

    Man kann es auch anders machen: Anstatt einem Gewinner und lauter Verlierern im Turnen: Pro Klasse genau einen Verlierer. Einen also mit Nicht genügend oder einen mit Genügend!

    Wofür steht die Schule in Kremsmünster heute? Welche Position nimmt sie in der aktuellen Bildungsdebatte ein?

    • Bildbarkeit von Menschen Says:

      Der englische Historiker Edward Gibbon (1737-1794) hat zum Thema Bildbarkeit von Menschen folgendes gemeint: “The power of instruction is seldom of much efficacy except in those happy dispositions where it is almost superfluous.”

      Ich stimme ihm eigentlich eher zu als Quintilian, aber dazu soll sich jeder selbst seine Meinung bilden ;-)

  62. nochmals @ jungpatres Says:

    Wenn Ihr wirklich nicht zurecht kommt mit Euren „Mitbrüdern“, so gibt es ganz einfache Wege, wie z.B. einen hübschen Platz im Bezirksseniorenheim für die Herren, hoffentlich professionell betreut.

  63. sehr schwierige Aufarbeitung Says:

    @peior und all die Anderen:

    Nehmen wir mal an es kommt zu keiner Anklage seitens der Staatsanwaltschaft, weil alle Fälle verjährt sind. Diese Möglichkeit besteht und ich bin der letzte der dies gutheißen oder es ohne weiteres hinnehmen würde.

    Deswegen sollten wir uns organisieren um mehr Druck auszuüben. Wir sollten das öffentliche Interesse an dem sexuellen Mißbrauch und dem systematischen Psychoterrors wie er über Jahrzehnte in Kremsmünster geherrscht hat und noch immer herrscht, wieder wecken bzw. neu aufflammen lassen.

    Wir sollten alle unsere Erfahrungen, was wir schlecht fanden, was schiefgelaufen ist, Meinungen usw… (wie eben in diesem Blog) in Form von (un)regelmäßigen Leserbriefen an die Medien schicken. Wir beklagen uns, daß sie alles aussitzen wollen und vertuschen, ok, dann tun wir halt was dagegen.
    Die Öffentlichkeit soll sich darüber Gedanken machen, soll drüber reden, sich alles (wieder) in Erinnerung rufen.
    Nichts tut ihnen mehr weh, als ständig negativ in den Medien präsent zu sein.

    Wie schauts eigentlich mit dem Verein aus, der gegründet werden sollte?

  64. LH - MJ '95 Says:

    @ sehr schwierige Aufarbeitung:

    Vereinsgründung des Vereins “Pro Victimis” ist im Laufen. Akt liegt beim Anwalt.
    Keine Sorge, ein Aussitzen werden wir unmöglich machen – dies gilt für Gymnasium UND Stift.

    Bin ab Montag zurück in Wien und dann wieder voll dahinter. Wir vergessen nicht.

    Kontakt für alle Interessierte: pro_victimis@hotmail.com.

  65. Wir warten.. Says:

    http://www.orf.at von heute:

    Jesuiten räumen systematische Vertuschung ein

    Die deutschen Jesuiten haben über Jahrzehnte systematisch sexuelle und körperliche Gewalt gegen Kinder an den Schulen des Ordens vertuscht.

    Die Täter seien in mehreren Fällen von ihren Oberen gedeckt und an andere Orte versetzt worden, wie Ursula Raue, die Missbrauchsbeauftragte der Jesuiten, heute bei ihrem Abschlussbericht zu dem Skandal in München sagte. “Man hat dafür gesorgt, dass die verschoben wurden.”

    An Einrichtungen von Jesuiten kam es in den vergangenen Jahrzehnten in mindestens 205 Fällen zu sexuellem Missbrauch und körperlichen Misshandlungen von Kindern. Der Taten verdächtigt werden 46 Patres, weltliche Lehrer und Erzieher des Ordens, berichtete Raue. Raue sagte, zusätzlich zu den 205 Meldungen an Jesuiten-Einrichtungen seien ihr 50 weitere meist an katholischen Einrichtungen geschehene Übergriffe gemeldet worden.

    WIR WARTEN AUF DIE OFFIZIELLE ERKLÄRUNG DES STIFTES KREMSMÜNSTER !!!

    • Wir warten.. Says:

      aus der ZEIT online von heute:

      Jesuiten-Provinzial Stefan Dartmann sagte anschließend: «Im Namen des Ordens anerkenne ich mit Scham die Schuld und das Versagen des Ordens.» …

      Dartmann forderte Erklärungen von den damaligen Oberen der Gesellschaft: «Als Provinzial erwarte ich, dass die Mitbrüder, die damals in Verantwortung standen, ihrerseits Stellung zu den nun vorliegenden Fakten beziehen.» Die damaligen Ordens-Verantwortlichen, die die Täter deckten, sind heute alle über 70 und inzwischen pensioniert.

      WIR WARTEN DARAUF, DASS ABT EBHART EINE ERKLÄRUNG DES DAMALIGEN ABTES ODDO BERGMAIR EINFORDERT !!!

      • @ Dartmann Says:

        “Entschuldigung auf 13 Zeilen” – so kann man die Reaktion der Jesuiten auf den heute vorgelegten Bericht auch zusammenfassen

        http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/entschuldigung-auf-13-zeilen/

        Während Sonderermittlerin Raue eine Entschädigung empfiehlt, bleibt der Orden zurückhaltend. Geld für die Prävention wäre wichtiger. Man müsse noch das Ergebnis des Runden Tisches der Bundesregierung abwarten.

        In Ö1 war dann sinngemäß vom Jesuiten-Provinzial Dartmann zu hören: Das wäre ein Präzedenzfall, der ANDERE sehr belasten könnte.

        An welche Orden denkt er, wenn er befürchtet, dass diese finanziell so hart getroffen werden würden? Oder denkt er an eine solidarische Haftung, die die anderen Orden treffen würde, weil die Jesuiten selber nie soviel Geld haben, wie sie zu zahlen hätten?

        Diese Reaktion des obersten Jesuiten in Deutschland hat bei Gott keinen guten Beigeschmack. Gleichzeitig verliert das Eingeständnis, dass der Orden Schuld an den systematischen Vertuschungen hat, an Bedeutung.

        13 Zeilen sind besser als keine – wir werden sehen, ob aus dem Stift Kremsmünster etwas kommen wird. Die abwehrende Haltung der Jesuiten könnte aber ein Eckstein der Mauer sein, die nach dem Skandal des Schweigens und Vertuschens nun aufgezogen wird. Ein Eckstein einer fire-wall von Orden nämlich, um Entschädigungsansprüche abzuwehren. In diesem Sinn liefert Dartmann selber einen Präzedenzfall.

      • gloria in excelsis Says:

        und die Verantwortung des früheren “Prälaten” Albert Bruckmayr ist zu klären. Folgender Beitrag lässt die Vermutung aufkommen, dass Bruckmayrs Wirken sehr einseitig auf Tätigkeiten im Zusammenhang mit den Realitäten des Stiftes bezogen war. Besonders in Hinblick auf das 1200-Jahr-Jubiläum dürfte die Priorität darauf gelegt worden sein, das Stift im vollen barocken Glanz erstrahlen zu lassen. Da widmete man den Vorgängen im Hades und anderswo offensichtlich nicht die erforderliche Aufmerksamkeit. Den Prälaten-Mercedes hat Bergmair dann wenigstens verkauft. Zuvor hat man noch etwas repräsentiert und der barocke Pomp lief noch einmal zur Höchstform auf. Eltern und Öffentlichkeit ließen sich durch die Äußerlichkeiten täuschen und ahnten nicht, was derweil im Stift passierte. Noch viel weniger wäre ihnen die Möglichkeit einer systematischen Vertuschung in den Sinn gekommen.

        http://www.biologiezentrum.at/pdf_frei_remote/JOM_126b_0157-0159.pdf

  66. Wir warten.. Says:

    So schaut eine “offensive Aufarbeitung” aus!
    DETAILLIERTER Bericht von Frau Raue über die Täter und ihre Taten im Jesuiten-Orden:

    http://www.jesuiten.org/fileadmin/Redaktion/Downloads/Bericht_27_05_2010_aktuell.pdf

    WIR WARTEN DARAUF, DASS EIN SOLCHER BERICHT ÜBER DIE TÄTER DES STIFTES KREMSMÜNSTER VORGELEGT WIRD!

    • Raue statt Reue Says:

      Das ist der Unterschied:
      Die Jesuiten haben sich eine unabhängige Anwältin (namens Raue) zur Aufarbeitung geholt, die Benediktiner von Kremsmünster haben haben dies verabsäumt, dafür lieber den Hauptbeschuldigten Pater A. mehrmals an die Öffentlichkeit gelassen, damit dieser sein Gesülze von “Reue” und “tiefem Bedauern” auf die Menschheit loslassen kann. Seither wird (oder vielleicht auch nicht?) INTERN “ermittelt”. Kremsmünster täte gut daran sich für eine Raue, statt für Reue zu entscheiden.

      Für wie debil halten diese Oberg´scheiten denn ihre Absolventen eigentlich? Die für Ihre Intellektualität bekannten Jesuiten machen´s etwas geschickter!

      • Raue statt Reue Says:

        Korrektur im letzten Absatz: kleines “i” bei “ihre”

      • anderhund Says:

        Aus (m)einer E-Mail vom 15.03.2010:
        Seit vorgestern verfolge ich atemlos das Geschehen bei Euch. Der Blog ist zwar brutal – aber äußerst heilsam, ich denke sowohl für Euch als auch für die zahlreichen Opfer längst vergangen geglaubter Erziehungsmethoden.
        Die Sachen müssen auf den Tisch, und ich glaube, ihr habt den richtigen Weg gewählt.
        Ich hab mir übers Internet den Bericht auf OÖ-Heute angeschaut, und es war allein schon eine Wohltat, die Zusammensetzung des Krisenstabs zu sehen: junge, dynamische Patres, die ganz offensichtlich nicht den Eindruck machen, etwas vertuschen zu wollen. Ich denke, Ihr seid auf einem guten Weg.
        Für mich persönlich geht es in diesen Tagen auch noch einmal um ein Stück Vergangenheitsbewältigung sowie Identifikation und De-Identifikation, irgendwie auch ein heilsamer Prozess.
        Das monastische Ideal spielt übrigens in meinem Leben immer noch und immer wieder eine grosse Rolle, nicht nur, dass ich mich momentan mit Klostergärtnerei beschäftige, sondern auch insofern, als eins meiner Lebensideale die Form einer klösterlichen Gemeinschaft hat, die bei mir allerdings eine gemischtgeschlechtliche wäre mit Männern, Frauen (als Paare und als Singles) und Kindern, die in einem spirituellen Zusammenhang zusammenleben. Aber ich fürchte, das wirds nicht mehr spielen in meinem Leben, die passenden Leute dazu hab ich jedenfalls noch nicht getroffen.
        Ich bin schon gespannt, ob Ihr noch einmal das Ruder herumreissen könnt, es ist ja doch bei Euch auch schon sehr ausgedünnt. Wie hat kürzlich – nach der Käßmann-Geschichte – ein Bekannter von mir, Diaspora-Katholik wie ich hier oben, zu mir gesagt: es sieht nicht gut aus für die Kirchen derzeit.

        Eins wollte ich noch loswerden: Im Berliner Jesuitengymnasum Canisius-Kolleg wurden letztens auch Missbrauchsfälle aufgedeckt. Der Direktor Klaus Mertes scheint ein äußerst kompetenter Mensch zu sein. Vielleicht wär es gut, mit ihm Kontakt aufzunehmen, um Euch mit ihm über die notwendigen Strategien auszutauschen. Hier in Berlin gibt es eine Juristin, Ursula Raue, als unabhängige Anlaufperson, die alle Fälle bündelt und die nötigen Schritte einleitet. Sie ist bzw. war eine Kundin von mir, bei Bedarf könnte ich Dir ihre Telefonnummer vermitteln, aber sie lässt sich bestimmt auch übers Internet finden bzw. übers Canisius-Kolleg bekommen. War nur so ein Gedanke, falls Ihr Beratungsbedarf habt, wie es jetzt weitergehen soll.

  67. peior Says:

    kremsmonster / erfahrungen / 1981

    während die heizkörper im grossen studiersaal der ersten abteilung des konvikts unter leisem fiepen erkalten, sitzen ein paar zehnjährige im grellen licht der neonröhren in schlafanzügen an ihren studierpulten und schreiben, „nur ungezogenen und rücksichtslose burschen reden nach dem licht abdrehen“, immer wieder, zeile für zeile, zweihundert mal, und obwohl ihre körper in der kälte langsam steif zu werden beginnen, ist es die angst, die ihnen die glieder lähmt. die angst vor dem direktor des konvikts, der sie aus den betten des schlafsaals gerissen, nachdem ein senior sie verschuftet hat. das parkett des studiersaals knarzt unter den schritten das hochgewachsenen direktors im schwarzen habit, der in sein brevier vertieft auf und ab geht und den vollzug der strafe an den zöglingen überwacht.
    hinter mir leises schluchzen, wenn ich die zeilen der strafarbeit korrekt nummeriert habe, bin ich gerade erst bei der hälfte des auferlegten pensums, seit zwei stunden schreibe ich, jetzt schlägt die glocke der stiftskirche mitternacht, also wird es zwei uhr morgens sein, am ende. das schluchzen hinter mir wird lauter, durch die tür des angrenzenden schlafsaals vernehme ich vereinzelt stöhnen, wie schön wäre es jetzt im warmen bett zu träumen, von mir aus auch einen albtraum, immer noch besser als diesen realen hier erleben zu müssen.
    die kälte hat mittlerweile spürbar zugenommen, die klammen finger schreiben weiter, immer wieder verschwimmen mir die zeilen vor den augen, das können keine tränen sein, ich weine nicht, den gefallen tue ich dem direktor nicht, der mann ist gewalttätig, das musste ich in den ersten vier monaten meiner zeit in kremsmonster schon mehrmals erfahren, er schlägt schüler zu boden und lacht dabei.
    „nur ungezogene und rücksichtslose burschen reden nach dem licht abdrehen“, ich muss eingeschlafen sein, warum sonst steht der direktor plötzlich vor mir und faucht mich an, mit seiner öligen stimme, peior, hier wird nicht geschlafen, ich zerreisse dir sofort deine strafarbeit, dann kannst du von vorne beginnen, das glaubst du mir nicht? beim nächsten mal wirst du mich kennenlernen. er geht, ich schreibe weiter, er fängt hinter mir mit jemand anders zu schreien an, was? du schreibst deine arbeit mit bleistift? papier wird zerrissen, begleitet von lautem jammern, der zögling dürfte, so wie ich, bei hundertfünfzig angekommen sein, jetzt muss er wieder von vorne beginnen, er weint, er bettelt den direktor um gnade an, ja, er verwendet tatsächlich das wort gnade, stattdessen verrät ein charakteristisches klatschen, dass er eine ohrfeige bekommt, dieses geräusch kennt hier jeder vom ersten tag an.
    die schritte des direktors scheinen sich mir wieder zu nähern, im eiskalten schlafsaal, nur mit schlafanzug bekleidet, die nackten füsse in hausschuhen, beginne ich plötzlich zu schwitzen, in mir beginnt etwas zu zittern, dicht hinter mir halten die schritte an, bilde ich mir ein oder spüre ich den atem des direktors in meinem nacken?, er muss ganz dicht hinter mir stehen, ich wage nicht über die schulter zu sehen, ich habe angst. plötzlich knarzt das parkett wieder, entwarnung? nein, ein schatten fällt über mich, mir wird der stuhl unterm arsch weggerissen, ich lande auf dem boden, die füllfeder in der hand, gleichzeitig knallt mein hinterkopf gegen etwas hartes, die kante des stuhls, den der direktor dafür exakt zu positionieren wusste. er ist ein begnadeter folterknecht. nicht schlafen peior, dröhnt seine stimme. ich raffe mich auf, um weiter zu schreiben, die schritte des direktors entfernen sich, ich habe starke kopfschmerzen. mir ist so kalt. wieder verschwimmt das geschriebene vor meinen augen, an manchen stellen zerrinnt die tinte in nassen flecken am papier, das muss die müdigkeit sein, nur nicht weinen peior, die freude machst du ihm nicht, er liebt es schüler weinen zu sehen, das weißt du.
    plötzlich hinter mir seine stimme, mit wem schreit er jetzt? wie schreibst du licht abdrehen?, so schreibt man licht abdrehen nicht, verdammter idiot, der direktor faucht, wieder klatscht eine ohrfeige, lautes hemmungsloses weinen, kinderweinen, papier wird zerrissen, noch einmal von vorn, lacht der direktor, ohne einen einzigen fehler, zweihundert mal, los! kein laut mehr. dir zerreisst er die strafe erst, wenn du fertig bist, denke ich, aber das ist mir jetzt egal, wie eine maschine schreibe ich weiter, gefühllos, „nur ungezogene und rücksichtslose burschen reden nach dem licht abdrehen!“

    wir müssen uns stift kremsmünster als gewalttätigen ort denken.

    • David Sterling Says:

      1981 war der Schwan Präfekt der 1. Abteilung, also wieso hast Du beim Fig Strafe schreiben müssen ? Verwechselst Du da nicht etwas ?

      • schwanera Says:

        iss so, der fig hat bisweilen die aufsicht übernommen, wenn der schwan net da war

      • Albert Hesse, Götterdämmerung Says:

        Ich war ja erst ab 87 in der Anstalt. Die erste Abteilung bestand aus dem Großen Schlafsaal unter Schwans Herrschaft und dann hatte der Fig die Oberhand über den Hades (War aus meiner sicht nicht das schrecklichste im Stift). Lernen taten wir aber in der ersten Abteilung gemeinsam unter Schwans fittichen. Ich erinnere mich an das Taschengeldheft und dass der Schwan im Großen und ganzen ein positiveres Beispiel einer Erziehungsperson war.
        Ich erinnere mich auch, dass der Fig öfters mal bei uns aufpasste, wenn der Schwan nicht da war.

    • Hmmmm... Says:

      Hmmmm… und das sollen wir jetzt glauben?? Damals war in der 1. Abteilung P.Emmeram Präfekt und nicht P. Alfons. Und die Heizkörper waren eigentlich nie aus während der Heizsaison. Und der Fig soll ihm also *absichtlich* den Sessel weggezogen haben, so dass peior mit dem Hinterkopf darauf fiel.. hmmm. na ja…

    • gnade oder doch nur willkür? Says:

      Ja, die Kollektivstrafe hat es gegeben! A. hat an diesem Abend P. Emmeram vertreten. Ich hatte damals das zweifelhafte Vergnügen, von der Kollektivstrafe ausgenommen zu sein… “Nein, du nicht! Du kannst liegen bleiben!”

      Dass das nicht unbedingt der beste Start für eine Internatskarriere sein sollte, konnte ich damals noch nicht verstehen…

      Über die Willkür von A. wurde hier ja schon mehrmals berichtet. Aber willkürliche Gnade ist schlicht perfid!

      Kremsmünster war für mich ein sehr gewalttätiger Ort!

      • 8 Jahre Says:

        @ für mich “ein sehr gewalttätiger Ort!”

        Ich habe Kremsmünster als einen Ort des Gesinnungs-Terrors in Erinnerung. Alle acht Jahre habe ich mich gehütet, irgendwie nur Preis zu geben, dass die eigenen Eltern politisch anders ticken. In Kremsmünster war es schlicht undenkbar auszusprechen, dass jemand pro Kreisky war. Abgesehen davon, dass man ja selber noch keine politische Position entwickelt hatte.

        Dafür war es selbstverständlich, dass A. den Nationalsozialismus verharmlost hat und – wie ich gehört habe – B. “Juden-Witze” erzählt hat. Ja, so war´s in diesem Land: Kreisky musste dafür mit verschiedensten Mitteln verwischen, dass er jüdischer Herkunft ist, um “wählbar” zu sein. Ich kann mich auch an eine Konversation mit jemandem im Internat erinnern, der erklärt hat, warum sein Familienname nicht jüdisch sei. Das hatte offensichtlich den Hintergrund, dass man irgendwann irgendwo gelernt hat, was “typische” jüdische Namen seien. Wir sprechen von den 70/80er Jahren. Ich kann mich sogar sehr genau erinnern, wie mir ein Schulkollege ausbuchstabiert hat, woran man jüdische Namen “erkennt”. Ich hoffe sehr, dass die Schülerinnen und Schüler von heute ganz klar antifaschistisch und ohne jeglichen Antisemitismus erzogen werden.

        Ich hoffe, dass jemand, der/die für die Gesamtschule eintritt, in Kremsmünster heute nicht mehr als “Sozi” verunglimpft wird und dass die Grünen wegene ihres Eintretens für die Rechte von Homosexuellen nicht gleich generell als unwählbar gelten.

        • Judenwitze Says:

          Und jetzt rufen wir sofort Herrn Ariel Muzicant an und fordern eine saftige Entschädigung für alle und jeden, und zusätzlich die Errichtung eines grossen Holocaust Denkmals aus Beton im Stiftshof, genau vor der Stiftskirche, nach dem Vorbild jenes riesigen Betonklotzes der den an sich wunderbar barocken Judenplatz in Wien auf so grässliche Wiese verschandelt hat – SOFORT.

          • anderhund Says:

            Idiotisches Posting, völlig überflüssig!

            • Anonym Says:

              - und bösartig!

              Ich frage den Poster “Judenwitze”, wodurch die zahlreichen barocken (Stadt-, Haupt- usw.)Plätze in Österreich “verschandelt” wurden. Durch die Umbenennung in “Adolf Hitler”-Plätze!

          • Kevin Krennhuber MJ96 Says:

            Wozu sollten wir das tun?

          • Warum nicht Says:

            Her mit der Telefonnummer.

          • Umbenennung Says:

            Franz Jägerstetter, ein “kleiner”, dafür umso bedeutender Mesner, der den Nationalsozialismus aus seinem christlichen Glauben heraus strikt abgelehnt hat und zum Märtyrer geworden ist, ist neuer Namensgeber des katholischen StudentInnenheims in Linz:

            http://www.dioezese-linz.at/redaktion/index.php?action_new=Lesen&Article_ID=54368

          • noch kein Schlussstrich Says:

            Die Jugendlichen (drei 16-Jährige, ein 14-Jähriger), die letztes Jahr eine Gedenkveranstaltung in Ebensee gestört haben, werden nun wegen “nationalsozialistischer Wiederbetätigiung” angeklagt.

            http://ooe.orf.at/stories/446024/

            Wenn 14-16-Jährige wegen eines solchen einmaligen Deliktes verurteilt werden können, welche Verantwortung tragen dann Pädagogen und Priester, die Verantwortung für die Jugend (in einer demokratischen und auf den Menschenrechten basierenden Gesellschaft) übernommen haben?

            Ich weiß von einer Person, die in ihrer Jugend von den “Verharmlosungen” des Nationalsozialismus durch Pater A. so stark geprägt war, dass diese nach eigener Einschätzung zu dieser Zeit deklariert “nationalsozialistisch unterwegs” gewesen ist (heute eindeutig von diesem Gedankengut distanziert). Wer weiß, bei welchen Personen diese “Sprüche” in Verbindung mit der erlebten Gewalt und Perfidie noch auf fruchtbaren Boden gefallen sind? Mit welchen Konsequenzen?

            Herr Abt, Herren und Frauen Professoren und Akademiker in Stift und Gymnasium Kremsmünster von heute! Halten Sie einmal inne und versuchen Sie wie der einfache und “nicht studierte” Mesner und nunmehr Selige Franz Jägerstätter sich ganz klar vor Augen zu führen, was der Nationalsozialismus ist. Vielleicht finden Sie dann die “Verharmlosungen” eines Pater A. ebenso verabscheuenswürdig wie seine sexualisierten und anderen Gewalttaten. Vielleicht erkennen Sie dann auch, dass die eine Seite (sein absoluter Machtanspruches über Menschen) mit der anderen (Verhöhnung der industriell vernichteten Menschen im NS) zu tun hat! Nationalsozialismus ist ein Verbrechen und keine Meinung!

    • Alexander Nader Says:

      erinnert mich an die erst Erziehungsstufe beim Leo….

  68. Anonym Says:

    worte dieses direktors an einen mitschüler, der kurz vor dem hinauswurf stand: “da führt er sich auf, anstatt dass er sich alle 10 finger abschleckt, hier sein zu dürfen”

  69. Kopf auf Stuhlkante? Says:

    @peior: Also, das mit dem schädel auf den Stuhlkante glaub ich dir einfach nicht!

  70. Leser Says:

    http://www.zeit.de/2010/22/Missbrauch-Paedophilie?page=all

    http://www.zeit.de/2010/22/Rettung-Josef-Hader?page=all

  71. mj90krems Says:

    Zur Aushilfsaktion von Alfons, wenn er einem schon den Stuhl unter dem Hintern wegzieht, schließe ich nicht aus dass er diesen auch richtig für den Fallenden bereit hält. Dieser Typ ist einfach so, für Ihn selbst vermutlich nur ein kleines sadistisches Amüsement so nebenbei … für den Betroffenen halt nicht so lustig.

  72. arborexmachina Says:

    Obwohl ich mehrere Generationen jünger bin als peior bin,kann ich mir die Aktion mit der Stuhlkante durchaus vorstellen,da ich ebenfalls das fragwürdige Vergnügen hatte,vom Hadesherrn diesmal im Speisesaal nicht nur brutal zu boden geschlagen zu werden(mit der Faust),sondern auch,als ich mich nicht auf die Knie vor ihm zwingen lassen wollte,mit Fußtritten durch den ganzen Speisesaal bis zur Fernsehecke befördert zu werden.Gut der Figaro war bekannt jehzornig und hat sich für diese Verfehlungen entschuldigt….Da ich für meinen Teil keine sexuellen Übergriffe erleben mußte kann ich diese Entschuldigung durchaus annehmen.Bei P.L.hab ich auch mal die ganze Nacht geschrieben,auch das kann ich für meinen Teil noch als fehlgeleitete Erziehungsarbeit akzeptieren,da ich damals,so ehrlich sollte man sein auch sowas zuzugeben,einen schweren u unnötigen Regelverstoss begangen hatte.Immer noch unversöhnt bin ich hingegen bin ich mit Teilen des damaligen Lehrkörpers,insbes. dem damaligen Direktor(dem lieben Grinser…)u einem mitlerweile verstorben Mathematiklehrer(de mortis…)die mich zwar körperlich nicht angriffen,mich dafür schuldlos,nur auf Grund von persönlicher Abneigung auf jede erdenkliche weise schickaniert haben.Oder wie der(verstorbene) Prof.A.sagte:”Ich seh dich von hinten,mir egal wielangs dauert aber maturieren wirst du hier sicher nicht solange ich diesem Kollegium angehöre”-womit er recht behalten sollte.Auf die schüchterne Frage was ich denn ausser keine besondere Begabung für Mathe zu besitzen,denn anstellen würde,kam die lapidare Antwort-weil Burschen wie ich der Grund seien das diese Generation vor die Hunde gehen würde…..

  73. Zu Prof. A. Says:

    Ich halte es für völlig ausgeschlossen, dass er jemals den Satz “Burschen wie Du sind der Grund dafür dass diese Generation vor die Hunde gehen wird” gesagt haben könnte. Jeder, der ihn kannte und ein wenig Menschenkenntnis besitzt, wird dies sofort bestätigen können.

    Abgesehen davon ist es ganz ganz schäbig über bereits Verstorbene in dieser Weise herzuziehen !!! Er kann sich ja gar nicht verteidigen, also kann man genauso gut jede x-beliebige Geschichte erfinden und hier reinposten.

    • Albert Hesse, Götterdämmerung Says:

      Ich finde es überhaupt nicht schäbig, über verstorbene herzuziehen. Ehrlich gesagt, den Aschi juckt das nicht mehr, er ist ja bereits dafaüd (verschimmelt).
      Natürlich ist richtig, dass sie sich Tote nicht verteidigen können, andererseits kann man sie etwa noch zur Verantwortung ziehen?

      Es gab einmal ein Missverständnis ganz am Anfang meiner Schullaufbahn.
      ICh erzählte einem Klassenkollegen einen unanständigen Witz, deswegen lachten wir beide leise.
      Aschi dachte, wir lachten hinter seinem Rücken über ihn und er wollte, dass ich laut sage, was wir einander erzählten. Es war mir aber peinlich, deswegen schwieg ich. Daraufhin fasste ich irgend eine Strafe aus und er war irrsinnig sauer auf mich. Nachdem ich eigentlich ein neutrales Verhältnis zu Aschi gehabt hatte, war ich danach doch verwundert, dass er gleich wegen nichts so sauer auf mich war.

      Naja, gut, ansonsten war der Aschi kein systematischer Quäler für mich, er zählte eher zu den Mitläufern, die halt beim allgemeinen Umgangston gegenüber den Schülern mitmachten. Wahrscheinlich fand er seine Ansagen selber lustig und möglicherweise lachten auch einige Kollegen wenn er seine aus heutiger Sicht bedenklichen Ansagen auf die Jugend losließ. Ich hatte ansonsten keine gröberen Schwierigkeiten mit ihm. Ich war in Physik doch einigermaßen gut. Außerdem war ich Nichtraucher, deswegen fühlte ich mich nicht direkt betroffen, wenn er als schwerster diabetischer Kettenraucher Schülern das Rauchen untersagte. (QVOD LICET IOVI NON LICET BOVI)

      DE MORTUIS NIL NISI BENE ist einfach nur so ein Spruch, sachlich aus meiner Sicht überhaupt nicht gerechtfertigt ist. Zusätzlich behindert diese übertriebene Achtung ganze Völker daran, kritisch über die Verbrechen ihrer Vorfahren nachzudenken. Siehe z.B. Stalin-Kult in Russland.
      DE MORTUIS NIL NISI BENE ist ein Totschlagargument, das ich so nicht stehen lassen will.

      • Albert Hesse, Götterdämmerung Says:

        @arborexmachina.

        Das mit “Ich sehe dich von hinten stimmt”. Zu mir sagte der Aschi: “Ich habe auch hinten Augen”, das war bei dieser Geschichte mit dem Witz, den ich keinem Erwachsenen erzählen wollte.

    • Alexander Nader Says:

      ich bin sicher dass A. zu solchen Aussagen fähig war. Hat er mir auch gesagt,……..und recht behalten;-)

  74. Aufruf zum Ungehorsam Says:

    Pater Friedhelm Hengsbach SJ – eine der renommiertesten kirchlichen Persönlichkeiten in Deutschland – fordert die “Zerschlagung der patriarchalen Struktur der Kirche”. Widerstand, Protest, Regelverletzung und ziviler Ungehorsam müssten von der Basis kommen, “von oben” sei nichts zu erwarten:

    “…Es läuft mir kalt den Rücken herunter, wenn ich höre, was im Canisius-Kolleg in Berlin oder in Sankt Blasien angerichtet wurde. Allerdings wehre ich mich dagegen, im Bad der Täter- und Opferrhetorik zu schwimmen, ohne die anachronistische Verfassung der katholischen Kirche zur Disposition zu stellen und zu demokratisieren. Aus diesem gegebenen Anlass, der von vielen Katholiken zu Recht als skandalös empfunden wird, geht es darum, die Männermacht in der Kirche und die verkrampfte Sexualmoral aufzubrechen, den Ausschluss der Frauen aus kirchlichen Ämtern zu beenden und die extrem hierarchisch-patriarchale Struktur der katholischen Kirche zu zerschlagen. Das lässt sich nicht durch individuelle Therapien und spirituelle Bekehrungen lösen…
    Einen Hoffnungsschimmer sehe ich darin, dass sogar ein deutscher Bischof dafür eintritt, die Kopplung einer verordneten Lebensform an die geistliche Berufung aufzulösen. Und dass die Bischofskonferenz eine Kommission bildet, die sich der kirchlichen Reform widmet. Aber können die Katholiken von oben Reformen erwarten? Nein, von der Basis her müssen Widerstand, Protest, Regelverletzung und ziviler Ungehorsam geleistet werden…”

    aus: Frankfurter Rundschau, 28.5.2010

    • patriarchat Says:

      @ Zerschlagung patriarchaler Strukturen in der Kirche

      Die r.k. Kirche ist bezüglich des Patriarchat die Spitze des Eisberges, aber nicht mit dem Eisberg gleichzusetzen.

      siehe Frauenbericht 2010

      http://www.frauen.bka.gv.at/site/7207/default.aspx

      Das Vorwort ist übrigens Johanna Dohnal gewidmet
      Ich kann mich erinnern, dass ich nach Kremsmünster die Staatssekretärin und Frauenministerin Dohnal eher im Sinne einer “entbehrlichen” “Emanze” gesehen habe. Genauso wie ich etwa eine eigene Frauen-Referentin in der ÖH für unnötig hielt.

      Ich bin froh und dankbar, dass ich Frauen kennenlernen durfte, die mir die Wichtigkeit feministischen Engagements vor Augen führten und immer wieder führen. Seitdem habe ich für alle diesbezüglich engagierten Frauen (in Kirche und außerhalb) größte Hochachtung und bewundere nachträglich das für Österreich wichtige Engagement von Frau Dohnal! Ich durfte lernen, dass auch die Kath. Frauenbewegung sie als wichtige Mitkämpferin bezeichnet!

      Ich wäre sehr daran interessiert, welchen Stellenwert Feminismus im Gymnasium Kremsmünster heute hat? Ich frage dies vor dem Hintergrund, dass es IN der (immer noch patriachalen) römisch-katholischen Kirche feministische Ansätze (in Theologie, Bildung usw.) sehr wohl gibt und diese kein “Fremdkörper” sind.

  75. Ein Beichterlebnis in Kremsmünster Says:

    Erlebnis mit P. Christian Haidinger:

    In der Unterstufe hatten wir P. Christian in Religion. Seinen Unterricht habe ich eigentlich ganz ok empfunden. Richtig gefürchtet habe ich mich jedoch immer vor den sogenannten “Einkehrwochenenden”, die er ebenfalls mitbetreute. Diese fanden ein oder zwei mal pro Jahr statt, und bestanden im Grunde darin, dass man einige Tage anstatt in die Schule zu gehen “in sich einkehren” sollte. Also: Lesen in der Bibel, Diskussion in der Gruppe, Vorträge diverser Patres anhören, und dergleichen.

    Dagegen wäre an sich noch nichts einzuwenden gewesen, wenn es da nicht die bei diesen Events immer auch angebotenen “Beichtgelegenheiten” gegeben hätte. Diese entpuppten sich für mich als der wahre Horror!! Das Hauptproblem bestand darin, dass diese gar keine echten “Gelegenheiten” waren, sondern es herrschte der totale Zwang: Man *musste* sie ablegen, ob man nun wollte oder nicht. Mir war P. Christian als Beichtvater “zugeteilt” worden, dh wurde ich dazu verdonnert, ihm alles zu erzählen, was ich im Laufe meines damals noch sehr jungen Lebens von gerade mal 12 Jahren alles schon so angestellt hatte.

    Zuerst mussten wir während den Einkehrtagen immer wieder dieselben bohrenden Fragen über uns ergehen lassen. Diese waren gepaart mit erzwungenem (und erniedrigendem) Vortragen persönlichster Dinge vor meinen eigenen Klassenkollegen. Wie man denn nun diese wunderbare “Gelegenheit” zur Beichte zu nutzen gedenke. Und wie man zuerst mit den ganz schweren “Brocken” (den sogenannten “Todsünden”) beginnt, etc etc. Horror! Horror! Horror!

    Aber man konnte da nicht einfach weg! Dicke Klostermauern wohin man auch blickte, überall, die Mama weit weg. Völlige Kontrolle seitens der “Betreuer”. An ein Davonlaufen war nicht zu denken. Wohin hätte man denn auch laufen sollen? Der Bahntrasse entlang bis nach Linz vielleicht? Nein, das war keine Option.

    Stattdessen waren wir tagelang eingekerkert im Wintersaal. Immer wieder dieselben bohreden Fragen von P. Christian: “Na, denk noch mal nach, gibt es nicht vielleicht doch etwas was man zu berichten und zu beichten hätte?”. Was sage ich denn bloss?? Dass ich gelogen, betrogen und der Katze den Schwanz ausgezogen habe vielleicht?? Nein, ich wusste es ja gar nicht einmal mit meinen 12 Jahren! Und doch hatte sich bei mir schon so ein schlechtes Gewissen aufgebaut, durch dieses tagelange “In-sich-Einkehren”, das ich schreckliche Angst hatte, mir mir stimmt etwas nicht.

    Am schlimmsten war die immer wieder gleiche Einschüchterungmasche. Vor allem mit den “Todsünden” ist ja nicht zu spassen! Wehe! Wenn man diese nicht *lückenlos* dem Beichtvater mitteilt, habe man sowieso keine Chance der Hölle zu entrinnen. Denn die ist offenbar final: einmal drinnen, nie wieder raus! So einfach ist das, während man im sogenannten “Fegefeuer”, einer Art Vorhölle (von P. Christian allerdings als Vorhimmel bezeichnet, warum weiss ich nicht ganz genau, denn auch dort was es ja offenbar noch tierisch heiss) durch gutes Zureden und Busse noch eine gewisse Chance hatte, dem drohenden ewigen Inferno der Hölle noch zu entgehen und gnädigerweise in den Himmel zu kommen – so wie George Clooney der einfach seine Nespressomaschine eintauscht, um nochmals eine zweite Chance zu bekommen.

    Am besten ist, so bleute er uns immer wieder ein, man sagt gleich a l l e s. Ohne Umschweife, und betet danach so viele Vaterunser und Gegrüsset-seist-du-Maria wie es nur geht. Dann ist wenigstens der Schmerz dieses “Fegefeuers” etwas gemildert und -wenn man Glück hat- sogar etwas abgekürzt. Das nannte man “Ablass”.

    Erst viel später, lange nach der Matura, lernte ich dass das Fegefeuer eine rein willkürliche Erfindung der katholischen Kirche war (zwecks Einführung eines straff organisierten und ganz Europa überziehenden Ablasshandels zur Finanzierung von Prachtbauten wie dem Petersdom oder dem Kloster in Avignon zum Beispiel – der CFO der Kirche war wirklich der effektivste den es je gab). Das Fegefeuer wurde erst von Martin Luther abgeschafft, der alles strich, was in der Bibel nicht vorkam.

    Aber damals, mit 12 Jahren, habe ich *ernsthaft* geglaubt, dass ich in die Hölle und von dort nie wieder rauskommen würde, WENN ich nicht jetzt sofort P.Christian *alles* erzähle. Aber wirklich alles! Zum Beispiel, dass ich 12-jähriger Schwerverbrecher einem Mitschüler kurz vor dem In-die-Schule-Gehen noch schnell ein paar Kekse aus den Fresskasten stibitzt habe, weil mir wieder einmal die Frühstücksmarmelade nicht geschmeckt hatte und mein Magen so knurrte dass es weh tat (die Pizza vom Vorabend war nämlich auch dermassen grauslich, das ich keinen Bissen runterbrachte – ausserdem sass ich am Ende des Tisches und da kann man von Glück reden wenn man überhaupt etwas bekommt). Ehrlich! Das habe ich wirklich geglaubt. “Du sollst nicht stehlen!” heisst es ja. Und Gebote soll man ja einhalten. Ich sah mich schon im brennenden Kessel von Luzifer schmoren, der mich mit seinem glühenden Dreizack daran hindert, aus ebendiesem zu entrinnen.

    Am Ende der mehrägigen Einkehrtortur war es dann endlich soweit: Wir hatten endlich die uns angebotene “Gelegenheit” zur Beichte, auf die wir ja alle hoffnungsfroh warteten. Wir mussten uns alle in Fünfer- oder Sechserreihen vor den hölznernen Beichtkästen aufstellen, die rechts und links in der Stiftskirche neben den Kirchenbänken standen (und vermutlich noch stehen). Jede Reihe war genau abgezählt, niemand wurde übersehen, denn es sollte ja wirklich jeder die “Gelegenheit” bekommen, in den Himmel zu kommen. An ein Entrinnen war nicht zu denken.

    Ich wurde einem Beichstuhl zugeteilt, der sich ganz hinten in der Stiftskirche befand, gleich neben dem Eingang und einem Weihwasserbehälter. Überall auf den Bänken rundherum waren kleine Ablassbüchlein aufgelegt, auf denen man alles aufs Genaueste nachlesen konnte: So-und-so-viele Vaterunser ersparen dir so-und-so-viele Tage im Fegefeuer, etc. etc. dort lernte ich, dass es sogar die Möglichkeit eines totalen Ablasses gab. Leider war der aber ziemlich “teuer”, und daher praktisch nicht machbar. Ich hatte ernsthaft Angst, so lange da unten in der Glut schmoren zu müssen, dass ich gar nicht bis zur Erlösung durchhalten würde, selbst wenn ich mich dafür qualifizieren sollte … ja, so eingeschüchtert war ich damals mit 12 Jahren. Es ist wirklich unfassbar!!

    Also tat ich, was die meisten taten: Ich betete vor mich hin, was das Zeug hielt! Dann … das quälende Warten vor den Beichtstühlen. Totenstille, nur leicht durchdrungen vom Gemurmel der vielen vielen Sünden die all meine Mitschüler (offenbar) doch zu erzählen hatten, gelegentlich unterbrochen von den tieferen Stimmen der Beichtväter – die vermutlich weitere, noch tiefergehende Befragungen für die reuigen Sünder bedeuteten.

    Wie komme ich da bloss raus? Hilfe!

    Gleich bin ich dran, noch zwei Schüler vor mir, die mit zitternden Knien vor dem Beichtkasten warteten. Es war ziemlich kalt in der Kirche. Gerade ist wieder einer mit weissem Gesicht herausgekommen, und machte sich daran die vielen ihm aufgetragenen Vaterunser und Gegrüsset-seist-du-Maria in der Kirchenbank neben dem Beichstuhl herunterzuleiern. “Hoffentlich (für ihn) wird er fertig bis zum Abendessen” dachte ich mir, sonst kommt er entweder in die Hölle oder hat heute Abend nichts zu Essen (denn sein Fresskasten war ja mittlerweile leergeräumt von mir, dem Schwerverbrecher des Stiftes schlechthin).

    Hinter mir höre die schweren Schritte eines gewissen Pater Leonhards, einem der “Aufpasser” offenbar. Er ging vor dem Ausgang der Kirche langsam hin- und her, es gab also keine Chance da irgendwie durchzuhuschen. Abgesehen davon hatte ich vor P. Leonhard eine Höllenangst, obwohl ich mein Dasein gar nicht in seinem KZ Regime fristen musste, sondern beim liebenswürdigen und milden P. Robert in der 2. Abteilung verbringen durfte. Aber allein schon der Anblick dieses Riesenmonsters Leo brachte mich zum Erstarren – er muss etwa zweimal so gross gewesen sein als ich es damals war. “Also vergiss es, lass es bleiben” dachte ich resigniert.

    Noch zwei Schüler vor mir. Ja hilft mir denn keiner??

    Da! Plötzlich merkte wie P. Leonhard unerwartet auf die andere Seite ging, offenbar um dort jemanden mit einem lauten “Sooooo!” zu rügen. Das war meine Gelegenheit! Ich dachte mir: “Jetzt oder nie!”.

    Ich war schon der Nächste an der Reihe, also bestand die Chance dass es gar nicht auffiel, wenn ich plötzlich nicht mehr da war – ich konnte ja schon im Beichtstuhl bei P. Christian sein, um dort brav meine Sünden zu beichten. Mit einem Satz huschte ich vom Beichtstuhl weg, das Weite suchend. Doch dann sah ich schon wieder die schwarze Gestalt des P. Leonhord um die Kirchenbankecke biegen. Verdammt! Das wird knapp. Es geht sich nicht mehr aus! Was mache ich bloss? Hilfe!!!! Im letzten Moment beschloss ich, anstatt hinauszulaufen, lieber erst mal hinter dem Gunthergrab Stellung zu beziehen, das gleich neben “meinem” Beichtstuhl stand. Das war eine liegende Steinstatue (desjenigen Gunthers der in der Gründungssage vorkam, aber das interessierte mich in diesem Moment wirklich nicht). Sie war gross genug, um mich einigermassen zu verdecken, wenn ich tief hockte. Daneben ging es durch einen Durchgang hindurch Richtung Michaelskapelle (übrigens ein weiterer Horrorort für mich: dort konnte man nämlich wochenlang als “Zwangsministrant” eingesetzt werden, aber das ist eine anderen Geschichte!). Einen Moment zögerte ich, aber ich traute mich einfach nicht – es könnte ja jemand dort sein und mich entdecken.

    Also beschloss ich, hinter dem Gunthergrab auszuharren bis der Spuk vorbei war. Was blieb mir denn übrig? Ich schwitzte Blut in diesem Momenten, das kann man mit Worten gar nicht beschreiben!! Was wenn plötzlich jemand durch die Türe aus der Michaelkapelle kam, oder P. Leonhard mich doch entdeckt. Da! Wieder die Schritte von P. Leonhard, jetzt ganz nahe. Dann Totenstille. Er muss unmittelbar vor dem Gunthergrab gestanden haben. Ich fragte mich ob ihm etwas schwante, weil in meiner Beichtreihe plötzlich so viel “weiterging”. Mein Puls muss an die 200 gelegen haben, ich machte mir fast in die Hose. Himmel, wenn dieses Riesenmonster jetzt mitbekommt, dass da einer fehlt in der Reihe, dann bin ich’s, aber todsicher: Zehn Watschn sofort, drei Wochen Lateintraining bei ihm im KZ, jeden am Abend von 8-10 vor den anderen KZ Insassen auf erniedrigende Weise rezitieren, dann Zwangsbeichte bei ihm, bei P. Christian und anschliessend noch beim Abt persönlich (um die Daten abzugleichen), anschliessen Rauswurf aus Internat und Gymnasium mit Skandalbericht in der Kronenzeitung. Ich malte mir schrecklichste Szenarien aus!

    Offenbar hat P. Leonhard es aber nicht gemerkt, dass ich nicht mehr in der Reihe stand. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Was sage ich, die ganze Guntherstatue fiel mir vom Herzen.

    Doch dann machte ich den entscheidenden Fehler. Als die anderen schon gegangen waren und ich vermeintlich allein war – es war ja schon weit nach 18 Uhr, der erste Schub des Abendessens bei Fig müsste also schon längst angefangen haben – wagte ich endlich, mich rauszustehlen. Ich machte mich auf den Weg, da ging plötzlich aber ganz langsame die Tür des Beichstuhls auf, und da stand … P.Christian vor mir: “Ach da ist ja noch einer, na komm doch rein”.

    Sch…! Für mich brach eine Welt zusammen. Die Apokalypse war perfekt! Ich war gebrochen, mein Gesicht sicher völlig weiss. Ich zitterte am ganzen Körper, schluchzte, und erzählte im .. alles. Aber wirklich ALLES. Ich hatte eine solche Angst, dass er mich bei P. Leonhard verschuften würde, dass ich ihm sogar Sachen erzählt habe, die ich gar nicht getan hatte. Mann, war ich fertig in diesem engen Beichtstuhl, in dem schon so viele vor mir gelitten hatten. Diesen Moment kann man gar nicht beschreiben, ich werde ihn nie vergessen!!! Es war ein Alptraum, und das Schlimme daran: es gab kein Entrinnen.

    P. Christian redete mir eindringlichst (!) ins Gewissen, und erinnerte mich immer wieder an die Schwere der Vergehen die man offenbar schon als 12-jähriger schon begangen haben *könnte*. Er machte mir immer wieder klar, was nicht alles passiert, wenn ich nicht alles erzähle, und dann Busse tue, Reue zeige, etc. etc. Ich war gebrochen. Was sage ich bloss? Immer wieder dieselben bohrenden Fragen, selbst dann als ich schon dachte, jetzt sei die Tortur endlich vorbei. Das Abendessen hatte ja schon angefangen, und mir war ausserdem schon so kalt. Was will er denn noch? Dass ich ihm erzähle, dass ich angefangen hatte, meinen eigenen Körper zu entdecken mit meinen 12 Jahren vielleicht? Ja so war es – genau das wollte er hören. Also gut, ich erzählte ihm auch das. Ich merkte wie sich sein Blick verfinsterte, ich fühlte mich jetzt wie ein Schwerverbrecher, der jetzt gleich in Handschellen abgeführt werden soll. Am Schluss wusste P. Christian wirklich a l l e s. Sogar das wir ein altes Bravoheft unter einem Bett versteckt hatten (dieses wurde auch prompt am nächsten Tag von der Putzfrau “gefunden” was einen Riesentamtam beim Fig verursachte und fast zum Rauswurf desjenigen Schülers führte, dessen Bett als Versteck für das Heft herhalten musste, ohne das er es überhaupt wusste – nur das mutige Einschreiten von P. Robert hat dies gerade noch verhindert – ihm sei gedankt. Die Putzfrau, Frau Rammerstorfer, hat mir später gestanden, dass sie tatsächlich an jedem Tag einen “Hinweis” erhalten hatte, wo das Heft sein könnte, sagte aber nicht von wem. Na ja., von wem wohl?).

    “Jetzt ist eh schon alles wurscht” dachte ich mir. Ich hatte aber immer noch eine unglaubliche Angst, dass er all das vor allen meinen Klassenkollegen ausbreiten würde, sozusagen als Draufgabe zur bereits erfolgten Erniedrigung, und als Negativbeispiel dafür, wie weit man schon in so jungen Jahren auf die schiefe Bahn geraten konnte, wenn man sich nicht rechtzeitig der geistigen Fürsorge eines Kremsmünsterer Paters anvertraut, der einem vor all diesem schrecklichen Dingen bewahrt. Aber nein, es dämmerte mir plötzlich: das Einkehrwochenende war ja schon fast zu Ende! Diese Beichte sollte ja der “krönenden” Abschluss sein -> nochmals Schwein gehabt!

    Nach diesem Horrortag bin ich P. Christian bis zu Matura (und natürlich auch danach) aus dem Weg gegangen. Wo immer es nur ging machte ich einen weiten Bogen um ihn (er wusste ja genauestens Bescheid über all die schrecklichen Dinge, die sich bis zu meinem 12. Lebensjahr so zugetragen haben).

    Dieser Tag war ein so traumatisches Erlebnis für mich, dass ich es in den vergangenen 30 Jahren nicht geschafft habe, auch nur ein einziges Mal darüber zu reden. Einen Beichtstuhl habe nie wieder von innen gesehen. Mir schaudert nur schon beim Anblick eines solchen. Beim nächsten Einkehrwochenende war ich “leider” krank, und in der Oberstufe war alles schon ein wenig einfacher. Irgendwie muss ich es dann doch geschafft haben, nicht nochmals durch diese Tortur gehen zu müssen.

    Leute, ich kann nicht mehr weiterschreiben. Es tut alles so weh…! Ich hoffe nur dass heute nicht mehr soviele unschuldige Kinder da durch müssen!

    P. Christian ist heute oberster Benediktiner in Österreich. Ich will ihm nie wieder begegnen.

    • Sakrament der Beichte Says:

      An Zwangszuteilungen kann ich mich nicht erinnern. Zu Pater C. bin ich aber definitiv nie beichten gegangen. Ich habe mich an den Priester “meines Vertrauens” gewendet. Das war meiner Erinnerung meist Nik (was die Unterstufe anbelangt). Ich kann mich nicht entsinnen, dass wir in der Oberstufe noch beichten gegangen sind!

      Ich habe einmal darüber gelesen, wie die Beichtstühle weiterentwickelt worden sind in Richtung Ausspracheräumlichkeiten. Dies wurde sehr problematisch diskutiert, da es bei der “Aussprache” nichts Trennendes mehr zwischen dem Beichtvater und dem Sünder gibt, also keinerlei Anonymität, keinerlei Distanz. Vielmehr ist man bei einer Aussprache mit dem “Beichtvater” in einen gemeinsamen Raum eingeschlossen.

      Ich finde, dass sich an der Beichte auch ganz gut der damals herrschende totalitäre Charakter der Institution zeigt. Letztlich hatten sie eine Waffe, um selbst noch an deine innersten Geheimnisse heranzukommen. Und egal ob im Beichtstuhl oder im Aussprachezimmer: Man wusste, wer da beichtet!

      Nicht zu übersehen ist noch ein Gusto-Stückerl in Kremsmünster: Zwar handelte es sich vielfach um eine Aussprache und nicht um eine Beichte im Beichtstuhl. Aber diese Aussprache bei deinem Priester (der gleichzeitig dein Professor war) fand bisweilen im Zimmer deines Präfekten statt. Gewaltentrennung ist für mich etwas anderes! Wie ist das heute?

      Mir ist übrigens auch noch eine Szene aus der Volksschule in Erinnerung: Da fand die Aussprache im Klasssenzimmer (!) statt. Die Schülerinnen und Schüler mussten am Gang warten, bis sie reindurften. Für das Bußgebet gab es ein Winkerl am Gang, wohin sich jeder nach erfolgter “Aussprache” verzogen hat. Der österreichische Weg für die Trennung von Kirche und Staat.

      Am Rande: Die Geschichte mit dem totalen Ablass ist doch super aktuell. Wenn Du zu Ostern vor dem Fernseher oder Radiogerät den Ostersegen des Mannes aus Rom empfängst (nicht etwa nebenan, wo kein Gerät steht), dann erhältst Du den vollständigen Erlass Deiner Sündenstrafen.

      Und nun noch eine Frage an Radio Erewan: Was haben Pater A. und wie sie alle heißen, in all den Jahren WEM gebeichtet (oder zumindest jetzt nach Bekanntwerden des Skandals?) Wie sehr haben ihre “Beicht-Brüder” darauf insistiert, ja nichts auszulassen? Oder kann es sein, dass unter “Mitbrüdern” das Thema Sexualität sowieso “gentlemen-like” ausgespart wird? Oder gibt es einen Titel, unter dem alles subsumiert wird (egal ob Masturbation, Sex mit einer Frau oder sexualisierte Gewalt), z.B. “ich habe Unsittliches gedacht oder getan”?

    • vorzeitig gewechselt Says:

      Schade, dass du die Einkehrtage so negativ in Erinnerung hast! Für mich waren es immer wunderschöne Tage – nicht nur weil der Unterricht ausfiel!
      An einen erinnere ich mich besonders gern (1984 oder 85), da kam eine Jugendgruppe von außen, die uns total faszinierte! Es gab auch keinen Zwang zur Beichte, wer nicht wollte, ging eben nicht in die Kirche. Zu meiner Zeit gab es monatlich an einem Samstag Nachmittag Gelegenheit zur Beichte in der Stiftskirche. Da konnte man sich auch einen Priester aussuchen. Das wurde von mir und von vielen anderen gerne genützt.
      Wie gesagt: Schade, dass du es so erlebt hast!

    • Albert Hesse, Sekret der Beichte, Excrement der Beicht Says:

      Ich bin doch etwas betroffen darüber, das Pater Christian einen schockierenden Eindruck hinterließ. Ich kenne Pater Christian als brauchbaren, bemühten Religionslehrer, dessen Einkehrtage doch nicht das Schlimmste waren.

      Nun ein kurzer Ausflug zu den Einkehrtagen:
      Die Spitze der Abartigkeit von Einkehrtagen war für mich ein gewisser Herr Döller, oder ähnlich. Dieser Herr Döller war auf Gottsuche und mit sich völlig in der Krise, ein völlig schwieriger Mensch, ich frage mich, warum ließ man gerade ihn auf uns los. Ich konnte es damals nicht besser beurteilen, aber ich dachte, Herr Döller hatte damals psychische Probleme. Vielleicht fällt jemand anderem genauer ein, was damals, etwa zwischen 90 und 93 mit diesem Döller los war und was da auf dem Einkehrtag passierte. Ich erinnere mich an eine sehr bedrückende Stimmung, einerseits aus Furcht weil er auf mich wirkte, als ob er wollte, dass man diesen Einkehrtag sehr ernst nimmt, hatte ich doch die vorigen Einkehrtage als entspannend in Erinnerung. Ich glaube, ich kann mich erinnern, dass wir mit Pater Christian oder Pater Alfons wegen Herrn Döller geredet haben, weil der Typ doch verschärft unfröhlich auf Gottsuche war.

      Insgesamt waren Einkehrtage doch etwas Gutes, oder weil wir uns dann alle „lieb“ hatten, ernst genommen wurden. Es gab besseres Essen im Exerzitien-Heim, wir waren überwacht und konnten einander nicht verprügeln, und überhaupt die Stimmung nicht so feindselig. Gleichzeitig wusste ich, dass es nachher mit der Hackordnung und Prügelei weiterging. Genau so war das auch beim Firmunterricht, es war irgendwie auch so eine Art Euphorie dabei, vielleicht weil Frühling war.
      Was das Beichten betraf, war es am Anfang für mich eine Erleichterung, weil man im Beichtstuhl ernst genommen wurde. Allerdings verflog dieses Gefühl, dass das Beichten eine Erleichterung ist etwa mit 13. Vielleicht weil ich erkannte, dass Reden alleine meine Situation nicht bessert.

      Zurück zu Pater Christian:
      Ich hatte ihn insgesamt als Christen mit Begeisterung in Erinnerung. Er redete davon, dass wir einander mal alle Vergeben werden, dass wir dann im Himmel sind, und dass wir dann einander lieb haben. Damals konnte er das glaubhaft rüberbringen, auch wenn mich dieser Gedanke heute sehr anekelt. Er erzählte auch ganz stolz davon, dass er sich seinen Computer vom klösterlichen Taschengeld abgespart hat, obwohl im der Abt durchaus den Computer vorgestreckt oder als Arbeitsmittel bezahlt hätte. Man muss ihm zu gute halten, er war kein Heuchler, er meinte es ernst, war ein Vorbild, und ich nahm ihn damals sehr erst, weil er sich kein Führungsvergehen zu schulden hatte kommen lassen. Er rauchte nicht, soff nicht, hatte keine Freundin, man kann sagen, er predigte Wasser und trank Wasser. War also vom moralischen Standpunkt einwandfrei. Bei ihm konnte man sagen, QVOD LICET IOVI LICET DISCIPVLO.

      Er war wirklich ein Christ mit Begeisterung, nach meinem hirnschadenbedingten Ausstieg aus der Anstalt, so erinnere ich mich, organisierte er einen Sonderzug nach Rom, in den er immerhin einige 100 Pilger reinbrachte, genaues weiß ich nicht. Er konnte die Leute begeistern und bei ihm hatte man das Gefühl, er steht hinter dem, was er sagt. Er konnte auch die Bibel gut erklären, sagen, was die Gleichnisse bedeuten, war auch aus meiner Sicht ein Exeget (konnte die Bibel aus der Sicht der Zeit verstehen, in der sie geschrieben wurde), und wären nicht diese anderen schrecklichen Ereignisse gewesen, die mir die Augen öffneten, so wäre ich vielleicht seinetwegen noch ein Christ.

      Das bedeutet trotzdem nicht, dass ich heute gut finde, was er tat. Damals schon war ich ein wenig traurig darüber, dass er (wie ich es verstanden habe) eine fixe Beziehung zu einer Frau aufgab, weil er Priester werden wollte. Die Frau soll auch noch gesagt haben, “Ich finde toll, dass du Priester wirst”. Das hat mich doch traurig gemacht, mir tat die Frau leid, auch wenn man ihm zumindest zu gute halten musste, dass er moralisch einwandfrei und ohne Abwege das Zölibat zu leben schien.
      Gerade diese kompromisslose Tugendhaftigkeit stimmte mich besorgt und ich wusste damals bald, dass ich diesen Weg so eisern wie er niemals gehen könnte oder wollte.
      Mich drückte auch die Vorstellung zu Boden, dass er mit der Liebe einer Frau nichts anfangen wollen würde und dass er das einfach nicht erstrebenswert fand und dass er solch eine Liebe einfach zurückweisen würde.
      Gut, jeder kann so leben und lieben wie er will, ich meine, es gibt einfach Leute, die interessiert das leibliche zwischen zwei Menschen nicht, die können einfach nichts damit anfangen. Nur erschreckend war, dass Pater Christian, sehr wohl damit was anfangen konnte und er beinhart darauf verzichtete. Na, das war eigentlich nicht erschreckend, sondern die Messlatte, die er legte war 1. für arme Sünder wie mich unerreichbar, 2. für mich einfach nicht erstrebenswert. Wenn ich nach dem Gewalterlebnispark noch ein Ziel hatte, so war es folgendes: Nach all den Prügeln und der Gewalt wollte ich zumindest nicht ohne das körperliche Gegenteil zu erleben weiterleben. Und das soll eine Sünde sein? Gott scheint ein eifersüchtiger Gott zu sein: „Du sollst mich lieben mit all deiner Kraft“… „Dein Wille geschehe…“, das heißt, ich sollte die Gewalt noch und noch ertragen und meinen Watschen hinterherlaufen. ICh sollte keine Frau jemals lieben, es ist besser Gewalt wie am Kreuz zu erleben? Ich deute es heute so, dass Gott will, dass man die vorgegebene Hierarchie einfach hinnimmt, sich prügeln und foltern lässt, angesichts des noch größeren Unheils des ewigen Höllenfeuers, dem größten vorstellbaren Schmerz. Was bleibt einem angesichts solcher unerreichbarer moralischen Anforderungen (siehe auch Beichterlebnis, was ja auch eine zu hohe moralische Anforderung für ein Kind sein könnte )noch übrig, als Lethargie.

      Ich dachte damals dass Gott wollte, dass ich in seiner Welt als Gewalthure anderer Gläubiger lebe und er wird mir seinen Willen beweisen. Wird beweisen, dass er am längeren Ast sitzt, wenn er mich nach dem jüngsten Gericht für den Rest der Zeit der Gewalt Satans aussetzt.

      Johannes 15,6: Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und müssen brennen
      Was bleibt einem angesichts der Vorstellung, dass es schlecht ist, sich zu wehren und somit Gottes Willen nicht zu gehorchen (halte auch die andere Backe hin), dass man geschlagen wird, als nur mehr dazuliegen, nichts mehr zu unternehmen, zu warten, dass die Zeit vergeht, sich dann auch noch anhören zu müssen, was denn einmal aus einem werden solle? Was bleibt einem anderes übrig, als zu hoffen, dass einen eine Krankheit trifft, damit man endlich erlöst wird? Schon wieder
      Matthaeus 25,30: Und den unnützen Knecht werft hinaus in die Finsternis; da wird sein Heulen und Zähneklappen.
      Mk: 8:34-35„Denn wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird’s erhalten.“

      Ich, Albert Hesse, Prometheus Götterdämmerung, aber sage euch:
      “Burschen, des haßt, opferts eich, als Gewalthuren oder Märtyrer, es kriagts dånn e a belonung. Jo jo, des kinnz ma ruhig glaubm. Kontoauszug gibts oba kanan. Des is oiss netta prekär. Garanti kenna ma oba leida kane gebm. Oba des wiad scho passn, glaubts ma des, gibt e 10000 prozent zinsn. die pensionen san sicha… Du wagst es, beweise zu fordern, tut mir leid, dann müss ma leider dein Konto auflösen… Wos, se woin se beschwern?… Wia zagn ina scho, wos ma mit inam Konto mochn kennan, wia mochn a bissal provisionsschindarei…”

    • Horror aus Österreich Says:

      http://de.wikipedia.org/wiki/Beichtzettel

      Der Beichtzettel als politisch-religiöses Kontrollinstrument spielte vor allem ab der Gegenreformation eine bedeutende Rolle. Da die Rekatholisierung nicht ohne Zwang erfolgte, musste die Einhaltung des Kirchengebots “Das Kirchenmitglied soll wenigstens einmal im Jahr, möglichst in der österlichen Zeit, das Bußsakrament empfangen.” überprüfbar gemacht werden. Dies erfolgte über die Ausstellung von Beichtzetteln durch vertrauenswürdige Geistliche (meist Dominikaner und Franziskaner). Der Kontrollaspekt des Beichtzettels hatte vor allem in ländlichen Gebieten bis ins 20. Jahrhundert eine gewisse, sich allerdings langsam abschwächende Bedeutung. Dabei soll es zuweilen zu einem Schwarzmarkt an Beichtzetteln gekommen sein: Fromme Gläubige sammelten überschüssige Beichtzettel an, die sie an weniger Fromme verkauften.

      Noch heute gibt es „Beichtbildchen“ (bzw. „Osterbildchen“), vornehmlich aus bestimmten Anlässen (Beichte in der österlichen Zeit, bei Wallfahrten etc. Diese Bildchen sind von der Größe her als Einlage ins Gesang- oder Gebetbuch geeignet. Auf der Vorderseite ist meist ein Heiligenbild, ein Bildnis Jesu oder ein Marienbildnis, auf der Rückseite sind ein geistlicher Text als Anleitung zum Gebet des Gläubigen und die Daten aufgedruckt. Beichtzettel und -bildchen stellen auch ein Objekt der kulturhistorischen Sammlertätigkeit dar.

  76. 450 Jahre Says:

    Anlässlich 450 Jahre Stiftsgymnasium Kremsmünster ist ein Band mit dem Titel “Aufbrüche” präsentiert worden. Unter dem provokanten Titel “Elitär und eingebildet” wurde darin auch eine Wertestudie der Altkremsmünsterer veröffentlicht.

    Kann diese Schrift eventuell als pdf online gestellt werden?
    Ist diese noch gedruckt erhältlich?
    Kann jemand relevante Passagen oder Erkenntnisse daraus in den Blog stellen?

  77. Lange Nacht Says:

    Die “Lange Nacht der Kirchen” ist zu Ende.

    Das Motto bleibt gültig:
    “Weder bei Tag noch bei Nacht dürfen sie schweigen”

  78. demokratie Says:

    Letzte woche ist mir eine unschöne sache wieder eingefallen. Ich war klassensprecher in der ersten klasse. und als solcher wurde ich beauftragt, eine stricherl-liste zu führen. Worum gings in dieser liste (fein säuberlich ausgedruckt)? Ich sollte diejenigen, die sich nach ende der pause, nach dem läuten, bevor der lehrer in die klasse kam, „zu laut“ waren, in diese liste eintragen, d.h. der/diejenige sollte dann ein stricherl bekommen. Denn genau dazu wird man ja demokratisch gewählt. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wer mich aufgefordert hat, das zu tun, wenn es mir wieder einfällt, werde ich es derjenigen person gerne persönlich sagen, was ich davon halte, einen 11 jährigen mit der denunziation seiner mitschüler und mitschülerinnen zu beauftragen. Ich weiß auch nicht mehr, was mit dieser liste dann passiert ist. Ich hoffe ich habe sie nie abgegeben oder irgendwann aufgehört sie zu führen. Keine ahnung! Auf jeden fall ist das unter aller sau, und ich hoffe, derjenige lehrer hat sich das mittlerweile überlegt und verzichtet auf derlei grandiose methoden.

    • Es macht wütend... Says:

      Tragisch ist, dass das heute noch genauso praktiziert wird: Auch an der Hauptschule meiner Kinder werden Klassensprecher aufgefordert, zu notieren welche Kinder nach dem Läuten noch laut sind oder nicht am Platz!
      (Meine Aufforderung an meine Kinder, die auch meist Klassensprecher waren: “Lasst Euch niemals dazu herab, Euch für Lehrer zum Klassenverräter zu machen!” – An diesem Punkt fängt Zivilcourage an… )
      Die Qualität des Unterrichts und vor allem die pädagogischen Qualitäten lassen auch heutzutage an manchen Schulen noch sehr zu wünschen übrig… Ich frage mich oft: hat sich wirklich soviel zum Positiven verändert seit den achtziger Jahren?

      • ebenfalls wütend Says:

        was mich so wütend macht ist der Umstand, dass man im Stift und im Gymnasium so tut, als könnte heute kein Missbrauch mehr geschehen. Und zwar weil es opportun erscheint, alles auf die Vergangenheit abzuschieben, um die Schule von heute nicht in einen Zusammenhang mit den Geschehnissen zu bringen.

        Wie aber soll ich als Elternteil bei einer solchen Botschaft den Eindruck bekommen, dass das Gymnasium von heute mein Kind auf die Möglichkeit eines Missbrauchs vorbereitet und es entsprechende Maßnahmen der Prävention trifft? (worin früher das Gymnasium ja versagt hat)

        >mein Kind müsste in der Schule lernen, was sexueller Missbrauch ist, wie Täter vorgehen, wie es sich schützen kann, was die Schule präventiv vorsieht usw.

        >mein Kind müsste in der Schule lernen, was Mobbing ist, was eine Institution präventiv dagegen tun kann, wie sich das Kind dagegen wehren kann (ob in Schule oder später im Beruf) usw.

        > was ein “sexueller Übergriff” am Arbeitsplatz ist, welche Rechte der Arbeitnehmer hat, was Kollegen tun können, wenn dies passiert etc.

  79. peior Says:

    kremsmonster / erfahrungen / 1981

    am nächsten morgen ist der stets überparfümierte präfekt wie durch zauberei wieder da und beaufsichtigt die morgentoilette im urinfarben gekachelten waschraum. peior würde gern kalt duschen, um die beule an seinem hinterkopf zu kühlen und den völlig zerschlagenen körper aufzuwecken, der wie ferngesteuert tut, was gesagt wird. stinker waschen, nölt der präfekt und grinst in den dampf, er hält sich für extrem fortschrittlich und wird in einigen jahren als verheirateter etwas in die breite gegangen sein. die vier duschen für vierzig schüler sind noch immer von den senioren besetzt, die schuftsau vom vorabend duscht am längsten, wahrscheinlich hat sie gestern vor aufregung dem direktor hilfswillig zu diensten sein zu können aufs wichsen vergessen und holt das jetzt nach. aber olaf!
    zum frühstück gibts den üblichen dreck, wer nicht hungrig in den vormittagsunterricht ziehen möchte würgt runter, was da ist. der dreck kommt zustande, indem alle reste immer wieder auf den tisch kommen, für das fett, butter bezeichnet , gibts eine eigene maschine, die alle reste presst und in form von stücken die an blumen erinnern wieder ausspuckt, die gallertartige marmelade hat von orange bis dunkelrot alle farbschattierungen, alles wird zusammengeschmissen, das lernt man am ersten morgen beim abservieren , vor dem großen geschirrspüler stehen zwei kübel, einer fürs fett einer für gallertreste. die überwachung der dreckaufnahme morgens mittags abends hat der direktor über, er ist auch für den dreck verantwortlich, den die leute fressen müssen, nicht fressen ist eines der zahlreichen vergehen im langen sündenregister des direktors. beim dreckfressen hat seine kranke persönlichkeit ausreichend möglichkeit sich auszuagieren, zu bestimmten misshandlungen z.b körperverletzung liebt der direktor publikum, der speisesaal bietet ihm eine wunderbare bühne, andere misshandlungen geschehen ausschließlich unter vier augen in seinen privatgemächern. die schwerste körperverletzung die peior im speisesaal mitansehen musste, ergab ein geplatztes trommelfell durch die hand des direktors.
    plötzlich leutet er die stets griffbereite handglocke und weil es auch heute nicht funktioniert, dass im speisesaal alle auf der stelle verstummen, verhängt der direktor silentium, niemand darf mehr reden, die restlichen gräusche im saal haben etwas zaghaftes an sich, man zieht die köpfe ein, der direktor ist heute morgen grantig, das sieht man ihm an, ihn zu reizen ist gefährlich, das wissen alle. wann ist dieses frühstück endlich vorbei denkt peior und würgt, er wagt nicht aufzusehen, gefahr liegt in der luft, bitte lass es vorbeigehen!, betet er unter der reich verzierten stukkaturdecke des speisesaals die in der mitte “lasset die kinder zu mir kommen” darstellt, jesus hört nicht, findet peior.
    auf einmal landet irgendwo ein besteck mit lautem klimpern am marmorboden, der direktor springt auf, heda! wer war das? her zu mir! niemand rührt sich. her zu mir habe ich gesagt, solange er sich nicht meldet, bleiben alle sitzen! augenblicklich zeigen finger auf einen schmächtigen schüler der zweiten klasse, dessen hochroter kopf im kragen seines hemdes zu verschwinden versucht, keine chance, der direktor, in wehender soutane mit irrem blick, ist schon bei ihm, zerrt ihn am schläfenhaar nach vorn, befiehlt ihm niederzuknien, hände an die hosennaht! der saal hält den atem an. der direktor nimmt dem vor ihm knieenden schüler die brille ab und holt zum schlag aus, die ohrfeige schleudert den kleinen gegen den kasten auf dem der weidengeflochtene brotkorb steht, er kommt gar nicht dazu aufzustehen, der direktor ist schon über ihm, zerrt ihn an der schläfe auf, lässt ihn hinknien, die backe des kleinen glüht rot, während der direktor ihm die brille wieder aufsetzt, die ihm ein grinsender hiwi untertänigst gereicht hat. der direktor hat immer einige hilfswillige, die ihm stets zu diensten sind, nahezu hechelnd vor ergebenheit. der misshandelte schüler schleicht an seinen platz zurück, er ahnt nicht, dass er heute noch eine fangen wird, im religionsunterricht.

    wir müssen uns stift kremsmünster als gewalttätigen ort denken.

    • mj97-H Says:

      Die Szene passt auch noch gut ins Jahr 1990. Erstaunlich, was da für verschüttete Erinnerungen detailgetreu wachgerufen werden. Das unheilvolle Heda! klingt mir immer noch in den Ohren. Ärger noch als den Fons habe ich in punkto Speisesaal übrigens die Tischdienerei im Kopf, die für die Kleineren tlw. recht brutal ausging
      Jedenfalls: Weiterschreiben!

      • Albert Hesse, Götterdämmerung Says:

        Stilistisch einwandfrei geschrieben. Die Einzelheiten stimmen auch, ich erinnere mich an die geflochtenen Brotkörbe. Gratuliere zu der erdrückenden Stimmung. Vielleicht sollte man den irren Blick nicht als irr beschreiben, sondern sich wirklich auf die Beschreibung des Gesichtsspiels einlassen. Dieses hätte durchaus einiges herzugeben.
        Aussetzen könnte man natürlich immer irgendwas, ich hätte nicht besser schreiben können.

    • sagich nicht Says:

      wir müssen uns stift kremsmünster als gewalttätigen ort denken, wo solche Arschlöcher wie du offenbar bei der Watschenausgabe durch den Rost gefallen sind

  80. hallo rom! Says:

    Kath. Jugendliche von heute bringen ihren Unmut zum Ausdruck:

    http://wwv.hallo-rom.at/strophen.php

    Dazu die Schule von heute: “Unsachlich, setzen!”

  81. Wir warten.. Says:

    Das Land Salzburg will im Juni einen Bericht über Missbrauch in Landeseinrichtungen vorlegen. Es gibt eine unabhängige Stelle, wohin sich Opfer wenden können. Schließlich sind Entschädigungen ein Thema. Auf den Bund will man nicht erst warten.

    http://www.salzburg.com/online/7mal24/aktuell/-Land-Salzburg-will-Opfer-entschaedigen-.html?article=eGMmOI8V6qydykWFazRCVdg7SvTTJAdiaD1Pjt4&img=&text=&mode=&

    Anders bei den Jesuiten in Deutschland. Zwar gab es eine unabhängige Sonderermittlerin. Weil diese den Opfern nicht vertrauenwürdig erschien, wird nun nochmals durch eine andere Person in den Archiven gestöbert und aufgearbeitet. Beim Thema Entschädigungen ist der Jesuiten-Orden zurückhaltend und wartet die Ergebnisse des staatlichen Runden Tisches ab.

    Was wird aus Kremsmünster kommen?

    Wir warten…

  82. auch das noch Says:

    Der Strafverfolger des Vatikans, Monsignore Charles Scicluna, sorgte am Samstag bei einem Gottesdienst in Rom für Aufsehen. Er zitierte aus einem Text von Papst Gregor dem Großen (590 bis 604): Es sei „wirklich besser“ des Kindesmissbrauchs schuldige Priester zum Tod zu verurteilen, weil „die Verdammnis der Hölle schrecklicher“ für sie wäre.

    Die Presse online 30.5.2010

  83. saldo Says:

    Das Verhalten von BP in Sachen Ölkatastrophe erinnert stark an Kremsmünster: PR-Ankündigungen ohne Übernahme von Verantwortung.

    Das ist in einem SALDO-Beitrag auf Ö1 ganz gut herausgekommen

    http://oe1.orf.at/programm/230585

    Jeder wird sich auch noch gut an die green-washing-Kampagnen von BP erinnern. Dabei hat sich BP in der Öffentlichkeit erfolgreich als ökologisch orientiertes Unternehmen dargestellt.

    Falls es noch kein entsprechendes Pendent gibt, könnte man den Begriff “moral-washing” einführen. Wenn sich also eine Organisation oder ein Unternehmen in der Öffentlichkeit ein moralisch bzw. ethisch korrektes Image gibt, um die wahren Tatsachen zu verschleiern. Was ist anderes in Kremsmünster passiert?

    • bubbles Says:

      Schlagzeile auf http://www.orf.at:

      BP optimistisch. Glocke saugt `etwas Öl´ ab
      weiter>>

      Aktionäre werden nervöser
      Nach zahlreichen gescheiterten Versuchen hat BP am Freitag erstmals einen Erfolg im Kampf gegen die verheerende Ölpest im Golf von Mexiko erzielt: Roboter konnten eine Absaugglocke auf das Bohrloch in 1.500 Meter Tiefe setzen. Laut BP saugt sie auch “etwas Öl” ab. Noch ist völlig unklar, ob es damit gelingt, zumindest einen großen Teil des Öls abzusaugen. Für BP kommt die Meldung trotzdem gerade zur rechten Zeit: Die US-Regierung stellte BP eine erste Rechnung für das Umweltdesaster. Und die Aktionäre werden nervöser.

      BP Glauben schenken?
      Dem Stift Kremsmünster Glauben schenken?

  84. Albert Hesse, Götterdämmerung Says:

    (Mt.18:7) “Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals im tiefen Meer versenkt würde.”

    • bauchladen Says:

      Wir müssen uns Kremsmünster als Genussregion vorstellen!

      Ich empfehle ein Paket “Schoko”, ein Paket “Versuchung” oder ein Paket “Genuss” aus dem stiftseigenen online-Weinshop. Alternativ bietet sich ein “Laurenzi-Bitter” o,5l oder 1l an. Degustationen auf Anfrage.

  85. Klöster reich Says:

    Schau´ rein bei KLÖSTER-REICH!
    Präsident Christian Haidinger und das Stift Kremsmünster laden herzlich ein, einen Blick in die reichen Stifte Österreichs zu wagen!

    http://www.kloesterreich.at

    Erwarten Sie sich aber nur nicht, Informationen über die Vermögens- und Ertragslage der Klöster, über steuerliche Begünstigungen zu erfahren! Wir sind arm wie Kirchenmäuse, die Last der Jahrhunderte, die vielen Kulturschätze, die vielen kostspieligen Aufgaben erdrücken uns! Eine Transparenzdatenbank können Sie hier nicht einsehen, da sind wir mit BM Pröll leider nicht d´accord und werden schon dafür sorgen, dass wir davon ausgenommen werden.

    • pontifikale und andere sümpfe Says:

      Geldwäscheskandal in Vatikan-Bank
      (verwaltet Euro 5 Mrd. Vermögen, 40.000 Konten, gehört dem Papst, veröffentlicht keine Bilanzen)

      http://religion.orf.at/projekt03/news/1006/ne100601_vatikanbank_fr.htm

      Man muss wohl von trocken zulegenden “pontifikalen Sümpfen” sprechen nach den Missbräuchen weltweit, den Vertuschungen und nun dem Geldwäsche-Skandal!

      Beim speakers-corner in der “Langen Nacht der Kirchen” wurde kritisiert, dass die Kirche auf Seiten der Reichen steht. Viele Menschen fragen sich zu Recht: Kann eine Kirche glaubwürdig sein, die selbst zu den Vermögenden zählt oder eine Bank für Reiche und Kriminelle betreibt? Ich denke, die Leute haben oft ein ganz gutes Gespür, auf welcher Seite jemand steht!

  86. Fiktion? Says:

    “Der Pfad der Gerechten ist zu beiden Seiten gesäumt mit Freveleien der Selbstsüchtigen und der Tyrannei böser Männer. Gesegnet sei der, der im Namen der Barmherzigkeit und des guten Willens die Schwachen durch das Tal der Dunkelheit geleitet. Denn er ist der wahre Hüter seines Bruders und der Retter der verlorenen Kinder.” Und da steht weiter: “Ich will große Rachetaten an denen vollführen, die da versuchen meine Brüder zu vergiften und zu vernichten, und mit Grimm werde ich sie strafen, daß sie erfahren sollen: Ich sei der Herr, wenn ich meine Rache an ihnen vollstreckt habe -Ezekiel, 25, 17.” aus dem Film Pulp Fiction by EARL X

  87. wer deckte wen? Says:

    Was wusste Rom über Kremsmünster (unter den Äbten Bruckmayr und Bergmair?) Welche Rolle spielte der Abt des Stiftes Göttweig?

    Michael Tfirst schreibt:
    “…Nachdem ich 1975 mit Abt Lashofer (Anm.: Abt von Göttweig und Abtpräses der Benediktiner in Österreich, Vorgänger von Christian Haidinger) über Groer gesprochen habe, hat Jahre später P. Udo Fischer auch mit ihm über Groer geredet und 1991 hat noch ein Göttweiger Konventmitglied (Emmanuel Bauer) mit dem Abt über Groer gesprochen. Lashofer hat wie immer beschwichtigt, denn die Zungenküsse oder durch Drängen erzwungene gegenseitige Massage gehörten ja zum Göttweiger Kloster-Repertoire, sodass sie für Lashofer mit seiner Veranlagung nichts Abnormes darstellten. Lashofer war der Königsmacher, dass Groer Kardinal werden konnte. Lashofer arbeitete viel mit Ratzinger zusammen und diese Seilschaft deckte etliche Pädokriminelle innerhalb der Benediktiner, so wurde auch Groer letztendlich zum Schweigen verpflichtet und so lange es ging geschützt…”

    http://www.vienna.at/news/wien/artikel/besucherrekord-bei-der-langen-nacht-der-kirchen/cn/news-20100529-07291358

  88. peior Says:

    kremsmonster / erfahrungen / 1981

    leibesübungen. der alte turnsaal des stiftsgymnasiums liegt im souterrain zwischen sternwarte und schulgebäude. er atmet den schweiss von generationen leibesübender klosterschüler aus . die erste klasse ist heute morgen, grünschwarze kremsmonsterer turngarnituren an, in stirnreihe angetreten, um die leiernde ansprache des bulligen leibesübungslehrers zu hören, die aus erläuterungen von kommandos besteht.durchzählen! anschließend wird im laufschritt exerziert, die kranken vorstellungen von zucht, drill und ordnung des lehrers mit der trillerpfeife nehmen auf kommando formation und gestalt an. das ganze erinnert an die dressur von pferden. der lehrer nennt es aufwärmen. andere spiele zum aufwärmen sind schlagball und jägerball, beiden ist gemein, dass der lehrer die schüler abschießt, entweder mit den kleinen harten sandgefüllten schlagbällen aus leder , die unter seinem vorgänger, einem bei älteren schülern berüchtigten kellernazi schon traurige berühmtheit als misshandlungswerkzeuge erlangt haben, oder mit dem fussball, hauptsache abschießen, wer getroffen wird, geht häufig erstmal zu boden, nimmt anschließend auf den langbänken platz.
    beim jägerball bleibt peior heute als letzter ungetroffen. ehe er vom schnaufenden lehrer in eine ecke getrieben wird, ist er dem fussball immer wieder entkommen, jetzt fixiert der schütze sein opfer, legt sich den fussball zurecht, blinzelt über den rand seiner nickelbrille und zieht durch.verdammt! wieder nicht getroffen den kleinen scheisser. dafür steckt jetzt ein abgebrochener schneidezahn in peiors knie, er taumelt zu den langbänken, wo ihm die abgeschossenen schüler erschrocken platz machen. peior holt den zahn aus dem blutenden knie und weiss nicht wohin damit, bis der täter im verschwommenen blickfeld auftaucht, ihm einen rosa zettel unter die nase hält. das unfallformular ausfüllen. peior, die erste frage hier lautet, tot oder lebendig? he peior, bist du tot? lacht der lehrer, diese frage erheitert ihn ungemein, und überhaupt, ein weinender zehnjähriger, der auf einen abgebrochenen schneidezahn auf seiner handfläche starrt, was gibt’s schöneres im leben eines sadisten? der lehrer lacht weiter beim ausfüllen des formulars. unfallhergang, he, peior, wie ists denn passiert? was schreiben wir hinein?
    im unterrichtsfach leibesübungen werden in kremsmonster vor allem die unsportlicheren opfer körperlicher gewalt. es hagelt schläge, begleitet von beschimpfungen, wer dem in corpore sano ideal nicht entspricht, wird über reck und barren gedroschen, dass einem wortwörtlich hören und sehen vergeht. eines tages verfällt der lehrer bei einem übergewichtigen schüler aus polen, der den felgeaufschwung am reck nicht und nicht zusammenbringt in einen regelrechten züchtigungs rausch, er drischt völlig von sinnen auf den erstarrten zehnjährigen ein, verliert komplett die kontrolle über sich: du blade sau! dir wird ichs zeigen, nichts als fressen und saufen im kopf, na warte, ich habe schon ganz andere auf vordermann gebracht, du nutzloser ausgefressener fettsack, rauf aufs reck!
    die hämatome am ganzen körper des kindes nahmen im lauf der nächsten tage alle farbschattierungen zwischen dunkelviolett und gelb an.
    das kommando wird lauten, auf die plätze los, das kommando lautet, auf die plätze los! und ab geht’s, drei große stiftsrunden läuft die klasse, die letzten im ziel, wenn sie dort überhaupt laufend ankommen, werden vom lehrer verhöhnt, in ihrer persönlichkeit verletzt und abgewertet, den mitschülern als negativbeispiel für faulheit und bequemlichkeit präsentiert, mit nicht genügend in leibesübungen abgeurteilt, alles aufgrund ihrer körperlichen konstitution.
    die leibesübungsstunden enden unter den duschen. selbstverständlich gibt der sadist im trainingsanzug den nackten schülern kommandos, er liebt es kommandos zu geben: umdrehen, hier waschen, da waschen, dabei liegt seine hand am warmwasserregler, langsam dreht er auf kalt, kommando: unterm wasser bleiben! wer sich zu drücken versucht wird gehörig abgewatscht.

    wir müssen uns stift kremsmünster als gewalttätigen ort denken.

  89. personal jesus Says:

    37 jahre nach dem lsd-trip getrauft im namen jesu christi – ein vorbild fuer alle schuelerinnen und schueler in k. – let´s go for it

    http://www.ksta.de/html/artikel/1274194271551.shtml

  90. von fig bis fischer Says:

    “Entschuldigung” Bischof Fischers (“Stellvertreter” CHRISTI!!!!!!!) “wenn sie..als verletzend empfunden haben” = Entschuldigung wie beim FIG !!!
    falls, falls, falls, falls, falls, falls,
    empfunden, empfunden, empfunden, empfunden,…

    Entsprechend habe er sie in einem persönlichen Brief um Entschuldigung gebeten, “wenn sie damals etwas als verletzend empfunden haben”. Gewalt an Kindern oder Jugendlichen sei nie gerechtfertigt, hält der Bischof fest. Das gelte auch für die Zeit vor 40 Jahren, “wenn auch damals körperliche Gewalt als Erziehungsmittel weitgehend üblich und toleriert war”.

    http://religion.orf.at/projekt03/news/1006/ne100601_fischer_fr.htm

  91. Alexander Nader Says:

    Ich empfinde es als verletzend wenn:
    : man vor jemandem knien muss um eine Watsche abzuholen
    : man an den Haaren durch den Musiksaal oder Speisesaal gezerrt wird
    : Trommelfelle platzen
    : Watschen bekommt, dass man glaubt das Christkindl sei ein Raubvogel
    : mit Fäusten und Fusstritten durch den Abteilungsgang befördert wird
    : mit einem Overhaedkabel derart verdroschen wird dass man tagelang nicht richtig sitzen kann
    : etc,etc,…..
    Ich denke die geneigten Mitleser empfinden wie ich, und teilen meine ANsicht, dass diese “Entschuldigungen” eine Frechheit und eine Sauerei sind.

    • Alexander Nader Says:

      die psychischen Verletzungen sind ja schon hinlänglich beschrieben worden………

      • Albert Hesse, Götterdämmerung Says:

        Ein Pensionisteneheim für senile Priester und Klosterangehörige möchte ich eröffnen, denn ich habe erkannt, dass ich mich hier geirrt habe. Was habe ich mich angemaßt, über die herzuziehen, die doch nur meine christliche Erziehung wollten. Oh, ich armer Sünder.

        Wir werden natürlich alle dem Irrweg der kremsmuenster.wordpress.com abschwören und nichts anderes tun als untertänigst als Entschuldigung uns für unsere Behauptungen hier zu Gottes Lohn und zu gegebener Zeit
        Pater A.M. J.K. L.K. und unsere Turnlehrer pflegen, wenn sie für sich selbst nicht mehr sorgen können.

        Dabei werden wir uns selbstverständlich entschuldigen, falls einer der Heimbewohner etwas falsch versteht, unsere Pflege als Gewalt empfindet.
        Natürlich haben wir dann nur zum besten gesundheitlichen Wohle unserer ehemaligen Turnlehrer ein paar Turnübungen und geriatrische Aktivitäten (Cooperteste) im Programm. Mördernball zur Abhärtung der osteoporösen Knochen. Selbstverständlich entschuldigen wir uns dann tausend mal, wenn sie unser Programm zur Erhaltung ihrer Gesundheit falsch verstehen, wir erklären dann gerne, dass es nur zu ihrem Besten ist. Vor allem haben wir ein alt bewährtes Heiß-Kalt-Duschprogramm. Selbstverständlich erklären wir unseren älteren zu pflegenden Herrschaften, wo sie sich besonders gründlich waschen müssen und werden ihnen nötigenfalls auch helfen. Bitte verstehts das nicht als Misshandlung.
        Bitte, liebe Ex-Patres und Turnleher, kommts doch alle zu uns ins extra für euch geschaffene Heim. Und glaubts uns doch, wir wollen doch nur euer bestes.
        Und ich meine, hin und wieder gibts immer ein paar schwarze Schafe, aber dann müssts halt die Launen verstehen und außerdem müsst ihr euch in Geduld und Vergebung üben und sagen: “Der Friede sei mit dir” (Grins.) Es ist doch so, der Glaube allein zählt und glaubts uns, uns könnts vertrauen.

        Bitte kommts in unser Heim, wir san fia eich do.

        • @ unser Heim Says:

          Jetzt braucht es nur noch einen Namen für das Heim.

          Hl. Cäcilien-Anstalt für pensionierte Kirchenmusiker
          HE-DA (Heim für ehemalige, demente Altkremsmünsterer)
          Pavillon Pasterwitz
          Hubertus-Sitz
          Heim”Purschen-Herrlichkeit”
          Seniorenresidenz “Vorhölle” für frühere Religionslehrer und Präfekten
          Geriatriezentrum S/M-Z-OÖ
          Stiftung für gefallene Patres
          Altes Knaben-Stift
          Christliches Heim für Unerziehbare

        • mj90krems Says:

          Klingt gut, mein Vorschlag:
          Purgatorium – Institut für Altpädophile Priester

  92. x Says:

    id est!!

  93. Kevin Krennhuber MJ96 Says:

    Solche Stellungnahmen (ob von Seiten Fischers oder Figs) passieren offenbar nicht aus ernstgemeinter Reue, die nach eingehender Reflexion über die Vorkommnisse aufgetaucht ist, sondern ausschließlich aus dem Wunsch heraus, diese Diskussion möglichst bald und unbeschädigt zu überstehen.

    Ich finde es sehr schade, dass Menschen die die Lehre eines Jesus Chrsitus öffentlich vertreten, nicht dazu in der Lage sind, sich in andere Menschen hineinzufühlen und die eigenen Handlungen ernsthaft zu hinterfragen.

  94. Alexander Nader Says:

    ich finde es auch schade dass diese Leute zu solchen Taten fähig waren (und sind?).
    Sorry, Berug(ung) verfehlt ; und Abgang!!!!

  95. LH - MJ ´95 Says:

    zu P. Christian:

    Ja, ich erinnere mich gut an diesen “Einkehr-Terroristen”…voller Inbrunst wollte er uns vor Augen führen, wie verdorben und schlecht wir nicht seien und uns unter Druck zu Beichtgeständnissen zwingen, um (was denn eigentlich – wir waren Kinder!) unsere Missetaten zu hören.
    Aufrichtige Sorge um Kinder und echtes Mitgefühl sehen anders aus! Chrisch hat mich eher an einen “Glaubenssoldaten” erinnert, der einen starken Hang zum Beicht-Voyeurismus hatte.
    Auch ich war nie wieder beichten.

    War er es nicht auch, der damals gerufen wurde, als man P. M. mit offenen Pulsadern gefunden hatte? War er es nicht, der – angeblich – lieber “die letzte Ölung” (ich sage bewußt nicht “Krankensalbung”) gespendet hatte, als die Rettung zu rufen?
    So hat man es uns damals erzählt; ich war damals in der 1. oder 2. Klasse.

    Welche Rolle spielte P. Christian in Stift und Gymnasium? Was wußte er? Was tat er?
    Nur weil er heute nicht mehr in Kremsmünster lebt, bedeutet dies nicht, dass er keine Verantwortung zu übernehmen hat.

    • martin Says:

      zur pulsadern-geschichte … (habs aus unmittelbarer nähe mitgekriegt):

      ich denke, der arzt war wohl schon verständigt. das würde ich ihm wirklich nicht unterstellen wollen, dass er lieber – statt …!

      definitv richtig ist aber, dass er NICHT erste hilfe geleistet hat, sondern neben ihm knieend gebetet hat (ich glaub, eine nonne war auch dabei – da könnt mir die erinnerung aber einen streich spielen).

      wirklich makaber war die reaktion des völlig überforderten präfekten – er wollte uns “zuschauer” weg vom gang haben, und hat uns daher darauf aufmerksam gemacht, dass das studium schon begonnen hätte !!!

      ich möchte aber ausdrücklich festhalten, dass ich dem p. emmeran (der präfekt) hier keinen vorwurf machen möchte. das war für ihn sicher eine extremsituation – da kann man nicht jedes wort auf die goldene waagschaale legen. aber skurril war die situation allemal.

      • nachtrag Says:

        so weit ich mich erinnere, wollte p. alfons den M.P. danach von der schule werfen – so einen potentiellen selbstmörder kann man schließlich nicht brauchen.

        er konnte sich da aber wohl nicht ausnahmsweise einmal nicht durchsetzen?

      • auch am Gang gestanden Says:

        Kann mich wieder gut daran erinnern. Die Nonne war Schwester M., die zufällig anwesend war. Als Ersthelfer wurde auch der Präfekt der 7. Abteilung geholt.

        Für die Reaktion des Präfekten habe ich vollstes Verständnis, da es sicher eine sehr schwierige Situation für ihn war.

        Allerdings kann ich mich nicht daran erinnern, daß es danach ein Gesprächsangebot bezüglich dieser Geschichte seiten des Internates gegeben hat bzw. jemand aktiv auf die Schüler herangetreten ist.

        • bezeichnend Says:

          das Thema Suizid war meiner Erinnerung nach NIE eines

          -> weil nach christlicher Anschauung Suizid nicht sein darf, durfte man auch nicht darüber reden (weiß nicht ob Menschen, die sich selbst töten, immer noch ein christliches Begräbnis verwehrt wird)

          -> vom Bettnässen angefangen gab es viele Dinge, die nicht sein durften, weil sie den “Betrieb” gestört haben.
          Ein Suizid ist überhaupt blöd, da könnte ja jemand der Anstalt die Schuld geben. Also schweigt man am besten dazu = Problem der Person, die nicht zurecht gekommen ist.

          -> dieses fehlende Gesprächsangebot bzw. an die Schüler Herantreten verweist einmal mehr darauf, dass Mitleid, Einfühlungsvermögen, Empathie nicht vorgekommen sind. Ziel war offensichtlich vielmehr, sich gefühlsmäßig abzutöten und abzustumpfen. Ziemlich erfolgreich fürs Leben vermittelt. Sehr gut, setzen!

          Welches Licht wirf dieser “Umgang danach” nun auf Exerzitienleiter, Cursillo-Leiter, Jugend-Vespern-Chef, Religionslehrer usw. Christian H.? Heute oberster Benediktiner und Abt?

          An Schule und Religionslehrer heute: Wie wird mit dem Thema Suizid heute umgegangen (ein Thema nicht bloß fürs Internat von früher – nicht nur angesichts von Leistungsdruck, Schulversagensängsten usw. ein allgemeines Thema der Jugend von heute!)?

        • martin Says:

          p. christian hätte zb am nächsten tag im religionsunterricht (wir hatten ihn als lehrer) die gelegenheit gehabt, das thema aufzugreifen. war wohl zu unwichtig? oder nicht im lehrplan?

          er war vielleicht auch sehr froh, dass wir anscheinend auch keine lust hatten, mit ihm darüber zu sprechen. sonst hätten wir ihn ja aktiv ansprechen können. ich kann mich auch nicht erinnern, zu hause davon erzählt zu haben.

          KEINER hat mit uns über dieses thema geredet.

          • Maxi P Says:

            Aber sicher wurde darüber geredet, eine geschlagene Stunde, und zwar vom Tschack. Da hat er über “soziale Netzwerke” gesprochen, durch die wir den PM hätten fallen lassen und dass wir uns mehr hätten kümmern müssen. Stiess nicht auf Zustimmung bei uns, weil wir es als Vorwurf aufgefasst haben, wir seien schuld.

      • Beobachter Says:

        Ich denke, dass es an der Zeit wäre, dass Du Dich als Zeuge zur Verfügung stellst. Jede Aussage wird gebraucht, dass in Zukunft nichts mehr unter den Tisch fällt. Auch Deine! Nur hier zu posten ist zu wenig!!! Das LKA in Linz ist damit befasst. Tel. 059133-40-3201 Hr. AInsp. D.

      • Beobachter Says:

        @martin.

        Gild für Dich, was ich geschrieben habe. JEDE STIMME ZÄHLT!!!!

      • Beobachter Says:

        @martin.

        Gilt für Dich, was ich geschrieben habe. JEDE STIMME ZÄHLT!!!!

  96. peior Says:

    kremsmonster / erfahrungen / 1981

    während die zahnärztin peiors schneidezahnrest zusammenschleift, um ihm eine krone zu verpassen erinnert er die predigt des abtes beim gottesdienst zu beginn des schuljahres. abt albert bruckmayr vergleicht die erziehung in kremsmonster mit der arbeit in einem steinbruch. zu beginn würden die rohen groben steinblöcke aus dem fels gebrochen, um über die jahre hinweg behauen, geschliffen, in form gebracht zu werden. die metapher war für peior damals wenig nachvollziehbar, heute, gegen ende des ersten schuljahres, versteht er sie mehr als ihm lieb ist. was für ein idiot bist du gewesen peior, anzunehmen kremsmonster wäre ein garten gottes, in dem freundliche priester dir im geist des auferstandenen, in glaube hoffnung liebe begegnen würden. nichts von alledem, behauen und geschliffen wirst du, hasserfüllten männern auf gedeih und verderb ausgeliefert, die deine seele mit angst und schrecken erfüllen, dich wegen belanglosigkeiten abstrafen, niederprügeln, verhöhnen und beleidigen, immer und überall hier droht gefahr, tag für tag, nacht für nacht.
    heute morgen erst hat dich der lehrer in der deutschstunde an den schläfen haaren ausgehoben, als würde einem siedendes öl in den schädel gegossen, so fühlt sich das an, anschließend hat er sich böse grinsend deine haare von den fingern gerieben, das macht er immer, nachdem er jemand auf diese weise misshandelt hat. stunden danach, immer noch pochende schmerzen in den schläfen. dreissig jahre später sollte dieser mann, ein benediktiner, mit sexuellen missbrauch an kindern in zusammenhang gebracht, in den medien auftauchen, ein verbrecherfoto, schwarzer balken über den augen. zur gleichen zeit ziert ein anderes foto von ihm die erste seite einer tourismusbroschüre über kremsmonster, peior hat es letzte woche auf einem klostermarkt in linz entdeckt: in schwarz weiss marschiert der böse pfaffe über die brücke am wassergraben direkt auf dich zu. darfs was sein? fragt der kremsmonsterer benediktiner peior, ein achterl vielleicht?
    zum ersten mal in seinem leben freut sich peior nicht über den frühling, das warme wetter passt nicht zu dieser hartnäckigen traurigkeit, die ihn immer öfter, wie von hinten überfällt und ihn völlig abwesend in der schule sitzen lässt, unfähig, dem unterricht zu folgen , irgendetwas ist mit ihm passiert in diesem ersten schuljahr, warum sonst misstraut er sogar dem frischen grün des frühlings, schlägt mit einem stock auf die blumen ein? zeichnet grauenhafte monster? peior versteht die zusammenhänge nicht, er glaubt, das gehört so, die misshandlungen, beschimpfungen , das gewalttätige klima unter den schülern, der vor hass schier berstende konviktsdirektor, warum ist der so zu mir? ich bin sehr musikalisch, singe in seinem studentenchor, singe in seinem kirchenchor, spiele ein musikinstrument, warum hasst mich der so unglaublich?
    er schläft schlecht im schlafsaal, vierzig betten, das hat ihn am ersten tag schwer beeindruckt, ist sicher voll lustig zu so vielt in einem schlafsaal, hat er gedacht, jetzt hat er angst davor ins bett zu gehen, da hilft auch das marienbild über seinem bett, die sogenannte puchberger madonna nichts. die mutter gottes hört nicht, findet peior.
    eines morgens erwacht er mit dem geschmack fauler eier im mund , den vormittagsunterricht schafft er irgendwie bis zu leibesübungen, da geht er k.o. er muss in die sogenannte krankenabteilung des konvikts, wo ihn die alte nonne argwöhnisch anblinzelt, der nächste tachinierer? bauchschmerzen? fieber? also ins bett. niemand sonst liegt im zimmer der krankenabteilung, als der konviktsdirektor in begleitung der nonne eintritt. eben noch hat er sein fleischiges mündchen mit der weissen stoffserviette gewischt, die stets an seinem platz im nahen speisesaal liegt, von einem serviettenring zusammengehalten. die nonne flüstert mit ihm, man müsse die temperatur messen, oben und unten, um eine blinddarmentzündung ausschließen zu können. der direktor nickt. los peior, auf den bauch gedreht, hose runter! er spreizt ihm mit geübtem griff die arschbacken auseinander, führt das thermometer ein, lässt es einige minuten drinnen.
    peior versteinert immer öfter in gegenwart des direktors, er spürt nur das eindringen des kalten thermometers in seinen hintern, er hört nur die stimme des direktors, wie aus weiter ferne, ja das wird der blinddarm sein.
    peior ist seines wissens in kremsmonster nicht sexuell missbraucht worden, entweder entsprach sein arschloch nicht dem appetit des direktors, oder sein schwänzchen nicht seinem geschmack, oder? die banalität des bösen.

    wir müssen uns stift kremsmünster als gewalttätigen ort denken.

    • Lesender Says:

      Deine Berichte werden immer besser… Jaja, die Krankenabteilung! Ich habe sie zum Glück als Zufluchtsort innerhalb des Konvikts in Erinnerung, eine Insel der Seligen, bewirtet von den netten “Dienerinnen” und im besten Fall zu zweit mit einem anderen.

    • sagich nicht Says:

      Vollidiot!

  97. Beihilfe zum Missbrauch Says:

    Im Skandal um den Missbrauch von Schutzbefohlenen in der katholischen Kirche ermittelt die deutsche Staatsanwaltschaft jetzt auch gegen den Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. Ihm werde Beihilfe zum sexuellen Missbrauch vorgeworfen. http://www.orf.at/100602-51959/index.html

  98. feiertag Says:

    “Vom Aufgang der Soonnneee, bis zuu ihrem Untergaang seiii geprie-iesen der Name des Herrn”

    Diese Melodie fällt mir am heutigen Fronleichnams-Morgen wieder ein, wie viele der Melodien (“Es ist schön solche Freunde zu haben, es ist schön, nicht allein zu sein”) und Liedtexte, mit denen uns die Menschen-Fänger eingefangen haben – zumindest etliche von uns in der Unterstufe.

    Warum daraus keine erwachsene Religiosität geworden ist? U.a. weil es im Religionsunterricht bei Christian H. intellektuell nicht nur anspruchsvoll zugegangen ist. Ich denke, dass das Interesse an seinen Schülern für C. enden wollend war. Religionsunterricht war Pflicht. Der Staat zahlt dafür. Das Stift kassiert für diese Tätigkeit. C. hat schön brav diesen Dienst versehen. Seine Passion lag anderswo. Vermutlich bei denen, die “Feuer und Flamme” waren, die sowieso schon von Gott “begeistert” waren und nicht mehr zweifelten (oder zumindest keine Zweifel ausgedrückt haben). Was für eine Verschwendung in jeder Hinsicht!

    War das nicht Fronleichnam, wo im Prälatenhof ein großer Altar aufgebaut war, wo mit dem “Himmel” herumgezogen wurde, mit den vielen historischen Trachten-Trägerinnen und -trägern aus dem Markt? Heute wird mit dem Barockhimmel wegen des Regens nirgends viel herumgezogen werden.

    Ich empfehle die heurige Landesausstellung zur Reformation. Wer kann sich heute noch vorstellen, dass es die Fronleichnamsprozessionen auf dem Traunsee und die anderen Erfindungen aus der Gegenreformation einmal nicht gegeben hat? Wer denkt daran, dass Oberösterreich einmal protestantisch war?

    Hat sich eigentlich schon einmal jemand für das Unrecht, das geschehen ist, entschuldigt? Die Menschen wurden einfach vor die Entscheidung gestellt, wieder zum Katholizismus zu konvertieren oder auzuwandern. 2/3 der Bürger Steyrs haben letzteren Weg gewählt, was übrigens zu einem auf lange Sicht gravierenden wirtschaftlichen Verfall geführt hat. Ich bin erstaunt, dass es heute in Oberösterreich eine gelebte Ökumene gibt, nach all dem, was geschehen ist.

    Wir müssen uns die Geschichte der Kirche auch als eine gewalttätige vorstellen.

  99. Alexander Nader Says:

    “Beihilfe zum Missbrauch” sicherlich wert zu beleuchten……

  100. LH - MJ ´95 Says:

    Ich war von ´87 bis ´95 in der Anstalt.

    Es sind mir 5 Selbstmorde und 2 Versuche bekannt. Niemand kann mir erzählen, dass dies der “übliche” auf den Rest der Gesellschaft anzuwendende Durchschnitt ist.
    Das “System Kremsmünster” hat also junge Menschen in den Tod getrieben.

    Freunde von mir waren in anderen Klosterschulen; in der Steiermark und in Bayern; alle erzählen mir ähnliche Erfahrungen wie wir sie erlebt haben von psychischer, physischer und sexueller Gewalt gegen Kinder; doch alle sind sich einig, dass Kremsmünster das durchtriebenste und perfideste System war und hatte, denn nirgendwo sonst gab es ein derart geschlossenes und auf sich abgestimmtes System, wie in Kremsmünster von Gymnasium und Konvikt; zwei Zahnräder, die perfekt und unausweichlich ineinander gegriffen haben. Ohne jede Möglichkeit zu entkommen. Eine Nazi-Hasenjagd der anderen Art.

    Es wird zu prüfen sein, ob hier die Bildung und Aufrechterhaltung einer kriminellen Organisation vorgelegen hat und vorliegt.

    • Albert Hesse, Prometheus Says:

      Ich erinnere mich, es gab in der Unterstufe (vermutlich zweiten Klasse) einen gewissen D.G. Wir waren ja ganz oben, die jüngsten mussten ja die Treppen ganz rauf latschen jeden Tag. D.G. stellte sich aufs Fenster, blickte deprimiert runter, lehnte sich ganz weit raus. Hielt sich mit einem Arm fest. Wenn er losgelassen hätte, also wegen Liebeskummer tat er das nicht? Irgendwie wusste ich nicht, ob er das jetzt ernst meint, oder ob es einfach nur eine Aufführung war. Ich überlegte, wie hoch die Überlebenswahrscheinlichkeit gewesen wäre, also mit weichen Knochen und einem Kinderkörper hätte man noch einige Zeit schwerbehindert weitergelebt. Ich überlegte in Augenblick nur technische Einzelheiten seines Aupralls, rechnete eine Überlebenswahrscheinlichkeit zu seinen Gunsten aus, dachte dass er nicht sprang, weil er dachte, es wäre nicht endgültig. Er hatte das Glück, das sein Vater berufsbedingt wieder nach Deutschland (denke ich) musste, ich glaube, er war Deutscher, er sprach sehr deutsch. Oder war es seine Mutter, jedenfalls verließ er uns zu seinem Glück. Möge er den Fängen der Finsternis entkommen sein.

  101. martin Says:

    Nicht nur Selbstmorde waren für die “Pädagogen” kein Thema, das man Kindern/Jugendlichen zumuten wollte.

    Mein Vater ist gestorben, als ich in der zweiten Klasse war. P.A. und P.B. sind ganz unerwartet, und ohne Einladung, beim Begräbnis aufgetaucht, um an der Messe mitzuwirken. Der ganz praktische Nebeneffekt war, dass ich gleich nach dem Begräbnis ins Auto gesetzt wurde, zurück ins Konvikt. Ausgepackt, in den Schlafsaal gelegt, und der Alltag hatte mich wieder. Von der überraschenden Nachricht vom Tod des Vaters bis zur “Rückführung” sind ganze 3 Tage vergangen.

    Ob irgendein Erzieher aktiv mit mir geredet hat, um die Situation aufzuarbeiten? NEIN! Es gab einen Outlaw in der siebten Klasse (C.S. – er hatte einen “üblen Ruf”, warum weiß ich nicht mehr), der von sich aus aktiv geworden war, und sich rührend um mich gekümmert hat; plus 2 andere Schüler, die damals in der Siebten waren, die kannten mich aus der Jungscharr, und bei denen durfte ich mich im Zimmer in der 7. Abteilung verkriechen, wenn ich allein sein wollte. Aber von Seiten der Erzieher – kein Wort!

    Und um jetzt nicht umgerecht zu sein, die 2 Ausnahmen:
    P.A. hat beim Essen eingemahnt, man möge in nächster Zeit nett zu mir sein – da hat mir ein Klassenkollege sein Nutella geschenkt. Und natürlich hat es eine eigene Messe gegeben, mit maßgeschneiderten Fürbitten. Was man als Kind in so einer Situation eben braucht!

  102. P. Rupert Says:

    Liebe Freunde!

    Lange, wahrscheinlich zu lange habe ich gezögert, wieder ein Lebenszeichen von mir zu geben. Ich schreibe heute nicht zuletzt deshalb, weil vor diesem Blog gewarnt wird: man darf ihn lesen, sich abern nicht mit ihm indentifiziern. Auch ich befürworte nicht alles, was hier zu lesen, aber der Grundtendenz, Verschwiegenes und bislang Unausgesprochenes zur Sprache zu bringen, stimme ich voll zu; desgleichen der Notwendigkeit, den Opfern ein öffentliches Forum zur Artikulierung ihrer Erniedrigung und berechtigten Wut zu geben.
    Heute ist Fronleichnam. Nach einer kurzen Prozession im Erdgeschoß des Kremsmünsterer Altenheimes (in Vertretung von P. Benedikt), hielt ich am frühen Nachmittag eine ganz persönliche und besinnliche Prozession: einen Rundgang um die Stiftsmauer, bei dem ich sehr an Euch dachte, an euer Laufen, euer Schnaufen und Stöhnen, ja auch an euer Verliebtsein,denn es sind ja auch Liebende, die dort gerne ihres Weges ziehen; dachte auch an manche Zigarette, die ich als Schüler genüsslich rauchte. So meditierte und musste bisweilen auch herzlich lachen, besonders über die gesprayte lakonische Feststellung: „Karl ist the Pest“.
    Die vergangenen Wochen erlaubten es mir, über Euch, mich und unser Kloster nachzudenken. Was mich betrifft: es tut mir aufrichtig leid, dass ich nicht mit mehr Entschiedenheit gegen das „Systen Kremsmünster“, vorab gegen die Ruchlosigkeit eines P. A. aufgetreten bin. Warum? Ein Ereignis, das am Beginn meiner Lehrtätigkeit stand, hat in mir tiefe Spuren hinterlassen, Es war das Jahr 1979. Abt Albert berief immer die geistlichen Professoren zu einer „Lagebesprechung“ in den Steinernen Saal. Er wollte auch meine Meinung zu Konvikt wissen – mit der Begründung, dass doch der Geist Gottes den Jungen manchmal eine tiefe Einsicht schenkt. Ich erwiderte, man solle doch nicht jedem Geistlichen Verantwortung im Konvikt geben – und dann kam das Donnerwetter des Abtes: was bildet sich dieser Fratz ein…! Seitdem wurde ich recht schweigsam! Aber ich erkannte damals die Situation, die uns heute zum Verhängnis wurde, hellklar! Von da an wollte ich nichts mehr mit dem Inernat zu zun haben, schon gar nicht mit P. A. Ich entwickelte das, was die die Psychologie so treffend einen Widerstand nennt. Wer lässt sich schon gern auf den Teufel ein?! Für mich gab es nur – als Selbstschutz – ein (unbewusstes) Ausblenden dieser unheimlichen und dunklen Region des Internats.Aber: ich hätte mehr für Gerechtigkeit und Menschlichkeit kämpfen müssen. Insofern bin auch ich schuldig geworden, habe eben zugeschaut. Und dafür möchte ich euch heute um Verzeihung bitten!
    Wie gehen wir im Kloster mit unserer Vergangenheit um, die uns jetzt eingeholt hat? Tatsache ist, dass die Wahrheit und der Ernst der Stunde von nur ganz wenigen gesehen wird. Ich leide sehr an dieser Situation. Da hört man immer wieder das scholastische, aber meines Erachtens zynische Axiom: Liebe den Sünder, aber hasse die Sünde (kanns einfach nicht mehr hören). Da sagt dir dein Tischnachbar beim Essen: Der P. A, muss schon einen großen Gegner bei den „Nachrichten“ haben. Und vorgestern – wir Patres beteiligen uns beim Servieren – erlaubte ich mir die Bemerkung: Heute serviert ein Pädophiler, was zur Folge hatte, dass mein Tischnachbar Reißaus nahm und fluchtartig das Refektorium verließ. Kurz: zu einer auch nur ansatzweisen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit (und Gegenwart) ist der Konvent nicht gelangt. Die Dinge werden einfach zu wenig beim Namen genannt, was zur Folge hat, dass keiner recht dem anderen traut. Aber wir können das Leid, das wir über andere gebracht haben, eben nicht „aussitzen“, wir müssen uns radikal der Wahrheit stellen! Wer das nicht einsieht lebte in einer Scheinwelt, ja er wird irgendwie selbst zum Täter.
    Unser größter Fehler besteht m. E. darin, dass wir seit Jahrzehnten das menschliche, ehrliche und liebenswürdige Gespräch verloren haben. Wie soll man auch mit Menschen sprechen, die über alles erhaben sind und alles beurteilen können. Das Menschliche haben wir ausgetrieben, die wirklich menschlichen Mitbrüder, ich denke hier an P. Alan und P. Ferdinand, wurden und werden nicht ernst genommen, sie passen nicht in ein System von „Machern“. Und ich schon gar nicht, weil ich eben „schwierig“ bin! Ausgetrieben haben wir weitgehend jede tiefere geistige Beschäftigung, was ein Klima geistiger Dumpfheit erzeugt. Ich gehe hier nicht weiter in Details, aber ich nehme es Angesichts der heuten Lage gerne auf mich, als „Nestbeschmutzer“ zu gelten.
    Ich sehe den „erstarrten“ Zustand unseres Hauses auch mit biblischen und theologischen Augen. Die schuldige Vergangenheit (und Gegenwart) erschlägt uns gleichsam. Bei Prophen Jesaua heißt es: darum wird eure Schuld für euch sein wie ein herabfallendes Bruchstück von einer hoch aufragenden Mauer, die dann plötzlich, urplötzlich einstürzt (30,13).Und bei Hosea: Die Tage der Abrechnung sind gekommen, gekommen sind die Tage der Vergeltung. Der Prophet ist ein Narr, der Geistesmann ist verrückt. So große Anfeindung zeigt, wie groß deine Schuld ist. (9,3) Vielleicht gereicht es mir zur Ehre, dass ich als Verrückter gelte. Bei Jeremia, der sich am tiefsten mit dem Wesen der Schuld auseinandersetzt, lesen wir: Dein Verhalten und Tun haben dir das eingebracht. Deine bösen Taten sind schuld, daß es so bitter steht, daß es dich bis ins Herz trifft. (4,18).
    Wir sind ein überalteter Konvent, im Grund genommen sind wir ein armes und verunsichertes Häufchen. Die Situation ist so ernst, dass es ums Überleben des Konventes geht, um nicht mehr oder weniger! Wenn wir weiter existieren wollen, so brauchen wir auch Hilfe (gerade bei der lückenlosen Aufklärung!) und Euer Mitdleid und Erbarmen. Wir sind, wie es Abt Anton Wolfradt 1628 in einem Brief formuliert hat „wahrhaftig arme Schlucker“.
    In diesen schweren Tagen tröstet mich die geistige Hingabe an eine historische Arbeit sowie die stille Hoffnung, dass auch ihr nicht den Untergang unseres Hauses herbeisehnt, sondern an einer menschlichen und spirituellen Erneuerung interessiert seid. Ich danke von Herzen allen, die zur Wahrheitsfindung beitragen. Ganz persönlich danke Herrn Wolfgang Dirisamer vom Landeskriminalamt, der mit sehr viel Mut gemacht hat. Durch ihm wurde mir klar, dass die Übergriffe eines P. A. weit schwerwiegender waren, als ich es je vermutet hätte. Er hat mein Mitgefühl mit den vielen Opfern gestärkt. Ich schließe absichtlich nicht mit einem frommen Spruch, sondern mit dem Wort Niezsches: Bis jetzt war ich Amboß, jetzt will ich Hammer sein!

    • zu spät Says:

      der brief über den austritt und meine gründe dazu liegt im nächsten briefkasten. es gibt keinen weg zurück zu dieser kriminellen vereinigung. die wenigen gerechten, die wenigen guten können nicht mehr die fratzen der täter, der ermöglicher und der mitwisser überstrahlen. jede woche neue verdächtige, jede woche neu lügen, jede woche schrittweises zugeben, was nicht mehr geleugnet werden kann, entschuldigungen, die eine beleidigung sind (deine ist natürlich gemeint p. rupert und auch die von fr. zippermayr nicht). ich mache mir selbst vorwürfe, wieso ich meine eltern nicht eindringlicher und öfter auf gerüchte über p.a. hingewiesen habe. jedoch reichte die phantasie meiner eltern dazu nicht aus, dass sie mir dies glaubten. für sie war es jenseits ihrer vorstellungskraft, dass ein pater umgeben von vielen anderen patres, männer gottes seinen verbrechen ungestört nachgehen konnte. daher schwieg ich, um nicht länger der lüge bezichtigt und ausgelacht zu werden. weder über diese gerüchte noch über andere gewalt, die auch ihr erfuhr. nicht einmal über meine ängste, meine fluchtgedanken, meine selbstmordgedanken konnte ich reden. nach kremsmünster versuchte ich alles zu vergessen, zu verdrängen. darin war ich mehr als erfolgreich. nachdem das verdrängte jetzt wieder in aller brutalität zurück ist, will ich nicht wieder einen neuen rekord im verdrängen aufstellen. in einem liegst du falsch p. rupert. das stift als hort des bösen gehört aufgelöst, vernichtet, gesprengt, niedergebrannt, … hunderte gebrochene kinderseelen sollen nicht das fundament für barocken glanz dienen. wurden nicht auch die symbole des 3. reichs, der udssr, … nach deren ende gesprengt, gestürzt, … wieso sollte das nicht auch für das stift gelten?

      • zu spät Says:

        deine ist natürlich gemeint p. rupert und auch die von fr. zippermayr nicht

        richtig muss es natürlich heissen:

        deine ist natürlich NICHT gemeint p.rupert und auch nicht die von fr. zippermayr

        bitte um korrektur und entschuldigung!

    • Lilie Says:

      “Wahrhaftig, Gott ist an diesem Ort”
      Spruch über der barocken Stiftskirche von Kremsmünster

      Wie wir gelernt haben, war auch Jesus Christus ein Außenseiter und Unbequemer!

      Lieber P. Rupert, danke fürs Unbequem-Sein da drinnen!
      Danke auch für das illustrative Erlebnis mit Abt Albert B.! Irgendwo habe ich gelesen, dass die Benediktiner so stolz sind, dass sie im Gegensatz zu den hierarchischen Strukturen schon so demokratisch sind. Hmm?

      Man soll sich nicht mit dem Blog “identifizieren”? Ich fürchte, dass einige vor ihrem Lebensende nicht mehr aus ihrem Träumeland aufwachen werden! Und so wird es bis zu ihrem Tod aus ihrem Mund also heißen: “Es war alles wunderschön prächtig. Nur das dachten wir wirklich nicht: Dass unter den Altkremsmünsterern soviele bösartige Menschen sind, die alles schlecht reden!”

      Ich würde mir da drinnen selbst die Frage stellen: Sind der barocke Vierkanter und der umfangreiche Besitz heute noch der geeignete Rahmen für eine Möchsgemeinschaft, die in der Nachfolge Christi leben will – in Armut. Deren Mitglieder und Priester “dienen” wollen?
      Es gab schon andere in der Geschichte der Orden, die einen Neustart gewagt haben. Schaut Euch doch um, wieviele Klöster und Gemeinschaften stets neu gegründet werden. Für viele ist dies ein finanziell schwieriges Unterfangen. Bringt das reiche Erbe in eine gemeinnützige Stiftung ein, macht ein Museum aus den Räumlichkeiten der Abtei,.. Lasst Euch etwas anderes einfallen! Lebt selbst weitgehend besitzlos und bescheiden und einfach an der Seite der Menschen. Für eine schrumpfende Gemeinschaft wird es ohnedies nicht mehr so viel Platz brauchen. Denkt an die Lilien auf dem Feld!

      • was weiß der mönch schon Says:

        “Wir zählen mit Akribie die Obstbäume, aber wir behandeln die Vermögen sehr diskret und das ist kein Zufall” (Ferdinand Lacina)

        Ich frage mich, was ein einfacher Mönch imStift eigentlich über die Vermögen und Einkommen des Stiftes weiß?

        Als Außenstehender kann man aus Ermangelung an Zahlen nur Thesen aufstellen. So diese: Nach Schätzungen ergibt sich in Österreich für bestimmte Grundstückseigentümer jährlich ein gesamter Wertzuwachs von Euro 3,5 Mrd. durch die bloße Tatsache, dass Liegenschaften von Grünland in Bauland umgewidmet werden. Diejenigen, die über umfassenden landwirtschaftlichen Besitz verfügen (Großgrundbesitzer wie Stifte etwa) sind die Hauptgewinner dieser steuerfreien “arbeitslosen Einkommen”, die beim Verkauf des Baulandes lukriert werden.

    • mj90krems Says:

      Sehr geehrter P. Rupert,
      ich habe bereits in einem früheren Kommentar angeregt, dass ich Sie für eine geeignete Person halte, welche eine korrekte und umfassende historische Aufarbeitung des psychischen, physischen und sexuellen Missbrauchs seit 1945 im Stift Kremsmünster in Angriff nehmen sollte.

      Eine solche Aufarbeitung sollte ähnlich dem Bericht von Fr. Raue vor allem folgende Fragen klären:

      Gab es außer den heute bereits bekannten Tätern noch weitere Patres im Kloster denen derartige Missbrauchsfälle nachgewiesen und intern vertuscht wurden? Sie selbst haben ja zumindest einen “Vorgänger” von P. Alfons schon erwähnt. Gibt es auch handelnde Personen und relevante Vorfälle aus der jüngeren Vergangenheit die in einen nicht verjährten Tatzeitraum fallen?

      Die Klärung der Verantwortung von ehemaligen und gegenwärtigen Äbten, Konvikts- und Gymnasialdirektoren, sowie Präfekten, die bereits von zuvor vertuschten Missbrauchsfällen gewusst hatten, bzw. selbst aktiv an deren Verschleierung mitgewirkt haben. Vor allem im Fall von P. Benedikt ist diese Vorgangsweise ja schon bekannt, sie selbst haben zu früheren Fällen ähnliche Andeutungen gemacht.

      Eine anonyme Statistik der Absolventen und vorzeitigen Schulabrecher die Opfer derartiger Übergriffe wurden, sowie die Zahl der Selbstmorde und -versuche die im Internat und nach Verlassen des Internats von ehemaligen Schülern begangen wurden.

      ich bitte um weitere Vorschläge …

    • Kevin Krennhuber MJ96 Says:

      Lieber P. Rupert!

      Ich lese in deinen Postings davon, wie alleine und ohnmächtig du dich gegen die Übermacht eines Konvents von ‘Machern’ fühlst.
      Gibt es wirklich niemanden an den du dich wenden kannst, niemanden, der die aktuelle Situation mit denselben Augen sieht wie du?
      Gibt es keinen einzigen Pater in diesem Kloster, der so wie du eingehend über die Geschehnisse der letzten Jahrzehnte und seine eigene Rolle in diesem Spiel nachdenkt und meditiert?
      Niemand, der die Zeit des Gebetes nützt, um die letzten Reste Empathie in seiner vertrockneten Seele zusammenzukratzen?
      Was ist mit denen, die ich und auch andere hier in guter Erinnerung haben? P. Albert, P. Benno, P. Tassilo, P. Daniel, … Sind sie womöglich diejenigen, die vor dem Blog warnen? Oder verhalten sie sich so, wie man es ihnen beigebracht hat: den hungrigen Medien ein paar halbherzige Worte der Reue hinschmeissen und dann den Kopf einziehen bis das Unwetter vorüber ist.
      Was ist mit den Jung-Patres? Einige von ihnen posten immer wieder Mal Verteidigungen in diesen Blog wenn sie zu scharf von uns kritisiert werden.

      Liebe Jung-Patres!
      So, wie es sich mir darstellt, seid ihr offenbar die einzige Überlebensmöglichkeit, die dieses Konvent noch hat. Ihr seid die Einzigen, die auch noch das Leben ausserhalb der Stiftsmauern in frischer Erinnerung haben. Ihr solltet unbequem sein, wie P. Rupert (es zu sein scheint)!
      Offenbar ist das hierarchische System im Stift immer noch so mächtig, dass ein einziges herrisches Wort eines Abtes genügt, um den aktiven Widerstand auf Jahre hinaus auszulöschen – Lasst das nicht zu! Eure Gedanken und Eure Sicht auf die Welt gehören Euch und können niemals ‘falsch’, ‘sündig’ oder ‘schlecht’ sein.
      Ihr solltet die Fragen stellen, die gestellt werden müssen, um eine neue Ära in Kremsmünster einzuleiten, immer wieder diese Fragen stellen und euch nicht abwimmeln lassen – weder von einem Abt noch von einem älteren und vermeintlich ‘weiseren’ Mitbruder.
      Für den Fall, dass euch diese Fragen nicht einfallen sollten – wie wärs mit:

      Denkt ihr über eure Taten nach?
      Versteht ihr, was ihr euren Opfern angetan habt?
      Versteht ihr, dass der zeitliche Kontext keine Entschuldigung für das absichtliche Quälen von Kindern ist?
      Versteht ihr, dass euch euer Alter nicht von eurer Vergangenheit befreit?
      Versteht ihr, dass ihr euch mit grosser Schuld beladen habt, immer und immer wieder – vor jenen, die euch vertraut haben, vor euch selbst und letztendlich vor Gott?
      Versteht ihr, dass auch ihr anderen, die ihr es mitbekommen aber weggesehen habt, euch mit ebenso grosser Schuld beladen habt, weil sie es jenen erst ermöglicht habt so lange ihr Unwesen zu treiben?
      Versteht ihr, dass WIR das NICHT wollen und tun werden?
      Wie wollt ihr eure grosse Schuld wieder gut machen?
      Wie können wir gemeinsam verhindern, dass so etwas wieder passiert?
      Wollt ihr mit uns etwas verbesseren?
      Wollt ihr mit uns etwas neues, gutes schaffen?

      Liebe Jung-Patres, das sind die Fragen, die ihr euren Mitbrüdern stellen solltet, so lange, bis sich in diesem erkalteten Vulkan wieder Wärme und Mitgefühl regen. So lange, bis man wirklich von Aufarbeitung der Vergangenheit und Neugestaltung der Zukunft sprechen kann!
      Ich bin wahrlich kein gläubiger Christ, aber ich bin ein Mensch und ich habe die Geschichte von Jesus von Nazareth noch in bester Erinnerung: Jesus war ein Unbequemer! Jesus war keiner, der sich mit eingezogenen Schwanz der vorherrschenden Hierarchie unterworfen hat. Im Gegenteil, er ist (wenn die Geschichte stimmt) für seine Überzeugung am Kreuz gestorben und viele nach ihm.
      Liebe Jung-Patres, ihr seid gerade erst ins Kloster eingetreten, euer Glaube muss (so hoffe ich doch) noch stark und frisch sein. Niemand verlang von euch am Kreuz zu sterben, aber ein wenig Mut und Leidenschaft für das Gute sollte in euch zu finden sein, sonst habt ihr den falschen Beruf gewählt! Sprecht miteinander, fürchtet euch nicht vor auftauchenden Aussagen oder Gedanken, die euch in eurem Kremsmünsterer Umfeld blasphemisch oder unangemessen erscheinen. Nicht die Gedanken oder Aussagen verändern die Welt, es sind die Taten, die darauf folgen!
      Liebe Jung-Patres, wir zählen auf euch.

      • jung-spund Says:

        Bloß in der Geriatrie bzw. Gerontokratie (ob im Stift oder im Vatikan) erscheinen Männer mit 40 Lebensjahren noch als “Jung-Patres”. Im Leben ist das oft etwas anders (Jesus Christus war mit 33 schon tot; Grasser war mit 32 Finanzminister; unser aktueller Bundeskanzler ist gerade erst 50 geworden; auf dem Arbeitsmarkt gehören mache mit 40+ schon zum “Alten Eisen”). Diese “Jung-Patres” in K. sind keine Teenies, die nach der Schule oder dem Zivildienst gerade erst ins Noviziat gekommen sind. Das ist doch nur eine blöde PR-Masche: Hier die “jugendlich” Engagierten und Unbescholtenen, dort die paar alten, “grausigen” Sünder! Der Nebengeschmack,der aber vielleicht bei einigen hängen bleibt: die haben eh noch nichts zu plauschen in dem Systen! oder: die sind gegenüber den “Altmeistern” wie A.M. eh noch “grün hinter den Ohren”.

        Es gibt ja die These, dass die Adoleszenz (bedingt durch das Studium und andere Gründe) heute schon einmal bis 30 dauern kann. Ob das Kloster wirklich für eine Verlängerung der Adoleszenz bis zu 40+/- sorgen kann? Welche Gründe dann dafür ausschlaggebend sein mögen?

  103. LH - MJ ´95 Says:

    Lieber Pater Rupert!

    Ich verneige mich vor Dir und zolle Dir meinen Respekt für Deine offenen Worte und den Mut zur Entschuldigung. Danke, aufrichtig danke!

    Gestatte mir jedoch bitte folgende Anmerkungen:

    Niemand will das Kloster “umbringen”.

    Was wir wollen ist Wiedergutmachung und Gerechtigkeit – nicht nur vom Stift, sondern auch und besonders vom Gymnasium.

    Wenn ALLE aufstehen, ihre Schuld eingestehen, aufrichtig um Verzeihung bitten und echte Wiedergutmachung leisten (die auch schmerzlich zu sein hat), dann sei Dir meiner und unserer Hilfe versichert, darauf gebe ich Dir mein Wort.

    Doch bis das nicht geschehen ist und solange sich Täter, wie etwa P. A. (wie ich im Zuge eines Telefonats, welches ich während meiner Einvernahme auszugsweise mithören konnte) in an Feigheit kaum zu überbietender Manier hinter Anwälten verstecken, Psychoterroristen Fakten auszublenden und Opfer zu diskreditieren versuchen und ein Gymnasialdirektor alles in seiner Macht stehende unternimmt die Verbrechen der vergangenen Jahrzehnte zu vertuschen und “business as usual” zu spielen, solange kann und wird es keinen Frieden geben; solange werde ich, werden wir kämpfen. Und wir haben noch nicht begonnen.

    Eine ganz persönliche Anmerkung:
    Ich mußte nach 20 Jahren (!) schmerzvoll begreifen, warum sich vor Jahrzehnten, damals in der 2. Klasse, ein sehr lieber und guter Freund von mir abgewendet hatte und scheinbar nichts mehr mit mir zu tun haben wollte: es hatte nichts mit unserer Freundschaft zu tun; er wurde von KHM und Kö verbrecherisch terrorisiert und zum Oralsex mit P. A. gezwungen; dies begriff er pervertierterweise sogar als “Wohltat”, da der Psychoterror im Gymnasium derart unerträglich war.
    Er hatte sich von der Außenwelt abgeschottet und galt von da an als komischer Eigenbrödler.

    Als ich hier seine Geschichte gelesen habe verspürte ich einen unerträglichen, tiefen Schmerz und mußte schreiend heulen; ich konnte nicht aufhören und auch nicht einschlafen.
    Es machte mich wütend, unbeschreiblich traurig und gab mir das schreckliche Gefühl absoluter Hilflosigkeit.

    DARUM und wegen vieler, vieler anderer Verbrechen an uns, werden wir nicht ruhen.

    Lieber Pater Rupert, Du hast einen Anfang gemacht. Danke.

    • Lüge Says:

      Lukas,

      Du sagst “er wurde von KHM und Kö verbrecherisch terrorisiert und zum Oralsex mit P. A. gezwungen”.

      Das ist eine glatte Lüge und das weisst Du ganz genau!

      • Lüge Says:

        .. es sei denn Du wolltest damit NICHT implizieren dass er *VON* KHM und Kö zum Oralsex mit P.A. gezwungen wurde (so kann man den Satz nämlich auch lesen, ach wie pervers…)

        Bitte um Klarstellung!

    • Raimund Hofer Says:

      Lieber Herr Hufnagl,
      Ihre Stellungnahme vor einem Jahr hat alle teilnehmenden Mitleser erschüttert und sehr bewegt! Aus den sonstigen Zusammenhängen und Informationen des Blogs geht ja ganz klar hervor, dass es sich also darum handelt, dass ein Elfjähriger sich im Jahr 1989/90, weil er so verzweifelt war über die Erlebnisse mit anderen Lehrern am Gymnasium, zu dem damals 56- bzw. 57-Jährigen Pater Alfons flüchtete, da er dessen Machtstellung irgendwie erahnte. Und dieser ließ ihm dann nicht Zuneigung und Schutz angedeihen, sondern hat ihn missbraucht, so dass der Knabe sich vorübergehend “geborgen” fühlte und in seiner Not Pater Alfons dann sogar freiwillig aufsuchte. Anderen dürfte er dann durch seinen Kontakt zu Pater Alfons erst recht suspekt geworden und von diesen auch gehänselt oder zumindest gemieden worden sein, als vermeintlicher “Sonderling”.
      Falls Alfons solche Demütigungen und solchen “Trost” in seiner Jugend auch erfahren haben sollte – von wem auch immer –, dann konnte er das ohne psychotherapeutische Hilfe auch nicht verarbeiten. Insofern ist dann doch irgendwie nachzuvollziehen, dass Sie sagen, Sie hätten es über sich gebracht, Alfons zu verzeihen, wenn auch nicht zu vergessen.

  104. Albert Hesse, Event Horizon Says:

    Ich erweitere hiermit PEIORS Gedanken: “Wir müssen uns Kremsmünster als gewalttätigen Ort vorstellen”.
    CENSEO CREMIFANENSIAM INFERNUM ESSE, LIBERATE ME EX INFERIS. INFEROS TULI MECUM POST CREMIFANEM.

    Ich frage euch, CREMIFANENSIA oder CREMATORIA?

    Das Stift hat durch seine Gewalt und Beichterlebnisse, durch das Schlechtreden des eigenen und Frauenkörpers den Menschen die Hölle in die Seele gebracht.

    Wie Harpyen schissen sie uns in das Essen des Lebens. Sie redeten uns schlecht, was sie sich nur heimlich nahmen oder selbst versagten. Warum, aus Neid.

    Kindern trichterten sie die Moral ein, die sie selbst nicht halten konnten. Die das Niveau halten konnten, legten eine unerreichbare Messlatte für andere.
    In ihrem Stolz suhlten sich letztere, die ihren Bedürfnissen widerstanden, fühlten sich besser, als die, die es nicht taten und nicht wollten. Nicht widerstehen zu wollen, das war schlecht. Mitmachen sollte jeder beim Versuch, das Schöne als Schlecht zu sehen, LIBERATE ME EX INFERIS, eingeimpft haben sie uns das Misstrauen in alles Schöne.
    Anstatt erreichbarer moralischer Ziele redete sie den Menschen schlecht. Redeten schlecht, was keinem schadet, schauten zu wie wir einander schadeten, und schadeten uns, indem sie sich heimlich holten, von dem sie sagten, dass sie es sich selbst versagten.

    Wir Kinderseelen bezahlten für das Leben, das ihr euch selbst versagtet, LIBERATE NOS EX VESTRIS INFERIS.
    Die Hölle, vor der sie uns schützen wollten, die tragen einige von uns noch mit uns.

    Kremsmünster schaffte es, Gemeinschaft zu zerstören, raubte den Menschen den Verstand und ließ sie einander aufhetzen. Wie von Sinnen, wie des Verstandes beraubte Dämonen taten die meisten von uns, was sie klar denkend nie getan hätten, sodass viele von uns jahrelang nicht klar denken konnten.

    LOCVS ISTE ERAT QVASI INFERNVS, SOLO ABERAT IGNIS.
    VERE, DOMINVS EST IN LOCO ISTE,
    SED QVEM DOMINVUM IN LOCO ESSE CREDIS?
    VERE, DOMINUS TENEBRARVM, EST IN LOCO ISTE.

    Der Herr ist mein Hirte, der Hirte, der die Schafe weidet, bis sie am Osterfest zur Schlachtbank getrieben werden. Daran weidet sich der Hirte. Ja, die jüngsten Lämmer sind die leckersten! Sie die besten fürs Pesachfest!

    Spitz eure Schweinsohren! ♪♫, di, dili… “Bauer, gell, wir verstehen uns gut, Ja Schweindi…Bauer…was isn das für ein Messa? …Haha, mach dir keine Sorgen mein Schweindi… Quiik, Gurgel”

    Doch der Herr, mein Hirte, wäscht sich die Hände in Unschuld, wenn die Schafe einander selbst zerfleischen, gleich einem Hahnenkampf, macht er die Schafe zu ihren eigenen Wölfen NON SOLO HOMO HOMINI LUPVS EST, SED ETIAM HOMO HOMINI HOMINEM LUPUM FECIT (Nicht nur ist der Mensch des Menschen Wolf, sondern der Mensch macht den Menschen zum Wolf für Menschen), das ist der Ultimative Kick der menschengemachten Hölle, aus der es kein Entrinnen gibt. Zweck? Das Vertrauen in die Menschheit in sich selbst zu zerstören.

    LIBERA TU TEMET EX INFERIS, befreie du DICH aus der Hölle.
    Schicke deine Kinder nicht dort hin. Denn die Kinder die dort waren, bringen etwas mit, von dem du nicht willst, das sie es mitbringen. Gehe selbst nicht dort hin, du bringst etwas mit. Sei es, dass du zum Diener des Herrn der Finsternis gemacht wirst, als Schläger, oder dass du ein Opferjunge bist.
    Viele die diesen Ort betreten, sind der Fähigkeit beraubt, die Schöpfung zu lieben und die Geschöpfe.
    LIBERATE ALIOS EX INFERIS, INHIBITE ALIOS IN INFERNOS INTRARE.
    Du willst dort nicht hin, der Gewalterlebnispark ist keine Therapie. Das KZ war für die Juden auch keine Therapie, sie quälen die Philister genau so wie vor 3000 Jahren.
    Ihr glaubt an einen Gott Davids, der einfach so als Brautgeschenk 200 Vorhäute auf dem Silbertablett serviert hat.
    Ihr glaubt an JAHWE, den Gott, DOMINUM TENEBRARUM, der Eroberer, dem die angestammte Philister einfach egal waren. Für das Volk Israel war ihm kein Preis zu hoch und kein Philisterleben zu wertvoll.
    An diesen Gott glauben sie noch immer, diese Pharisäer, tragen mit sich seit 3000 Jahren die Dunkle Botschaft des Alten Testaments mit sich, tragen sie weiter und weiter.
    Befreit euch von den dunklen gestalten.
    Sie glauben an den Hirten, der seinen Sohn auf Kreuz schickt, obwohl er einfach in seiner Allmacht nur mit dem Finger schnippen müsste, um die Welt von den Sünden zu befreien.
    “So sehr hat er die Welt geliebt, dass er seinen Einzigen Sohn hingab.”
    Ich Prometheus, sage euch: Es ist eine Stockholmsyndromhafte Umdeutung des früheren Brauches der Familienehre.
    Bezahlt nicht auch in einem fundamentalistischen Talibandorf die Tochter, wenn sie vergewaltigt wurde?
    Wird sie nicht zur wiederherstellung der Familienehre für die Sünden der anderen geopfert, obwohl die Familie sie liebt?
    Würde ich, etwa von einem netten Menschen verlangen, dass er sich ans Kreuz Nageln lässt, damit ich die Sünden meiner Peiniger im Internat vergebe? Was würdet ihr dann von mir halten.
    Der gewalttätige Vater, der einmal Adam davor bewahrte, seinen Sohn zu opfern, wurde leider Rückfällig. Gut, netterweise hat er uns diesmal nicht die Sintflut geschickt, sondern gnädigerweise nur seinen Sohn vergewaltzwergelt.
    Schwarze Botschaft, schwarze Botschaft! Und ihr, seid ihr nicht so wie hilflose talibanische Frauen, die versuchen, das Unrecht umzudeuten, das die angesichts des Gewaltausbruches des übermächtigen Familenvaters hinnehmen müssen?

    Ich, Prometheus frage euch, wollt ihr Event Horizon Kremsmünster besteigen und dort hinfahren, wo ihr verwirrt werdet und wollt ihr lasciare ogni speranza, weil dånn anfoch hopfm und moiz valoan is.

    Wenn ihr euch fragt: “Scheiße, was ist dann die alternative, wenn dieser Gott böse ist, gibt es einen Ausweg?” Ich weiß es nicht, manchmal glaube ich, ich bin schon mit euch drinnen in der Hölle, der Arm DOMINI TENEBRARUM reicht vielen hinterher, wie weit sie auch weglaufen. Die Hölle ist gekennzeichnet davon, dass es keinen Weg zurück gibt.
    Wenn ihr dort nicht hingeht, wenn ihr nicht in dieses Kremsmünster geht, bleiben eich diese Gedanken erspart. Denn hast du die Schwelle betreten, egal, wohin du gehst und dich wendest, egal wie, es führt kein Weg mehr hinaus, kommt ihr zurück, ist die Hölle in euch und um euch.

    LIBERA(TU)TE(MET) ME EX INFERIS!

  105. Das Borg-Katholektiv Says:

    Wir sind die Römisch katholische Kirche, Sie werden assimiliert, Widerstand ist zwecklos.

  106. le canard Says:

    Eine Demonstration der Kath. Jugend in Oberösterreich hat nun Schülerinnen und Schüler des Stiftes Kremsmünster inspiriert! http://www.dioezese-linz.at/redaktion/index.php?action_new=Lesen&Article_ID=54526

    Bei sintflutartigem Regen haben am Fronleichnamstag 400 völlig durchnässte Schülerinnen und Schüler in Kremsmünster dem Abt und Konvent des Stiftes ihre Solidarität bekundet. Die Inhalte des Blogs zu Kremsmünster seien völlig geschmacklos, so der Tenor der Veranstalter. Niemand könne sich damit “identifizieren”. Einträge der sich mit dem Stift solidarisierenden Jugendlichen würden nicht veröffentlicht, weil sie nicht in die “Miesmache” passen, kritisierten die Jugendlichen, die im Stift an einen völlig offenen Umgang mit allen Themen gewöhnt sind. Mit Bannern wie “Pädo- und Schläger-Priester gehören auch zur Schulgemeinschaft” oder “Keine Bannmeile für 77-jährigen Ex-Diktator” machten sie darauf aufmerksam, dass sie die Frustrationen der alten Generation nicht mehr länger hören können. “Es muss endlich ein Schlussstrich gezogen werden”, sagt jetzt die Mehrheit der Schüler und Schülerinnen und “Zahlt ihnen die Therapien, damit sie eine Ruhe geben”. Viele bedauern, dass unter den Absolventen soviele “Weicheier” sind, die den guten Ruf zerstören. In das völlig weisungsgebundene Aufarbeitungsteam des Abtes, das der Öffentlichkeit keine Information und Transparenz schuldet, setzen die Absolventen von morgen größtes Vertrauen. “Uns ist klar: wer zahlt, schafft an”, sagte einer der Demonstranten am Rande des Aufmarsches. Die Veranstaltung war begleitet von einer Studentenkapelle, die die “Alte Burschenherrlichkeit” intonierte. Der Direktor des Gymnasiums zeigte sich höchst erfreut über die sachliche Argumentation der Schüler und Schülerinnen, ihre Initiativkraft und den gelebten Geist der Schulgemeinschaft. Wir rechnen mit einer sich ausweitenden Solidaritätswelle im ganzen Zentralraum und einem regelrechten Ansturm im nächsten Schuljahr, so der Direktor. “Jeder Mensch muss spätestens jetzt erkennen, dass die Tradition in unserem Gymnasium lebendig ist und das heutige Gymasium nichts mit den Vorfällen von vorgestern zu tun hat.”

    Dann bleibt nur noch zu hoffen: Ente gut, alles gut!

    • mac Says:

      Da spielt dir wohl die Phantasie einen Streich. Die Anführungszeichen suggerieren ein Zitat, ich möchte hier nur anmerken, dass dieser vermeintliche Artikel erfunden ist. Wenn man hier schon schreibt, in welche Richtung auch immer, dann sollte man doch versuchen auf zumindest irgendeiner Ebene sachlich zu bleiben!

  107. Albert Hesse, Prometheus Says:

    Deutschunterricht mit Pater Benedikt.

    Ich habe ihn in neutraler Erinnerung, der Deutschunterricht war insgesamt brauchbar, sowie der Geschichteunterricht. Sein Unterricht wäre aus meiner Sicht nicht zu beanstanden gewesen, hätte es nicht Vorfälle anderer Schüler gegeben.

    Im Unterricht: Wir sprechen über die Jugend. Pater Benedikt redet über das Phänomen, dass man die Jugend trotz des zweiten Weltkrieges, oder der Zeit davor in guter Erinnerung hat. Er meinte, das Schlechte vergisst man. Ich war doch beeindruckt, denn ich Stellte mir die Zeit im zweiten Weltkrieg und davor sehr schwierig vor.

    Insgesamt bin ich sehr froh darüber, dass ich mehr nach vorne Blicke und mich nicht gerne nach hinten umdrehe.
    Lange Zeit habe ich gewartet, ob bei mir auch die Wirkung eintritt, dass ich mich gerne zurückerinnere.
    Sollen die glücklich sein, die sich gerne an ihre Jugend erinnern, ich zucke oft zusammen. Mit 33 Jahren stelle ich fest, dass bei mir und einigen anderen diese Benedikt’sche Wirkung nicht mehr eintreten wird, was das Stift betrifft, meine Volksschulzeit davor habe ich in ganz guter Erinnerung.
    Es sei jedem eine gute Erinnerung vergönnt, ich wünsche euch, behaltet das Gute, es ist nicht selbstverständlich, somit etwas Besonderes und hilfreich in schweren Stunden.

  108. Albert Hesse, Prometheus Says:

    Geografie und Sportunterricht mit Professor Bankler.

    Ich hoffe, ich war nicht nur ein Günstling, doch habe ich Professor Bankler als brauchbaren Geografielehrer in Erinnerung.
    Der unterricht war gut strukturiert, Professor Banklers Gemüt war gleichmäßig, er schaute, dass das Heft, in dem Wir mitschrieben halbwegs brauchbar normal ausschaute.
    Insgesamt war er ein Charakterliches Vorbild, zurückhaltend und korrekt ist er in meiner Erinnerung. Insgesamt hatte der Unterricht auch einen beruhigenden Einfluss auf mich, Professor Bankler war gleichmäßig und entspannt.
    Vielleicht hätte er was dagegen machen können, dass mich Georg Florian Grabenweger tyrannisierte, aber wir wollen jetzt nicht gierig werden.
    Ich bedanke mich hiermit bei Professor Bankler für die jahrelange korrekte Behandlung und hoffe, es war insgesamt so, wie ich mich erinnere. Ich hoffe sehr, er hat sich auch für alle anderen korrekt benommen und sich nicht an einem Opfer ausgetobt.
    Sofern es hier keine weiteren Vorwürfe gibt, schicke ich meinen Dank voraus und wünsche ihm/ihnen Herr Professor alles Gute.

  109. Albert Hesse, Prometheus Says:

    Pater Ruperts Worte bewegten mich, stimmten mich zum teil milde.
    Grundsätzlich tut es mir irgendwie leid für die Menschen, deren Heim auch von mir derbstens angegriffen wird.

    Exkurs: Ende des zweiten Weltkriegs: Deutschland ist niedergebombt, die Armee wurde völlig besiegt, zahlenmäßige Überlegenheit des Feindes, Kriegsmaterial verbraucht, An der Front in der eigenen Stadt: 16- und 60-jährige. Die Indianer ritten tote Pferde und stiegen nicht ab, bis man sie zwang abzusteigen.
    Was finden die Feinde vor? KZ, Kriegsverbrecher, Rassengesetze, Leichen, Verhungerte.
    Guat, was macht man, versklavt alle Deutschen, rottet Kultur und Sprache aus? Rächt man sich an ihnen, machen die Juden angesichts der erlittenen Qualen kurzen Prozess mit den bedingungslos kapitulierten?
    Gnädigerweise ist uns das nicht passiert. Nur die Kriegsverbrecher und Chefideologen werden aufgehängt, obwohl das sicher mehr verdient hätten, z.B. die gesamte SS. Gerechterweise muss man sagen, die Allierten hätten Deutschland und Österreich auch völlig ausrotten können, als Unrecht hätte ich das jetzt nicht empfunden, es ist ein Gnadenakt, dass wir als Volk Mitteleuropas noch weiterleben dürfen.

    Was hat Deutschland und Österreich das Weiterleben gesichert und sie davor bewahrt, wieder ein rechtsradikales Land zu werden?

    Meiner Meinung nach rettete uns, Historiker wissen es sicher besser, eine völlige Überarbeitung der Gesinnung, eine Kulturrevolution der 60er, ständige befassung mit der eigenen Geschichte, die über das übliche Wischiwaschi-MEA-CULPA hinausging.

    Ich frage mich, in wie weit mir Pater Rupert recht gibt, wenn ich hier vorausschauende Vergleiche mit Kremsmünster anstelle.

    Es gäbe auch für das Stift eine Chance, z.B. vielleicht die gesamte Bekehrung zum tibetischen Buddhismus, das durchaus eine Religion ist, von der ich nichts böses gehört habe. Bei den abrahamitischen Religionen scheint ja Gewalt gegen Frauen, Philister, Kinder die nicht folgen, Ungläubige… sehr ausgeprägt zu sein. Genau so gut habe ich meine Zweifel an dem von mir gepredigten Atheismus, man denke an die Massaker der Französischen Revolution.
    Den Buddhismus zeichnet das Mitgefühl mit allen Lebewesen (auch mit bösen Tieren und Würmern) aus, was man ja von Stift noch nicht behaupten kann und wäre eine durchaus mönchische Religion mit Prozessionen, Meditation, viel betendes Gemurmel…, was halt einige Menschen so brauchen.
    Man könnte auch etwas völlig Neues versuchen, z.B. eine Gemeinschaft der Giordano Bruno Stiftung (http://www.giordano-bruno-stiftung.de/) nach dem Motto: diene keinen Göttern, sondern dem großen dem großen Ideal, das Leid auf der Welt zu vermindern.
    Oder es könnte auch ein Glücksforschungskloster werden, mit Eckhart von Hirschhausen als Ehrenabt.
    Das wäre wirklich mal was positives. Allerdings, bei meiner Interpretation des Gottes, der die Welt so geliebt hat, dass er seinen einzigen Sohn auflaufen ließ, ist für mich keine eindeutige Botschaft, sondern man muss est den Menschen lange und breit erklären (erwachsen fallen nur wenige drauf rein, deswegen bringt die Kinder zu mir) und der emotional negative Teil, des jämmerlichen Verreckens am Kreuz, lässt sich zwar logisch wegargumentieren, emotional schwingt trotzdem das Elend mit. Außerdem verursacht dieser Auferstehungsglaube das Aufschieben nötiger Reformen aufs Jenseits, sowie verlegt das Erleben vom Glück auch aufs Jenseits.
    Und mal ehrlich, selbst wenn es ein Jenseits gibt, heißt es nicht, dass der Warteraum deswegen besonders hässlich und freudlos sein muss.

    Auch wenn ein Hotel noch so tolle Hotelsuiten hat, du würdest es nicht betreten wollen, wäre die Lounge mit Dreck angeschmiert. Sogar ein relativ unangenemer Zahnarztbesuch lässt sich mit einem angenehm gestalteten Wartezimmer leichter erwarten.

    Allerdings sehe ich aufgrund des Kirchenrechts sehr schwarz sogar für weniger utopische Reformen, die Kremsmünster menschenfreundlicher machen.
    Böse Botschaft, selbst wenn Kremsmünster sich völlig erneuern wollte, Rom macht euch ohnehin einen Strich durch die Rechnung, es ist gar nicht Möglich, auszusteigen, dagegen widerspricht die Stiftungsurkunde, das Stiftungsrecht etc…

    Also, bei allem Mitgefühl für Pater Rupert und Leute, die gerne Mönche sind, es tut mir leid, ich befürchte, selbst wenn ich milde gestimmt werden sollte, wird sich die Geschichte des Klosters wiederholen, solange man nicht an Rom und an der als menschenverachtend auslegbaren und Menschenverachtung auf emotionaler Ebene mitschwingenden Botschaft rüttelt. Von wegen frohe Botschaft

    Vielleicht passiert irgendwann doch noch ein Wunder, vielleicht überrascht mich das Leben ja noch einmal.
    Es tut mir wirklich sehr leid für Pater Rupert, dass er sich mit solch einer Übermacht konfrontiert sieht, so wie’s aussieht wirds auch für Kremsmonster kein Happy End geben, vielleicht aber für einige Schiffsratten, die das sinkende Schiff verlassen

    • Mj91 Says:

      Dieser ständige Vergleich Kremsmünster mit dem 3. Reich ist zum Kotzen. Muß diese historische Epoche für alles “Böse” herhalten? Ist AM gar eine Nachfahre von AH?
      Schieb Dir Deine “Kulturrevolution” dahin wo die Sonne nicht scheint und geißle Dich stellvertretend für alle pöhsen Deutschen und Österreicher.

      • Kleiner Bursch Says:

        Natürlich geht es auch nicht, ohne ein gewisses kulturelles Umdenken, man denke an die Reformation durch Martin Luther, man denke in weiterer Folge an Martin Luther King. Ohne kulturelles Umdenken wären wir heute noch im Mittelalter, im Elend und die Erde wäre heute noch eine Scheibe.
        Deine Antwort, man solle sich etwas dorthin schieben, wo die Sonne nicht scheint, ist doch im Zusammenhang mit Kremsmünster bedenklich, da möglicherweise (sehr sicher) dem einen oder anderen unaussprechliche Dinge dort hin geschoben wurden, wo die Sonne nicht scheint.

      • Albert Hesse, Prometheus Says:

        Ich werde möglicherweise auf dich Rücksicht nehmen und versuchen, das Böse anhand anderer Systeme zu beschreiben.

        Du scheinst eben nicht zu verstehen, dass das Stift für mich und andere die absolute Hölle war.
        Gut, du könntest jetzt sagen, das Stift war ja kein Gulag und wir sind ja nicht in den Tod durch sibirische Bergwerksarbeit getrieben worden. Also, das stimmt schon. Aber wäre ich jetzt tot, würde ich mich auch nicht mehr aufregen. Daher, weil es mich nur beinahe in den Selbstmord getrieben hat, schreibe ich noch.

        Mich persönlich interessiert die Entwicklung der Stellungnahmen sehr und vor allem interessieren mich Stellungnahmen, an der eine gewisse kritische Beschäftigung mit dem Stift, mit dem was man sagt und vielleicht auch eine gewisse Entwicklung mit dem eigenen Erlebten erkennbar ist. Das wäre auch an einem aussagekräftigen Namen abzulesen, du schreibst ja nur mj91. Dein richtiger Name wäre natürlich vom moralischen Standpunkt einwandfrei und würde davon zeugen, dass du zu dem stehst, was du sagst oder umadumfäust.

        Mit vorbehaltenen freundlichen Grüßen, Prometheus

  110. Giordanobrunostiftung Says:

    Die Zehn Angebote des evolutionären Humanismus (Kurzfassung)

    1. Diene weder fremden noch heimischen „Göttern“, sondern dem großen Ideal der Ethik, das Leid in der Welt zu mindern!

    2. Verhalte dich fair gegenüber deinem Nächsten und deinem Fernsten!

    3. Habe keine Angst vor Autoritäten, sondern den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

    4. Du sollst nicht lügen, betrügen, stehlen, töten – es sei denn, es gibt im Notfall keine anderen Möglichkeiten, die Ideale der Humanität durchzusetzen!

    5. Befreie dich von der Unart des Moralisierens! Trage dazu bei, dass die katastrophalen Bedingungen aufgehoben werden, unter denen Menschen heute verkümmern, und du wirst erstaunt sein, von welch freundlicher, kreativer und liebenswerter Seite sich die vermeintliche „Bestie“ Homo sapiens zeigen kann.

    6. Immunisiere dich nicht gegen Kritik! Ehrliche Kritik ist ein Geschenk, das du nicht abweisen solltest.

    7. Sei dir deiner Sache nicht allzu sicher! Zweifle aber auch am Zweifel! Selbst wenn unser Wissen stets begrenzt und vorläufig ist, solltest du entschieden für das eintreten, von dem du überzeugt bist. Sei dabei aber jederzeit offen für bessere Argumente, denn nur so wird es dir gelingen, den schmalen Grat jenseits von Dogmatismus und Beliebigkeit zu meistern.

    8. Überwinde die Neigung zur Traditionsblindheit, indem du dich gründlich nach allen Seiten hin informierst, bevor du eine Entscheidung triffst!

    9. Genieße dein Leben, denn dir ist höchstwahrscheinlich nur dieses eine gegeben!

    10. Stelle dein Leben in den Dienst einer „größeren Sache“, werde Teil der Tradition derer, die die Welt zu einem besseren, lebenswerteren Ort machen woll(t)en! Eine solche Haltung ist nicht nur ethisch vernünftig, sondern auch das beste Rezept für eine sinnerfüllte Existenz.

    • alter Theologe Says:

      Gibt es hier wirklich einen Unterschied zur christlichen Lehre?, wo Gott eben weder eine fremde noch einheimische Götze ist, der man dient, sondern gerade uns eben einen Begriff geben soll, das ein Ideal zur konkreten Aufforderung werden lässt: denn Gott ist im christlichen Verständnis in erster Linie die Liebe (nicht die in Kremsmünster getretene natürlich!).

      Alle hier vorgebrachten und ehrenwerten Thesen füllen ja die Bücher der letzten 3000 Jahre.

      Was an Kremsmünster oft so ärgerlich war, war dieser intellektuell austarierte goldene Mittelweg auf der einen Seite und die Kulturlosigkeit im menschlichen Umgang auf der anderen. Gemeinschaft und Liebe, die nicht demütigt, davon hat dort kaum jemand einen Begriff gehabt, auch ein Pater Rupert nicht!

      Wir waren die Säue am Trog und doch haben viele das Latein im Kopf behalten.

      • Schizophren oder nur verlogen? Says:

        Ein harmloses Erlebnis aus der “Studentenkapelle”, passend zu dem von Dir beschriebenen Widerspruch:

        Predigt vor Weihnachten. P. Emmeran müht sich während der Predigt eifrig, den Frieden und den Glanz der Weihnachtsbotschaft in blumenreiche Worte zu fassen. Doch vorne, in einer der ersten Reihen, stört jemand die Idylle – der Schüler “E” quatscht mit seinem Sitznachbarn.

        P. Emmeran unterbricht seine Predigt, und schreit(!) weniger blumig: “E…, sei amoi ruhig”. Dann wieder mit bedachter Stimme Weihnachtsfriede und die lieben Engerl, dann wieder ganz unvermittelt schreiend “E…, hoit endlich dei Goschn!” und ohne Pause weiter in der Predigt …

        Diese Episode war belustigend. Aber sie war auch verstörend, weil ich mir danach die Frage stellte: Merkt der da draußen gar nicht mehr, wie absurd das ist? Kann dieser Mensch da am Altar etwa gar nicht mehr nachvollziehen, dass ihm die friedliche Botschaft niemand ganz abkaufen wird, wenn er dazwischen unvermittelt ausflippt?

        Ich war schon damals nicht mehr gläubig. Aber ich hatte wenigstens Respekt vor denen, die den Glauben ernst meinten. Unter den Patres habe ich das aber nur sehr, sehr wenigen zugestanden.

        Hat sich etwa ein P. Kilian jemals selbst gefragt, WOZU er eine Frühmesse anbietet, wenn er diese in absurdem Schnellsprech in weniger als 10 Minuten herunterspult? Eine Motivation aus dem Glauben heraus konnte ich mir da nie wirklich vorstellen – das waren ja eher barocke Kabaretteinlagen. Hat er das etwa nur gemacht, um schon nach dem Aufstehen einen halben Liter Messwein in einem Satz hinunterspülen zu können? (Der letzte Satz war nicht als Metapher gemeint, sondern wörtlich!)

  111. Kevin Krennhuber MJ96 Says:

    (Dieser Beitrag wird zur Besseren Auffindbarkeit noch einmal gepostet, Sorry for Spam)

    Lieber P. Rupert!

    Ich lese in deinen Postings davon, wie alleine und ohnmächtig du dich gegen die Übermacht eines Konvents von ‘Machern’ fühlst.
    Gibt es wirklich niemanden an den du dich wenden kannst, niemanden, der die aktuelle Situation mit denselben Augen sieht wie du?
    Gibt es keinen einzigen Pater in diesem Kloster, der so wie du eingehend über die Geschehnisse der letzten Jahrzehnte und seine eigene Rolle in diesem Spiel nachdenkt und meditiert?
    Niemand, der die Zeit des Gebetes nützt, um die letzten Reste Empathie in seiner vertrockneten Seele zusammenzukratzen?
    Was ist mit denen, die ich und auch andere hier in guter Erinnerung haben? P. Albert, P. Benno, P. Tassilo, P. Daniel, … Sind sie womöglich diejenigen, die vor dem Blog warnen? Oder verhalten sie sich so, wie man es ihnen beigebracht hat: den hungrigen Medien ein paar halbherzige Worte der Reue hinschmeissen und dann den Kopf einziehen bis das Unwetter vorüber ist.
    Was ist mit den Jung-Patres? Einige von ihnen posten immer wieder Mal Verteidigungen in diesen Blog wenn sie zu scharf von uns kritisiert werden.

    Liebe Jung-Patres!
    So, wie es sich mir darstellt, seid ihr offenbar die einzige Überlebensmöglichkeit, die dieses Konvent noch hat. Ihr seid die Einzigen, die auch noch das Leben ausserhalb der Stiftsmauern in frischer Erinnerung haben. Ihr solltet unbequem sein, wie P. Rupert (es zu sein scheint)!
    Offenbar ist das hierarchische System im Stift immer noch so mächtig, dass ein einziges herrisches Wort eines Abtes genügt, um den aktiven Widerstand auf Jahre hinaus auszulöschen – Lasst das nicht zu! Eure Gedanken und Eure Sicht auf die Welt gehören Euch und können niemals ‘falsch’, ‘sündig’ oder ‘schlecht’ sein.
    Ihr solltet die Fragen stellen, die gestellt werden müssen, um eine neue Ära in Kremsmünster einzuleiten, immer wieder diese Fragen stellen und euch nicht abwimmeln lassen – weder von einem Abt noch von einem älteren und vermeintlich ‘weiseren’ Mitbruder.
    Für den Fall, dass euch diese Fragen nicht einfallen sollten – wie wärs mit:

    Denkt ihr über eure Taten nach?
    Versteht ihr, was ihr euren Opfern angetan habt?
    Versteht ihr, dass der zeitliche Kontext keine Entschuldigung für das absichtliche Quälen von Kindern ist?
    Versteht ihr, dass euch euer Alter nicht von eurer Vergangenheit befreit?
    Versteht ihr, dass ihr euch mit grosser Schuld beladen habt, immer und immer wieder – vor jenen, die euch vertraut haben, vor euch selbst und letztendlich vor Gott?
    Versteht ihr, dass auch ihr anderen, die ihr es mitbekommen aber weggesehen habt, euch mit ebenso grosser Schuld beladen habt, weil sie es jenen erst ermöglicht habt so lange ihr Unwesen zu treiben?
    Versteht ihr, dass WIR das NICHT wollen und tun werden?
    Wie wollt ihr eure grosse Schuld wieder gut machen?
    Wie können wir gemeinsam verhindern, dass so etwas wieder passiert?
    Wollt ihr mit uns etwas verbesseren?
    Wollt ihr mit uns etwas neues, gutes schaffen?

    Liebe Jung-Patres, das sind die Fragen, die ihr euren Mitbrüdern stellen solltet, so lange, bis sich in diesem erkalteten Vulkan wieder Wärme und Mitgefühl regen. So lange, bis man wirklich von Aufarbeitung der Vergangenheit und Neugestaltung der Zukunft sprechen kann!
    Ich bin wahrlich kein gläubiger Christ, aber ich bin ein Mensch und ich habe die Geschichte von Jesus von Nazareth noch in bester Erinnerung: Jesus war ein Unbequemer! Jesus war keiner, der sich mit eingezogenen Schwanz der vorherrschenden Hierarchie unterworfen hat. Im Gegenteil, er ist (wenn die Geschichte stimmt) für seine Überzeugung am Kreuz gestorben und viele nach ihm.
    Liebe Jung-Patres, ihr seid gerade erst ins Kloster eingetreten, euer Glaube muss (so hoffe ich doch) noch stark und frisch sein. Niemand verlang von euch am Kreuz zu sterben, aber ein wenig Mut und Leidenschaft für das Gute sollte in euch zu finden sein, sonst habt ihr den falschen Beruf gewählt! Sprecht miteinander, fürchtet euch nicht vor auftauchenden Aussagen oder Gedanken, die euch in eurem Kremsmünsterer Umfeld blasphemisch oder unangemessen erscheinen. Nicht die Gedanken oder Aussagen verändern die Welt, es sind die Taten, die darauf folgen!
    Liebe Jung-Patres, wir zählen auf euch.

    • glaub ich nicht Says:

      Novizenmeister und Pressesprecher Eckerstorfer hat seine Jungs zu gut im Griff. Darauf kannst du nicht zählen.

      • Anderhund Says:

        Danke für den Hinweis!

        1. Show:

        2. Tiefe:

        • Lebenszeugnis und Weisheit Says:

          gute Hinweise die beiden Videos!

          ich zitiere Eckerstorfer:
          in Zukunft ist besonders unser Lebenszeugnis gefragt

          und:
          in Klöstern hat sich über Jahrhunderte Weisheit angesammelt

          BEIDES KANN NUN UNTER BEWEIS GESTELLT WERDEN!

    • LH - MJ ´95 Says:

      Lieber Kevin,

      …Du schreibst von Patres, die Du in guter Erinnerung hättest und erwähnst u. a. P. Benno.
      Trotz oder gerade wegen meines Wissens um das gute Verhältnis, welches Ihr (MJ ´96) mit P. Benno hattet, möchte ich zu ihm einen Denkanstoss geben:

      ER war der Beichtvater von Alfons. ER war im Stift der engste Vertraute von Alfons. ER war bei unzähligen privaten Einladungen während des Schuljahres und auch in den Ferien – bei uns zuhause, wie wohl auch bei dutzenden anderen Familien – stets zusammen mit Alfons. ER hat teils besonders heftig auf Kinder und Jugendliche eingeprügelt, vor allem wenn er getrunken, einen dunkelroten Kopf und die berühmt berüchtigte “zittrige” Hand hatte.

      Bitte verzeih´mir, wenn ich Dein Bild von ihm zumindest etwas zurecht zu rücken versuche, doch Benno war Täter und – was auch immer man mich glauben machen möchte – enger Mitwisser des Bösen in Stift und Gymnasium.

      • Kevin Krennhuber MJ96 Says:

        Lieber Lukas,
        Verzeih, wenn ich deinen pathetisierenden Stil nicht teile – du brauchst für mich über den ‘engen Mitwisser des Bösen’ nichts zurecht zu rücken.
        Mir war klar, als ich seinen Namen in meinen Beitrag schrieb, dass es einige in diesem Blog nicht so sehen werden, wie ich. Und das ist auch gut so.
        Es ist mir ebenso bewusst – ich lese diesen Blog aufmerksam – dass P. Benno angeblich (auf welche Quellen beziehen sich diese Angaben? Ich will sie nicht anzweifeln, will aber auch nicht alles, was hier gepostet wird, unreflektiert und unüberprüft übernehmen) der Beichtvater von P. A. war und in dieser Funktion wohl einiges über P. Alfons wusste und weiss, das nie jemand anderer erfuhr. (Das Problem des Beichtgeheimnisses können wir an dieser Stelle gerne auch noch diskutieren)
        P. Benno war aber 8 Jahre lang mein Klassenvorstand und ich denke, die meisten meiner Klassenkollegen haben ihn in genauso guter Erinnerung, wie ich.
        Deswegen würde ich gerne zwischen ihm und P. Alfons differenzieren: P. Benno hat leider oft genug sehr brutal zugeschlagen. Seine ‘Benno-Watschen’ waren gefürchtet. P. Benno hat aber niemanden vor sich knien lassen um ihm seine Ohrfeigen zu verpassen. Er hat niemanden gegeneinander ausgespielt, niemanden psychisch fertig gemacht. Er war kein Sadist. Er war und ist Choleriker, was besonders unter Alkohol-Einfluss zum Ausbruch kam. Das soll ihn selbstverständlich nicht von seinen Gewalt-Ausbrüchen freisprechen. Ich möchte mich bei all jenen entschuldigen, die unter Benno gelitten haben und meinen Beitrag als Entschuldigungsversuch seiner Taten interpretiert haben. Ein Freispruchgesuch war nicht meine Absicht.
        Ich denke, ich habe Benno angeführt, weil ich ihn nicht nur als Choleriker sondern viel öfter als sehr integren und moralisch einwandfreien Menschen erlebt habe. Vielleicht glimmt in mir noch ein Funken Hoffnung, dass dieser Pater Benno, der uns über 8 Jahre lang als eigenständig denkende Individuen gefördert hat, noch soviel Einsicht beweisen kann, dass er die (seine und andere) Taten und Verbrechen von damals als solche erkennt und sich als Christ und Priester gefordert fühlt, etwas zur Aufarbeitung beizutragen.
        Ich wünsche mir inständig, dass P. Benno nicht wie alle anderen seines Jahrgangs in Kremsmünster die Geschichte mit eingezogenem Kopf (und Schwanz) auszusitzen versucht.
        Womöglich täusche ich mich in ihm, womöglich war er gerade wegen anderer (Wegschau-) Qualitäten Alfons Beichtvater. Vielleicht wird er gerade deswegen in dieser Angelegenheit nichts unternehmen.
        Vielleicht habe ich nur unbewußt einen Wunsch geäußert und damit auch für meinen Teil die Erfahrungs-Weichzeichner in meinem Gedächtnis eingesetzt. Ich hoffe es nicht.
        Man möge mir mein Wunschdenken verzeihen.

    • @kevin Says:

      ich finde es eine zumutung p. albert und p. benno in einem atemzug zu nennen. ich war einige jahre vor dir in k. und kann nur von dieser zeit reden und nur über p. benno als präfekt. p. albert war die güte in person, dies würde ich niemals über p. benno sagen. was an seinen erziehungsmethoden so gut war, kann ich wirklich nicht verstehen. kleines beispiel gefällig? der liebe p. benno hat mich mit hochrotem kopf abgewatscht und als ich dann in panik unter einem tisch zuflucht suchte, noch mit ein paar fußtritten (natürlich treffer) traktiert. wer so mit jugendlichen umgeht, ist für mich unten durch. ich verstehe auch nicht, wieso du dich für ihn entschuldigst. das wäre seine pflicht, aber da wird wie üblich nichts kommen! wie kann man einen solchen menschen auch nur ansatzweise als integer bezeichnen, der sogar deinen eigenen aussagen nach zur gewalt neigt? choleriker mit alkoholproblem ist für mich keine entschuldigung, sondern ein armutszeugnis!

      • Kevin Krennhuber MJ96 Says:

        Offenbar habe ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt: Ich will hier niemanden verharmlosen oder reinwaschen. Ich wollte nur auch eine andere Sicht auf eine bestimmte Person zulassen, nämlich meine.
        Ich habe mich auch nicht für P. Benno entschuldigt, sondern dafür, dass manche Leser meinen Beitrag womöglich als Entschuldigung für ihn missverstehen und sich dadurch als Opfer nicht ernstgenommen fühlen könnten (was du ja offenbar tust). Dies war in keinster Weise meine Absicht.

        Noch einmal: Ich würde es sehr begrüssen, wenn hier nicht so dermaßen schwarz-weiss gemalt würde. Sowohl die Seite der Opfer-Verteidiger (zu denen ich mich eigentlich zähle) als auch jene der ‘alten Burschenherrlichkeit’ argumentiert sehr ähnlich: Für die einen waren alle, die Ohrfeigen ausgeteilt haben abgrundtiefschlecht und sämtlich in einen Topf mit dem Etikett ‘Täter’ zu werfen (wobei andere, positive Erlebnisse, die vielleicht andere von uns mit ihnen haten, nicht mehr zugelassen werden), für die anderen war alles in diesem Konvikt edel und gut (und jeder, der etwas anderes behauptet, ist ein Weichei). Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Ich habe aber das Gefühl, dass weder die einen noch die anderen wirklich daran interessiert sind die Positionen der jeweils anderen Seite auch nur Ansatzweise in dieser Diskussion zuzulassen.
        An nichts anderes versuche ich hier in diesem Blog von Anfang an immer wieder zu erinnern.

        P.S.: Womit du sicherlich recht hast ist, dass man Benno und Albert als Menschen nicht mit einander vergleichen kann. Das hatte ich auch nicht beabsichtigt – ich zählte lediglich jene Patres auf die ICH in guter Erinnerung hatte. Vielleicht tat ich das zu leichtfertig. Ich würde mich freuen, wenn EUCH noch weitere integre Personen einfallen.

        • mjEnde2.Jtsd. Says:

          Ich respektiere das Erinnern an einzelne Personen und das ihrer positiven Seiten.

          Für meinen Teil interessiert mich das allerdings nur bedingt. Freilich ist spannend, ob so jemand ein “Vorbild” war, ob so jemand einem das “Leben erträglich” gemacht hat, ob so jemand eine Art “Hoffnungsschimmer” dargestellt hat.

          Mich interessiert aber viel mehr, ob die betreffende Person von guten Absichten getragen war und erkannt hat, welche (engen) Grenzen das System oder Teile davon für das eigene Engagement gezogen hat/haben? Mich würde interessieren, ob so jemand, der diese Grenzen glasklar wahrgenommen hat, dann andere Lösungsmöglichkeiten gesucht hat (z.B. Vernetzung mit Gleichgesinnten, Sand-ins-Getriebe-Streuen, Koordination mit Leuten außerhalb der Klostermauern usw.)? Mich würde interessieren, ob die betreffende Person einfach nur naiv war und nichts von den Machtspielen im Stift kapiert hat, nichts davon, wie die Dinge (ge)laufen (sind)?

          Letztlich hege ich sehr stark den Verdacht, dass die meisten sehr naiv und gutgläubig in ihrer Gemeinschaft geborgen waren und sind – in einem “goldenen Käfig”. Ich gebe auch zu, dass es oft schwer fällt, den “Dorn im eigenen Auge” zu sehen. Dazu trägt aber sicherlich wesentlich bei, wenn man immer im selben Saft schmort!

          Kurzum: Ich kann ein Kloster theologisch betrachten. Viele der Patres werden das (fast ausschließlich) so tun. Dies verstellt aber die Sicht auf andere Sichtweisen: z.B. den hier sehr relevanten Blick auf Machtstrukturen. Das macht auch die Aufarbeitung so schwierig: der Blick auf die Sünde dominiert. Die Verhältnisse, die das Gedeihen der “Sünde” gefördert haben, werden ausgeblendet. Im Übrigen möchte ich klarer sein und statt von “Sünde” von Machtmissbrauch und auch von Verbrechen sprechen.

        • maturatreffen Says:

          ich hatte beim lesen des beitrags über p. benno soeben eine merkwürdige erinnerung:

          bei unserem letzten maturatreffen sammelte sich eine grössere gruppe von uns vor der schank, als p. benno (zufällig) auf uns zu kam. schlagartig machte sich die gruppe “aus dem staub” – weil niemand lust hatte, mit ihm zu reden.

          mich fasziniert, wieviel hass sich bei erwachsenen, über 40-jährigen menschen angesammelt hat, um nicht einmal einen belanglosen small-talk riskieren zu wollen. möchte man ermessen, ob die erinnerungen an die schulzeit positiv waren, oder doch sehr, sehr belastet – es gäbe für mich keine bessere metapher als diese unwichtige episode.

        • @kevin Says:

          in diesem punkt (entschuldigung) habe ich dich wirklich missverstanden. mea culpa.
          nein ich sehe auch meine 8 jahre dort nicht rein schwarz-weiss und auch bei patres und lehrer unterscheide ich, jedoch gibt es für mich ko-kriterien und solche grenzen dürfen einfach nicht überschritten werden. niemals! dies gilt auch für physische gewalt und ich rede nicht von einer nuss vom fekt oder einer watschn vom rupert.
          wer zu 100% integer war, darüber kann man nur spekulieren, da zumindest ich nicht weiß, wer was wusste, aber es gab natürlich patres, die ich wirklich schätzte, wie pater alan, albert, theoderich, amand, robert, emmeran, rupert, … jeder mensch hat bekanntlich fehler, sie sollten jedoch im rahmen bleiben.
          @maturatreffen
          wundert mich nicht. wer abteilungsarrest und mehr oder weniger dauerstudium in den letzten 2 schulwochen nach der konferenz ausgefasst hat und das wegen ein paar minuten zu spät kommen oder ähnlich schwerer verbrechen, der verzichtet gerne auf jede form der plauderei. solche arschlochaktionen bleiben einen lange in erinnerung, auch wenn sie nicht traumatisieren oder ähnliches.

      • Altkremsmünsterer Says:

        dem will ich mich anschließen. p.benno ist als präfekt der 5. abteilung stellvertretend für die eltern erziehungsberechtigter gewesen. ich weiß ja nicht wie es bei anderen familien zugeht, aber ich wurde von meinen eltern niemals geschlagen. von p.benno nicht nur einmal. außerdem wurde ich von externen (menschen die kremsmünster nicht kennen oder dort waren) auf p.benno angesprochen, was für ein eingebildeter, arroganter und unerträglicher wicht er nicht sei.

        • Erziehungsberechtigter Pater Says:

          Die Möglichkeiten des Nachhause-Fahrens waren im Internat von Kremsmünster sehr eingeschränkt (Anfang der 80er-Jahre alle drei Wochenenden am Samstag, sonst Sonntags 11.00 bis 19.30 Uhr; später alle zwei Wochenenden samstags; mit Begründungen wie Geburtstag der Mutter von Konviktsdirektors Gnaden auch einmal an einem zusätzlichen Samstag Mittag).

          Einmal fragte ich also P. Benno, wieso wir nicht öfters heimfahren dürfen, wo doch nach katholischer Vorstellung die Familie einen so hohen Stellenwert hat. Antwort: “Die Gemeinschaft ist wichtiger”.

  112. Anderhund Says:

    Leute, ich kann das immer noch nicht glauben: 1987-1995 5 (fünf!) Selbstmorde und 2 Selbstmordversuche von Kremsmünsterer Schülern. Ist das wirklich wahr??? Das allein ist schon ein Skandal! Gab es dazu irgendwelche Untersuchungen? Erklärungsversuche? Ist irgend etwas über die Umstände und Hintergründe bekannt?

    Zum Thema Jungpatres: Ich hab mir gestern noch einmal die Liste der Mitbrüder auf der Stifts-HP angeschaut. Alle, die nach P. Tassilo kommen, kenne ich nicht, ich mag und darf mir über sie kein Urteil erlauben, kann mir aber nicht vorstellen, dass es unter diesen jungen Leuten keine geben sollte, die in der Lage wären, das System Kremsmünster umzukrempeln. Die, die’s vielleicht hätten tun können, sind größtenteils weggegangen, große Hoffnungen setze ich aber in P. Amand, P. Arno und P. Wolfgang. Letztere sind natürlich massiv in die Seelsorge eingebunden und müssen zwangsläufig (aus Personalmangel) “Macher” sein.

    So einfach wird es allerdings nicht sein, das System umzukrempeln, es ist ja auch unglaublich bequem: geregelter Tagesablauf, Rundumversorgung finanziell und kulinarisch 3 x am Tag, quasi unumstößlicher liturgischer Jahreskreis etc. Da gibt es kaum ein Entkommen, und das aufzubrechen wird nicht einfach sein. Wo fängt man an?

    Die hier bereits gemachten Vorschläge finde ich sehr spannend:

    Zurück zur Armut! Man muss vielleicht das Kloster nicht gleich verkaufen, die Ländereien verschenken, aber man sollte sich überlegen, wo man sich bescheiden könnte. Beispielsweise beim Essen, bei den Autos, in der Liturgie. Ach, es ist ja alles so hochherrschaftlich! Ein bisschen franziskanisches Ideal in den benediktinischen Prunk würde sehr gut tun!

    Beschäftigung mit dem (tibetischen) Buddhismus, sehr guter Gedanke! Das könnte helfen, die christliche Lehre mit neuen Augen zu sehen (so ging es mir nach der mehrfachen Lektüre des Buches “Wenn alles zusammenbricht” von Pema Chödrön!) Eins vor allem könnte man dadurch lernen: ACHTSAMKEIT. Das wäre das Gegenprogramm zum christlich-jüdischen “macht euch die Erde untertan!”, eine völlig neue Weltsicht, die vielleicht auch helfen könnte, das Thema Schuld mit neuen Augen zu sehen (und sich selbige einzugestehen / die hier bereits beschriebene katholische Gewissenserforschung – von der ich auch seit Jahrzehnten nichts halte, als Kind schon nichts gehalten habe – ist dazu offensichtlich nicht in der Lage).

    Ich hätte noch einen weiteren Vorschlag: Entdeckt Eure Leiblichkeit! Kremsmünster ist ein unglaubliches Korsett, der schwarze Habit ist ist sein sprechendes äußeres Zeichen. Aber entdeckt sie nicht, indem ihr Euch von denen etwas holt, die sich nicht wehren können, sondern entdeckt sie mit Achtsamkeit bei Euch selbst und mit anderen auf Augenhöhe! Es könnte doch möglich sein, die Klösterlichkeit auf Zeit zu leben, es könnte auch möglich sein, eine Familie zu haben und trotzdem Mönch zu sein (ich weiß, das ist eine contradictio per se, der monachus ist der, der allein lebt; aber Ihr lebt eh nicht allein, und ich sag’s Euch, jeder Familienvater, der die seinen ernähren muss, hat ein schwereres und mindestens genau so verantwortungsvolles Leben wie ihr; ihr braucht’s Euch also nichts einbilden auf Eure Herausgehobenheit, Ihr habt es ziemlich gut – siehe oben!). Aber diese Eingesperrtheit des Körpers, das ist das Schlimmste. Ich erinnere mich an meinen ersten Urlaub nach dem Noviziat, ich musste sofort diesen heißen, unbequemen, den Hals abschnürenden Habit von mir schmeissen, raus in die Natur, liebe Menschen besuchen, Freiheit atmen!

    Das System Kremsmünster mit seinen vielfältigen Verleugnungen und Verbiegungen bringt leider sehr viele “schräge” Leute hervor, irgendwie muss man’s ja auch überleben. Jedenfalls habe ich nie vorher noch nachher so viele Männer mit ihrem jeweils ganz persönlichen und stark ausgeprägten Tick auf einem Haufen gesehen. Und wenn P. Rupert, vor dessen Stellungnahmen hier ich ehrerbietend meinen Hut ziehe, als “verrückt” angesehen wird, dann frage ich mich, was die anderen sind. Und sollte er tatsächlich als Nestbeschmutzer betrachtet werden, so ist das der beste Beweis dafür, dass ein Wille zur Veränderung tatsächlich nicht vorhanden ist.
    Leider, so fürchte ich, ist das System Kremsmünster ziemlich deckungsgleich mit dem System Katholische Kirche. Solange die Alten im Geiste (das sind oft auch ganz Junge) das Sagen haben, kann die Basis noch so fortschrittlich sein, sie wird einfach kalt gestellt, und es wird sich nichts ändern.

    Veni Sancte Spiritus!

    • Anderhund Says:

      Als Denkanstoß für das Stift, wo der Weg auch hingehen könnte, noch ein Buchtipp – gerade erst wieder neu aufgelegt:
      Bernard Glassman, Anweisungen für den Koch. Lebensentwurf eines Zen-Meisters.
      Echte, positive Spiritualität ist schon längst nicht mehr in der Kath. Kirche daheim…! Erfolgreich vertrieben, wie z.B. in Person eines Leonardo Boff. den der aktuelle Papst höchstpersönlich auf dem Kerbholz hat (vgl. Wikipedia-Artikel).
      Es ist zum Heulen und Davonrennen!

    • geht auch anders Says:

      Es gibt in der katholischen Kirche Ordensgemeinschaften, die gemischt sind: wo zölibatär lebende Männer und Frauen, Verheiratete (mit Kindern), Priester und Nicht-Priester gemeinsam leben.

      Warum sollte das in Kremsmünster nicht möglich sein?

  113. Häufiger Schreiber Says:

    Kurze info.

    Habe ja in einem vorigen Beitrag, gesagt, dass ich mich gegenüber meinen Altvorderen offenbaren werde. (vermutlich Blog 2)
    Habe kurz und prägnant mitgeteilt, was mir passierte, welche Schlüsse ich daraus zog. Insgesamt ist man mir Verständnisvoll begegnet, vor allem meine Oma war wesentlich fortschrittlicher als ich es von ihr erwartet hätte.
    Das Gespräch war insgesamt sehr konstruktiv, ich war zwar gut vorbereitet, es wäre aber nicht nötig gewesen, konnte die meisten auf meine Seite gewinnen.
    Kann es jedem weiterempfehlen, es kann besser laufen, als du es je erwartest, rate aber zur Vorbereitung des Gesprächs.
    Insgesamt hat dieses Gespräch mir, Prometheus, unerwarteten inneren Frieden gebracht.

  114. Aufdecker Says:

    Es scheint Schule gewesen zu sein dass Junglehrer von “arrivierten” Kollegen zum Schweigen aufgefordert worden sind wenn sie den gängigen modus operandi muniert haben. Nicht nur P. Rupert wurde von Abt Albert zurück gepfiffen.
    So wurde ein damaliger Junglehrer von P.L. aufgefordert “den Mund zu halten und nicht zu idealisieren” als er diesen darauf ansprach einen Schüler “ordentlich gewatscht” zu haben, und dass das so nicht ginge.
    Anderen JungleherInnen gings nicht anders.

    Es ist hoch an der Zeit Fehler und Versäumtes einzugestehen.
    Die Junglehrer von damals sind heute arriviert. Es geht nicht ums “Nest beschmutzen”.

    Ich danke P. Rupert für seine Ehrlichkeit und seinen Mut

  115. Schnitzler Says:

    Selbstportrait

    Ich bin der geile Kinderschreck,
    bin eine Sau im eignen Dreck.
    Bin voller List –
    und ein Sadist

  116. Hadesinsasse Says:

    Ich denke Kremsmünster kann erst dann wieder werden was es sein will, wenn es eine offene und selbskritische Aufarbeitung aus eigenem Antrib durchzieht. Da gebe ich Albert Hesse schon recht, auch wenn ich die NS Vergleiche auch schon nicht mehr hören kann, aber wenn man man den üblen Mief aus den Klostermauern bekommen will, muss man die Fenster aufmachen und kräftig durchlüften. Das geht nicht durch Schweigen und verharmlosen und nicht durch Alibi Bestrafungen. Dafür muss öffentlich eingestanden werden, wer was konkret wann und wie oft getan hat und wer das gewußt und nichts getan hat. Es kann mir niemand erzählen von Gerüchten nichts gehört zu haben, bei den meisten wird ihr Einfluss in der Machthierachie des Stiftes zu gering gewesen sein, um z. B. für eine Ablöse von P.Alfons im Konvikt zu sorgen, aber die beiden Abtvorgänger und die Grinsekatze von ehemaligen P. Prior und Gymnasialdirektor haben hier unverantwortlich den Dingen ihren Lauf gelassen. Ich erwarte mir eine ehrliche und umfassende Entschuldigung des jetzigen Abtes im Namen des Stiftes, bislang haben das nur Fr. Zippermaier und P.Rupert mutigerweise getan. Solange das nicht geschieht, wird der üble Geruch in den Stiftsmauern hängen bleiben.

    • bis zum ende der gerontokratie Says:

      Wir warten – auch wenn es noch lange dauern kann!

      Wir warten – auch wenn die Alten noch das Sagen zu haben scheinen (Gerontokratie)!

      Wir erwarten, dass derselbe hohe moralische Anspruch an die Menschen “in der Welt” und an die Gesellschaft da “draußen” auch intern im Stift angewendet wird!

      Wir erwarten, dass das Stift selbst aktiv wird und Verantwortung übernimmt!

      Wir wollen aber nicht zuwarten, sollten Unbequeme wie P. Rupert in diesem System zum Feindbild und Sündenbock erklärt werden!

      Wir wollen aber nicht zuwarten, sollte ein “Außenseiter” wie P. Rupert gemobbt werden!

      Wir wollen keinesfalls zulassen, dass das, was geschehen ist, dem Vergessen anheimfällt.

    • an inseide-view Says:

      Das Bild mit dem geöffneten Fenster gefällt mir sehr gut (hat Papst Johannes XXIII. auch schon verwendet in fast vergessenen Zeiten).
      Auch ich sehe, dass nichts durch Schweigen und Alibi-Bestrafungen gelöst werden kann. Ich sehe in unserem Kloster mittlerweile eine Lähmung und einen Riss, der für mich bis vor kurzem unvorstellbar war.
      Mir persönlich ist es immer noch so unfassbar, was tatsächlich geschehen ist, sodass ich bisher noch nicht zu Worten fähig war, es zu äußern. (Nicht nur mir geht es so.)
      Es tut mir leid. Ich kann nur zu Meldungen im Blog Stellung nehmen, nicht zu den Betroffenen (Opfern), weil mir da immer noch die Worte fehlen. Ich schaffe es nicht so wie mein lieber Mitbruder P. Rupert (wenn der gemobbt wird, kämpfe ich an seiner Seite), mir vorzustellen wieviele Tränen vergossen wurden. Dazu überschreitet meine Vorstellung und mein normales Schmerz-Empfinden. Ich bin einfach nur fassungslos. Ich kann keine Worte des Verstehens finden, die für mich passend wären.
      Ich war selbst Schüler an der Schule, genau zu der Zeit, als P.A. sich Unfassbares leistete, und gehörte zu der Mehrheit, die (gehört zum System) einen normalen Weg durchliefen, ja sogar einige Patres sehr positiv in Erinnerung hatte (P. Rupert, P. Albert, P. Benno, P. Emmeram, ja sogar P. Benedikt und P. Nikolaus – P. Leonhard habe ich – in normalem Maß – gefürchtet). Ich trat auch ein, wäührend es mit P.A. genauso weiterging. So wahr ich hier sitze: als Schüler hatte ich noch am ehesten eine Erinnerung an “Gerüchte”, die hießen einfach so: der A. ist schwul. Natürlich mied man ihn (wie fast jeden anderen Lehrer auch). Aber offensichtlich nicht jeder. Im Kloster gab es für mich “Jungen” niemals auch nur annähernd diese Gerüchte wieder, wie wir sie als Schüler selbstverständlich weitererzählten.
      Was wer von den Oberen wusste, wüsste auch ich nur allzu gern. Ich kann mir Abt Oddo (Abt von 1982-2007) allerdings vorstellen als einen, der einem Direktor P.A. völlige Handlungsfreiheit und völliges Vertrauen schenkte. Was in dem Fall natürlich zu genau der Katastrophe führte.
      Wenn mir in der Zeit der Entscheidung für die ewige Profess derartige Gerüchte über P.A. zu Ohren gekommen wären, ich bin mir nicht sicher ob ich Profess gemacht hätte. Wenn ich das damals gewusst hätte, was ich jetzt durch Betroffene weiß, ich bin sicher, dass ich nicht hier Profess gemacht hätte.
      Nichtsdestrotrotz: Ich wünsche meinen Oberen, dass sie es schaffen, die Fenster zu öffnen. Dass wir zu einer Aussöhnung untereinander und mit den Betroffenen usnerer Geschichte kommen können.

  117. sadistische lust an der macht Says:

    Rotraut Perner, Psychologin, im Rahmen einer Podiumsdiskussion in der “Langen Nacht der Kirchen” zum Thema Missbrauch:

    Dass ein “System des Schweigens und der strikten Hierarchie” Missbrauch begünstige, unterstrich die Psychotherapeutin Rotraud Perner. Wenn eine “Männerbündelei” Spielregeln vorgebe und in “sadistischer Lust an der Macht” diese breche, könne man nicht erwarten, dass Opfer widersprechen. Vielmehr herrsche eine “absolute Hilflosigkeit”. Grundproblem sei die Machtfülle und der Mangel an Kontrolle von außen, konstatierte Perner.

    http://www.evang.at/epd-meldung.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=2389&tx_ttnews%5BbackPid%5D=68&cHash=8e019d9a49

  118. Kremsmünster schweigt und mauert Says:

    Jürgen Öllinger, Altkremsmünsterer und evang. Pfarrer:

    Die Kinder in Kremsmünster seien zu seiner Zeit als Schüler dort den Patres in einem “in sich geschlossenen System völlig ausgeliefert” gewesen, berichtete Jürgen Öllinger. Wie die Kirche mit schuldhaftem Verhalten umgehe, sei “ein großes Fragezeichen bis heute”, so der Villacher Pfarrer. Öllinger kritisierte das “Schweigen und Mauern” in Kremsmünster. Gleichzeitig würdigte der Pfarrer die Bemühungen des Abtes, der ihm ein Gespräch mit den “Peinigern” ermöglicht habe. Hier habe er die “Entwürdigung zurückgeben” können.

    http://www.evang.at/epd-meldung.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=2389&tx_ttnews%5BbackPid%5D=68&cHash=8e019d9a49

  119. vollmundig "christlich" Says:

    Am 7. Juni 2010 wurde der Amtsführende Präsident des Landesschulrates von Oberösterreich, Fritz Enzenhofer, in mehreren Medien mit den Worten zitiert, dass eine gemeinsame Schule der 10- bis 14Jährigen nur dann sinnvoll wäre, wenn gleichzeitig die Privatschulen abgeschafft würden.
    Der Referent der Katholischen Privatschulen in Oberösterreich, Dr. Harald Prinz, gibt aus diesem Anlass grundlegende Informationen zu den Katholischen Privatschulen bekannt:

    …Schulen mit persönlicher Betreuung auf der Grundlage des christlich-abendländischen Menschenbildes:

    ..Die Betreuung der Kinder und Jugendlichen geschieht auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes. Der Vermittlung jener Werte, die die europäische Kultur geprägt haben und die für unsere Gesellschaft nach wie vor von zentraler Bedeutung sind, wird dabei besondere Beachtung geschenkt.

    Privatschulreferent für freien Bildungszugang:
    Dr. Harald Prinz: „Die Katholischen Privatschulen sind Schulen mit einem besonderen Profil. Der Vermittlung von Werten wird hier breiter Raum gegeben und die individuelle Entwicklung des Kindes wird durch die persönliche Betreuung im Rahmen dieser Schule besonders gefördert. Die ungebremste Nachfrage der letzten Jahre zeigt, wie beliebt die Katholischen Schulen in unserem Land sind.

    Ihre Abschaffung zu fordern, würde bedeuten, 12.000 Kindern und ihren Eltern die freie Schulwahl zu nehmen. Die Bildungslandschaft an sich würde zudem viel ärmer werden und in unserer Gesellschaft würden mittelfristig jene Schulabsolventen fehlen, bei denen Wissensvermittlung in den Kontext christlicher Werte und abendländischer Kultur eingebettet war. Daher wird unsere Gesellschaft die Katholischen Privatschulen auch in Zukunft brauchen.“

    von der website der Diözese Linz

    Wäre die Existenzberechtigung katholischer Gymnasien tatsächlich an eine erfolgreiche “Wissensvermittlung eingebettet in den Kontext christlicher Werte und abendländischer Kultur” gebunden, so hätten sie diese schon längst verspielt!

    Solchen Schmafu haben wir doch schon in den 80er-Jahren gehört. Unerträglich, setzen! Spart Euch doch Eure ganzen Worthülsen. Kein Mensch kann nachvollziehen, was Ihr unter einem christlichem Menschenbild versteht und was Eure “christliche Bildung” sein soll.
    Kleine Korrektur am Rande: das Christentum kommt meiner bescheidenen “christlichen Bildung” nach aus dem Morgenland (ex oriente lux!) und nicht aus dem “Abendland”. Ach ja, Prinz schrieb ja von “abendländischer Kultur”, also Gotik, Mittelalter, Gegenreformation, Barock…

    Wenn ich schon selbst nicht weiß, wovon ich spreche, so würde ich mit dem Ausdruck “christlich” doch vorsichtiger umgehen. Versucht es doch einmal mit “christlich orientiert” statt mit Eurem penetrant und ständig promulgierten – in Euren Bildungseinrichtungen so oft gescheiterten – “christlich”! Die “katholische” Schule zählt wohl noch nicht zu den erfolgreich “lernenden Organisationen”? Vielleicht geht Euch ja jetzt nach den öffentlich gewordenen Missbrauchs-Skandalen endlich ein “Knopf auf”?

    Wieviele Anmeldungen gibt es heuer eigentlich schon für die “katholischen” Schulen in Oberösterreich?

  120. schwarz Says:

    Der Kärntner Bischof Alois Schwarz (in der Bischofskonferenz für die Priesterausbildung zuständig) hat sich für höhere Anforderungen für Priesteramtskandidaten ausgesprochen. In einem Interview mit “Radio Vatikan” am Montag sagte Schwarz, man dürfe nicht “in einer Art Nivellierung nach unten” einfach jeden nehmen, der “eine spirituelle Sinnsuche in sich entdeckt hat”.

  121. benedictus Says:

    Der von den Brüdern gewählte Abt hat die Aufgabe, die Gemeinschaft auf dem Weg des Evangeliums zu Christus zu führen. Dabei nimmt das Beten den wichtigsten Stellenwert in der Klostergemeinschaft ein. “Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden.” (Benediktsregel, c.43,3)

  122. pontifikale ämter Says:

    pontifex = brückenbauer
    pontifex maximus = papst
    pontifikalhochamt = mit abt oder bischof?
    abt = brückenbauer?

    abt ebhart = brückenbauer??
    abtpräses haidinger = brückenbauer???
    abtprimus wolf = brückenbauer????

    abt bergmair brückenbauer?????
    abt bruckmayr brückenbauer?????

    5 äbte = wieviele brückenbauer???????

  123. christliche werte Says:

    nicht genug, dass in der kirche das autoritätsverhältnis zu kindern und jugendlichen so oft missbraucht wurde, es wurden auch menschen mit behinderungen zu opfern gemacht

    erschütterndes beispiel aus der schweiz:

    http://www.a-z.ch/news/politik/von-nonnen-missbraucht-jetzt-spricht-das-opfer-9206031

    ich finde das deshalb besonders erschütternd, weil historisch die christliche religion sich explizit als erste auf die seite von menschen mit behinderung gestellt hat. das thema ist so zentral, dass in nazi-deutschland ein bischof hitler massiv kritisiert hat wegen der euthanasie an menschen mit behinderungen und dies – soweit ich weiß – zumindest eine temporäre störung der tötungsmaschinerie bewirkt hat. das christentum hat hier sehr gut erkannt, dass der mensch würde hat unabhängig von seiner gesundheit, seinem “nutzen” usw. umso erschütternder, dass gerade in dieser institution kirchenmänner und -frauen ihre macht über die wehrlosestenen dermaßen brutal ausgenützt haben.

  124. MJ70 Says:

    Lieber Ruppert,
    ich bin MJ ein Jahr nach dir und kann mich gut an dich erinnern. Du warst immer ein fideler Bursche und es hat mich damals sehr überascht, dass ausgerechnet du eingetreten bist. Die Wege des Herrn ,…..

    Ich finde, du hast überhaupt keinen Grund, dich zu entschuldigen ! Du verhältst dich wahnsinnig mutig und solltest dich selbst nicht mit zu hohen Ansprüchen belasten. DAs System ist eben in der Regel stärker als der einzelne. Pass auf, dass du nicht unter die Räder kommst ! Die bestimmten Typen scheinen ziemlich brutal zu sein.

    Manchmal ist es klüger, sich aus der Schusslinie zu nehmen, zu überleben und dort zu wirken, wo man tatsächlich was positives erreichen kann. “Die” sind vermutlich ohnehin nicht zu retten.

    Alles Gute !

    • Das System Says:

      Er braucht bloss ein paar Jahre warten, dann ist die alte Garde sowieso weggestorben. Die meisten sind nämlich schon gegen die 80… die Zeit heilt alle Wunden.

  125. Albert Hesse, Prometheus Says:

    Ich habe ja im Blog II, Mai 12, 2010 um 7:10 pm den Hundevergleich beschrieben.

    Diesmal möchte ich mich bewusst an diejenigen richten, die meine Nazivergleiche schon zum Erbrechen finden:

    http://www.profil.at/articles/1022/560/270186/kampfhunde-der-hundefuehrerschein

    “Die Frau hatte sich die Reaktion der Polizisten definitiv anders vorgestellt. Sie berichtete den Beamten von einer Beobachtung, die ihrer Ansicht nach einer Nachforschung wert gewesen wäre: Einige Kinder hätten einen Staffordshire-Terrier mit Schlägen malträtiert. Und immerhin wird ein misshandelter Hund eines Tages selbst zur potenziellen Gefahr. Doch die Frau erntete bloß ein mitleidiges Lächeln sowie die Antwort: „Wenn S’ die Welt verbessern wollen, wünsch’ ma Ihna viel Glück.“

    Weil konkreten Problemfällen nicht zielgenau nachgegangen wird, müssen jetzt alle dran glauben…”

    Kommt jetzt der Kremsmünstererführerschein oder werden wir Verhaltensauffällige kategorisch in die Irrenanstalt geschickt, wie von einigen zwischen den Zeilen gefordert.

  126. Albert Hesse, Prometheus Says:

    http://www.profil.at/articles/1022/560/270186/kampfhunde-der-hundefuehrerschein

    Hiermit versuche ich, Nazivergleiche und Atheismusverherrlichung wie gefordert nicht mehr zu verwenden.
    Aus dem Aktuellen Profil, ohne Kommentar

    “Die Frau hatte sich die Reaktion der Polizisten definitiv anders vorgestellt. Sie berichtete den Beamten von einer Beobachtung, die ihrer Ansicht nach einer Nachforschung wert gewesen wäre: Einige Kinder hätten einen Staffordshire-Terrier mit Schlägen malträtiert. Und immerhin wird ein misshandelter Hund eines Tages selbst zur potenziellen Gefahr. Doch die Frau erntete bloß ein mitleidiges Lächeln sowie die Antwort: “Wenn S’ die Welt verbessern wollen, wünsch’ ma Ihna viel Glück.”

    Weil konkreten Problemfällen nicht zielgenau nachgegangen wird, müssen jetzt alle dran glauben”…

  127. Albert Hesse, Prometheus Says:

    Aus dem aktuellen Profil

    “Die Frau hatte sich die Reaktion der Polizisten definitiv anders vorgestellt. Sie berichtete den Beamten von einer Beobachtung, die ihrer Ansicht nach einer Nachforschung wert gewesen wäre: Einige Kinder hätten einen Staffordshire-Terrier mit Schlägen malträtiert. Und immerhin wird ein misshandelter Hund eines Tages selbst zur potenziellen Gefahr. Doch die Frau erntete bloß ein mitleidiges Lächeln sowie die Antwort: Wenn S’ die Welt verbessern wollen, wünsch’ ma Ihna viel Glück.

    Weil konkreten Problemfällen nicht zielgenau nachgegangen wird, müssen jetzt alle dran glauben”

  128. männerbündlerisches, autoritäres milieu Says:

    epd-Nachrichten
    [08.06.2010, 15:38]

    Ulrich Körtner: Glaubwürdigkeit nur durch substanzielle Strukturreformen
    Wien (epd Ö) – In einem Interview für die Juniausgabe des Print-Magazins “Universum” hat der evangelische Theologe Ulrich Körtner zu den Missbrauchsfällen in der Römisch-katholischen Kirche Stellung genommen. Das “verheerende” Krisenmanagement vor allem des Vatikans erschüttere nicht nur die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche, sondern des Christentums überhaupt, betont Körtner. Scharf kritisiert der Vorstand des Instituts für systematische Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät Wien die “Art und Weise, in der sich die katholische Kirche als Opfer einer Medienkampagne darstellt”. Den Hirtenbrief des Papstes an die Iren bezeichnet Körtner als “Dokument halbherziger Ursachenforschung und mangelnder Selbstkritik”. Ihre Glaubwürdigkeit könne die katholische Kirche nur wiedererlangen, “wenn sie zu substanziellen Strukturreformen bereit ist”. Glaubwürdige Verantwortungsübernahme müsse, so Körtner, zum Rücktritt belasteter Kurienmitglieder führen.

    Auch die evangelische Kirche müsse sich dem Wandel der Sexualmoral in der Gesellschaft neu stellen, fordert der Theologe, liege doch die letzte Denkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland dazu vierzig Jahre zurück. Auch wenn es in der evangelischen Kirche einzelne Missbrauchsfälle gebe, gehe sie doch strukturell anders damit um. So würden Missbrauchsfälle “konsequent bei der Staatsanwaltschaft angezeigt”, im Bereich des Opferschutzes werde mit dem “Weißen Ring” zusammengearbeitet. Generell habe die evangelische Kirche ein “unverkrampfteres” Verhältnis zur Sexualität und lehne auch den Zölibat als unbiblische Forderung ab. Die Gleichberechtigung von Frauen im geistlichen Amt und die innerkirchliche Demokratie verhinderten das Entstehen eines “männerbündlerischen, autoritären Milieus” wie in der katholischen Kirche, die laut Körtner “zu lange eher die Täter als die Opfer geschützt” habe.

  129. sexualisierte gewalt heute Says:

    Zum Bedingungsgefüge sexualisierter Gewalt im Neoliberalismus:

    http://diestandard.at/1271378342597/Textspende-Bildpunkt-Gewalt-Von-Kaempfen-lernen

    (Beitrag der Politikwissenschafterin Gundula Ludwig aus dem Schwerpunkt-Heft “Gewaltverhältnisse” der Zeitschrift “BlickPunkt”)

  130. Einzelfälle? Says:

    Ab welchem Umfang wird das Versagen Einzelner eigentlich zu einem Versagen des Systems?

    Das ist kein quantitatives Problem. Die Verantwortung der Einzelnen ist nicht “abzulösen” durch den Verweis auf das System. Aber die christliche Ethik kennt neben dem schuldhaften Verhalten des Individuums auch die “strukturelle Sünde”. Und im Fall des Umgangs mit Missbrauchsfällen zeigt sich meiner Ansicht nach so etwas auch in der Kirche als Institution.

    Inwiefern?

    Viel zu lange wurde der Selbstschutz der Kirche über alles andere gestellt. Das hat in der Praxis dazu geführt, dass Vergehen geheim gehalten wurden, die veröffentlicht gehört hätten; dass Opfer nicht gehört und anerkannt wurden, dass Täter nicht konsequent aus der Gefahrenzone herausgeholt wurden. Ich habe immer noch den Eindruck, dass die beschwichtigende Rede von – wenn auch vielen – Einzelfällen die Auseinandersetzung mit dem Strukturproblem verhindert. Selbst im Brief des Papstes an die irische Kirche ist das so.

    aus einem Interview mit der Theologin Marianne Heimbach-Steins
    in der Frankfurter Rundschau http://www.muenster.de/~angergun/

  131. theologischer Frauenblick von außen Says:

    Maria Katharina Moser

    »Auf das Opfer darf keiner sich berufen«
    Anmerkungen zur aktuellen Debatte um sexuellen
    Missbrauch
    Diskurs um sexuelle Gewalt gibt es nicht erst seit dem Aufdecken von Kirchenskandalen. Einsichten aus feministischer Theorie sowie Erfahrungen aus der Begleitung von Betroffenen decken z.B. implizite Männlichkeitsvorstellungen auf, erkennen die Gefahr, Opfer für fremde Interessen zu benutzen, und nehmen Überlebende als handelnde Subjekte wahr.

    Beitrag in DIAKONIA-Internationale Zeitschrift für die Praxis der Kirche (Ausgabe 3/2010)

    Die Zeitschrift ist sicherlich in Kremsmünster vorhanden. Da alle Religionslehrer am Stiftsgymnasium Männer sind (noch dazu befangen), wäre es vielleicht für die Schülerinnen und Schüler interessant, einmal einen (externen) Frauenblick reinzukriegen. Die Theologin wäre sicherlich für einen Vortrag oder workshop zu bekommen.

  132. Betroffene kirchlicher Gewalt Says:

    Ende April hatte die “Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt” zu einem Hearing im Parlament geladen, in Zuge dessen den Parteien ein Fragenkatalog übermittelt worden war. Nun liegen der Plattform die Antworten von SPÖ, ÖVP und Grünen vor. Mit den Positionen von SPÖ und Grüne zeigte man sich „zufrieden“, jene der ÖVP seien jedoch „enttäuschend“. FPÖ und BZÖ übermittelten laut dem Sprecher trotz Aufforderung keine Schreiben. Hier die Positionen der Parteien im Detail:

    http://www.nachrichten.at/nachrichten/chronik/art58,408699

  133. pecunia Says:

    Der Publizist Hubert Feichtlbauer, einst Vorsitzender der Plattform “Wir sind Kirche”, Mitglied der Klasnic-Kommission: “Ich erwarte von der Bischofskonferenz, dass sie präzisiert, woher die Mittel kommen”, sagt er in Bezug auf die zugesicherte finanzielle Unterstützung.

  134. LH - MJ ´95 Says:

    @Altkremsmünsterer:

    Du hast folgenden Beitrag oben – schwer verfolgbar – gepostet:

    * Altkremsmünsterer sagt:
    Juni 9, 2010 um 11:55 am | Antworten

    Wenn Du einen Verein gründen willst der sich der Opfer annimmt, empfehle ich vorab zu erfahren, ob dies nicht von der Diözsese Linz bereits abgedeckt wird.

    http://www.dioezese-linz.at/redaktion/index.php?action_new=Lesen&Article_ID=44124

    Außerdem wäre es gut den Wahlspruch unseres Altkremsmünsterer Verbandes nicht für derartige Vorhaben zu missbrauchen.

    Dazu habe ich folgendes zu sagen:

    Das, was wir vorhaben ist durch keinen Verein, weder existierend, noch in Gründung, abgedeckt; unser Verein wird kein zahnloses Vehikel “Außenstehender” sein, sondern eine starke Mauer von Altkremsmünsterern, die hinter und zu Betroffenen steht und ihnen hilft. Darunter verstehen wir Therapie durch erstklassige Psychologen (Dir sollte bekannt sein, dass die Besten – egal welcher Profession – immer was kosten), rechtliche Vertretung und Beistand durch besonders fähige Anwälte und die Bündelung unserer Kräfte, um eine öffentliche Wahrnehmung und somit Entschuldigung und Wiedergutmachung durch Gymnasium und Stift zu erwirken.

    Ich wähle ganz bewußt das durch reine inhaltlose Hüllenartigkeit stumpf gewordene Motto des AK Vereins und mache es zu unserer Sache. Denn wir beleben dieses Motto mit jenem Inhalt, der verloren gegangen ist. Es kann daher nicht von “Mißbrauch” des Mottos die Rede sein, sondern vielmehr von “Beleben” eines edlen, alten Gedankens.

    Wenn wir im Stande sind einem Schulfreund und -kollegen zu helfen, der dieser Hilfe bedarf und es (aus welchen Gründen auch immer) nicht tun, macht uns das nicht unbedingt zu besseren Menschen. Ich finde, es ist an der Zeit Zivilcourage zu zeigen, für Andere einzustehen und so unsere Welt – wenn auch im Kleinen – zu einer besseren zu machen.

  135. schlECHTER WITZ Says:

    In Kirchenkreisen wird nun die Einrichtung eines Opferfonds erwogen. Erich Ehn, Leiter der Rechtsabteilung der Erzdiözese Wien: “Vorläufig mit einer Summe von 100.000.” Für den Vorsitzenden der Plattform “Wir sind Kirche”, Hans Peter Hurka, ist der Betrag “ein Witz”.

    Bei der Bischofskonferenz im Juni in Mariazell wird Klasnic dem Klerus den Kommissionsbericht vorlegen. Danach soll über den Opferfonds entschieden werden. Der Fonds wird aber nicht aus Kirchenbeiträgen gespeist.

    Jurist Ehn kündigt auch an, von den Tätern “Geld hereinzubekommen. Zusätzlich zeigen wir, wenn ein strafbarer Tatbestand vermutet wird, die Täter an.”

    http://kurier.at/nachrichten/2007449.php

  136. blogabonnementIII Says:

    blogabonnementIII

  137. anderhund Says:

    Presseinformation der “Laieninitiative” zur Rede des Papstes:

    Benedikts Vergebungsbitte – eine Analyse

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    die Laieninitiative empfindet es so wie wohl alle als positiv, dass Papst Benedikt nun die Bitte um Vergebung für die Missbrauchsfälle ausgesprochen hat. Dennoch sind dazu auch kritische Anmerkungen und Fragen nötig:

    Dieser Schritt kam sehr spät – er wäre zu einem früheren Zeitpunkt wirksamer und glaubwürdiger gewesen.
    Die Klarstellung war durch die Beendigung des Priesterjahres geradezu erzwungen. Hatte doch bei dessen Eröffnung der Papst unter Berufung auf den Heiligen Pfarrer von Ars ein ideales Priesterbild gezeichnet, das sich nun als Illusion erwiesen hat. Keuschheit, Heiligkeit und sogar Macht Gott gegenüber wurden gleichsam als Standard vorgeschrieben.
    Obwohl es viele großartige und verehrungswürdige Geistliche gibt, wurde dieses Bild geradezu grausam zerstört und das päpstliche Ideal als unrealistisch erkennbar. Die Frage der Teilung des Gottesvolkes nach Graden der Heiligkeit stellt sich neu.
    Arge Bedenken müssen gegen die Auffassung Benedikts ausgesprochen werden, der „böse Feind“, also der Teufel, habe da seine Finger im Spiel. Er wolle Gott aus der Welt hinausdrängen. Diese eher mittelalterlich anmutende Erklärung lässt einen erschreckenden Mangel an Gottvertrauen erkennen. Muss man übrigens für das Handeln des Teufels um Vergebung bitten? Hier zeigt sich wohl ein mangelndes Erkennen eigener Schuld, die dem Bösen als handelnde Person zugeschoben wird.
    Erschütternd ist, dass wieder eine Grundeinstellung Benedikts hervortritt: Wenn die Kirche in arge Probleme gerät, sieht er eine Gesellschaft, die immer verwirrender wird und eine Zeit mit viel Dunkel, Mutlosigkeit, Versuchungen und Prüfungen als Ursache. Doch hat nicht nach der Lehre der Kirche Jesus die Welt von der Sünde befreit? Ist sie selbst schuld, das nicht zu erkennen und die Kirche gegen dieses Teufelswerk machtlos? Oder versagt sie nicht vielmehr bei dieser Aufgabe?
    Immerhin ist es als positiv zu bewerten, dass dem Heilige Pfarrer von Ars nicht ein noch höherer Rang zuerkannt wurde. Stammt doch von diesem der Ausspruch: : “Man tut viel mehr für Gott, wenn man die Dinge ohne Lust und Freude macht – Ein guter Christ soll sich auf dieser Welt nicht wohlfühlen – Die Schmerzen, die Leiden, das Gebrechen sind das Glück der vollkommenen Seelen“. Es war allerdings schon von Haus aus ein Fehler, diese offenbar psychisch problematische Person dem Priesterjahr als Vorbild zu geben.

    Die Laieninitiative ist davon überzeugt, dass die Kirchenleitung nun nicht mehr mit „business as usual“ weitermachen kann. Es muss und wird sich viel ändern. Eine Vergebungsbitte dieser Art allein wird dafür sicher nicht reichen.

  138. Stift Kremsmünster Says:

    Aktuelle Nachricht von der Website des Stiftes Kremsmünster:

    Information des Krisenstabes zur Aufarbeitung der Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs vom 12. Juni 2010
    Kategorie: Missbrauch

    Der Krisenstab arbeitet kontinuierlich, nimmt die Äußerungen der Betroffenen im Kremsmünster-Blog ernst und hat psychologisches Fachpersonal zu Rate gezogen. Wir bitten um Verständnis, dass aus der inhaltlichen Arbeit in der jetzigen Phase keine Ergebnisse veröffentlicht werden, da die Aufarbeitung den Raum der Vertraulichkeit benötigt. Wir sind interessiert und bemüht, dass alles ans Licht gebracht wird, worüber jahrzehntelang geschwiegen wurde, dass Machtstrukturen, die dies begünstigt haben, keinen weiteren Bestand haben dürfen. Keinesfalls werden wir die Krise “aussitzen”. Es ist uns bewusst, dass eine sehr lange Zeit der intensiven Auseinandersetzung mit der Vergangenheit vor uns liegt.
    P. Arno Jungreithmair
    Leiter des Krisenstabes

    • Amerikanisches Vorbild Says:

      Der Eckerstorfer macht extra einen mehrwöchigen Besuch bei seinen Freunden in Amerika, um sich noch tiefer in die Materie einarbeiten zu können …

  139. ex-sb Says:

    ich halte den Rücktritt von Herrn Prälaten Christian Haidinger, z.Z Abtpräsesens der österreich. Benediktinerkongregation angesichts seines beschämenden Schweigens alle die Jahrzehnte und ganz besonders in diesen Wochen und Monaten für ein Gebot des Anstands und der so oft zitierten Offenheit und eines Neuanfangs.
    Wie kann ein Mann der jahrelang schweigender Teil dieses Unrechtssystems war und nun weiter durch Schweigen “glänzt die österreichischen Benediktiner repäsentieren?

    • Chorknabe Says:

      Derzeit zeichnet sich Abt Christian durch seine Gastfreundschaft gegenüber einem Mitbruder aus: Das schöne Stift Altenburg mit seinen Chorknaben ist für Pater Alfons ein guter Platz zur Erholung; Messen mit den Sängerknaben, ein Chorkonzert zum Anhören, fast wie in den guten alten Zeiten…

      • (man) dorfer´s talk Says:

        Berufstitel sind staatliche Auszeichnungen in Österreich, die als „berufsspezifische Ehrentitel“ an solche Personen verliehen werden, die sich in langjähriger Ausübung ihres Berufes besondere Verdienste um die Republik erworben haben. Die Verleihung erfolgt durch den Bundespräsidenten.

        Oberstudienrat Mandorfer ist somit dieser Berufstitel abzuerkennen!

  140. arme Kirchenmaus Says:

    Irland: Missbrauchs-Opfer erhält von Kirche Euro 250.000

    http://religion.orf.at/projekt03/news/1006/ne100615_irland_fr.htm

    Im Stiftsführer “1200 Jahre Kremsmünster” ist im geschichtlichen Abriss nachzulesen, dass in der Wirtschaftskrise der 20er-Jahre das Stift gezwungen war, wertvolle Kunstgegenstände zu verkaufen (während die Ersparnisse vieler Menschen durch die Hyperinflation zwischen den Fingern zerronnen sind, zig Hunderttausende arbeitslos und ausgesteuert wurden und vor dem Nichts standen).

    Hat der Verkauf von ein paar Kunstschätzen das Stift ärmer gemacht? Das Stift braucht keine Schadensersatzforderungen zu fürchten. So hoch können die Forderungen gar nicht sein, dass es an die Substanz geht.

  141. nomen est omen? Says:

    Das Wort „Kloster“ leitet sich vom lateinischen claustrum ab und bedeutet sinngemäß so viel wie „geschlossener Bereich“.

  142. noname Says:

    des weiteren fordere ich einen sofortigen rücktritt von hr. leberbauer, da er anscheinend unfähig ist auch nur ansatzweise etwas zur problembewältigung beizutragen und selbst auch keine weiße weste hat. die tatsache dass lehrkörper im personal behalten wird welcher mit einer anzeige konfrontiert ist sollte reichen.

    • nachfrager Says:

      hab ich etwas verpasst? aktueller lehrkörper / anzeige? betrifft das die ehrgeizige turnfraktion?

      • leistungsschau Says:

        die “turnfraktion” rückt sich währenddessen ins beste licht.
        die website des stiftsgymnasiums geht momentan förmlich über, soviele sportliche erfolge werden derzeit dort verbucht!!

    • quod erat demonstrandum Says:

      … und wenn er dann sagen sollte, er hatte ja keinen Hinweis, außer Gerüchte … dann kennen wir uns aus. Das gibt wieder eine poetische Stellungnahme über geschlossene Systeme.

      (Innerhalb des Lehrkörpers nennt man so etwas neudeutsch TEAMGEIST. Und selbigen würde nicht einmal eine fr. Zipperm. belasten wollen. insofern ist er eigentlich ein guter Direktor, weil 100% repräsentativ.)

  143. peior Says:

    kremsmonster / erfahrungen / 1982

    die unterbringung erfolgt in abteilungen. wer in welcher landet entscheiden alter, klasse, pech des zöglings. in der dritten abteilung teilen sich schüler zweiter , dritter klassen zwei studier und schlafsäle, einen waschraum. die oft tagelangen abwesenheiten des präfekten vertritt der konviktsdirektor persönlich.
    auf! schreit er heute morgen in die schlafsäle, sofort springen alle aus den betten, morgendliche erektionen werden nicht immer erfolgreich vor den lauernden blicken des direktors verborgen , muss doch der waschraum mit nacktem oberkörper betreten werden. heute abend werden die läuse vernichtet, verkündet der direktor, ehe er zur morgenandacht enteilt.
    sofort übernehmen die senioren, so nennt kremsmonster seine kapos, das kommando, du hast dich noch einmal kurz niedergelegt, den frieden im schlaf mit einer letzten umarmung des kopfpolsters verabschieden wollen? schon reisst dir ein senior hämisch grinsend die decke weg, auf! brüllen zwei andere, wie sie es vom herrn direktor gelernt haben. brave kapos, hilfswillige funktionszöglinge.
    beim morgenstudium, vor dem frühstück, geht peior noch einmal die englischübungen durch, heute ist schularbeit, ein sehr gut muss drin sein, der englischlehrer ist nicht irgendwer, peior hat ihn sich als beichtvater und geistlichen begleiter erwählt, auch möchte er ihn nächstes jahr als firmpaten. er ist so fromm, dass er den englischunterricht mit geistlichen inhalten hält, holy mary, the mother of jesus christ, has been usw. manchmal scheint er gar den englisch mit dem religionsunterricht zu verwechseln, dann stimmt er auf den stahlsaiten seiner gitarre das lied, nimm die waffenrüstung gottes! an, hält anschließend einen langen vortrag über helden des glaubens, die unter einsatz ihres lebens bibeln hinter den eiseren vorhang schmuggeln, beim erzählen gerät er in eine art verzückung, irgenwann ist seine rede ein hauchen, sein blick nazarener entrückt, eindringlichst beschreibt er die situation, in der wir uns befinden, wir sind im kampfe tag und nacht, der teufel und sein dämonenheer belauern uns, das beweist auch das bild da auf der overheadfolie, hallo, passts guat auf buam!
    peiors offizieller religionslehrer in der zweiten klasse hat gegen den mystizistischen englischpfaffen in sachen metaphysik keine chance, schon gar nicht seit der letzten religionsstunde, wo haidinger alle schüler auffordert, ihm zu sagen, wie sie sich das paradies, das ewige leben in gott vorstellen würden. alle fantasieren anschließend auf dieser saublöden frage herum, ein schüler aus kremsmünster, ein sogenannter externer, kommt mit einer besonders pragmatischen vorstellung, das paradies, sei für ihn tag und nacht mit seinem mund an einem schlauch zu hängen und cola zu trinken. haidinger nickt ernst, rückt sich die brille zurecht, überlegt, wippt auf seinen sohlen, sucht in seinem theologie schädl nach einer scholastischen weisheit, ja, sagt er dann, was für dich das paradies ist, wird es auch sein, dann lacht er krachend einen speichelregen in die klasse und zeigt allen den spalt zwischen seinen schneidezähnen. wahrscheinlich hat er mit religionsvermittlung solcher art in der erwachsenenbildung mehr erfolg, dem vernehmen nach fahren die leute beim cursillo auf seinen stuss ab, wie fliegen auf scheisse. haidingers primitive art religion zu unterrichen stösst peior ab. der trichtert uns das geheimnis des glaubens als vokabeln ein, die er anschließend abprüft und benotet, glaubensnote genügend, keine seltenheit. der glaubt an gott, wie an ein ein auto als fortbewegungs mittel, findet peior. irdisch zielführend, wie man heute sieht.
    der vater eines zöglings, tierarzt, war so freundlich, dem konvikt größere mengen entlausungsmittel für vierbeiner zu überlassen, köter geeignet, reicht für kremsmonsterer zöglinge allemal, wird sich der direktor gedacht haben, sein kommando lautet, kopf ins becken eintauchen, haare unter wasser halten! vierzig knaben rücken verneigen sich im waschraum vor ihm, schulterblätter wie engelsflügel vor der entfaltung, beobachtet entzückt der direktor . anschließend wird er im hades, dem schlafsaal mit verbindungstür zu seinen privatgemächern, wo er nur ausgewählte knaben untergebracht hat, die entlausung fortsetzen. mit äusserster konsequenz.

    wir müssen uns stift kremsmünster als gewalttätigen ort denken.

  144. Paralleluniversen von Otto und Alfons Says:

    Anlässlich der Ausstellung im Wiener Leopold-Museum hat sich Otto Mühl, der wegen sexuellen Missbrauchs sieben Jahre im Gefängnis war, fast zwei Jahrzehnte nach seiner Verurteilung “entschuldigt”. Die Parallelen zu den Reue-Zeilen Alfons Mandorfers sind frappierend!

    Beide haben sich ein Parallel-Universum errichtet (“Staat im Staat” – Zitat Mühl) und eine Machtposition verschafft, die sie missbraucht haben. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung der Reue-Zeilen ist in beiden Fällen sehr durchschaubar. Beide verharmlosen in ihren Stellungnahmen das Leid der Opfer und betonen ihre ohnedies guten Absichten bzw. dass sie “ohne Absicht” das bewirkt haben, was bewirkt wurde:

    “..habe ich kräftig daneben gegriffen..”
    “Ich bin auf alle Kommunarden sehr gestanden”
    “..habe sie mit sexueller ÜBERSCHREITUNG überrumpelt und gekränkt”
    “..manchmal zu den Kindern zu scharf war”
    “ich bereue es sehr”

    hier die ZEILEN im Original:

    http://www.leopoldmuseum.org/ausstellungen/otto_muehl/brief_ottomuehl.pdf

    • reue-herren überall Says:

      wenn´s nicht mehr geht, kommt die Reue-Masche zum Tragen!

      Eine “beispiellose Serie von Fehlern” hat BP-Chef Hayward als Ursache für die Ölpest im Golf von Mexiko eingeräumt. Es handle sich um einen “komplexen Unfall”, so Hayward in einem vorbereiteten Text für eine Anhörung vor einem US-Kongressausschuss am Donnerstag. Er sei “am Boden zerstört” und es tue ihm “zutiefst leid”, dass die Katastrophe passierte. BP zahlt nun 20 Milliarden Dollar in einen unabhängigen Entschädigungsfonds ein und erfüllt damit eine zentrale Forderung von US-Präsident Obama.
      schreibt http://www.orf.at

      Wie übrigens auch damals beim TV-Prediger Jimmy Swaggard in den USA, der mit einer Prostituierten erwischt wurde. Dann hat er sich weindend vor das TV_Publikum gestellt: “I have sinned”.
      Diese Dramatik haben die amerikanerischen Gläubigen geliebt.
      Ob da die österreichischen spin-Doktoren sich etwas abgeschaut haben? Nur dass die Masche hier nicht so schön zieht!

  145. eh wurscht Says:

    Die Siegerinnen der Kategorie “Klassische Rede” beim Landesjugendredewettbewerb:

    Höhere Schulen: Maria Martinovic, Stiftsgymnasium Kremsmünster, mit “Gewalt unter Jugendlichen”

    (zudem ist Martinovic Siegerin der Kategorie “Spontanrede”)

    http://www.eduhi.at/index.php?url=news&bereich=Bildungsnews&news_id=6904

    Da gewinnt eine Schülerin des Stiftsgymnasiums – der Schule ist dies (noch dazu beim so brennenden Thema Gewalt) aber keine Erwähnung auf der website wert – während in den letzten Wochen gleich drei Meldungen zu sportlichen Ereignissen wichtig genug erscheinen, um genannt zu werden!!??
    Ist Kremsmünster eine Sporthauptschule oder ein “humanistisches Gymnasium”??
    Ist KHM der Direktor oder wer??
    Oder kann sich das Gymnasium mit den Inhalten der Rede nicht identifizieren?
    Oder was?

    Für einen interessierten Außenstehenden ergibt das alles keinen Sinn!! Aber es scheint wurscht zu sein, was sich ein paar Leute denken, sonst würde man sich genauer überlegen, was man wann kommuniziert!

  146. alles logo Says:

    Von einer Mutter einer Tochter, die jetzt ins Gym geht, weiß ich, dass sie – wenn angesprochen auf die Missbrauchsfälle – diese in das Reich der Vergangenheit verweist.

    Es gibt mindestens drei mögliche Gründe für diese Reaktion:

    1) sie will nicht, dass die Schule, für die sie sich entschieden hat, schlecht geredet wird – das färbt ab
    2) sie will nicht, dass ihr Kind Probleme in der Schule bekommt und dass sie es bis zur 8.Klasse schafft – deshalb äußert sie sich nicht negativ (was könnte sie schon “Sachliches” ihrem Gegenüber – den Herren und Damen Professoren und Patres – vorbringen? außerdem hat man ja untertänigst dem Stift zu glauben, dass es ordentliche Aufarbeitung betreibt)
    3) sie ist vertrauensselig wie Elterngenerationen davor und glaubt
    den Spruch, dass das heute fein säuberlich getrennt ist vom früher

    Wahrscheinlich ist es eine Mischung: Wenn das Stift und das Gymnasium sagen “Schmeck´s!”, dann hat man das besser so zu akzeptieren. Außerdem kann man sich ja nur selber schaden und nichts verändern. Und eigentlich ist´s doch eh praktisch, vertrauensselig zu sein!

    • easy cheesy Says:

      ich kenne eltern eines schülers die ganau gegenteiliger meinung sind. haben auch die meinung dass hr. l. als direktor nicht geeignet ist und alles vertuscht wird.
      nur scheint das die reiter auf ihrem hohen roß nicht zu interessieren.

  147. und das auch noch Says:

    9. Juni 2010
    Schwere Vorwürfe gegen Zisterzienseräbtissin

    Sostrup – Die dänische Polizei ermittelt gegen die Leiterin des Zisterzienserinnen-Klosters Sostrup.

    Die gebürtige Niederländerin, die auch dem Zisterzienserinnenkloster in Düsseldorf vorsteht, soll eine demente Mitschwester bei Kälte ausgesperrt haben, die später tot aufgefunden wurde, und weitere Ordensschwestern gequält haben. Die Äbtissin hält sich derzeit im Kloster Callao, Peru, auf. Sie wird am Montag zurückerwartet.

    Auch soll eine mögliche Verstrickung des Bischofs von Kopenhagen, Czeslaw Kozon, in die Angelegenheit untersucht werden. Kozon teilte daraufhin in einer Pressemitteilung mit, dass er die Polizeiuntersuchung begrüße, selbst aber keinen Rechtsbruch begangen habe.

    http://www.orden-online.de/news/2010/06/09/schwere-vorwuerfe-gegen-zisterzienseraebtissin/

  148. heilige Hure? Says:

    Kremsmünster der Sünder oder sündiges Kremsmünster?

    Anregungen dazu in den theologischen Anmerkungen Bischof Stephan Ackermanns zum Thema “Kirche der Sünder” oder “Sündige Kirche”?

    http://www.muenster.de/~angergun/

  149. böse welt da draußen Says:

    Es gibt ihn noch, den Porno-Jäger Humer aus Oberösterreich! Jetzt plant der “christliche” Sitten-Wächter eine Demo gegen den Life-Ball. Beim Stift Kremsmünster oder der Kirche misst er mit anderem Mass. Da gab´s noch keine Demo, schon gar keine seiner Jauche-Aktionen.

    ORF-Wien schreibt:

    Life Ball: “Pornojäger” kündigt Gegendemo an
    “Pornojäger” Martin Humer hat für den Tag des Life Balls in Wien eine Gegendemo angekündigt. Am 17. Juli soll demnach “eine friedliche Demonstration” vor dem Haupteingang zum Burgtheater abgehalten werden.

    Humer spricht von “Schändung” der Burg
    “Am 19. November 2005 schändete Blut-Orgienmeister Nitsch das Burgtheater, die bedeutendste Bühne im deutschsprachigen Raum, durch seine Orgien. Am 17. Juli 2010 soll nun das Burgtheater völlig zweckentfremdend abermals geschändet werden”, so Humer, der als Obmann der “Christlich-Sozialen Arbeitsgemeinschaft Österreichs” (CSA) fungiert, die die Demo organisiert.

    “Jahrelang haben die homosexuellen Vereinigungen ihre ‘Grande Feste’ im Wiener Rathaus gefeiert. Nun wollen sie ihre gesellschaftspolitische Aufwertung durch das Burgtheater feiern”, so Humer.

  150. peior Says:

    kremsmonster / erfahrungen / 1982

    psallite unigenito christo, dei filio! erschallts im musikzimmer, der studentenchor des stiftsgymnasiums kremsmünster probt unter der leitung des konviktsdirektors für das adventsingen in der stiftskirche. der vorverkauf der karten an die eltern der chorknaben hat schon begonnen, die chorproben werden verlängert und finden öfter statt, sie sind verpflichtend für alle musikalischen mit einer guten stimme, wer das große pech einer sehr guten stimme hat, muss zusätzlich zum studenten auch noch im kirchenchor singen, der probt schon das mozartrequiem für den stiftertag.
    singen müssen, wenn dir zum weinen zumute ist. gott loben und preisen im bösen. singen und weinen müssen, es gelingt dir nicht die tränen zurückzuhalten, wenn du singen musst, verdammt, jetzt war ich doch gar nicht traurig, trotzdem verschwimmen schon wieder die noten vor meinen augen, muss das heimweh sein, was sonst, bin schon wieder ewig nicht zuhause gewesen, das letzte heimfahrwochenende schon wieder viel zu lange her, bis weihnachten auch noch weit, die chorprobe nimmt heute überhaupt kein ende, wie gerne habe ich früher gesungen, vor begeisterung immer etwas zu laut, heute bemüht sich peior so leise, wie möglich zu singen, manchmal bewegt er nur seine lippen, tut so, als würde er dem direktor zu willen sein. die musik macht aus dem keinen anderen menschen, mandorfer hat viele gesichter, alles masken seiner persönlichkeitsstörung , bei den chorproben, im musikunterricht, gibt er gerne den genialen musikus, dirigiert sopran, alt, tenor, bass, lässt unaufmerksame kraft seines starken armes übers klavier segeln, wo sie im sopran einschlagen, demütigt die mit schwächerer stimme so lange vor allen, bis sie zu weinen beginnen, mandorfer liebt tränennasse wangen weinender kinder zu streicheln, diese irre angst in den augen des kleinen, wenn er nicht weiss, kriegt er noch eine oder nicht, wenn er dir völlig ausgeliefert ist, du mit ihm tun kannst was du willst, machtmissbrauch gibt dir den kick.
    peior nimmt wahr, immer wieder verschwinden in kremsmonster welche. nach den sommerferien sind zwei seiner mitschüler, mit einem hat er sich verstanden, nicht mehr aufgetaucht. gespenstischer, wenn unterm jahr plötzlich jemand verschwindet, nach einem heimfahrwochenende nicht mehr kommt, tja der würde jetzt woanders zur schule gehen, heissts.
    die woche vor dem adventsingen, verwandelt sich in eine einzige chorprobe, der direktor neigt in dieser zeit noch mehr zu massiver fremdgefährdung als sonst. beim kleinsten anlass dreht er durch und begeht körperverletzungen, offen, vor seinen sogenannten mitbrüdern und kollegen im lehrkörper des gymnasiums. man versucht ihm aus dem weg zu gehen, unmöglich, er findet sich seine opfer, die chorproben werden zur tortur für die verängstigten sänger knaben, ein falscher einsatz, ein misslungener ton, ergeben wut und gewaltausbrüche, der mann trampelt mit den füssen auf zehnjärigen herum, die sich unter ihm schreiend winden, das bringt ihn zum lachen, er nimmt kinder in den schwitzkasten, drückt ihr gesicht in seinen schoss, befiehlt anderen schülern auf den von ihm fixierten einzuprügeln, erst zaghaft dann heftiger prasseln die faustschläge deiner mitschüler auf dich ein, während du im muffigen schoss des direktors zu atmen versuchst. frage an den aus mitwissern bestehenden krisenstab: wie konnte ein dermaßen gefährlich persönlichkeitsgestörter mann von 1970 bis 1996 direktor des konvikts sein? 26, in worten sechs und zwanzig jahre wurde tatenlos zugesehen, wie dieser mann systematisch kinder und jugendliche ruiniert hat. ich wünsche dem aus mitwissern bestehenden krisenstab weiterhin gute zusammenarbeit mit dem psychologischen fachpersonal beim vertuschen der vergangenheit.
    wir sagen euch an, den lieben advent!heute abend nehmen stolze eltern musischer zöglinge ihre bezahlten plätze in den bänken der stiftskirche ein, der große adventkranz im kirchenschiff dreht sich leicht, kerzen flackern, gespannte erwartung , dann öffnet sich die schwere tür zur sakristei, chorknaben in ihren chorhemden nehmen in reih und glied vor dem hochaltar aufstellung. der chorleiter im festlichen habit tritt auf, hebt beide hände zum einsatz: psallite unigenito christo, dei filio, psallite redemptori, domino, perulo jacenti in praesepio! die tränen einzelner werden vom puplikum nicht wahrgenommen.

    wir müssen uns stift kremsmünster als gewalttätigen ort denken.

  151. zutiefst krank und unreformierbar Says:

    Eugen Drewermann hat in Ö1 (Sendung “Im Gespräch”) gestern einige bemerkenswerte Dinge gesagt:

    – Die römisch-katholische Kirche ist zutiefst krank
    – Christus wollte nie Priester, also Mittler zwischen Gott und den Menschen
    – Die Chance auf Reformierbarkeit dieser Kirche geht gegen Null

    Selber hat er lange genug an die Reformierbarkeit geglaubt, vor fünf Jahren ist er schließlich ausgetreten.

    Wiederholung heute 16.00 Uhr auf Österreich 1

    http://oe1.orf.at/programm/232082

    • zutiefst krank und unreformierbar II Says:

      Scharf geißelt Drewermann einen ausgeprägten mittelalterlichen Aberglauben in der katholischen Kirche, etwa die Lehre vom Teufel. “Das ist im Grunde keine Frage von Kirchenreformen, sondern eine für den Gesundheitsminister.” Eine solche Kirche mache “Menschen bis zum Irrsinn krank”. “Wenn Menschen glauben, dass in ihnen oder anderen der Teufel einwohnen könnte, dann sind wir in der Psychiatrie.” Unter Papst Johannes Paul II. (1978-2005) seien mehr als 30.000 Teufelsaustreibungen im Vatikan gestartet worden. “Und der jetzige Papst unterhält für rund 3000 Kleriker Sonderkurse zum Exorzismus. Unglaublich!”

      aus einem Interview gegenüber der Deutschen Presseagentur.

    • zutiefst krank und unreformierbar III Says:

      Die Kirche will “Freiheit von Skandalen”

      Drewermann glaubt nicht, dass die katholische Kirche viel aus den zahlreichen Missbrauchsfällen durch Priester gelernt hat. “Was die Kirche will, ist die Freiheit von öffentlichen Skandalen.” Man habe lediglich auf den Druck der Öffentlichkeit reagiert. Er kritisierte die rigide Sexualmoral und sprach sich für die Zulassung von Frauen zum Priesteramt aus. Bereits Martin Luther habe erkannt, dass der Papst “gar nicht das Recht hat, die Menschen vor die Frage zu stellen, ob sie Gott lieben oder einen Menschen”. “Genau diese Alternative wollte Jesus überwinden. Er wollte, dass man Gott in den Menschen liebt und in den Menschen Gott.”

      aus demselben Interview

  152. starlight express Says:

    Das nenne ich eine Schlagzeile.
    In Italien soll ein “Star-Priester” wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht.

    http://www.oe24.at/welt/Missbrauch-Starpriester-vor-Gericht-0727383.ece

    Tja, es gibt “Stars” und “Sternchen” unter den Priestern…

  153. ganz sachlich Says:

    “Wir brauchen heute mehr ZORNIGE JUNGE Leute”

    Erwin Wurm (heutiger Gast im “Klassik-Treffpunkt” auf Ö1)

  154. sehr verantwortungsbewusst Says:

    Was will man sich von einer solchen Kirche erwarten?

    Schönborn würdigt Hans Dichand als jemanden, “dem die Menschen mit ihren Sorgen und Freuden ein Anliegen waren”. Gerade in entscheidenden Fragen habe er jedoch “sehr verantwortungsbewusst das Wohl des Landes und auch das Wohl der Kirche im Auge gehabt”, betonte Schönborn.

    Voller Wortlaut:

    http://www.kathweb.at/content/site/nachrichten/database/33244.html?SWS=d406a9e877c7fc16893304e874b49a80

    Warum soll ich glauben, dass man in Kremsmünster heute lernt, gegen den Strich zu bürsten, sich auch einmal mit den Mächtigen anzulegen? Ich kann mir das Stiftsgymnasium Kremsmünster nicht anders vorstellen als eine Produktionsstätte genau solch verwaschenen, unpolitischen Christentums, solch unmündigen Bürgertums, wie es von Schönborn vorgelebt wird!

    • danke, Gerfried Sperl! Says:

      Kardinal und “Krone” – Bibel und Geschäft

      20. Juni 2010, 18:57
      Dichand war zweifellos ein Blattmacher der Sonderklasse, gleichzeitig aber ein brutaler Populist

      Nachrufe sind normalerweise viel Schall und Rauch. Doch diesmal, anlässlich des Todes von Hans Dichand, war es anders. Der Bundespräsident hielt sich auffallend zurück. Der Herausgeber der Kronen Zeitung sei “mehr als ein halbes Jahrhundert auf dem Mediensektor aktiv” gewesen, ließ Heinz Fischer aus der Hofburg verlautbaren. Und das “mit großem Einfluss”, fügte das Staatsoberhaupt sachlich hinzu.

      Der Erzbischof von Wien hingegen konnte sich fast nicht halten vor lauter Ehrerbietung. Kardinal Christoph Schönborn, Kolumnist der Krone bunt, wurde in der Trauernummer auf der ominösen Seite fünf mit dem Verstorbenen plakatiert. Auf einem Foto vor dem Stephansdom. Der geistliche und der weltliche Herrscher – im Verständnis Hans Dichands.

      Schönborns Botschaft: 1. Dichand sei ein großer Publizist und Zeitungsmacher gewesen. 2. Seine Überzeugung, dass Religion zum Menschen gehört, stehe außer Streit. 3. Die Geschichte Österreichs sei ohne die katholische Kirche nicht verständlich. 4. Trotz “mancher inhaltlicher Differenzen” habe Dichand ihn “immer wieder bewegt und beeindruckt”.

      Diese Feststellungen provozieren Widerspruch. Dichand war zweifellos ein Blattmacher der Sonderklasse, gleichzeitig aber ein brutaler Populist, der vor dem Einsatz von Rassismus und Antisemitismus nicht haltmachte, wenn es um Auflage und Geschäft ging. Das hätte der Kardinal nennen müssen und sich nicht in allgemeine Floskeln (“manche Differenzen”) flüchten dürfen. Aber das ist der Preis für eine wöchentliche Kolumne im Massenblatt: Kritik nur noch anzudeuten und Prinzipien der heutigen katholischen Kirche (gegen Rassismus) zu opfern.

      Schönborns Betonung der Religiosität Dichands (er hat das Wort “christlich” vermieden), ohne die permanente Missachtung und Umdeutung der österreichischen Verfassung in den Cato-Texten der letzten Jahre zu erwähnen, lässt eine Vermutung wieder aufleben, die demokratiepolitisch interessant ist. Für den Wiener Kardinal sind offenbar Religion und Kirche wichtiger als Verfassung und Rechtsstaat. Diese Sichtweise rückt Schönborn in die Nähe fundamentalistischer Positionen.

      Sicher ist richtig, dass Österreichs Geschichte ohne den Einfluss des Katholizismus nicht verständlich wäre. Einfluss im Sinne Dichands? Die Krone hat immer die Sicht einer streng hierarchischen Kirche verfochten, die Position einer konziliaren Struktur nie unterstützt. Sollte also Schönborns Hinwendung zu “Wir sind Kirche” in den letzten Monaten doch nur Optik sein?

      Schönborns Sätze zum Tod des umstrittenen Zeitungsverlegers stehen jenen des Bundeskanzlers Werner Faymann näher, als der Bekundung des Bundespräsidenten. Heinz Fischer reagierte nüchtern, der Kardinal emotional, Faymann fast religiös, indem er das Wort “begnadet” verwendet hat.

      Zum Foto vor dem Stephansdom findet sich noch ein Satz des Kardinals, der von seltsamer Naivität getragen ist: “Er hat die Seiten seiner Kronen Zeitung dem Evangelium ganz bewusst geöffnet und mir die Möglichkeit gegeben, es den Lesern näherzubringen.” Gewiss, über drei Millionen Leser. Beim “Öffnen” hat Dichand sicher nur ans Religiöse und nicht ans Geschäft gedacht. (Gerfried Sperl/DER STANDARD; Printausgabe, 21.6.2010)

      • Kleinhirnformat Says:

        Kardinal Schönporn oder der A-Kriecher des Kleinhirnformats

        Was soll ich dazu sagen, dass die Kirche es nötig hat, sich beim Herausgeber einzuschleimen, als dank für das Wort zum Sonntag, oder die Titelstory zu Allerheiligen?

        Wie weit ging das Kriechen in den Altmännerpo, etwa bis zur Manipulation, bis die weiße Halskrause braun wird?
        Hat nicht Cato, eingerieben mit kirchlichem Honig und dadurch das kirchliche Jenseits erwartend, noch als letzte Glanzleistung seiner Karriere die marienartig lustlos dreinschauende Gebärmaschine der Nation als Präsidentin hochloben wollen.
        Diese Mutterkreuzanwärterin wurde von einem Jenseitserwartenden als Anwärterin für die Präsidentschaft hochgehoben, gleichsam als Vorbild für alle Frauen des Landes.

        Abgesehen davon, dass es für alle Völker der Erde besser wäre, sich Gedanken über gesteuerte Vermehrung zu machen, damit jedes Leben wertvoll erlebt wird und nicht nur von der Einrichtung Kirche dogmatisch als wertvoll (wie ein kleines Steak) verkündet wird, abgesehen davon, tut sich da nicht schon wieder eine Parallele zur lustlosen, stillschweigenden Maria Mutter Gottes auf? Eine Parallele zu einem alten Bild der Frau? Die traurige Bestimmung der Frauen seit Marienzeiten ist, Kinder für die Front, bedingt durch Ressourcenmangel durch Überbevölkerung, oder für den Märtyrertod (im Zeitalter des Straßenverkehrs für den Mehrtürertod)zu gebären?

        War diese lustlos gelangweilte Nichtssagende Mutter der NAZIon etwa das Idealbild des Herrn Schönporn, und ist nicht das ein Hinweis, dass die Kirche Krone sektenartig unterwandern will, in dem sie sterbenden den Kopf verdreht?

        Anhand diesem Schönporno sieht man einfach das nichtvorhandene Rückgrat der Krieche. Den letzten normalsterblichen Kirchgängern reden sie sogar noch , was für schlechte Menschen sie nicht sind.
        Dem Brautpaar reden sie ein, “Der Leib ist nicht zur Unzucht da, sondern für den Herrn (also Kinder, euer Leib ist für den Pater A., selber dürfts aber nicht wixi wixi machen)”, für den Herrn Dichand finden sie die schönsten lobenden Worte, obwohl sie da genau so sagen könnten:
        “Eher kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr, als ein Reicher in den Himmel”. Aber wie heißt es so schön:
        “quod licet iovi, non licet bovi”.

  155. in memoriam Kurt Lüthi Says:

    Vor kurzem ist der Theologe Kurt Lüthi 86-jährig verstorben.

    2001 veröffentlichte er seine „Christliche Sexualethik“. Der reformierte Theologe und em. Universitätsprofessor der Universität Wien vertrat die Auffassung, dass die sogenannte christliche Sexualmoral „für das westliche Denken“ an ihr Ende gekommen sei, ebenso der traditionelle kirchliche Monopolanspruch auf sexualethische Direktiven.

    M.E. lässt sich Kremsmünster nicht ohne den Anspruch der römisch-katholischen Kirche auf Herrschaftsausübung – inbesondere in Form einer repressiven Sexualmoral – verstehen.

    http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100614_OTS0241/evangelischer-theologe-kurt-luethi-gestorben

    http://www.perner.info/aktuell/aktuell_presse.htm

    http://www.evang.at/epd-meldung0.html?&tx_ttnews%5BpS%5D=1004572800&tx_ttnews%5BpL%5D=2591999&tx_ttnews%5Barc%5D=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=877&tx_ttnews%5BbackPid%5D=128&cHash=c38652a768

  156. von stiftern und arbeitern Says:

    Der Seefahrernation Portugal gehörte zu Beginn des 18. Jahrhunderts die halbe Welt, während im Mutterland der finstere Geist der Inquisition herrschte. An der Spitze des Reiches stand der pompös lebende König Joao V. Als er die Erbauung eines Klosters in Mafra verspricht, werden Arbeiter aus dem ganzen Land herbeigepreßt, unter ihnen der einhändige Soldat Baltasar, der mit der Seherin Blimunda zusammen lebt. Dreizehn Jahre dauert die Errichtung des Klosters, eine apokalyptische Schreckenszeit …

    “Das Memorial”, Roman des portugiesischen Nobelpreisträgers Jose Saramago

    In Memoriam Jose Saramago!

    Für den Literaturunterricht am Stiftsgymnasium weiters empfohlen:
    “Das Evangelium des Jesus Christus”

    • literaturfreund ob der enns Says:

      Hoffentlich gibt es die Lösung des Kriminalfalles nicht wie in Albert Brandstetters “Die Abtei” erst im “Jenseits”:

      Die allumfassende Klage des Inspektors reicht zurück bis ins Jahr 776, in welchem der nun gestohlene Kelch der Abtei geschenkt wurde. Da der Dieb nicht aufgedeckt wird, und es somit zu keiner Aufklärung des Falles kommt, kann man die Dauer der Erzählung nicht bestimmen. Die endgültige Auflösung des Falles wird nach Meinung Brandstetters erst im Jenseits stattfinden, wo der Dieb und die Wiener Behörden gemeinsam in der Hölle aufeinandertreffen werden.

  157. selbstlaut Says:

    warum pädophilie nicht der punkt ist
    warum die ursachen nicht in der verfehlung einzelner liegen
    warum das erlernen von nein-sagen nicht alles ist

    ein interview mit dem verein “selbstlaut”, der sich der arbeit mit lehrer/innen u.a. professionellen im bereich prävention von sexuellem missbrauch widmet

    http://www.linksnet.de/de/artikel/25663

  158. unschöne kirchenszenen Says:

    http://kurier.at/multimedia/bilder/144456.php?bild=51

  159. 1:1 Says:

    Wind of change?

    http://kurier.at/multimedia/bilder/144456.php?bild=85

    1:1 auf Kremsmünster umlegbar (Vorschlag: die in der Karikatur dargestellten Personen durch Ebhart und Leberbauer ersetzen)!

  160. Hinweis für das Stift Says:

    Das “Netzwerk von Christen” für den Global Marshall Plan in Oberösterreich (das Netzwerk wurde mitbegründet von Abt Ambros Ebhart) veranstaltet im Herbst ein Seminar zu “Spiritualität und Strategien der Gewaltfreiheit”.

    Dieses wird von Dr. Hildegard Goss-Mayr, einer international engagierten Friedens-Aktivistin und Katholikin, geleitet.

    Ich denke, dass das Stift dadurch wichtige Impulse für die Aufarbeitung und für eine Neuorientierung bekommen könnte.

    http://netzwerkvonchristen.wikispaces.com/Seminar+Spiritualit%C3%A4t+u.+Gewaltfreiheit

  161. Das Stift als Lernort Says:

    Schmerzlich vermisse ich auf der website des Stiftes Kremsmünster Hinweise, welche aktuellen Kampagnen und Initiativen das Stift im Sinne seiner globalen sozialen Verantwortung (oder auch in Hinblick auf sein Engagement in Brasilien) unterstützt! Hier ein paar aktuelle Beispiele, wo ich mir ein gesellschaftspolitisch aktives und solidarisches Stift Kremsmünster – gemeinsam mit christlichen und anderen Akteuren – vorstellen könnte. Für das globale und solidarische Lernen der Schüler/innen am Stiftsgymnasium ist das Vorbild des Stiftes unerlässlich!

    Steuern gegen Armut

    http://www.makefinancework.org

    Leben in Fülle für alle! Aufruf für eine prophetische Kirche.

    http://www.leben-in-fuelle-fuer-alle.de/

    Wege aus der Krise

    http://www.wege-aus-der-krise.at/

    Ökologischer Lebensstil und globale Gerechtigkeit

    http://www.fairshare.at/

    Juni-Kampagne der Landlosenbewegung in Brasilien

    http://www.domradio.de/news/55756/brasilien-landlose-starten-kampagne-gegen-agrarreform.html

  162. konsequent Says:

    Michael Landau, Wiener Caritas-Direktor, im KURIER:

    Als Reaktion auf die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche plädierte Landau für “null Toleranz und volle Kooperation mit den staatlichen Behörden”. Er hoffe, dass die derzeit in Mariazell tagende Österreichische Bischofskonferenz die “Dringlichkeit des Themas noch einmal deutlich macht”. Alles müsse konsequent aufgearbeitet und ein Entschädigungsfonds eingerichtet werden, forderte Landau. Deutliche Worte fand der Caritasdirektor auch auf die Frage, ob ein Priester, der Kinder missbraucht hat, Priester bleiben dürfe: “Zum Schutz der Kinder und zum Schutz der Kirche sollte er das nicht.”

    • dazu Josef Votzi Says:

      im KURIER von heute:

      “…Wenn sie (Anm.: die Bischöfe) wollen, dass der Damm gegen die Austrittswelle nachhaltig wirkt, werden sie um verbindliche Antworten zu zwei Kardinalfragen nicht herumkommen: Wie hoch wollen sie die Opfer wirklich entschädigen? Und was passiert ganz konkret mit den Tätern?”

    • ergo Says:

      Ich fordere, dass die Pensionen der suspendierten Mönche, die das Stift Kremsmünster monatlich vom Staat erhält, unverzüglich in einen unabhängigen Opferfonds eingezahlt werden. Das wäre ein konsequenter erster Schritt.

  163. für wen gilt, was die Bischöfe beschließen Says:

    zitiert aus KATHPRESS:

    Das Thema Missbrauch steht im Zentrum der Beratungen der Österreichischen Bischofskonferenz, die von heute an in Mariazell ihre Sommervollversammlung abhält. Auf dem Tisch liege ein umfassendes Grundlagenpapier, das unter Mitarbeit von rund 300 Experten in einer vom Wiener Generalvikar Msgr. Franz Schuster geleiteten Projektgruppe erarbeitet wurde und nun diskutiert werden soll, so der Medienreferent der Bischofskonferenz, Paul Wuthe. In seinen Eckpunkten sieht das Papier klare Richtlinien für alle kirchlichen Mitarbeiter inklusive der Orden zur Prävention sowie zum Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs und Gewalt vor. “Ziel ist eine österreichweite Standardisierung der Vorgehensweisen und damit Klarheit”, so Wuthe.

    Die Vorschläge betreffen den Ausbau der bestehenden kirchlichen Ombudsstellen und eine verstärkte Zusammenarbeit aller kirchlichen und staatlichen Stellen im Umgang mit Gewalt und sexuellem Missbrauch. “Alle, die in der Kirche hauptamtlich oder ehrenamtlich tätig sind – sei es in der Pfarre, in einer Ordensgemeinschaft, in einer leitenden Funktion oder sonstwo -, werden noch mehr als bisher mitverantwortlich dafür sein, dass es in der Kirche zu keinem Missbrauch und zu keinen Übergriffen kommt.” Das sei die Grundintention des erarbeiteten Maßnahmenkatalogs, betont Wuthe.

    WAS ÄNDERT DAS FÜR DIE ÄBTE (denen angeblich nicht einmal der Abtprimas in Rom etwas vorschreiben kann, warum sollen da die Bischöfe etwas zu beschließen haben?)?

    WAS ÄNDERT DAS FÜR DIE STAATSDIENER (Direktoren und Professoren), die an KATHOLISCHEN PRIVATSCHULEN ARBEITEN? (wer hat hier das Sagen: der Staat oder der jeweilige Abt?)

  164. Theater-DONNER,WETTER, PARAPLUI Says:

    aus DIE ZEIT (http://www.zeit.de/2010/25/Kolumne-Das-is-mir-heilig)

    “…Mit der pompösen Entschuldigungsrede des Papstes letzten Freitag spielen die Kirchenoberen uns eine Komödie vor. Denn wer sich entschuldigt, fordert Vergebung, und wenn das Opfer nicht vergibt, dann betet der Papst für dessen Seelenheil, dass es wieder vergeben kann. Was für eine Farce! 10000 Priester ziehen sich in Rom Kostüme an, und einer behauptet, er spreche im Namen Gottes, und die anderen küssen seinen Ring. Dieses Entschuldigungsgerede dient doch bloß der Verdrängung. Wem verziehen wird, der muss sich nicht ändern. Der Papst sollte lieber die geheimen Akten öffnen und die Betroffenen angemessen entschädigen…”

    Norbert Denef , geboren 1949 in Delitzsch bei Leipzig, ist Sprecher des Netzwerks Betroffener von sexualisierter Gewalt (www.netzwerkb.org). Er selbst wurde zwischen dem 10. und 18. Lebensjahr von einem Priester und einem Organisten missbraucht. Im Jahr 2003 bot ihm das Bistum Magdeburg eine Entschädigung an, unter der Bedingung, dass er sich verpflichtet, weiter zu schweigen. Denef kämpft derzeit beim Europäischen Gerichtshof für eine Aufhebung der Verjährungsfristen für sexuelle Gewalt im Zivilrecht. Sein Buch »Ich wurde sexuell missbraucht« kann man für 10 Euro beim Autor beziehen (norbert@denef.com)

  165. Hinweis Says:

    Survivors Network of those Abused by Priests:

    http://www.snapnetwork.org/

  166. transparency Says:

    Ein Hauptschullehrer steigt mit einem monatlichen Gehalt von 1.600-1.700 Euro ein, ein AHS-Lehrer mit 1.900 bis 2.000 Euro (Stand 2007, Quelle: ORF). Am Ende der Laufbahn verdienen Hauptschullehrer höchstens 3.300 bis 3.400 Euro, AHS-Lehrer 4.600 bis 4.700 Euro pro Monat. AHS-Lehrer sind weniger oft pragmatisiert als Kollegen an Pflichtschulen.

    Eine kleine Überschlagsrechnung ergibt:

    8 Patres sind im Schnitt Euro 360.000/Jahr.
    32 weltliche Professoren im Schnitt Euro 1.500.000/Jahr.
    In alter Währung wären das über 25 Millionen Schilling pro Jahr!

    Dazu kommen noch die Pensionen für die im Ruhestand befindlichen Patres und Lehrer, die laufend vom Staat bezahlt werden müssen. Frage: Wie viel nimmt das Stift mit der Schule ein, wie viel trägt es finanziell selber bei und wie viel Einfluss macht es geltend?

    Der Bürger/die Bürgerin hat ein Recht auf Transparenz, welche Vorkehrungen das Stiftsgymnasium Kremsmünster heute in Hinblick auf sexualisierte und andere Gewalt trifft und welche Mechanismen es vorsieht, wenn es Verdachtsmomente gibt.

    Sämtliche Empfehlungen, das bilaterale Gespräch mit dem Direktor zu suchen oder gefälligst die Aufarbeitungsarbeiten, die nach eigener Angabe noch lange dauern können (siehe Stellungnahme des Krisenstabes vom 12. Juni 2010), abzuwarten, sind UNTUNLICH und VÖLLIG INAKZEPTABEL !!

    Warum hat die Bischofskonferenz eigentlich momentan so viel zu tun in Sachen Prävention und neue Regeln, wenn heute doch alles schon völlig anders sein soll (zumindest in Kremsmünster)?

    • Auskunftsfreude Says:

      Nach dreieinhalb Monaten des Fragens gibt´s nun etwas mehr Informationen auf der website des Stiftsgymnasiums. Für das Schuljahr 2010/11 sind “zusätzliche Maßnahmen” vorgesehen:

      Thursday 24. June 2010
      Aktiv gegen Gewalt und Missbrauch
      Kategorie: Soziales
      Lehrerinnen und Lehrer am Stiftsgymnasium Kremsmünster setzen seit vielen Jahren Initiativen

      Wir grenzen uns unmissverständlich gegen Mobbing und Gewalt ab und wollen in diesem Zusammenhang auflisten, was sich etwa seit 1990 an unserer Schule geändert hat, als die ersten Mädchen im Stiftsgymnasium aufgenommen wurden und gleichzeitig die Zahl der Konviktsschüler drastisch zurückging.

      Voranstellen möchten wir drei Kernsätze aus unserem Leitbild, das wir 2001 in einer Klausur aller Lehrer/innen formuliert haben:

      · Die physische und psychische Gesundheit unserer Schüler/innen ist uns ein Anliegen.
      · Die Förderung des ganzen Menschen in seiner Eigenart liegt uns am Herzen.
      · Wir wollen ein christliches Menschenbild und soziales Verantwortungsbewusstsein vermitteln.

      Folgende Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung von Gewalt und Missbrauch an unserer Schule wurden im Laufe der letzten Jahre institutionalisiert:

      Projekt Psychosoziales Netzwerk:
      BERATEN
      Klärende Gespräche in Konfliktfällen und bei schulischen Problemen mit allen Betroffenen, Erarbeiten positiver Lösungen unter Zuhilfenahme vorhandener Ressourcen, Möglichkeiten zur Veränderung entdecken helfen und zum ersten Schritt motivieren
      BETREUEN
      Trainieren sozialer Verhaltensweisen einzeln und in der Gruppe, Lerntechnikkurse, Ausbildung und Betreuung von Peer Groups
      VERMITTELN
      Moderation von Eltern-Lehrer/innen-Gesprächen und anderen schulischen Gruppen, Mediation bei Konfliktsituationen im schulischen Alltag

      Kennenlerntage für die ersten Klassen
      Tutorensystem als Starthilfe der Oberstufenschüler/innen für die Schulanfänger/innen
      Nachhilfepool (größere Schüler helfen jüngeren)
      Einkehrtage mit gemeinschaftsfördernder und persönlichkeitsbildender Schwerpunktsetzung
      Aids- und Mediationspeers
      Stärkung des Selbstbewusstseins der Mädchen durch Selbstverteidigungskurs, Peers, „Power Girls“
      Teamsitzungen der Klassenlehrer/innen mit den Schüler/inne/n
      Standardisierte Evaluation aller Lehrkräfte
      Gemeinsame Teilnahme an Hilfsprojekten und andere soziale Gemeinschaftsaktionen (mit Gewinn des Solidaritätspreises der Kirchenzeitung)
      Sozialpreisverleihung am Schulschluss
      Zertifizierung der Tagesbetreuung als „best practice Modell“ – 2008 als eine von drei oö. AHS, 2010 wieder zertifiziert
      Vorträge, Seminare und Ausbildungsangebote zur Thematik für Eltern, Lehrkräfte und Schüler/innen
      Abschließendes Gespräch mit den Maturant/inn/en

      Im Schuljahr 2010/11 werden folgende zusätzliche Maßnahmen umgesetzt:

      Externe Gratis-Schulpsychologin für alle Schüler/innen
      Wiedereinführung der Klassenvorstandsstunde
      Teilnahme am Programm „Plus“ des Instituts für Suchtprävention
      Teilnahme am Programm „Erwachsen werden“ der Lions

      Gerne laden wir alle Interessierten ein sich selbst ein Bild von unserer Schule zu machen und uns etwa am Tag der Offenen Tür zu besuchen. Schüler/innen und Lehrkräfte geben gerne Auskunft und freuen sich auf ehrliche Gespräche.

      Die Lehrkräfte des Stiftsgymnasiums Kremsmünster

  167. aufgefallen Says:

    „..Manchen Opfern sexueller Gewalt durch Priester, Ordensleute oder Jungscharführer reicht ein Gespräch mit Opferschutzanwältin Klasnic…“ so steht es in der heutigen online-Ausgabe der PRESSE. Wer hat hier alle in einen Topf geworden? Will hier jemand suggerieren, dass es im selben Ausmaß – wie bei Priestern und Ordensleuten – sexualisierte und andere Gewalt durch Jungscharführer gibt und gab? In diesem Forum ist jedenfalls noch nie etwas in diese Richtung geschrieben worden. Etliche von uns waren Jungscharführer. Mir scheint jedenfalls die Kath. Jungschar für den Themenbereich sensibel zu sein. Ein Positionspapier wurde 2004 vorgestellt:

    http://www.jungschar.at/index.php?id=531&L=2

    http://www.jungschar.at/index.php?id=528&L=3

    http://www.jungschar.at/fileadmin/img/praxis_ok/startseite/Folder_Bund_sexuelle_gewalt.pdf

  168. Termin 22.6. Says:

    Podiumsgespräch: Rotraud Perner zum Thema
    “Missbrauch: Kirche – Täter – Opfer”
    22.06.2010, 19.00
    Ort: Hauptbücherei am Gürtel, 1070 Wien, Urban-Loritz-Platz 2a

    Pro und contra: Aktuelle Sachbücher im Gespräch
    Rotraud A. Perner (Hg.): Missbrauch: Kirche – Täter – Opfer (LIT Verlag)

    Podiumsgespräch mit Rotraud Perner, Alfred Kirchmayr (Psychoanalytiker), Richard Picker (Psychotherapeut, Theologe), Moderation: Otto Friedrich
    (Die Furche)

    Das Aufdecken von sexuellen Misshandlungen in kirchlichen Einrichtungen in den letzten Jahren hat die Öffentlichkeit und die Kirchen verschreckt. Sind das Einzelfälle oder ist das dem System der Kirchen immanent? Sind diese sexuellen Misshandlungen von Schutzbefohlenen durch geeignete Maßnahmen verhinderbar?

    Perner lässt in ihrer Aufsatzsammlung unter anderem Persönlichkeiten wie den Schriftsteller Josef Haslinger (“Über Pädophilie”), “Kirche-In”-Herausgeber Rudolf Schermann (“Das Schweigen der Hirten”), Ex-Volksanwalt und Kirchenkritiker Herbert Kohlmaier (“Über die Heilung eines kranken Systems”) sowie viel andere ExpertInnen zu Wort kommen. Erstmals wird das Thema auf unterschiedlichste und vor allem auch persönliche Weise beleuchtet und vorirteilsfrei nach Lösungsansätzen gesucht.

  169. Life Radio Says:

    Life Radio Oberösterreich, 22.6., 07:25 Uhr

    “Unerfreuliche Post bekommt die Diözese Linz in diesen Tagen. Nach den Fällen von sexuellem Missbrauch im Stift Kremsmünster und Übergriffen im Stift Wilhering stehen jetzt Entschädigungszahlungen im Raum. Der Anwalt der Opfer verlangt in einem Schreiben an die Diözesen bis zu 130.000 Euro pro Person. Er wirft der katholischen Kirche Unterlassung vor. Sexueller Missbrauch sei billigend in Kauf genommen worden. Die Diözesen haben 10 Tage Zeit auf die Forderung zu antworten.”

    • Der Standard Says:

      Sexueller Missbrauch
      Forderungen von bis zu 130.000 Euro pro Person
      22. Juni 2010, 06:26
      Aufforderungsschreiben an Diözesen ergangen – Kirche wird Unterlassung zur Last gelegt

      Wien – Die Rechtsvertretung Betroffener von sexuellem Missbrauch in der Kirche hat nun Aufforderungsschreiben an die Diözesen verschickt. Darin werden für die 131 Kläger Entschädigungszahlungen in Höhe von bis zu 130.000 Euro pro Person verlangt. Den jeweiligen Diözesen sowie Erzdiözesen wird Unterlassung zur Last gelegt. Weiters wirft Rechtsanwalt Werner Schostal der Kirche vor, als Erfüllungsgehilfe bei den verschiedenen Fällen von Missbrauch mitgewirkt und Geistliche bewusst weiter eingesetzt zu haben.

      “Betroffene kirchlicher Gewalt”

      “Da der Diözese bekannt war, dass es in Ihrer Diözese zu sexuellen Übergriffen auf Schutzbefohlene gekommen ist, und sie nichts dagegen unternommen hat, setzte sie ein objektiv pflichtwidriges und daher schuldhaftes Verhalten”, heißt es in dem Aufforderungsschreiben. Schostal, der die Opfer – sie sind in der Plattform “Betroffene kirchlicher Gewalt” organisiert – vertritt, hat in einem ersten Schritt an sechs Diözesen ein Schreiben gerichtet, das jeweils einen exemplarischen Fall behandelt. Innerhalb von zehn Tagen muss eine Antwort erfolgen.

      Die sexuellen Übergriffe lassen das Verhalten der Diözesen “in einem noch strengeren Licht erscheinen”, ist der Anwalt der Meinung. Die Opfer hätten sich “voll und ganz der Institution Kirche” anvertraut. “Auch an Aufklärung war in dieser Zeit noch nicht zu denken, sodass das Opfer sich niemanden anvertrauen konnte und mit der Tatsache des sexuellen Übergriffes alleingelassen wurde.” Eine Verjährung in manchen Fällen will der Anwalt nicht anerkennen.

      Unterlassungsdelikt

      Neben dem Tatbestand des Missbrauchs erfülle die Kirche noch jenen eines Unterlassungsdelikts, ist Schostal der Ansicht. “Die Erzdiözese nahm es billigend in Kauf, dass sexuelle Übergriffe auf Schutzbefohlene geschehen, da sie keine erkennbaren Gegenmaßnahmen setzte bzw. sich nicht vergewisserte in weit in ihrer Diözese solche Vorfälle passieren”, so die Begründung. “Entsprechende vom Gesetz geforderte Handlungen, um solche Taten zu verhindern, wurden ohnedies nicht gesetzt.” Die Diözese hafte somit für Handlungen des unmittelbaren Schädigers als Erfüllungsgehilfe wie für eigenes Verschulden.

      Gegen “Besorgungsgehilfenhaftung”

      Weitere Schuld sieht der Rechtsanwalt insbesondere in jenen Fällen, in denen die Kirche den “unmittelbaren Schädiger” weiter in Bereichen einsetzte, “in denen sich seine gefährliche Neigung realisieren konnte” und spricht von Besorgungsgehilfenhaftung: “Wer sich wissentlich einer gefährlichen Person zur Besorgung seiner Angelegenheiten bedient, haftet für den Schaden, den sie in dieser Eigenschaft einem Dritten zufügt.”

      Schostal geht davon aus, dass sich die Summen der Entschädigungszahlungen in der Bandbreite von 15.000 Euro für leichte Gewalt und 130.000 Euro für schwere Gewalt bewegen müssen. Bis zur genauen Klärung der Ansprüche sind die Diözesen aufgefordert, “ohne weiteres Zuwarten” ein Akonto in der Höhe von 15.000 Euro zu erbringen. Zusätzlich verlangt die Plattform “Betroffene kirchlicher Gewalt” auch Therapiekosten erstattet, lediglich jeder fünfte Betroffene benötige dies allerdings, so ein Sprecher der Plattform.

      Ausdrücklicher Wunsch der Betroffenen ist es auch, dass die an die Diözesen übermittelten Daten nicht an die von Kardinal Christoph Schönborn eingesetzte Opferanwaltschaft unter Waltraud Klasnic weitergeleitet werden. (APA)

  170. Steyr-Gleink Says:

    Ehemaliges Caritas-Heim in Steyr-Gleink soll “Hotspot” kirchlicher Gewalt in Österreich gewesen sein:

    http://oesterreich.orf.at/ooe/stories/451353/

  171. orf.at Says:

    Magere Zeiten für die Diözese Linz

    Angesichts der vielen Kirchenaustritte stellt sich die Diözese Linz auf wirtschaftlich magere Zeiten ein. Man will sogar ein Sparpaket schnüren. Entschädigungszahlungen an Missbrauchsopfer könnten das Budget zudem massiv belasten.

    77.000 Euro Überschuss
    Zwar seien die Einnahmen der Diözese Linz im Jahr 2009 nur ganz wenig gewachsen, während die Ausgaben deutlich stärker gestiegen sind. Dennoch habe die oberösterreichische Kirche noch einen kleinen Überschuss von 77.000 Euro erzielt.

    Immer mehr Kirchenaustritte
    Im Vorjahr musste die Diözese über 9.300 Kirchenaustritte verkraften. Heuer, unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe, waren es weitere 5.000, sagte Finanzkammerdirektor Reinhold Prinz. Jetzt sei die Austrittswelle zwar schon am abflachen, wie es weitergehe, wisse aber niemand. Detaillierte Zahlen
    87,9 Millionen Euro an Einnahmen – und eben so viel an Ausgaben – weist der Rechenschaftsbericht der Diözesanfinanzkammer für 2009 aus. Der Gebarungsüberschuss beträgt 77.277 Euro. Die Kirchenbeiträge brachten rund 75,5 Millionen Euro herein.

    Knapp 7,7 Millionen Euro kamen vom Staat, 4,4 Millionen aus sonstigen Einnahmen wie Grundverläufen, Miet- und Pachterlösen oder Wertpapieren. Bei der Veranlagung richte man sich nach dem Ethikkodex der Bischofskonferenz, betonte Vieböck. So werde beispielsweise nicht in Ländern investiert, in denen es die Todesstrafe gebe. Auch in Hedgefonds habe die Diözese kein Geld gesteckt und bei BP “sind wir auch nicht dabei”.

    Bei den Ausgaben flossen 51,1 Millionen Euro wieder in die Pfarren zurück, rund 30 Millionen davon waren Personalkosten für Priester und Pastoralassistenten. Knapp 23,7 Millionen gingen an diözesane Ämter und Einrichtungen und 7,1 Millionen an Schulen, Bildungsanstalten und Heime.

    Alimente für Kinder von Priestern gebe es im Budget nicht, beteuerten Prinz und Vieböck, “das ist ihre Sache” hieß es in Richtung der betroffenen Geistlichen. Ehrenamtliche und freiwillige Mitarbeit
    Um die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben zu verkleinern, will die Diözese Linz künftig sparen und verstärkt auf ehrenamtliche und freiwillige Mitarbeit setzen.

    Nulllohnrunde möglich
    Angedeutet wird auch die Möglichkeit einer Nulllohnrunde für die Beschäftigten der Diözese. Derzeit seien Diskussionen im Gange, Beschlüsse sollen erst bei einer Versammlung der diözesanen Gremien im November fallen.

    http://ooe.orf.at/stories/451371

    • Wir zahlen nicht für Eure Krise! Says:

      Welche Mittel erhält das Stift Kremsmünster von der Diözese Linz: für die Pfarren, für die Dienste ihrer Priester, für das Gymnasium usw.?

      Das Stift sollte als einer der Verursacher der Misere die Diözese entlasten und seine finanziellen Ansprüche gegenüber der Diözese zurückschrauben. Warum sollen die Angestellten in der Kirche Null-Lohnrunden akzeptieren und sich mehr Menschen ehrenamtlich engagieren, um auszugleichen, was sie nicht verschuldet haben? Die Verursacher sollen die Kosten tragen! Ganz nach dem Motto: Wir zahlen nicht für Eure Krise!

    • kein Muh, kein Mäh zu Mariazell Says:

      Während Schönborn und die Bischöfe in den Medien mit verschiedensten Maßnahmen und Ankündigungen um jeden Cent kämpfen, der ihnen durch noch mehr Kirchenaustritte zu entgehen droht, rühren die Orden offenbar keinen Finger in der Öffentlichkeit. Schönborn sagt, dass die “Opfer-Stiftung” zu 50% aus diözesanen, zu 50% aus Ordensmitteln gespeist werden soll.

      Hat schon jemand eine Notiz zu dieser Stiftung oder zu den anderen Maßnahmen von Mariazell auf den Internet-Seiten der Männerorden, der Frauenorden, der Benediktiner, des Stiftes Kremsmünster gefunden? Dort könnte man den Eindruck gewinnen, das Thema Missbrauch sei passé, während es in den Medien diese Woche doch wieder hochkocht!

      Da muss man noch längst kein Sympathisant Schönborns sein, um ein solches Verhalten, ein solches Ignorieren der Orden als jämmerlich und beschämend zu bezeichnen! Ja, die einen sind eben hauptsächlich auf die Einnahmen der Kirchenmitglieder angewiesen, die anderen nicht! Da kann man getrost die anderen kämpfen lassen wie die Löwen, ohne dazu selbst ein Muh oder ein Mäh von sich geben zu müssen!

  172. NZZ Says:

    Kaum vorstellbar, dass die Staatsanwaltschaft eine Hausdurchsuchung im Stift Kremsmünster durchführt, denkt sich der Leser folgender Nachricht in der NZZ.

    24. Juni 2010, 15:29, NZZ Online
    Büros der katholischen Kirche in Belgien versiegelt

    (sda/afp) Nach Vorwürfen wegen Kindesmissbrauchs ist der Hauptsitz von Belgiens katholischer Kirche im flämischen Mechelen durchsucht worden. Dies bestätigte ein Sprecher der Brüsseler Staatsanwaltschaft am Donnerstag.

    «Die Staatsanwaltschaft ist über Beschuldigungen informiert worden, die den Missbrauch Minderjähriger durch eine gewisse Anzahl von Geistlichen anprangern», erklärte Meilleur. Daraufhin sei die Residenz der Erzdiözese Mechelen-Brüssel durchsucht worden, «um die Anschuldigungen zu erhärten oder sie nicht zu erhärten». Die Residenz ist der Hauptsitz der katholischen Kirche in Belgien. Dort residiert der höchstrangige katholisch Geistliche des Landes, Erzbischof André-Joseph Léonard.

    Weltweit wurde die katholische Kirche in den vergangenen Monaten von einer Welle von Enthüllungen über Missbrauchsfälle in verschiedenen Ländern erschüttert, auch in Belgien. Ende April erreichte der Skandal einen Höhepunkt, als der Bischof von Brügge, Roger Vangheluwe, zurücktrat.

    Vangheluwe war der erste Bischof, der seinen Rücktritt offiziell mit selbst begangenem Kindesmissbrauch begründete. Erzbischof Léonard, der seit Anfang des Jahres im Amt ist, versprach daraufhin eine «Null-Toleranz»-Politik gegenüber Kindesmissbrauch.

  173. klare Linie Says:

    „Wir brauchen ein Berufsverbot für Täter, anders geht es nicht.” Priester, denen sexuelle Übergriffe auf Minderjährige nachgewiesen worden seien, sollten in den Laienstand zurückversetzt werden. „Da muss eine klare Linie her.” Diese Forderung erhob Helmut Schüller, Ex-Generalvikar der Erzdiözese Wien und Gründer der Ombudsstelle für Opfer sexuellen Missbrauchs in der Bundeshauptstadt am Dienstag im Gespräch mit der „Presse”…”

    Sind Sie der Meinung, dass die suspendierten Patres

    Pater Alfons M.
    Pater Benedikt P.
    Pater Petrus S.

    – sollte ihnen sexueller Missbrauch nachgewiesen werden – in den Laienstand versetzt werden sollen?

    Ihre Meinung senden Sie an
    Abt Ambros Ebhart
    Stift Kremsmünster, A-4550 Kremsmünster

  174. Unschuldsvermutung Says:

    Abtprimas Notker Wolf, oberster Benediktiner:

    WELT ONLINE: In letzter Zeit war es für viele Mönche nicht immer angenehm, an ihrem Habit auf der Straße erkannt zu werden. Wie deuten Sie die Krise der Kirche?

    Wolf: Sexueller Missbrauch in verschiedenen Ländern ist hier das eine. Da liegt das meiste schon lange zurück, und ich hoffe, dass das bald vorbei ist. Hier hat die Kirche zweifelsohne gelernt. Das wird in Zukunft viel besser sein. Das andere ist die fast vollständige Eroberung der Öffentlichkeit durch die Medien, wo übliche Regeln plötzlich nicht mehr gelten, wie etwa die Unschuldsvermutung oder die Unterscheidung der Schwere von Vergehen. Das ist schlimm.

  175. Verschärfte Gangart gegen Benediktinerkloster Says:

    Opfer des Benediktinerklosters Ettal verschärfen Gangart, nachdem der Eindruck entstanden ist, das das Kloster die Causa aussitzen will:

    http://www.presseportal.de/pm/79617/1636581/rechtsanwaelte_dr_lang_kollegen

    http://www.ettaler-missbrauchsopfer.de/

  176. Ees braucht mehr als nur neue Brandschutzordnung Says:

    Hans-Peter Hurka von der Plattform „Wir sind Kirche“ hat gestern die von den römisch-katholischen Bischöfen beschlossenen Maßnahmen zum Umgang mit Missbrauch als wichtigen Schritt in die richtige Richtung bezeichnet. Dieser Schritt stelle aber nur eine „Brandschutzordnung“ dar. „Sie wird dann angewendet, wenn’s schon brennt“, sagte der Plattform-Vorsitzende. Vorbeugung werde nicht ohne Strukturveränderungen in der Kirche möglich sein.

    „Wir sind Kirche“ präsentierte eine Initiative für eine neue Kirchenverfassung, die mit den anderen Reformbewegungen „Priester ohne Amt“, „Pfarrer-Initiative“ und „Laieninitiative“ entwickelt wurde. Die Reformer hoffen, dass zunächst Pfarren Verfassungen beschließen und sich die Idee von unten durchsetzt.

    Zu den Grundsätzen einer Kirchenverfassung müssten demnach die allgemeinen Menschenrechte gehören – zum Beispiel die Gleichberechtigung (Stichwort Frauenweihe) und das Recht auf Ehe (Ende des Pflichtzölibats).

    Andere Eckpunkte sollten zum Beispiel Gewaltenteilung und faire Verfahren sein. Martha Heizer, die Vize-Vorsitzende von „Wir sind Kirche“, sagte in diesem Zusammenhang, dass Priester, die sich an Kindern vergangen hätten, nur neue Aufgabengebiete bekommen hätten. Dem Theologen Gotthold Hasenhüttl sei dagegen die Ausübung des Priesteramts verboten worden, nur weil er mit evangelischen Christen Eucharistie gefeiert und ihnen die Kommunion ausgeteilt habe. (nie)

    Oberösterreichische Nachrichten von heute

  177. LH - MJ ´95 Says:

    Spannend, was da auf der HP der Schule zu lesen ist:

    http://www.stift-kremsmuenster.at/index.php?id=273&tx_ttnews%5Btt_news%5D=803&cHash=213c6e22c79211775c4f7761afe67124

    Besonders nachdenklich gestimmt hat mich die Überschrift: “Lehrerinnen und Lehrer am Stiftsgymnasium Kremsmünster setzen seit vielen Jahren Initiativen”

    Meine Damen und Herren, dies ist auf der ersten Blick eine Farce, bei genauerer Betrachtung jedoch eine unfassbare, offenbar durch die Direktion legitimierte Verhöhnung der Opfer; auch ein Pilatus´sches Hände in Unschuld waschen ist erkennbar.

    So einfach kommt Ihr nicht davon.

    Bleiben wir bitte bei den Fakten:
    Jahrzehntelang wurde unter Mitwisserschaft (hier gibt es natürlich Abstufungen) zahlreicher Lehrer und Patres (schwerer) Missbrauch in jeder nur erdenklichen Hinsicht an Kindern und Jugendlichen betrieben.

    Anzuführen, man grenze sich unmißverständlich gegen Mobbing und Gewalt ab, entlockt mir bestenfalls ein verständnisloses Kopfschütteln, denn dies dürfte dann wohl eine ganz neue Einstellung des Hauses sein; seit 1990 etwa ist diese Position definitiv NICHT existent.

    Herrschaften, zu allererst habt Ihr Euere Schuld einzugestehen und um Verzeihung zu bitten. DANN erst kann ein neuer Weg beschritten werden.

    Das geschlossene und grausame System des Zusammenspiels, aus dem es kein Entrinnen gab, von Schule und Konvikt, welches die unfassbaren Missbrauchsfälle ermöglicht und gefördert hat, ist nun aufgedeckt und offengelegt.

    Beginnt endlich selbst diesen Morast trocken zu legen!
    Als erster Schritt wären Eingestädnisse und aufrichtige Entschuldigungen angebracht, dann die Suche des Gesprächs der Verantwortlichen mit den Opfern und letztlich ernsthafte Vorschläge zur Wiedergutmachung. Und bitte macht nicht den Fehler zu denken, offizielle kirchliche Entschädigungszahlungen würden das “System Kremsmünster” “freikaufen”.

    Fangt endlich damit an, denn aussitzen könnt Ihr dies nicht.

    • querverweis Says:

      auch 1980/90 hätte sich eine beeindruckende liste erstellen lassen können, die schlagwörter waren ja vorhanden:

      – mitbestimmung eines schülervertreters in der präfektenkonferenz
      – partnerschaftlicher umgang als leitbild für konvikt und schule
      – christliche erziehung – ja, auch das war damals schon ein ziel …
      – “das konvikt möchte die schüler zu selbstbewußten menschen erziehen”
      – etc

      ich finde den artikel etwas holprig formuliert – p. alfons hatte da viel mehr übung und war stilsicherer. da er in der messe nicht mehr gebraucht wird, könnte er ja der schule als gostwriter helfen!

      solche auflistungen sind einfach nur peinlich, wenn das personal dahinter nicht einmal den mut hat, sich für das zu entschuldigen, was sie jahrelang gedeckt haben, nur um nicht anzuecken und den “posten” nicht zu gefährden.

      vielleicht steht es ja um die zahl der neuanmeldungen nicht zum besten, sonst wäre eine solche pr-show wohl nicht notwendig.

    • der lehrer mein bester freund Says:

      im nachhinein wird mir immer klarer, wie es einzelne lehrkräfte angestellt haben, die ganze klasse in schach zu halten. ein grundmuster scheint mir das DIVIDE ET IMPERA zu sein. man nehme einen, vielleicht ein paar wenige schüler, und mache einen volltrottel aus ihnen, man führe sie vor, man mache sie auf vor der klasse, man mache die anderen zu passiven zuschauern, man zeige auf, wie schwach und lächerlich diese versager sind. man flöße den anderen angst ein und baue eine drohkulisse auf: wenn du nicht spurst, kann ich dich genauso vorführen! dann bist du dran!

      von dieser spezies lehrer sind mir noch einige in erinnerung, die heute noch unterrichten. wahrscheinlich sind sie mittlerweile als oberstudienräte ausgezeichnet.

      wer bitte soll den schmarrn von der partnerschaft glauben? heute sind die zeiten für die jugend noch schwieriger als vor 20-30 jahren (mangelnde perspektiven, nicht-gebraucht-werden, verstärkter gesellschaftlicher leistungsdruck…). da es in der schule stoff-durchdrücken heißt und lehrer/innen immer wieder betonen, dass sie keine mediator/innen, keine erzieher/innen… sind (dafür besonders das elternhaus zuständig gemacht wird, was aufgrund von mehrfachbelastung durch job und familienarbeit nicht funktioniert), wie soll man da glauben, dass gerade in kremsmünster der nötige freiraum jenseits von frontalunterricht und stoff gegeben sein soll, den es für einen partnerschaftlichen umgang braucht – stichworte miteinander reden, konflikte ansprechen,…? außerdem habe ich noch nicht viel von institutionellen vorkehrungen gehört (die einrichtung einer EXTERNEN psychologin im nächsten Schuljahr ist ein erster schritt). was aber hat zu geschehen, wenn über sie problem-lehrer aufgedeckt werden?

      wie soll man darüber hinaus annehmen dürfen, dass die über jahre erfolgreich eingeübten muster, die schüler in schach zu halten, aufgegeben worden sind? was bitte soll jemanden zu dieser annnahme führen? nicht zu vergessen der gewonnene eindruck, dass bei dieser methode des “divide et impera”, des “obidodln” (auf guat obaöstarreichisch), immer auch ein stück lustgewinn bei manchen lehrkräften dabei war?

      für wie deppat hoit´s ihr uns?

      sowenig zeit für “ehrliche gespräche” mit den ex-schülern ist (was soll man bei einem rundgang im rahmen einer “offenen tür” schon tiefgründig sprechen können? außerdem ist dafür das format ungeeignet), sowenig zeit wird wahrscheinlich in der schule sein für ECHTE BETEILIGUNG der Schüler/innen!

      O.K. macht endlich ernst mit eurem angebot “ehrlicher gespräche” und eines partnerschaftlichen umgangs mit den schulpartnern (zu denen angeblich auch die ex-schüler zählen) anstelle von punktationen wie auf eurer website, anstelle von klags-androhungen, anstelle von “durchwinken” und small talk bei rundgängen durch eure gemäuer bei gelegentlichen “offenen türen”!

      eines könntet ihr aus dem desaster doch wenigstens lernen: die pappn nicht so weit aufzureissen, selbstkritischer zu sein, keine pr-shows mehr wie früher abzuziehen, euch nicht mehr als die supersten macher von allen schulen im ganzen land hinzustellen.
      für mich ist eh ganz klar, warum das so schwierig ist: einerseits wegen des “großen erbes”, andererseits wegen des selbstbildnisses des lehrers, der sich als der große allwissende befüller der ganz kleinen und noch unwichtigen leeren gefäße versteht. dazu kommt noch am land das problem, dass es sowenige akademiker/innen gibt, weshalb man sich selbst als besonders wichtig und kompetent nimmt. und letztlich muss man ja auch noch rechtfertigen, warum man gegenüber anderen lehrern und gegenüber dem rest der bevölkerung so gut verdient.

  178. peior Says:

    kremsmonster / erfahrungen / 1982

    egal welcher gestank über den verschlammten wassergraben weht, auch wenn s dich vom weg von der schule ins konvikt schon reckt, du in die schlammige brühe kotzen könntest, anwesenheitspflicht, keine alternative, hunger, zwingen einen in den speisesaal. gegessen wird in zwei so genannten schüben, oberstufe zuerst, unterstufe anschließend. es herrscht sitzordnung, dreizehn tische, pro tisch, acht personen, jeder tisch hat anfang ende, jede woche stellt ein anderer tisch tischdiener, das heisst, im einen schub essen im anderen dienern und umgekehrt.
    über anfang und ende eines tisches entscheiden die stärkeren. weil der herr direktor, umgeben von seinen schätzchen und hilfswilligen funktionszöglingen am anfang seines tisches frisst, wird dort aufgetragen. die sitzordnung im speisesaal verdeutlicht soziale schichtungen im konvikt. als sohn eines industriellen, diplomaten, aristokraten, arzt, großbauern, hast du gute chancen dort zu sitzen, wo das essen hinkommt, am tischanfang. auch bist du eher kein kandidat für die sexuellen, physischen, psychischen misshandlungen, die bei den benediktinern zu kremsmonster wie selbstverständlich auf der tages und nachtordnung stehen, wofür sie aber sehr genau den zögling selbst und sein soziales umfeld prüfen, ehe sie zur tat schreiten. ausnahmen bestätigen die regel. je weiter du richtung ende des tisches zu sitzen kommst, desto größer deine chancen, hungrig vom tisch aufzustehen, dafür aber opfer von machtmissbrauch, misshandlungen, körper verletzung zu werden.
    heute ist das stift stolz auf seine lebendigen traditionen. klerikalfaschismus hat in kremsmonster eine lange tradition, dem konvent ist es gelungen, diese bis heute lebendig zu halten. gegessen wird aus soliden porzellantellern mit grünem rand. die unterseite der teller ziert ein hakenkreuz, mit der aufschrift, “modell des amtes, schönheit der arbeit”. ich habe keine ahnung, was das bedeuten soll, mein unterricht in geschichte im stiftsgymnasium kremsmünster hat mit dem jahr 1918 geendet. dass sich einige schüler hier mit heil hitler! begrüßen wird von den benediktinern milde belächelt.
    der direktor scheint heute mittag völlig ohne öffentliche misshandlungen und körperverletzungen auszukommen, er hat nur zwei schüler der zweiten klasse für alle schüler der dritten und vierten klassen vogelfrei erklärt, die maßnahme ist mit großer begeisterung, klatschen, pfeifen, johlen, sich auf die schenkel trommeln, aufgenommen worden, was gibt’s geileres, als auf kleinere einzudreschen, den eigenen frust in die fresse eines anderen hineinzuhämmern, zu fünft einen zu foltern, unter den wässrig glitzernden augen von pater alfons mandorfer, dem kleinen einen alten socken in die goschn stopfen, während die anderen ihn an händen und füssen fixiert haben, da drückts dem vogelfrein das augenwasser raus, er würgt, recken tuts ihn, wenn ihm die kiefer auseinander gezwungen werden, rein mit dem stinksocken, sein von zehn händen niedergehaltener körper möchte sich aufbäumen und der herr direktor kriegt einen steifen, der aus mitwissern bestehende krisenstab hat die frage, wie dieser mann 26 jahre konviktsdirektor hat sein können, nicht beantwortet. ich wünsche, dem aus mitwissern bestehenden krisenstab weiterhin gute zusammenarbeit mit dem psychologischen fachpersonal, beim vertuschen der verbrechen der vergangenheit.
    herr! segne uns und diese deine gaben , die wir von deiner güte empfangen werden, durch christus unsern herrn, wir sind hier eine hochaggressive, nein, ich möchte nicht sagen gemeinschaft, es gibt hier viele junge männer, die von einigen älteren männern in ordenskleid ein zusammenleben nach christlichen grundlagen eingelernt bekommen, die da lauten: psychophysische gewaltanwendung in allen lebenslagen aber immer mit machtgefälle nach unten, wir gehen hier ausschließlich auf schwächere los, so sicher , wie von gott befohlen. wer seinen sohn liebt, der schlägt ihn, das leben ist hart, nur die harten kommen durch, und von denen auch nur zehn prozent, danke, herr pater nikolaus zacherl für diesen sozialdarwinistischen scheissdreck, den du mir als christentum verkauft hast. der stets gewaltbereite mann hatte bis vor kurzem die funktion eines geistlichen begleiters im stift kremsmünster inne, dann ist sein konterfei plötzlich mit einem schwarzen balken über den augen in der zeitung aufgetaucht.
    vielleicht hat ihm vor der suppe noch schnell ein knäblein einen geblasen oder warum grinst die fratze des direktors heute mittag gar so süffisant, die roten bäckchen leuchten förmlich wo vor?
    dreck fraß hinuntergewürgt, essen zu ende, herr mandorfer läutet sein glöcklein, der saal verstummt langsam murmelnd, dann das kommando: auf! alle erheben sich zum gebet, aber für die feinen öhrchen des musikus eine nuance zu laut. das kommando lautet: nieder! alle setzen sich wieder, der saal verstummt. auf! alle erheben sich zum gebet, für den zu manierismen neigenden geschmack des direktors immer noch zu laut. nieder! auf! nieder! pharisäer! auf! nieder! endlich ist der perverse benediktiner zufrieden, seine macht über alle hat er noch so gerne spüren mögen müssen, dass hat ihn so aufgeregt, jetzt hebt er an, das dankgebet zu faseln, der du lebst und herrschest, in alle ewigkeit.

    wir müssen uns stift kremsmünster als gewalttätigen ort denken.

  179. so schaut`s aus Says:

    Sexueller Missbrauch sei kein Lotto-Sechser, dies betonte der Vorsitzende der Österr. Bischofskonferenz Kard. C. Sch. heute mittag. “Damit dieser Unterschied klar ist, werden nur kleine Summen an die Opfer ausbezahlt. Niemand soll sich im nachhinein freuen können, von einem Priester einen geb… bekommen zu haben.”

    ACHTUNG: Obiger Text ist natürlich ein fake und NICHT ECHT.
    Aber ganz im ernst, so liest sich die Botschaft zum Tage heute (gleich hier unten). Eine Frechheit sondergleichen! Mit dem noch kürzlich von Schönborn in den Mund genonommenen Verursacherprinzip hat dies rein gar nichts zu tun!

    http://www.orf.at

    Erstmals Summen genannt
    Mehr als 200 Betroffene haben sich bisher gemeldet.
    Die von Kardinal Christoph Schönborn eingesetzte Opferanwaltschaft zu den Missbrauchsfällen in der Kirche hat am Freitag ihr Modell für Entschädigungszahlungen vorgestellt.

    Dabei soll es Abgeltungen von 5.000 Euro bei leichten Fällen bis zu 25.000 bei schweren geben, hieß es nach einer Sitzung der Kommission unter dem Vorsitz von Waltraud Klasnic. Die Opferanwaltschaft geht davon aus, dass die Kirche die Summen aus ihrer dafür angekündigten Stiftung begleichen werde.

    An Judikatur orientiert
    Bei den Summen orientiere man sich an der Judikatur der vergangenen Jahre, wobei die Kommission beschlossen hat, dass die freiwillige Entschädigungsleistung der katholischen Kirche über den durchschnittlichen staatlichen Sätzen liegen soll.

    5.000 Euro sind für leichte Fälle “ohne überschießende Gewaltanwendung” vorgesehen, 15.000 Euro für mehrfache Übergriffe über einen längeren Zeitraum hinweg oder eine “geringe Zahl an schwerwiegenden Übergriffen unter Gewalteinwirkung”.

    Mehr als 25.000 in “Einzelfällen”
    Opfern von “über mehrere Jahre hinweg fortgesetztem Missbrauch mit Verletzungsfolgen und/oder fortdauernden seelischen Schmerzen” stehen laut Klasnic-Kommission 25.000 Euro zu. In “besonders extremen Einzelfällen” will man aber auch diese Grenze überschreiten. Klasnic betonte, dass die Summen zusätzlich zu den Therapiekosten erstattet werden sollen.

    Opferanwälte fordern viel mehr
    Die Rechtsvertreter der Plattform Betroffene Kirchlicher Gewalt hatte vor einigen Tagen 130.000 Euro für jedes Missbrauchsopfer gefordert – mehr dazu in oesterreich.ORF.at.

    Die Plattform lehnte die von der Opferschutzanwaltschaft vorgeschlagenen Entschädigungssummen “postwendend ab” und sieht stattdessen eine “neuerliche Beleidigung der Betroffenen”. Die angebotenen Summen seien keinesfalls großzügiger als in der gerichtlichen Praxis.

    Lob von “Wir sind Kirche”
    “Gerade eine Institution wie die römisch-katholische Kirche, die über ein Milliardenvermögen verfügt, ist nicht einmal bereit, in der Höhe der – ohnehin geringen – gerichtlichen Praxis zu entschädigen”, so ein Sprecher der Plattform. Abermals stellte die Plattform die Unabhängigkeit der Opferschutzanwaltschaft infrage.

    Wesentlich zufriedener mit dem Agieren der Klasnic-Kommission zeigte sich Hans Peter Hurka von der kritischen Plattform “Wir sind Kirche”. “Ich finde, sie arbeiten sehr seriös und qualitätvoll”, sagte dieser. “Sie setzen sich für die Anliegen der Opfer ein.”

    Zahlungen ab Herbst
    Die Opferschutzanwaltschaft geht von ersten freiwilligen Zahlungen an Missbrauchsopfer im Herbst aus. Dann sollte auch die von Schönborn angekündigte Stiftung Opferschutz eingerichtet sein, so Kommissionsmitglied Brigitte Bierlein am Freitag. Sie betonte auch, dass eine Inanspruchnahme der Leistungen der Anwaltschaft keine Verzichtsklausel für weitere gerichtliche Schritte beinhalte.

    Bereits “etwas mehr als 200″ Betroffene würden derzeit von der Opferschutzanwaltschaft betreut, berichtete die Vorsitzende Klasnic. Das Entschädigungsmodell habe sich erst bei der Sitzung am Freitag herauskristallisiert, bei der auch einer der Rechtsvertreter der Opfer anwesend gewesen sei. Werner Schostal, der die Plattform Betroffene Kirchlicher Gewalt vertritt, sei der Gesprächseinladung der Kommission bis jetzt nicht gefolgt.

    Zusätzliche rechtliche Schritte möglich
    Wer nun Geld von der Kirche für erlittenes Leid annimmt, muss allerdings nicht auf weitere rechtliche Schritte verzichten. “Es gibt keine Verzichtsklausel”, so Bierlein. Allerdings müsse der bereits erhaltene Betrag von einer gerichtlichen Entschädigung wieder abgezogen werden, ergänzte Kommissionsmitglied Udo Jesionek.

    Klasnic betonte, dass ihr vierstufiges Modell für die Entschädigungen der Missbrauchsopfer noch kein Thema bei ihrem Besuch der Bischöfe in Mariazell diese Woche gewesen sei. Sie vertraue darauf, dass die Kirche auch zahlen werde: “Wir wissen das, dass es auch so sein wird.”

    “Geste statt Wiedergutmachung”
    Kommissionsmitglied Kurt Scholz betonte, dass es sich bei den nun vorgeschlagenen Summen nicht um eine “Wiedergutmachung” handle, da entstandenes Leid nicht wiedergutzumachen sei. Die Leistungen seien lediglich eine “Geste” an die Opfer.

    Jesionek übte erneut Kritik an der Regierung, dass diese nicht zumindest eine Koordinationsstelle für Missbrauchsfälle – auch im weltlichen Bereich – einrichte. “Sich total aus der Verantwortung zu schleichen wäre nicht sehr fair.” Dem stimmte Scholz zu: “Ich halte diesen Totstellreflex für unklug, weil eine solche staatliche Stelle prophylaktisch wirken könnte.”

  180. Martin_Epple_MJ87 Says:

    Liebe Kollegen,

    nachdem ich nun schon lange nichts mehr geschrieben habe, möchte ich mich doch wieder mal melden und Euch berichten, wie sich die Dinge in der Zwischenzeit aus meiner persönlichen Perspektive entwickelten.

    Ich war, wie gesagt, am Anfang über die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs durch bestimmte Erzieher an Schülern in den 80er Jahren, sagen wir mal, konsterniert bis ungläubig. Man möge mir meine Skepsis verzeihen, ich stehe aber dazu. Meine Schulzeit in Kremsmünster war eigentlich eine gute, ich war gerne dort gewesen. Ich war und bin für die gute Allgemeinbildung dankbar und habe sowohl Lehrer, Erzieher wie auch die meisten Mitschüler in guter Erinnerung.

    Als die Vorwürfe unüberhörbar durch die Presse hallten, fühlte ich mich daher durchaus sehr unangenehm berührt davon und hätte es eben gerne gesehen, wenn durch ein professionelles, ausgebildetes und erfahrenes Krisenteam die Sache sofort in die Hand genommen wäre. Das habe ich anfangs März auch offen und öffentlich ausgesprochen.

    Nun, dies mag auch teilweise passiert sein, für meine Wahrnehmung ist jedoch keine erkennbare Systematik in der Aufarbeitung zutage getreten. Man sollte sich an dieser Stelle schon fragen, was denn die möglicherweise sogar mit Nachdruck betriebene Aufarbeitung im Hintergrund bringt, wenn weder Vorgehensweise, noch Status oder Resultate an die „Schulpartner“ kommuniziert werden.

    Also habe ich mich kurzerhand entschlossen, selbst zu versuchen, ein wenig Klarheit für mich zu schaffen und habe einige vom sexuellen Missbrauch direkt Betroffene kontaktiert.

    Um es kurz zu machen, ich war und bin zutiefst erschüttert über das, was mir berichtet wurde. Zunächst einmal musste ich feststellen, dass ich ausnahmslos *ALLE* diejenigen Betroffenen, mit denen eine Kommunikation zustande kam, aus meiner Schulzeit gut kannte. Das gibt dem Ganzen einen *SEHR* persönlichen Bezug. Weiters waren die Schilderungen präzise und teilweise strukturell so ähnlich, dass keinerlei Zweifel übrigblieben. Auch passten sie wie fehlende Puzzlestücke in die damaligen Gegebenheit hinein. Obwohl ich es nun als Fakt ansehen muss, dass die Dinge sich so zugetragen haben, tue ich mich als ehemaliger Schüler sehr schwer damit, dies im geistigen Bild meiner Schulzeit irgendwie einzuordnen.

    Wohin und wie denn bitte soll man es für sich „ablegen“, dass, während man selbst sich gerade mit Kollegen „illegal“ aber in vermeintlich unbeschwerter Fröhlichkeit im Wirtshaus befand, einer dieser Kollegen nur eine Stunde später die wöchentliche sexuelle Nötigung durch einen Erzieher erfuhr? Wie geht man denn damit, auch in der Retrospektive, um? Jaja, ich war nicht direkt betroffen von den Übergriffen, aber das heisst doch keineswegs, dass ich mir dazu keine Gedanken machen soll. Also, soll man Enttäuschung, Wut oder einfach nur Traurigkeit empfinden? Was kann, was *MUSS* heute von den Mitschülern der Betroffenen dazu gesagt und getan werden?

    • Klassenkollege Says:

      Danke für diesen exakt auf den punkt gebrachten eintrag!! Mir geht es ganz genauso! Was die völlig deplazierten, vor persönlicher gehässigkeit und neid triefenden postings zu deinen kommentaren und zu dir selbst hier im blog angeht: ich versichere dir, die schweigende mehrheit der mitleser hier schätzen nicht nur deine kommentare, sonder auch dich als person. keep on posting

    • Altkremsmuensterer Says:

      Dem schliesse ich mich an. Die Postings ueber deine Person, deinen Gebraucht-Ferrariauftritt beim Maturatreffen und deine angeblichen Exzesse und Angebereien sind voellig deplaziert. Ich habe dich als sehr ambitionierten Menschen in Erinnerung. Aber eines wuerde ich trotzdem gerne wissen. Beim Maturatreffen hast du erzaehlt du seist Bueroleiter von a.d.little gewesen. Das klang beeindruckend, aber dein heutiges online profile erwaehnt das gar nicht. Mich wuerde interessieren, wo und wann genau das war. Bitte nicht boese sein, ich will es einfach nur wissen.

      • Martin_Epple_MJ87 Says:

        Servus Altkremsmuensterer,
        Deine Frage ist zwar off-topic, will sie Dir aber trotzdem kurz beantworten: ist korrekt, ich war im Jahr 2000 bei der erwähnten Firma tätig, verantwortlich für den Bereich „Financial Services“ in Zürich und München mit entsprechender Personal- und Standortverantwortung. Allerdings blieb ich nur einige Monate dabei, die Firma verärgerte mich damals nicht nur als Mitarbeiter relativ schnell, sondern insbesondere auch als Aktionär (ich hatte mich ja eingekauft, wie die meisten anderen leitenden Angestellten auch). Da ich nicht auch noch Werbung für die machen möchte, hab ich sie kurzerhand bewusst aus allen öffentlichen Profilen und Bio’s verbannt. Man möge mir dies nachsehen, insbesondere falls Du heute dort arbeiten solltest.
        Für weitergehende Fragen, Tipps, Kontakte etc. kannst Du (und natürlich auch sonst jeder, dem ich allenfalls weiterhelfen kann) mich gern persönlich und direkt kontaktieren. LG, Martin

        • Re: A.D.Little Says:

          Danke für die Klarstellung. Das deckt sich zumindest zeitlich mit den Aussagen des heutigen Managements von A.D.Little. Die Bewertung deiner Zeit dort hängt natürlich immer vom Standpunkt aus und wird i.a. unterschiedlich ausfallen (die meisten Leute die kenne teilen übrigens deine Bewertung dieses Unternehmens). Trotzdem, nur ein kleiner Tipp: Das Weglassen von Abschnitten im Lebenslauf, aus welchen Gründen auch immer, würde ich niemandem empfehlen, auch dann nicht wenn die Erfahrung nicht so gut war. Das kann ungut werden und einen schlechen Eindruck hinterlassen, wenn es bekannt wird – vor allem dann, wenn die Bewertung deiner Zeit dort sich nicht mit der Bewertung des Managements des betreffenden Unternehmens deckt (ich kenne jemand der dort arbeitet, kann es aber selber auf gar keinen Fall beurteilen, daher enthalte ich mich jeglicher Wertung). In so einem Fall ist es immer besser, einfach rein sachlich aufzulisten, was geleistet wurde..viel besser.

          • langsam reicht es Says:

            mit dem ewigen sticheleien! den beiträgen vom m.e. kann man nur zu 100% zustimmen.

            • Re: A.D.Little Says:

              Keine Stichelei!! Wollte nur eine Klarstellung, da eben doch einiges über ihn gepostet wurde und dabei eben auch einige Fragen auftauchten. Diese Klarstellung hat er gemacht, das Thema ist also erledigt.

              Aber zurück zum Thema dieses Blogs: Im übrigen stimme ich VÖLLIG mit M.E. überein, was Kremsmünster betrifft [und auch was adlittle betrifft, aber das gehört ja eigentlich gar nicht hierher], und ich finde, es sollten sich viel mehr ehemalige Schüler trauen, offen zu sagen, was sie denken, so wie es M.E. eben getan hat.

              Was dort in den 80ern und offenbar auch vor- und nachher abgelaufen ist, kann man aus heutiger Sicher ja gar nicht wirklich fassen bzw begreifen. Ich zumindest habe echte Mühe zu glauben, dass dies alles wirklich stattgefunden haben soll. Ich war ja selber dort, aber abgesehen von Gerüchten habe ich nie wirklich etwas miterlebt.

    • noch einer aus den 80ern Says:

      Genau, weitere dämliche persönliche Kommentare zum Martin hin oder her: ER HAT SOWAS VON RECHT! Ist doch einfach eine unglaubliche Sauerei, die hier nachträglich rauskommt. Mich wundert’s nur, wieso nicht mehr Leute im Blog richtig abkotzen. Ich hab jedenfalls eine Stinkwut und würde eigentlich gern manchen der Herren da im Stift richtig was husten. ICH fühle mich ZIEMLICH persönlich verarscht, auch wenn das ganze Jahrzehnte her ist und es der Fig bei mir mit ein wenig fummeln und tätscheln am roten Sofa bewenden liess. Jaaaa, zu gütig, danke sehr, war wohl nicht so ganz sein Typ!! Aber hey, was soll’s, er hatte ja die Auswahl. Wenn ich mir konkret vorzustellen versuche, was da manch Mitschüler über sich ergehen lassen musste….. da mach ich nur noch die Faust im Sack.
      Das soll ich also jetzt einfach mal so akzeptieren, ja? Ich glaub eigentlich nicht, das ich das tun werde und, liebe Verantwortliche in Kremsmünster, ich werde das meinige schon noch beitragen, damit das Konsequenzen für Euch hat, versprochen.

    • Martin Epple heute Says:

      https://www.xing.com/profile/Martin_Epple2

      Kremsmünster erwähnt er auch gar nicht in seinen public Bio’s, obwohl man nüchtern betrachtet wohl sagen kann, eine Nennung würde der Schule eigentlich recht gut zu Gesicht stehen…

      • Überrascht Says:

        bist Du sicher, das ist der richtige!?!

        • ....yep ! Says:

          …kein Zweifel, des isser. Recht ordentlich für einen, der angeblich nie zu “den Besten” in Kr gehörte

          • Klassenkollege Says:

            und tatsache ist, er hat schon damals mit auszeichnung in kr maturiert

            • naja Says:

              konnte man damals echt in Computerspielen und Schlapfen-Weitwurf maturieren?

            • Kein Klassenkollege Says:

              Schaut Euch doch einfach mal seinen Lebenslauf an, und macht Euch selber ein Bild !!!!!!! Wer das nicht krank findet, ist es selber.

              Oder ruft doch einfach mal bei A.D.Little an and fragt nach, was sich dort wirklich abgespielt hat. Passt perfekt zum Bild.

              Ehrlichkeit währt eben doch am längsten…

        • Re: Überrascht Says:

          Ich glaube schon dass das der Richtige ist, obwohl…

          – Er Kremsmünster nicht in seiner Xing Bio erwähnt.

          – Auch A.D.Little nicht in seiner Bio aufscheint, obwohl er dort ja nach eigener Aussage in der Führungsriege tätig war, sich aber (wiederum in seiner eigenen Darstellung) derart über dieses Unternehmen geärgert haben muss, dass er es kurzerhand und igenhändig einfach aus der Bio entfernt hat, da er ja “nicht auch noch Werbung für die” machen wollte.

          – Er bezeichnet sich übrigens zur Zeit als interim COO einer Firma namens Nanosky. Auf deren Webseite scheint aber jemand ganz anderer in dieser Funktion auf.

          – Von 2005 anwärts weist er sich als Chief Executive Officer, Managing Director oder Managing Partner von gleich vier (!) Unternehmen gleichzeitig (!) aus – eine beachtliche Leistung.

          Hmmm….

      • Chapeau Says:

        Zeigts ein paar mehr von der Sorte und die Schule würde von Anmeldungen überschwemmt. Soso, der war also angeblich ein ach so schwieriger und aufmüpfiger Schüler. Schon gut….

      • Ein Medizinmann Says:

        Bravo, ist doch herausragend! Wo viel Licht ist, ist immer auch Schatten und die diversen Kommentare unter der Gürtellinie bei jedem seiner Beiträge in diesem Blog überraschen mich folglich nicht. Viele hier wissen aus eigener Erfahrung genau, was aus der reinen Existenz von soviel Polemik und Neid zu folgern ist und wie hart das erarbeitet wurde.

      • Interessant Says:

        Frage: wie fördert der geschäftstüchtige Jungmanager (welcher besagter Kollege hier in jedem Fall ist) heutzutage die Verleihung seines Doktortitels? Antwort: elegant, diskret und ganz dem Zeitgeist entsprechend – mit einer generösen Spende! So gesehen zweifelsfrei und offiziell unter

        http://www.unisg.ch/de/NewsConfig/HsgNews/2008/Mai/~/media/Internet/Content/Dateien/UeberUns/HSGMediacorner/Aktuell/2008/Mai2008/Executive-Campus-HSG-Spenderliste-23Mai2008.ashx

        Da kannst tatsächlich noch was lernen bei dem!

      • .... Says:

        wird das jetzt hier die ratschn-ecke?? kleiner füller für’s sommerloch, wat??? und wenn’s denn wirklich soooo unvermeidbar ist: wer selber lesen kann, ist klar im vorteil und braucht ihm nicht lauter offensichtlichen blödsinn anzudichten. zurück zum thema, bitte

  181. peior Says:

    süddeutsche zeitung magazin / nummer 25, 25.juni 2010:

    “mauern ohne ende. im kloster ettal wurden über jahrzehnte schüler misshandelt, missbraucht, gequält. vor vier monaten kündigten die mönche an, alle fälle gnadenlos aufzuklären. die wahrheit sieht anders aus: es gibt kaum konsequenzen, BIS HEUTE IST KEINS DER OPFER ENTSCHÄDIGT WORDEN. und immer wieder versuchen mönche, die verbrechen der vergangenheit kleinzureden

    (….).wie war es möglich, dass über jahrzehnte patres prügelten und ihre sexuellen fantasien auslebten, ohne dass die damalige klosterleitung, andere erzieher oder die eltern eingriffen?(…)

    (..)aus sicht vieler ehemaliger schüler ist die krisenbewältigung des klosters gescheitert. sie fühlen sich hingehalten und behandelt, wie schulbuben. der ausdruck vom ZWEITEN MISSBRAUCH macht die runde(…)

    (…) wie in jedem schreckensregime gibt es auch im kloster ettal priviligierte: meist sind es schüler aus einfußreichen wohlhabenden familien, die schon in dritter oder vierter generation ihre kinder auf die klosterschule schicken. gebrochen werden vor allem die schüler, die weniger selbstbewußtsein haben und aus einfachen verhältnissen stammen, was für die prügelnden mönche bedeutet: aus dem elternhaus ist nicht viel widerstand zu erwarten. der pädophile pater magnus greift sich vor allem schüler heraus, denen eine vaterfigur im leben fehlt, waisen oder scheidungskinder-auch das hat system.(…)

    (…) dass aber fast alle im kloster den missbrauch und die gewalt hinnahmen und über jahrzehnte niemand im kloster den missbrauch und die gewalt verhinderte, BLENDEN DIE MÖNCHE HEUTE AUS. (…)

    (…) ich will keine salbungsvolle entschuldigung, das interessiert mich nicht (…) ich will vergeltung, auch finanziell. ich habe meinen preis bezahlt. jetzt ist das kloster an der reihe.(…)

    (…) für die opfer dauert der missbrauchsskandal nun schon jahrzehnte an, für das kloster hat er gerade erst begonnen.”

    http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/34142

    ZWEITER MISSBRAUCH

    ich wünsche dem aus mitwissern bestehenden kremsmonsterer krisenstab weiterhin gute zusammenarbeit mit dem psychologischen fachpersonal beim vertuschen der verbrechen der vergangenheit.

    ZWEITER MISSBRAUCH

    • Doppelte Moral Says:

      Wenn das Stift Kremsmünster – Euro 5000 bis zu 25.000 Euro pro Person plus Therapiekosten zu zahlen hätte (laut Klasnic-Kommission) – so kommt es doppelt günstig davon. Einmal sind die Beträge für die Opfer zu niedrig, zweitens gibt es eine moralische Schuld gegenüber ALLEN Eltern.

      Erstens sollte es ein derart reiches Stift nicht bloß bei einer geringen “Geste” gegenüber den Opfern belassen. Als Instanz der Moral sollte es sich zu deutlich höheren Beträgen bereit erklären.

      Zweitens sollte das Stift von sich aus SÄMTLICHEN Eltern einen Teil der Kosten rückerstatten, die diese für das Konvikt und die Schule ausgegeben haben. Denn dieses Geld war ganz klar ERSCHLICHEN. Hätten die Eltern, die man im guten Glauben gelassen hat, gewusst, in welchen Gefahrenherd sie ihr Kind geben, hätten sie eine andere Entscheidung getroffen. Wären sie davon in Kenntnis gewesen, dass das Stift die Täter gewähren lässt und dass es vertuscht, hätten sie dieses Geld nie ausgegeben.

      Selbst wenn das Stift eine solche wirklich deutlich sichtbare “Geste” setzt, wird es nicht untergehen und seine wirtschaftliche Basis nie und nimmer einbüßen. Es könnte allerdings ansatzweise moralisch wieder neu durchstarten.

  182. "unerhört" Says:

    Wieder einmal fühlt sich die römische (vatikanische) Kirche als das Opfer. Wie so oft muss der Kommunismus-Vergleich herhalten, wenn der absoluten Monarchie in Rom nichts anderes mehr einfällt:

    http://www.orf.at:
    Vatikan: Vorgehen gegen Bischöfe Belgiens “unerhört”
    Als “unerhört und schwerwiegend” hat Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone das Vorgehen der belgischen Ermittlungsbehörden gegen die katholischen Bischöfe des Landes verurteilt.

    Die Kirchenführer seien im Zuge der Ermittlungen zu Missbrauchsvorwürfen neun Stunden lang festgesetzt worden, sagte Bertone laut Kathpress nach Angaben des italienischen Fernsehens RAI heute in Rom am Rand eines Universitätsbesuchs. Der Vorgang sei “beispiellos”, betonte der Kardinal. Er erinnerte an den Umgang kommunistischer Regime mit Kirchenvertretern.

    Bei Ermittlungen gegen katholische Geistliche durchsuchten belgische Beamte am Donnerstag das Erzbischöfliche Palais in Brüssel. Dabei setzten sie die dort tagenden Bischöfe des Landes und weitere Kirchenvertreter stundenlang fest und befragten sie. Zudem konfiszierten sie deren Handys und vertrauliche Unterlagen. Außerdem wurden in der Krypta der Kathedrale Gräber früherer Kardinäle aufgebohrt, offenbar in der Erwartung, darin seien belastende Dokumente versteckt.

  183. martin Says:

    Nun wurde also eine neue „Erklärung“ veröffentlicht: „Aktiv gegen Gewalt und Missbrauch / Kategorie Soziales (sic!) – Lehrerinnen und Lehrer am Stiftsgymnasium Kremsmünster setzen seit vielen Jahren Initiativen“ => http://www.stift-kremsmuenster.at/index.php?id=273&tx_ttnews%5Btt_news%5D=803&cHash=213c6e22c79211775c4f7761afe67124

    Zitat:
    „Voranstellen möchten wir drei Kernsätze aus unserem Leitbild, das wir 2001 in einer Klausur aller Lehrer/innen formuliert haben:
    • Die physische und psychische Gesundheit unserer Schüler/innen ist uns ein Anliegen.
    • Die Förderung des ganzen Menschen in seiner Eigenart liegt uns am Herzen.
    • Wir wollen ein christliches Menschenbild und soziales Verantwortungsbewusstsein vermitteln.“

    Alles klar? Alles unklar?

    @ „wir wollen ein christliches Menschenbild vermitteln:
    Ich zitiere den „Jung-Pater“ „und weißt du, welche frage wir uns seit ca. 2-3 jahren stellen? was soll christliche erziehung bedeuten? dass es nicht so sein kann, wie so in der gegend mitte 90 noch, ist schon klar.
    ich bleibe aber dabei: sie hätte es sein sollen und auch wollen. manches ist gelungen, manches ist aber misslungen, manches ist sogar skandalös, unchristlich und untragbar. (http://kremsmuenster.wordpress.com/2010/05/14/kremsmunster-blog-iii/#comment-2041)

    Also: Seit 2-3 Jahren fragt man sich, was christliche Erziehung überhaupt bedeuten könnte – und Herr Leberbauer ist sich nicht zu blöd, auf der Suche nach Schüler-Nachwuchs ein Leitbild von 2001 zu propagieren, in dem das christliche Verantwortungsbewusstwein als moralischer Stützpfeiler herhalten soll. INHALTSLEERER, HOHL, NICHT ERNST GEMEINT – das fällt mir dazu ein.

    @ „die physische und psychische Gesundheit … ist uns ein Anliegen“:
    Na hoffentlich! Was muss in einem Lehrer vorgehen, der so ein No-Na-Anliegen auch noch extra ins Leitbild aufnehmen muss?

    Ich empfehle Herrn Leberbauer die Lektüre der „Konviktsordnung“ – Autor P. Alfons Mandorfer. Soviel Förderung des ganzen Menschen in seiner Würde und Persönlichkeit und was sonst auch immer, soviel Mitbestimmung und soviel Wohlwollen – an verbalem Weihrauch hat es nie gemangelt. Die Beschwörungsformeln sind teilweise wortgleich mit jenen aus den 80ern.

    Jetzt aber kommt das Sahnhäubchen dieses PR-Desasters: Die nette Einleitung:

    „Wir grenzen uns unmissverständlich gegen Mobbing und Gewalt ab und wollen in diesem Zusammenhang auflisten, was sich etwa seit 1990 an unserer Schule geändert hat, als die ersten Mädchen im Stiftsgymnasium aufgenommen wurden und gleichzeitig die Zahl der Konviktsschüler drastisch zurückging.“

    Ach ja – so ist das also gemeint !?

    Seit zwar nicht die Lehrer ausgetauscht wurden, aber wenigstens die Konviktsschüler durch Mädchen ersetzt wurden, hat sich die Schule geändert.

    Danke – sehr beruhigend.

    • zorn Says:

      „Wir grenzen uns unmissverständlich gegen Mobbing und Gewalt ab und wollen in diesem Zusammenhang auflisten, was sich etwa seit 1990 an unserer Schule geändert hat, als die ersten Mädchen im Stiftsgymnasium aufgenommen wurden und gleichzeitig die Zahl der Konviktsschüler drastisch zurückging.“

      DA STEIGT MIR ABER JETZT DER ZORN HOCH IHR SCHEISSER!!!

      augenblicklich fällt mir ein junge mädchen belästigender lehrer ein, der immer noch am stiftsgymnasium unterrichtet (jawohl! der sitzt bei euch im konferenzzimmer!), und dem ich seit jahren, wäre ich nicht zu zivilisiert, am liebsten dermaßen eine reinwürgen wollte, und zwar ganz persönlich, eins gegen eins, weil die betroffene person mir mehr am herzen liegt als ihr euch das je vorstellen werdet können.
      ich weiß daß da etwas am laufen sein sollte gegen denjenigen “lehrer”, und wenn das ergebnis nicht ergiebig sein sollte, dann schaun wir einmal was man da juristisch noch machen könnte!

  184. Missbrauchs-deppate Says:

    Unwort des Jahres N°1
    Sexueller Missbrauch von Kindern (gibt es einen sexuellen Gebrauch von Kindern)
    Unwort des Jahres N°2
    Geschwätz
    Unwort des Jahres N°3
    Vatikanbank
    Weitere Unwörter bitte anfügen

  185. Ingeborg-Bachmann-Preis Says:

    Passt nicht ganz, passt aber doch:

    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/1212810/

    @peior: schreib ein Buch!

  186. USA: keine immunität des vatikans Says:

    ReligiON ORF

    News 29. 06. 2010

    USA: Oberster Gerichtshof hebt Immunität des Vatikan auf
    Der Vatikan kann in den USA im Zusammenhang mit Missbrauchsvorwürfen gegen einen Geistlichen zivilrechtlich zur Verantwortung gezogen werden.

    Der Oberste Gerichtshof in Washington weigerte sich am Montag, eine vatikanische Berufung anzuhören, und bestätigte damit die Entscheidung eines Bundesgerichts, die Immunität des Heiligen Stuhls aufzuheben. Souveräne Staaten wie der Vatikan können in den USA normalerweise nicht vor Gericht belangt werden. Das Urteil bedeutet, dass Vatikan-Vertreter und theoretisch sogar Papst Benedikt XVI. vor einem US-Gericht unter Eid aussagen könnten.
    Fall aus den 60er Jahren als Anstoß

    Ein Missbrauchsopfer aus dem US-Staat Oregon macht den Vatikan für die sexuellen Übergriffe durch einen irischen Priester in den 1960er Jahren in der Stadt Portland mitverantwortlich, weil dieser bereits als Pädophiler bekannt gewesen sei. Gegen den Geistlichen waren bereits in Irland und in Chicago Missbrauchsvorwürfe erhoben worden.

    Ein Bundesrichter hatte festgestellt, dass der Vatikan in dem konkreten Fall als Arbeitgeber die Verantwortung trage, und die Immunität des Heiligen Stuhls aufgehoben. Dagegen hatte der Vatikan Berufung eingelegt – die der Oberste Gerichtshof nun durch Nichtannahme des Falls faktisch ablehnte.

    Verstoß gegen internationales Recht

    Vatikanische Rechtsanwälte kämpfen in den USA vehement gegen Versuche, den Papst Benedikt zu einer Aussage in einem Missbrauchsprozess zu zwingen. Die Kirchenjuristen machen unter Hinweis auf die Immunität des Papstes als Staatsoberhaupt geltend, das Ansinnen verstoße gegen internationales Recht. Die Regierung von US-Präsident Barack Obama hatte sich gegen die Aufhebung der Immunität ausgesprochen.

  187. gerhard sonnenbauer Says:

    lieben guten tag alle zusammen!
    kurz zu meiner person:
    ich bin ein altkremsmünsterer, habe irgendwann mal in kremsmünster maturiert und möchte nun auch meinen beitrag zu diesem blog leisten:kurz bevor ich ins detail gehen werde – und ich werde es tun – möchte ich sie alle darauf hinweisen, dass ich zweifacher doktor, dreifacher magister in österreich bin und etliche auszeichnungen in den Vereinigten Staaten aufgrund meiner wissenschaftlichen Leistungen erhalten habe. ihr habt also keine chance, mich als tunichtgut abzustrafen ( so wie es immer euer bestreben zu sein scheint) der irgendeinen wahnwitz von sich gibt, ihr alle, die ihr eure magistren, oberstudien- und hofräte vor euch her kotzt.
    ich persönlich scheiße – mit verlaub – einen großen haufen auf sie alle professores, die immer dann gerne ihr maul aufrissen, wo niedertracht gefragt war! wo sind nun die professores meidinger, bankler, kössldorfer, lederhilger, riedl frau und mann und all die anderen amoralischen existenzen, die glauben, kinder für ihre zwecke zu missbrauchen allein genügt, um ein gutes leben führen zu können? alleine der gedanke, zu wissen, dass ihr alle nachgrübelt, wer ich sein könnte, während ich morgen auf der university of berkeley unterrichte (und bestimmt nicht in ihrem sinne), danach gemeinsam mit meiner frau pornogrößen wie tera patrick, sandy sweet und sasha grey das arschloch ausschlecke, alleine das macht mich überglücklich (und manchmal treff ich sogar meine freundin briana banks, die ihre kindheit in bayern verbrachte), ihr bedauernswerten kreaturen. ihr wolltet uns erzählen, dass wir zu nichts nütze sind: hahaha!
    ich habe trotz allem fragen—und zwar:
    herr direktor “joe”: sie haben nicht gewusst, dass unserem klassenkollegen der samen von pater alfons aus dem arschloch rinnt, während pater benno mit zwei flaschen wiskey intus ihn am boden liegend mit seinen holzpantoffeln ins gesicht tritt? sie kennen nicht die machenschaften eines christian K.???
    lassen sie uns doch ein wiederlied anstimmen und ersetzen sie den karli heinzi mit allen, die ihnen so einfallen, vielleicht verhift es ihnen, zu einer ehrlichen aufarbeitung. und noch was: ich hoffe für alle ihre opfer: hoffentlich haben sie keine einzige ruhige minute, gerade jetzt, wo die sommerferien beginnen!

  188. gerhard sonnenbauer Says:

    ach ja und noch was ihr beschissenen wixer:

    it never rains in southern california

  189. An den sunny farmer Says:

    So so–Berkeley wurde also kurzerhand nach Südkalifornien verlegt. Hast in Geographie nicht aufgepasst?

  190. ... Says:

    und kann irgendein wissender berichten ob es stimmt, das der überaus schwule und verabscheuenswürdige P.Petrus außer grauslich nur grauslich … elendiger Nachhilfeschülerausgreifer tatsächlich freigesprochen wurde?

  191. Karikatur Says:

    Falls Ihr sie noch nicht gesehen habt: Eine nette Karikatur gezeichnet von einem Altkremsmuensterer.

    http://kurier.at/multimedia/bilder/144456.php?bild=90

    • schulschluss mit lustig Says:

      dass das stift kremsmünster so prominent in einer karikatur der tagespresse, noch dazu namentlich und bildlich zum thema fussfesseln vorkommt und ein pater dargestellt ist, der sofort an den hauptbeschuldigten pater a. erinnert, wird die herren vom krisenstab zu beginn der sommerpause wohl weniger amüsieren.

  192. Albert Hesse Says:

    Eine Erklärung für die Macht der Kirche

    Bisher wurde ja sehr über die Nazimethoden geredet, das Internat wurde ja mit dem Nazionalsozialismus in verbindung gebracht.
    Eine genauere geschichtliche Betrachtung lässt mich vermuten, dass auch Dollfuß und der Ständestaat keinen unbeträchtlichen Anteil an der Macht des Stiftes hatten.
    Wie gesagt, das ist alles natürlich eine Vermutung, aber der Artikel über den Ständestaat

    http://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A4ndestaat_(%C3%96sterreich)

    erscheint mir einleuchtend, einleuchtender als vielleicht der Vergleich mit dem deutschen NS.

  193. mjlongago Says:

    war vor ewigkeiten die volle länge in diesem gymnasium, papa & mama beide aus dem prololager (wie manche heute sagen täten), habe den zugang zum monster höchstwahrscheinlich dem scharfblick des lokalen volksschul-religionslehrers zu (“) verdanken (“) – klammern, weil ich mir bis heute meiner gefühle dem laden (i.e. gym) gegenüber nicht hundertpro sicher bin – (obwohl’s da noch einen haken gegeben hat: bin seiner “einladung”, ministrant zu werden,nicht augenblicklich nachgekommen, woraufhin er dem anschein nach bei meiner großmutter /südtirolerin, katholisch bis ins mark, aber sonst echt nett/ eine kleine bemerkung hat fallen lassen, die mein herr vater /südtiroler, optant, hitlerjunge, WK- II-teilnehmer, anhänger der körperlichen züchtigung in etwa gemäß jesus sirach, obwohl ihm religion sonst scheißegal war/ an mich weitergeleitet hat, wenn ich mich recht erinnere, mit den worten: “duadochdaomadengfoyn,desduadnedwe,undagödgriaxdano” und so bin ich im zarten alter von 8(acht) ministrant geworden, ich glaube, v.a. die aussicht auf einen schilling pro messe hat mich überzeugt, mein religionslehrer war beruhigt, erste klammer zu, die geschichte geht weiter, zurück zur zeile 6)

  194. mjlongago Says:

    fortsetzung nach zeile 6: es folgt die auswahl durch die volksschullehrerin zur aufnahmeprüfung, ich kann mich nicht erinnern, wieviele andere aus meiner volksschulklasse noch bei dieser prüfung waren, jedenfalls hab ich’s ins gym geschafft, meine eltern haben sich narrisch gfreit, komisch war aber folgendes: mein herr vater & ich haben eine einladung bekommen, den gymnasialdirektor zu besuchen, haben wir natürlich gemacht, da sitzen wir also und ich verstehe vor allem bahnhof und dann werde ich hinausgeschickt und nach ein paar minuten wieder hineingeholt, ende der vorstellung. ich hab meinen vater nicht einmal gefragt,was da war, während ich nicht da war, aber er hat es mir einige zeit später von selbst erzählt, als wir auf das thema “warme brüder” (so war die terminologie eben, sorry) zu reden gekommen sind. der direktor hat ihn, während ich weg war, gefragt, ob ich schon aufgeklärt sei – papa: nein, warum? – dann machen’s das aber schnell, weil wenn das in der schule passiert, ist das ganz schlecht. p.a. war damals schon an der schule tätig. infolge der erziehungsmethoden meines herrn vaters war ich ein ziemlicher hosenscheißer und bin in der schule nicht zu oft unter die räder bzw. schlüsselbünde etc. gekommen, außerdem hab ich zu hause gewohnt und gegessen, demzufolge das volle ausmaß des internen horrors nicht einmal ansatzweise mitgekriegt. ich kann auch nicht sagen, dass ich jemals sexuell belästigt oder missbraucht worden wäre. allerdings kann ich mich sehr wohl an die aussagen von klassenkameraden erinnern, bei denen das vermutlich sehr wohl der fall war, an einen namen kann ich mich noch genau erinnern, aber nicht hier, denn: mein ist die rache, spricht das stift, würd ich einmal schätzen. ich hab diesen blog erst vor ein paar tagen zufällig gefunden, als mir fad war und mir nicht eingefallen ist, wen oder was ich googlen soll, da denk ich mir: schaumamoy, wosiwameineschwulnexpräfektndrinschtet? ich schreibe also: alfons mandorfer benedikt pitschmann kremsmünster, dann kommt treffer, und der blog war der letzte, hab ich angeklickt, da war es noch nicht mitternacht, und dann hab ich mit wachsendem entsetzen gelesen bis sechs uhr früh (nur bei der abzweigung zu bluthilde hätt ich mich fast totgelacht, aber vielleicht hab ich’s nur falsch verstanden), und erstens sind mir dinge wieder eingefallen, die ich schon ewig vergessen hatte und zweitens glaub ich ungeschaut alles, was hier beschrieben wird, egal wie unglaubwürdig es für außenstehende klingt. obwohl ich kremsmünster als kinder- und jugendlichenquälanstalt empfunden habe, hat es jahre gedauert, bis es mir wurscht geworden war, jahrelang bin ich bei jeder heimfahrt von der uni wieder ins stift gepilgert wie ein dressierter hund. ich glaub, so richtig aus war’s erst, als ich meine erste lohnsteuerkarte ausgefasst habe und mir gedacht hab: nein, die sollen an mir kein geld verdienen. apropos geld: wie von vielen anderen schon gesagt, ist der bammel vorm verlust desselben einer der wenigen hebel, den betroffene in der angelegenheit in der hand haben. it’s getting late ciao

  195. schul-schluss Says:

    schulschluss ist´s, die langen ferien beginnen.
    alles wird wie immer salbungsvoll geendet haben – mit hochamt und promulgation – mit dem ganzen zirkus.

    morgen sind es vier monate, dass der skandal in kremsmünster öffentlich geworden ist. das gras ist in diesen vier monaten bereits angewachsen. fragen wurden keine beantwortet. wann wir was erwarten dürfen, wurde uns nicht gesagt.

    das stift sagt uns stattdessen, dass es noch lange für die aufräumarbeiten benötigen wird.

    kapiert hat das stift immer noch nicht, dass es befangen ist und nicht gegen sich selbst und seine äbte (als verantwortliche) und seine mitbrüder ermitteln kann.

    wer kann einen abt ernst nehmen, der keine unabhängige aufarbeitung will? wer kann “mitbrüder” – egal ob jung oder alt – , wer kann lehrer – ehemalige wie amtierende – ernst nehmen, die einen f. auf eine UNABHÄNGIGE aufarbeitung lassen?

    lasst uns bitte künftig mit euren maturajubiläums-feierlichkeiten in den räumlichkeiten des stiftes in ruhe.

    wer lust auf geselligkeit hat, kann sich genauso in wels oder linz untereinander treffen – bitte aber ohne repräsentanten einer anstalt, die nicht ernst zu nehmen ist!

    es ist zeit für einen schul-schluss!

  196. Aktuell von der Stifts-homepage Says:

    wer wohl die Idee zu diesem Artikel gehabt haben mag?

    Ort der Stille – Ort der Hoffnung
    Unser Klosterfriedhof erblüht und lädt zum Verweilen ein

    Nur wenigen bekannt ist unser Klosterfriedhof, in dem die Mitbrüder seit 1966 beigesetzt werden. Wenn Sie durch die Michaelskapelle durchgehen, gelangen Sie in diesen kleinen, romantischen Hof. Die Außenmauer der Kirche lässt den früheren gotischen Kreuzgang erkennen, die vor zwei Jahren neu gestalteten Gräber erinnern an verstorbene Mitbrüder, die blühenden Rosenstöcke bezaubern, die Bänke laden zum Verweilen ein. Der Klosterfriedhof und die Michaelskapelle sind besondere Orte. Wir laden Sie ein, sie zu besuchen, über Leben und Tod nachzudenken und dort Ruhe zu finden.

  197. Verschlossene Auster Says:

    Die “Verschlossene Auster” für den “Informationsblockierer des Jahres” geht an die Katholische Kirche:

    http://derstandard.at/1277337825823/Informationsblockierer-des-Jahres-Katholische-Kirche-erhaelt-Preis-Verschlossene-Auster

    Die Preisverleihung könnte symbolträchtig gleich im Rahmen der beginnenden Sommerakademie im Kaisersaal von Kremsmünster stattfinden, wo eine besondere Würdigung des Stiftes Kremsmünster erfolgen sollte.

  198. die zeit Says:

    http://www.zeit.de/2010/29/C-Seitenhieb

    • der countdown läuft ... Says:

      stift und schule haben betont, dass sie etwas zeit brauchen, um den scherbenhaufen zu verdauen, und aus dem verdauten etwas sinnvolles zu backen …

      bedenkt man, wie verzweifelt sich nach innen auftut, was viele ehemaligen zöglinge ohnehin immer wussten (heuchelei, un-christentum, opportunismus, grundherrschaftsdenken, kurz: ein in jeder hinsicht gescheitertes kloster), sollten sie diese zeit bekommen haben.

      4 monate hatten sie nun, geben wir den sommer als draufgabe, wird es ein halbes jahr. wenn dann noch immer nichts kommt, ist entlarvt, was zu entlarven war.

      drüberfahren & aussitzen haben nicht funktioniert. wer das glaubt, darf sich auf einen heissen herbst freuen.

      und der herr “joe – ich schnorre lässig für die schülerlade” leberbauer wird auch noch aufwachen und sich in den spiegel schauen müssen.

      • nachtrag zu @schul-schluss ... Says:

        und in diesem sinne möchte ich zu deinem guten beitrag noch ergänzen: es gibt ausserhalb von kremsmonster ohnehin besseres essen … ergänzt um ein bettelverbot für ehemalige lehrer (“opfer-lade” wäre echt angebrachter als eine schülerlade) wären klassentreffen in wels, linz, wien oder sonst wo ohnehin viel erfreulicher. ich werde das in meiner klasse ernsthaft vorschlagen – wie ich die stimmung einschätze, mit erfolg.

  199. newsflash Says:

    Vatikan verschärft Strafen – Verjährung nach 20 Jahren
    15. Juli 2010, 13:46

    Vatikanstadt – Der Vatikan hat die Kirchengesetze zur Ahndung sexuellen Missbrauchs durch Geistliche verschärft und erweitert. Die am Donnerstag veröffentlichten Normen der Glaubenskongregation ermöglichen eine umfassendere Verfolgung einschlägiger Straftaten innerhalb der katholischen Kirche, berichtet Kathpress. Die Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch, die bisher zehn Jahre nach Erreichen der Volljährigkeit des Opfers betrug, beträgt nun 20 Jahre. Eine vollständige Aufhebung der Frist ist auf Antrag weiterhin möglich.

    Auslegung der Vorschriften konkretisiert

    Mit den Normen veröffentlicht der Vatikan erstmals vollständig die Bestimmungen für die Vorgehensweise der Glaubenskongregation in Missbrauchsfällen. Diese beruhte bisher zum Teil auf unveröffentlichten päpstlichen Vollmachten und internen Regeln. Die schon bestehenden Normen sind in einigen Punkten verändert und präzisiert worden, entsprechen nach Vatikanangaben insgesamt jedoch weitgehend der schon bisher geübten Praxis.

    Durch die Publikation wolle man die bisherige Vorgehensweise der Glaubenskongregation gesetzlich verankern und öffentlich machen, um Transparenz, Klarheit und Rechtssicherheit zu schaffen, heißt es im Vatikan. Es habe in manchen Teilen der Kirche Unklarheit über die korrekte Auslegung der geltenden Vorschriften zur Verfolgung sexuellen Missbrauchs gegeben. Diese solle durch die vollständige Veröffentlichung, Zusammenfassung und Präzisierung der Normen beseitigt werden.

    Beschleunigte Gerichtsverfahren

    Für die Missbrauchsfälle sind beschleunigte Gerichtsverfahren vorgesehen. Die Römische Glaubenskongregation wird durch die neuen Normen für viele Verfahren als oberster Kirchengerichtshof mit erweiterten Zuständigkeiten formal bestätigt.

    Normen über schwerwiegendere Delikte

    So sind Besitz, Erwerb und Verbreitung pornografischer Bilder von Minderjährigen unter 14 Jahren sowie sexueller Missbrauch von Personen, “deren Vernunftgebrauch habituell eingeschränkt” ist, jetzt erstmals ausdrücklich als Straftatbestände unter den “schwerwiegenderen Vergehen gegen die Sitten” aufgeführt. Zuvor wurden diese Delikte zwar geahndet, waren jedoch in dieser Kategorie nicht als eigene Straftatbestände benannt.

    Regeln für Entlassungen

    Auch für die zügige Entlassung eines Priesters aus dem Klerikerstand schreiben die neuen Regeln die bisherige Praxis der Glaubenskongregation erstmals gesetzlich fest. Demnach kann die Vatikan-Behörde diese schwerste Strafe des Kirchenrechts auch ohne Gerichtsverfahren auf dem Verwaltungsweg verhängen.

    Entlassung auch ohne Gerichtsverfahren

    Zudem kann ein Missbrauchsfall auch direkt dem Papst vorgelegt werden, der einen Priester ebenfalls ohne Gerichtsverfahren von dessen Vollmachten entheben kann. Die neuen Normen beziehen sich nicht nur auf Missbrauchsfälle, sondern betreffen auch schwerwiegende Straftaten gegen Glauben und Sakramente.

    Schwerste kirchliche Disziplinarstrafen vorgesehen

    Die Glaubenskongregation ist seit dem päpstlichen Erlass “Sacramentorum sanctitatis tutela” vom 30. April 2001 für die Untersuchung von Missbrauchsfällen zuständig. Die näheren Bestimmungen zur Vorgehensweise waren bisher nur in Grundzügen veröffentlicht. Diese hatte der damalige Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, heute Papst Benedikt XVI., im Schreiben “De delictis gravioribus” vom 18. Mai Jahr 2001 den Bischöfen der Weltkirche dargelegt. Für Verstöße waren seinerzeit schon die schwersten kirchlichen Disziplinarstrafen vorgesehen.

    “Verständnishilfe”

    Im November 2002 erteilte der damalige Papst Johannes Paul II. die Vollmacht, in begründeten Einzelfällen von der Verjährungsfrist abzusehen, um auch länger zurückliegende Fälle behandeln zu können. Im April dieses Jahres veröffentlichte der Vatikan zudem eine “Verständnishilfe” zur Vorgehensweise der Glaubenskongregation bei Fällen sexuellen Missbrauchs. (APA)

    http://derstandard.at/1277338183096/Missbrauch-in-der-Kirche-Vatikan-verschaerft-Strafen—Verjaehrung-nach-20-Jahren

  200. ergänzend Says:

    Diese Normen beschäfitgen sich neben sexualisierter Gewalt auch mit der Weihe von Bischöfinnen. Diese ist genauso eine Todsünde, wie der Vatikan festhält. Aber bitte natürlich nicht auf eine Stufe zu stellen mit der Gewalt an Kindern…

    Ein Beitrag im Standard mit Erwähnung einer der in Österreich geweihten (und einigen Altkremsmünsterern bekannten) römisch-katholischen Bischöfinnen:

    http://derstandard.at/1277338275042/Todsuenden-Weihe-von-Bischoefinnen-in-Vatikan-Dokument-neben-Vergewaltigung

    Jetzt also rasch nachgrübeln: Wer von beiden (Alfi oder Chrissie) hat nach Vergebung der jeweiligen Sünde/n mit den meisten Sündenstrafen im Purgatorium zu rechnen? Vielleicht weiß jemand, was Alfi oder das Stift tun, damit der “Mitbruder” mit möglichst geringen Sündenstrafen davon kommt? Was braucht es für einen vollständigen Ablass? Ein urbi et orbi? Der Alfi wird´s als Theologe schon wissen. Wie viele Privatmessen müssen für ihn gelesen werden, damit er aus dem Schneider ist? Falls es nicht gilt, dass er sie selbst liest, springen sicherlich Mitbrüder ein. Ist einfach eine Ehrenpflicht und kann kostenfrei intern erledigt werden.

  201. un/sachlich Says:

    Sommeraktion für Familien bei den Führungen

    Im Juli und August haben Kinder bis 15 Jahren freien Eintritt bei den Führungen durch die Sternwarte und die Kunstsammlungen in Begleitung ihrer Eltern, dies berichtet das Stift Kremsmünster auf seiner stiftseigenen-website. Dem Vernehmen nach handelt es sich nicht um eine sozial oder touristisch motivierte Aktion, sondern um einen Teil einer groß angelegten Imagekampagne. Deren Inhalt ist es, Eltern und junge Menschen, die Kremsmünster noch nicht kennen und denen lediglich Missbrauchsvorwürfe gegen Patres aus den Medien bekannt sind, für eine zeitgemäße christlich-humanistische Bildung – möglichst noch für das kommende Schuljahr – zu begeistern.

    Ob in Zukunft auch der berüchtigte Hades oder die Räumlichkeiten der Konviktsdirektion mit dem sogenannten “Roten Sofa” im Rahmen der Stiftsführungen zugänglich gemacht werden, konnte bisher nicht in Erfahrung gebracht werden. Ähnlich dem kriminologischen Museum in Scharnstein dürfte allerdings mit regem Publikumsinteresse zu rechnen sein.

    Wie aus gewohnt gut informierten Kreisen zu erfahren war, ist geplant, den Medienpreis für Informationsresistenz – die sogenannte “Verschlossene Auster” – (das Stift Kremsmünster soll Gerüchten zu Folge ein eigenes Exemplar dieses heuer der Kath. Kirche verliehenen Preises erhalten) im stiftseigenen Archiv unter besonderer Aufsicht von Pater P. sicher – und zwar vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen – aufzubewahren. Argumentiert dürfte dies wohl mit Hinweisen wie “kunsthistorisch uninteressant” und “außerdem unsachlich” werden. Indessen machen sich einige renitente Altkremsmünsterer dafür stark, dass diese Auszeichnung einen ebenso gut sichtbaren Aufstellungsplatz im Rahmen der stiftseigenen Museen erhält wie der berühmte Tassilokelch.

  202. peior Says:

    kremsmonster / erfahrungen / 1983

    hörst du den schlüsselbund klingeln, geh in deckung, setz eine unschuldsmiene auf, tu so als sei nichts, obwohl nichts ist, rekapitulier ein paar lateinvokabel, erwischts dich trotzdem kennst du eines der unzähligen vergehen, die das präfekt völlig willkürlich erfindet nicht. es siehts zum beispiel gar nicht gern, wenn du aus dem fenster in den hof blickst, runterspringen? ja, aber nicht aus dem ersten stock, peior, oder am gang der abteilung ein liedchen pfeifst, weil pfeifen tun nur die schusterbubn, das gehört sich für einen studenten in kremsmünster nicht. es heisst klinglmair und steht der vierten konviktsabteilung als präfekt vor, diese abteilung wird in kremsmonster KZ genannt, erinnere dich, der konviktsdirektor hat dir gedroht, wenn du schlimm bist kommst ins KZ, böse schmunzelnd, die älteren lachen dunkel, nein KZ steht nicht für konzentrationslager, KZ steht für klinglmairs zuchthaus, wahrscheinlich bildet es sich heute noch etwas darauf ein im KZ aufseher gewesen zu sein, heute, wo es sein foto in der zeitung gefunden hat mit einem schwarzen balken über den schweinsäuglein.
    das benediktinerstift kremsmünster hat eine besonders enge bindung an den nationalsozialismus, noch ende der neunzehnneunzigerjahre hat der damalige abt, oddo bergmair während eines gottesdienstes vollmundig das gemeinschaftsgefühl während der ns zeit gepriesen. in der kirche. wo sonst.
    hab ich dich bursch! eine stimme wie gestank, das präfekt hat dich doch erwischt, ein permanent aggressiver fettwanst, schon zückt es den riesigen schlüsselbund, sucht einen spitzen heraus, um ihn dir anschließend ins ohrläppchen zu bohren, dabei grinst dich seine teigige fresse an und bläst dir fauligen mundgeruch ins gesicht. physische und psychische misshandlung, körperverletzung, abwertung der persönlichkeit, und zwar immer, tag und nacht, an kindern und jugendlichen hemmungslos ausgelebter sadismus eines der widerlichsten menschen, die peior bis heute getroffen hat, es steckt natürlich in einer benediktinerkutte, ein kremsmonsterer vorzeigeexemplar.
    die zöglinge nennen es unter sich „blad“, seine gefährlichkeit besteht, wie bei mandorfer, in seiner extremen unberechenbarkeit (F 60.31?), plötzlich steht es vor dir, hebt dich an den schläfen haaren aus und freut sich aus ganzer christenseele, dir sehr weh tun zu können, die freude ist so groß, dass es nur sehr schwer damit aufhören kann dich zu misshandeln. plötzlich steht es hinter dir und hat dich schon im genick.
    sie möchten mit den augen der opfer sehen lernen haben sie auf der hompage des stiftes geschrieben, ebhart? zeig ich ihnen gerne, die augen werden ihnen über gehen vor schmerz, ich steche ihnen auch mit einem schlüssel ein loch ins ohr, wie ich das bei ihren mitbrüdern gelernt habe, ich ziehe ihnen einen ochsenziemer über den kopf, bis sie wimmernd vor mir auf m boden um gnade winseln, ich höre allerdings erst dann auf, wenn sichs ausgewinselt hat, wie ich das von ihren mitbrüdern gelernt habe, herr abt. die von ihren mitbrüdern individuell verfeinerten, ganz speziellen formen physischer und psychischer misshandlung, die ich von diesen ihren mitbrüdern empfangen also gelernt habe auswendig gelernt habe, zeige ich ihnen gerne. dann würden sie zu begreifen beginnen, worüber sie heute fantasieren, herr abt.
    wie jemand tag und nacht in diesem ausmass aggressiv sein kann ist peior heute noch schleierhaft, nachts reisst es plötzlich die tür zum schlafsaal auf, licht an, „immer diese wetzer!“ es schreit herum, weckt alle auf, niemand kennt sich aus, es muss einfach irgenwie seinen hass los werden, es ist betrunken, es verhängt völlig sinnlose, drakonische strafen, auf die frage an den aus mitwissern bestehenden krisenstab, wie ein derart gewalttätiger, gestörter mann 25 jahre präfekt einer abteilung namens KZ hat sein können, werde ich keine antwort erhalten. der aus mitwissern bestehende krisenstab ist damit beschäftigt in zusammenarbeit mit psychologischem fachpersonal unter dem deckmantel lückenloser aufklärung zweiten missbrauch zu betreiben. danke, es schmerzt exakt genauso, wie damals.
    es liebt die jagd und die fischerei, es wird vom vater des industriellensohn zur jagd eingeladen, peior erfährt vom pirschgang mit blad, es derschnauft s zwar nicht auf den anstand, aber am abend in der jagdhütte lebt es auf, säuft schnaps aus der flasche, singt mit fistelstimme, lässt es sich wohl sein. jäger in der kutte.
    weniger gewalttätig wäre es einfach nur lächerlich gewesen, denkt peior heute, lächerlich, weil es nie, so etwas ähnliches, wie erwachsen geworden ist, ein großes frustriertes übergewichtiges kind, schleppt sich und seine massiv fremdgefährdende persönlichkeitsstörung über den stiftshof, ein wahnsinn, wie es leibt und lebt und die messe zelebriert, mit seiner ordinären kastratenstimme die stiftkirche zu kremsmünster in das verwandelt, was sie immer schon war: ein schweinekoben.

    wir müssen uns stift kremsmünster als gewalttätigen ort denken.

    • Lesender Says:

      Wieder sehr gut und detailliert – weiter so peior, Danke!

    • Blahd-Kenna Says:

      Wetzer.

      Ja, mit wetzen war wohl wixen gemeint. Es stand aber nicht nur ausdrücklich dafür, sondern tabuisierend war gemeint, das unruhige hin und her im Bett oder im Schlafsaal. Das Wort wetzen konnte so einerseits gebraucht werden, wenn die Jungen knaben im nach dem Lichtabdrehen noch im Schlafsaal hin und her hirschten, und man konnte sie so auffordern, nicht mehr zu wetzen.
      Andererseits konnte man ja auch unter der Bettdecke wetzen. Somit hatte man ein allgemeines Wort, das in der Situation aber eindeutig war.

      Blahd hatte einen für mich sehr seltsamen Geruch. Es war nicht direkt so normal männlich stinkig, sondern so eine Art Butter-Essig schärfe, wobei ich dazu sagen muss, dass dabei der Geruch alter Füße nicht im Vordergrund stand, sondern mit diesem entfernt verwandt war.

      • wetten dass ... Says:

        ich könnte heute noch blahd, bösel, fig, fekt, p.jakob am geruch erkennen.
        es ist tatsächlich erstaunlich, wie konstant der geruch über viele jahre so gleich bleiben konnte.

        • gerüche Says:

          den duft der einzelnen abteilungen und auch der des speisesaals haben auch einen hohen wiedererkennungswert… bis heute, war kürzlich dort, es mieft teilweise immer noch leicht wie in den 80ern

  203. Ladakh Says:

    Mit Genuss sehe ich wieder, wie die Katholische Kirche selbst ihre letzen Mitglieder vergrault.
    Nach einer Fußballmesse in Holland, bei der der Pfarrer die Kirche mit einer Fußballmesse vollbekam, wurde dieser vom Bischof vom Dienst suspendiert, bis sich dieser “beruhigt” hätte. Die Eucharistie hätte sich mit einem weltlichen Ereignis vermischt. Darüber lache ich doch nur, da dürfte man ja nicht mal mehr Heiraten, oder Erntedankfest feiern. Dieser Standpunkt ist kircheninnerlich unbeständig, denn im Krieg war sich die Kirche nicht zu schade Feldmessen zu halten, durchaus ein Satanisches Ereignis, bei dem sich die Kirche nicht zu schade war, abstand zu nehmen. Alles nur Heuchelei. Was die Fußbalmmesse betrifft: wieder mal ein klassisches Eigentor der Kirche, herrlich, und schon wieder ein paar Leute vergrault.
    “Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, wer kann es wieder salzig machen”. Schrumpelt euch doch mit euren faltigen, unbenützen Schwänzen unter euren schimmligen Kutten zu Tode, ihr alten langweiligen Mümmelmänner.

    Ich zitiere den Standard:

    http://derstandard.at/1277338281584/Niederlande-Pfarrer-wegen-oranger-Messe-suspendiert

    Niederlande
    Pfarrer wegen “oranger Messe” suspendiert
    16. Juli 2010, 15:15
    “Orange Messe” in Obdam
    Beim Gottesdienst in der Gemeinde Obdam wurde in der Kirche Fußball gespielt
    Amsterdam – Weil er in seiner Kirche für den Sieg der Oranje-Elf im WM-Finale gegen Spanien gebetet hat, ist ein niederländischer Pfarrer suspendiert worden. Es könne nicht angehen, das Heilige Abendmahl für derart weltliche Zwecke zu missbrauchen, befand der Bischof von Haarlem-Amsterdam, Jozef Punt.

    Der als Oranje-Fan bekannte “Fußball-Pfarrer” Paul Vlaar in der Gemeinde Obdam bei Amsterdam sei bereits mehrfach verwarnt worden, erklärte ein Sprecher des Bistums am Freitag. Trotzdem spielte der Geistliche beim Gottesdienst am vergangenen Sonntag einen Tormann im orangenen Trikot, während ein Gemeindemitglied Bälle durch den Mittelgang schoss. Das sei “in Worten wie in Taten ein klarer Verstoß gegen die Heiligkeit des Abendmahls” gewesen, befand die Kirchenleitung.

    Pfarrer Vlaar sei “eine Zeit der Besinnung” auferlegt worden. Es sei aber nicht daran gedacht, ihn aus dem Amt zu werfen, erklärte das Bistum zur Beruhigung der Gemeindemitglieder, die ihrer orangenen Fußball-Prediger verehren. Die Suspendierung habe viele Menschen “erschreckt und enttäuscht”, sagte der Vertreter der Kirchengemeinde Win Bijman. Ungeachtet aller Gebete hatten die Niederländer das WM-Finale mit 0:1 verloren.”

  204. peior Says:

    kremsmonster / erfahrungen / 1983

    innerhalb der totalen institution stift kremsmünster erfüllt das KZ die funktion der strafabteilung. wer hier landet muss kein sünder sein, auch völlig unbedarfte zöglinge finden sich plötzlich in diesem albtraum wieder.
    bestraft wird grundlos, kollektiv, völlig willkürlich missbraucht ein als benediktinermönch kostümierter gewaltverbrecher seine macht über die zöglinge im KZ.
    heute morgen scheint es noch aggressiver als sonst zu sein, reisst die tür zum schlafsaal auf, brüllt guten morgen im schneidenden tonfall eines vorwurfs, stänkert gleich weiter, raus raus! meckernd, mit den wurstfingern in der luft herumwirbelnd, niemand bleibt liegen, es treibt uns vor sich her in den waschraum, alle mit nacktem oberkörper, pissen, waschen, zähneputzen, wer duscht da wieder so lange, heraus! heraus! es beobachtet dich. es betet das morgengebet vor, vierzig zöglinge stehen vor ihren studierpulten, bekreuzigen sich, sie haben es im rücken, es mustert sie genau durch seine brille.
    morgenstudium, da schleicht es durch den studiersaal, der parkettboden knarzt unterm gewicht des feisten mannes im pfaffenkostüm, jetzt bleibt es plötzlich hinter dir stehn, sagt nichts, du kannst es riechen, säuerlich, ranzig, ungewaschen, sieht uns ja echt gern bei der körperpflege zu, hält aber für sich selbst nicht so viel davon, es blickt dir minutenlang schweigend über die schulter, du siehst nur seinen schatten im aufgeschlagenen schulbuch vor dir, wird es mich angreifen?, an den schläfen haaren ziehen?, am ohr?, im ohr?, erklingt der schlüsselbund zur bevorstehenden körperverletzung? es steht hinter dir, du rührst dich nicht. das einzige worauf man sich in kremsmonster verlassen kann: misshandelt zu werden.
    peior lernt im KZ neue formen von angst kennen, beim kleinsten gräusch zuckt er zusammen, jede türe birgt die gefahr plötzlich aufzuspringen, ihm ins gesicht zu donnern, er trinkt ein glas wasser, das könnte zerspringen, scherben in den augen, angsträume, die bedrohungen seines lebens, seiner sicherheit, seines selbstwertgefühls beinhalten, lassen ihn nachts schreiend hochfahren, kopfpolster am morgen durchgeschwitzt, er fängt an sich zu isolieren, menschen bedeuten gefahr. die krankheit kremsmünster kann als form der diskulturation durch klerikalfaschismus beschrieben werden.
    peiors einseitige kommunikation mit gott namens beten besteht abwechselnd aus bitt und dankgebeten, antworten gibt’s keine, also wendet sich peior im sakrament der beichte an seinen geistlichen begleiter, mit der frage, was zu tun sei, mit mandorfer, klinglmair , wie umgehen, mit diesem extremen hass, der gewalt, den misshandlungen? beichtvater zacherl entgegnet: wirf den alfons, den leonhard ins postkastl bua, auf m postkastl steht gott oben, der wird’s richten für dich. peior rätselt über gott als psychologischen postkasten. hat ihn sein beichtvater im sakrament der beichte angelogen, falsches zeugnis abgelegt? der postkastlschmäh funktioniert nicht, die misshandlungen von männern, die ihr leben gott geweiht haben, gehen weiter. die hand, die dir am morgen bei der konzelebration in der michaelskapelle den friedensgruß gegeben hat, gibt dir am selben tag noch eine ohrfeige.
    kommt es durch den schlaafsaal in den studiersaal? von vorne?, oder durch die tür vom gang? von der seite? oder späht es von seinem zimmer durchs guckloch in den studiersaal, auf der suche nach einem opfer, para noia, es reicht völlig aus nicht entsprechend da zu sitzen, es gefällt ihm deine körperhaltung nicht beim studieren, bestraft kann hier jeder wegen allem werden. es entkommt niemand, es fragt im konferenzzimmer des stiftsgymnasiums bei deinen lehrern nach deinen schulischen leistungen, nach deinem betragen, was? er hat heute im religionsunterricht nicht gewusst, was das exultet bedeutet, wo es zur anwendung kommt? werde ich ihm die studierzeit verlängern, damit er es lernen kann, ja, es spricht mit dir häufig in der dritten person.
    das aufseher im KZ legt großen wert auf ordnung und sauberkeit, es kontrolliert die korrekte position der abgestellten hausschuhe neben dem bett, am abend, es kontrolliert die studierpulte, überprüft den inhalt deiner schreibtischlade, wühlt darin herum, steckt seinen rüssel ins naschkastl, stöbert in deinem kleider kasten herum, privatleben gibt’s hier keines, doch, es selbst hat selbstverständlich eines, sein düsteres zimmer, stets die vorhänge vorgezogen würde peior heute als die behausung eines messies beschreiben, setzten sie sich! setzen sie sich! ruft es peiors mutter am elternsprechtag in seiner höhle zu, diese findet aber keine sitzmöglichkeit in dem saustall, das angebotene wasserglas schnaps lehnt sie ab.

    wir müssen uns stift kremsmünster als gewalttätigen ort denken.

  205. Alexander Nader Says:

    stimmt ALLES!
    Ich habe nie wieder in meinem Leben mehr Angst ( und ich meine wirkliche Angst) gehabt, als 1979 -1981. Ich war in diesen 2 Jahren im KZ und hab dort mehrmals die “Prügel meines Lebens” vom Blad bezogen.
    Ich habs überlebt, und bin auch psychisch nicht an-“geschlagen”.
    Ich könnte es aber durchaus verstehen wenn der Eine oder Andere das dort Erlebte nicht so gut verarbeiten kann.
    Ich bin mir sicher dass da draussen etliche psychische Wracks herumlaufen, die auf das Konto der hier schon mehrfach genannten “Gottesmänner” gehen.
    An dieser Stelle verabschiede ich mich aus dem Blog. Ich wünsche den Opfern dass sie das Erlebte verarbeiten und zur Ruhe kommen.
    Was ich den Tätern wünsche überlasse ich der Phantasie des geschätzten Mitlesers. Ich hoffe meine und eure Wünsche mögen sich erfüllen ;-)

  206. Anonym Says:

    Was geschieht am Stiftsgymnasium eigentlich mit Lehrpersonen, die 16-18 jährige Mädchen belästigt haben? Würde mich interessieren!

    • wenn du den meinst ... Says:

      der hier schon genannt wurde, dann passiert – wie du siehst – gar nichts. Außer eine Würdigung der sportlichen Erfolge.

      • Anonym Says:

        “würdigung der sportlichen Erfolge” irritiert mich jetzt. ich meine ganz ausdrücklich NICHT khm.

        • interessant! weil ... Says:

          dann gibt es neben besagtem (siehe diskussion in diesem blog) noch einen partnerschaftlichen musterfall, der meiner aufmerksamkeit entgangen ist …

          • na no na ned..... Says:

            des is sowieso a waunsinn…. der ganze Scheiß….

          • Anonym Says:

            Partnerschaftlich Hilfsausdruck würde ich sagen, denjenigen konnte man ja damals als Schüler durchaus mit Vornamen anreden und Alkohol wurde spendiert frage nicht. Natürlich muss man dazu sagen, wir fanden das schon lustig! Mit 16. Warum auch nicht, ist doch lustig wenn dir eine Aufsichtsperson einen Rausch spendiert und du eine Gaudi hast, mir hat der Wein geschmeckt mit 16! Vielen anderen auch. Und auch diese Anbratgeschichten waren irgendwie lustig, im nachhinein halt überhaupt nicht mehr, wenn man als selbst Erwachsener sich denkt, wie kommt man auf die Idee eine 16-jährige anzubraten als Aufsichtsperson. des is sowieso a waunsinn….der ganze Scheiß…da hast du völlig recht, und so mancher hatte viel zu lange seinen ruhigen Schlaf! Gell!

            • inspektor joe Says:

              jetzt ist schon wieder was passiert. weil der brenner nix blöd, frage nicht. der hat den dings natürlich gleich durchschaut, obwohl ähnlichkeit mit p.dings und turnlehrer dings, da dreht sich dir der kopf im kreis, in diesem kremsdingsda. aber die eltern, das musst du schon verstehen, die wollen immer nur das beste, und elite, frage nicht!

  207. arborexmachina Says:

    Bei all dem Schmerz der hier offenbar wird ist mir eine kleine humoristische Verballhornung,von uns Schülern,für das im Kz üblichen Abendgebets eingefallen—–
    Der Leo ist der fettste Hund,auf unsrem schönen Erdengrund
    den selbrigen er sehr versaut,die Schüler er oft gar verhaut
    hüllt Schlaf die müden Glieder ein,lasst uns vor ihm geborgen
    sein
    damit am Morgen wir bereit,zu führen einen neuen Streit

    • a-n-g-e-l-u-s Says:

      aaangeeluuus, aaangeeluuus –
      so mussten die senioren täglich durch die abteilung kurz vor 19.00 Uhr rufen
      daraufhin standen alle (nota bene!) hinter ihren Studierpulten (und nicht in irgendeinem gebets- oder meditationsraum), alle den blick in dieselbe richtung gerichtet, um tag für tag den angelus (die magd des herrn) runterzubeten

      wenn pater l. da war, schlich er sich heimlich (durch die tür seines präfektenzimmers) in den hinteren teil des studiersaals und beobachtete von hinten, ob ordentlich gebetet wurde
      um sich nach ende des gebetes leute rauszufassen, die nicht entsprochen haben

      ein nicht genügendes “laudate” (dominum) war ein willkommener anlass für ein “punite” eines “discipulus”

  208. Prometheus Says:

    Frankreichreise oder Emmeram Anderers Abschied vom Stift.

    Ich denke gerne an die Frankreichreise in den Ferien am Ende der 5. Klasse zurück. Die Busreise war wirklich Cool, es war lustig. Pater Emmeram hatte sie organisiert und es waren wirklich schöne Orte dabei. Ich glaube, Pater Emmeram Anderer borgte mir 50 Francs, die ich ihm am Anfang des Schuljahres zurückzahlen sollte.

    Es war wirklich eine sehr lehrreiche Reise, wo wir über mittelalterliche Städte und Klöster interessante Geschichte(n) von ihm erfuhren. Wir hatten gutes Wetter, waren im Meer schwimmen.

    Interessant für mich waren 2 knabenliebende Ereignisse, die mir geradezu außerhalb klösterlicher Mauern begegneten.

    Ein für damalige Verhältnisse älteres Paar wollte mich im Auto zum Hotel bringen, was ich ablehnte. Es war schon seltsam, ich hatte Angst, dass irgendwas nicht stimmt.

    Beim Parisaufenthalt ging ich am Abend mit einem älteren Kollegen in eine Flipperhalle. Er spielte damals bei so einem Automaten, da musste man mit einem Flieger Bomben abwerfen.
    Ich spielte Flipper. Dann war da so ein schwarzer Mann, der meinte, ob ich auf seinem Flipper spiele, der wäre cool.
    Ich dachte, naja gut, dann spielst du halt mit dem Flipper, mulmig wurde mir allerdings, als mir der Mister-Flipper von hinten half, die Knöpfe rechtzeitig zu drücken, also er stand hinter mir, und tätschelte noch von außen auf meine Finger. Ich dachte, “shit, das ist aber jetzt nicht normal.” Ich verdrückte mich dann wieder, und spielte lieber wo anders am Flipper. Dann sollte ich noch mal spielen, ich überlegte, ob das nur ein kultureller Unterschied ist, oder ob da wirklich was nicht passt für mich. Das gleiche Ritual noch mal, wieder ein Tätscheln von Hinten, sehr seltsam, ich dachte, bei der nächsten Gelegenheit muss ich aber abhauen.
    Die Gelegenheit war da! Ich zischte raus, an T.K. vorbei, der in seinem Bomberspiel vertieft war, uns sagte: Hilfe, da ist ein Schwuler”. Ich versteckte mich Hinter einer Baustelle und hoffte, der schwarze Mann käme nicht. Er kam nicht. Ich stahl mich dann ins Hotel, blickte an jeder Straßenecke hinter mich, mein Kollege T.K. war spielsüchtig dürfte offenbar von dem Schwarzen Mann verschont geblieben sein.

    Also, nicht nur im Stift gibt’s so Leute, die sich an Jungen vergreifen. Die 2 Ereignisse waren doch aufregende Abenteuer, an die ich mich gerne erinnere, es ist ja gut ausgegangen.
    Es ist vielleicht ganz gut für einen jungen Mann, zu erleben, dass man die Leibeslüste eines anderen zum davonlaufen findet, vor allem weiß man dann, wie es den Frauen geht, die dauernd angebraten werden.
    Wie gesagt, solange alles gut ausgeht.

    Ich erinnere mich auch an einen Welser Baggerteich, ganz unabhängig von Kremsmünster, ich spielte dort. Dann war dort ein Mann, der nackt badete. Er meinte, ich könnte mich auch nackt ausziehen und dann Schwimmen. Mir war die Situation unangenehm, dachte, er meint es nett, aber irgendwas in mir sagte, dass ich das jetzt vielleicht besser nicht mache, was er will.

    Am Schulanfang nach der Reise war Pater Emmeram nicht mehr da. Er hatte sich mit einer Frau verdrückt, hatte ich gehört. Es war schon ein Verlust, aber man muss sagen, die Frankreichreise war sein Abschiedsgeschenk an uns Schüler, keine Ahnung, ob er sich dessen bewusst ist.
    Ich hatte Pater Emmeram in guter Erinnerung, denn in der 2. Hatten wir mal Schneeburgen gebaut. Dann kamen irgendwelche Älteren und traten sie uns ein.
    Pater Emmeram fragte letzte, warum sie das machen und verwickelte die älteren in ein Gespräch. Aus heutiger Sicht, waren P. Emmeram und P. Robert die einzigen, die sich für jüngere einsetzten, wobei mir bei P. Emmeram auffiel, dass er sich auch mit jugendlichen Tätern konstruktiv beschäftigen konnte.

    Ich hoffe, Pater Emmeram liest das hier, wie auch immer er im wirklichen Leben heißt, ich danke ihm hier ausdrücklich für das Abschiedsgeschenk Frankreichreise

    Neben aller berechtigten Kritik anderer soll auch das Gute hervorgehoben und gelobt werden.

    • P. Emmeram heute Says:

      heisst “zivil” wieder Dr. Peter Anderer und ist nach wie vor Prof. für Deutsch und Französisch am Khevenhüller Gymnasium in Linz:

      http://www.khevgym.eduhi.at/index.php/lehrer

      • Anregung Says:

        falls “der Schwan” hier mitliest wäre es super, wenn er sich zu Wort melden könnte. Mich würde seine Meinung brennend interessieren und auch, wie er das damals alles empfunden hat. Ich habe wie viele andere auch unseren damaligen “Sanguiniker” in wirklich guter Erinnerung.

        Seine Frankreichreisen gibt’s übrigens immer noch am Khevenhüller Gym !

      • Schwanengesang Says:

        er hat damals doch geheiratet, nicht? Mag mich dumpf erinnern, das mal gehört zu haben. Ja, er war schliesslich ein gutaussehender Mann und auch bei manchen Müttern nicht unbeliebt…

        • OH JA Says:

          nicht unbeliebt… allerdings, da gab’s auch durchaus Gerüchte, wie weit die Beliebtheit ging

        • Gu-Guuuh Says:

          weiss noch gut, wie an hfwe die mütter in warteschlangen vor seinem kabäuschen anstanden…. manche waren extra aufgebrezelt und der schwan ist auch stets reichlich mit genussartikeln bedacht worden. von den parfum-wolken mal ganz zu schweigen. hey, was für’ne show, und das mitten im kloster. könnte mir gut vorstellen, dass das im konvent nicht so ganz unumstritten war. ich hab’s jedenfalls als extrem lustig in erinnerung und hoffe, er ist auch im zivil-leben gut zurechtgekommen.

    • Alexander Nader Says:

      Ein Letztes…..
      Der Schwan war sicher exzentrisch, jedoch sind mir Auswüchse seinerseits nicht bekannt derentwegen hier seit mehr als 4 Monaten geschrieben wird. Ich hab ihn als korrekten Menschen in Erinnerung, der sich nicht nur wegen seiner Duftwolke aus dem sonst oft miefenden Präfektenkollektiv abgehoben hat. Er war ja auch der Erste der in “Zivil Montur” herumgelaufen ist, und hätte es eine Kutte mit Krokodil, Polospieler oder Lorbeerkranz gegeben, er hätte sie sicher getragen.
      Es wäre sicherlich von Interesse, ob er nur wegen seiner anti zölibatären Einstellung das Kloster verlassen hat, oder ob die Gangarten seiner Präfekten-Kollegen zum Austritt beigetragen haben.
      Emmi – oder Peter- war sicherlich ein Freund. Er hatte seine Eigenheiten, aber gerade die haben Ihn liebenswürdig gemacht. Seine Frankreichreisen waren ein Gewinn, und sein Abschiedsgeschenk hab ich immer noch.
      Er war kein Täter und darum wünsch ich Ihm nur das Allerbeste.

  209. der feine unterschied ... Says:

    @Prometheus:

    Ja, solche Dinge wie sexuelle Belästigung und Missbrauch gibt es auch in der Welt da draußen, und nicht zu knapp. Aber der feine Unterschied zur Langzeit-Causa des Systems Mandorfer ist doch folgender:

    (a) Missbrauch eines Erziehungsauftrags – und auch das gibt es außerhalb von kr. nicht zu knapp, und

    – und jetzt der wirklich ENTSCHEIDENDE UNTERSCHIED –

    (b) die Sache war jahrelang bekannt – und man wissentlich in Kauf genommen, solche Erzieher einzusetzen, als dies schon bekannt war. Und die Eltern wurden bewusst getäuscht, wofür sich bis heute niemand wirklich entschuldigt hat.

    Versteh mich bitte nicht falsch, dein Beitrag ist OK, aber relativierend möchte ich ihn nicht verstanden wissen. Denn diese Argumentation – quasi “ist kein Problem der Kirche, sondern der Gesellschaft im Allgemeinen” – klingt nach Herrn Leitenberger (PR-Maschine von Kardinal Schönborn).

    • Prometheus Says:

      Sorry, tut mir leid, ich wollte nicht relativierend wirken. Meine anderen Beiträge über meine eigene Hölle auf Erden, ganz in der Nähe von “Gott”, sind durchaus ganz anders, ich denke, ich Prometheus war ein häufiger und anklagender Schreiber. Trotzdem danke für die Kritik, der Bericht für sich genommen wirkt wirklich etwas relativierend.

  210. peior Says:

    kremsmonster / erfahrungen / 1983

    katholische pädagogik. christliche erziehung. die massnahmen des klerikalfaschistischen misshandlungsinstituts für hochmotivierten sadismus, stift kremsmünster, zeigen wirkung.
    unter den zöglingen, wir heissen studenten! herrscht brutale hackordnung. jeder ist sich selbst der nächste, denunziation, nötigung diebstahl, sachbeschädigung, schlägerein fünf gegen einen, stehen auf der tages und nacht ordnung, sind so normal, wie die tatsache, dass sich der direktor des internats, pater alfons mandorfer OSB, zöglinge für einen kleinen schlafsaal mit verbindungstüre zu seinen privatgemächern auswählt, um auf diese weise ungestört seinen sexuellen und sadistischen neigungen nachgehen zu können. oralkatholisch. das wissen hier alle. analkatholisch. das wissen hier alle.
    dritte klasse gymnasium. peior lernt latein. weil diese sprache alle kuttenbrunzer zu kremsmonster mehr oder weniger beherrschen, können sie allen lateinschülern immer gut nachhilfe erteilen. pater alfons mandorfer OSB, beordert peior auf sein zimmer, er muss ihm gegenüber platz nehmen. zwischen ihnen, am schreibtisch, wie alle möbelstücke in diesem raum eine reich mit intarsien verzierte antiquität, liegt ein gegenstand den peior noch nie gesehen hat. ein stock, aber aus leder. während mandorfer beginnt lateinvokabel abzufragen, nimmt er ihn in die rechte hand und klopft damit auf die tischplatte. lieblich? dulcis. lieben? amare. und? stammformen? weiß er nicht? der direktor holt mit dem stock aus und schlägt peior damit auf den kopf. stammformen? nächster schlag ins gesicht, von der seite geführt. stammformen? auf die schläfe. töten? caedere. stammformen? ein schlag, wieder auf den kopf. der nächste auf die schulter. stammformen? wieder ins gesicht. peior sitzt aufrecht, starr, die hände vor ihm auf der schreibtischplatte sehen nicht wie seine eigenen aus, fühlen sich taub an, durch das geöffnete fenster hört er den zufluss unter der brücke zum wassergraben rauschen, noch ein schlag auf die finger, irgendein unregelmäßiges verb, dann hält der direktor inne, setzt sich, atmet gräuschvoll aus, seine wut über die dummheit des schülers hat ihn hochfahren lassen, jetzt beruhigt er sich, mustert verächtlich peior, streicht ihm mit dem stock übers haar. näselnd, im manieriert gespreizten tonfall des angewiderten herrenmenschen: dies ist ein ochsenziemer, peior, auch ochsenfiesel genannt, eine peitsche für ochsen, wie du einer bist. mandorfer drückt peior die peitsche ins gesicht, unter die nase, an den mund, muffiger geruch, altes leder, dem geruch der kutte mandorfers nicht unähnlich, wenn er dich mit dem gesicht in seinen schoss drückt. von unter den achseln kann ein rinnsal den oberkörper hinunter laufen, endeckt peior heute, er hört kinder lachen, trippelnde schritte hallen von der welt draussen herauf, die sonne lacht auf das stolze münster ob der krems herab, touristen bsichtigen die ganze pracht, stehen vor der schwarzen gedenktafel, die an die schulzeit des großen dichters adalbert stifter in kremsmonster erinnert, mandorfers peitsche auf peiors mund, jetzt flüstert er mit ihm, nein, es ist ein leises fauchen: menschen, wie du einer bist sind abschaum, peior, deshalb heisst du auch so, nicht wert hier student zu sein, du siehst ja selbst, wie blöd du bist, diese peitsche wird dir helfen dich besser zu entwickeln, kapiert?
    das mit abstand berühmteste und gleichzeitig berüchtigste möbelstück im stift, steht schräg links hinter peior. unter den schülern wird darüber gewitzelt, warst schon am rosa sofa? wer hier mit pater alfons mandorfer OSB, platz nehmen muss, wird sexuell misshandelt und beteiligt sich nicht an den witzen seiner schulkollegen über das rosa sofa. ebenso wie über den oben erwähnten schlafsaal, wissen alle im stift über existenz und funktion dieses möbelstückes bescheid. präfekten, geistliche, weltliche lehrer am renommierten stiftsgymnasium kremsmünster sehen den tätern beim systematischen machtmissbrauch zu, alle wissen, dass sexuelle, physische, psychische misshandlungen strafrechtlich relevante taten darstellen. unternehmen nichts. machen sich als mitwissende zu mitschuldigen. stehen auf derselben stufe, wie die täter. sind selbst täter. in der achten klasse wird peior in der letzten deutschschularbeit vor der matura, zum thema, acht jahre kremsmünster, ein resümee, folgenden satz schreiben: der direktor des konvikts schafft es nicht seine sexualität zu sublimieren und überwacht die zöglinge in seinem schlafsaal hades besonders genau bei der körperpflege. der deutschlehrer, pater emmeram anderer OSB, wird neben diesen satz, am korrekturrand der seite im schularbeitenheft mit rotem stift schreiben: das muss aber schon sehr lange her sein!
    ende der lateinnachhilfestunde, mandorfer springt in seinen roten kombi und fährt irgendwo hin, peior, termin für die nächste nachhilfestunde ist fixiert, geht zurück ins KZ, setzt sich an sein studierpult und möchte mit den aufgaben zur vorbereitung auf das sakrament der firmung fortfahren.
    irgendetwas summt in seinen ohren, manchmal ein hoher pfeifender ton, dann wieder tief, wie ein kühlschrankgeräusch, er stützt die ellbogen am pult auf und presst die handflächen gegen die ohren. die geräusche werden dadurch stärker.

    wir müssen uns stift kremsmünster als gewalttätigen ort denken.

    • trefflich Says:

      trefflich beobachtet!
      a. – der herrenmensch: betrachtet und behandelt andere als abschaum

      da fällt mir ein – im kirchenchor soll er zu jemandem gesagt haben: aus dir gehört seife gemacht

  211. Beobachter Says:

    August Mandorfer feiert heute, 1. August, seinen Namenstag. Zu seinem Namenspatron, dem Heiligen Alfons, hatte er seinem Vernehmen nach stets ein gespanntes Verhältnis; verständlich, weil dieser ein berühmter Moraltheologe war.
    Wir wünschen ihm zum Namensfest alles Gute, Gesundheit, ein langes Leben und – seiner musikalischen Begabung entsprechend – ein frohes Mitwirken im Gefangenenchor!

  212. peior Says:

    oö nachrichten / 11.08.2010

    LINZ. Die Polizei hat nun alle potenziellen Opfer sexueller und gewalttätiger Übergriffe im Stift Kremsmünster einvernommen. Jetzt muss die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob Anklage erhoben wird.

    Insgesamt gibt es drei Verdächtige: Die beiden Geistlichen des Benediktinerklosters, Pater A. und Pater P. sowie ein ehemaliger Erzieher des Heimes. Für alle Drei gilt die Unschuldsvermutung.

    Seit die Übergriffe auf die ehemaligen Zöglinge Mitte März publik geworden sind, waren die Ermittler in ganz Österreich unterwegs. Hauptgrund dieser Erhebungen war es, die Opfer zu befragen und einzuvernehmen.

    Seit kurzem liegen nun die Ergebnisse in Form eines Abschlussberichts der Sicherheitsbehörden vor, bestätigte der zuständige Staatsanwalt Andreas Pechatschek den OÖNachrichten. Damit liegt nun der Ball bei der Staatsanwaltschaft. Sie muss entscheiden, ob die Fakten ausreichen, um gegen die drei Verdächtigen Anklage zu erheben.

    Dauerfolgen bei Opfern?

    Um das entscheiden zu können, benötigt die Staatsanwaltschaft jetzt noch ein Gutachten eines psychiatrischen Sachverständigen. Dieser soll feststellen, ob bei den Betroffenen psychische Dauerfolgen vorliegen. „Wenn sich herausstellt, dass die Folgen derart schwerwiegend sind, erhöht sich dadurch auch die Strafdrohung“, sagt Pechatschek. Und das ist letztlich auch dafür entscheidend, ob die Fälle verjährt sind oder nicht, denn: „Je höher die Strafdrohung, umso länger ist die Verjährungsfrist“, sagt der Staatsanwalt.

    Er rechnet damit, dass das Gutachten in etwa einem Monat fertig ist. Die Entscheidung über eine Anklage oder eine Einstellung des Verfahrens werde danach „relativ rasch“ getroffen.

    • talso Says:

      Ich bin sicher, dass gegen niemanden eine Anklage erhoben wird. Das Stift war in den letzten Monaten sicher nicht untätig und hat diejenigen Gönner des Stiftes und Sympathisanten im Altkremsmünsterer mobilisiert, die eventuell dem Stift helfen können. Denn in all diesen Kreisen gibt es Menschen, die all das als nicht so schlimm sehen und der Meinung sein, dass so ein wenig Gewalt und so ein wenig sexueller Missbrauch doch niemanden geschadet haben können!

    • fehlt da nicht einer? Says:

      “… Die beiden Geistlichen des Benediktinerklosters, Pater A. und Pater P. sowie ein ehemaliger Erzieher …”

      wer ist denn der “Erzieher”? entweder Leo oder der feine Benno bzw Herr Zacherl sind demnach aus dem Schneider?

      Ich bin gespannt, ob das Stift von sich aus in der Lage sein wird, zwischen strafrechtlicher Relevanz (die bei Verjährung eben nicht mehr gegeben sein könnte) und moralischer Schuld unterscheiden kann.

      Ich sehe es aber tendenziell eher wie TALSO – der Beton wird seit 3 Monaten angerührt, und herauskommen wird gar nichts.

  213. OÖN Says:

    OÖN, 12.08.2010

    LINZ. Die Zahl der Austritte aus der katholischen Kirche ist nach Bekanntwerden vieler Missbrauchsfälle stark angestiegen. Das zeigt ein Rundruf der OÖNachrichten. In Ballungszentren sind bis Juni mehr Gläubige ausgetreten als im gesamten Jahr 2008.
    „Ich habe schon länger überlegt, aber dann auch noch diese Missbrauchsskandale in den kirchlichen Einrichtungen. Jetzt reicht es“, sagt eine Linzerin und verlangt im Bürgerservice des Magistrats ein Austrittsformular.

    1748 Gläubige haben es ihr im ersten Halbjahr des heurigen Jahres in der Landeshauptstadt gleichgetan. „Die meisten kamen im März und im April zu uns“, sagt Bürgerservice-Chefin Gabriele Ambach den OÖNachrichten. Im Vergleichszeitraum 2008 hatten nur 845 Linzer den Entschluss gefasst, der Kirche den Rücken zu kehren. 1117 waren es schließlich im gesamten Jahr 2008. Es folgte ein sprunghafter Anstieg ein Jahr später – auf 2178 Austritte. Damals dürfte die umstrittene, dann nicht vollzogene Bestellung des Windischgarstner Pfarrers Gerhard Wagner zum Weihbischof eine Rolle gespielt haben.

    Die Halbjahresstatistik über die heurigen Kirchenaustritte in Oberösterreich wollte die Diözese Linz zwar nicht bekannt geben. Wie OÖN-Recherchen bei den Magistraten ergaben, kam es heuer noch schlimmer. Nicht nur in Linz stieg die Zahl der Austritte massiv an. In Steyr kehrten von Jänner bis Juni 388 Bürger im Magistrat per Formular der Kirche den Rücken. „Schon erschreckend viele“, sagt eine Mitarbeiterin mit Blick auf die Statistik. Im gesamten Jahr 2008 zählten die Steyrer damals vergleichsweise nur 265 Austritte, im Jahr darauf waren es 419.

    Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Stadt Wels. Heuer traten bereits 504 Katholiken aus der Kirche aus. Im gesamten Jahr 2008 gab es hingegen nur 358 Austritte. Im Vorjahr waren es 518 Welser.

    „Viele Austritte sind auf die Missbrauchsvorwürfe zurückzuführen“, sagt Helmut Ausserwöger vom Kommunikationsbüro der Diözese Linz und fügt hinzu, dass der Kirche „eine konsequente und transparente Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft“ sehr wichtig sei. Jeder Austritt sei schmerzhaft und werde ernstgenommen.

  214. auf 180 Says:

    so, nochmal zur wiederholung:

    es befindet sich unter dem lehrkörper eine person gegen die eine polizeiliche anzeige wegen sexueller belästigung vorliegt, dies dürfte dem hr. direktor sehr wohl bekannt sein. aber was kann schon passieren, nicht viel. die pension ist nicht mehr allzu lang entfernt, dann ist die sache schnell vergessen und man kann sich wieder wichtigeren dingen, wie etwa dem fussballturnier widmen.

    wir werden nicht ruhen ehe was geschehen ist, da könnt ihr euch sicher sein.

    • hr. direktor auf urlaub Says:

      Was soll diese Aufregung wegen einer angeblichen Anzeige gegen eine Person aus dem heutigen Lehrkörper?

      Jetzt sind doch bitte die verdienten Ferien. Auf der website des Stiftsgymnasiums wird als aktuelleste Schlagzeile angekündigt, welche Schulbusse in der letzten Woche des Schuljahres 2009/10 verkehren.

      Oder soll mit dieser (bewussten?) Nicht-Aktualität auf der website einer der renommiertesten “hohen Schulen” Österreichs signalisiert werden, dass Schule und Stift ganz LÄSSIG sind? Dass man sich nichts vorzuwerfen hat in der Schule, die MEILENWEIT vom Stift entfernt ist? Soll damit vielleicht JEGLICHER EINDRUCK VERMIEDEN WERDEN, im nächsten Schuljahr könnte es zu wenige Anmeldungen geben?

      Hatten wir (Schüler/innen, Altkremsmünsterer/innen, usf.) nicht zu lernen: Was in den 80er Jahren geschehen ist, war im INTERNAT (das es so nicht mehr gibt) und hat mit der Zeit HEUTE NICHTS und schon ÜBERHAUPT GAR NICHTS ZU TUN!

      Habt Ihr das noch immer nicht gelernt – trotz aller partnerschaftlichen Lehrversuche?! Wie können Altkremsmünsterer auf die partnerschaftlichen Lernangebote derart lern-resistent reagieren? GOTT-SEI-DANK hat die Schule ja noch die jungen Schüler/innen, die partnerschaftlich lernen wollen!

      Also nochmals. Lernen, lernen und nochmals lernen, bis man´s kann: Es kann keine sexuelle Belästigung durch eine Person eines partnerschaftlichen Lehrkörpers einer christlichen Schule von heute geben.

    • alles nur Gerüchte! ... Says:

      Wie uns die “Stellungnahme” der Lehrer wunderbar direkt vermitteln durfte, ist ein “Gerücht” für Herrn Direktor noch lange kein Grund, sich ernsthafte Sorgen machen zu müssen. Da müsste man ja proaktiv handeln!

      Polizeiliche Ermittlungen haben die Schule noch nie beeindruckt – und die Auswahl von Lehren und Erziehern schon gar nicht beeinflusst.

      Außer … die Schule hätte sich tatsächlich verändert. Darf Herr W. zwischenzeitlich immer noch hauptberuflich Kontakt mit jungen Mädchen haben?

      J.E.D. (Joe erat demonstrandum)


      Link zur “Stellungnahme”:
      [http://www.dialog-fuer-kremsmuenster.at/images/stories/dateien/stellungnahme3.pdf?ml=5&mlt=osc&tmpl=component]

      • 90iger jahre Says:

        Wieso wird in der Stellungnahme nur von sexullen Übergriffen in den 70 und 80iger Jahren geredet. Laut meines Wissen hat es ja diesen sexuellen Übergriffe hauptsächlich in den 80 und 90iger Jahren !!!!! gegeben. Oder lieg ich da falsch?

        • guter Punkt! Says:

          Man muss wohl 70er/80er/90er sagen, wobei in den 70er-Jahren wohl noch nicht das volle Ausmaß der Manndorferei ausgebrütet war.

          Insofern hast du völlig Recht! Guter Hinweis!

      • auf 180 Says:

        die stellugnahme ist eine frechheit die ihresgleichen sucht.
        “kein opfer hat sich bei uns gemeldet” – es hat bei manchen 30 jahre oder noch länger gedauert dass sie selber realisiert haben was mit ihnen passiert ist. soll der unterstufenschüler zum lehrer oder direktor hingehen und sagen “hallo, ich bin sexuell mißbraucht worden”. es ist natürlich bequemer passiv dazustehen und vielleicht auch noch zu sagen “ihr seid schuld dass ihr euch nicht gemeldet habt” als aktiv zu handeln.

        herr w ist meines wissens noch aktiv im dienst.
        was die gründe gewesen sein könnten, warum das “waldprojekt” damals mehr oder weniger abgeschafft wurde wird mir auch erst jetzt bewußt. da soll mir noch wer erzählen er habe von den sachen nichts gewußt; dies ist eine reine lüge – dann auch noch von christlicher erziehung zu sprechen – aber bitte, jeder muss damit selbst leben und irgendwann einmal dafür gerade stehen, viel spaß dabei.

        • frechheit gedoppelt Says:

          In exakt diesem(!) Zusammenhang muss man sich nochmals auf der Zunge zergehen lassen, mit welcher Begründung Herr Joe die Gegenwart als rosig und geläutert anpreist:

          “… was sich etwa seit 1990 an unserer Schule geändert hat, als die ersten Mädchen im Stiftsgymnasium aufgenommen wurden und gleichzeitig die Zahl der Konviktsschüler drastisch zurückging….”

          Problem = Konviktsschüler (nicht etwa die Lehrer/Erzieher)

          Mädchen aufgenommen = Missbrauch nicht mehr zu erwarten.

          ——–
          Quelle:

          http://www.stift-kremsmuenster.at/index.php?id=273&tx_ttnews%5Btt_news%5D=803&cHash=213c6e22c79211775c4f7761afe67124

          • Keine Frechheit! Says:

            Damit unterstellst Du dem Herrn Direktor dass er das Problem bei den Konviktsschülern sah.

            Doch das sagt er hier gar nicht, sondern er sagt lediglich *dass* es damals eben noch (mehr) Konviktsschüler gab, mehr nicht.

            Den Kausalzusammenhang hast Du hergestellt, nicht er. Insofern ist das eine Unterstellung die nicht zulässig ist.

            • sehe ich anders Says:

              das mag man wohlwollend so sehen, und von einer extrem unglücklichen formulierung sprechen – im kontext anderer stellungnahmen der schule bleibe ich aber dabei:

              (1) die lehrer putzen sich auf das phänomen internat ab – motto “wir waren die guten”

              (2) ohne das näher zu begründen, wird die aufnahme von mädchen als wundermittel der erneuerung dargestellt.

            • auf 180 Says:

              es wird meiner meinung nach suggeriert dass es nach der einführung von mädchen an der schule in den 90ern zu keinen mißbräuchen mehr kam, da diese das klima positiv beeinflußten.
              dass manche dieser mädchen jedoch selbst opfer sexueller belästigung wurden wird in keinem wort erwähnt und für ausgeschlossen erklärt – und hier liegt für mich “der hund begraben”, da es nämlich vorgekommen ist.
              man könnte es auch so sehen: seit der zulassung von mädchen waren die buben nicht mehr alleine sexueller gewalt ausgesetzt…

  215. LH - MJ ´95 Says:

    Die Verfahren gegen “Ferdl” (ich kann nicht nachvollziehen, was er schlimmes getan haben soll, besonders verglichen mit Personen wie “Fig” u. a.) und Benno sind eingestellt.

    Welche Botschaft sendet diese Entscheidung?
    Man könnte meinen, es sei völlig in Ordnung und gesellschaftlich geduldet auf Schutzbefohlene (teils wirklich heftig, auch mit Fäusten und Füssen) einzuschlagen und diese zu verprügeln, vorzugsweise in angetrunkenem Zustand, quod erat demonstrandum.

    Es wäre zu wünschen, dass Delikte wie Mißbrauch (besonders an Kindern und Jugendlichen) jedweder Form und Ausprägung zumindest so hart bestraft würden wie Wirtschaftsdelikte.

  216. DIALOG FÜR KREMSMÜNSTER Says:

    BITTE UM EURE MITHILFE!

    Hallo an alle Leser dieses Blogs,

    es ist bald soweit – wir werden die redigierten Fragen an das Stift Anfang September dem Krisenstab übergeben, mit der Bitte um Beantwortung bis Ende Oktober.

    Im wesentlichen werden folgende Fragen gestellt werden (allerdings mit konkreten Bezügen und präzisen Beispielen):

    (1) Ist es glaubwürdig, dass die Verantwortlichen im Stift und in der Schule jahrelang nichts gehört und nichts gesehen haben?

    (2) War die ausgeübte Gewalt (abseits des sexuellen Missbrauchs) tatsächlich – wie oft angedeutet – “dem Zeitgeist entsprechend”?

    (3) Was hatte die Erziehung im Konvikt mit christlichen Werten zu tun?

    (4) Was hat man seit März konkret getan, um mit ehemaligen Schülern und deren Eltern zu kommunizieren?

    (5) Wie geht die Schule heute mit Gerüchten bzgl. Missbrauch konkret um?

    Um das Gesamtbild zu untermauern, planen wir parallel dazu einen Fragebogen an ehemalige Schüler und deren Eltern – um nicht nur die Sicht des Stifts in die Waagschale zu werfen. Dieser Fragebogen macht aber nur Sinn, wenn eine relevante Zahl von ehemaligen Absolventen über verschiedene Jahrgänge hinweg bereit ist, selbigen zu beantworten.

    DAHER BITTE UM MITHILFE:

    Jede(r), der Interesse hat, die Idee der Befragung zu unterstützen, kann sich bei uns melden: kontakt@dialog-fuer-kremsmuenster.at – bitte mit Namen und Zeitbezug (Schulbesuch von – bis)

    Die Namen werden nicht veröffentlicht – aber wir wollen sichergehen, eine qualitativ gute Basis zu haben! Bei zu geringem Rücklauf können wir die Befragung mangels Repräsentativität nicht durchführen.

    Wir benötigen vor allem auch noch Personen, die einen Fragebogen an ihre Eltern weitergeben – z.B. können ja nur die Eltern beantworten, ob sie sich im Nachhinein betrogen fühlen, und ob die Gewalt tatsächlich in ihrem Sinn war. (Es wird für die nicht mehr internet-affinen Eltern auch eine leicht lesbare PDF-Version mit Auszügen aus diesem Blog erstellt, um Beispiele für die ausgeübte Gewalt zu dokumentieren).

    DANKE!

  217. LH - MJ ´95 Says:

    @ Dialog für Kremsmünster:

    Zunächst darf ich Eurer Initiative meinen Respekt aussprechen. Ihr versucht “Kremsmünster” wissenschaftlich aufzuarbeiten und den Grundsatz “altera pars et audiatur” zu leben – soweit fein.

    Bei aller Sympathie und Wertschätzung jedoch frage ich Euch:
    Meint Ihr Eure Fragen ernst oder seid Ihr Euch der Tatsache nicht bewußt, dass diese zweifelsfrei rhetorische bzw. “no na” Fragen sind?!?

    Auch finde ich 2 Monate an Zeit, um diese “Fräglein” zu beantworten etwas zu lange.

    Und ganz ehrlich: wer von uns möchte seinen Eltern zumuten den Blog zu lesen? Ich jedenfalls nicht, denn meine Eltern sind um die 70 Jahre alt, nicht besonders gesund und das Lesen dieses Blogs wäre wohl ihr (zumindest emotionales) Todesurteil.

    Wir alle wissen, was sich jahre- bzw. jahrzehntelang an diesem Ort der Grausamkeiten abgespielt hat; unter Wissen und Tuscheln hinter vorgehaltener Hand, teils in sich belustigender Manier; niemand der Lehrer/Patres/Erzieher, die wußten was Sache war hätte sich je getraut, gegen die allseits bekannten Missstände zu handeln und für uns einzustehen; niemand hat je die Hand gebissen, die ihn füttert – nicht in Kremsmünster.
    Niemand hätte gewagt gegen “Fig” anzutreten und sich der Gefahr auszusetzen dessen Macht zu spüren zu bekommen. Nein, da war es schon komfortabler, die Buben “drankommen” zu lassen.

    Alle, die es gewußt und geahnt haben (und niemand hat etwas dagegen unternommen) werden nie Frieden finden so lange sie auch leben; und das ist gut so.

  218. Herr K. Says:

    Herr K.: Jo, domois, noch da sogenauntn Affäre Groer, do san so komische e-mails kumma, wegen so Vorfälle im Stift. Dass do a wos woar wia bam Herrn Kardinal. Do is scho g´sogt woan: Olles Trittbrett-Foara. Ba uns do net. Do woin si a poar wichtig mocha. Na jo. Wissen´s eh. Do hot jeda oiwei g´wusst, wos a zum denga und zum soagn hot.

    G´heat hot ma oiwei wos. Wissen´s eh, so Gerüchte. Is jo vü trotscht woan. Über des, wos im Stift so voa sich get. Daun woan so G´schichtn, wos jeda gwusst hot. Do is dem oan wida d´Haund ausgrutscht. Blede G´Schicht. Woa wieda amoi s´Trommelfell kaputt. Najo: mens sana in corpore sano – hauma glernt. Daun is wieda ana va da Schui gnumma woan. Wern sie alle docht hobn: Der hot´s net pockt. Na, des is a schware Schui. Des pockt net a jeda. Wo g´hobet wiad, foin Späne.

    Jo, wos het i schau mochn soin. Des woan ja olles ehrbare Leit, de Patres. Gebn eana gaunzes Leben hi für den Herrgod. Na jo, Föla mocht a jeda. Des muass ma a so am Herrn zuagestehn, das der net so perfekt is. A Famüli hot a a net. A neamd zum Aulahna. Woan der maunchmoi krawutisch wird, muas ma des hoit vastehn. Wos het unsaahns schon sogn soin? Wissn see des? I hob daun Heisl baut aufm Grund vam Stift. Kaune heit goa nimma sogn´, ob mia des bülliga kriagt haum wie a aundara. Aber schlechte Gründe san des nia gwesn. Und überhaupt: Was jo a jeda, wos des Stift sogt, des g´schiacht im Markt. Obwoi, dass de jetzt a schau a Puff haum. Wia des gengan Wün vam Stift meglich gwesn is?

    I sog nur ans: In da Schui hot si imma bewährt, waunst net vü auffoist und dagegenredst. In deim Untarricht hot da daun a kann vü dreigret. Hot hoit a jeda so seine Untarrichtsmethoden. Na, partnerschoftlich wor des früher sicha net. Woan oba a aundare Zeitn. In de Ochtsgajoar – vam vorigen Joarhundart. Do is schau vü Wossa in Boch obigruna. Des sog i ihna, do hot ma maunche va de Pücha schau a wenig festa aupackn miassn. Oba des is do überoi a so. Außerdem tuat ma kam wos guats mit so softi-Methoden. Stön sie se vor, do kummt a so a Schüler auf´d Uni oder ins Berufsleben. Do geht´s net zimperlich zua. Na do tuat man kam wos guats. Ober dort wia do muass des scho partnerschaftlich sei, so nennt ma des heit.

    Des woa schau imma fesch. De herrlichen Hochämter. A so a schene Musi. Der woa schau begnodet, der „regens chori“. Und erst am Stifta-Tog. Früher haums de gaunzen orman Leit ausg´speist. Hunderte Oxn san des gwen. So sogt de Legende. Und d´ Studenten, des woan Lumpn. Wias se se oiwei in d´Stiftsschaunk begebm haum. Do haum´s Bia-Saufa schau boid glernt. Jo, heit sogat man, dass man Probleme net im Alkohol ersaufn soi. Aber wos haum´s den via a aundare Meglichkeit g´hobt? Daham het eana kaana wos glaubt. Und a jeda hot g´wusst, waunst do durchkummst, do wird wos aus dir. Und wia de Ötan va vüle des woitn! Und domois hot´s jo nu kaane Psychologen fia d´Schüler gebn. Woan jo eh d`Einkehrtog und vüle Gespräche mitm Herrgod. Do host di sozusogn aun hechsta Stö auswana kina. Oba next´s Joa kriang ma sogoa a Psychologin. Wiad jo a net vü bringa. Is hoit a Mode. Jetzt noch dem gaunzn Missbrauch der Medien mit dem Missbrauch.

    Und daun de Promulgation. Wias do olle stolz durchn Kaisasoi marschiert san. Und si vor dem hochwürdigen Herrn Abt vaneigt haum und vor uns, de Professorn. Wia san in da erschten Reih – vor de Ötan – g´sessn. Jo, a so a Abt, des is wirklich no ana, zu dem ma aufblicken kau. Net umsonst haums friara a Prälat g´sagt. Dazua de Bläser. Olles des Werk von dem regens chori. Der hot nu a Gfü g´hobt für de menschliche Seele. Oba wos sog i do…
    Des is oiwei a gütiga Herr g´wesn, der Herr Abt. Oba maunchmoi a streng. Do hot aungeblich a so a Jung-Pater amoi gmaant, dass net jeda fia de Präfekten-Oabat im Konvikt geeignet is. Do hot a den zaumgstutzt. Wos glaubt denn a so a Jungspund? Wo doch a so a Abt genau g´wusst hot, wofia a wechan va seine Pater brauchn kau.

    Jo, do kunnt i ihna nu vü dazöhn. Ob mir wos gwusst haum? Na, des kaun i ausschliaßn. G´red is vü woan. Do het si kana traut, a nua an Vadocht zu äußern.

  219. sehr schwierige Aufarbeitung Says:

    @Dialog für Kremsmünster

    Wieso werden eigentlich keine gezielten Fragen über den jetztigen Lehrkörper gestellt? Wenn ihr den Blog mitverfolgt, sollten zumindest vom Stift folgende Sachen beantwortet werden.

    Wieso durften ein Hr. Kösseldorfer und ein Hr. Meidinger Schüler nach Belieben traktieren um ihren Sadismus zu befriedigen, sie niedermachen, sie Tag für Tag auf Kosten anderer denunzieren? (wahrscheinlich betrifft das auch noch andere Lehrer)

    Was wurde bis jetzt wegen dieser Lehrer getan?
    Wieso unterrichten die eigentlich noch?

    • @sehr schwierige Aufarbeitung Says:

      Hallo,

      “gezielte Frage” ist ein gutes Stichwort.

      Fragen “an Radio Jerewan” – also irgenwohin ins Allgemeine – werden niemanden erreichen, der sich angesprochen fühlt. Daher werden die Fragen auch so überarbeitet, dass sie jeweils an eine konkrete Person gerichtet sind.

      Beispiel: Ich möchte P. Leonhard mit Bezugnahme auf ganz konkrete Ereignisse fragen, wie er diese (als Priester!) als christliche Erziehungsarbeit interpretieren möchte. Das klingt vielleicht nicht so spannend, aber auf eine Antwort wäre ich trotzdem sehr neugierig, weil sie die Sache im KERN trifft.

      ALLE offenen Fragen werden sich nicht klären lassen – die Fragen müssen konkret sein, und sich auf konkretisierbare Sachverhalte anknüpfen lassen – sonst bekommst Du nur schwammige, verallgemeinerte Antworten, siehe bisherige Pressemitteilungen des Stifts.

      UND: im Idealfall sollten diese Fragen mit Beweisen verbunden werden können, die ein schlichtes “da reimt sich jemand etwas zusammen, daher keine Antwort” von vornherein vermeiden lassen.

      Meine persönliche Idee, die ich noch intern abstimmen möchte, geht übrigens noch einen Schritt weiter: Wir könnten nach Ende der Frist unter allen, die mitmachen wollen, ein Voting durchführen, welches die Qualität der gegebenen Antworten bewertet (“ausreichend”, … “geht nicht auf die Frage ein”, …). Wenn sich das Stift als offen für eine Aufarbeitung bezeichnet, aber die gegeben Antworten überwiegend als unzureichend empfunden würden, wäre das auch eine sehr konkrete Aussage.

      Nun zu Deiner Frage, wie die Auswahl der Fragen erfolgt: Ganz einfach. JEDER konnte & kann, wie mehrmals aufgefordert, seine Fragen beitragen, und an den Dialog schicken. Wenn Du sachlich formulierbare Fragen an einen der beiden Genannten, oder zB an Joe Leberbauer hast, dann schick Sie doch einfach ein! Wenn Du Dich dabei auf Gerüchte beziehst, die sich nicht belegen lassen, wirst Du die Antworten aber schon erahnen können. Aber Du könntest ja zB auch fragen, ob Sie solche Anschuldigungen für sich selbst nachvollziehen können!

      (Du kannst auch ohne den “Dialog” Fragen an die beiden Herrn schreiben, wir haben da keinen Anspruch auf ein Monopol. Wir denken aber, mit unserer Plattform die notwendige “Visibility” erzeugen zu können, ohne die eine Motivation für Antworten vielleicht fehlen dürfte).

      Melde Dich einfach und mach mit!

      • sehr schwierige Aufarbeitung Says:

        Ich würde mich gerne damit detailierter auseinandersetzen, aber es fehlt mir einfach die Kraft dazu. Das ganze Thema geht mir zu sehr an die Substanz. Es wühlt mich emotional noch sehr auf. Ich habe einfach zu viel erlebt und mitansehen müssen.

  220. Maria Says:

    “Es war im späten August 1999 – Wolfgang Schüssel hatte im Nationalratswahlkampf gerade versprochen, als Dritter in Opposition zu gehen -, als ÖVP-Justizsprecherin Maria Fekter mit der Forderung nach Einführung der “chemischen Kastration” für pädophile Sexualstraftäter auf Widerstand stieß. Ihrem Ruf als stramme Rechtsaußen blieb die Innenministerin später treu.”

    Quelle: http://derstandard.at/1280984259441/Landtage-reduzieren-Straftaeter-kastrieren?sap=2&_slideNumber=4&_seite=

  221. sehr schwierige Aufarbeitung Says:

    @ alles nur Gerüchte. (und nachfolgende Kommentare)

    Link zur „Stellungnahme“:
    [http://www.dialog-fuer-kremsmuenster.at/images/stories/dateien/stellungnahme3.pdf?ml=5&mlt=osc&tmpl=component]

    Ich wurde von Anfang der 90iger bis Mitte der 90iger Jahre regelmäßig sexuell missbraucht.

    Das Mädchen nach Kremsmünster gekommen sind, hat daran gar nichts geändert. Ich wurde deswegen nicht weniger oft oder liebevoller missbraucht.

    Ich habe es zu einem sehr sehr großen Teil dem jetztigen Lehrkörper, sehr viele davon unterrichten jetzt noch, wie z.b ein Kössldorfer oder Meidinger) zu verdanken, daß ich sexuell missbraucht worden bin.
    Es waren ihre ständigen denunzierungen und dieses immer wieder “lächerlich machen vor der Klasse”, die mich schlußendlich in die Hände eines Patres getrieben haben. Ich war psychisch ein Wrack, nicht das geringste Selbstvertrauen, keinen Glauben an mich selbst.
    Der Lehrkörper hat mir alles geraubt, statt mich aufzubauen, wurde ich einfach nach Belieben am Anfang von Teilen des Lehrkörpers und anschließend von den Schulkollegen unter “Zustimmung” des Lehrers niedergemacht.

    Das ganze wurde ja schon hinreichend unter dem “System Kremsmünster” zusammengefasst.

    JA, DER LEHRKÖRPER WAR MAßGEBLICH DARAN BETEILIGT, DAS ICH SEXUELL MISSBRAUCHT WORDEN BIN.

    Lieber Lehrkörper, jeder Psychologe wird euch sagen, das es für einen missbrauchten unmöglich ist, einfach völlig unmöglich ist, sich zu melden und einfach zu sagen, daß er missbraucht wird.

    Deswegen empfinde ich den folgenden Satz als Verhöhnung und Verarschung eines jeden Opfers.

    “Es hat zwar Gerüchte
    über einschlägige Neigungen bei den inzwischen namentlich bekannt gegebenen Patres gegeben,
    aber es hat sich kein Opfer an uns gewendet”

    Wieso übernehmt ihr keine Verantwortung, wieso putzt ihr euch so ab,
    Es ist trauig, sehr trauig das mitansehen zu müssen.

    • mögliche erklärung? ... Says:

      ich will ja keine böse absicht unterstellen, aber indem die stellungnahme sich nur auf die 70er und 80er bezieht, reduziert sich auch die anzahl der lehrer/innen, die noch an der schule sind …

      … was aber ohnehin keinen unterschied macht, denn da sich ausser frau zippermayer niemand entschuldigt hat, bleibt die prozentzahl an wegsehern in beiden fällen bei knapp 100%

  222. LH - MJ ´95 Says:

    @ Stellungnahme des Lehrkörpers:

    Die Behauptungen sind größtenteils gelogen. Es stimmt mich befremdlich, dass der Schuldirektor wider besseren Wissens die Herausgabe einer solchen “Erklärung” zuläßt. Macht korrumpiert eben doch, mag sie auch so gering sein, wie jene des “Cosy-Joe”.
    …oder reiner Selbstschutz…

    Zumindest einige Lehrer (e. g. der heutige Schuldirektor) haben von massiver physischer Gewalt im Konvikt gewußt, sie teilweise selbst miterlebt (e. g. in Kirchenchorproben, in der Karwoche usw.) und hinter vorgehaltener Hand besonders über P. A´s Neigungen getuschelt; weiters wurde – dies habe ich selbst gehört – mehrmals gewitzelt, wer denn heute nach dem Essen oder nach der Probe zu P. A. müsse…

    Mein Rat an den Lehrkörper lautet: übernehmt Verantwortung und geht anständig mit diesem, Eurem Morast um; legt ihn trocken.
    Tut Ihr dies nicht, erzwingt Ihr durch den hochkommenden Gestank die Säuberung des eigenen Hauses durch Außenstehende.

  223. Wahn-Ende Says:

    Kremsmünster. Zwangsvorstellungen.

    Damals: Massen, zusammengepfercht, einander ausgeliefert um einander zu zerfleischen.
    Angestachelt durch bedröhlichen Inhalt schwarz gekleideter Männer.

    Heute: Zwangsvorstellungen, solch eine Masse Kontrollieren zu wollen. Schlaflose Nächte mit Sadistischen Phantasien, dass wehrlose rasend gemacht werden, zu meiner Belustigung.
    Schreibe die Gedanken auf. Forme sie in Gedichte, verschlüssele meine Dateien doppelt mit dem sichersten bekannten Algorithmus. Vermutliche Zeit die Dateien zu knacken bei unrealistisch hoher Anzahl von Bruteforceatackken.

    Ein Buch gegen Zwangsgedanken.
    Verwirrung, man steht neben sich. Man merkt, man ist nicht mit den Leuten. Die Leute kucken einen komisch an. Merken sie dass was nicht stimmt? Bilde ich mir ein, dass sie etwas merken und merken sie vielleicht wegen meiner Einbildung was?
    Innere Unruhe, Unrast, die Menschen auf den Plakaten, sie wollen mir das Geld aus der Tasche ziehen.
    Diese dämlichen Fratzen, überall Scheiß-Plakate.
    Angst vor der Bevölkerungsexplosion.
    Wer ist schuld? Die Kirche, die die Gummis verbietet.
    Manchmal wird mir bewusst, was bringen mir diese Gedanken?
    War ich schon in Kremsmünster wahnsinnig und waren deswegen die Kuttengeier meine Bedrohung? Ab wann begann alles? War da schon eine Anfälligkeit und haben war schon die leise Schwäche dazu geeignet, hier einzuhaken, sodass ein Teufelskreislauf meines Hirns entstand? Ein Teufelskreis aus sozialer Ausgrenzung wegen leichter Schizophrenie daraus folgender Ausgrenzung mit zunehmendem Wahn?

    Therapie, das Erlebte durchdenken, analysieren. Zum Schluss die einzige Erkenntnis: die Analyse bringt nur wieder Gedankenfallen. Gedanken, die sich im Kreis drehen, immer eine Schuld suchen. Ständiges Hineinfallen in Gedankenkreise, Rastlosigkeit, Wut, wut auf die Menschen, neben sich stehend, bewusst der eigenen Unvernunft doch der Kopf macht was er will. Tage geht das dann so, man meldet sich nicht mehr bei Freunden, verliert den Bezug zur Außenwelt, wissend, dass man den Bezug verliert.

    Entschluss: man geht zum Hausarzt. Erzählt das Ganze und gesteht offen und ehrlich: “Ich will keine Therapie, in dem ich alles noch mal in verschiedenen Aspekten betrachte. Das Irre ist ja das ständige Erhellen neuer Aspekte, als würde man wie Wand einer Gefängnissezelle immer und immer wieder neu betrachten. Ich bekenne mich zum totalen Reboot und nehme auch Medikamente, glaube ehrlich an Psychopharmaka. Stehe dazu. Empfehlen sie mir bitte einen guten Psychiater”.

    Fragen nach Selbstmordgedanken folgen, Verneinung, Empfehlung eines Psychiaters, der Hausarzt gibt mir harten Stoff. Bedanke mich für die Karte des Psychiaters.

    Nehme mal 1 Tab halte mich an die vorgeschriebene Menge.
    Die Tab sediert mich, bin müde, die auf der Packungsbeilage beschriebenen Nebenwirkungen treten bald ein, habe husterige Halluzinationen. D.H. mein Bewusstsein gruppiert alles in Muster und Gruppen, vor allem Blätter auf Bäumen.
    Kann extrem gut schlafen. Komme am nächsten Tag kaum auf, Arm neigt nach leichten unwillkürlichen Bewegungen, so wie man den Arm manchmal vorm Einschlafen bewegt.

    Nach Tagen gewöhne ich mich an den Stoff. Bin auf einer Feier übers Wochenende. Fühle mich wohl bei diesen Menschen, habe nicht den Eindruck, ich wäre irre. Wirke ruhig auf meine Mitmenschen. Verrate nicht mein Geheimnis, vermindere aber die vom Arzt verschriebene Dosis auf eine Einschlaftablette. Das Zeug kickt mich einfach zu sehr weg und hält sich ziemlich lang im Körper.
    Fühle mich jetzt normal, komme gut mit Leuten klar. Bin bei der Sache, nicht verwirrt. Gehe gern in die Arbeit.
    Man könnte sagen, eine Normalitätsdroge, diese Tabs.

    Positive Nebenwirkung, kein Reinstolpern mehr in Gedankenfallen, keine Verfolgung mehr durch Gott und Satan, Erleben der Gegenwart. Gedankenfallen tauchen auf, werden als solche identifiziert und bleiben eben stehen.

    Hass auf das Stift?
    Nicht mehr dauernd, doch sind meine Erinnerungen nicht wegsediert, keine Sorge.

  224. zum Requiem von Bischof Weberberger Says:

    In den Monaten seit dem medial öffentlich gewordenen Missbrauchs-Skandal habe ich immer wieder gedacht: Was wird ein Bischof Richard Weberberger – fernab in Brasilien – dazu denken? Einer, der vielleicht nicht korrumpiert war und der vielleicht ehrlich und engagiert auf der Seite der Armen und Schwachen gestanden ist. Musste es nicht gerade ihm zutiefst zuwider gewesen sein zu hören, wie die Schwachen und Abhängigen gerade von seinen “Mitbrüdern” erniedrigt und gebrochen wurden, von seiner Kirche, die auf der anderen Seite zu stehen gehabt hätte? Musste er sich nicht zudem fragen, ob er und das Engagement in der Diözese Barreiras über all die Jahre lediglich als Feigenblatt für eine völlig korrumpierte Abtei benutzt wurden?

    Nun, da er tot ist und am 25. August ein Pontifikal-Requiem in der Stiftskirche mit Kardinal Schönborn und den Bischöfen Schwarz und Aichern gefeiert werden wird, denke ich: Ob der Herr Kardinal oder der Herr Diözesanbischof sich dieselben Fragen stellen? Was ist da in Kremsmünster geschehen? Haben die hochwürdigen Äbte die Fälle höchst-selbst vertuscht? Werden sie sich auch fragen, warum das Stift – ganz im Unterschied etwa zu den Jesuiten in Deutschland – die Aufarbeitung selbst in die Hand genommen hat – ohne eine unabhängige Instanz damit zu betrauen? Werden sie nachfragen, wann die ehrwürdige Abtei geruht, Ergebnisse vorzulegen?

    Es ist zu hoffen, dass dieses Requiem nicht die Funktion bekommt, Kremsmünster von seiner “besten” Seite zu präsentieren. Was käme manchen gelegener, als dass das Werk Weberbergers einem Sonnenstrahl an Menschlichkeit und Christlichkeit gleich den ganzen Morast einer ganzen Abtei überstrahlt!?

  225. easy cheesy Says:

    nichts wird passieren, die herren werden “business as usual” betreiben und mit dem werk weberbergers alles böse aus ihren dunklen kammern vertreiben.

  226. the show must go on Says:

    habe in den letzten monaten schon mehrmals vom FIG geträumt
    dazu ist zu sagen: selber wurde ich weder opfer sexualisierter noch physischer gewalt. doch habe ich in kremsmünster mit figs präsenz immer eine angstvolle stimmung verbunden.

    gestern nacht habe ich geträumt, dass ich in kremsmünster war. er hatte mich im zusammenhang mit dem aktuellen skandal offensichtlich im visier. ich war auf der flucht vor ihm – ich träumte, dass er mich umbringen wollte.

    soviel ist also klar: ich bin und war nie einer seiner “lieben freunde” (bei denen er sich “entschuldigt” hat), ansonsten würde er mich nicht heute noch – jahrzehnte später – im traum verfolgen.

    ich will gar nicht erahnen, wie es den wirklichen opfern geht. ich denke auch an diejenigen stimmen, die sagen, dass sie von mitgliedern des jetzigen lehrkörpers gemobbt wurden.

    ihr im jetzigen lehrkörper, seid doch bitte nicht SOO LÄÄSSSIG und wurschtig! aber was soll´s: was zu beweisen war, beweist ihr! ihr habt uns jahrelang vollgesülzt mit euren christlichen sprüchen. doch es war alles nur fassade. was jetzt offenbar wird über eure wahre “christliche” haltung, ist bloß erbärmlich!

    eure partnerschaft gilt dem stift und seinen mitgliedern. gilt eure partnerschaft auch den opfern und verletzten? hauptsache: die show geht weiter?

  227. 3-Jahresthema Says:

    Als 3-Jahresthema für Stift und Gymnasium Kremsmünster schlage ich vor: MACHT

    Zur Anregung ein kurzer einleitender Text von Leonardo Boff.

    http://www.wir-sind-kirche.at/content/index.php?option=com_content&task=view&id=626&Itemid=41

  228. Kindheit Says:

    “Jeder bekommt seine Kindheit über den Kopf gestülpt wie einen Eimer. Später erst zeigt sich, was darin war. Aber ein ganzes Leben lang rinnt das an uns herunter, da mag einer die Kleider oder auch die Konstüme wechseln, wie er will.”

    Heimito von Doderer

  229. Natural Born Killers Says:

    Jetzt hat der Fons schon eine Pumpgun im Schrank. Würd mich interessieren, ob er die gekauft hat oder einem Schüler abgenommen und eingnaht…

    http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/art4,454196

    • Hades 666 Says:

      Im Artikel in den OÖN ist von “22 potenziellen Opfern” sexuellen Missbrauchs durch Pater A. die Rede (ob das wohl der Konviktsdirektor von 1970-1996 sein wird?)…und das sind wahrscheinlich noch lange nicht alle…und freilich hat niemand etwas gehört und gesehen und gewusst…alles wirklich ganz perfekt getarnt von A.? Ganz ohne Wissen der Äbte und “Mitbrüder”?

      Und außerdem: Laut Bericht wurden bei Pater P. und bei einem Erzieher die Voruntersuchungen eingestellt wegen Verjährung…ist wirklich Pater P. Sch. oder ist nicht vielleicht doch Pater B. gemeint? Der Erzieher wird nicht Pater genannt, muss wohl aber Pater L. gewesen sein…Aufatmen beim Stift…

      Alle Eltern können sich nach Einkassieren der Pumpgun wieder ganz gewiss sein…Kremsmünster ist ein ganz sicherer Schulort!

      Wenn es stimmt, dass Pater A. derzeit im Stift Altenburg im Exil ist, würde ich dort nicht gerne als Gast weilen. Wer weiß, was Pater A. dort noch alles im Schrank hat? Abt C. vom Stift Altenburg (ehemaliger Präfekt in den Anfangsjahren von Pater A., als dieser Konviktsdirektor war, – definitiv nichts mitgekriegt??) hat in einem Ö1-Journal im Sommer erwähnt, dass es viele Gästezimmer in Altenburg gibt und diese Art des “Urlaubs” immer beliebter werde…Gibt es dort eigentlich auch noch die Sängerknaben? ….Muss wohl ein böses Gerücht sein, dass A. sich in Altenburg aufhält…

      Und außerdem: Pater A. hat alle seine “Freunde und Schüler ausnahmslos gern gehabt”… Vor wem glaubte er eigentlich, sich schützen zu müssen?

    • Nicht mit offenen Karten Says:

      Das Stift hat dazu eine Sachverhaltsdarstellung veröffentlicht. Bereits im Frühjahr habe der Abt die Waffe den Behörden übergeben:

      http://www.stift-kremsmuenster.at/index.php?id=402&tx_ttnews%5Btt_news%5D=846&cHash=c8b330572d7822e24b198b46c8587def

      Ja, recherchieren denn die Altkremsmünsterer-Freunde beim ORF Oberösterreich auch nicht genau? Die tun ja auch so, als wäre die Waffe erst jetzt aufgetaucht?

      http://ooe.orf.at/stories/467255/

      Wenn es stimmte, dass der Ebhart den Fig nach der Waffe gefragt hat und dieser sie ausgehändigt hat: Hat das Stift den Fig im Umfeld der Schule und in der Welt dann einfach herumlaufen lassen? Wer sagt denn, dass man vor ihm sicher sein konnte?

      Hätten die Eltern von dem Waffen-Fund gewusst, wie hätten sie sich gefühlt, ihr Kind in dieser Umgebung zu wissen?

      Warum hat das Stift einmal mehr nicht kommuniziert? Warum hat man nicht einfach bekannt gegeben: Bei Pater A. wurde eine Waffe gefunden – wir haben sie den Behörden übergeben – wir haben konsequent gehandelt.

      Dieser Fall zeigt einmal mehr, dass das Stift nicht mit offenen Karten spielt.

  230. weitere Ausgabe der OÖN Says:

    Pater A. soll 300.000 Schilling an Opfer bezahlt haben und Selbstmord mit Pumpgun angedroht haben:

    http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/art4,454728

    “Pater A. soll zudem einem Missbrauchsopfer rund 300.000 Schilling bezahlt und gedroht haben, sich im Falle einer Anzeige zu erschießen…
    Der Abt des Stiftes, Ambros Ebhart, wollte die Ermittlungsergebnisse gestern nur indirekt bestätigen. Er habe schon „einmal etwas davon gehört“, dass eine „Summe“ gezahlt worden sei, sagte er. Das Stift habe aber sicher nichts gezahlt, „wenn, dann Pater A. selbst“.

    Die Pumpgun habe der Geistliche von „jemandem zur Aufbewahrung“ bekommen. Danach dürfte sie in den Besitz des Paters übergegangen sein. Dass Pater A. jemals mit der Waffe geschossen habe, glaube er nicht, sagte Abt Ambros.”

    WER´S GLAUBT! Von welchem Geld soll Pater A. denn 300.000 Schilling bezahlt haben? Schließlich lebt Pater A. in “persönlicher Armut”! Veruntreutes Geld etwa? Gab es etwa keine Kontrolle durch das Stift? Von einer SUMME hab der Abt GEHÖRT!

    ZUR AUFBEWAHRUNG BEKOMMEN? Nennt man das so, wenn bei jemandem illegale Waffen gefunden werden? Wenn Pater A. der Aufbewahrer gewesen wäre: ich wäre nicht auf die Idee gekommen, den Musiklehrer bzw. Konviktsdirektor oder später den Stiftsmusicus bzw. Musik-Archivar um Aufbewahrung einer Puffn zu ersuchen. Kann das Stift ausschließen, dass Pater A. mit kriminellen oder suspekten Personen verkehrte, die seinen Kasten als Waffendepot nutzten? Wenn das Stift eine solche Behauptung in den Raum stellt, sollte es uns über die MOTIVATION dieser Person/en aufklären und wie diese wissen konnten, dass dieser Geistliche ein Depot für Waffen zur Verfügung stellt.

    ViIELLEICHT hat A. aber Suizidgefährdete vor dem Freitod gerettet ode hat einen Mörder nach der Beichte dazu gebracht, ihm die Puffn anzuvertrauen?

    Hört sich alles in allem so an, als hätte sich Pater A., jede Menge Topfen zusammengereimt und Abt Ebhart – gleich einem willfährigen Assistenten – gibt diesen 1:1 an die Medien weiter!

    EBHART GLAUBT NICHT, DASS PATER A. SCHON EINMAL DAMIT GESCHOSSEN HAT! Ja, die erste Aufgabe der Benediktiner ist die Beschäftigung mit dem GLAUBEN! Nicht mit Fakten!

    Warum antwortet Ebhart nicht, indem er auf Ergebnisse der Aufarbeitung der Fälle durch das Stift verweist? Darf die Aussage, dass mit Sicherheit das Stift diese Summe nicht bezahlt hat, so verstanden werden, dass sämtliche Belege bereits zweimal umgedreht wurden? Wie weit zurück wurden die Zahlungsbelege gesichtet und geprüft?

    • 300.000 ... Says:

      Es ist vollkommen unrealistisch, dass P.A. nebenbei … 300.000 ATS abzweigt, um am Stift vorbei Zahlungen zu leisten. Wenn aber doch, dann dürfen sich Abt und Rentmeister fragen lassen, was sie überhaupt unter Kontrolle hatten? Oder waren es gar Spenden von Eltern? (Ich kenne ehemalige Eltern, die immer wieder einmal etwas “überreicht” hatten, um die Stimmung zu heben).

      ABER:

      WENN das Geld tatsächlich abgezweigt wurde, dann braucht man dafür viel Planung und Vorsatz. Und damit ist das Märchen vom jähzornigen Impulstäter wohl endgültig widerlegt.

      Der Abt weiß mehr, als er zugibt. Er soll zurücktreten und sich genieren.

  231. Wehleidig oder berechnend? Says:

    “Pater A. soll zudem einem Missbrauchsopfer rund 300.000 Schilling bezahlt und gedroht haben, sich im Falle einer Anzeige zu erschießen.”

    Siehe Eintrag in Blog 1 – Sudowitsky: http://kremsmuenster.wordpress.com/2010/03/12/hello-world/#comment-63

    Das wichtigste nochmals hervorgehoben:

    – die Zahlungen fanden statt, als Fig noch Konviktsdirektor war! Hat das Stift etwas gewusst, dann hat es den Täter weiter als Erzieher wirken lassen. Das Geld wurde ja nicht bar übergeben – also müsste der Abt sehr rasch klären können, wem das Konto gehört hat, und wer es befüllt hat.
    – Fig hat wohl nicht nur mit Selbstmord gedroht, sondern auch behauptet, es war ein einmaliger Fehltritt. Ich nenne das BERECHNEND – den Gedanken an Selbstmord nehme ich ihm nicht ab

  232. Zahlungen ... Says:

    Herr Abt,

    wenn Sie sich eventuell schon die Mühe machen, die Zahlungen aus ihrem Haus unter die Lupe zu nehmen:

    WER (Privatkonto oder Stift) hat die Urlaubsreisen bezahlt, bei denen Patres im Sommer privat mit Kindern in gemeinsamen Hotelzimmern gekuschelt haben?

    Wusste der Abt von diesen Reisen – oder fällt das unter “Privatsache”?

  233. echt fett Says:

    Was man derzeit an Aussagen des HERRN ABTES in den Medien liest (ORF usw.) ist nur mehr peinlich!
    Man gewinnt den Eindruck, dass der Kapitän nicht mehr länger Herr seines Schiffes ist. Weit und breit sind keine fähigen Berater wahrzunehmen. Kein Funken von Überzeugungskraft und Glaubwürdigkeit ist übrig geblieben! Schande! Der Krisenstab scheint sich in Luft aufgelöst zu haben.

    • QED Says:

      man sollte hier einmal mehr daran erinnern: von seiten diverser AK gab es schon im März in der Presse und hier im Blog eindringliche Appelle, die Sache von vornherein mit Professionalität und externer Hilfe anzugehen.

      Angesichts der Unbelehrbarkeit des Herrn Abtes und seiner Entourage darf schon gefragt werden: wozu die Resistenz gegen diesen gutgemeinten Vorschlag? Bisher hat das Stift es aus eigener Kraft tatsächlich kontinuierlich geschafft, sich selbst stets noch ein wenig mehr in ein schiefes Licht zu rücken. Das ist eine beachtliche Leistung! Will man so weitermachen? Möchte der Herr Abt als unrühmlicher und evtl. letzer Amtsinhaber in die Klostergeschichte eingehen?

  234. Schweigegeld offiziell bestätigt Says:

    Die ersten 300.000 Schilling Schweigegeld (bezahlt von einem Konto! und nicht bar) sind also jetzt von Ebhart bestätigt (nachdem der Obere des Stiftes zuletzt noch gesagt hatte, dass er von einer “Summe” “gehört” habe, heißt es es jetzt von ihm, Pater A. habe ihn über diesen Betrag informiert – fragt sich nur: wann? gestern?)

    http://ooe.orf.at/stories/467603/

    Wie nicht anders zu erwarten gewesen, wird vom Verantwortlichen des Stiftes behauptet, es habe sich um ein “Privatkonto” von Pater A. gehandelt. Ist nur die Frage, ob ein Pater überhaupt ein “Privatkonto” haben kann oder dieses nicht in jedem Fall ein “Gemeinschaftskonto” wäre. Vielleicht haben mitwissende Verantwortlichen zu Mitbruder A. ja gesagt, dass diese Zahlungen keinesfalls über ein offizielles Konto fließen dürfen? Wer weiß? Hat Pater A. seinen Vorgesetzten dieselbe Geschichte (wie angeblich dem Opfer) serviert, dass es sich nämlich um einen einmaligen Ausrutscher gehandelt hat? Oder sprechen wir von einem “Routinevorgang”, sind also Schweigegelder in mehreren Tranchen an mehrere Personen geflossen? Wieviel Geld war insgesamt zur Verfügung?

    Seit wann wusste der jetzige Abt über die 300.000 Schilling Bescheid? Geht er immer erst zu Pater A., wenn die Medien Fragen stellen? Kann ausgeschlossen werden, dass nicht weitere der angeblich 22 Opfer “Summen” erhalten haben?

    Wie wäre erklärbar, dass Pater A. soviel Geld hatte oder über soviel Geld ohne Wissen von irgend jemandem verfügen konnte?

    Glaubt nun immer noch jemand, dass das Stift selbst die Vorfälle sauber aufklären kann? Wir stehen jetzt vor der Frage: Wurden die (von Ebhart bestätigten) 300.000 Schilling im Einverständnis mit den Stiftsoberen ausbezahlt? Vielleicht über ein offizielles Konto, vielleicht über ein von den Oberen intern abgesegnetes, sogenannes “Privatkonto” von Pater A.?

    Was lernen wir? Alles zum Schutz der Institution. Zunächst werden Handlungen von Mitbrüdern verschwiegen (damit kein schlechtes Licht auf die Institution fällt). Kommt´s auf, wird immer der Mitbruder vorgeschoben, um von jeglicher Frage der Mitschuld und Verantwortung der Vorgesetzten und Mitbrüder abzulenken.

    Was lernen wir noch aus den jüngsten Vorgängen? Das Stift gibt immer nur so viele Informationen raus, wie unbedingt nötig. Kennen wir ja nun schon seit einem guten halben Jahr. Immer dasselbe Muster!

    • @ Schweigegeld offiziell bestätigt Says:

      war´s denn wirklich ein “Schweigegeld”?

      wahrscheinlich hat der reuige und bußfertige Pater A. doch nur eine Therapie zahlen wollen, um der armen Seele zu helfen?
      wer denkt da gleich Böses und unterstellt, dass er damit lediglich bezwecken wollte, dass der zu Therapierende schweigt?

  235. Das soll ich Ihnen glauben, Herr Abt? Says:

    Das klingt nach einer ziemlich abenteuerlichen Ausrede!

    Wer hilft mir beim Suchen?

    “Schon nach den ersten Missbrauchsvorwürfen gegen Pater A. sei in einem Internet-Blog die Behauptung aufgetaucht, der Geistliche besitze auch eine Pumpgun, so Abt Ebhart in seiner Aussendung.”

    Ich denke, ich habe alle Blog-Einträge seit Beginn gut verfolgt. Aber so einen Hinweis hätte ich sicher nicht übersehen. Auch eine erste Google-Recherche zeigt hier keinen Hinweis.

    Hat da jemand eine ziemlich dumme Ausrede erfunden? Der Herr Abt ist eventuell noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen?

  236. 300.000 privat angespart ;-) Says:

    Selbst wenn P.A. jedes Monat 1000 Schilling auf ein Sparbuch gelegt hätte, hätte es selbst bei akzeptabler Verzinsung gut 20 Jahre gedauert, um diese Summe anzusparen.

    Hat jemand eine Idee, wieviel “Taschengeld” – also Geld, dessen Verwendung man nicht belegen muss, ein Pater bekommen hat? Diese “Anspar”-Geschichte ist so etwas von dreist, da geht mir im Sack der Feitel auf!

    Dass er in der Lage gewesen wäre, eine solche Summe zu unterschlagen, halte ich hingegen für glaubwürdig. Aber das macht sich halt nicht so gut in einer Aussendung des “wir wollen über alles offen reden”-Abtes.

  237. und Says:

    dann wunderns sich die Herrn wann ma eana vorwirft, weltfremd zusein. Mögliches Zitat vom März: Du Fig! Bringst amoi de Pumpgun zur Kiwarei, haust dein SS-Dolch in Wossagrobn, schreibst a klane Entschuldigung (Oba tuas ned nur Vaorschn…) und wannst dann fertig bist tuast beim Christian brav weitermissioniern.

  238. LH - MJ ´95 Says:

    Traurig erkennen zu müssen, dass Courage scheinbar unsere Sache als Altkremsmünsterer nicht ist…22 Opfer von Alfons???
    Das ist ja wohl ein Scherz…diesen Blog lesen geschätzte 500-1.000 Personen; nur 22 haben es geschafft den Mund aufzumachen?

    Ich schäme mich Altkremsmünsterer zu sein.

    Alle zerreissen sich das Maul, übertreffen sich in Kommentaren und dann melden sich nur 22 Opfer? Dann wird so getan, als wäre es eine große Neuigkeit, dass Alfons eine Pumpgun hatte oder ATS (nicht EUR) 300.000,– zahlen konnte??

    Wir alle wußten damals, dass Alfons nicht nur eine Pumpgun, sondern auch eine Glock hatte…bin ich denn ganz alleine, wenn ich mich an Sprüche (im Speisesaal, im Klassenzimmer, in Chor- und Kirchenchorproben, etc.), wie “he da, du Jude…ich hole meine Pumpgun und erschiesse dich…” und viele ähnliche mehr erinnere??
    Nicht nur mir hat er die Waffen gezeigt und vorgeführt.

    Wie oft wurde im Lehrerkollegium und unter den Patres gewitzelt über Alfons´ Pumpgun und seine Sprüche…aber nein, keiner hat was gewußt…und mit Verlaub, der ehrwürdige Herr Abt scheint entweder an Naivität und Simplizität nicht zu übertreffen oder aber ein ganz gerissener und verschlagener Konspirant zu sein.

    Alle haben es gewußt, alle haben weggesehen. Alle wissen was Sache ist und alle sehen weg.

    Und bitte, die Sache mit den ATS 300.000,– ist ja weiter nicht besonders bemerkenswert, wenn man weiss (und auch da bin ich nur einer von vielen), dass Alfons über Jahre hinweg einen regen Instrumentenhandel betrieb…ATS 300.000,– würden da nicht besonders auffallen!

    Aber noch ist nicht aller Tage Abend.

    • einer der 500-1000 mitleser Says:

      mit welcher opferzahl sexuellen missbrauchs hast du gerechnet? dein kommentar hätte mich fast dazu verleitet, die frage anders zu stellen: ab welcher opferzahl wärst du wieder ein stolzer ak? ich bin bereits über 22 schockiert, da dies fast ein opfer pro jahrgang bedeutet. wenn man noch die opfer dazurechnet, die einfach nicht in der lage sind darüber zu reden, wird diese zahl noch verheerender. manche werden auch schweigen, da es sich bereits abzeichnet, dass das stift auch beim fig auf verjährung hinarbeitet, da ja lt. zeitungsberichten anscheinend alle anderen verfahren wegen verjährung einstellt wurden. im schlimmsten fall wird er prozess- oder haftunfähig. du wirst doch nicht allen ernstes glauben, dass alfons auch nur einen tag sitzen wird. keine hausdurchsuchung, keine u-haft, … kennst di aus reisinger?

      • LH - MJ ´95 Says:

        Wenn alleine mir aus meiner Zeit (ich spreche nur von Internatseintritt ´86 -´88) am unsäglichen Ort zumindest 6-7 Opfer bekannt sind, dann sind 22 gemeldete Opfer für 30 Jahre Alfons-Regime eine Farce; soweit kannst Du mir sicher folgen.
        Sicherlich können viele Betroffene noch nicht darüber sprechen, was passiert ist, doch alle jene, die Misshandlungen bezeugen könnten haben sich auch nicht wirklich in großer Zahl gemeldet. Auch ein heutiger Schuldirektor (auch AK) hat Misshandlungen selbst miterlebt und gesehen (als er schon Lehrer war) und tut so, als wäre alles ganz neu für ihn…

        Du fragst, ab welcher Opferzahl ich “wieder stolzer AK” wäre?
        Welch schwachsinnige Frage…diese Aussage mit der Opferzahl in Verbindung zu bringen zeugt nicht wirklich von weitläufigem Intellekt, wie auch Deine Conclusio, ich sei “Reisinger” (1. war er MJ ´94 und 2. sieh mal meine Initialen an, da ist von einem “R” keine Spur!).

        Ich habe lediglich festgehalten mich dafür zu schämen AK zu sein, da scheinbar unsere ach so elitäre Ausbildung Zivilcourage nicht gefördert hat. Quod erat demonstrandum!

  239. "instrumentenhandel" ... Says:

    klingt bei naiven Lesern vielleicht so, als hätte p.a. im Auftrag des Stifts Instrumente angekauft und verkauft. Was ja auch so gewesen sein könnte.

    Aber wenn der Abt seine eigenen Anmerkungen ernst nimmt, und ausdrücklich von einem Privatkonto spricht – dann müsste man wohl präziser sagen:

    Schleichhandel mit Instrumenten am Stift vorbei. Also Gaunerei – ohne Abstriche. Zur Finanzierung wohl auch der Urlaubsreisen, die er solo mit Zöglingen im Sommer unternommen hat …

    Unter diesen Vorzeichen ist die Stellungnahme des Abts an Zynismus und Falschheit ja wirklich kaum zu übertreffen.

  240. LH - MJ ´95 Says:

    Alfons hat sicher nie im Auftrag des Stifts Instrumente ge- oder verkauft.

    Niemand außer ihm selbst kannte sich in diesem Bereich aus. Wir alle wußten damals, dass er nicht nur Handel mit Instrumenten (natürlich auf eigene Rechnung) betrieb sondern es gab auch Gerüchte, er handle darüber hinaus mit Autographen (etwa Originalnotentexte von Mozart bis Bruckner), welche eigentlich im Besitz des Stifts standen.

    Nie hat wer nach dem Verbleib all jener Instrumente gefragt, welche in alten Inventarlisten des Klosters (ich habe diese selbst gesehen) aufscheinen, von denen aber keine Spur mehr vorhanden ist; für all jene, die keine Ahnung von den Werten haben: eine Violine, sagen wir gute durchschnittliche Studenten-Qualität ist heute nicht unter EUR 20.000,– zu haben; nach oben hin sind die Preise beinahe offen und für schöne, gut erhaltene italienische Saiteninstrumente (wie sie früher im Stift vorrätig waren), muss man heute bis zu EUR 600.000,– / 700.000,– auslegen.

    Viele erinnern sich vielleicht noch an Pater Maurus (Behrens); er war früher Chef von Sotheby´s London, kam Anfang der 90er als Mönch in das Stift und wunderte sich sehr über die Verwaltung und Behandlung der Kulturgüter durch Alfons. Meines Wissens nach wurde aber ihm ein massiver Riegel vorgeschoben, als er Ordnung in diese Angelegenheiten bringen wollte.
    Genauso ging es seinem “Junior” (hervorragender Kunsthistoriker und einer der ganz wenigen anständigen Menschen im Habit) damals, der heute noch im Stift ist, und der seit damals für sein Wissen schikaniert wird.

    Alfons´ Macht war eben – im geschützen Mikrokosmos des Klosters/Konvikts/Internats/Gymnasiums – gottgleich und unantastbar. In jeder Hinsicht.

  241. es dämmert ... Says:

    Langsam wird mir klar, weshalb er eine Pumpgun hatte. Man kann ihn ja nicht mehr anders bezeichnen als einen gefährlichen Kriminellen. Ist genau so gemeint!

  242. 90iger jahre Says:

    unglaublich was da an den Tag kommt. das ist einfach unfassbar. Da kommen einfach nur Lügen, Lügen über Lügen. Hat der Abt bis jetzt eigentlich irgendwann die Wahrheit gesagt.
    Verklagt den P.A und diese ganze verlogene Brut dazu, inklusive Lehrkörper.

  243. es zeichnet sich ein Bild Says:

    einer immer grausligeren Fratze. Man(dorfer)schachert angeblich mit antiken Instrumenten, Noten und Büchern. Man(dorfer) fuchtelt mit einem SS-Dolch und einer Pumpgun herum Man(dorfer) bedroht Schüler sie zu erschließen unter der Bezeichnung sie seien Juden . Er hat seine Finger in undurchsichtigen Rechnungen bei der Landwirtschaft des Stiftes ( er war ja lange dafür verantwortlich), und die Geschichte mit der Orgel rund um die 1200 Jahrfeier war ja auch nicht sauber-angeblich. Zur Draufgabe vernaschen und verprügeln wir über 3 Jahrzehnte minderjährige Schutzbefohlene.
    Ich denke es wird nicht jeder Dorfpfarrer zum Konviktsdirektor einer “Eliteschmiede”. Mich würde interessieren welche Qualifigationen (sic!) hierfür notwendig sind.
    Fig! Du bist schon ein Prachtexemplar! Wie hast Du immer gesagt? ” Geh zum Teufel- aber der mag dich auch nicht!”
    Den Teufel gibts eh nicht- schön für dich. Aber die Zeit die dir noch bleibt – und es soll noch viel davon sein-mögen die Hölle auf Erden für dich sein.

  244. Film oder echt Says:

    wenn´s nicht so unglaublich wäre, was hier alles hochkommt…erinnert sich noch jemand an die Fernsehserie, die in Kremsmünster gespielt hat und in der aufgedeckt wurde, dass ein Pater Geld veruntreut hat (im Film war´s im Casino)?

    kann sich noch jemand erinnern, dass vor Jahren ein falscher Pater aufgeflogen ist (nicht im Film), der sich ins Stift Kremsmünster eingeschlichen hat und von dort Kunstgegenstände geraubt hat? (offensichtlich gab´s dieses Problem mit der Inventarisierung und der Kontrolle). Vielleicht hat man dem auch gleich fehlende Musikinstrumente angedichtet…

  245. Christliches Disneyland Says:

    Schade, dass das “christliche Disneyland” schon auf Mallorca geplant ist. Da hätte sich doch Kremsmünster viel besser geeignet!

    http://religion.orf.at/projekt03/news/1009/ne100906_disneyland_mallorca_fr.htm

  246. Beobachter Says:

    Genauer zu untersuchen sind tatsächlich Madorfers Transaktionen mit Musikialien (Archivalien und Instrumente). Zu denken gibt, dass plötzlich eine wertvolle Uhr vor dem Eingang in die Konviktsdirektion “verschwand”. Noch mehr zu denken und der Aufklärung bedürftig ist der zwei Jahre zurückligende ominöse Diebstahl des “Abendmahls” vom Meister von Raigern. Dieser bis heute nicht geklärte Diebstahl war so gezielt, dass er hoher Wahrscheinlichkeit nach klosterintern verübt wurde… Diesem Menschen ist sehr viel zuzutrauen!!!

  247. Shakespeare Says:

    “Life is a tale, told by an idiot…”

    Die Story wird immer gruseliger und grausliger, hätte man so etwas als Literatur veröffentlicht, jeder hätte gesagt: ist ja völlig übertrieben und an den Haaren herbeigezogen. Ist es aber offensichtlich nicht.

    Wofür braucht der “ehrwürdige” Pater eine Pumpgun und eine Glock??? Mein erster Gedanke war, er hat in seiner Freizeit Banken, in der Nacht Tankstellen überfallen (wär auch eine gute Story für einen Roman). Aber Hehlerei mit Instrumenten und Autographen – wenn’s denn stimmt – ist auch nicht ohne. O tempora, o mores!

    Was mich wundert, erstaunt und befremdet: Dass es in Österreich keinen Sachverständigen geben soll, der die Frage Verjährung oder nicht klären kann. Man sollte dann vielleicht einmal über die Grenze schauen: in Deutschland fände man hunderte, die geeignet wären.

    Überhaupt D: dort redet man sich nicht auf laufende Verfahren hinaus, sondern setzt unabhängige Leute ein, die die Vorfälle und Vorwürfe untersuchen (s. Canisius-Kolleg). Es geht ja nicht nur um eine strafrechtliche, sondern auch um eine moralische Komponente. Kremsmünster ist meilenweit davon entfernt. Die Vertuscherei wird langsam unerträglich.

    Mindestens genau so unerträglich finde ich, dass man den Pater L. offenbar nicht mehr juristisch belangen kann. Ich fürchte, er suhlt sich weiter in seiner unchristlichen Selbstgefälligkeit während er sich an der Dimple-Flasche delektiert.

    Stattdessen sollten sie in Sack und Asche gehen, fasten, Buße tun!
    Man wünscht sich die Wiedereinführung des Prangers…
    In der Hölle sollen sie schmoren!

    • Anonym Says:

      well roared, lion…….

    • ... Says:

      Der Pater L.? Jaja, der hält angeblich schon wieder Gottesdienste und versieht seine priesterlichen Dienste am Magdalenaberg…so, wie wenn nie was gewesen wäre…es ist einfach so abscheulich, wie man sich in Kremsmünster über all die Grauslichkeiten, die passiert sind, hinwegschummelt…

  248. P.Leonhard: Verjährt = Ende des Problems ??? Says:

    Ich habe weiter oben gelesen, dass P. Leonhard angeblich schon wieder geistlich wirken darf (Magdalenaberg). Kann das jemand bestätigen?

    Meine grausliche Vorahnung: Wer nicht rechtskräftig verurteilt wird – und sei es nur deshalb, weil die Tat verjährt ist – der ist aus Sicht des Stifts aus dem Schneider.

    Und wenn das so wäre, hätte der Abt etwas geschafft, was ich mir niemals hätte träumen lassen: Auf dem Teller der Grauslichkeiten noch ein Dessert zu servieren.

  249. auf 180 Says:

    vielleicht sollte man ja eine untersuchung wegen veruntreuung von klosterinventar(?) (der juristische fachbegriff ist mir fremd) anstreben.
    bei wirtschaftsdelikten ist doch meist die strafgebung härter als bei mißbrauch, was bedenklich ist.

    • @ wirtschaftsdelikt Says:

      oder der Versicherung eines teuren Gemäldes einen kleinen Recherche-Tipp geben …?

      … “Noch mehr zu denken und der Aufklärung bedürftig ist der zwei Jahre zurückligende ominöse Diebstahl des „Abendmahls“ vom Meister von Raigern. Dieser bis heute nicht geklärte Diebstahl war so gezielt, dass er hoher Wahrscheinlichkeit nach klosterintern verübt wurde… “

      • LH - MJ ´95 Says:

        Wen interessiert schon, wer möglicherweise Kolster-intern was gestohlen haben könnte?? Das ist Sache des Klosters.

        Es geht um weitaus wichtigere Themen, um Themen, die NICHT Sache des Klosters sind (auch wenn der Abbas dies so sehen möchte) jene um sexuellen/physischen/psychischen Missbrauch über Jahrzehnte hinweg durch einige Patres/Erzieher/Lehrer unter Mitwisserschaft und stiller Billigung zahlreicher Patres/Lehrer/Erzieher UND des Klosters (!).

        DAS ist die unbegreifliche Schweinerei!

  250. da schau her! Says:

    Na, da schau her! Soll jetzt der Kriminalfall schon im Kulturteil verschwinden? Traut man sich in Kremsmünster das peinliche Thema (schließlich reden wir ja vom “Markt am Fuße des (Missbrauchs-Ortes) Stiftes Kremsmünster”) gerade eben noch unter “Kulturelles” anzufassen? Auf der stiftseigenen website findet sich folgende Ankündigung einer Veranstaltungsreihe des Kulturvereines “außerdem” zu den Missbrauchsfällen (bei dem übrigens der heutige Direktor L. seinerseits sehr engagiert war; ob er bei der Organsiation und damit Entschärfung mitgewirkt hat?). Wenn Ihr glaubt, dass damit das Thema erledigt ist, habt Ihr Euch schön geirrt!!

    Hier also der Text der Stifts-homepage:

    Manchmal ist es eben doch zu spät für eine glückliche Kindheit
    Kategorie: Veranstaltungen
    September 2010 – Kremsmünster – ein halbes Jahr danach. Interessante, aktuelle Veranstaltungsreihe des Kulturvereins AUSSERDEM in Kremsmünster

    In Kremsmünster gibt es eine Zeit vor dem März 2010 und die Zeit danach. Davor konnte man sich sonnen im Glanz der “alten Klosterschule”. Das Bild von Kremsmünster war ein idyllisches Aquarell; das Reden über das Kloster und das Erzählen vom KOnvikt eine geistreiche Konversation, ein Schwelgen in der Aufzählung von Persönlichkeiten, die mit diesem in Oberösterreich wohl einzigartigen Ort verbunden waren.
    Nun hat das Konvikt und mit ihm das Stift aber in den Augen der Welt seine Unschuld verloren: Es lässt sich keine Schülerbiographie mehr erzählen, ohne auch das Belastende zu erwähnen. Deformierte Pädagogik, deformierende Erziehungsmaßnahmen und Übergriffe, zusammengefasst kurz “Missbrauch” genannt.
    Mit vier Veranstatlungen leistet der Kulturverein AUSSERDEM (s)einen Beitrag zur Aufarbeitung des Geschehenen.

    Mittwoch, 8. September, 20 Uhr – Kino Kremsmünster
    DVD-Präsentation und Filmgespräch in Anwesenheit des deutschen Regisseurs Jan Schmitt

    „Wenn einer von uns stirbt, geh’ ich nach Paris“
    D 2009; Regie und Buch: Jan Schmitt; Kamera: Axel Gehrke; Schnitt: Ania Harre; Musik: Guido Solarek; Länge: 80 Min.
    Elf Jahre, nachdem seine Mutter sich das Leben nahm, begibt sich der Dokumentarfilmer Jan Schmitt auf die Suche nach den Ursachen ihrer Verzweiflung. Schicht um Schicht erschließen sich Ebenen von Lieblosigkeit, Schweigen und Religion, die seine Mutter ihr Leben lang zu ersticken drohte. Bis er schließlich den Grund für das Sterben dieser Frau findet: Sie wurde als Kind zuerst von ihrem Vater, später von einem Jesuitenpater missbraucht.

    http://www.schmitt-film.de

    “Der bewegende Dokumentarfilm zeigt den Schmerz und ist zugleich ein eindringliches Plädoyer hin zu schauen”, urteilt das Kulturmagazin Aspekte im ZDF.
    Eintritt: 6,50 / für AUSSERDEM-Mitglieder 5,– EUR

    Dienstag, 21. September, 20 Uhr – Pfarrsaal im Stift Kremsmünster
    Vortrag von Dr. Alfred Kirchmayr, Psychoanalytiker und Theologe

    „Die Pervertierung des Christentums, oder: Christsein ohne Humor hat keinen Witz“
    Alfred Kirchmayr: Geboren 1942 in Weistrach. Studium der katholischen Theologie und der Psychologie und Soziologie an der Universität Wien. 1968 – 1982 ebendort Hochschulassistent für Praktische Theologie und Lektor für Pastoralpsychologie, anschließend Univ.- Lektor für Medizinische Psychologie in Wien. 1982 – 2004 Professor für Psychologie und Sozialphilosophie an der Bundesakademie für Sozialarbeit, St. Pölten. Zeitgleich auch Lektor an der Fachhochschule St. Pölten, Lehrgang Sozialarbeit.
    Kooperation mit dem Psychiater und Tiefenpsychologen Erwin Ringel. Seit 1976 auch Psychoanalytiker in freier Praxis.
    Intensive Publikations-, Vortrags- und Seminartätigkeit u.a. über folgende Themenbereiche: Psychotherapie, Kirchen- und Religionspsychologie, Spiritualität. Aktueller Schwerpunkt: Die Bedeutung von Witz, Humor und Freude für psychische Gesundheit.
    Eintritt: 6,50 / für AUSSERDEM-Mitglieder 5,– EUR

    Sonntag, 03. Oktober, 20 Uhr – Kultur am Marktplatz 3
    Lesung von Luis Klotz (alias Helmut de Waal)

    „Pater Meinrads Verlangen“
    Luis Klotz: Zuerst Sozialbau, dann katholisches Internat, – beides in Kremsmünster. Maturajahr 1970. Unter dem Namen Dr. Helmut de Waal als Psychologe, Psychotherapeut und Fachautor tätig. Als Schriftsteller veröffentlichte er vor ein paar Jahre im Resistenz-Verlag eine Romantrilogie über „das Versündigen“.
    In „Pater Meinrads Verlangen“ erzählt er auch von den Zuständen und Veränderungen in einem Kloster, in dem ein junger Mönch, der den Ort bestens von seiner Schulzeit kennt, seine ideale Heimat zu finden glaubt. Bei allen literarischen Freiheiten schimmern in manchen Details Kremsmünsterer Ereignisse bis zur Kenntlichkeit durch.
    Eintritt: 6,50 / für AUSSERDEM-Mitglieder 5,– EUR

    Dienstag, 12. Oktober, 20 Uhr – Speisesaal im Konvikt des Stiftes Kremsmünster
    Referat von Mag. Stephan Zweimüller, AHS-Lehrer für Germanistik und Geschichte

    Zu Gast in den Internaten der Weltliteratur.
    Eine literaturgeschichtliche Annäherung mit Textausschnitten.
    Man kennt Anekdoten ehemaliger Zöglinge, und erfährt in den Medien von Ereignissen in katholischen und weltlichen Internaten. Dieser Erfahrungshorizont ist auch vielen Schriftstellern eigen. Nicht wenige Künstler haben Internatserfahrungen, die sie auch zu einer literarischen Verarbeitung bewegte. Werke wie „Die Klosterschule“ (B.Frischmuth), „Das Glück beim Händewaschen“ (J.Zoderer), „Die Ursache“ (Th.Bernhard) sind nur einige Titel. Internatsromane und Internatsdarstellungen sind fixe Parameter der deutschen Literatur. Was bringt die Auseinandersetzung mit fiktionalen Texten für das reale Verständnis? Wieweit die Motive vergleichbar und die Erfahrungen typisch und teilbar sind mit denen in Kremsmünster, kann an diesem Abend auf Textebene geklärt werden.
    Eintritt: 6,50 / für AUSSERDEM-Mitglieder 5,– EUR

  251. easy cheesy Says:

    vermarktung = aufarbeitung ;-)

  252. Das Internat ist tot - es lebe das Internat? Says:

    Beitrag über “Internate als gute soziale Schule”:

    http://derstandard.at/1282979212445/Das-Internat-ist-eine-gute-soziale-Schule

    • voll super! Says:

      genau so haben es ja viele altkremsmünsterer in diesem blog nach eigenem erleben auch erlebt

      – hart, aber gerecht
      – bietet mehr als bildung
      – hat keinem geschadet

      im standard-blog heißt das dann sinngemäß: nation-building fast so cool wie beim bundesheer

      ist das ein bezahlter PR-Beitrag?

      ich hätte mir diese erfahrung jedenfalls gerne erspart. aber in einem ist der artikel wirklich interessant: internat macht gesellschaft. in seiner schlechtesten bedeutung kann ich das als altkremsmünsterer sehr gut nachvollziehen.

  253. sehr schwierige Aufarbeitung Says:

    hab letzte woche einen bescheid von der Staatsanwaltschaft (Abteilung für Sittlichkeit) bekommen, daß die Verfahren gegen Kösseldorfer und Meidinger eingestellt worden sind.

  254. Die Brutalität des Wellentals Says:

    Ich habe in den letzten Monaten ein unerwartet brutales Wellental durchlebt.

    Das Thema Kremsmünster war – nach nicht zu knapper Zeit der Aufarbeitung! – irgendwann Mitte 20 gegessen. Ich hatte meine ablehnende Meinung, aber die Erinnerungen spielten im Alltag keine Rolle mehr.

    – März 2010 – das Abstreiten, Blödstellen und Verleumdnen schockiert mich – alles ist wieder präsent.

    – In den folgenden Monaten bin ich fasziniert, und sogar positiv beeindruckt: Viele denken wie ich, ich bin nicht alleine, die Sumpfleichen bekommen endlich einen Namen. Und die Stimmen, die das alles verharmlosen, verstummen ziemlich rasch.

    – September 2010: Ernüchterung: Kein Lehrer (außer der auch in meiner Erinnerung tollen Frau Z.) hat sich auch nur im Ansatz bemüßigt gefühlt, sich ehrlich zu entschuldigen. Die Schule vernebelt, anstatt offensiv mit den Vorwürfen umzugehen. Und das Stift scheint sich erleichtert zu freuen, dass verjährte Taten keine Taten sind, und P.L. liest wie gewohnt selbstzufrieden seine Messe.

    Heute überwiegt das Gefühl: Nein, die wesentlichen Dinge haben sich NICHT geändert.

    Und an dieser Stelle noch ein Wort zu “Joe” Leberbauer: Ich dachte zu Beginn der Diskussion doch tatsächlich, der “aufgeschlossene” Wolfi würde hier anders reagieren als der Stifts-Beton. Aber “aufgeschlossen” bedeutet in seinem Fall wohl nur, dass seine Enzyme erfolgreich in das Geschäftsmodell des Stifts hineinatomisiert wurden. Mir ekelt bei dem Gedanken, ihm jemals wieder die Hand geben zu müssen.

  255. Tanglewood63 Says:

    Warum nicht auch z’Kraminsta so:

    http://www.publik-forum.de/f4-cms/tpl/pufo/op/archivartgrp/art/display.asp?cp=/pufo/op89740/aktuelleausgabe/art74495/

    ???????

  256. sehr schwierige Aufarbeitung Says:

    Hi mj03

    könntest du mich bitte unter folgender email adresse kontaktieren:
    finishing_touches@alpenjodel.de

    DRINGEND !!!!

  257. mj90krems Says:

    Hallo, hat jemand von euch eine Ahnung wie Severin Stöllner mit ‘zivilem’ Vornamen geheissen hat? Ich denke es wäre gut ihn zu einer Aussage zu bewegen. Ich habe von einem weiteren ehem. Präfekten in einem privaten Gespräch bestätigt bekommen, dass das Stift damals von Benedikts Umtrieben sehr wohl Bescheid wusste. Hat jemand Kontakt zu Ihm, denn es wäre wichtig endlich Leute aus dem Stift zu finden die auspacken. Die heuchlerische Salamitaktik des Abtes ist schlicht zum kotzen …

  258. Martin_Epple_MJ87 Says:

    Ohne Gewähr: soweit ich mich erinnere, heisst P. Severin mit “zivilem” Namen Mag. Herbert Stöllner. Ein ehemaliger Mitschüler erzählte mir vor einiger Zeit, dass er nun am BRG in Enns unterrichtet (Latein). Falls Du ihn sprichst, richte ihm bitte einen ganz herzlichen Gruss von mir aus – Danke!

  259. sehr schwierige Aufarbeitung Says:

    Hi,

    Ich suche jemanden, der bezeugen kann (auch anonym), daß da Kössldorfer auch heute noch bzw. seit 1998 bis jetzt immer noch Schüler mobbt und schikaniert.
    Sofern ich jemand finde, der noch nicht beim Staatsanwalt ausgesagt hat, kann ich gegen das eingestellte Verfahren berufen.

    bitte unter folgender email adresse melden:
    finishing_touches@alpenjodel.de

    • frage aus Interesse Says:

      … geht es dabei um eine Verjährungsfrist? (weil du nach einem best. Zeitraum fragst)

      Mich interessieren auch alle Fälle, die nur wegen der Verjährung nicht verfolgt werden, ansonsten aber sehr wohl Substanz gehabt hätten.

      Denn in diesem Fall kann das Stift / die Schule ja nicht wirklich sagen: “Ist eh alles in Ordnung, weil – keine Verurteilung!”. (Siehe P. Leonhard, der angeblich schon wieder die Messe lesen darf …)

  260. martin Says:

    Hi,

    kann mir jemand sagen, bis wann P. Benedikt am Gymnasium unterrichtet hat?

    thx,
    Martin

  261. never ending story Says:

    zwar schon etwas älter:

    Erneute Schlagzeilen – Sachverhaltsdarstellung
    Kategorie: stift

    “In den Medien ist heute, 3. September 2010, zu lesen, dass bei einer Hausdurchsuchung eine illegale Waffe bei P. Alfons gefunden worden sei.

    Tatsache ist, dass im MÄRZ d.J. (vor 6 Monaten!) im Zuge der Aufdeckungen um Misshandlungen von Kindern und Jugendlichen auf einer Internet-Plattform von der Waffe zu lesen war, worauf Abt Ambros P. Alfons daraufhin sofort danach fragte. Die Waffe wurde von P. Alfons dem Herrn Abt ausgehändigt, der sie sofort den Behörden übergab.

    -> Wie die Oberösterreichischen Nachrichten dazu kommen, einen Staatsanwalt so zu zitieren, sollte geklärt werden.”

    wie das stift dazu kommt gewaltverbrechen zu leugnen und zu vertuschen, sollte geklärt werden

    • INTERNET-PLATTFORM Says:

      >> Tatsache ist, dass im MÄRZ d.J. … auf einer Internet-Plattform von der Waffe zu lesen war <<

      Ich hab im Internet recherchiert – einen solchen Hinweis habe ich ***NICHT*** gefunden! Vielleicht hat jemand mehr Glück?

      (oder hat der Herr Abt eine etwas zu blühende Phantasie?)

  262. Neuhauser Busse Says:

    Die Neuhauser-Busse verkehren wieder – so zu lesen auf der website des Stiftsgymnasiums.

    Gibt´s sonst was Neues? Wieviele Eltern beispielsweise heuer dem Stift das Vertrauen geschenkt haben und ihr Kind auf diese Schule gegeben haben?

  263. peior Says:

    kremsmonster / erfahrungen / 1981 – 1990

    lehrkörper. treffender als in geistlich und weltlich wird in gewalttätig und nicht gewalttätig unterschieden. der nicht gewalttätige teil des lehrkörpers ist kleiner als der gewalttätige, dem mehrheitlich geistliche lehrer angehören, die auch im konferenzzimmer den ton angeben, wenn sie nicht gerade kinder misshandeln. ein entsprechend destruktiv menschenverachtendes klima herrscht im stiftsgymnasium kremsmünster.
    der nicht gewalttätige teil des lehrkörpers bekommt alle straftaten des gewaltätigen teils mit, sieht tatenlos den misshandlungen an minderjährigen schutzbefohlenen zu und schweigt. die in offensichtlich allen fällen unterlassene hilfeleistung wird manchem schüler endgültig zum verhängnis. aber ein selbstmord eines schülers mehr oder weniger spielt im stift kremsmünster ohnehin keine rolle mehr, denken sie sich, die stock fischigen weltlichen junglehrer, hauptsache ich verlier meinen posten nicht, denn schließlich bau ich ja gerade ein haus, oben am windfeld oder in sipbachzell , ausserdem werd ich einmal gerne selbst schuldirektor sein, also arschkriechen, klinkenputzen, hände falten – goschn halten. whistle blowing? was ist das? wo wir doch eh so aufgeschlossen und partnerschaftlich mit unseren schülern umgehen. hämatome am ganzen körper des kindes? geh bitte, da kann s halt schon einmal ein bisserl wilder zugehen, wenn unsere racker untereinander über sich herfallen, schließlich solln sie s ja einmal zu was bringen, in der welt.
    um sich vom mief seiner kuttenbrunzerkollegen im konferenzzimmer zu unterscheiden, versucht der typische kremsmonsterer junglehrer, sich den schülern als weltoffen, liberal fortschrittliches, mit mir kannst über alles reden! pädagogisches prachtexemplar neuer schule zu präsentieren. ohne erfolg.
    wer selbst repressiv gewalttätig erzogen wurde und die fähigkeit zur selbstreflexion aus seinem lehrer körper verbannen musste, um an so einem ort arbeiten zu können, kann sich täglich erneut einreden ein professionell partnerschaftliches verhältnis zu seinen schülern zu pflegen, sollte sich aber nicht wundern, von diesen vollkommen anders wahrgenommen zu werden.
    entsteigt wie jeden schultag seinem weissen golf , den er mit einem schwarzen playboy häschen aufkleber zu verzieren wusste, die baskenmütze lässig schräg auf den kopf gepflanzt, der herr junglehrer, um sich an die arbeit zu begeben. als altphilologe unterrichtet er die fächer griechisch, latein, und versteht es vortrefflich sein pädagogisches manko mit pseudo amikaler anbiederung bei den schülern wettzumachen. ich bin ein überzeugter anhänger der partnerschaftlichen schule! latein ab der dritten, griechisch ab der fünften schulstufe, da kann man die klosterschüler schon mit fachgesprächen zum beispiel über die girls auf seine seite bringen. nach antikem vorbild verlegt er an sonnigen frühsommertagen den unterricht gerne ins freie, um seinen schülern in frischer luft alte sprache wiederzukäuen. kommt plötzli